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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IBD - vom Anfang bis heute



eis
20.11.2012, 21:02
Hallo,

ich möchte euch die Geschichte von Sissi und ihrer IBD erzählen. Und allen Mut machen, die ein unklares Krankheitsbild bei ihrer Katze haben.

Im Januar diesen Jahres erbrach meine Sissi, Lastrami, 10 Jahre, Kampfgewicht 3,5 kg und durch KaSchnu im Kittenalter auf einem Auge blind, sehr häufig. Sissi war die Katze in unserem Haushalt, die die ganzen Jahre immer mal wieder erbrach.
An einem Montagabend erbrach sie ihr Futter. Das ist an sich nicht sofort ein Alarmsignal für mich. Aber sie erbrach auch am Dienstagmorgen das Futter und im Laufe des Tages nur noch Schleim. Ich packte sie zur Nachmittagssprechstunde meines Tierarztes ein. Dort zeigte sie beim Abtasten Schmerzen im Magen-Darm-Bereich. Gleich wurde Blut gezapft und erst einmal etwas gegen das Erbrechen und die Schmerzen verabreicht. Wieder daheim, wollte sie nicht fressen. Auch am Mittwoch kein Drang zum Futter. Noch nicht einmal ihr über alles geliebtes Trockenfutter, das es bei uns nur als Leckerchen gibt, konnte sie reizen. Also ab zum TA, Infusion.
Da sie eh nüchtern war, wurde am Donnerstag Kontraströntgen gestartet. Dabei konnte festgestellt werden, dass was am Magenausgang ist. Aber was genau, konnte nicht diagnostiziert werden. Das BB war soweit in Ordnung, nur die Entzündungswerte leicht erhöht. Mittlerweile war Sissi auf 1,9 kg unten. Sie bekam wieder eine Infusion und ich die Nummer der Uniklinik München. Dort rief ich Donnerstagabend noch an, schilderte den Fall und bekam für Freitagmorgen einen Termin. Holte noch schnell bei meinem TA die Röntgenbilder, den Blutbefund und die bisherige Behandlung ab.
Ich hatte echt Panik, dass sie mir unter den Händen stirbt.
Freitag bin ich sehr früh los, da es ohne Berufsverkehr schon gut 1,5 Stunden Fahrt sind. In der Uniklinik angekommen, habe ich an der Anmeldung die Unterlagen schon abgegeben. Kurz danach kamen wir bereits dran. Zuerst wurde eine Allgemeinuntersuchung durchgeführt. Aber ausser dem blinden Auge und dem Untergewicht wurde nichts festgestellt. Die nächste Untersuchung war der US. Dort wurden einige Veränderungen der Darmstruktur gesehen. Also auch noch Magen-Darm-Spiegelung. Eine Narkose war natürlich ein großes Risiko, weil sie innerhalb noch nicht einmal einer Woche fast die Hälfte des Gewichts verloren hatte. Aber Sissi steckte es weg wie nichts. Sie blieb eine Nacht in der Uniklinik zur Beobachtung. Bei der M-D-S wurden auch Gewebeproben entnommen und in der Pathologie untersucht. Sissis Darmzotten sind quasi nicht mehr vorhanden.

Wieder daheim, mußte sie zuerst Säureblocker und Magenwandauskleidung nehmen sowie Prednisolon und einen Tumorhemmer. Die ersten beiden Medikamente wurden nach gut einer Woche abgesetzt. Sie sollten nur überbrücken, bis sich der Körper wieder an eine regelmässig Nahrungsaufnahme gewöhnt hatte.
Sissi mußte ab sofort Fleisch bekommen, das sie noch nicht kannte. Ich habe ziemlich viel ausprobiert und wir sind bei Pferd und Rotwild gelandet. Strauss und Känguruh lehnte sie rigoros ab. Zusätzlich bekommt sie hypoallergenes Trockenfutter.
Die Cortisongabe wurde kontinuierlich verringert. Als wir ausschleichen wollten, fing Sissi an, sich zu übergeben. Also wird sie ihr Leben lang eine geringe Dosis Cortison nehmen müssen. Den Tumorhemmer haben wir auch runterschrauben können.
Zwischendrin nahm Sissi wegen dem Cortison viel zu viel zu. Sie lag in der Spitze bei 4,1 kg. Das war für ihre Größe sehr viel. Mittlerweile liegt sie bei 3,7 kg, ist fit, munter und immer mittendrin statt nur dabei.

