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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Asthma-, Leber- und andere große Probleme



Andrea1973
30.07.2011, 23:44
Hallo,
ich habe mich heute zum ersten Mal in meinem Leben in einem Forum angemeldet, weil ich wirklich sehr verzweifelt bin.
Mein Kater ist ein Siammischling aus Spanien, er hat dort auf dem Müllplatz gelebt und ist im Alter von zwei Jahren über den spanischen Tierschutz nach Deutschland gekommen. Er hatte bereits gesundheitliche Probleme, die sich so äußerten, dass er sich immer aufgekratzt hat. Vom Tierarzt des Tierschutzvereins wurde er auf Pilzbefall behandelt. Er wurde dann vermittelt, aber schon nach vier Wochen wieder zurückgebracht, weil den Leuten die Behandlung zu aufwendig war. Dann haben wir ihn genommen. Damals (2004) hatten wir noch drei weitere Katzen. Er war ein so fröhlicher und liebenswerter kleiner Kerl, dass wir ihn sofort ins Herz geschlossen haben. Zunächst haben wir ihn weiter mit der Salbe behandelt, die wir mitbekommen hatten. Es hat aber nichts geholfen und er hat sich weiter aufgekratzt. Es folgte eine Odyssee mit Tierärzten und Medikamenten. Zunächst wurde er weiter auf Pilz behandelt, wobei sämtliche Salben und Mittel ausprobiert wurden, die auf dem Markt waren, nichts hat geholfen. Er hat das Einschmieren gehasst und Angst davor gehabt. Dann bekam er eine Cortisonsalbe, die etwas geholfen hat, aber nur kurze Zeit. Danach kratzte er sich so schlimm auf, dass er tennisballgroße Wunden hatte und wir kurz davor waren, ihn einschläfern zu lassen, da wir die Qälerei nicht mehr mit ansehen konntne. Wir wechselten 2006 den Tierarzt, der Milben diagnostizerte. Er bekam Depot-Cortisonspritzen und Interferon (Milbenmittel) sowie Antibiotikum. Endlich verheilte alles und wir waren sehr froh. Laut Tierarzt könnte es dauern, bis die Milben ganz weggingen und er bekam über Monate weiter Depotspritzen und Interferon in sehr hoher Dosierung (er ist ein sehr kleiner und zierlicher Kater). Aber es ging ihm sehr gut damit, er hat es gut vertragen und war äußerlich wieder ein gesunder Kater. Sobald jedoch das Cortison weggelassen wurde, ging es sofort wieder los mit dem Aufkratzen und er verletzte sich richtig schlimm. 2008 ging unser Tierarzt in Pension und wir wechselten erneut. Der neue Tierarzt war entsetzt über die Behandlung und versuchte es homöopathisch. Cortison und Interferon setzte er sofort ab. Wie wir aber schon befürchtet haben, ging es sofort wieder los und er kratzte sich so schlimm auf, dass auch diesem Tierarzt nichts anderes mehr übrig blieb, als wieder Cortison zu geben, diesmal allerdings in Tablettenform, dadurch konnte man es wenigstens besser dosieren. Wir holten eine zweite Meinung ein. Dieser neue Tierarzt war der erste, der umfangreiche Tests empfahl. Und wir haben alles machen lassen, vom Bluttest über Gewebeproben bis Allergietest. Herausgekommen ist NICHTS. Der neue Tierarzt, zu dem wir mittlerweile ganz gewechselt sind, war ratlos. Er war aber sicher, dass es keine Milben sein konnten nach der jahrelangen Interferonbehandlung. Nachdem auch er verschiedene pflanzliche und homöopathische MIttel probiert hatte, griff auch er wieder auf Cortisontabletten zurück, ließ aber immerhin das Interferon weg. Er bekam dann die nächsten Jahre jeden Tag 5 mg Prednisolon, was eine sehr hohe Dosierung für eine Katze ist, die nicht mal vier Kilo wiegt. Aber es war das einzige, was geholfen hat. Jeder Versuch, schrittweise weniger Cortison zu geben, schlug fehl, da er sich sofort wieder blutig gekratzt hatte. Der Tierarzt vermutete eine Autoimmunerkrankung, die wohl nicht eindeutig zu diagnostizieren war. Wir machten regelmäßige Bluttests, es zeichnete sich durch das jahrelange Vollstopfen mit Medikamenten bereits Probleme mit der Leber ab, die der TA mit Lebertabletten und homöopathisch behandelt hat, wodurch die Leberwerte wieder normal wurden.
Das war jetzt sehr lang und ausführlich, aber ich glaube auch notwendig, um die jetzigen Probleme zu verstehen. Es ging ihm gut, er war munter und fröhlich und bekam plötzlich vor zwei Monaten einen dicken Bauch. Es war kurz bevor wir für eine Woche in Urlaub fuhren. Ich machte mir keine großen Gedanken, denn ich hatte ihm wegen meines schlechten Gewissens (wegen Urlaub) viele Leckerli und Schinken gegeben. Wir fuhren dann, meiner Katzenbetreuerin fiel der dicke Bauch auch auf, ich machte mir dann doch langsam Sorgen. Er war aber weiterhin munter. Als wir wieder zuhause waren, hat er sich sehr gefreut und war ansonsten ganz normal fröhlich, hat gegessen usw. Aber der dicke Bauch war nach wie vor da. Wir haben den TA angerufen, der sagte, wir sollten noch eine Woche warten. Das haben wir getan, es ging ihm weiterhin gut. Nach einer Woche sind wir dann zum Bluttest. Er hat sich fürchterlich aufgeregt, bekam eine Sedierung und das Blut wurde abgenommen. Außerdem hat er gleich Ultraschall gemacht. Diagnose: Milz vergrößert, Leber massiv verändert, Unmengen Wasser im Bauch. Außerdem war die Haut gelblich, also Hepatitis. Der Bluttest ergab einen ZWANZIGFACH erhöhten Leberwert. Er hat mir gesagt, dass die AUssichten grottenschlecht sind. Es ging ihm aber zu dem Zeitpunkt (Anfang Juli 2011) noch sehr gut. Er bekam Medikamente (Lebertabletten und Amynin und zum Entwässern Dimazon), das Cortison wurde sofort schrittweise abgesetzt. Gegen das Aufkratzen bekommt er jetzt Antibiotikum sowie ein homöopathisches Mittel. Das Entwässern brachte nichts. Langsam ging es ihm auch schlechter, der Bauch wurde immer dicker. Er bekommt jetzt zweimal die Woche Infusionen mit Amynin. Vor drei Tagen bekam er fürchterliche Asthmaanfälle. Er bekommt Aminophyllin, was bis jetzt auch nichts bringt und wird wieder entwässert.
Wahrscheinlich fragen sich die meisten, warum wir ihn nicht schon längst haben einschläfern lassen. Er isst aber weiterhin mit gutem Appetit und sobald es ihm ein bisschen besser geht, wird er wieder fröhlich und spielt sogar ein bisschen. Wir haben noch eine mittlerweile 18 Jahre alte Katze, die er immer gerne zum Spaß geärgert hat, das macht er zwischendurch auch noch. Ich weiß nicht, was wir machen sollen. Ich möchte ihn nicht aus egoistischen Gründen leiden lassen. Der TA macht uns keine großen Hoffnungen, sagt aber auch, dass es einen Versuch wert ist, solange er noch Appetit hat.
Hat irgend jemand ähnliche Erfahrungen? Ich denke, unser TA ist am Ende seiner Weisheit. Ich möchte keinen weiteren mehr zuziehen, da ich unserem Kater weitere Untersuchungen ersparen will.
Ich entschuldige mich, dass ich so ausführlich meine Probleme geschildert habe, weiß aber nicht, wie ich das abkürzen sollte. Wenn mir irgend jemand noch einen Rat geben könnte, wäre ich sehr dankbar.

tweety_1974
31.07.2011, 00:33
Hallo Andrea,

erst mal :hi:
Leider kann ich Dir keinerlei Rat geben. Aber Eure Geschichte hat mich so berührt, dass ich einfach schreiben musste.
Ich sitze hier mit Tränen in den Augen vor dem Rechner und mir fehlen die Worte bei dem Leid was Dein süsser kleiner Kater und Du durchmachen müsst :0(:0(:0( Ein wahnsinnig langer (Behandlungs) Weg liegt hinter Euch und nun?
Ich möchte mich so gerne dem TA anschließen. Wenn der kleine Kerl Appetit hat und auch zwischendurch fröhlich ist, sollte es einen Versuch wert sein weiter zu machen. Nur bin ich hier keinesfalls in der Position mir ein Urteil darüber zu erlauben :o
Das einzige was ich machen kann ist, Dir und dem kleinen eine riesige Portion Kraft zu schicken :hug: Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass doch noch alles gut wird. Mehr kann ich leider nicht tun. Ich bin in Gedanken bei Euch :hug::hug::hug::kraul::kraul:: kraul:
Bitte berichte wie es bei Euch weiter geht. Vielleicht hilft es Dir (auch wenn Du nicht den erhofften Rat bekommst) Eure Geschichte hier zu berichten. Du bist in einem tollen Forum gelandet in dem Du ganz viel Zuspruch und Mitgefühl bekommst

Andrea1973
31.07.2011, 00:44
Vielen Dank fürs Daumendrücken. Ich werde weiter berichten, wenn sich was Neues ergibt.

tweety_1974
31.07.2011, 00:50
Wie heisst denn der kleine Kerl??? Und hast vielleicht ein Bild dazu? (Natürlich nur wenn Du die Nerven und Lust hast eins hochzuladen)

Andrea1973
31.07.2011, 01:06
Unser kleiner Kater heißt Mogli. Ich weiß leider nicht, wie das mit dem Fotohochladen funktioniert.

tweety_1974
31.07.2011, 01:14
Unser kleiner Kater heißt Mogli. Ich weiß leider nicht, wie das mit dem Fotohochladen funktioniert.
Ach Mogli... Wie mein kleiner :love: Für Fotos hochladen schau mal hier: http://forum.zooplus.de/testen/t-fotos-und-signaturen-hochladen-70681.html#post2123301

linabelle
31.07.2011, 12:28
Hallo Andrea, von mir auch :hi:
habe eben mit viel Anteilnahme Deinen Post gelesen :0(. Leider kann ich Dir da auch keinen Rat geben, aber bei dieser Odyssee, die ihr beide schon hinter Euch habt, gibt es wohl nicht mehr viel, was man noch machen kann, außer es ihm soooooooo schön wie möglich zu machen.
Aber ich bin da leider kein Spezialist. Vielleicht melden sich ja noch einige Foris die Dir weiterhelfen können.
Berichte bitte weiter :hug:

absinth
31.07.2011, 15:52
Ich denke ihr seid da in einen Teufelskreis geraten. Cortison falsch angewendet und auch noch über Jahre kann viel kaputt machen. Grade was die Haut angeht, irgendwann kommt sie quasi ohne nicht mehr aus und es dann auszusitzen bis die Haut wieder ohne klar kommt bringt man kaum übers Herz.
Wurde die Flüssigkeit im Bauch mal untersucht? Das Husten wird eher dadurch kommen als durch Asthma, denke ich. Kann die Flüssigkeit herausgezogen werden, das bringt ihm wenigsten für eine Weile Erleichterung.
Ich bin kein TA und kann mir trotz Deiner ausführlichen Beschreibung keine Diagnose anmaßen. Es klingt jedoch nicht wirklich gut und seine Organe scheinen nur noch sehr schlecht zu arbeiten.
Ich denke, Du solltest ihm das Leben noch so schön wie möglich gestalten, also mit Schmerzmitteln und Du wirst merken, wenn es nicht mehr geht, er wirds Dir zeigen *lieb drück*

Andrea1973
31.07.2011, 15:59
Ich habe wohl trotz aller Ausführlichkeit die Hälfte vergessen. Das Asthma hatte er schon seit zwei Jahren und wurde auch behandelt, hat sich durch die jetzige Situation aber verschlimmert, selbstverständlich auch durch das viele Wasser.
Das Cortison kann ich nicht verfluchen, denn es hat ihm viele Jahre ein gutes Leben ermöglicht und war für ihn ein Segen, auch wenn es jetzt seine Leber zerstört.
Vor zwei Monaten haben wir auch noch eine Interferon-Therapie versucht, die leider auch nichts brachte und vor drei Jahren bei nochmal einem anderen Tierarzt eine Bioresonanzanalyse, gleiches Ergebnis.
Heute Nacht ging es ihm sehr schlecht und ich war heute früh eigentlich entschlossen, ihn jetzt einschläfern zu lassen, aber jetzt spielt er wieder und futtert und ich weiß wieder nicht, was ich machen soll.

linabelle
31.07.2011, 19:53
ER wird es Dir zeigen, wenn es soweit ist ( hat zumindest meine Cherry gemacht) und wenn Du einen guten Draht zu ihm hast, wirst Du es wissen :hug:

Grizabella
31.07.2011, 21:26
Hallo, Andrea,

Das ist ein langer und intensiver Leidensweg, und es gibt offensichtlich immer wieder Hochs und Tiefs.

Wurde bei Mogli auch schon ein Bluttest auf eine FIV-Infektion gemacht? Ich will dir jetzt nicht eine längere Erklärung liefern, warum ich das frage, aber manches von deinem Mogli klingt ähnlich, wie es bei Cleo und Ulli war, die auch aus Spanien sind.

Für die erhöhten Leberwerte, die auch Cleo aufweist, gebe ich im akuten Fall durch einige Tage Artischockenblättertee (in der Pipette, denn freiwillig nimmt sie das nicht), dann bessert sich wenigstens ihr Zustand. Die Medikamente, die der TA verschreibt, müssen aber weiterhin gegeben werden.

Es ist schon ein bisschen viel, was Mogli da mitmachen muss, aber ich verstehe schon, dass du dich auch an die Tage hältst, an dem es ihm doch wieder besser geht, das wäre auch für mich ausschlaggebend.

Was hat denn sein Blutbild noch ausgesagt?

Andrea1973
01.08.2011, 08:44
Ja, er wurde auf alles getestet, auch Schilddrüsenwert usw. Alle anderen Werte sind völlig in Ordnung, nur die Leberwerte sind schlecht.
Was ich noch vergessen hatte zu schreiben: Es ist bei ihm vollkommen ausgeschlossen, ihm irgend etwas gegen seinen Willen einzugeben. Er bekommt alle Tabletten auf freiwilliger Basis, d. h. mit Tatar, Schinken usw. Deshalb könnte ich ihm keinen Tee geben.

Andrea1973
03.08.2011, 11:22
Nachdem es Mogli am Wochenende sehr schlecht ging, kann ich jetzt wieder Erfreuliches berichten:

Seit gestern ist er wieder richtig fit und munter, das Wasser aus dem Bauch ist mit den Entwässerungstabletten zu einem großen Teil verschwunden und er ist wie ausgewechselt, spielt und hat keine Asthmaanfälle mehr. Natürlich ist er immer noch sehr krank, aber wir haben jetzt wieder große Hoffnung, dass er es doch noch schafft, denn leben will er auf jeden Fall.

Vielen Dank an alle, die mir zugehört und versucht haben zu helfen.

Viele Grüße

tweety_1974
03.08.2011, 11:33
Nachdem es Mogli am Wochenende sehr schlecht ging, kann ich jetzt wieder Erfreuliches berichten:

Seit gestern ist er wieder richtig fit und munter, das Wasser aus dem Bauch ist mit den Entwässerungstabletten zu einem großen Teil verschwunden und er ist wie ausgewechselt, spielt und hat keine Asthmaanfälle mehr. Natürlich ist er immer noch sehr krank, aber wir haben jetzt wieder große Hoffnung, dass er es doch noch schafft, denn leben will er auf jeden Fall.

Vielen Dank an alle, die mir zugehört und versucht haben zu helfen.

Viele Grüße
:hug::hug::hug::wd::wd::wd::kr aul::kraul::kraul: Ohhhh wie schön, eine gute Nachricht... Ich hoffe mit Euch und drücke weiterhin ganz feste die Daumen, dass der kleine Mogli weiter Fortschritte macht. Er ist ein ganz tapferer kleiner Kerl und ein Kämpfer :kraul::kraul::kraul:
Bitte berichte doch ab und zu weiter wie es Euch geht :cu:

linabelle
03.08.2011, 15:32
Das freut mich für Euch :wd:

Geniesse die gute Zeit mit ihm und ich drücke Euch beiden die Daumen, das diese Zeit nochseeeeeeehr lange währt :bl::cu: