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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tierarztpreise: Sind Katzen bald Luxus nur für reiche?



Manuela
29.10.2011, 19:50
Als ich vor ein paar Monaten meine beiden Katzen (Kater 10 und Katze 3 beide zusammen lebend in ehemaligem Zuhause) aus dem Tierheim holte, wurde mein neuer Kater kurz danach krank, wahrscheinlich verursacht durch Stress, er ist ja schon 10 Jahre, er musste innerhalb von 2 Monaten die Trennung aus einem gutem Zuhause (so wie man mir im Tierheim sagte) wegen Krankheit der Besitzerin, das Tierheim, sowie die Eingewöhnung hier in seinem neuen Zuhause bewältigen. Das alles war natürlich unglaublicher Stress für so einen älteren zehnjährigen Katzenherrn, zumal er sehr sensibel in seinem Wesen ist.

Nach kurzer Zeit wurde also Monty krank, er bekam Atemprobleme, die sich irgendwie bedrohlich äußerten. Mir schien es fast so, als hätte er etwas verschluckt, was ihm im Hals steckt. Dummerweise hatte ich zu dieser Zeit eine Hydrangea (Hortendsie) meiner Eltern in Pflege genommen (weil diese im Urlaub waren und wir im selben Haus wohnen) und Monty am Morgen an den Blattspitzen knabbern gesehen. So dachte ich zuerst, er hätte davon etwas im Hals stecken, da die Blätter recht hart sind. Ich ging am selben Tag noch zum TA, der aber, nachdem er Monty untersucht hatte, nichts feststellen konnte.
Als aber in der Nacht Monty wieder diese Anfälle von Atemnot bekam, bekam ich es mit der Angst zutun, auch weil ich googelte und daraufhin eine Vergiftung vermutete, fuhr ich daraufhin mitten in der Nacht mit ihm in die Tierklinik, die zum Glück 24-Stunden Notdienst hat (ca. 30 km von hier).
Mein Monty wurde eine Nacht dort behalten, wobei mich die Ärztin nach erster Untersuchung auch gleich beruhigen konnte. Ich malte mir ja schon das Schlimmste aus in meinen Gedanken nachdem, was ich gelesen hatte ( Atemnot und dann Herzversagen...) und die Pflanze meiner Eltern landete zu Hause natürlich sofort im Müll.
Weil Monty nun aber sowieso in der Tierklinik war und für die Untersuchungen in Narkose gelegt werden musste, dachte ich, dann kann ich auch gleich ein Blutbild machen lassen, es sollten die Blutwerte untersucht werden (auch weil das Tierheim z.B. nicht auf FIV oder FelV untersucht hatte). Außerdem sollte Monty gleich gechipt werden.

Am nächsten Tag konnte ich Monty abholen.
Dann kam der Hammer...
über 450 Euro..
wobei mir am Abend davor gesagt wurde, es würde um die 250 Euro kosten (was ja auch schon heftig ist, sind ja auch um die 500 DM!)

Also man hat dafür folgendes gemacht:
1. den Rachenraum bzw. die Speiseröhre untersucht auf Fremdkörper, also mit einer Sonde untersucht (denke ich mal).
2. Blutuntersuchung
3. einen Chip gesetzt
4. Den Kater eine Nacht unter Beobachtung in der Klinik behalten.

also, es wurde nichts außergewöhnliches gemacht, es war keine seltene oder schwierige Krankheit, insgesamt war Monty noch nicht einmal 24 Stunden, also einen Tag da...
und dafür über 450 Euro, also fast 900!!!???DM

Solche Preise sind ja nicht mehr bezahlbar für einen Normalverdiener.

Als mein Tigerle damals 2003 in Hannover in der Tierklinik war, kostete alles mit Computertomographie, Röntgen und Fremdlabor um die 700 Euro, aber Tigere war eine ganze Woche dort...und das galt schon als sehr teuer damals.

Nehmt es mir nicht übel, es wird ja immer schnell gesagt,..ja, wenn dir das dein Tier nicht wert ist...ein Tier ist Hobby oder Luxus...

gut und schön, aber wo bleiben die Verhältnisse...?

Meine Mutter war gelernte Friseurin, hatte in ihren fünfziger Lebensjahren noch einmal umgeschult zur Industriekauffrau und auch lange Jahre (bestimmt 10) als Bürokraft gearbeitet, hat vier Kinder zu recht vernünftigen Leuten erzogen (meine ich jedenfalls), und bekommt heute eine Rente von etwas über 800 Euro im Monat ausgezahlt. Sie war eine Frau aus dem Osten (DDR), o.k., aber das heißt ja auch gerade, dass sie immer berufstätig sein musste, und das trotz vier Kindern. Und trotz dieser Belastungen war meine Mutter eine gute Mutter, nicht wie viele heutzutage, wo es heißt, die Frau ist "überfordert", weil sie es nicht gebacken kriegt, zwei Kinder groß zu ziehen, obwohl sie den ganzen Tag zu Hause ist...

Wo bleibt da noch die Verhältnismäßigkeit?

Ich weiß es nicht...

Nun ja, ich darf über all das gar nicht all zu sehr nachdenken, da bekomme ich echt die Krise.

Eine gute Sache hatte das Ganze (Montys Tierklinikbesuch) doch.
Monty hat trotz seiner 10 Lenze sehr gute Blutwerte. Der Arzt sagte,"...wenn ich mal so gute Werte hätte".

Seine Atemprobleme waren zum Glück nur ein Infekt. Wahrscheinlich hat er es nicht verkraftet, dass er nach 10 Jahren sein Zuhause verloren hat, dann 2 Monate Tierheim und dann wieder ein Wechsel in ein neues Zuhause. Schlimm genug für ihn, daran sieht man ja auch, wie ein Tier darunter leidet, sein Zuhause zu verlieren, obwohl ja immer schnell gesagt wird, einer Katze ist das relativ egal.

Ich war erst ganz schön geschockt ob der Rechnung, aber ich habe es trotzem nie bereut, dass ich mir nach nem Tod meiner Katze wieder neue Katzen aus dem Tierheim geholt habe.

Ich hoffe nur, sie bleiben lange gesund.

LG

Manuela

Pampashase
29.10.2011, 22:50
Hast Du eine detaillierte Rechnung bekommen. Nur anhand dieser kann beurteilt werden, was hier so teuer gewesen ist.
Ich habe fast alle aufgeschlüsselten TA-Rechnungen von unserem TA in einem Ordner. Um vergleichen zu können, müsstest
Du die einzelnen Posten hier einstellen.

Katzenzahn
30.10.2011, 01:09
Ja, erstens wäre eine detaillierte Rechnung hilfreich.
Außerdem gibt es eine Gebührenordnung für Tierärzte:
http://www.tieraerzteverband.de/wDeutsch/fokus/GOT_07.07.2008_Druckversion.pd f?navid=last

Wenn du allerdings in der Nacht den Notdienst der TK nutzt, darf sie bis zum 3-fachen Satz abrechnen.

Ich habe für das Chippen meiner Kater bei einem TA 35 Euro je Tier gezahlt.
Bei 2-ten Mal 30 Euro (Chip war zerstört).

Beim letzten geriatrischen Profil für meinen 'Felix habe ich 50 Euro beim TA und etwa 50 Euro fürs Labor bezahlt.
(Ich hab diese Rechnung jetzt nicht zur Hand.

Rechne ich also:
30 Euro Chip
50 Euro TA Vorbereitung BB
50 Euro Labor
130 Euro

Da sind die 450 Euro sooo abwegig nicht.


PS: Ich habe ein Katzen-Sparbuch, auf das ich jeden Monat einen Betrag überweise.
Weil ich alle 100 Tage Tabletten für meinen Janek brauche, die kosten 47 Euro (100 St. Felimazole 5 mg)

Leigh44
30.10.2011, 13:30
Hallo Pampashase,

ich glaube nicht, dass es Manuela darum ging die Preise nachzuvollziehen.
Fakt ist, wir bezahlen beim TA mehr als die Krankenkasse einem Arzt für einen Menschen bezahlt und im Laufe der letzten 10 Jahre haben sich die Dinge MASSIV verteuert.

Tierärzte sind so teuer, dass jemand der zum Beispiel Harz 4 bekommt keine chrohnisch kranke Katze halten könnte. Er müsste sein Tier abgeben wenn es krank wird oder dürfte sich keines anschaffen, seine Kinder müssten ohne Tiere aufwachsen.

War das vor 20 Jahren auch so? (Da gab es Sozialhilfe)
Ein Tier, was früher zur Familie gehörte, ist heute fast ein LUXUSGUT. Ich empfinde das ähnlich.
Für eine Impfung 40 EUR , das sind 80DM, ACHTZIG DM, das ist Wahnsinn, und es folgt die Folgeimpfung. Und das ist noch keine Krankheit sonder normal.

Entwurmungstablette 16 DM, in meinen Augen Wahnsinn, nur die Pille.

Ja, Tierhaltung ist bald ein Luxusgut, wer es gut mit einem Tier meint sollte es sich nur noch anschaffen wenn er finanziell gut situiert ist, damit er die Wahnsinnsrechnungen zahlen kann, falls es muss.

Meine alte TA nimmt 240 DM fürs Einschläfern. EInfach mal umrechnen und der Wahnsinn wird bewusst.
Was interessiert mich hier ne Liste mit dem was er nehmen darf, die von Lobbyisten geschaffen ist und unterstützt wurde?

Durch den EUR haben wir alle die Hälfte der Kaufkraft verloren. Früher war mein Einkaufswagen für 100DM voll, bei 50 EUR haste fast nichts, selbst wenn Du Eigenmarken kaufst.

Wenn ein Sonnenblumenöl umgerechnet 4,70 DM kostet, dann weiss man was die Stunde geschlagen hat.

Ich sage klar, ja Tierhaltung entwickelt sich zum Luxus, wer nicht genug Geld hat geht ein Risiko zum Lasten der Tieres ein, weil er aufeinmal den Super Gau der eigentlich nicht kommen sollte nicht bezahlen kann.

Gruss
Leigh44

Katzenzahn
30.10.2011, 14:46
Und da ist wieder die detaillierte Rechnung gut, denn da sieht man, dass das TA-Honorar gar nicht so viel ist, sondern die Medikamente und Impfstoffe den größeren Teil des Betrages ausmachen.
Und 16 % Mehrwersteuer.

Mir geht es beim Einkaufen ähnlich, ich gebe jedoch zu bedenken, dass auch für TÄ alles teurer geworden ist.
Sie können also auch nicht mehr die Preise von vor 10 Jahren nehmen.
Unterhalt der Praxis (auch für TÄ ist u. a. der Strom teurer geworden)
der Geräte
Gehälter der Mitarbeiter.

Es ist nicht immer die Raffgier der anderen.
Sie müssen auch leben.

Sheratan
30.10.2011, 14:56
Es stimmt sicher, dass manche Untersuchungen beim Tierarzt in Relation teurer sind als beim Humanmediziner Untersuchungen für Kassenpatienten. Katzen sind eben alle "Privatpatienten" ;) Aber im beschriebenen Fall wird der Nachtzuschlag sicher eine große Rolle spielen und ansonsten schließe ich mich Pampashase an.

Und Tierhaltung ist ein Hobby, kein Grundrecht. Und das wird, wie eben vieles, teurer - wer sich das nicht leisten kann/will, muss es ja nicht tun.

absinth
30.10.2011, 17:28
Ich hab noch keinen Tierarzt getroffen der im Geld schwimmt. Aber welche mit 7 Tage Woche die es hinnehmen, dass sie 24 Stunden am Tag angerufen werden und oftmals einfach nur wegen Dummheit der Besitzer...

Das Tierarzthonorar ist nicht zuletzt so teuer geworden, weil die Märchensteuer von 7 auf 19% hochgegangen ist.
Meine TÄ sind immer bemüht im Rahmen der GOT zu meinen Gunsten abzurechen. Was anderes können sie gar nicht tun. Ich finde das aber durchaus noch bezahlbar. Und wem halt die 40€ für die Impfung schon zuviel sind, der kann sich den Luxus der Tierhaltung eben nicht erlauben, ganz genau...

kruemel27
30.10.2011, 17:51
Wenn meine beiden Katzies geimpft werden, kostet das um die 60€. Meine TA gibt aber auch, wenn man mit mehreren Katzen kommt, 5% Rabatt.

wailin
30.10.2011, 18:54
Ehrlich gesagt: Ja, Haustiere SIND der pure Luxus. Und wo bitte ist da die Neuigkeit ?

Tierkliniken sind meiner Erfahrung nach auch per se teurer als niedergelassene TA. Dafür bieten sie aber auch einen anderen Service wie z.B. Spezialisten für einzelne Fachbereiche, andere Ausstattung oder auch "nur" andere Öffnungszeiten und das beziehe ich nicht nur auf den 24/7 Dienst, der dort angeboten wird. Und dafür bezahlt man halt.

Bei den meisten Dingen gehe ich sehr viel lieber zu "meiner" TA, weil sie mit Katzen richtig gut kann, sehr umsichtig ist und ja, sie kostet auch nur die Hälfte der Tierklinik. ABER, die TK ist nur zwei Blocks entfernt und vergibt Termine bis 20h und genau deshalb gehe ich auch dort regelmässig hin.....man muss es einfach abwägen....

Homer + Lilli
30.10.2011, 20:01
Tierärzte sind so teuer, dass jemand der zum Beispiel Harz 4 bekommt keine chrohnisch kranke Katze halten könnte. Er müsste sein Tier abgeben wenn es krank wird oder dürfte sich keines anschaffen, seine Kinder müssten ohne Tiere aufwachsen.
Wenn ich ehrlich bin, als Hartz 4er würde ich mir kein Tier anschaffen.
Ich hätte einfach Angst nicht zum TA zu können, wenn das Tier krank wird.
Wenn ich ein Tier habe und zum Hartz 4er werde würde ich ALLES tun, damit ich das Tier behalten kann und es gut versorgen kann.



War das vor 20 Jahren auch so? (Da gab es Sozialhilfe)
Ein Tier, was früher zur Familie gehörte, ist heute fast ein LUXUSGUT. Ich empfinde das ähnlich..
Auch wenn ich jetzt in ein Wespennest steche:
Ich empfand die Sozialhilfe als Kind für puren Luxus.
Nein, wir haben nie Sozialhilfe empfangen. Mein Vater ging von morgens bis abends krücken und meine Mutter hat trotz 6 Kindern morgens um 4 die Zeitungen ausgetragen.
Die einzige Sozialleistung die wir bekamen war Kindergeld. Klar bei 6 Kindern nicht wenig, aber vom Kindergeld allein kann man kein Kind groß bekommen.
Aber wenn es am Monatsende eine Woche lang Nudeln in allen Variationen gab, hab selbst ich als Jüngste begriffen, das das Geld knapp wurde. Wir haben zu 3. in einem Zimmer geschlafen (Jungs und Mädchen gemischt) und mit 8 Personen auf knapp 90qm.
Meine Klassenkameraden mit Sozialhilfe hatten jeder ein eigenes Zimmer, einen eigenen Fernseher und zum Teil sogar einen Videorecorder. Wenn die Waschmaschine kaputt war, egal Amt bezahlt neu. Wir mussten uns mit einer gebrauchten Wama aus der Zeitung begnügen.

Letztens war Klassentreffen: 90% der damaligen Sozialhilfekinder sind heute Hartz 4er.
Meine Geschwister und ich gehen ALLE arbeiten. Selbst mein Bruder hat mit 50Jahren noch einen neuen Job gefunden.

Wenn ich ehrlich bin, wenn ich das Thema Sozialhilfe oder Hartz 4 höre, kommt mir die Galle hoch.


Für eine Impfung 40 EUR , das sind 80DM, ACHTZIG DM, das ist Wahnsinn, und es folgt die Folgeimpfung. Und das ist noch keine Krankheit sonder normal.

Entwurmungstablette 16 DM, in meinen Augen Wahnsinn, nur die Pille...
Also ich weiß ja nicht wo Du wohnst oder zu welchen TA Du gehst, aber hier bezahle ich gerade mal 28,34€ .Davon sind alleine 10,49€ für die allgemeine Untersuchung, die Injektion kostet 6,74€, der Aufkleber ins Heftchen 4,50€ und der Impfstoff 6,61€ plus 4,52€ MwST.
Für 1 Milbemax-Tablette zahle ich 5,30€ also 10,60DM.



Meine alte TA nimmt 240 DM fürs Einschläfern. EInfach mal umrechnen und der Wahnsinn wird bewusst.

Meine Schwester musste ihren Kater vor 2 Jahren einschläfern lassen.
Das hat etwas über 100€gekostet. Aber man muss auch die Umstände kennen.
Es war Sonntag und es wurde noch 2 Röntgenaufnahmen gemacht um die Situation besser einschätzen zu können. (man schläfert ein Tier ja nicht einfach so ein).
Und ehrlich, ich würde es mir auch bezahlen lassen, wenn ich auf einem Sonntag arbeiten müsste. Wer nicht?


Durch den EUR haben wir alle die Hälfte der Kaufkraft verloren. Früher war mein Einkaufswagen für 100DM voll, bei 50 EUR haste fast nichts, selbst wenn Du Eigenmarken kaufst.
Ich weiß nicht wie und wo Du einkaufst. Aber irgendwas machst Du falsch.
Ich war Samstag erst bei REWE und habe für 2 Haushalte eingekauft. Für meine Schwiemu und für uns. Ich habe 56€ bezahlt und der Wagen war VOLL.


Wenn ein Sonnenblumenöl umgerechnet 4,70 DM kostet, dann weiss man was die Stunde geschlagen hat.
Wie kaufst Du denn ein?:eek:
Sonnenblumenöl hat am Samstag 1,39€ gekostet. Also 2,80 DM. Wie kommst Du bitte auf 4,70 DM also 2,35€?:confused:


Ich sage klar, ja Tierhaltung entwickelt sich zum Luxus, wer nicht genug Geld hat geht ein Risiko zum Lasten der Tieres ein, weil er aufeinmal den Super Gau der eigentlich nicht kommen sollte nicht bezahlen kann..
Das ist aber nichts neues. Jede Ausgabe die unvorhergesehen kommt ist scheiße.
Und kann je nach Höhe zum Supergau werden.

Manuela
30.10.2011, 20:06
Und Tierhaltung ist ein Hobby, kein Grundrecht. Und das wird, wie eben vieles, teurer - wer sich das nicht leisten kann/will, muss es ja nicht tun.

Das finde ich eine sehr überhebliche Einstellung.
Was machst du z.B., wenn du plötzlich deine Arbeit verlierst, nachdem du 10 Jahre deine Tiere hast?
Gibst du sie dann einfach weg?
Wenn alle Menschen so denken wie du, dann gäbe es noch unendlich viel mehr Tierleid.

Leigh44
30.10.2011, 20:37
Hallo,

so jetzt mal alles beantworten.

Also, Das Sonnenblumenöl ist vom Thomy und kostet bei Rewe 2,36 EUR. Da hats mich weggeworfen. Seitdem kaufe ich es im Vorrat wenn es mal irgendwo für 1,nochwas im Angebot ist.


Ich war Samstag erst bei REWE und habe für 2 Haushalte eingekauft. Für meine Schwiemu und für uns. Ich habe 56€ bezahlt und der Wagen war VOLL.

Ok, durch den EUR hat sich in Deinen Augen nichts verändert?
Ich gehe auch immer zu Rewe, das Angebot hier bei uns, wenn Du genug Punkte hast ist gerade sehr toll übrigends, diese Aufkleber. Wenn ich meinen Wagen für diesen Preis voll haben will, muss ich, was ich auch mache hauptsächlich Eigenmarke und Agebote kaufen.

Aber nimm alleine die Frischmilch, selbst bei den Eigenmarken, vor einiger Zeit waren anstatt 60 Cent noch 52 fällig. Hättest Du aber Bärenmarke genommen, was hättest Du dann bezahlt? Mit absoluten Markenprodukten hättest Du den nicht vollbekommen, und das ist der Unterschied zu damals. Ich erinnere mich noch gut an die DM und was ich mit 100 Dm alles machen konnte und was mit 50 EUR heut so möglich ist. Aber vielleicht ist das allen ausser mir egal.


Ich empfand die Sozialhilfe als Kind für puren Luxus.

Ich will in diesem Wespennnest nicht mehr weiter wühlen, denn einiges hat sich sicher durch Hartz 4 verändert.
Aber wer mit Sozialhilfe ne Wohnung bezogen hat, hat alles bekommen, daran erinnere ich mich.
Ich habe nur gefragt wie es mit den Tieren war.

Hätten wir Sozialhife gehabt, hätte ich damals studieren können in einer fremden Stadt, weil ich unterstützt worden wäre, so wurde ich es nicht.



Und Tierhaltung ist ein Hobby, kein Grundrecht. Und das wird, wie eben vieles, teurer - wer sich das nicht leisten kann/will, muss es ja nicht tun

Das finde ich auch krass überheblich. Viele lieben Tiere, Tiere tun nachweislich Kindern gut, sie lernen Verantwortung und mehr. Ja es ist kein Grundrecht, das stimmt. Aber wir sind in Deutschland mittlerweile soweit, dass es eben Menschen gibt (wenn sie vernünftig sind), die sich UNFREIWILLIG gegen ein Tier entscheiden müssen obwohl sie genug Liebe hätten, nur das finanzielle Risiko wird für immer weniger zu tragen und das ist schlimm und schade...



Das ist aber nichts neues. Jede Ausgabe die unvorhergesehen kommt ist scheiße.
Und kann je nach Höhe zum Supergau werden.Das ist aber nichts neues. Jede Ausgabe die unvorhergesehen scheiße.
.

Aber es ist etwas neues, dass es immer mehr Menschen betifft, die sich Dinge 2 mal überlegen müssen, und es ist auch etwas neues, dass Tiere wegen Kosten in die Tierheime gegeben werden in SO GROSSER ZAHL, mit komplett weinender Familie, das ist etwas neues, unsere Gesellschaft bekommt eine ganz neue Qualität.

Hier bei uns sind die TA nicht billig. Ich habe die Preise zitiert. Und beim EInschläfern sprach ich nur von einschläfern. Die Nachbarn haben dann jemand gefunden der es für 80 EUR gemacht hat, in seiner Praxis unter der Woche, nicht zu HAUSE!

Wenn ich ein Tier habe und zum Hartz 4er werde würde ich ALLES tun, damit ich das Tier behalten kann und es gut versorgen kann.

Ich auch, ich liebe mein Tier...


Ehrlich gesagt: Ja, Haustiere SIND der pure Luxus. Und wo bitte ist da die Neuigkeit ?

Hättest Du mir vor 10 Jahren gesagt, dass eine Katze oder ein Hund purer Luxus sind hätte ich Dir nen Vogel gezeigt und gesagt ein Pferd, das ist Luxus-
Ja es ist eine Neuigkeit und ein Armutszeugnis für eine Gesellschaft.

Aber die Eurorettung und der Rettungsschirm, Milliarden........ Mittlerweile muss ich wegschalten (desöfteren).
Ich sage Euch, es wird sich einiges verändern im Laufe der nächsten 10 Jahre.
Das Volk wird das nicht mehr lange mitmachen.

Gruss
Leigh44

Leigh44
30.10.2011, 20:53
Und wem halt die 40€ für die Impfung schon zuviel sind, der kann sich den Luxus der Tierhaltung eben nicht erlauben, ganz genau


Hierzu will ich noch was sagen, ich lasse es machen weil meine Katzen es brauchen, aber ja ich finde es WUCHER. Es handelt sich um einen Piks. Und der dürfte niemals 80 DM kosten.

Nur weil man etwas übertrieben findet, würde ich noch nicht den Rückschluss ziehen ob man sich den LUXUS der Tierhaltung, (wie weit ist es bei uns gekommen), gönnen darf???

Da geht mir der Kragen. Man kann Tierhalter so abkassieren weil die meisten eben Ihre Tiere lieben. Und es gibt einen himmelweiten Unterschied zwischen dem engagierten Landtierarzt und dem in HH. Ooder anders ausgedrückt, nicht alle Tierärzte sind altruistisch. Es gibt grosse Unterschiede zwischen TA und TA.....

Sheratan
30.10.2011, 21:00
Das finde ich eine sehr überhebliche Einstellung.
Was machst du z.B., wenn du plötzlich deine Arbeit verlierst, nachdem du 10 Jahre deine Tiere hast?
Gibst du sie dann einfach weg?
Wenn alle Menschen so denken wie du, dann gäbe es noch unendlich viel mehr Tierleid.

Fühle ich mich nicht mit angesprochen. Wenn es weniger Tiere gäbe, gäbe es weniger Tierleid! Es sind offenbar nicht die Mittel da, um allen Tieren ein gutes Heim zu bieten und leider halten auch viele Leute Tiere, die die Kosten unterschätzt haben.

Und - ich habe z.B. vor vier Jahren während meines Studiums zu den normalen 120-140 Euro monatlichen Haltungskosten von damals drei Katern in einem Jahr 1000 Euro an Tierarztkosten zusätzlich gehabt - da hatte ich auch nur einen kleinen 6 Euro/Stunde Nebenjob und das ging trotzdem ohne Probleme. Man schafft sich kein Tier an, wenn man das nicht aufbringen kann/will, das heißt doch im Umkehrschluss nicht, dass ich meine abgeben würde. Ich weiß, ich würde immer einen Weg finden.


@Leigh: Ja dann findest du das "krass überheblich", das ist mir gleich - ich mache die Preise für Tierhaltung schließlich nicht. Die Argumente die Du aufzählst (tun Kindern gut, lernen Verantwortung etc...) Haben mit TIERliebe für mich auch nix zu tun. Wer von der Anwesenheit eines Tieres profitieren möchte, der muss dem Tier auch gerecht werden können. Im übrigen tut viel Kindern gut (Reiten, Ballettuntericht), was auch mit Kosten verbunden ist und die einen können es sich eben leisten, die anderen nicht, ja so ist das nunmal.

und zu deinem zweiten Post: Nö, wieso sollten Tierärzte auch altruistisch sein? Hast du eine Ahnung vom finanziellen Risiko, eine Praxis aufzumachen, die Geräte anzuschaffen, Versicherungen, Angestellte bezahlen, monatliche Mietkosten und und und... ? Ein Tierarzt ist auch Geschäftsmann und muss das sein, seine Existenz hängt davon ab. Und "pieks - 40 Euro" - wer das zu teuer findet, kann ja nach einem TA suchen, der es billiger macht, man kann ja vorher fragen, was es kostet...

Leigh44
30.10.2011, 22:41
@Leigh: Ja dann findest du das "krass überheblich", das ist mir gleich - ich mache die Preise für Tierhaltung schließlich nicht. Die Argumente die Du aufzählst (tun Kindern gut, lernen Verantwortung etc...) Haben mit TIERliebe für mich auch nix zu tun. Wer von der Anwesenheit eines Tieres profitieren möchte, der muss dem Tier auch gerecht werden können. Im übrigen tut viel Kindern gut (Reiten, Ballettuntericht), was auch mit Kosten verbunden ist und die einen können es sich eben leisten, die anderen nicht, ja so ist das nunmal.

Liebe Sheratan,

es geht mir um die Veränderung der Gesellschaft, um die Schere die sich immer weiter öffnet. Stell Dir vor. vor 20 Jahren hatte ich Ballettunterricht, nen Hund und Nachhilfe sowie zeitweise Reiterurlaub. Das war der Mittelstand, der sich heute immer weiter ausrottet.
Es ist nicht normal, wenn die die es sich leisten sich dann gleich alles und ohne Grenzen leisten können, können immer mehr werden, die die sich aber nichts mehr leisten können aber auch immer mehr und es keine Mitte gibt.


und zu deinem zweiten Post: Nö, wieso sollten Tierärzte auch altruistisch sein? Hast du eine Ahnung vom finanziellen Risiko, eine Praxis aufzumachen, die Geräte anzuschaffen, Versicherungen, Angestellte bezahlen, monatliche Mietkosten und und und... ? Ein Tierarzt ist auch Geschäftsmann und muss das sein, seine Existenz hängt davon ab. Und "pieks - 40 Euro" - wer das zu teuer findet, kann ja nach einem TA suchen, der es billiger macht, man kann ja vorher fragen, was es kostet..

sicher habe ich eine Ahnung, allerdings gleichen sich die Preise in einer Region seltsamerweise an. Wie ein TA Oligopol. Dann viel Spass beim Suchen.
Bei meinem Kommentar bin ich auf den Thread von Absinth eingegangen, die keinen TA kennt der im Geld schwimmt sondern alle 7 Tage die Woche durcharbeiten Tag und Nacht, das wäre für mich fast altruismus.

Ich wüsste gerne mal, was Dich zu Deiner Einstellung bringt. Siehst Du nicht wie es bei uns bergab geht und sich die Dinge verschlechtert haben?

Alles ganz normal?
Stimmt. Bei Armut ist es so, das Geld ist nie weg, es hat nur ein anderer. Der Markt regelt es. Und wie er es im Moment regelt kann ICH seit 10 Jahren (ich bewussst seit meinem 24 LJ, seit ich mich für sowas auch tiefergehend ineressiere) beobachten.

Ich habe für Zoe gleich im ersten Jahr auch sehr viel Geld an TA Kosten ausgeben müssen und hatte auch noch den falschen TA...
Wenn ein Mischlingshund aus dem Tierheim oder eine Streunerkatze zum Luxusgut wird hat unsere gesamte Gesellschaft ein Problem, aber das hat sie eh schon.....

Gruss
Leigh44

absinth
30.10.2011, 22:57
Bei meinem Kommentar bin ich auf den Thread von Absinth eingegangen, die keinen TA kennt der im Geld schwimmt sondern alle 7 Tage die Woche durcharbeiten Tag und Nacht, das wäre für mich fast altruismus.


Soll ich Dich noch ernst nehmen, wenn du "viele" zu "alle" verdrehst? Bleib bei der Wahrheit...

Ich hatte als Studi für Jahre genau 120€ monatlich weniger, als die Summe, die mir an ALGII zugestanden hätte. Ich hatte trotzdem eine Katze und sie hatte es wunderbar, mit sehr guten Futter und tollem Kratzbaum. Und die Katastrophennacht mit Not-OP konnte ich dank für die Katze erspartem auch finanzieren.
Man impft einmal respektive alle 3 Jahre mal. Über diesen Zeitraum sollte es wohl möglich sein, dieses Geld beiseite zu legen.

Alles wird teurer, das gilt nicht nur für Dich, sondern komischerweise auch für Tierärzte. Aber das werd ich Dir sicherlich nie begreiflich machen.
Wie man ausgerechnet den Milchpreis heranziehen kann, echt, da kommen mir die Tränen. Die Bauern kriegen eh nicht genug für den Liter und überdenk mal bitte, wie die Tiere für solche Dumpingpreise gehalten werden. Milch ist spottbillig, leider.
Ich reg mich dann doch lieber über Spritpreise auf, muss halt zur Arbeit kommen, ne?

Leigh44
30.10.2011, 23:18
Absinth, entschuldige bitte, wenn ich deinen Beitrag verunglimpft habe. Aber ich habe mich so über Sheratan aufgeregt, die einfach sagt, warum sollten sie auch, was so klingt wie sollen sie doch von den Tierliebhaber abschöpfen was sie können, schliesslich haben sie auch ein Risiko...
TA ist nicht gleich TA. Es gibt solche und solche, das schrieb ich vorher schon
Es ist möglich das Geld beiseite zu legen, für die Impung, für die berechenbaren Dinge. Natürlich wird es auch für die Tierärzte teurer, mir ist einfach nur die Milch eingefallen weil es bei Rewe eben so war. Natürlich müssten die Bauern mehr bekommen, da bin ich auch bei Dir, die Niedriglohnarbeiter aber auch, es müssten soviele mehr bekommen. Die Tierheime auch, die Schulen auch, Schwimmbäder werden zu gemacht. Vielleicht müssten wir unsere Steuergelder einfach ordentlich ausgeben, seitens der Politik. Gerade wird bei Jauch darüber diskutiert, dass man den Banken jetzt 50 % für wertlose Papiere gibt. Wer hat es neulich gesagt, alle retten Griechenland aber keiner die Griechen (Lehrerin vorher 1050 EUR brutto, jetzt nach Sparpaket 550 brutto).

Ihr scheint nicht zu verstehen was ich meine. Es werden Dinge Luxus , die früher ganz normal waren.
Aber wenn Ihr Eure Kaufkraft mit dem Euro für so klasse haltet, trauert von Euch auch keiner der DM Zeit nach und das ist doch toll für Euch.

Mir kann es egal sein, meinen Katzen geht es gut, ich kann den TA im Endeffekt bezahlen und wenn ihr kein Problem mit den Familien habt die es nicht mehr können aus verschiedenen Gründen, aber Milliardenbürgschaften aufgelegt werden, dann hat die CDU und SPD doch weiter Ihre Wählerklientel und die Schere zwischen ganz arm und ganz reich kann munter weiter auseinander gehen und wird es auch tun.

Ich jammere für mich privat nicht, ich hatte mich gegen Erwerbsunfähigkeit privat abgesichert und werde ok dastehen, egal was geschieht, aber andere nicht.

Und je mehr sich Ihre Tiere nicht mehr leisten können, desto voller werden die Tierheime ( welche meiste eh Aufnahmestop haben) und dann landen wir wieder bei den alten Methoden aus den armen Ländern. Oder machen es bald wie die USA, alles was eine bestimmte Zeit hier ist wird umgehend vergast (Hunde) oder eingeschläfert (Katzen) und dann ist das Problem verdeckt.

Ich freue mich für Dich Absinth, dass Du es geschafft hast mit Disziplin und so. Nicht alle haben diese.
Und wenn es hier bergab geht (noch mehr) haben die Tierschützer noch mehr zu tun.

Mich kotzt unsere Politik an. Das ist die Quintessenz, und dass man uns den Euro aufgezwungen hat. Das musste raus.
Gewinne werden privatisiert, Schulden sozialisiert, so läufts.

Ihr habt beide studiert, könnt ihr nicht beobachten, dass selbst diejenigen mittlerweile nicht mehr sicher sind? Ich habe es in den Unternehmen in denen ich gearbeitet habe gesehen. Vielleicht würdet Ihr dann verstehen was ich meine...
Und zu Sheratan, Du sagtest vor 4 Jahren während des Studiums, dann bist Du noch sehr jung und kannst die DM Zeit eh nicht vergleichen, sorry ist aber so.
Ich scheine nicht verstanden zu werden, oder Ihr zieht Euch einzelne Punkte raus und verfrieselt es.

absinth
30.10.2011, 23:34
Hab keine Wirtschaftwissenschaften studiert und keine Lust mich an Stammtischreden bezüglich böser Euro und schlimmer EU-Währungsfond zu beteiligen...
Uns gehts hier allen verdammt gut, wers nicht glaubt denke 100 Jahre zurück oder gehe in andere Länder. Aber eine Garantie, dass das so bleibt, wer soll die denn gegeben haben?

Und wenn Dich die Politik ankotzt, dann teils ihr mit und hack nicht auf Tierärzten rum.

Pampashase
30.10.2011, 23:52
Ich denke schon, dass auch Bezieher von Sozialleistungen Katzen halten können. Es kommt halt immer darauf an, auf was verzichtet werden kann. Das ist eine persönliche Sache. Der eine kann auf Markenprodukte verzichten und kauft nur bei Aldi und Co. Der andere kann auch den
großen Fernseher verzichten, der dritte wohnt mitten in der Stadt und verzichtet auf das Auto und der vierte verzichtet auf Haustiere.
Wichtig ist am Ende, dass das Geld, was man bekommt, reicht.
Das gilt nicht nur für Bezieher von Sozialleistungen.

Mal von den Problemen mit Vermietern abgesehen, besteht doch für jeden die Möglichkeit Katzen zu halten. Nur es besteht kein Grundrecht darauf sie von der Allgemeinheit finanziert zu bekommen.

Leigh44
30.10.2011, 23:53
Du hast es immer noch nicht kapiert oder? Es geht uns noch immer ganz ok, ja.
Aber es werden Dinge zum Luxus, die früher NORMAL waren.
Und das liegt daran, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderklafft(und das in rasender Gesachwindigkeit) und wie sich die Löhne entwickelt haben.
Wenn Du alles glaubst was Dir vorgegaukelt wird, kann ich nichts dafür. Wahrscheinlich glaubts Du sogar an die Arbeitslosenzahlen wenn sie veröffentlicht werden ohne Dir die Zusammensetzung der angeblichen neuen Jobs anzusehen.

Aber der Klügere gibt nach, Tierärzte sind nicht extrem teuer, wer sich kein Tier leisten kann hat Pech, es ist kein Grundrecht, es ist auch nicht schlimm, dass die meisten Tierheime von Spenden leben und schlecht ausgestattet und Aufnahmestop haben, man kann ja was anderes mit der Katze machen, was auch immer. Es ist alles Bestens, es geht unserer Gesellschaft hervorragend. Und auf die Tiere wird es keine Auswirkungen haben, unseren Tieren geht es so hervorragend wie der Gesellschaft. Also Summa Summarum ALLES IN BUTTER.

Ob Dir das die ganzen engagierten Tierschützer hier unterschreiben würden? Aber wahrscheinlich ist deren Arbeit in den letzten Jahren weniger geworden. Weil in unserer Gesellschaft nichts im argen ist und es keinerlei Auswirkungen auf unschuldige Tiere hat.

Also wenn alles Bestens ist müssen wir auch nicht mehr drüber schreiben....

Leigh44
30.10.2011, 23:57
Oh ich las, der Streunerhof läuft über, wie kann das sein, es ist doch alles in Butter

Pampashase
31.10.2011, 00:20
@Leigh44,
nein, es ist nicht alles in Ordnung. Und manchen Tieren geht es verdammt schlecht. Die Tierschutzvereine haben zu wenig Geld und aufgrund der Preissteigerungen spenden die Menschen weniger.

Aber die Misere fängt damit an, dass mansche Menschen, das was sie wollen, wider allen Verstandes, sich ermöglichen. Da möchte man den Wurf süsser Kätzchen, möglichst von Rassemixen, mit denen man ohne viel Aufwand sich verspricht, Geld zu verdienen.
Da ist der Wunsch, sich überhaupt Katzen zu halten, oder sich mehr Katzen zu halten, als man finanzieren kann, denn woanders einschränken möchte man sich nicht...,
Und alles sollen dann die anderen richten. Aber an Regeln hält man sich nicht.

Und ich glaube nicht, dass es Manuela jetzt darum ging, das aus diesem Faden zu machen, was daraus geworden ist.
Ja und es gibt TAs und TKs, die teuer oder zu teuer sind, aber das sind ganz wenige.

Leigh44
31.10.2011, 01:30
Wenn man das Geld anders verteilen würde könnte auch mehr Tieren geholfen werden.
Satmmtischparolen sind Sätze bei denen man keine Ahnung hat von was man spricht, die habe ich nicht von mir gegeben.
Ich denke schon dass Manuela ensetzt war und das Gefühl bekommen hat: Jetzt sind selbst Kätzchen nur noch was für Reiche.
Die Gesellschaft hat sich gewandelt und wandelt sich. Aber das habe ich mit 25 auch noch nicht kapiert, aber da war es auch noch nicht so krass wie heute.
Aus meiner Sicht dürfte ein Tierheim gar nicht auf Spenden angewiesen sein, sondern müsste vollfinanziert sein, das ist das Mindeste.

Leigh44
31.10.2011, 08:26
Und bitte, wenn jemand meine Beiträge liest zu diesem Thema, dann auch LESEN und nicht ÜBERFLIEGEN und dann überhastet antworten...

Pampashase
31.10.2011, 09:42
Ich will meine Meinung mal an einem neutralen Beispiel verdeutlichen, nicht das jemand hier Handies mit Lebewesen vergleiche.
Wenn ein Jugendlicher sich ein Handy mit Vertrag kauft und Handyrechungen von 500 € im Monat baut, wer soll dann dafür aufkommen.
Es ist ein Problem unserer Gesellschaft, dass Probleme immre die anderen lösen sollten.

Die Probleme mit der Katzenflut müssen anderes gelöst werden, z.B. durch eine europaweite Kastrationspflicht, durch die Relegelung der Vergabe durch Katzen. Gerade weil jeder Katzen halten kann, sind die für die meisten so wertlos.
In unserer Gesellschaft wird nur das mit Achtung behandelt, was etwas kostet, wofür man an anderer Stelle zurückschrauben muss.

Und ich habe Hochachtung vor den Katzenhaltern, die mit Bafög, Hartz 4 oder Grundsicherung Katzen gut ernährt, ihnen alle medizinische Hilfe, die wichtig ist, ihren Katzen gibt und nicht in die Privatinsolvenz geht.

Natürlich müssen die Probleme der jetzt lebenden Tiere und nicht nur der Katzen gelöst werden. Und wenn man sich keine Katze leisten kann und Tiere will, dann eben Meeris, Kaninschen oder Ratten. Das sind genauso liebenswerte Tiere.

Leigh, ich glaute die Beitragsschreiber hier haben schon Deine Antworten richtig gelesen. Nur, es gibt hier Meinungsfreiheit für alle.

Puschlmietze
31.10.2011, 10:17
Ich habe dieses Jahr für meine Katzen um die 1500 EUR bezahlt, noch ist es nicht rum, wer weiß was noch kommt. Das war bis jetzt mein teuerstes Jahr. Drei meiner Katzen benötigen Medikamente, die mich rund 80 EUR im Monat kosten +/-
Ich war vorher in einer günstigeren Praxis, die war nicht schlecht, aber ich fühlte mich irgendwann nicht mehr gut aufgehoben. Nun bin ich in einer Gemeinschaftspraxis, in der u.a. eine Kardiologin ung Augenspezialistin ist. Diese Praxis hat deutlich höhere Preise. Aber da kennt man mittlerweile meine kranken Tiere und behandelt sie wirklich sehr gut. Ich werde als Kundin sehr nett bedient, was in der anderen Praxis nicht immer der Fall war. Wenn ich da mal eine Therapie vorschlug ( weil ich mich im Internet erkundigt habe ) wurde ich sofort angeblafft ( ich wäre schliesslich nicht der Arzt ) In der jetzigen Praxis hört man mir zu, schaut selber nach und stimmt mir auch zu. Würmi kann ich dadurch z.B. optimal behandeln, durch meine Recherche fand ich noch zwei weitere Mittel gegen ihre Krankheit.
Und dafür bezahle ich gerne etwas mehr. Ich habe nun mal fünf Katzen für die ich auch sorgen muss, egal was kommt. Mein Mann und ich arbeiten beide, haben normale Gehälter. Wir haben so schon hohe monatliche Kosten, trotzdem können wir die Rg. noch bezahlen, die letzten mußte ich in Raten abzahlen.
Ja, Tiere sind teuer, gerade was die gesundheitliche Betreuung betrifft. Meine Tiere lasse ich nicht mehr impfen, das gesparte Geld geht dann anderweitig drauf.

Becky
31.10.2011, 10:37
Durch den EUR haben wir alle die Hälfte der Kaufkraft verloren. Früher war mein Einkaufswagen für 100 DM voll, bei 50 EUR haste fast nichts, selbst wenn Du Eigenmarken kaufst.

Gruss
Leigh44 Unterschreibe ich SOFORT - für 50 € darf nichts Großartiges drin sein.
Für 100 DM hattest du früher Fleisch, Kaffee, Waschpulver (also die größeren Sachen) im Wagen - heute lediglich ein paar "Nebengeräusche" :(
Naja, dauert eh nimmer lang, dann derbröselt´s uns :man:

Sabine
31.10.2011, 13:25
Ich habe jetzt zeit 19 Jahren Katzen und muss sagen der Tierarzt war am Anfang auch nicht billiger. Das war in Verhältnis gesehen, damals mindestens genauso teuer.

An alle die mit dem Argument kommen das man im Supermarkt doch schon für alles so viel bezahlen muss. Der Tierarzt muss im Supermarkt die selben Preise bezahlen wie ihr!

Leigh44
31.10.2011, 15:54
Mir ging es um das gesellschaftliche Gesamtbild und gar nicht mehr so um die Tierärzte per se....

Pampashase
31.10.2011, 15:58
Die Ansprüche und Möglichkeiten in der Tiermedizin waren aber auch nicht so hoch.
Und die allgemeinen Ansprüche waren auch nicht so hoch.

Richtig ist, dass sie Schere zwischen arm und reich immer mehr auseinandergeht und dass sich keiner traut an die Millionengehälter der Reichen traut.
Tatsache ist aber auch, dass in der globailierten Welt es in keinem anderen Land den Sozialleistungsbeziehern so gut geht wie bei uns.
Wer heute in Griechenland seine Arbeit verliert, verliert alles. Grundsicherung und Hartz IV gibt es dort nicht und auch nicht in vielen anderen Ländern Europas.

Leigh44
31.10.2011, 18:10
Hallo Pampashase,

diese Einstellung teile ich, unser Sozialsystem ist eines der Besten, auch unsere medizinische Versorgung.
Wobei bei mir doch die Angst besteht, dass sich die Dinge ändern können, man stelle sich mal vor die Bürgschaften werden gezogen??

Aber bei denen die keine Lobby haben wird trotz allen gespart. Unser Tierheim hier ist erbärmlich.
Ich denke oft wird bei den falschen gespart und den falschen gegeben.

Ich habe einfach Angst, dass die Schere noch rasanter auseinander geht.


Gruss
Leigh44

Pampashase
31.10.2011, 19:01
Die Angst ist vollkommen berechtigt und ich habe große Angst und die Kindergeneration. Vor allem, wenn ich daran denke, dass heute der 7-milliardste Erdenbürger geboren worden ist und wir noch garnicht wissen, wie die Erde mit immer kleineren Agrarflächen diese Menschen satt bekommen soll.

Ja, unser TH ist auch marode und müsste eigentlich abgerissen und neu aufgebaut werden. Das Katzenhaus sit neben dem Hundehaus, eigentlich untragbare Zustände.
Kein Landkreis müsste für den Tierschutz Geld geben, wenn nicht die Mensch immer so unvernünftig handeln würde.

wailin
31.10.2011, 19:32
Vor wenigen Wochen war ich beruflich in Dehli......die Strassenhunde sahen deutlich wohlgenährter und zufriedener aus als die auf der Strasse lebenden Menschen. Nebenbei bemerkt gab es auch weniger Strassenhunde als Strassenmenschen.........nein, wir leben nicht in Dehli, aber wenn ich mir anschaue, wie viele neue "Archen" für Kinder in Grossstädten eröffnet werden und wie hoch der Bedarf eigentlich wäre, wird mir Angst und Bange und das hat relativ wenig mit Geld zu tun, sondern damit, wofür es ausgegeben wird....nein, man kann auch Sonnenblumenöl für weniger als €1 bei einem Discounter einkaufen und es muss nicht die Marke sein und nein, Haustiere sind nicht lebensnotwendig, sondern sie sind ein Luxus egal, ob Hamster oder Pferd. Könnte ich es mir nicht leisten, hätte ich nicht vier Katzen, drei davon behindert und Nummer vier komplett verhaltensgestört. Ich bekomme vermutlich nicht umsonst zu jedem Feiertag persönliche Grusskarten von der Tierklinik. Und ja, ich würde sie abgeben, wenn sie es woanders besser hätten.

Wenn Dir das TH vor Ort nicht gefällt, dann engagiere Dich, ändere etwas....dazu braucht es nicht unbedingt eigenes Geld, sondern Inititative.....

absinth
31.10.2011, 20:07
Du hast es immer noch nicht kapiert oder? Es geht uns noch immer ganz ok, ja.
Aber es werden Dinge zum Luxus, die früher NORMAL waren.
Und das liegt daran, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderklafft(und das in rasender Gesachwindigkeit) und wie sich die Löhne entwickelt haben.
Wenn Du alles glaubst was Dir vorgegaukelt wird, kann ich nichts dafür. Wahrscheinlich glaubts Du sogar an die Arbeitslosenzahlen wenn sie veröffentlicht werden ohne Dir die Zusammensetzung der angeblichen neuen Jobs anzusehen.
.


Meine Liebe, ich habe keine Wirtschaftwissenschaften studiert und beteilige mich nicht an Reden, zu denen ich mich nicht absolut qualifiziert beteiligen kann. Du kapiert?
Allerdings habe ich was anderes studiert, bin also keineswegs debil und stell Dir vor, über Arbeitsmarktpolitik kannst Du mir wohl kaum mehr erzählen als ich weiß.
Hab übrigens täglich Arbeitslose vor mir sitzen, die selbst sagen, ihre Unterstützung sei zu hoch, weil die Löhne so niedrig sind, dass es sich für Geringqualifizierte schlicht nicht lohnt, den Hintern zu bewegen...

Die engagierten Tierschützer, soso, das können ja keinesfalls Tierärzte sein. Ach verdammt, habe vergessen, das sind ja nur die in den Käffern, die in HH sind ja ganz anders, achso. Die zahlen allerdings auch keine Landmieten...
Ich frag mich wer hier was nicht kapiert.

AntonsMama
31.10.2011, 20:08
...spannende Diskussion...
Fakt ist aber auch, dass viele Leute (vorallem, die, die immer über wenig geld jammern) immernoch genug Geld haben, dass sie rauchen können(oft nicht zu knapp), alles mit dem Auto erledigen und das rad im Keller rostet (meine vorallem Städter) und den Joghurt etc. wegwerfen, weil es 2 tage über Mhd ist...

Im vergleich zu den meisten teilen dieser Welt leben wir im absoluten Überfluss, da noch zu jammern ist schon erschreckend!

Pampashase
31.10.2011, 20:13
Aber die existierenden Tiere haben das Recht auf ein lebenswertes Leben. Aber wir Menschen sollten nicht das Recht haben sinnlos Tiere in die Welt zu setzen. Das sollte dringend geregelt werden.
Warum sollten nicht Menschen, die Tiere abgeben nicht nur, wenn sie sie ins TH bringen eine Abgabegebühr zahlen, sondern auch Privatpersonen und Züchter die an Privatpersonen abgeben indem z.B. Tierschutzvereine und registrierte Züchter das Recht haben Tiere abzugeben. Es müsste eine Kastrationspflicht und Registrierungspflicht für Katzen geben. Das ist bloß ins Blaue rein gedacht.
Aber irgendwie muss das Problem in den Griff zu bekommen sein. Denn der US-Weg ist keine Lösung für mich.

Becky
31.10.2011, 20:19
Du hast es immer noch nicht kapiert oder? Es geht uns noch immer ganz ok, ja.
Aber es werden Dinge zum Luxus, die früher NORMAL waren.

Also wenn alles Bestens ist müssen wir auch nicht mehr drüber schreiben.... :tu: Sehr richtig . und wieviele (besonders Alleinstehende Frauen mit normalen Berufen) sind´s denn, die vollzeit arbeiten und denen es wirklich "gut" geht?
Selbstverständlich kann man sagen: seht mal, anderen Ländern geht´s viiiiiiel schlechter; na und? Man muss sich doch zum Besseren hin orientieren wollen und nicht nach unten :confused:

Kasimir11
01.11.2011, 00:57
zum thema hartz4 sage ich mal nichts, leute die davon keine ahnung habe mund halten.
sozialhilfe war damals besser ja aber hartz4 ist nicht mehr so da wird so gut wie alles angerechnet und so locker neue waschmaschine bekommst du auch nicht mehr durch hartz4 sind mehr schulden entstanden für leute als damals sozialamt.
nur dazu und bitte ruhig.
ich habe das auch lange mit gemacht zum glpck nicht mehr aber verbiete mir hier über arbeitslose zu reden wenn man das selber nicht kennt, punkt aus zurück zum thema!!!!!!!!!

Pampashase
01.11.2011, 01:02
nicht zu vergessen all die Menschen, die von einen Vollzeitjob nicht leben können und Hartz IV benötigen.
Aber um sich nach oben zu orientieren zu können, muss man auch wissen, wie das zu finazieren ist.
Denn mit vielen Reichen ist es so, dass sie meinen zu verhungern, wenn sie nur etwas mehr zur Kasse gebeten werden.
Und selbst wenn eine Staat sie zur Kasse bittet, dann wandern sie lieber aus, als ihren Beitrag zu leisten.
Oder was glaubst Du, wieviele von den Steuersündern, die in der Schweiz und in anderen Steueroasen ihr Schwarzgeld deponiert haben,
würden schlecht leben, wenn sie das Geld ordnungsgemäß versteuert hätten.:0(:0(:0(

Leigh44
01.11.2011, 01:27
Absinth,

zuerst mal bin ich nicht Deine Liebe...


Hab übrigens täglich Arbeitslose vor mir sitzen, die selbst sagen, ihre Unterstützung sei zu hoch, weil die Löhne so niedrig sind, dass es sich für Geringqualifizierte schlicht nicht lohnt, den Hintern zu bewegen...


Das ALG 1 ist gedeckelt, es wird in nicht in endloser Höhe ausbezahlt. Ich glaube Du sitzt auf der falschen Seite des Stuhls, die Leute beschweren sich nicht, dass sie zuviel ALG 1 bekommen, sondern dass man IM NIEDRIGLOHNSEKTOR DERART AUSGENUTZT WIRD DASS ARBEIT FAST NICHT LOHNT:vor allem wenn man vom Arbeitsamt quasi zur Zeitarbeit gezwungen wird.

Die prekäre Beschäftigung mit Niedriglöhnen und sogar Aufstockung hat derart zugenommen, dass es nicht lohnt so einen Job anzunehmen wenn man vorher einen sehr guten hatte und die ca 60% vom Netto bekommt (was jetzt auch nicht so viel ist) für die man auch eingezahlt hat. Ja man hat tatsächlich zum Verhältnis seines Lohns Geld abgedrückt um eine bestimmte Summe ALG 1 zu bekommen.
Was du hier erzählst verschlägt mir die Sprache. Man hat sogar einfach die Dauer des ALG 1 gekürzt und dann gibt es keine Arbeitslosenhilfe mehr, was fair wäre, sonder Harz4, und alles was dir mal gehörte, Du dir erarbeitet hast ist weg.
Du bist von heute auf morgen ganz unten.

Wenn Du in dem Sektor arbeitest weisst Du genau wie die Zahlen verschleiert werden und was das Thema Zumutbarkeitsregelung bedeutet.
Musst Du es am eigenen Leib spüren um es zu kapieren?

Lieber Kasimir, ich gebe Dir vollkommen recht. Sozialhilfe war besser und fairer, und da war auch noch die Arbeitslosenhilfe.
Bei Harz 4 wird Dir alles angerechnet und wenn was kaputt geht ist das Dein Pech, das ist unfair und hart und unsere dämliche Regierung brüstet sich noch damit wie sozial sie sind weil Harz 4 ja teurer ist als Sozialhilfe früher.
Ja so sozial, sie geben mehr aus und den Menschen geht es damit schlechter. Da müssen sie ja was falsch gemacht haben. Aber es interessiert schon lange nicht mehr wie es den "Armen" geht.
Ich zitiere die Kanzlerin " Da müssen wir eine gemeinsame Lösung finden:-(0):-(0)"

Aber das versteht Absinth nicht.

Gruss
Leigh44

Sheratan
01.11.2011, 11:52
Die Diskussion gerät doch komplett aus dem Ruder. Einige können sich in einer Kneipe treffen, und dort so richtig schön auf den Tisch hauen! Ich habe auch keine Wirtschaftswissenschaften studiert, aber Wirtschaftsgeschichte - und kann das Geblubber trotzdem nicht nachvollziehen. Es ist nicht möglich, dass alle Gesellschaftsschichten, wie Leigh sich ausdrückt, sich "nach oben orientieren" - ich meine, orientieren können sie sich ja, aber manchen ist "oben" eben verwehrt... das Leben ist kein Ponyhof und hier wird mit Sicherheit einiges falsch gemacht, verhungern muss aber niemand. Dass es für Leute, die keinen Job ausüben können/wollen, einfach ist, hat niemand behauptet. Dass es immer gerecht ist, auch nicht. Dass die Schere zwischen arm und reich größer geworden ist, mag sein. Aber es ist immer noch gerechter als wäre gar kein soziales Netz da.

Und was die Katzenhaltung angeht - klar, früher waren Katzen so wenig Luxus, dass die Omma sie mit dem Besen totgeschlagen hat oder Opa sie ersäuft. Waren ja genug da :rolleyes: Und wem artgerechtes Halten auch heute noch piepegal ist, der kann mit Sicherheit für ein paar Euro im Monat eine Katze halten, gibt ja Billigmarken (glaube, 1 kg Trockenfutter für 2 Euro) und Tierarzt ist halt nicht drin. Natürlich sind das Extreme, aber man kann doch nicht immer nur das Negative beleuchten? Beziehungsweise, wenn man genug gefrustet ist, kann man wohl schon und fühlt sich auch immer gleich abgezockt... Wer sich dafür interessiert, wie viel teurer die Butter, die ihm der Staat nun nicht aufs Brot schmiert, wirklich geworden ist, kann das ja gern beim statistischen Bundesamt alles nachlesen (Verbraucherpreisindex).

Es wäre schön, wenn zur "Verarmung" in Deutschland auch mal weniger Katzen da wären, leider ist das aber nicht der Fall. Meinetwegen könnte Katzenhaltung sogar noch teurer sein, derzeit wird ja auch eine Katzensteuer in einigen Städten erwogen (was vermutlich nie durchgesetzt wird). Weil eine Katze in erster Linie kein Schmusepüppchen/Kindersatz/Kinderbeschäftigung/Wohnzimmerdeko/Blutdrucksenker/Gesundheitshelfer ist, sondern ein Tier mit vielen Ansprüchen, denen man gerecht werden können muss und dafür fehlt vielen (und ich meine nun niemanden hier aus dem Forum) einfach das Bewusstsein. Vor Katzenhaltung eine Art "Führerschein" für ein paar Hundert Euro machen, das fände ich auch gut :D

absinth
01.11.2011, 15:26
Absinth,

zuerst mal bin ich nicht Deine Liebe...



Das ALG 1 ist gedeckelt, es wird in nicht in endloser Höhe ausbezahlt. Ich glaube Du sitzt auf der falschen Seite des Stuhls, die Leute beschweren sich nicht, dass sie zuviel ALG 1 bekommen, sondern dass man IM NIEDRIGLOHNSEKTOR DERART AUSGENUTZT WIRD DASS ARBEIT FAST NICHT LOHNT:vor allem wenn man vom Arbeitsamt quasi zur Zeitarbeit gezwungen wird.

Die prekäre Beschäftigung mit Niedriglöhnen und sogar Aufstockung hat derart zugenommen, dass es nicht lohnt so einen Job anzunehmen wenn man vorher einen sehr guten hatte und die ca 60% vom Netto bekommt (was jetzt auch nicht so viel ist) für die man auch eingezahlt hat. Ja man hat tatsächlich zum Verhältnis seines Lohns Geld abgedrückt um eine bestimmte Summe ALG 1 zu bekommen.
Was du hier erzählst verschlägt mir die Sprache. Man hat sogar einfach die Dauer des ALG 1 gekürzt und dann gibt es keine Arbeitslosenhilfe mehr, was fair wäre, sonder Harz4, und alles was dir mal gehörte, Du dir erarbeitet hast ist weg.
Du bist von heute auf morgen ganz unten.

Wenn Du in dem Sektor arbeitest weisst Du genau wie die Zahlen verschleiert werden und was das Thema Zumutbarkeitsregelung bedeutet.
Musst Du es am eigenen Leib spüren um es zu kapieren?

Lieber Kasimir, ich gebe Dir vollkommen recht. Sozialhilfe war besser und fairer, und da war auch noch die Arbeitslosenhilfe.
Bei Harz 4 wird Dir alles angerechnet und wenn was kaputt geht ist das Dein Pech, das ist unfair und hart und unsere dämliche Regierung brüstet sich noch damit wie sozial sie sind weil Harz 4 ja teurer ist als Sozialhilfe früher.
Ja so sozial, sie geben mehr aus und den Menschen geht es damit schlechter. Da müssen sie ja was falsch gemacht haben. Aber es interessiert schon lange nicht mehr wie es den "Armen" geht.
Ich zitiere die Kanzlerin " Da müssen wir eine gemeinsame Lösung finden:-(0):-(0)"

Aber das versteht Absinth nicht.

Gruss
Leigh44

Wer kapiert hier was nicht? Ich spreche nicht von ALGI sondern von ALGII, und genau die Bezieher dieser Hilfe äußern, dass die Grundsicherung zu hoch ist im Vergleich zu dem, was sie für ne 40-Stunden-Woche bekommen.
Jemand der von "Arbeitsamt" redet (gibts nicht mehr, es ist die Agentur für Arbeit) und von Harz 4 (die Reform heißt HartzIV, aber es ist ALGII) scheint wirklich nicht viel Ahnung vom Thema zu haben...

Aber Du scheinst hier eher nen persönlichen Frust auszuleben. Den kann ich in der Tat nicht nachvollziehen.

Für mich bedeutet Tierhaltung Verantwortung. Ich muss stets auch bedenken, was ist, wenn sich meine persönlichen Verhältnisse ändern. Dafür kann ich nicht dauernd andere verantwortlich machen, sorry.
Für mich haben Deine Ausführungen hier auch nichts mit dem Thema des Threads zu tun. Haustiere, nicht Nutztiere, sind von je her Luxus. Und den muss man sich, egal um was es geht leisten können.
Mit dem Unterschied, dass ein TA ein Tier behandeln muss und es zur Zahlung immer Mittel und Wege gibt. Mein Werkstatt zeigt mir nen Vogel, wenn ich nicht zahlen kann, egal was bei mir davon anhängt, aber klar, die Tierärzte sind ja die Geldgeier...

Leigh44
01.11.2011, 19:57
Absinth, Du sprachst von Arbeitslosen deren Unterstützung zu hoch sei, ziemlich ungenau, meinst Du nicht?
Da dachte ich ganz klar an ALG 1. Wie das Amt nun heisst ( mit den Umbenennungen hat man nichts gewonnen sondern nur Geld verbrannt) ist mir ganz gleich. Ich hatte noch mit keinem dieser Ämter was zu tun. Die Ämter umzubenennen war doch auch nur ein manipulativer Schachzug und hat mit Ahnung von der Materie nichts zu tun.
Denkst Du nur von 12 bis Mittag?

Jetzt ist Dir auch noch HARZ 4 zu hoch. Und der Niedriglohnsektor , die Zeitarbeit ist völlig ok. Weil der Friseurin 3,50 EUR zuwenig sind ist Harz 4 zu hoch?
Du scheinst sehr jung zu sein, ohne Lebenserfahrung-

Ich wünsche Dir Harz 4. Mal sehen wie Du dann denkst. Oder besser eine Dauerkrankschreibung mit Aussonderung. Damit Du unser System spürst, sonst scheinst Du es nicht zu kapieren.

Und das mit dem nach oben orientieren sagte ich gar nicht, das war jemand anders.
Obwohl klar war, wenn jemand der oben ist, mit jemand der unten ist einen Bund eingeht trifft man sich irgendwann in der Mitte.

Wahrscheinlich stellen sich die Griechen auch nur an im Moment. Hier meine ich die Menschen in diesem Land die kurz vor der Revolution stehen.

Harz 4 ist ihr zu hoch, das ist der Hammer... Wenn Du Single bist kommst Du damit gar nicht durch....Ist viel zu wenig, vor allem wenn einem eigentlich noch Arbeitslosenhilfe zugestanden hätte.

Du erinnerst mich an Toast.

Leigh44
01.11.2011, 20:01
ich selbst habe keinen Frust, mich frusten nur Leute wie Du, die nicht verstehen was man damals für die DM alles kaufen konnte und wie ungerecht das System entwickelt wurde.

Preisfrage: Warum gibt es keine Arbeitslosenhilfe mehr? Weil sonst auch Leute mit Lebenspartner Anspruch hätten, da kann doch der Partner aufkommen ist viel besser, denn verdient der Partner gibt es kein Harz4.....

Kermitine
01.11.2011, 21:06
So, jetzt kann ich mich nicht mehr zurückhalten. Ich bin mit 18 ausgezogen, weil es zu Hause nicht mehr ging. Da war ich mit dem Abi noch nicht durch. Ich bin aber nicht zum Amt gegangen, sondern bin vormittags bis z.T. späten nachmittag zur Schule, bin dann arbeiten um meine Miete zu bezahlen und habe nachts gelernt. Essen gab es nur wenn Geld da war oder wenn mein Chef mir was mitgegeben hat. Ich habe in nem SB-Restaurant gearbeitet und er kannte meine Lage und gab mir oft was mit. Ich habe trotzdem ein gutes Abi gemacht. Meine Bekannte war auf der gleichen Schule und hat damals noch Sozialhilfe bekommen. Sie ist einmal im Jahr in den Urlaub geflogen!!!! ICH war froh, wenn ich alles laufende bezahlt hatte. Ich habe KEINE Schulden gemacht, aber ich war in jeder freien Minute arbeiten, während sie zu Hause saß. DAS hat mich sehr wütend gemacht!
Es tut mir Leid, aber ich kann das nicht verstehen, wie man darüber meckern kann, dass sie Sozialleistungen, wie sie auch immer heißen, zu gering sind. Denn man bekommt das Geld OHNE Gegenleistung, als Unterstützung. Wir können froh sein, dass es das gibt.
Anfang des Jahres war mein Mann monatelang schwer krank. Wir bekamen also nur Krankengeld, angerechnet an seinem Grundgehalt, was etwa die Hälfte ist von dem, was er monatlich verdient, da er viel über Zuschläge bekommt. Ich weiß, wie schnell man dadurch abrutschen kann, wenn man jeden Monat von Erspartem leben muss. Und dennoch war es Geld, dass wir bekommen haben, ohne eine Gegenleistung erbringen zu können. Und ich bin dafür dankbar! Und unsere Vierbeiner und auch die Kinder haben alles bekommen, was sie brauchten.

Pampashase
01.11.2011, 22:36
ich hoffe Leigh44 nimmt es mir nicht übel, wenn ich es hier schreibe. Leigh44 hat es in einem anderen Zusammenhang geschrieben. Sie ist selber schwer krank. Um keinen Preis der Welt, auch wenn ich an ihrer Stelle noch so viel Geld hätte, wollte ich mit ihr tauschen.
Und von daher sehe ich ihre Lage in gewisser Hinsicht anders. Leigh44 wird auch nicht alle Medis gezahlt bekommen.

Deshalb denke ich, dass wir bei der Beurteilung hinschauen sollten, wie die persönliche Situation ist und nicht wie es allgemein aussieht.

Verständnis habe ich nicht dafür, wenn Leigh anführt, dass sie nicht viel im Einkaufswagen hat, wenn sie für 50 € einkauft und sich dann bei den Preisen auf Markenöl beruft.

In meinem Berufsleben habe ich, bevor ich geheiratet habe, habe ich im Sozialdienst gearbeitet. Da habe ich Sozialleistungsempfänger erlebt, die gejammert haben und den größten Fernseher im Zimmer stehen hatten und ich habe Leute kennengelernt, die für eine DM in der Stunde
gearbeitet haben. Nicht jeder Sozialleistungsempfänger ist gleich und auch nicht jede Situation.

Es gibt auch eine ganze Reihe Sozialleistungsempfänger, die gerne arbeiten würden, wenn sie eine Chance dazu bekommen würden.
Sozialleistungsempfänger und deren Kinder brauchen nicht auf Tiere zu verzichten. In fast jeden TH gibt es eine Jugendgruppe.

wailin
01.11.2011, 22:50
Dazu fällt mir nur ein: Danke @Pampashase. Nicht wegen der Erläuterung rund um Leigh44, sondern vielmehr wegen der differenzierten Betrachtung auf Basis Deiner Erfahrung. Ich komme zwar aus einem anderen Berufsfeld, aber trotzdem sind meine Erfahrungen durchaus vergleichbar.

Ich kann dazu nur sagen, dass ich eigentlich immer schon Höchstbeiträge gezahlt habe und zwar gerne (und ich hätte aufgrund eines zweiten Passes eine Ausweichmöglichkeit), einfach weil ich das Sozialsystem in Deutschland sehr schätze, eben weil ich den Vergleich zu anderen Systemen live und in Farbe kenne - innerhalb und ausserhalb Europas.
Auch ich bekomme nicht alle Medikamente bezahlt und mein persönliches Wohl und Wehe ist seit Jahren abhängig von den vierteljährlichen Tumormarkeruntersuchungen. Trotzdem wirtschafte und sehe ich auch meine Eigenverantwortung völlig anders. Jeder kann nur für sich selbst entscheiden warum und wofür er/sie ihr Geld ausgibt - ob nun für TA oder Kippen oder Nüdelchen oder Markenöl....DAS ist nun mal die individuelle Freiheit....

absinth
01.11.2011, 23:16
Leigh, liest Du eigentlich was ich schreibe?
Mir ist ALGII nicht zu hoch, ich habe genau einen Monat nach dem Studium welches bezogen und es waren 120€ mehr als mein Bafög. Das habe ich hier auch schon geschrieben. MIR sagen BEZIEHER von ALGII, dass der Betrag zu hoch ist, da damit der Anreiz zu niedrig bezahlter Arbeit zu gering ist. Wie oft muss ich das noch wiederholen?
Meinst Du es wird besser wenn Du mir nun mangelnde Lebenserfahrung unterstellst? Siehe oben, 5 Jahre Studium unter der Armutsgrenze, ich konnte damit gut leben (übrigens, die wollen davon die Hälfte wieder zurück...). Persönliche Erfahrung... Mir ist durchaus bekannt wie toll Krankengeld ist, aber ich sehe es nicht ein, mein Privatleben offen zu legen.
Ich sehe auch, dass es mit Euro sehr teuer geworden ist, nur - welches Preisniveau wir mit DM hätten wissen wir ebenso wenig.
Mir ist nur einfach nicht klar, warum Tierärzte nun dran schuld sein sollen, dass Leute sich keine Tiere mehr erlauben können. Nö, das kapier ich in der Tat nicht.
Aber da dieses Gespräch auch keinen Sinn zu haben scheint und Du lieber beleidigend wirst klinke ich mich aus.

Leigh44
01.11.2011, 23:41
Bei mir war es so, Schule Abi Ausbildung, Abendschule und echt geile Berufe. Prozessmanager. Viel im Inland und Ausland unterwegs, dann erkrankt, trotz Krankheit gearbeitet so gut es ging und dann ging nicht mehr und jetzt bin ich EU Rentner mit 34.

Natürlich kaufe ich das teure Markenöl auch nicht, mir ist nur aufgefallen, dass dies seit dem Euro so mit uns gemacht wird weil quasi 1 zu 1 umgerechnet wird. Bei allem.

Nur scheine ich mich alleine daüber aufzuregen und keiner versteht wirklich was ich meine.
Ich habe in Grossfirmen gearbeitet, die haben alle Ihre Standorte verlagert und es hiess dann zu den verbleibenden MA´s geht mit nach Augsburg oder schaut wie Ihr klar kommt. Das kann bei 50 jährigen hart sein.

Die Gesellschaft ist härter geworden, aber ausser mir merkt das keiner oder versteht mich permanet falsch

Manuela
01.11.2011, 23:48
So, wie ich sehe, habt ihr zu diesem Thema doch sehr unterschiedliche Meinungen. Es ist eben so, dass Jeder auch andere Voraussetzungen hat.
Ich persönlich bin immer noch der Meinung, dass zumindest meine Rechnung völlig überzogen war, aber ich glaube, es lag auch daran, dass ich erstens nachts und dann überhaupt in eine Tierklinik gefahren war. Ich hätte auf meinen Tierarzt hören sollen, der ja weiter nichts feststellen konnte.
Da ich über viele Jahre zwei kranke Kater hatte und auch meine Rechnungen immer aufgehoben habe, muss ich wirklich feststellen, dass die Preise rapide gestiegen sind. Aber ich kann nur für mich sprechen bzw. schreiben.
Ich habe eure Diskussion hier die ganze Zeit auch verfolgt, aber teilweise hatte ich doch den Eindruck, dass manche Schreiber ihre Meinung zumindest verbal dem anderen gern in den Schädel gehämmert hätten.
Das hat mich etwas abgeschreckt.
Interessant fand ich es trotzdem.

Also vielen Dank für eure Meinungen

absinth
02.11.2011, 01:32
Hallo Manuela, da es Dein Thread ist antworte ich Dir mal.
Klar sind die TÄ Preise gestiegen, bei dem Sprung der Märchensteuer sogar rasant! Dann wird mal eben was an der GOT verändert und schon kostet die allgemeine Untersuchung Katze nicht mehr 10 sondern schon 15€.
Unter Tierkliniken gibts auch Wucherer, welche die wirklich abrechnen was geht. Deine Rechnung war immens! Soviel habe ich bezahlt für nächtliche Untersuchung mit Röntgen und Ultraschall (130€) und anschließende Notkastra mit Gasnarkose (290€) letztere sind aber nie billig.
Um so interessanter wäre eben die aufgeschlüsselte Rechnung!
Aber, ich weiß nicht ob es so klar geworden ist: Alles ist teurer geworden, Deine Rechnung hoffentlich nicht die Regel, also können wir kaum erwarten, dass ausgerechnet da nichts teurer wird, oder wie siehst Du das? Im Verhältnis betrachtet sehe ich mich beim TA aber noch relativ human kostentechnisch... Und, darf ich es erwähnen? Die Preise für Rassekatzen sind stabil geblieben, zumindest nehmen wir und Bekannte immer noch das gleiche Geld obwohl der TA teurer geworden sind und wir mittlerweile sogar noch frühkastrieren... Klar, Zucht ist unser Luxus, was anderes ist es auch nicht ;)

Pampashase
02.11.2011, 02:01
gerade habe ich nachgeschaut, weil mich das intersiiert hat. Im April 2011 habe ich 8,03 € ohne Mehrwertsteuer für die allgemeine Untersuchung gezahlt.
Bei der Impfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut von Fanny und Nina im Juli 2011 habe ich insgesamt 78,75 € bezahlt. Da ist die Mehrwertsteuer drinnen.
Für die stationäre Unterbringung habe ich im März 2011 15,74 € (ohne Mehrwertsteuer) gezahlt, obwohl der Mikesch von Freitag bis Montag
stationär war. Aber der TA hat es nicht berechnet, weil er den Mikesch theoretisch hatte am Freitag noch operieren hätte können.

Leigh44
02.11.2011, 06:16
Meine hier vertretene Grundthese ist folgende,
da die Spirale zwischen arm und reich immer weiter auseinandergeht und wir den EURO haben, mit dem ich meinen Einkaufswagen schwer vollbekomme, werden Dinge zum LUXUs die noch vor 20 Jahren NORMAL gewesen wären.

Ich kann es nicht an den TA Rechnungen vergleichen weil ich damals noch keine Katzen hatte, aber die Lebensmittel.

Markenöl von Thomy 2,18 EUR, habe gestern nachgesehen. Niemals hätten die sich getrau die Zahl 4,36 dort drauf zu schreiben, alleine durch diese PSychologie sind wir alle sehr benachteiligt worden.

Was früher 50 Pfennig kostete kostet heute 50 Cent. Oder habt Ihr irgendwo 25 Cent Artikel gesehen?
Wir sind 1 zu 1 umgerechnet worden. Das gilt für alle, auch für den TA wenn er einkaufen geht.

Nur wenn du 2000 EUR verdienst ist das ok, damals mit 4000 Mark haste richtig klasse glelebt!!!!!

Und dieses 1 zu 1, alles ist erheblich teuerer geworden, meinetwegen für jeden, sorgt dafür, dass schon für viele die Katze Luxus ist und nicht das Pferd. Und diese Veränderung, zahlenmäßig finde ich traurig.

Um es verständlich zu machen. Vor 10 Jahren hätten von 100 Menschen vielleicht 15 gesagt; Oh Katze ich weiss nicht ob ich mir das leisten kann, heute wären es sicher 30. Mich macht traurig dass die Zahlen so angestiegen sind (dank Niedriglohn, fehlender Tarifverträge usw.)

Es geht nicht um mich. Ich habe nur Angst, dass meine Rente nicht verlängert wird und man in diese Gutachterschlachten reingezogen wird. Denn da gibt es auch Behördenwahnsinn:D. April verlängerung beantragt, Rente vor ein paar Tagen ausgelaufen aber noch keine Antwort der Rentenversicherung........
Am Besten man hat mit Behörden nichts zu tun.:D

Aber um mich selbst geht es nicht, es geht um die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung. Natürlich habe ich mich im Rahmen der Anträge und so tief mit dem Thema beschäftigt und dadurch viel mitbekommen. Und mich dadurch auch sensibilisiert.

Wenn ich Bekannten sage, dass ich dringend ein Futterpaket zum Streunerhof schicken muss weil soviele arme Katzen notleidend sind, reagieren die fast wie Ihr, als ich Euch sagte, dass ich es schlimm finde dass die Zahl der armen Menschen mehr wird......

Gruss
Leigh44

Leigh44
02.11.2011, 07:30
Nichts für ungut Euch allen, ich muss mich aus Abgrenzungsgründen aus diesem Forum erstmal zurückziehen. War eine interessante Diskusssion und ich wünsche jedem von Euch alles Gute....

Becky
02.11.2011, 07:54
Denn man bekommt das Geld OHNE Gegenleistung, als Unterstützung. Wir können froh sein, dass es das gibt.
Anfang des Jahres war mein Mann monatelang schwer krank. Wir bekamen also nur Krankengeld, angerechnet an seinem Grundgehalt, was etwa die Hälfte ist von dem, was er monatlich verdient, da er viel über Zuschläge bekommt. Ich weiß, wie schnell man dadurch abrutschen kann, wenn man jeden Monat von Erspartem leben muss. Und dennoch war es Geld, dass wir bekommen haben, ohne eine Gegenleistung erbringen zu können. :hug: Es ehrt dich, dass du so denkst, aber schließlich hat dein Mann (vermute ich mal) auch jahrelang tüchtig in die Krankenversicherung einbezahlt - also direkt geschenkt, bekamt ihr das Geld auch nicht. :sn:

Kermitine
02.11.2011, 09:58
:hug: Es ehrt dich, dass du so denkst, aber schließlich hat dein Mann (vermute ich mal) auch jahrelang tüchtig in die Krankenversicherung einbezahlt - also direkt geschenkt, bekamt ihr das Geld auch nicht. :sn:

Ja das hat er. Aber es ist ja kein Sparbuch. Und es gibt ja auch Länder, wo die Versicherungen nicht so viel bezahlen. Mein Mann hat z.B. wochenlang in einem Bett gelegen, dass mehrere Tausend Euro Miete pro Tag gekostet hat. Auch das wurde bezahlt. Insofern denke ich hat er seine Beiträge auch wieder rausgeholt ;-)
Ich versuche halt so ein bisschen darauf hin zu weisen, dass wir auch viel bekommen, worauf wir meiner Meinung nach nicht wirklich ein "Anrecht" haben. Ich beziehe Kindergeld für zwei Kinder. Ich kenne viele, die sich darüber aufregen, wie wenig das ist. Aber es ist doch ein Geschenk vom Staat. Trotzdem weiß ich, dass es bei vielen wirklich knapp ist. Aber war das nicht schon immer so? Und können wir nicht dankbar sein, in einem Land zu leben, dass wenigstens dafür sorgt, dass wir nicht verhungern, sondern das Überleben gesichert ist? Auf der Welt ist das nunmal nicht überall der Fall. Nach oben orientieren finde ich gut, aber halt auch mal gucken, was man hat, damit man nicht vergisst, für das dankbar zu sein. Ich weiß, dass meine Oma meinen Onkel mit geschmolzen Schnee als Säugling füttern musste, weil sie auf der Flucht war. Soooo lange ist das nun wieder auch noch nicht her....

AntonsMama
02.11.2011, 14:20
Das denke ich auch, kermitine, klar sollte man immer bemüht sein, mehr aus seinem leben rauszuholen, aber man sollte niemals vergessen, dass es auch an unserem persönlichen Anspruchsmaß liegt, mit wieviel oder wenig wir dennoch GLÜCKLICH leben können....
Muss es der 3 Wochen urlaub in Thailand sein, oder reicht auch Camping am See im Nachbarort...oder entspannte tage mit den Kindern im Garten?
Brauche ich einen Plasma-TV der neuesten generation oder reicht ein kleines älteres Modell?
Brauche ich Designer-Mode oder kaufe ich mal nette teile auf dem Flohmarkt?
Muss ich in der Stadt ein eigenen neuwagen haben, oder fahre ich lieber Rad+Bahn?
machen mich Markenprodukte satt, wo viel geld in der Werbung versackt, oder baue ich im garten selber an und kaufe bei der netten Oma auf dem markt, die noch ein Kartoffelfeld hat....?

Es ist schon sehr traurig, dass immer nur geschimpft wird! das bringt 1. nicht wirklich was, 2. dreht sich die Welt dann auch nicht plötzlich andersrum, 3. geht es uns insgesamt ganz gut (ausnahmen gibt es immer, wo es verbesserungswürdig ist, aber gemessen am Elend der Welt, geht es uns super!) und 4. gibt es wichtigere Dinge, die einem das leben bereichern und einen Glück machen als Geld und Co...

Kermitine
02.11.2011, 14:49
:wd::wd::wd:

Becky
02.11.2011, 15:52
Es geht ja auch KEINESFALLS um Urlaub in Thailand oder einen Plasma-TV oder um Designer-Mode oder um den neuesten Neuwagen ... auch nicht um irgendwelche Markenprodukte:

Es geht darum, dass man langsam aber sicher Angst haben muss, wenn die Stromnachzahlung ins Haus steht oder wenn mal die WaMa putt geht oder irgend eine große unvorhergesehene Sache ins Haus steht. DARUM geht´s. Wenn sich ein (regelmäßig und fleißig arbeitender) Otto-Normalverbraucher dafür krumm legen muss - oder es teils gar nicht mehr schafft, solchen Ausgaben abzufangen - DANN finde ich es höchst bedenklich und traurig. Und mit "nur nicht (ver)hungern müssen", nee, damit möchte ich mich als deutscher Bürger nicht zufrieden geben. Aber alles ist (und wird) ja gut, in diesem unserem Lande. :rolleyes:

Ich bin echt froh, keine Kinder zu haben; wer weiß, wie´s denen in 30 Jahren, wenn ich GsD nicht mehr lebe, ergehen wird. :(

AntonsMama
03.11.2011, 12:53
Ganz ehrlich...ich hatte mit 18 nach dem Abi das Glück, dass ich 2 Freundinnen besuchen konnte...
Eine wohlhabende in Rio de janeiro, 3 Wochen Luxus im Haus und tolle Ausflüge, allerdings habe ich dort auch die Slums von weitem gesehen und habe kleine Kinder gesehene, die den Müll der reicheren durchwühlt haben und in Kartons geschlafen haben....sie haben mit alten kaputten Bällen gespielt und trotzdem gelacht....
Die andere Freundin wohnt auf einer kleinen insel in der karibik (war eine brieffreundin), ich war 3 Wochen dort, luxeriöse strände, die leute lebten einfach, es gab etwas ami-TV, wir waren täglich beim Insel-Fussball-Cup...große Ausflüge werden nicht gemacht, die wußten nix von europäischer geschichte, kannten keine Evolutionstheorie noch sonstiges, urlaub oder sowas kennt man da nicht, verreisen??? - sie waren aber glücklicher als mancher hier....

ich bin froh, dass ich diese Erlebnisse machen konnte, und diese Erinnerungen "erden" mich immer mal wieder, wenn man vom Gefühl überrannt wird, dass man nur glücklich ist, wenn man viel hat und sich viel leisten kann!

Und mal ehrlich, man kann sich das leben auch schwerer machen als es ist, wenn man sich diesem gefühl ständig hingibt und dauernd denkt, wenn jetzt was kaputt geht....Wir leben auch nicht im Überfluss und haben am Ende des Monats nicht viel über, wenn überhaupt. Dennoch leisten wir uns ab und zu was(dafür haben wir kein Auto und fahren nur innerhalb Dtl in den urlaub), denn ich denke mir immer, wenn mich morgen ein Auto überrollt, dann nützt es mir nix, wenn ich immer nur in Angst und Bange gelebt habe, weil ich mir Sorgen gemacht habe über das was passieren könnte!
Vielleicht bin ich jung und naiv, aber es ist schon schade, dass den Deutschen diese "Leichtigkeit" so fehlt!

Becky
03.11.2011, 13:43
Ganz ehrlich...ich hatte mit 18 nach dem Abi das Glück, dass ich 2 Freundinnen besuchen konnte...
Eine wohlhabende in Rio de janeiro, 3 Wochen Luxus im Haus und tolle Ausflüge, allerdings habe ich dort auch die Slums von weitem gesehen und habe kleine Kinder gesehene, die den Müll der reicheren durchwühlt haben und in Kartons geschlafen haben....sie haben mit alten kaputten Bällen gespielt und trotzdem gelacht....
Die andere Freundin wohnt auf einer kleinen insel in der karibik (war eine brieffreundin), ich war 3 Wochen dort, luxeriöse strände, die leute lebten einfach, es gab etwas ami-TV, wir waren täglich beim Insel-Fussball-Cup...große Ausflüge werden nicht gemacht, die wußten nix von europäischer geschichte, kannten keine Evolutionstheorie noch sonstiges, urlaub oder sowas kennt man da nicht, verreisen??? - sie waren aber glücklicher als mancher hier....

ich bin froh, dass ich diese Erlebnisse machen konnte, und diese Erinnerungen "erden" mich immer mal wieder, wenn man vom Gefühl überrannt wird, dass man nur glücklich ist, wenn man viel hat und sich viel leisten kann!

Und mal ehrlich, man kann sich das leben auch schwerer machen als es ist, wenn man sich diesem gefühl ständig hingibt und dauernd denkt, wenn jetzt was kaputt geht....Wir leben auch nicht im Überfluss und haben am Ende des Monats nicht viel über, wenn überhaupt. Dennoch leisten wir uns ab und zu was(dafür haben wir kein Auto und fahren nur innerhalb Dtl in den urlaub), denn ich denke mir immer, wenn mich morgen ein Auto überrollt, dann nützt es mir nix, wenn ich immer nur in Angst und Bange gelebt habe, weil ich mir Sorgen gemacht habe über das was passieren könnte!
Vielleicht bin ich jung und naiv, aber es ist schon schade, dass den Deutschen diese "Leichtigkeit" so fehlt!Sicher sind die glücklicher, als wir hier - sie leben nicht unter diesen enormen Zwängen. Diese "Leichtigkeit des Seins" hätten hier gern viele, denke ich - aber die vergeht einem ziemlich schnell, wenn die Stadtwerke anklopfen und Geld sehen wollen oder wenn das dringend notwendige alte Auto in sich zusammenfällt und das Geld für ein neues fehlt oder wenn die Waschmaschine verdächtige Geräusche abgibt. Ja, da wünscht man sich auch auf eine Insel, wo all der Tand einfach nicht vorhanden ist/nicht lebensnotwendig ist :o

Leigh44
04.11.2011, 10:14
Hallo,




Es geht darum, dass man langsam aber sicher Angst haben muss, wenn die Stromnachzahlung ins Haus steht oder wenn mal die WaMa putt geht oder irgend eine große unvorhergesehene Sache ins Haus steht. DARUM geht´s. Wenn sich ein (regelmäßig und fleißig arbeitender) Otto-Normalverbraucher dafür krumm legen muss - oder es teils gar nicht mehr schafft, solchen Ausgaben abzufangen - DANN finde ich es höchst bedenklich und traurig.

ich glaube Becky hat fast als einzige verstanden was ich meine. Leider. Oder ich drücke mich so falsch aus.

Gruss
Leigh44

Katzenmiez
04.11.2011, 10:39
Hier wird oft von Hartz IV etc. gesprochen. Ich möchte zu Bedenken geben, dass es auch genügend arbeitende Leute gibt, die Geringverdiener sind. Zu zweit mit 1500€ Nettoeinkommen (was mein Mann und ich eine Zeitlang - obwohl wir beide gearbeitet haben - hatten) ist man auch noch locker unter der Armutsgrenze.

Und ich möchte Tiere auch nicht als simples Hobby abtun. Mir würde es deutlich leichter fallen, den Standard- und Lateintanz aufzugeben, als meine Katzen abzugeben. Zumal meine Katzen einen erheblichen Beitrag zu meiner psychischen Gesundheit geleistet haben.

Meine ehemalige TÄ (TK) ist z.B. bekannt dafür, das sie ihre "Kunden" nur abzockt und dafür auch gerne mal Fehldiagnosen stellt. Dort kostet alleine schon eine Talette Milbemax 8,83€.

Meine jetzige TK ist zwar auch nicht perfekt (Stichwort "Trofu bei Zahnproblemen"), aber grundsätzlich okay und vor allem günstig. Dort habe ich kürzlich für einen Notfall am Sonntag (eitrige Augenentzündung) nur 23,79€ bezahlt (inklusive Medis).

In erstgenannter TK kostet eine Zahnsanierung (ohne Mwst.) 93,60€, in der zweitgenannten (ebenfalls ohne Mwst.) 45,23€. Es gibt also schon deutliche Unterschiede.

Sheratan
04.11.2011, 11:46
Klar, wenn man die Katzen mal hat, kann man das "Hobby" nicht einfach aufgeben. Dennoch ist meiner Meinung nach die Entscheidung für ein Haustier eben eine "Hobbyentscheidung". Klar helfen Katzen zum Teil auch gegen Depressionen, senken Blutdruck blabla, aber das tun auch Spaziergänge an der frischen Luft - ich meine das nun wirklich ohne Zynismus. Man lebt gern mit ihnen, man hat sie gerne um sich, für manche sind sie dann auch Famlienmitglieder, aber letzteres doch erst, wenn sie schon mal da sind.

Bezüglich der Zahnsanierung:Kann es vielleicht sein, dass das an einer unterschiedlichen Narkose liegt? Inhalationsnarkose ist z.B. teurer, aber schonender, und manche TK arbeiten wohl nur noch mit der schonenderen, glaube jedenfalls, das ist bei meiner der Fall.

Becky
04.11.2011, 11:58
Hier wird oft von Hartz IV etc. gesprochen. Ich möchte zu Bedenken geben, dass es auch genügend arbeitende Leute gibt, die Geringverdiener sind. Zu zweit mit 1500€ Nettoeinkommen (was mein Mann und ich eine Zeitlang - obwohl wir beide gearbeitet haben - hatten) ist man auch noch locker unter der Armutsgrenze.
:tu: :tu: Noch jemand, der´s verstanden hat :bl:

Katzenmiez
04.11.2011, 12:02
Klar helfen Katzen zum Teil auch gegen Depressionen, senken Blutdruck blabla, aber das tun auch Spaziergänge an der frischen Luft - ich meine das nun wirklich ohne Zynismus.


Ich weiß ja nicht, inwieweit du dich mit der Materie (mit psychischen Erkrankungen) auskennst, aber für mich als jahrelange Betroffene ist diese pauschalisierte Aussage wie ein Schlag in die Fre... "Geh mal ein bisschen an die frische Luft, dann gehen deine Depressionen und schweren Angststörungen schon weg.":rolleyes:. Für mich mit meiner (ehemaligen) Sozialphobie, die aufgrund dessen keine "menschlichen" Freunde und Kontakte hatte, waren meine Katzen zeitweise die einzigen Sozialpartner. Und ja, ich bin auch alleine spazieren oder zum Sport gegangen, verreist etc. Aber halt ALLEINE.



Bezüglich der Zahnsanierung:Kann es vielleicht sein, dass das an einer unterschiedlichen Narkose liegt? Inhalationsnarkose ist z.B. teurer, aber schonender, und manche TK arbeiten wohl nur noch mit der schonenderen, glaube jedenfalls, das ist bei meiner der Fall.

Nein, es waren beides Inhalationsnarkosen.

Sheratan
04.11.2011, 13:05
"Geh mal ein bisschen an die frische Luft, dann gehen deine Depressionen und schweren Angststörungen schon weg.":rolleyes:. Für mich mit meiner (ehemaligen) Sozialphobie, die aufgrund dessen keine "menschlichen" Freunde und Kontakte hatte, waren meine Katzen zeitweise die einzigen Sozialpartner. Und ja, ich bin auch alleine spazieren oder zum Sport gegangen, verreist etc. Aber halt ALLEINE.


Das habe ich natürlich so nicht formuliert, man würde auch nicht sagen "kraul ein bisschen deine Katzen, dann geht die Depression schon weg." Sport an der frischen Luft beispielsweise wirkt sich nachweislich positiv auf Depressionen aus. Ich wollte da aber auch nicht tief in die Materie gehen, sondern nur zum Ausdruck bringen, dass es hier nicht "den einen ultimativen Weg" gibt, der dann auch noch aus Tierhaltung bestehen soll. Könnte es nicht auch kontraproduktiv sein, wenn Sozialphobiker sich nur noch auf ihr Tier konzentrieren und gar nicht mehr mit Menschen konfrontieren - dies begünstigt unter Umständen das Vermeidungsverhalten. Aber ist nun wirklich zu weit vom Thema weg, denke ich. Wer meint, Katzen sind eine gute Medizin und sie artgerecht versorgen kann, der tut das und da ist ja alles wunderbar.

wailin
04.11.2011, 13:43
:tu: :tu: Noch jemand, der´s verstanden hat :bl:

Verstanden hatte ich das schon auch, ich habe dazu nur eine andere Meinung und die ist halt, dass ein Haustier grundsätzlich Luxus ist. Der eine verzichtet auf eine grössere Wohnung, der nächste auf's Rauchen, der dritte auf's Haustier. Ist das fair ? Nein, aber Realität und mit Realitäten muss man halt umgehen so gut man selbst es eben kann.....

:cu:

PS: Heute ist's anders, aber ich habe auch angefangen mit 12qm und geteiltem Bad auf dem Flur (DM1,- einwerfen, wenn man heisses Wasser wollte, weshalb ich persönlich kalt geduscht habe), Abendstudium mit selbst finanzierten Studiengebühren.....ich weiss also auch durchaus wovon ich rede.....

Pampashase
04.11.2011, 13:51
bei Depressionen ist grundsätzlich Sport ein gutes Heilmittel. Aber Du brauchst einen Antrieb um Sport zu machen. Aber gerade dieser
Antrieb fehlt den Erkrankten. In Kliniken ist die Struktur vorgegeben. Da bleibt den Patienten meist nichts anderes übrig, als das zu machen.
Die Therapeuten haben gelernt die Motivation dort zu schaffen.
Die Klinikaufenthalte werden aber immer kürzer, zu kurz um nachhaltige Veränderung zu bringen. Ambulante Therapien sind kaum zu bekommen, weil die Therapeuten restlos überlastet sind.

Eine Katze ist immer da. Sie braucht Dich. Sie fordert ihre Streicheleinheiten, Sie spürt, wenn es Dir schlecht geht.
Wenn Klienten von mir im Loch hängen, dann nehmen sie selbst ihre Medikamente nicht mehr. Aber die Katze ist trotzdem da.

Es geht ja auch hier nicht darum, auf welchem Weg Menschen zu ihrem geringen Einkommen kommen. Sondern eher darum, ob dieses ausreicht um zwei Wohnungskatzen zu finanzieren.
Zweiter Disskussionspunkt ist, ob und in welchen Fällen Katzen oder Tiere allgemein von der Allgemeinheit finanziert werden sollen, wenn 700 € allgemein nicht ausreichen.

absinth
04.11.2011, 19:03
Zahnsteinentfernung/-prophylaxe
a) manuell 11,46

V 1.3.10 b) Ultraschall
einfach 20,05
schwierig Z 40,08

c) Ultraschall mit Scaling, Nachpolieren
und Fluoridierung 68,72

Inhalationsnarkose, Intubationsnarkose 34,36
Injektionsnarkose 17,18

Nur mal so als Beispiel, einfacher Satz. Es kommt halt auch immer sehr stark drauf an, was gemacht wird. Und wenn man einen TA hat, der weniger abrechnet als er gemacht hat, dann ist das einfach nur nett.

http://www.tieraerzteverband.de/wDeutsch/fokus/GOT_07.07.2008_Druckversion.pd f

Talia
04.11.2011, 22:08
Also meine Katzen sind ja richtige Schnäppchentiere.
Ich hab heute die Rechnung für 2 Tage Klinik beim Pony bekommen - alles in allem für 3 Tage kaum fressen weil Infekt und anschließend Stoffwechselverschiebung fast 900 Euro - das kosten mich tierarzttechnisch die drei Tiger in 3 Jahren nicht - die sind so anständig und haben nur Zahnstein und kriegen Impfungen!

AntonsMama
04.11.2011, 22:12
Hallo,



ich glaube Becky hat fast als einzige verstanden was ich meine. Leider. Oder ich drücke mich so falsch aus.

Gruss
Leigh44

Ich habe durchaus verstanden worum es euch geht....aber ich darf doch wohl dennoch positiver eingestellt sein. ich sehe diese Entwicklungen auch, aber wenn nun jeder nur noch mault und den Kopf in den Sand steckt, wo kommen wir denn dann hin??? Einfallsreichtum und Improvisation sind da eben gefragt....

UNd renate: Auf der Insel in der karibik fuhr man durchaus auto und lebte nun nicht völlig hinterm Mond und gänzlich anspruchslos, aber es zeigte mir eben auch, dass man gar nicht SO VIEL braucht um glücklich zu sein...und es liegt eben an einem selbst, ob man sich zwingen lässt nur mit all diesem "LUXUS", den man sich doch gar nicht leisten kann, als glücklich zu gelten!

Wie heißt es so schön, JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED!

Becky
05.11.2011, 11:02
Ich habe durchaus verstanden worum es euch geht....aber ich darf doch wohl dennoch positiver eingestellt sein. ich sehe diese Entwicklungen auch, aber wenn nun jeder nur noch mault und den Kopf in den Sand steckt, wo kommen wir denn dann hin??? Einfallsreichtum und Improvisation sind da eben gefragt....

UNd renate: Auf der Insel in der karibik fuhr man durchaus auto und lebte nun nicht völlig hinterm Mond und gänzlich anspruchslos, aber es zeigte mir eben auch, dass man gar nicht SO VIEL braucht um glücklich zu sein...und es liegt eben an einem selbst, ob man sich zwingen lässt nur mit all diesem "LUXUS", den man sich doch gar nicht leisten kann, als glücklich zu gelten!

Wie heißt es so schön, JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED!

:?::?::?: Ich frage mich nur, welchen LUXUS ich mir gönne?? Ok., Katzen "müssten" nicht sein - die sind mein Luxus - allerdings auch der aller-einzigste. Und an allem anderen, lässt sich leider nichts mehr "improvisieren" :rolleyes:

AntonsMama
05.11.2011, 22:32
@ Renate....
Auto?
Mehr als 1 Jacke? Mehr als 3 Paar Schuhe?
Urlaub? Tagesausflüge mit dem Auto?
ich denke, jeder von uns gönnt sich mal was, was unterm Strich eigentlich nicht notwendig wäre, außer fürs bessere Gefühl....
Ich will jetzt hier nicht über WAS-IST-Luxus reden...das kommt immer auf die persönliche Definition dessen an....

ich denke dennoch, gemessen an dem, was andere leute haben, geht es uns in Dtl wirklich gut...und es ist irgendwie jammern auf hohem Niveau!

Becky
05.11.2011, 23:23
@ Renate....
Auto?
Mehr als 1 Jacke? Mehr als 3 Paar Schuhe?
Urlaub? Tagesausflüge mit dem Auto?
ich denke, jeder von uns gönnt sich mal was, was unterm Strich eigentlich nicht notwendig wäre, außer fürs bessere Gefühl....
Ich will jetzt hier nicht über WAS-IST-Luxus reden...das kommt immer auf die persönliche Definition dessen an....

ich denke dennoch, gemessen an dem, was andere leute haben, geht es uns in Dtl wirklich gut...und es ist irgendwie jammern auf hohem Niveau!Auto: ja, aber kein eigenes, sondern ein "rund um die Uhr"-Geschäftsauto. Ein eigenes wäre nimmer drin und ohne kann ich am Leben nicht teilnehmen, da ich seit 30 Jahren unter einer massiven Agoraphobie leide und mich - weder zu Fuß noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (außer Taxi) - weiter als ein paar Hundert Meter vom Haus entfernen kann. NUR mit Auto oder ich müsste daheim bleiben/könnte nicht mehr zur Arbeit/nicht einkaufen.

(Winterjacke) - ein paar, die neueste für 8€ vom KIK :D und ein paar ältere/alte
Nee, genau 3 Paar (allerdings hasse ich Schuhe :-(0) )
Urlaub vor 32 Jahren der letzte (verbietet sich aber durch meine Phobie/wg. Katzis/und ich könnte ihn keinesfalls bezahlen)
Keine Tagesausflüge (weil ich mich allein mit dem Auto nicht weiter als ca. 30 km fahren traue)

Sheratan
06.11.2011, 00:09
Ich denke, es ging AntonsMama gerade NICHT um genau die konkreten Beispiele, sondern eben, wie sie sagte um "das, was man sich ab und zu mal gönnt", das kann ja alles Mögliche sein: Essen gehen, Markensonnenblumenöl :rolleyes: , mal Auto statt zu Fuß, Kinobesuche, Zeitschriften, ein Schal, ein neues Kissen, ne DVD, Weihnachtsplätzchen, Bücher.... Und wenn Du Dich eben dafür entscheidest, dass Dein Luxus vor allem aus Katzen besteht, dann ist das ja auch komplett ok, aber drei Katzen kosten nun mal eine Menge...

Pampashase
06.11.2011, 00:36
wenn man sich selbst dafür einschränkt und nicht von der Allgemeinheit erwartet, dass sie den persönlichen Luxus finanzieren, dann finde ich das in Ordnung.
Ich kannte eine Frau, die mit Hartz IV 5 Katzen gut versorgt und trotzdem keine Schulden gemacht hat. Sie hat nur an sich gespart. :bow::bow::bow:

Renate, ich habe Hochachtung vor Dir, dass Du mit Deiner Erkrankung zum Arbeiten gehst. :bow::bow::bow: Wenn Du so eine Kämpferin bist, dass Du das schaffst, dann schaffst Du nicht nur 30 KM, sondern auch 31 über lange Zeit, dann 32 ......
Angst ist nur ein Gefühl, aber kein Hinderungsgrund. Versuchen solltest Du nur das nicht, was Dich in Lebensgefahr bringt. Und die beginnt bei 31 KM noch nicht.:tu::tu::tu:

Wobei ich bei bestimmten Erkrankungen, wie bei Becky, finde, dass wenigstens einen Teil der Katzenkosten von der Krankenkasse erstattet
werden sollten. Denn in hier sind Katzen echte Medizin, die durch kein Medikament zu ersetzen ist.

Schade Becky, dass wir uns in Deiner Heimatstadt, in der ich selbst die ersten 13 Jahre meines Lebens verbracht habe, nie begegnet sind. Ich glaube, wir hätten uns gut verstanden.:hug::hug::hug:

Becky
06.11.2011, 09:58
wenn man sich selbst dafür einschränkt und nicht von der Allgemeinheit erwartet, dass sie den persönlichen Luxus finanzieren, dann finde ich das in Ordnung.
Ich kannte eine Frau, die mit Hartz IV 5 Katzen gut versorgt und trotzdem keine Schulden gemacht hat. Sie hat nur an sich gespart. :bow::bow::bow:

Renate, ich habe Hochachtung vor Dir, dass Du mit Deiner Erkrankung zum Arbeiten gehst. :bow::bow::bow: Wenn Du so eine Kämpferin bist, dass Du das schaffst, dann schaffst Du nicht nur 30 KM, sondern auch 31 über lange Zeit, dann 32 ......
Angst ist nur ein Gefühl, aber kein Hinderungsgrund. Versuchen solltest Du nur das nicht, was Dich in Lebensgefahr bringt. Und die beginnt bei 31 KM noch nicht.:tu::tu::tu:

Wobei ich bei bestimmten Erkrankungen, wie bei Becky, finde, dass wenigstens einen Teil der Katzenkosten von der Krankenkasse erstattet
werden sollten. Denn in hier sind Katzen echte Medizin, die durch kein Medikament zu ersetzen ist.

Schade Becky, dass wir uns in Deiner Heimatstadt, in der ich selbst die ersten 13 Jahre meines Lebens verbracht habe, nie begegnet sind. Ich glaube, wir hätten uns gut verstanden.:hug::hug::hug::rol leyes: nee, ich würde nie erwarten/wollen, dass der Staat für meine Katzen aufkommt. Außerdem würden zum Streicheln auch 2 reichen, aber als Maxi starb, stimmte die Konstellation nicht mehr, also brauchte Jonas wieder einen KATERkumpel zum Toben. Sonst wäre es sicher bei zweien geblieben. :kraul::kraul:

Ja, sicher schaffe ich auch oft den "32. km" - kommt immer auf die Umstände an und ich kann ja vieles ganz normal mitmachen, sofern man dort parken kann. Ich kann auch mit meinen Foris nach Aiderbichl fahren, wenn man mich entweder vom Zug abholt oder mit dem Auto mitnimmt. Kein Problem, sofern es Menschen sind, denen ich bedingungslos vertraue :hug: und die mich nicht in der Pampas stehen lassen :D

Nein, mir geht´s hier einfach nur darum, dass ich es traurig finde, dass unser Staat eine alleinverdienende Frau dermaßen "melkt", dann man "normale" Kleidung, "normale" Haustiere, ein kleines Auto oder einen kleinen Urlaub als LUXUS betrachten muss. :confused: Das regt mich ungemein auf. Langsam verstehe ich wirklich viele, die nicht arbeiten WOLLEN, weil sie (für´s Ausruhen :z: ) unter´m Strich das gleiche kriegen, wie einer, der jeden Morgen zur Arbeit dackelt. Wir sind doch echt doof :(:man:
Und darüber MÖCHTE :D ich mich auch aufregen; was hilft das ganze Schönreden? Unser Staat denkt sonst noch, alle wären zufrieden damit, wenn sie UNSER Geld zum Fenster rauswerfen. Ich würde gern mitbestimmen können, wen sie von MEINEM Geld alles unterstützen :schmoll: Sicher, ich werde es nicht ändern können, aber grantig sein, möchte ich wenigstens dürfen:(

Puschlmietze
06.11.2011, 10:34
Eure Diskussion ist sehr interressant. Mein Mann und ich sind beide berufstätig, ich arbeite 35 Std. die Woche, mein Mann meistens um die 60 Stunden die Woche. Unsere Verdienste sind normal. Wir haben im Monat aber auch sehr hohe Kosten, meistens bleiben für Lebensmittel, Katzen und Tanken zusammen nur 400 EUR übrig. Mitte des Monats ist Ebbe in der Kasse. Ich habe von Geburt an eine chronisch fortschreitende Kankheit, daher muss ich mich auch ständig mit Ärzten und Behörden rumschlagen und mußte auch vor ein paar Jahren mit meiner Arbeitszeit runter gehen ( vorher 41 Std. ) Die medizinische Versorgung für mich wird immer teurer, vor kurzem wurden meine Behandlungen anzahlmässig runtergeschraubt, angeblich dürfe der Arzt nicht mehr soviel verschreiben. Wo das enden soll weiß keiner. Meine Krankheit wird immer teurer, Kinder könnten wir uns ehrlich gesagt überhaupt nicht leisten.
Trotzdem "gönne" ich mir den Luxus von Haustieren, lieber spare ich an uns, bevor ich ohne leben müßte. Wir nagen nicht am Hungertuch, können uns schon das ein oder andere kaufen. Zum Glück sind weder mein Mann noch ich Modefreaks :D Wenn etwas benötigt wird, kaufen wir oftmals beim Takko :D
Ja es ist alles teurer geworden, ohne Zweifel. Die Gehälter sind fast gleich geblieben. Im Urlaub waren wir schon lange nicht mehr, einerseits wegen dem Geld, andererseits auch wegen den Miezies. Da sie Medikamente benötigen, finde ich schlecht jemanden, der das übernehmen kann. Ausserdem würden sie mir bereits nach einem Tag fehlen :o Aber ich bin mit meinem Leben zufrieden, solange ich einen Job habe und es meinen Miezies gut geht, ist alles ok.

Sheratan
06.11.2011, 12:40
Nein, mir geht´s hier einfach nur darum, dass ich es traurig finde, dass unser Staat eine alleinverdienende Frau dermaßen "melkt", dann man "normale" Kleidung, "normale" Haustiere, ein kleines Auto oder einen kleinen Urlaub als LUXUS betrachten muss. :confused: Das regt mich ungemein auf. Langsam verstehe ich wirklich viele, die nicht arbeiten WOLLEN, weil sie (für´s Ausruhen :z: ) unter´m Strich das gleiche kriegen, wie einer, der jeden Morgen zur Arbeit dackelt. Wir sind doch echt doof :(:man:


Sowas unterstützt man aber auch, wenn man für 8 Euro eine Winterjacke bei KIK kauft... Wenn immer alle billig billig billig kaufen, dann haben halt irgendwann auch alle weniger Geld.

Klar gibt es Missstände, und wenn man sich darüber aufregen will, kann man das gerne tun. Ist halt die Frage, wer am Ende des Tages das Leben mehr genießen kann.

AntonsMama
06.11.2011, 12:43
Ich denke, es ging AntonsMama gerade NICHT um genau die konkreten Beispiele, sondern eben, wie sie sagte um "das, was man sich ab und zu mal gönnt", das kann ja alles Mögliche sein: Essen gehen, Markensonnenblumenöl :rolleyes: , mal Auto statt zu Fuß, Kinobesuche, Zeitschriften, ein Schal, ein neues Kissen, ne DVD, Weihnachtsplätzchen, Bücher.... Und wenn Du Dich eben dafür entscheidest, dass Dein Luxus vor allem aus Katzen besteht, dann ist das ja auch komplett ok, aber drei Katzen kosten nun mal eine Menge...

Danke, dass mich da doch noch wer versteht....bzw was ich sagen wollte....
Und ich bin mir sehr sicher, dass sich jeder von uns öfter mal was gönnt, was mit geld ausgeben verbunden....egal ob großes oder Kleines... und wenn es nur ein Schokoriegel ist!
Die Frage ist halt, ob man das schon als Luxus definieren möchte, und das kommt eben auf den persönlichen Blickwinkel an!
Für mich rückt sich mein persönlicher "mecker-Horizont" immer wieder etwas gerade, wenn ich an die im müll-nach-essen-suchenden Kinder in Rio denke oder auch an die vielen menschen, denen all Hab&Gut weggeschwemmt wird, deren Kinder als Kindersoldaten abgeschossen werden oder die von 1 Schüsselchenchen getreidebreichen am tag überleben müssen!

AntonsMama
06.11.2011, 12:45
Sowas unterstützt man aber auch, wenn man für 8 Euro eine Winterjacke bei KIK kauft... Wenn immer alle billig billig billig kaufen, dann haben halt irgendwann auch alle weniger Geld.

Klar gibt es Missstände, und wenn man sich darüber aufregen will, kann man das gerne tun. Ist halt die Frage, wer am Ende des Tages das Leben mehr genießen kann.

Danke!
Man kann meckern und heulen oder man rafft sich und freut sich, dass man da ist und die Sonne scheint! :D

By the way...auch ewiges meckern und jammern macht krank!

Zuckerfee
07.11.2011, 04:36
Sowas unterstützt man aber auch, wenn man für 8 Euro eine Winterjacke bei KIK kauft... Wenn immer alle billig billig billig kaufen, dann haben halt irgendwann auch alle weniger Geld.
Du meinst also, mit der 200 Euro Winterjacke von Esprit (Ja, so viel wollten die da für einen ollen braunen Filzmantel haben)
wird nicht nur die Tasche der Manager gefüllt?
Leider ist dem aber so. Solange man nicht wirklich den Boss oder Prada-Mantel kauft, der in aufwendiger und gut bezahlter
Handarbeit in Italien gefertigt wurde, dessen Stoff nicht in der giftigsten Stadt der Welt (in Indien) von 5-6jährigen Kindern
gefärbt wurde, dessen Rohstoff Baumwolle nicht den Baikal-See immer weiter austrocknen lässt...
sondern nachhaltig und vernünftig angebaut wurde... solange braucht man sich auch nicht einbilden, mit dem Gang zum "Marken"
-Geschäft würde man einen Unterschied machen.

@Absinth: Bei der Gaskatration, war das noch die doppelte Gebühr (wegen Nachtzuschlag)? Wir haben dafür in der Tierklinik in
Gießen knapp 100 Euro bezahlt. Ich kann sie nur empfehlen!
Es gibt unter Tierkliniken leider solche und solche. Bei manchen bezahlt man schnell mal 50 Euro und kommt mit einer Tüte RC
wieder.
Die Tierklinik in Betzdorf kassierte bei uns alleine für eine Kotuntersuchung fast 120 Euro!!!! (Preise sind alle gerundet)
Darin enthalten waren Erst-Anamnese 25 Euro (Frechheit, da wir schon zum vierten Mal innerhalb von 5 Tagen da waren), eine Unter-
suchung vor Ort 35 Euro (Ein Mal mit bloßem Auge angeschaut) und noch mal die Laboklin Gebühr. Das Ergebnis wurde uns bis heute
(halbes Jahr später) trotz mehrmaliger Anrufe nicht hundertprozentig zugestellt. (Sprechstundenhilfe: Es scheint alles in Ordnung zu sein)
Auch wenn manche sagen, sie hätten noch keinen reichen Tierarzt gesehen, der Chef verdient sich eine goldene Nase. Ist mit seinem
Sohn ein Mal im Monat in der Tierklinik, um VIP-Patienten zu operieren.

In Gießen ist man dahingegen bodenständig, ehrlich, super gründlich und gewissenhaft. Wie sie sich in einer echten Notsituation verhalten
wird sich noch zeigen (oder hoffentlich nicht :))

Also was ich sagen wollte, es gibt eben Tierärzte/Kliniken, die alles abrechnen was irgendwie möglich ist.

Sheratan
07.11.2011, 12:51
Ich würde ja mal wetten, dass die Esprit-Mitarbeiter mehr verdienen als die KiK-Mitarbeiter, zudem legen Unternehmen mit der entsprechenden Zielgruppe auch mehr Wert auf Einhaltung bestimmter ethischer Richtlinien, allein wegen des PR-Effekts. Esprit unterstützt zum Beispiel SOS Kinderdörfer in Indien, hält sich an diverse Richtlinien etc. Und sicher macht auch Kik mittlerweile was, schließlich wurden sie vor einiger Zeit heftigst kritisiert - aber wenn eine Winterjacke 8 Euro kostet, dann stimmt doch irgendwo was nicht, wieviel können die Leute während des Herstellungsprozesses, die Logistiker und die Verkäufer daran verdienen? Das ist doch irgendwo was Grundsätzliches. Der Kik-Gründer verkauft den Kram ja nicht so billig, weil er den Leuten was Gutes tun will, die nicht viel Geld für Kleidung haben, sondern um daran zu verdienen, nur, wie kann er das bei den Mini-Preisen? Ich mag ja dieses Zitat: "Es gibt kaum etwas in der Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte. Und die Menschen die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften." Mir ging das auch mal so: "Wollte" ich auf Anraten meines Ex statt der teuren Markenpatronen mal billige kaufen, die haben mir dann den ganzen Drucker ruiniert....


Und was die Tierärzte angeht: Wieso sollen die nicht reich sein können? Zahnärzte und Humanmediziner sind meistens auch nicht arm. Mir ist das doch latte, ob mein Tierarzt reich ist. Wenn ich den Preis angemessen finde, zahle ich ihn, wenn nicht, dann muss ich mir eben einen anderen suchen. Das sind Berufe, die ein jahrelanges Studium erfordern und in Privatpraxen auch mit einem erheblichen finanziellen Risiko am Anfang behaftet sind. Und wenn der Chef von Deiner Tierklinik so hart dafür gearbeitet hat, dass er nur noch einmal im Monat in der Klinik erscheinen muss (wer weiß, was er aus dem Background noch macht...), dann ist das doch vollkommen ok?!

Ich123
08.11.2011, 22:04
Ich verfolge die Diskussion jetzt schon eine Weile und gebe AntonsMama (und Sheratan) Recht. Zwar war auch ich neulich über eine hohe TA-Rechnung erschrocken, aber als ich mir die einzelnen Posten ansah, fand ich es gerechfertigt. Ohne Wegegeld und MWST wäres es schon 20€ weniger gewesen...
Und natürlich sieht es mit Rente wegen EU anders aus, als bei den meisten andern....aber trotzdem denke ich, dass es uns in Deutschland verhältnismäßig sehr gut geht, denn die allerallermeisten haben ein Dach über dem Kopf und regelmäßige Mahlzeiten (und für Obdachlose gibt es auch super Einrichtungen), leiden nicht an Unterernährung. Wie AntonsMama schon schrieb, in Rio schlafen die Kinder in Kartons und lachen trotzdem. Hierzulande heulen manche rum, weil sie nicht den neuesten Nintendo haben. Und sowas wird durch Jammern auf hohem Nieveu in der gesamten Gesellschaft vermittelt. Natürlich haben wir unsere Probleme. Und ich will hier auch nichts verallgemeinern. Aber man vergisst zu oft, dass die Probleme vllt. einfacher zu lösen sind, als man denkt. Und auch ich merke gerade, dass eine wirklich artgerechte Fütterung von Katzen mit Dosenfutter recht teuer ist... Ob eine Katze deswegen Luxus ist....

absinth
08.11.2011, 22:47
@Absinth: Bei der Gaskatration, war das noch die doppelte Gebühr (wegen Nachtzuschlag)? Wir haben dafür in der Tierklinik in
Gießen knapp 100 Euro bezahlt. Ich kann sie nur empfehlen!
Es gibt unter Tierkliniken leider solche und solche. Bei manchen bezahlt man schnell mal 50 Euro und kommt mit einer Tüte RC
wieder.

Habe für die Untersuchung nachts den 3-fachen Satz für die Untersuchung gezahlt aber den normalen für Röntgen und Ultraschall. Die Kastration an sich fand statt sobald der erste Helfer da war und wurde mit einfachem Satz abgerechnet. Eine Kastration mit vollständiger Entnahme der Gebärmutter ist wesentlich teurer als eine normale Kastra, bei der nur die Eierstöcke entnommen werden. Ich wurde also nicht mal "abgezockt" obwohl die TÄ für mich nachts in die Praxis kam und ich noch nie vorher da war.
Wir haben eine TK in der Nähe die abzockt und wo die Ärzte unfähig sind. Also fahren wir im Notfall immer ein Stück weiter und in dieser Klinik verzichtete man lieber auf einen Kaiserschnitt (Sonntags, klar) und freute sich, als das erste Kitten in der Klinik auf die Welt kam und als wir mit dem Hund da waren kostete zwar die Chefarztbehandlung das doppelte, aber auch der verzichtete auf OP (Bandscheibenvorfall) und freute sich über jede Besserung. Da hätten sie leicht Geld verdienen können. Unsere TÄ rechnet auch immer zu unseren Gunsten ab - sie verdient auch so noch reichlich bei der Anzahl an Tieren.
Aber wo ist der Unterschied zum Zahnarzt, der den Leuten teure Behandlung aufschwatzt? Es gibt immer Menschen die ihren Job aus Berufung machen und andere, weil sie damit reich werden wollen... Wer beides schafft, dem neide ich es nicht.

Wo keine Kaufkraft vorhanden ist und alle nur noch billig kaufen geht es wirtschaftlich bergab. Das ist kein Geheimnis. Ich wohne selbst in einer Stadt wo sehr viele in der Logistik arbeiten - wer nur 7,80€/Std. bekommt kann nunmal nicht groß was ausgeben, dem passen sich die Geschäfte an uswusf.....

Shaman
08.11.2011, 22:49
Wenn du Rio anführst, schon. Das dürfte für die Straßenkinder der Ausbund an Dekadenz sein, Katzen und andere Haustiere mit speziellem Futter zu füttern (was hierzulande übrigens auch "gerne" mal von Obdachlosen gegessen wird - ist halt vergleichsweise billig und füllt den Bauch).

Ich bin in der glücklichen Lage, daß ich TA-Rechnungen wirklich "nebenbei" bezahlen kann und ich finde die Kosten bei unserer TÄ auch in Ordung. Aber ich sehe schon, daß sehr viele Leute immer weniger in der Hand haben ... und die Lebenshaltungskosten hier im Rhein-Main-Gebiet sind recht ordentlich. Und da rede ich nicht über Nintendo und solche Sachen.

Und wie schon gesagt: ich nehme das von außen wahr, bei den Menschen, mit denen ich im ganz normalen Alltag zu tun habe. Und nicht deshalb, weil sie jammern. Alte Menschen beispielsweise durchsuchen ganz sicher nicht aus Spaß an der Freude Mülltonnen nach Glasflaschen.

Leigh44
10.11.2011, 10:46
Man beobachte die letzten 20 Jahre und wie sich die Gesellschaft verändert hat.
Millionen fehlen für Schulen Kindergärten und Tierheime, aber Milliarden werden ohne ein Wimpernzucken ausgegeben.
Die Von der Leyen hat für Ihr "Arme Kinder Paket" monatelang gekämpft und daging es um ein paar Millionen, aber Milliarden werden binnen Sekunden genehmigt. Autsch

Leigh44
10.11.2011, 10:53
Einer der Manager in der Runde von Anne Will hat bei der Ausbeutung von Arbeitern gesagt, schaut doch nach Indien, die arbeiten viel härter und die haben auch keinen Burn Out, genauso empfinde ich Eure Auslands Vergleiche. Wir nehmen uns ein armes Land mit unhaltbaren Zusatänden, wo nachgewiesen ist, dass Kinder die mehr lächeln mehr von den Ausländern bekommen, und vergleichen diesen mit uns und sagen, es geht uns doch gut. Anstatt zu sagen, dem armen Land muss es besser gehen und an den Missständen hier muss auch gearbeitet werden.

Es ist wie bei der Diskussion um Privatschulen. Damit es keine 2 Klassengesellschaft gibt sollen Privatschulen abgeschafft werden, also haben alle eine "schlechte" Schule. Anstatt den normalen Standart auf den einer Privatschule anzuheben, dann geht es allen gut.

Ich finde das Widersinnig auf diese Art und Weise zu argumentieren.

Sheratan
10.11.2011, 11:53
Seit wann sollen denn Privatschulen abgeschafft werden? Davon habe ich nichts mitbekommen, bzw. das wurde zuletzt im Dritten Reich unternommen, damit alle Schulen kontrollierbar waren. Und nur mal in der Theorie: Es geht einfach nicht, dass alle Schulen bessere Ausstattung/mehr Lehrer usw. bekommen, weil das zuviel kostet. Wer soll denn das bezahlen? Manche Träger von Privatschulen haben da eben noch bessere Möglichkeiten.

Es hat sich in den letzten Jahren auch viel zum Positiven verändert. Zum Beispiel die Möglichkeit, günstig an Informationen zu kommen (Internet), und wie ich meine auch der Luxus der selbstverständlichen Alltagsdinge wie Auto und TV sowie deren Qualität. Ich habe schon den -allerdings subjektiven- Eindruck, dass da auch die Ansprüche gestiegen sind. Es wird in unserem Wirtschaftssystem immer ärmere und reichere Bürger geben. Aber wenn man was ändern möchte, kann man ja in die lokale Politik gehen o.ä. und sich dort austoben, auch, wenn es da nur um 500 Euro für/gegen einen Basketballkorb geht.

Shaman
10.11.2011, 12:18
Ich finde es unredlich und scheinheilig, vom Luxusanspruch der Menschen zu reden und immer wieder auf "die anderen länder" zu verweisen.

Wenn es danach geht, müßten wir alle, mich einschlossen, uns wegen unserer heißgeliebten Stubentiger in Grund und Boden schämen.

Ich möcht sie um nichts in der Welt missen, nur: unser aller Katzen haben einen weit höheren Lebensstandard als ein erheblicher Teil der Menschen auf unserem Planeten. War, super Futter, hochwertig bis sehr hochwertig gerade in diesem Forum.

Und mindestens die Hälfte der Menschheit kann von einer solchen medizinischen Versorgung, wie wir sie für unser Katzen haben, nur träumen.

Ich würde ALLES für meine tun, ohne zögern.

Aber noch einmal: es ist unredlich und scheinheilig, dann auf die anderen Menschen in anderen Ländern zu verweisen, denen es doch viel schlechter geht als den Menschen bei uns.


Da wird von eigenen Zimmern für die Katzen berichtet, sie haben Spielzeuge etc. - wie viele Menschen auf der Welt haben kein Dach überm Kopf.

Becky
10.11.2011, 12:27
Wir nehmen uns ein armes Land mit unhaltbaren Zusatänden, wo nachgewiesen ist, dass Kinder die mehr lächeln mehr von den Ausländern bekommen, und vergleichen diesen mit uns und sagen, es geht uns doch gut.SEHR richtig!!!
Man kann doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen??
Wir "müssen" hier bei uns ganz andere Maßstäbe anlegen und ich kann nicht sagen, solang ich einen vollen Bauch habe, geht´s mir "gut" - einfach weil ich gezwungen bin, in unserer Gesellschaft auch noch andere Dinge finanzieren zu können, um hier überhaupt "mitleben" zu können.

Ich kann mich gut erinnern, als uns in der 8. Klasse (vor 38 Jahren) in fast jeder Schulstunde die Bilder der "Biafra-Kinder" vorgeführt wurden. Und seitdem vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht irgendwo die Bettelei dieser (und vieler anderer) Länder anhören muss. Dafür habe ich leider null Verständnis. Jeder hat seine eigene Regierung und wenn die nix auf die Reihe kriegen, kann ICH nicht helfen. Selbst wenn ich KÖNNTE, würde ich für solche Zwecke nichts spenden, sondern dafür sorgen, dass erst einmal in UNSEREM Land wieder was vorwärts/aufwärts geht und dass die Armen (Menschen+Tiere), die es hier OHNE Zweifel gibt, wieder ein lebenswertes Niveu erreichen.

Leigh44
10.11.2011, 13:25
Sollen wir erst das Niveau der ärmsten Länder erreichen, damit wir das Recht haben mit dem Finger auf etwas zuu zeigen?
Das Ausnutzen der Arbeiter bei z.B.KIK und anderen Ketten oder egel was?

Ja es soll angeblich kein Geld für Schulen da sein, genauso wie für Kultur Schwimmbäder und zu allerletzt Tierheime.
Und das würde nicht viel Kosten.

Und ich glaube nicht, dass dafür kein Geld da ist, denn wie werden sonst die Milliarden Bürgschaften bewilligt. Geld muss also irgendwo sein.
Wir werden nur verarscht.
Aber Milliarden an Geld wird über Nacht abgenickt.
Wer eine Schulreform zwecks besserer Ausstattung haben will kämpft ewig.

Und da haben wir schon ein Gefälle. Ich war in Bayern auf dem Gymnasium, perfekt ausgestattet, Mikroskope für alle, Einzeltische eben vernünftig und ziehe nach NRW und denke mit 14, wie diese Bruchbude mit den uralten Holztischen und Stühlen soll meine Schule sein.

Auch hier kommte es drauf an was ein Bundesland wichtig findet.

Und dieses dann geh doch in die Politik Mist ödet mich auch an, da musst du bereits mit 14 anfangen und dich durch die Partei dienen wenn Du was zu sagen haben willst.

Sheratan
10.11.2011, 13:50
Ich finde eben, man KANN auch mal froh sein über das, was man hat, auch, wenn nicht alles perfekt ist. Ist vielleicht einfach Einstellungssache. Hier haben alle zu essen, hier hat jeder Anrecht auf ärztliche Versorgung, jeder hat es warm, jeder hat Zugang zu Wissen, und sei es über öffentliche Bibliotheken bzw. das Schulwesen und das ist doch etwas, was im Laufe der Geschichte entstanden ist und für mich nicht selbstverständlich ist. Man kann halt sagen, das Glas ist halbleer oder halbvoll. Und auch das Bewusstsein bezüglich der Haustierhaltung hat sich doch sehr geändert, die Möglichkeiten sind hier wiederum viel besser geworden, es gibt mehr Spezialisierungen, aber darum wird es auch teurer.

Und wegen "Politik-Mist"... gerade als Frau hat man da gute Chancen, weil die Parteien ihre Frauen-Quote steigern wollen, zumindest ist es hier so. Mit Mitte 40 durchstarten und zumindest in den Stadtrat kommen ist durchaus drin, zumindest in RLP. Klar wird man kein Bundeskanzler mehr... Aber dann könnte man mal im Kleinen erleben, dass es nicht immer so einfach ist, allen Interessen gerecht zu werden und man eben nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung hat.

Shaman
10.11.2011, 14:14
Ich weiß nicht, wovon du nachts träumst, aber mit der Realität hat es nicht mehr viel zu tun. Du glaubst nicht, wie viele Menschen hier mittlerweile wieder Hunger haben. Wie viele Kinder ohne Frühstück und Pausenbrot in die Schule kommen, für die der Imbiß mittags bei der Hausaufgabenhilfe die erste Mahlzeit ist.

Wie viele Menschen mittlerweile durchs Netz fallen. Anrecht auf ärztliche Versogung auf dem Papier vorhanden. laß die mal die Geschichten einiger Kassenpatienten erzählen ... das sträuben sich dir die Haare.

Ja, ich habe mittlerweile schon viel Armut hier gesehen. Eine Armut, die ich in unserem immer noch so reichen Land im 21. Jahrhundert nicht für möglich gehalten hätte.

Und Politik hin oder her: bestimmte Bevölkerungsgruppen haben nun mal keine Lobby und auch nicht die Peanuts, ihre zuständigen Politiker auf ihre Seite zu bringen.

Vor Jahrzenten war beispielsweise mal angedacht, daß Familien für jedes Kind eine Wählerstimme haben - bis zur Volljährigkeit. Wäre sicher spannend, wenn man das mal durchführen würde.

wailin
10.11.2011, 14:59
Ja, es gibt auch in Deutschland Armut und auch jenseits der Schmerzgrenzen. Allerdings gab es die auch früher schon und es hat nicht immer was mit Sozialleistungen etc zu tun, sondern sehr oft auch damit, dass bestimmte Fähigkeiten nie erlernt wurden oder einfach nicht möglich sind zu erlernen.

Vor rd 25 Jahren habe ich in einem "sozialen Brennpunkt" am Schalter einer Bank gearbeitet. Ca 70% der Kunden bekamen Sozialhilfe, die damals alle 14 Tage ausgezahlt wurde.

Es gab da mehrere Fraktionen: (1) "normaler" Umgang mit Geld, (2) Weisung an Bank gegeben "täglich nur DM10 auszahlen, egal wie viel ich bettel" (das war der Auftrag wörtlich !) und (3) alles abgehoben und statt nebenan bei Aldi Nudeln, Kartoffeln, etc zu kaufen erst mal mit 4 Kindern nach gegenüber in die Frittenbude und alles für alle. Am nächsten Tag noch mal und zwischen Tag 3 und 14 täglich in der Bank, es sei kein Geld mehr da und die Kinder hätten Hunger. (Hatten die auch, wir hatten deshalb in der Küche immer was da um den Kindern Brote zu schmieren oder auch mal die No-Name Mirakoli Variante für's Wochenende mit zu geben.) Diese letzte "Fraktion" war einfach lebensuntüchtig und es wird schon damals Gründe gegeben haben, dass das so war/ ist, soll heissen irgend etwas ist diesen Menschen sicher widerfahren was sie in eine solche Schleife katapultiert hat.

Ich bin mir deshalb gar nicht mal sicher, ob es sich wirklich objektiv verschlechtert hat oder ob es nicht vielleicht einfach sichtbarer geworden ist.....

Sheratan
10.11.2011, 15:24
@wailin: Das kann ich nur bestätigen. Ich habe im Rahmen meiner Lehrer-Ausbildung auch ein Praktikum an einer Grundschule gemacht. Und ja, da hatten viele Kinder kein Frühstück im Bauch, dafür aber ein Knoppers in der Tasche. Und das schlichtweg, weil die Eltern sich nicht kümmerten. Und viele kaufen Fertiggerichte, die mittelfristig teurer und ungesünder sind als nach Saison kochen, also Gemüse und Kartoffeln oder auch mal Reis, das ist doch wirklich günstig zu haben und davon wird man satt. Aber weil manche Eltern es nicht hinkriegen, das "selbst zu machen", nichtmal ein Brot am Morgen, kaufen sie Fertigkakaos und Riegel oder geben ihrem Kind selbst Geld, das kann sich dann beim Bäcker was kaufen.

Ich habe noch keinen Kassenpatienten getroffen, der sagte "ich bin todkrank, aber mir wird nicht geholfen, weil ich kein Geld habe".

Und wenn man durch Arbeit zu wenig verdient, kann man auch staatlich aufstocken lassen, zum Beispiel über Wohngeld, aber ich vermute, viele, gerade Ältere, tun das auch Scham nicht - da kann aber halt auch kein anderer was für. Ich bleibe bei meiner Annahme: bis auf wenige Ausnahmen ist die GRUNDversorgung in Deutschland gesichert. Und Haustiere gehören da eben nicht dazu. Alles, was über die Grundversorgung hinausgeht, liegt am Fleiß und ja, leider ist das so, auch am Glück - "wo werde ich reingeboren?, bleibe ich gesund?", des Einzelnen.

Und wer ärmer wird, während er schon Haustiere hat, der muss dann eben günstiger füttern, in Notsituationen auch mit Aldi oder Trockenfutter, das ist doch vollkommen verständlich. Klar, dann kann ein Tierarztbesuch einen in den Ruin bringen, aber das kann dann eben auch eine kaputte Waschmaschine.

Shaman
10.11.2011, 15:39
Klar ist alles supertoll. Gerade eben vor wenigen Minuten erfahren: der Mann einer Bekannten, Stammzellentransplantation (Fremdspende) am 13.10., Kassenpatient. Sollte eigentlich noch bis nächste Woche in der Klinik sein. Gestern dann: hopplahopp, Vollnarkose, Port raus - raus aus der Klinik "wir brauchen das Bett". Toll. Schöne neue Welt.

Ist ja auch kein Risiko, fast so wie ein Schnupfen.
Die Familien, die nicht mit Geld umgehen können, gibt es und gab es schon immer. 12,6 Mio Menschen, also rund 15%, in D sind Armutsgefährdet. Klar - die können einfach alle nicht mit Geld umgehen.

Sheratan
10.11.2011, 15:58
Das Risiko der Entlassung aus dem Krankenhaus wird mit Sicherheit vertretbar sein, sonst würde es ja wohl nicht gemacht. Und oftmals hast Du es auch andersrum, dass die Ärzte ihre Belegbetten voll haben wollen und darum gern die Patienten länger halten. Aber dass jemandem Schaden entsteht, weil er früher entlassen wird, wird in der Regel nicht vorkommen. Klar kommt es in Einzelfällen vor, das landet dann auch schön in der Bild-Zeitung...

Mag sein, 15 Prozent sind armuts"gefährdet", was wohl heißt, sie sind -noch - nicht in Armut. Aber selbst Armut definiert man hier dann noch nicht mit Hunger haben und kein Bett haben und keine Heizung haben, oder?! Die haben alle Möglichkeit, ihre Kinder in die Schule zu schicken, bekommen vom Staat eine Wohnung bezahlt oder Zuschüsse, bekommen alles, damit sie keinen leiblichen Schaden erleiden. Klar, die müssen dann vlt schauen, dass sie Kinderkleidung auftragen oder bei Ebay kaufen, Urlaub ist nicht drin, Markenprodukte und Haustiere auch nicht usw.

Keiner hat gesagt, dass die alle nicht mit Geld umgehen können! Aber ich glaube nicht, dass sie Hunger leiden müssen.

Shaman
10.11.2011, 16:02
Dann solltest du mal die Augen aufmachen. Ich kenne einige, die Hunger haben. Richtig Hunger.

Sheratan
10.11.2011, 16:41
Ich sagte: "Ich glaube nicht, dass sie Hunger leidern MÜSSEN" - dass sie Hunger haben, kann ich mir schon vorstellen. Wie man allerdings bei bezahlter Wohnung, bezahlten Heizkosten, bezahlter Krankenversicherung sowie Nebenkostenanteil plus rund 360 Euro pro Monat "richtig Hunger", haben MUSS, verstehe ich nicht, sorry, da musst du auch nicht pampig werden. Ich verstehe es nicht. Selbst mit Schulden gibt es ja Pfändungsgrenzen etc. Dass es verdammt wenig ist, klar. Aber ich habe während meines Erststudiums weniger gehabt und musste auch Miete usw. selbst bezahlen und alles (und das ist noch nicht so lange her und ich habe in NRW und zwar nicht unbedingt auf günstigem Pflaster) und klar hatte ich am Monatsende manchmal nur Nudeln übrig, war aber während des Monats auch im Kino, habe Bücher gekauft usw. Ah ja, und den "Katzenluxus" konnte ich mir auch leisten, allerdings erst, nachdem ich mit dem Rauchen aufhörte... Futter habe ich direkt am Monatsanfang für den ganzen Monat gekauft, dann waren die Katzen schon mal satt. Und ich wusste, dass, wenn es hart auf hart kommt bzgl. Tierarzt, meine Eltern mir da aushelfen, sonst hätte ich das nicht gemacht.

Ich bin übrigens selbst Kassenpatient und war vor zwei Jahren auch ein paar Tage im Krankenhaus aufgrund einer OP. Ich weiß, dass man teils längere Wartezeiten hat als Kassenpatient, auch in Praxen, und klar, man wird nicht vom Chefarzt, oder keine Ahnung welchen Superweißkittel man sich wünscht, operiert, aber wenn Gefahr im Verzug ist, dann ist die Notsituation immer primär vor dem Geldbeutel entscheidend. Und ich denke, damit kann man im wahrsten Sinne des Wortes "gut leben".

Das führt auch alles ziemlich am eigentlichen Thema vorbei, aber ich kann solche "Antihaltungen" und "alles ist schlechter" (entschuldigt, wenn ich es damit ein wenig überspitzt zusammenfasse)-Positionen einfach nicht nachvollziehen. Und in diesem Rahmen bilden sich anscheinend auch oft Fronten und Feindbilder, wie zum Beispiel gegen (Tier)ärzte.

~Selena~
10.11.2011, 16:43
Ja, es gibt auch in Deutschland Armut und auch jenseits der Schmerzgrenzen. Allerdings gab es die auch früher schon und es hat nicht immer was mit Sozialleistungen etc zu tun, sondern sehr oft auch damit, dass bestimmte Fähigkeiten nie erlernt wurden oder einfach nicht möglich sind zu erlernen.

es gab aber nie die Zeiten in denen selbst bei Vollbeschäftigung der Staat noch unterstützen musste, weil das Gehalt/Einkommen nicht ausgereicht hat, um sich bzw seine Familie zu unterhalten. Ich finde es bspw ein Schande, dass in einem ach so reichen Land wie DLand überhaupt um Mindestlöhne diskutiert werden muss - sie sollten selbstverständlich sein! Es kann doch nicht angehen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer grösser wird, sich Unternehmen und deren Manager die Millarden - Millionen - Gewinne einsacken, aber die Angestellten dieser Unternehmen zur ARGE rennen müssen, weil das Gehalt nicht zum Leben ausreicht.

Und der Vergleich zu 3. Welt bzw Schwellenländern hinkt auf allen Ebenen, denn niemanden ist mit einem solchen Vergleich geholfen - die Armut weder in diesen, noch in unserem Land wird sich deshalb verändern bzw die Zustände ändern - keinem geht es mit einem solchen Vergleich besser! Im Gegenteil, damit soll einfach nur ein Schuldgefühl erzeugt werden, nimmt aber den Gegenüber in keinster Weise ernst. Und wer meint, in unserem Land gibt es keine ausgeprägte Armut, der kann sich ja gerne mal bei den Einrichtungen der Arche umgucken oder sich mit Rentnern unterhalten, die trotz jahrzehntelanger Schufterei noch nicht einmal eine Rente auf ALGII-Basis haben.

Sheratan
10.11.2011, 16:56
Mag sein, dass es keinem mit einem solchen Vergleich besser geht, aber ich finde, hier nimmt man vieles einfach für zu selbstverständlich. Wie definiert man denn dann Armut - wenn man sich kein Auto leisten kann? Wenn man sich keine Katze leisten kann? Nur, weil man jeden Cent zweimal umdrehen muss, ist man doch nicht unbedingt arm.


sich mit Rentnern unterhalten, die trotz jahrzehntelanger Schufterei noch nicht einmal eine Rente auf ALGII-Basis haben.

Dann könnten sie ja aufstocken lassen, oder nicht?

Shaman
10.11.2011, 16:57
Das führt auch alles ziemlich am eigentlichen Thema vorbei, aber ich kann solche "Antihaltungen" und "alles ist schlechter" (entschuldigt, wenn ich es damit ein wenig überspitzt zusammenfasse)-Positionen einfach nicht nachvollziehen. Und in diesem Rahmen bilden sich anscheinend auch oft Fronten und Feindbilder, wie zum Beispiel gegen (Tier)ärzte.

Ich habe nirgends geschrieben, alles ist schlechter. Aber es ist für Viele sehr viel schlechter geworden. Es gibt sehr sehr viele Menschen, die ohne Hartz-IV-Aufstockung nicht mehr über den Monat kommen. Das ist eine Realität in diesem Land.

Ach ja: ich bin privatversichert, kann meine Katzen locker, wirklich locker finanzieren, kann mich problemlos gesund, auch aus dem Bio-Supermarkt, ernähren. Ich bin also sozusagen privilegiert, es könnte mir im Grunde genommen völlig egal sein. Ist es aber nicht. Die Realität vieler Menschen, nicht nur (der aus Sicht Vieler sowieso an ihrem Schicksal schuld seienden Hartz-IV-Empfänger) ist nur leider mittlerweile eine völlig andere.

~Selena~
10.11.2011, 17:26
Wie definiert man denn dann Armut - wenn man sich kein Auto leisten kann? Wenn man sich keine Katze leisten kann? Nur, weil man jeden Cent zweimal umdrehen muss, ist man doch nicht unbedingt arm.
schon mal bei der Arche gewesen? oder bei der Tafel? es geht hier nicht um ein Auto oder Katze, sondern um das nackte Überleben, das auch in DLand bei weitem nicht bei Jedem gewährleistet ist oder was meinst du, wie ein Haushalt mit einem Stundenlohn von 3,80 EU Brutto und einer Wochenarbeitszeit von 50h auskommen soll? btw liegt die Armutsgrenze in der EU bei rd. 60 Prozent des Durchschnitteinkommens (inkl. stattl. Leistungen), dass waren 2007 (lt. Statistisches Bundesamt im Bericht von 2010) 10 953 Euro für Alleinstehende jährlich, davon betroffen sind rund 12,5 Millionen Menschen in Deutschland - Tendenz steigend!



mit Rentnern unterhalten, die trotz jahrzehntelanger Schufterei noch nicht einmal eine Rente auf ALGII-Basis haben.
Dann könnten sie ja aufstocken lassen, oder nicht?
tolle Aussichten nach 40 Jahren Arbeitsleistung dann zum Soz zu müssen und es kann nicht angehen, dass man bei langer Arbeitsleistung noch auf Sozialleistungen angewiesen ist und die Zahl der Rentner, die das sein werden, wird sich in den nächsten Jahren drastisch erhöhen, eben weil es in unserem Land Niedrigstlöhne gibt. Oder sollte es tatsächlich dein Ernst sein, dass es völlig okay ist, wenn nach jahrzehntelangem Buckelkrummmachen, noch nicht einmal eine Rente dabei rumkommt, die ein selbstständiges, vom Sozialstaat unabhängiges Leben ermöglicht?

Leigh44
10.11.2011, 19:44
Nur mal so:


Und Politik hin oder her: bestimmte Bevölkerungsgruppen haben nun mal keine Lobby und auch nicht die Peanuts, ihre zuständigen Politiker auf ihre Seite zu bringen.

Frauen, Kinder, Behinderte und sozial schwache hatten noch nie eine Lobby und sind deshalb schlicht ohne Rückendeckung. Mit denen kann man es ja machen.

Und den Mittelstand abschöpfen, der kann ja nicht weg.


Die Realität vieler Menschen, nicht nur (der aus Sicht Vieler sowieso an ihrem Schicksal schuld seienden Hartz-IV-Empfänger) ist nur leider mittlerweile eine völlig andere.

So ist es leider, und wenn das auch ein Gutverdiener schon so gut erkennt sind wir weit unten.


Sheratan

Das Risiko der Entlassung aus dem Krankenhaus wird mit Sicherheit vertretbar sein, sonst würde es ja wohl nicht gemacht. Und oftmals hast Du es auch andersrum, dass die Ärzte ihre Belegbetten voll haben wollen und darum gern die Patienten länger halten. Aber dass jemandem Schaden entsteht, weil er früher entlassen wird, wird in der Regel nicht vorkommen. Klar kommt es in Einzelfällen vor, das landet dann auch schön in der Bild-Zeitung...





Ich befinde mich als Privatpatient jährlich ca 40 Tage im Krankenhaus und ich sage Dir, wenn das Immunsystem für eine anstehende Stammzellentransplatation runtergefahren war, aber das Bett gebraucht wurde ist die Entlassung fraglich.
Patienten nach ärztefehler haben auch keine Lobby. Und selbst wenn der Herr verstirbt gibt man Dir für das Leben 40.00 EUR nachdem Du jahrelang geklagt hast. Da steht nix in der Bildzeitzung, sinst könnten nicht täglich ca 50 Menschen in Krankenhäusern am Krankenhauskeim und weitere 50 an falschen Medikamenten sterben, das bleibt fein unter dem Deckel.

Fast jeden morgen waren meine Medis falsch, nur mal so nebenbei

es gab aber nie die Zeiten in denen selbst bei Vollbeschäftigung der Staat noch unterstützen musste, weil das Gehalt/Einkommen nicht ausgereicht hat, um sich bzw seine Familie zu unterhalten. Ich finde es bspw ein Schande, dass in einem ach so reichen Land wie DLand überhaupt um Mindestlöhne diskutiert werden muss - sie sollten selbstverständlich sein! Es kann doch nicht angehen, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer grösser wird, sich Unternehmen und deren Manager die Millarden - Millionen - Gewinne einsacken, aber die Angestellten dieser Unternehmen zur ARGE rennen müssen, weil das Gehalt nicht zum Leben ausreicht.

Diese Zeiten sind neu, es geht bergab aber manche haben es nicht verstanden.
Klar, man kann mit wenigem Leben. Aber muss es extra so gemacht werden, dass wir das einzige Land sind dessen Reallöhne in den letztn 10 Jahren gesunken sind. DIESES ZITAT TRIFFT ES AUF DEN PUNKT

Becky
10.11.2011, 20:42
Mag sein, dass es keinem mit einem solchen Vergleich besser geht, aber ich finde, hier nimmt man vieles einfach für zu selbstverständlich. :( Ja, bei der Masse an Abgaben, nehme ich mir die Freiheit, auch eine gewisse Gegenleistung zu erwarten. :s: Wenn ich schon bei einem geringen Gehalt 1/3 Abzüge habe, an denen ich nix ändern kann, möchte ich nicht auch noch dankeschön sagen müssen, nur weil ich im Fall der Fälle nicht den Hungertod sterben müsste, sondern immerhin noch zur Suppenküche gehen könnte :man:



So ist es leider, und wenn das auch ein Gutverdiener schon so gut erkennt sind wir weit unten.
:bow: :bow: :bow:

Leigh44
10.11.2011, 21:55
Sheratan ich gebe Dir mal ein Beispiel, bei Aids oder im Endstadium vom Krebs verschafft Contergan grosse Abhilfe.
Dies bekommen Kassenpatienten nicht, es sei denn Du bekommst die Person in eine Studie.

Nach hormonellem Krebs gibt es ein sehr gut wirksames Medi, Kassenpatienten bekommen dieses Hormonpräperat nicht, sie bekommen ein billigeres.

Versuch mal mehr als 6 Massagen oder Krankengymnastik im Quartal zu bekommen wenn Du sie brauchst, falls Du sie überhaupt bekommst, ein sehr schweres Unterfangen

Es geht bei den Unterschieden zwischen Kassen und Privatpatient meist um die Medikamentenauswahl bei schwersten Erkrankungen, zum Beispiel welche Chemo Du bekommst.
Und das kannst Du als normalsterblicher kaum nachvollziehen, weil Du die alternativen nicht kennst.

Wenn ich zum Hausarzt ginge bekäme ich auch keine 24 Triptane im Monat, da hiesse es, sorry mein Budget.
Ich habe auch einen Doc erlebt der sagte: Sorry sie sind Kassenpatient, mir zu kompliziert und zu teuer, sie behandle ich nicht. Und das ist 9 Jahre her. Bedanken sie sich bei der Regierung sagte er noch. Und das Arzt Patientenverhältnis ist ein Werksvertrag, kein Arzt muss. Nette Aussage. Vor ca 9 Jahren, mit der rot grünen Regierung hat es so richtig begonnen.

Öffnung Für die Leiharbeit, Dumpinglöhne---
Ich erhöh euch die Steuer, ihr habt mich gewählt ihr könnt mich jetzt nicht mehr feuern das ist das geile an der Politik. Ich greif euch tief in die Taschen... Das Lied kennt ja jeder....

Nur nochmal zur Verdeutlichug

Leigh44
10.11.2011, 22:14
Ich muss sagen, dass Sheratan naiv ist, für sie ist das was sie in Ihrem Studienleben hatte ok und der Rest Luxus. Und wenn jemand anders dann aufstocken muss, auch wenn er 40 Jahre gebuckelt hat, dann denkt sie die Aufstockung reicht doch, die Ungerechtigkeit sieht sie nicht.

Und wenn man davon ausgeht, dass alles was man mehr hat als im Studium Luxus ist, dann ist in unserer Gesellschaft quasi alles Bestens, denn wenn du 45 Stunden mit für 4 EUR bei KIK oder woanders schuftest kommt es ja fast hin und dann hat man ja den Luxus, weil es in Ihrem Studienleben auch gereicht hat für sie. Warum soll es für die anderen nicht reichen, wenn es für sie gereicht hat.

Nur dass sie im fröhlichen Studienleben war mit Perspektive (auch wenn mit Nebenjob), aber die anderen keulen ohne jede Perspektive mit unsicheren Arbeitsplätzen und Angst um den Job und das bei der miesen Bezahlung, wahrscheinlich bis zur Rente mit Glück, sonst Hatz 4 das sieht sie nicht.

Ich123
10.11.2011, 22:44
Und wenn man davon ausgeht, dass alles was man mehr hat als im Studium Luxus ist, dann ist in unserer Gesellschaft quasi alles Bestens, denn wenn du 45 Stunden mit für 4 EUR bei KIK oder woanders schuftest kommt es ja fast hin und dann hat man ja den Luxus, weil es in Ihrem Studienleben auch gereicht hat für sie. Warum soll es für die anderen nicht reichen, wenn es für sie gereicht hat.

Nur dass sie im fröhlichen Studienleben war mit Perspektive (auch wenn mit Nebenjob), aber die anderen keulen ohne jede Perspektive mit unsicheren Arbeitsplätzen und Angst um den Job und das bei der miesen Bezahlung, wahrscheinlich bis zur Rente mit Glück, sonst Hatz 4 das sieht sie nicht.

Auch wenn es mgl. das einzige Jobangebot ist, MUSS niemand bei Kik arbeiten. Das die schlechte Arbeitgeber sind weiß jeder. Aber wenn zu wenig Bewerbungen eingehen würden, müssten sie irgendwann die Löhne erhöhen. Aber vllt kommen ja eh bald die Mindestlöhne.

Ich war noch nie in der Lage und ich wünsche es auch NIEMANDEM, aber ich für meinen Teil denke, dass ich als HartzIV-Empfängerin über jeden Job froh wäre und und die Möglichkeit, wieder ins Arbeitsleben einsteigen zu können, als Perspektive ansehen würde. Das Leiharbeit usw. abgeschafft gehören steht meiner Meinung außer Frage. Aber so wie man nicht alle HartzIV-Empfänger in puncto Arbeitsunlust über einen Kamm scheren kann, so kann man das auch nicht in puncto Perspektivlosigkeit. Aber in beiden Punkten kommt es auch stark auf den Charakter jeder einzelnen Person an.

Und ich finde, dass sich das, was Sheratan aus ihrer (?) Studienzeit beschrieben hat, schon echt gut angehört hat...Außerdem ist es beim Studium noch lange nicht gesagt, ob man mit dem Abschluss auch einen Job in betreffendem Gebiet findet. Je nach Studium kann man da auch Jahre auf eine Stelle warten. Und das ist mindestens genauso frustrierend wie Langzeitarbeitslosigkeit, gerade weil man im Studium seiner Leidenschaft nachgeht und bestenfalls voller Enthusiasmus ist. Da wiegt die Enttäuschung im Falle eines Falles doppelt schwer.

Elanna
13.11.2011, 20:14
Ich hab bisher still mitgelesen... interessante Diskussion... und ich werde mich weitestgehend zurück halten!

Zuallerallererst: auch ich finde es happig, wenn ich 40 Euro fürs Impfen zahle... Aber ich habe mehr als eine Möglichkeit: entweder ich vergleiche Preise und nehme dann das was mir passt oder ich schaffe mir erst gar kein Tier an.

Als ich eine meiner Miezen aus dem TH abgeholt habe, da musste ich einen Fragebogen ausfüllen. Da stand dick und deutlich folgende Frage drauf: Sind Sie sich bewusst, dass ein Tier teils sehr hohe Kosten verursachen kann, wenn es z.B. krank wird und Sie verpflichtet sind diese Kosten zu tragen? Ich habe mit "ja" geantwortet... Uns tut es Gott sei Dank nicht weh, wenn Miezie mal eine unvorgesehene Behandlung beim Tierarzt benötigt und wer das nicht tragen kann, sollte sich überlegen, ob er sich überhaupt Tiere anschafft. Es tut keinem Kind weh, wenn es in einem tierlosen Haushalt aufwachsen muss. Wenn der Kontakt zu Tieren unbedingt da sein soll: BITTE - geh mit Wuffi ausm Tierheim spazieren oder helf der älteren Frau aus der Nachbarschaft mit den Katzen oder sonstwas. Tiere SIND purer Luxus ganz einfach aus dem Grund, dass sie völlig ohne Vorwarnung hohe Kosten verursachen können. Und Tierhaltung ist KEIN Grundrecht. Also überlegen: Kann ich mir das Tier leisten? und was passiert, wenn sich meine finanzielle situation ändert?



Versuch mal mehr als 6 Massagen oder Krankengymnastik im Quartal zu bekommen wenn Du sie brauchst, falls Du sie überhaupt bekommst, ein sehr schweres Unterfangen


Da ich zufällig vom Fach bin und diese Diskussion des öfteren im Berufsalltag von "Betroffenen" zu hören bekomme: Wenn ein Versicherter/Patient die absolute dringende medizinische Notwendigkeit für Krankengymnastik hat - dann bekommt er sie. Kein Arzt darf dringend notwendige Behandlung verweigern. Das gilt auch für das Verordnen von Medikamenten (und die gehen ebenfalls aufs Budget). Und wenn du es im Zweifel nicht bekommst, dann solltest du den Arzt nach ALTERNATIVEN fragen. Und davon gibt es eine ganze Menge...

Mit kommt es oft ganz fies die Galle hoch, wenn ich Kassenpatienten meckern höre. Jeder, der gesetzlich versichert ist, sollte mal einmal auf die Gehaltsabrechnung schauen und gucken, was er selber für die KK abdrücken muss. Vielleicht sind es 100 Euro. Vielleicht 200. Vielleicht 300. Evtl. auch 400? Dann verdienst du schon ganz schön gut. Und dann rechnen wir mal aus, was zum Beispiel passiert, wenn du ganz fürchterlich unglücklich die Treppe runter stürzt. Gemeine Verletzung. Krankenhausaufenthalt ist notwendig. Juchey. Wirklich ärgerlich. Es geht einem mies. ABER: es wird alles anstandslos und völlig ohne Verwaltungsaufwand gezahlt. Solche Rechnungen können gerne mal in den 5-Stelligen Bereich rutschen. Und hey: alle die z.B. Leistungen übers Jobcenter (z.B. HarTz IV) beziehen - die werden übers Amt bei der KK angemeldet. Und die Kosten für die Versicherung übernimmt der Staat. Und es stehen ganz genau die gleichen Leistungen zur Verfügung wie jedem anderen gut verdienenden gesetzlich Versicherten. Wem also der gesetzliche Versicherungsschutz nicht ausreicht und ein paar Euro übrig hat: Es gibt jede Menge Möglichkeiten an Zusatzversicherungen und man bekommt den erwünschten Zusatzschutz. Und die die sich das nicht leisten können: der Wert, der hinter der gesetzlichen Versicherung steckt, den kann man oft gar nicht messen, wenn es hart auf hart kommt. Wir haben hier in Deutschland ein Sozialsystem von dem sich einige Länder (und ich spreche nicht von sog, 3.Welt-Ländern) was abgucken können. Hier muss keiner verhungern, es MUSS keiner auf der Straße leben - jeder wird vom Vater Staat irgendwie abgefangen!

Das was hier statt findet, ist Meckern auf höchstem Niveau. Klar es ginge immer besser... aber einfach mal zufrieden sein mit dem, was für einen Luxus wir in Deutschland hier haben, oder nicht?

In diesem Sinne (und herrje... jetzt hab ich doch ganz schön viel geschrieben....)

Pampashase
14.11.2011, 12:47
Im Prinzip hast Du recht. Aber wenn Tierhaltung Luxus ist, wo sollen dann all die armen Seelen hin, die zu Armutswaisen geworden sind.

Und fast jeder Platz bei Menschen ist besser als ein Tierheim oder eine Tötungsstation. Mal Abgesehen von Plätzen, mit Aldi Trofu.

Sicher ist es auch richtig, wenn Du unser GKVs als ausreichend ansiehst. Aber ungerecht ist es schon, wenn sich unsere oberen Zehntausend
nit für sie lächerlichen Summen in der privaten Krankenversicherung freikaufen können.

absinth
14.11.2011, 23:48
Wir haben mit Sicherheit eine ganz gute Krankenversicherung. Aber anzuführen, dass man da unter Umständen mehr Kosten verursacht als man vorher an Beiträgen eingezahlt hat... Klar, und der nächste zahlt ewig ein und wird nicht ernsthaft krank. So funktioniert das Prinzip einer Versicherung. Private Krankenversicherung können sie von mir aus gerne abschaffen.
Ich glaube langsam, dass meine Katzen mich kaum so viel kosten können wir das verdammte Auto. Und das ist nichtmal kaputt...

Becky
15.11.2011, 10:26
Hier muss keiner verhungern, es MUSS keiner auf der Straße leben - jeder wird vom Vater Staat irgendwie abgefangen!

.. aber einfach mal zufrieden sein mit dem, was für einen Luxus wir in Deutschland hier haben, oder nicht? :o Klar, das ist genau das, was man sich von seinem bisschen Leben erträumt, wenn man Vollzeit arbeiten geht und versucht, sein Leben zu fristen :confused:

~Selena~
15.11.2011, 10:49
Auch wenn es mgl. das einzige Jobangebot ist, MUSS niemand bei Kik arbeiten. Das die schlechte Arbeitgeber sind weiß jeder.

und was wird wohl dem Langzeitarbeitslosen erzählt, der dann ein Jobangebot von KiK ablehnt? der wird dann nämlich gleich in die "Sozial-Schmarotzer - Schublade" gesteckt :rolleyes: es gibt nun mal Arbeitgeber, die die momentane (soziale) Situation in unserem Lande (schamlos) ausnutzen, sich selber die Millionen-Gewinne einsacken, aber den Mitarbeitern noch nicht einmal ein menschenwürdiges Einkommen zahlen und Viele sind trotzdem auf diese Jobs angewiesen, weil ihnen bei Ablehnung des Jobangebotes Leistungen gekürzt werden, ihnen sonst vorgeworfen wird, sie seien ja nur zu faul, sie würden sich auf der sozialen Matte ausruhen etcpp.

Becky
15.11.2011, 10:58
und was wird wohl dem Langzeitarbeitslosen erzählt, der dann ein Jobangebot von KiK ablehnt? der wird dann nämlich gleich in die "Sozial-Schmarotzer - Schublade" gesteckt :rolleyes: ..... und Viele sind trotzdem auf diese Jobs angewiesen, weil ihnen bei Ablehnung des Jobangebotes Leistungen gekürzt werden :tu::tu: :tu::tu: Das interessiert den Arbeitsberater sicher brennend, wenn man ihm da was von Kinderarbeit, Schadstoffen usw. erzählt :rolleyes:

Sheratan
15.11.2011, 11:21
:o Klar, das ist genau das, was man sich von seinem bisschen Leben erträumt, wenn man Vollzeit arbeiten geht und versucht, sein Leben zu fristen :confused:

Klingt ja recht dramatisch. Aber der Staat kann nun mal nur ein soziales Netz bieten, und nicht noch Freizeitvergnügungen finanzieren. Es geht hier um Grundlagen und Sicherheiten für das körperliche Überleben. Wenn für Euch das alles selbstverständlich ist, was eigentlich erst in der neueren Geschichte langsam aufkam, gut. Für sein persönliches Lebensglück muss jeder eben selbst sorgen (bzw. schauen, welche Ansprüche er daran hat, ist ja die Frage, ob das nur mit einem finanziellen Polster machbar ist) und das kann vielleicht aufgrund Krankheit/schlechter Voraussetzungen/sonstiger Umstände etc. nicht jedem gelingen, so ist das nun mal, wir leben nicht in Utopia, wo alle mit süßen, satten Kätzchen an gedeckten Tischen sitzen.

Ja Kik bietet immerhin 7,50 Euro die Stunde Mindestlohn, können sich die Mitarbeiter also immerhin bei zwei Stunden (man hat ja so viele Abzüge...) ne Winterjacke kaufen und damit ihr Unternehmen weiter unterstützen, ist doch was...

~Selena~
15.11.2011, 11:43
Klingt ja recht dramatisch. Aber der Staat kann nun mal nur ein soziales Netz bieten, und nicht noch Freizeitvergnügungen finanzieren. Es geht hier um Grundlagen und Sicherheiten für das körperliche Überleben. Wenn für Euch das alles selbstverständlich ist, was eigentlich erst in der neueren Geschichte langsam aufkam, gut. Für sein persönliches Lebensglück muss jeder eben selbst sorgen (bzw. schauen, welche Ansprüche er daran hat, ist ja die Frage, ob das nur mit einem finanziellen Polster machbar ist) und das kann vielleicht aufgrund Krankheit/schlechter Voraussetzungen/sonstiger Umstände etc. nicht jedem gelingen, so ist das nun mal, wir leben nicht in Utopia, wo alle mit süßen, satten Kätzchen an gedeckten Tischen sitzen.

welche finanziellen Polster sollen bitte schön angelegt werden, wenn der Staat trotz Vollbeschäftigung Leistungen erbringen muss, weil das Einkommen selbst bei einem 50h Job unterhalb der Hartz4 Grenze liegt? Seit dem in DLAnd das Okay für Zeitarbeit gegeben wurde, sind die Reallöhne gesunken. Irgendein Komiker, ich glaube Otto hatte in den 70ern mal einen Sketch ... "1980 DM ... 1950 DM ... 1900 DM ... 1850 DM 1800 DM ... zum Ersten, zum Zweiten.... und zum Dritten ... Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Job!" - damals war es ein Joke, heute ist es bittere Realität. Und dabei geht es nicht um die Finanzierung von Freizeitvergnügen, sondern um das blanke Überleben. Und wer vor dieser Entwicklung die Augen verschliesst .... nun, die rosarote Brille hätte ich gerne ;)

Shaman
15.11.2011, 11:48
Ich glaube, es wird bald sehr sehr spaßig in unserem Land. Die Masse derer, die zunehmend verarmt, wird immer größer, die einst ziemlich breite Mittelschicht immer schmaler. Und das hat überhaupt nichts mit Ansprüchen zu tun.

Wenn das so weiter geht (was ich befürchte), dann läßt Griechenland hier sehr bald grüßen. Aber laßt euch nur weiter schön einlullen von wegen "es geht hier allen doch vergleichsweise gut" und "niemand fällt durchs Netz".

Was glaubt ihr eigentlich, wie Rentner von ihrer Rente die Wohnung, in der sie seit 30 oder 40 oder mehr Jahren leben, noch zahlen sollen, wenn die mittlerweile 600 € warm kostet (2 Zimmer, Häuser aus Ende der 30er Jahre, mittlerweile mal saniert)?

Was glaubt ihr, wieviele Hunde in Mainz nächstes Jahr buchstäblich auf die Straße fliegen, wenn die Hundesteuer ab 1.1.12 umd 100 € pro Jahr angehoben wird (1. Hund damit 220 €).

Was glaubt ihr, wie toll das ist für einen alleinerziehenden Vater mit 2 Kindern, Vollzeitjob, der mit 900 € netto nach Hause geht, obwohl er ganz genau die gleiche Arbeit macht wie die anderen im Betrieb, die allerdings deutlich mehr verdienen? In diesem Fall ein Betrieb in Rüsselsheim, 2/3 Leiharbeiter - so kann man natürlich auch den Gewinn maximieren.

Etc.

Augen zu und durch. Mir tut es leid für die Kinder und Jugendlichen ...

Ich123
15.11.2011, 15:54
und was wird wohl dem Langzeitarbeitslosen erzählt, der dann ein Jobangebot von KiK ablehnt? der wird dann nämlich gleich in die "Sozial-Schmarotzer - Schublade" gesteckt :rolleyes: es gibt nun mal Arbeitgeber, die die momentane (soziale) Situation in unserem Lande (schamlos) ausnutzen, sich selber die Millionen-Gewinne einsacken, aber den Mitarbeitern noch nicht einmal ein menschenwürdiges Einkommen zahlen und Viele sind trotzdem auf diese Jobs angewiesen, weil ihnen bei Ablehnung des Jobangebotes Leistungen gekürzt werden, ihnen sonst vorgeworfen wird, sie seien ja nur zu faul, sie würden sich auf der sozialen Matte ausruhen etcpp.

Also ich wage ja dann doch schon sehr stark zu bezweifeln, dass das einzige Jobangebot von Kik kommt. Und ich würde es nicht verwerflicher finden, ein Kik-Jobangebot abzulehnen, als von HartzIV zu leben.

Ich123
15.11.2011, 15:55
Ich glaube, es wird bald sehr sehr spaßig in unserem Land. Die Masse derer, die zunehmend verarmt, wird immer größer, die einst ziemlich breite Mittelschicht immer schmaler. Und das hat überhaupt nichts mit Ansprüchen zu tun.

Wenn das so weiter geht (was ich befürchte), dann läßt Griechenland hier sehr bald grüßen.

Griechenland hat nahezu keine Industrie und lebt vorwiegend vom Tourismus. Das ist in der Hinsicht überhaupt nicht mit Deutschland gleichzusetzen. Das Hauptproblem ist meines Erachtens, dass die dt. Bevölkerung immer älter wird und deswegen einer für die Rente von zweien arbeiten muss. Man müsste Deutschland also höchstes attraktiver für die Jugend machen, damit diese nicht auswandert, sondern hier arbeitet. Und dieses Problem wurde bereits erkannt. Gegen die Abwanderung und an der Verträglichkeit von Karriere&Familie wird ja auch schon gearbeitet.

Becky
15.11.2011, 16:15
Was glaubt ihr eigentlich, wie Rentner von ihrer Rente die Wohnung, in der sie seit 30 oder 40 oder mehr Jahren leben, noch zahlen sollen, wenn die mittlerweile 600 € warm kostet (2 Zimmer, Häuser aus Ende der 30er Jahre, mittlerweile mal saniert)?

Augen zu und durch. Mir tut es leid für die Kinder und Jugendlichen ... :man: Die werden dann gezwungen sien, nebenbei bei KIK zu jobben :man: :man:
Aber was soll´s: die breite Masse wird eingelullt, hat die Klappe zu halten und von den Brotkrumen zu leben, die nach allen Abzügen übrig bleiben :man:

Leigh44
15.11.2011, 17:11
Und was machen wir mit den Hunden die nächstes Jahr auf die Strasse fliegen? Aber es ist ja alles bestens und die Erhöhung der Hundesteuier hätte man ja voraussehen können.
Als verantwortungsvoller Halter.
Ha Ha H
Die armen Tiere.
Die Zulassung der Leiharbeit hat Deutschland sehr geschadet....

Shaman
15.11.2011, 18:47
Wenn man Leiharbeit nimmt als das, was es ist, daß Leute irgendwo kurzfristig und ganz flexibel einspringen müssen, müßten sie eigentlich besser bezahlt werden als der Rest.

Ach ja:

Das ist übrigens ganz aufschlußreich: http://www.reichtumsuhr.de/

Ich nehme mal an, das Privatvermögen sammelt sich zum großen Teil bei Otto und Ottilie Normalverbraucher an ... oder vielleicht doch nicht?

Pampashase
15.11.2011, 23:06
Zeitarbeit wäre eigentlich nicht schlecht, wenn sie für gering qualifizierte, die momentan keine Aussicht auf eine reguläre Stelle haben, einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu erleichtern und Arbeitgebern über die kurzfristige Arbeitsspitzen, die nicht über den regulären Arbeitsmarkt
abzudecken sind, hinwegzuhelfen.
Aber auch hier wurden die Gesetze so schlampig gemacht, dass reguläre Arbeitsplätze durch niedriger bezahlte Zeitarbeiter ersetzt wurden und das im großen Stil.

Tatsache ist doch, und das zeigen auch die halbherzigen Kehrtwendungen unserer Regierung, dass längst nicht mehr Politiker die Leitlinien vorgeben, sondern die ominösen Märkte. sprich die Konzerne.
Wenn die Politik nicht spurt, dann kommt die Drohung mit Arbeitsplatzabbau, Verlagerung von Arbetisplätzen.

Da können wir das System in dem wir leben gut finden oder nicht. Wir können nichts ändern. Denn selbst eine sozialistische Regierung
in Griechenland hat nicht bei den Reichen und Steuersündern angefangen zu sparen, sondern bei den kleinen Leuten.

Ja, auch ich finde es hart, wenn die Hundesteuer um 100 € im Jahr hochgesetzt wird. Aber ich glaube kaum, dass so viele Hunde auf die
Straße gejagt werden, solange es Einsparungsmöglichkeiten beim Hundefutter oder im menschlichen Bereich gibt.

Shaman
16.11.2011, 07:50
Ich kann euch ja in eineinhalb Monaten berichten, wie es aussieht ...

wailin
16.11.2011, 08:41
....Da können wir das System in dem wir leben gut finden oder nicht. Wir können nichts ändern. ....

Das sehe ich völlig anders. Viele kleine Schritte ergeben auch einen grossen. Jeder kann anfangen seine Umgebung zu ändern, aber das ist anstrengend, zeitaufwendig und oft auch frustrierend. Aber es ist möglich s.a. auch die Seestern Geschichte. Nein, ich kann nicht alle Katzen dieser Welt retten, aber zumindest die die irgendwie meinen Weg kreuzen.

Genauso auch mit der Wirtschaft - ich selbst kaufe z.B. aus Prinzip weder bei Schlecker noch bei Lidl noch bei KiK ein. Solche Management Praktiken unterstütze ich einfach nicht. Und wie man bei Schlecker sieht, denken ja wohl einige so und es hat die Firma in recht schweres Fahrwasser gebracht und sie fangen an umzudenken. Geht doch....

Katzenmiez
16.11.2011, 11:27
Ich bin zwar froh, dass mein Mann überhaupt nen Job hat, aber im Prinzip ist die Leiharbeit echt Sklaverei. Er hat einen Meistertitel und arbeitet für 10,50€ brutto (was bei anderen ZA-Firmen auch schon mal deutlich weniger war). Zudem heißt es oft von einem Tag auf den anderen "Wegen Auftragsrückgang brauchst du morgen nicht wiederkommen!" Wenn die ZA-Firma dann ad hoc nichts Neues für ihn findet, wird er auch dort entlassen (soviel zum Thema "unbefristeter Vertrag", mit dem die Zeitarbeitsfirmen immer werben:rolleyes:).

Pampashase
16.11.2011, 19:00
Das sehe ich völlig anders. Viele kleine Schritte ergeben auch einen grossen. Jeder kann anfangen seine Umgebung zu ändern, aber das ist anstrengend, zeitaufwendig und oft auch frustrierend. Aber es ist möglich s.a. auch die Seestern Geschichte. Nein, ich kann nicht alle Katzen dieser Welt retten, aber zumindest die die irgendwie meinen Weg kreuzen.

Genauso auch mit der Wirtschaft - ich selbst kaufe z.B. aus Prinzip weder bei Schlecker noch bei Lidl noch bei KiK ein. Solche Management Praktiken unterstütze ich einfach nicht. Und wie man bei Schlecker sieht, denken ja wohl einige so und es hat die Firma in recht schweres Fahrwasser gebracht und sie fangen an umzudenken. Geht doch....

Und schließen oder schlossen 800 Filialen!

Ich habe auch nicht gesagt, dass man in seiner Umgebung nichts ändern kann. Jeder kann was ändern. Und die vielen Ehrenamtlichen ändern auch was, egal ob im Tierschutz oder anderswo.
Aber das wirtschaftliche System, dass kann man kaum verändern, weil alles so eng miteinander verwoben ist und der Druck durch den internationalen und nationalen Wettbewerb in den Branchen so groß ist.
Und Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen gehen, bei gleichbleibendem Umsatz, auf Kosten von Arbeitsplätzen vor allem im Bereich der gering Qualifizierten.

Leigh44
16.11.2011, 21:09
Hallo zusammen,

diese Diskussion entwickelt sich ja interessant.
Also ich kann Pampashase in allen Punkten rechtgeben.
Zudem wäre es so, dass wenn die Zeitarbeit wirklich nur für Spitzen genutzt würde hätten wir ja kein Problem, aber hier werden systematisch normale Arbeitsplätze abgebaut. Jede Firma hat ihre interne Zeitarbeitsfirma, in der sogar gekündigte wieder anfangen können, nur für viel weniger Geld.

Das finde ich schockierend. Opel hat sie, Hella hat sie, Volkswagen hat eine eigen Zeitarbeitsfirma. Das ist doch der absolute Hammer.

Stammpersonal fliegt raus und kann später als Arbeiter der Zeitarbeitsfirma wieder anfangen. Und das wurde nicht unterbunden, das ist tägliche Praxis.

Und da sagt man nicht es geht bergab sondern es ist alles in Ordnung? Und viele haben gar keine Alternative zu KIK und Co, da sie durch das Lohndumping kein Geld für etwas anderes haben. Das ist doch eine Teufelsspirale.

Gruss
Leigh44

Pampashase
17.11.2011, 00:43
das Problem ist dabei nicht mal, dass Firmen wollen, dass sie Zeitarbeiter einsetzen. Wenn sie das nicht täten, dann würden die Autos viel teurer und wären gegen die Importe z.B. aus Asien vollkommen unterlegen. Und das würde wieder Arbeitsplätze kosten.
Aus dieser Spirale kämen wir nur heraus, wenn überall die gleichen Produktionsbedingungen herrschen würden.

Ich habe am Dienstag spät abends noch eine Reportage über den globalen Klimawandel und seine positiven und negativen Auswirkungen geseheh. Das ist erschreckend: Die Erdbevölkerung nimmt immer weiter zu. Das Wasser wird knapp. Es wird danach wahrscheinlich zuerst
lokale, später auch globale Kriege um Wasser und Nahrung geben.
China, Russland und Canada werder vom Klimawandel profitieren, weil gigantische unter dem Eis liegende Bodenschätze geborgen werden können. Was einen enormen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Und Europa hat so gut wie nichts, was in diesem Wettlauf Vorteile bringt.

Aber die Erde schlägt zurück. So dehnt sich die Wüsten immer weiter aus und Inseln verschwinden im Meer, weil die Abschmelzung des
Eises viel viel schneller voranschreitet und dadurch der Meeresspiegel steigt.

Und in diesem Spannungsfeld diskutieren wir über Tierhaltungskosten bzw. Tierarztkosten.

Leigh44
17.11.2011, 03:19
Nun gut wir sind ein Katzenforum und kein Politik und Öokologieforum, oder?:D

Pampashase
17.11.2011, 12:05
da hast Du auf einer Seite recht. Auf der anderen Seite gehört es auch dazu, wenn über Zeitarbeit, Hartz IV und die Frage, ob Katzen nur noch ein Luxus für Reiche ist. :sn::sn::sn:
Und ich habe ja wirklich keine wissenschaftliche Abhandlung geschrieben.

Leigh44
17.11.2011, 12:58
Natürlich gehört es dazu und wie du weisst habe ich denselben Standpunkt wie du die ganze Zeit vertreten, ich meinte das eher ironisch, warum eben bei sovielen harten Problemen bei uns noch Tierarztkosten eine Rolle spielen. Eben weil dies ein Katzemforum ist und das Ganze davon ausging, dass die Leute mittlerweile so runtergemacht werden, dass die Tierhaltung immer mehr nur etwas für reiche wird.

Denn früher hatte auch der "Normalverdiener" sein Sparbüchle und konnte was abfangen, aber daran ist bei den heutigen Bedingungen kaum zu denken.

Shaman
17.11.2011, 13:34
Die Normalverdiener sind ja auch längst keine Normalverdiener mehr - in der Breite gesehen. ;-)

Und die, die tatsächlich noch "normal" verdienen haben Brutto tatsächlich einen schönen Lohn- und Gehaltszettel, nur bleibt dann auch nicht mehr soooo viel.

Ich glaub das mit den Arbeitsplätzen schon lange nicht mehr wei uns das so vorgegaukelt wird.

2 Beispiele dazu:
Bei Opel waren vor Jahrzehnten um ein Vielfaches mehr an Menschen beschäftigt, die aber wesentlich weniger Autos produziert haben. Das Kostenverhältnis war also deutlich ungünstiger, das ist in vielen anderen Betrieben ähnlich. Heute leisten das überwiegend meschinen, für die aber keinerlei Lohn und auch keine Abgaben gezahlt werden müssen (es gibt immer mal wieder Leute, die das fordern). Glichzeitig fand man das vor gar nicht allzu langer Zeit toll, wenn man als Unternehmen 4 oder 5 Prozent Plus gemacht hat, heute ist es sozusagen ein Verlust, wenn man nicht zweistelligen Zuwachs hat.

Anderes Beispiel: Ausbau Flughafen Frankfurt
Vor mehr als 10 Jahren wurden Betriebe angeschrieben, wie sich bei ihnen Arbeitsplätze in den nächsten 15 Jahren entwickeln werden, wenn man ausbaut bzw. nicht ausbaut. Man kam auf Zahlen (hochgerechnet) 180.000 - 250.000 neue Arbeitsplätze am Flughafen und im Umland. Davon ist schon lange keine Rede mehr. Letztes Jahr war noch von um die 20.000 die Rede, mittlerweile verkündet man großzügig, man werde die vorhandenen Arbeitsplätze erhalten, sprich, weniger Menschen machen mehr (schlecht bis teilweise sehr schlecht) bezahlte Arbeit.

Pampashase
17.11.2011, 17:15
@ Shaman,

aber zu diesen Zeiten war die Konkurenz aus dem Ausland noch nicht so groß. Wenn Du heute Hyundai anschaust. Da hast Du ein Auto auf
qualitativ höchsten Niveau zum Niedrigstpreis, und was auch noch weniger schluckt als die europäische Konkurrenz.

Aber das ganze hier zu diskutieren, geht wirklich über ein Katzenforum hinans.

Nain, ich denke trotzdem nicht, dass Katzen Luxus nur für Reiche sind. Luxus ist allerdings welche Ansprüche heute an Katzenhaltung
gelegt werden. Mein Gott, wenn ich dran denke, wie wir vor 20 Jahren unser Mohrle bekommen haben. Es gab kein Internet und keine
Infomöglichkeiten. Als Futter gab es bei uns Coshida von Lidl für demals 0,29 Pfennig die Dose.
Mit dem Katerle sind wir zum Impfen gegangen und mal mit ABs behandeln, wegen ner Bissverletzung. Und bei ner Bissverletzung gab es
vom TA eine AB-Spritze. Das wars.
Nein, so will ich heute meine Katzen nicht mehr behandelt sehen. Aber Fortschritt hat seinen Preis. Dafür hat sich auch die durchschnitt-
liche Lebenserwartung unsere Katzen erhöht.

Shaman
17.11.2011, 18:18
Ich beschwere mich auch nicht über die Tierarztkosten - um Himmels Willen.
Und ich finde auch nicht, daß jeder 3x im Jahr auf die Kanaren fliegen muß. Aber ich erlebe hier zunehmend, daß für viele Menschen das, was man vor 20 Jahren noch als ganz normales Leben bezeichnet hätte, also auch mal einen kleinen Urlaub, mal Essen gehen etc. zunehmend unerschwinglicher wird. Daß Kinder bei Fahrten nicht mitkönnen ... weil das Geld nicht reicht ... Da stimmt etwas ganz gewaltig nicht mehr.
Und da rede ich nicht von Hartz-IV-Empfängern, dieja zu einem erheblichen Teil auch Aufstocker sind.

Ich bin davon überzeugt, daß die BürgerInnen dieses Landes seit rund 20 Jahren über den Tisch gezogen werden.

Hast Du dir die Reichtumsuhr mal angesehen? Das Privatvermögen in D steigt pro Sekunde um 6440 €, die Staatsverschuldung um 2166 € pro Sekunde. Und das meiste Privatvermögen ist in den Händen der obersten 10 % der Bevölkerung.

Ich habe kein Problem mit Gehaltsunterschieden, damit, daß Manager ein Vielfaches (z.B. das Fünffache) von dem der einfachen Arbeiter und Angstellten verdienen. Aber solche Unterschiede (+Boni) kann kein Mensch dieser Welt erarbeiten, egal wie intelligent und fleißig er ist. Oder aber, er muß dann auch persönlich haften, wenn es schief geht. Aber Verluste werden sozialisiert - "du willst doch deinen Arbeitsplatz behalten also mußt du ..." .

Und das immerwährende Wirtschaftswachstum kann es nicht geben, das ist schlicht eine Lüge. Wohin soll es denn wachsen? Stell dir mal vor, du hättest jeden Monat 10.000 € zur Verfügung. Monat für Monat, Jahr für Jahr - wie lange braucht es, bis all Deine tatsächlichen oder auch künstlich erzeugten Konsumwünsche erfüllt sind? Du schmeißt doch nicht alles raus und fängst wieder neu an ..

Leigh44
18.11.2011, 06:14
Shaman,

ja ja ja ja:bow::bow::bow::bow::bow::bo w::bow:

Becky
18.11.2011, 08:13
Shaman,

ja ja ja ja:bow::bow::bow::bow::bow::bo w::bow::bow::bow::bow::bow::bo w::bow::bow::bow:

Tannen
18.11.2011, 14:16
Stimme da zu, dass es schon fast Luxus ist, Tiere zu halten. Denn jede Katze oder jeder Hund hat mal ne Krankheit und muss zum Arzt. Das Problem ist, dass viele bestimmt nicht zum Arzt gehen, der kOsten wegen. Wenn ich so daran denke, was unser Kater und unsere Kätzin schon an Geld verschluckt haben. Das wäre ein schönes Auto für meine Tochter zum 18. Geburtstag. Der Kater hatte Nierenstein, hat Diabetes, bekommt ständig Diätfutter und Spritzen. Mit unserer Katze waren wir wegen Rheima beim Arzt usw.