Wir waren im März noch einmal in der Uniklinik zur Nachkontrolle. Aber es war soweit alles in Ordnung. Seitdem habe ich nur telefonischen Kontakt zu der dortigen behandelnden Tierärztin. Die Zusammenarbeit zwischen der Uniklinik und meinem TA ist sehr gut. Die regelmässigen Blutbilder lasse ich bei meinem Tierarzt machen, der die Befunde dann in die Uniklinik schickt. Ich telefoniere dann mit der Ärztin und wir besprechen den weiteren Behandlungsverlauf und den Abstand zur nächsten Blutuntersuchung.

Das aktuelle Blutbild ist vier Wochen alt und tadellos. Weder die Tumortabletten noch das Cortison haben bisher Auswirkungen. Auch dass Sissi seit Ende Januar nur Fleisch ohne Suppis und gelegentlich etwas TroFu bekommt, hat keine Auswirkungen. Alle diesbezüglichen Werte haben sich nicht verändert.

Sissi darf nichts industriell Hergestelltes mehr bekommen. Anfangs dachte ich, das schaffen wir nie, aber mittlerweile ist alles Routine.
Da wir seit einer Woche eine Futtermittelallergikerin haben, muß Sissi jetzt auch nicht mehr alleine futtern sondern hat dabei Gesellschaft.

Ich bin froh, dass ich einen TA habe, der es zugibt, wenn er nicht weiter kommt. Er hat außer Röntgen auch keine Großgeräte, wir sind hier mitten in der Pampa. Und ich bin froh, dass die Uniklinik zwar ziemlich weit, aber doch erreichbar ist.

Sissi ist sicher eine kranke Katze, aber wer es nicht weiß, merkt es ihr nicht an. Ich hoffe, dass wir sie noch einige Jahre genießen dürfen.

http://i230.photobucket.com/albums/ee294/Katzerei/Sammelsurium/2012/sissi090912.jpg

Edit: Die Uniklinik berechnet übrigens den einfachen Satz laut GOT.

Yvchen
20.11.2012, 22:07
Eva dein Postfach ist voll!

eis
20.11.2012, 22:08
Jetzt nicht mehr

Yvchen
20.11.2012, 22:21
Wie kriegst du hin das Sissi nicht an das Futter von den anderen geht? Hast du Fütterzeiten und separierst?

eis
20.11.2012, 22:25
Wir haben feste Fütterungszeiten. Und ich muß daneben stehen.
Sissi bekommt Diät, Momo Diät und David Diät. Jeder anderes Futter *stöhn* Meine alte Lady Susi hat im Moment eine Phase, dass sie nur Patéfutter mag, der Rest bekommt normales Futter. Ist bei 11 Katzen schon eine Aufgabe, diese Fütterung :sporty:
Aber langsam haben sie sich daran gewöhnt. Es reicht ein einfaches Nein in Verbindung mit dem Namen.

Separieren habe ich versucht, aber dann fressen sie schlecht bis garnicht. Also doch mittendrin statt nur dabei.

Yvchen
20.11.2012, 23:12
Separieren geht hier auch nicht, da ist die geschlossene Tür dann wichtiger als der Futternapf. So viel Platz habe ich auch gar nicht. Ist alles nicht so einfach.

Felipe
21.11.2012, 08:26
hallo Eva,

erstmal schön, dass es Sissy mit IBD gut geht:wd::wd::wd:

ich finde eure Geschichte sehr interessant:tu:

unter "Ernährung allgemein" hatte ich einen Faden zum Thema Ernährung bei IBD aufgemacht, der auch festgepinnt wurde.

Magst du vielleicht dort schreiben was genau du Sissy fütterst, womit sie gut klar kommt und womit nicht?

Das wäre toll, da es leider nicht soviele Informationen bzw. Tipps zu diesem Thema gibt:bl:

ich wünsche euch alles Gute für die Kleine :love::kraul: