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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vergiftung



Janina <3
25.06.2011, 19:41
Hallo :)

Da ich für alle Fälle immer mein Wissen parat haben will, würde ich gerne wissen, wie lange es dauert, bis eine Katze Symptome einer Vergiftung zeigt?

Angenommen sie frisst irgendwas, zeigt sich die Vergiftung sofort oder erst nach einem oder mehreren Tagen?

Habe mich gerade im Internet ein wenig über die Gifte erkundigt und bin jetzt sehr aufgebracht, weil ich Angst habe, meine Katzen rauszulassen etc.

Für Antworten wäre ich sehr dankbar! :)

Janina <3
25.06.2011, 19:54
Achja, insbesonders bezieht sich meine Frage auf Rattengift. Ich würde gerne erste Symptome und eben Zeitraum wissen.

Janina <3
25.06.2011, 19:56
Der ganze Aufruhr kommt daher, dass ich heute 2 Dosen leeres Katzenfutter in unserem Garten entdeckt habe, das definitiv nicht von uns stammt. Glaubt ihr, ich muss davon ausgehen, dass unsere Katzen vergiftet wurden? Sie zeigen (noch) keine Anzeichen, ich bin deswegen aber sehr beunruhigt. Ich bitte um schnelle Antworten!

marylou
25.06.2011, 20:04
Zu Rattengift (Wirkstoff: Cumarin) siehe hier:
http://www.fertsch.de/infos/vergift.txt

Ansonsten: Frag mal Tante google, die hat mir grad ne ganze Latte an Ergebnissen gelistet :rolleyes:
gemeinsamer Tenor: Wenn man bei der Katze die Vergiftungserscheinungen durch Rattengift/ Cumarin feststellt, ist's oft schon zu spät.
Daher bei Verdacht sofort zum TA!

Janina <3
25.06.2011, 20:09
Auf Google habe ich alle Seiten zu dem Thema schon gelesen, aber die brennendste Frage ist für mich im Moment, wie lange es von der Aufnahme bis zur Symptomäußerung dauert.
Das habe ich nirgendwo gefunden.

marylou
25.06.2011, 20:23
Auf Google habe ich alle Seiten zu dem Thema schon gelesen, aber die brennendste Frage ist für mich im Moment, wie lange es von der Aufnahme bis zur Symptomäußerung dauert.
Das habe ich nirgendwo gefunden.

Siehe farbliche Markierung ;)


Coumarinderivate - Kleintier

I. Allgemeine Toxikologie
1. Chemisch-physikalische Eigenschaften
Die Ausgangssubstanz - Coumarin - ist ein natürlicher Duftstoff, der ähnlich wie die Schoten der Vanillepflanze riecht und in Parfums, Tabakwaren und Kosmetika eingemischt wird. Bei den synthetischen Wirkstoffen, die eine gerinnungshemmnde Wirkung haben, kann zwischen den älteren Coumarinderivaten der ersten Generation (zum Beispiel Warfarin) und den neueren Coumarinderivaten der zweiten Generation (zum Beispiel Chlorophacinon, Diphacinon, Diephenadion, Brodifacoum oder Bromadiolon) unterschieden werden. Warfarin liegt in Form farbloser Kristallen vor. Bromadiolon, Chlorphacinon und Diphacinon erscheinen als hellgelbe Kristalle. Pindon bildet gelbe Kristalle. Brodifacoum ist ein weißes Pulver. Die meisten Coumarinderivate weisen eine ausgezeichnete Lipidlöslichkeit auf.

2. Quellen

2.1 Natürliche Coumarinderivate
Durch Aspergillus- oder Penicillium-Arten kann in feuchtem (verschimmelten) Heu mit hohem Anteil an Melolitus (M. officinalis, M. altissimus, M. albus) aus Melilotsäure (Dihydro-o-cumarsäure) Dicoumarol gebildet werden. Die Substanz hemmt als Vitamin-K1-Antagonist die Synthese von Vitamin K1-abhängigen Blutgerinnungsfaktoren (u.a. Prothrombin, Faktoren VII, IX und X) und führt damit zu Hämorrhagien, auch Süsskleekrankheit (sweet clover disease) genannt. Dicoumarol kann im Heu über Jahren persistieren und bei Kaninchen, Pferden, Rindern, Schafen und Schweinen zur Erkrankung führen.

2.2 Synthetische Coumarinderivate
Diese Substanzen werden chemisch synthetisiert und als Rodentizide oder zu Therapiezwecken als Gerinnungshemmer (zur Thromboseprophylaxe) eingesetzt. Haus- und Nutztiere sind durch Köder gefährdet, die synthetische Coumarinderivate enthalten. Zweitvergiftungen durch Aufnahme der Kadaver von vergifteten Ratten oder Mäusen sind bei Hund und Katze möglich, aber nur mit den neueren Coumarinderivaten der zweiten Generation.

3. Kinetik
Coumarinderivate werden langsam aber vollständig aus dem Darmtrakt resorbiert. Im Blut findet eine starke Bindung an Plasmaalbumine statt. Die neueren Coumarinderivate der zweiten Generation weisen eine lange Eliminationshalbwertszeit von mehreren Tagen bis Wochen auf. Die Ausscheidung erfolgt über Harn und Faeces in Form konjugierter Metaboliten.

4. Toxisches Prinzip
Coumarin selber ist nur wenig toxisch. Nur bei Hunden, Ratten und Mäusen konnten nach langandauerner Verabreichung von Coumarin eine Leberschädigung mit zentrolobulärer Nekrose festgestellt werden.
Dicoumarol (Synonyme sind Dicoumarin, Dicumarol, Dicumarin) und synthetische Coumarinderivate wirken gerinnungshemmend indem sie die Reaktivierung von Vitamin K1 durch das Enzym Vitamin-K1-Epoxidreduktase kompetitiv hemmen. Die Gerinnungsfaktoren II (Prothrombin), VII (Proconvertin), IX (Christmas-Faktor) und X (Stuart-Faktor) werden in der Leber zuerst als inaktive Vorstufen synthetisiert. Im endoplasmatischen Retikulum werden diese Vorläufer durch Carboxylierung eines Glutaminsäurerestes in die aktiven Gerinnungsfaktoren überführt. Dieser Vorgang der Carboxylierung ist mit der Oxidation eines Kofaktors - Vitamin K1 - verbunden, wobei als Oxidationsprodukt das Vitamin-K1-Epoxid entsteht (siehe Abbildung). Die Rückführung dieses Epoxids in die ursprünglich aktive Form von Vitamin K1 wird durch das Enzym Vitamin-K1-Epoxidreduktase besorgt. Der biochemische Schritt der Reaktivierung von Vitamin K1 ist es, der durch die Coumarinderivate verhindert wird:
[TOX-Graphik 002]
In der Gegenwart der Coumarinderivate fällt somit die posttranslationelle Carboxylierung der Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X aus. Diese Blockierung im Aufbau des Blutgerinnungssystems führt nach Verbrauch der noch vorhandenen Gerinnungsfaktoren zu multiplen Hämorrhagien. Diagnostisch sehr wertvoll ist die Tatsache, dass Faktor VII immer zuerst aufgebraucht wird, beim Hund beträgt die Halbwertszeit von Faktor VII zum Beispiel nur 4-6 Stunden. Zur Ermittlung der exogenen (oder extrinsischen) Gerinnungsaktivität - an dem Faktor VII beteiligt ist - eignet sich der Prothrombinzeit-Test nach Quick. Somit steht eine einfache Laboruntersuchung für die Früherkennung von Coumarinvergiftungen zur Verfügung: während der Anfangsphase der Vergiftung ist der Quick-Test bereits verlängert, bevor klinisch manifeste Blutungen auftreten.

5. Toxizität bei Labortieren
Die Toxizität ist abhängig von der jeweiligen Substanz. Coumarinderivate der ersten Generation sind bedeutend weniger toxisch als Coumarinderivate der zweiten Generation.

Akute orale LD50 (in mg/kg Körpergewicht):
Maus Ratte Kaninchen Huhn
Brodifacoum 0.4 0.16-0.4 0.2 2-12
Bromadiolon 1.75 0.59-1.13 1
Chlorophacinon 1.16 2-20.5 50
Coumachlor 900-1'200
Coumafen 374 3 800 1'000
Coumafuryl 400
Coumarin 293-680
Coumatetralyl 16.5 50
Dicoumarol 542
Difenacoum 0.8 1.8 2 100
Difethialon 1.29 0.56
Diphacinon 340 1.5-17 35
Flocoumafen 0.8 0.25 0.2
Methoxycoumarin 4'300
Phentolacin 3.75
Pindon (Pivaldion) 280 150-170
Pyranocoumarin > 4'000
Valon 100-200 100-150
Warfarin 374 60 942

Bei wiederholter Verabreichung verteilt auf mehreren Tage können die oralen LD50-Werte für Coumarinderivate um bis zu zwei Zehnerpotenzen tiefer liegen. Zum Beispiel ist die orale LD50 für Coumafuryl bei Verabreichung während 5 aufeinanderfolgenden Tagen an Ratten 1.4 mg/kg/Tag. Für Warfarin, Coumatetralyl, Difenacoum und Diphacinon betragen diese mehrtägigen Toxizitätswerten 1 mg/kg/Tag, 1.5 mg/kg/Tag, 0.16 mg/kg/Tag und 0.5 mg/kg/Tag.

II. Spezielle Toxikologie - Kleintier
1. Toxizität

1.1 Akute orale LD50
- Brodifacoum: 0.25-3.5 mg/kg Körpergewicht beim Hund, 14.7 mg/kg bei der Katze
- Bromadiolon: 11-15 mg/kg beim Hund, > 25 mg/kg bei der Katze
- Chlorophacinon : 50-100 mg/kg (Hund und Katze)
- Coumafen: 20-50 mg/kg beim Hund, 6-40 mg/kg bei der Katze
- Difenacoum: 50 mg/kg beim Hund, 100 mg/kg bei der Katze
- Difethialon: 4 mg/kg beim Hund, 16 mg/kg bei der Katze
- Diphacinon: 0.9-8.0 mg/kg beim Hund, 15 mg/kg bei der Katze
- Flocoumafen: 0.075-0.25 mg/kg beim Hund
- Pindon: 5-75 mg/kg beim Hund
- Warfarin: 20-300 mg/kg beim Hund, 5-30 mg/kg bei der Katze

1.2 Chronische orale Toxizität:
Die wiederholte Aufnahme kleiner Mengen verursacht eine schwerwiegendere Symptomatik als die einmalige Aufnahme einer größeren Menge: 1 mg/kg Körpergewicht Warfarin täglich über längere Zeit ist toxisch; 3 mg/kg/Tag Warfarin während 5 Tagen ist letal.

1.3 Einflüsse auf die Toxizität:
Die Toxizität der gerinnungshemmenden Coumarinderivate wird durch folgende Faktoren gesteigert: Sterilisation des Darms infolge oraler Verabreichung von Antibiotika; Verdrängung von der Plasmalbuminbindung durch Sulfonamide, nicht steroidale Entzündungshemmer oder Kortikosteroide; Verminderung der Plättchenaktivität; Leber- und Gallengangserkrankungen.

2. Latenz
Erst nach 2-5 Tagen sind die Speicher der Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren aufgebraucht, womit es zum Auftreten der ersten Symptome kommt. Bei den Coumarinen der ersten Generation (zum Beispiel Warfarin) treten klinische Zeichen erst nach wiederholter Aufnahme der Substanz auf.

3. Symptome
3.1 Allgemeinzustand, Verhalten
Depression, Schwäche, Anorexie, Hypothermie, Schock

3.2 Nervensystem
Paresen, Paralyse (wegen epi- oder subduralen Blutungen); Krämpfe, Tod (bei Hirnblutungen)

3.3 Oberer Gastrointestinaltrakt
Maulschleimhautblutungen, Petechien, Ekchymosen, Hämatemesis

3.4 Unterer Gastrointestinaltrakt
Blutiger Kot, Meläna

3.5 Respirationstrakt
Dyspnoe, Epistaxis, Husten, der oft in Zusammenhang mit blutigem Auswurf steht

3.6 Herz, Kreislauf
Tachykardie, Kreislaufschwäche, hypovolämischer Schock, Tamponade

3.7 Bewegungsapparat
Lahmheit (wegen Blutungen in die Gelenke)

3.8 Augen, Augenlider
Keine Symptome

3.9 Harntrakt
Hämaturie

3.10 Fell, Haut, Schleimhäute
Petechien, Ekchymosen, Hämatome, verstärktes Bluten aus kleinen Wunden oder Injektionsstellen

3.11 Blut, Blutbildung
Anämie, Blutungen, verlängerte Blutungszeit

3.12 Fruchtbarkeit, Jungtiere, Laktation
Aborte

4. Sektionsbefunde
Es werden massive Blutungen an den Schleimhäuten sowie in Mediastinum, Thorax, Abdomen, Gelenke und in der Muskulatur gefunden; bei der Sektion ist das Blut nicht geronnen.
Histopathologische Befunde: Leber: Zentrilobuläre Nekrose oder zytoplasmatische Mikrovakuolen in den Hepatozyten.

5. Weiterführende Diagnostik
5.1 Direkter Nachweis
- Coumarinderivate können in Futter, Köder, Vollblut oder Leber mittels chromatographischer Methoden nachgewiesen werden. Wegen der relativ langen Latenz sind bei Ausbruch der Symptome die Coumarinderivate schon vollständig absorbiert, und eine Untersuchung des Magen-Darm-Inhaltes ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sinnvoll.

5.2 Veränderte Laborwerte
- Gerinnungsparameter: Verlängerte Prothrombinzeit (PT nach Quick), verlängerte Partielle Thromboplastinzeit (PTT). Die PT oder die PTT sollten innerhalb von 4 Stunden nach Blutabnahme bestimmt werden. Wird das Citratplasma gefroren, können die Gerinnungsparameter bis zu 1 Monat lang bestimmt werden. Empfehlung: vor der Therapie mit Vitamin K1 Blut für eine spätere Quick-Bestimmung entnehmen.
- Differentialblutbild: Erniedrigter Hämatokrit, erniedrigte Thrombozytenzahl.

5.3 Röntgen und Ultraschall
- Blutungen in Lunge, Mediastinum, Thorax oder Abdomen
- Kompression der Trachea und
- Herzbeutelblutungen
lassen sich mittels bildgebender Verfahren als Flüssigkeit darstellen.


Quelle: http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm

marylou
25.06.2011, 20:24
Zweiter Teil:

6. Differentialdiagnosen
- Andere Koagulopathien, die auf Vitamin K1 ansprechen, zum Beispiel Cholestase, Malabsorptionssyndrom, Darmsterilisation durch Antibiotika.
- Koagulopathien, die nicht auf Vitamin K1 ansprechen, zum Beispiel Verbrauchskoagulopathie, Thrombozytopenien, angeborene Koagulopathien (von Willebrand)
- Andere Vergiftungen, z.B. mit organischen Lösungsmitteln, Aflatoxinen, nicht steroidalen Entzündungshemmern

7. Therapie

7.1 Notfallmaßnahmen
- Kreislauf stabilisieren, gegebenenfalls Plasma- oder Bluttransfusion.
- Atmung stabilisieren.

7.2 Dekontamination und Elimination
- Sofern die Köderaufnahme beobachtet wurde, kann wiederholt Aktivkohle (bei Obstipation in Verbindung mit Glaubersalz) verabreicht werden. Beim Eintritt der Symptome ist die Dekontamination jedoch zwecklos.

7.3 Antidottherapie
Das Antidot der Wahl ist Vitamin K1.
- Initialdosis: 5 mg/kg i.v., s.c. an mehreren Orten verteilt oder rektal; die intravenöse Verabreichung nur in Verbindung mit Flüssigkeit durchführen (Gefahr einer anaphylaktischen Reaktion)!
- Erhaltungsdosis: 1.25 mg/kg s.c., 2mal täglich; sobald keine gastrointestinalen Störungen mehr vorliegen: 1.25 mg/kg Vit K1 p.o., 2mal täglich mit dem Futter (der höhere Fettgehalt von Konservenfutter steigert die orale Bioverfügbarkeit)
- Dauer der Behandlung: Die Vitamin K1-Therapie muß bei Coumarinderivaten der ersten Generation (zum Beispiel Warfarin) über mindestens 7 Tage, bei den neueren Coumarinen der zweiten Generation (zum Beispiel Diphacinon oder Brodifacoum) über mindestens 3 Wochen fortgesetzt werden. Der Quick-Test sollte 2 und 5 Tage nach der letzten Vitamin K1-Verabreichung wiederholt werden. Wenn der Quick dann immer noch verlängert ist, muß die Vitamin K1-Therapie 2 weitere Wochen fortgesetzt werden.
- Vitamin K1 führt erst nach 1-3 Tagen zur Wiederherstellung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes, da die Leber die Gerinnungsfaktoren zuerst synthetisieren muß. Daher soll bei akuten Blutungen mit stark erniedrigtem Hämatokrit in jedem Fall auch Blut oder Plasma transfundiert werden.

7.4 Weitere symptomatische Maßnahmen
- Ruhe, Tier vorsichtig handhaben und weich betten, Überwachung
- Regulierung der Körpertemperatur: Decken, Wärmelampe
- Antibiotische Versorgung
- Antiemetika, wenn das (blutige) Erbrechen längere Zeit anhält.

7.5 Kontraindiziert
- Die Vitamine K3 (Menadion) und K4 (Menadiol) eignen sich nicht für die Antidottherapie, weil diese synthetische Derivate potentiell toxisch sind und eine nur beschränkte koagulatorische Wirkung vorweisen.
- Nicht steroidale Antiphlogistika, Phenothiazinderivate, Sulfonamide, Kortikosteroide, Benzodiazepine oder Furosemid verstärken die Wirkung der Cumarinderivate durch Verdrängung vom Plasmaalbumin und sollten deshalb nicht eingesetzt werden.


Quelle: http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm

Janina <3
25.06.2011, 20:32
Ach du liebe Güte, das hat mich jetzt aber nicht wirklich beruhigt. Ich werde wohl am Montag gleich meinen Tierarzt kontaktieren und fragen, wie er wohl vorgehen würde.

Danke, jetzt bin ich auf jeden Fall schlauer.

marylou
25.06.2011, 20:35
Bei einem konkreten Verdacht einer Vergiftung mit Rattengift würd ich nicht bis Montag warten :o

Elia
25.06.2011, 20:43
Hi,

du weißt ja nicht, WAS deinen Katzen eventuell gegeben wurde. FALLS ihnen was gegeben wurde. Es gibt auch andere Gifte, und manche machen erst ein paar Organe kaputt, bevor es zu Symptomen kommt. Wenn z.B. die Nieren geschädigt werden, dann merkt man erst einmal nichts davon, erst wenn die Nieren zu einem großen Teil zerstört sind, kommt es zu Erbrechen, Mattigkeit, Untertemperatur...

Ich würde den TA zumindest mal anrufen und nachfragen, der wird schon wissen, ob bei euch in letzter Zeit Katzen vergiftet wurden.

UlliLili
25.06.2011, 21:42
Oder beim Transport des gelben Sacks ist was schief gegangen, Kinder haben die Dosen in den Garten geworfen, etc.
Wenn es einen konkreten Verdacht gibt, vorsorglich Vitamin K spritzen.
Generell sind Katzen nicht so sehr durch Vergiftungen gefährdet, da sie doch selten ihnen unbekanntes fressen, zumindest eine Hauskatze nicht, die gefüttert wird. Rattengift ist leider immer noch frei verkäuflich, zumindest hier beim obi gibt es das noch. Es sieht aus wie bunte Haferflocken.
Wenn einer ne Katze vergiften will, entsorgt er die Futterdose bzw. nimmt was anderes wie z.B. Wurst oder so.
Ich hatte auch mal den Verdacht, dass mein Kätzchen Rosalie mit Rattengift vergiftet wurde. Man konnte es nicht nachweisen, aber es war vermutlich doch was anderes.
Ich würde mal den Garten absuchen, ob Du was findest. Aber der Täter wäre selten blöd, auch noch die Dose in den Garten zu schmeissen.
Gruß, Ulli

Chilli2504
26.06.2011, 08:31
Ich kann zum Thema nur n allgemeinen Buchtipp beisteuern: Dr.Bruce Fogle "Der kleine Katzendoktor"

Janina <3
26.06.2011, 14:33
Danke :) Über das Buch werde ich mich mal genauer informieren! Die Dosen waren nur so halb geöffnet, sodass sich eine Katze, die daraus gefressen hätte die Nase zerschnitten hätte. Ich finde es sieht wohl eher so aus, als seien es die leeren Dosen gewesen, die in unseren Garten geschmissen wurden. Werde den Tierarzt anrufen und alles weitere klären. Ich kann nur sagen, dass sich die beiden nicht ungewöhlich verhalten oder sonst irgendwelche Syptome aufweisen - da diese aber auch erst später auftreten können werde ich den Tierarzt kontaktieren. Danke für die Hilfe und danke für den Buchtipp :)

Janina <3
26.06.2011, 15:03
Was so eine Vitamin K1 Behandlung wohl kostet?

Habe nämlich gerade gelesen, dass eine Dame für die Behandlung ihres Hundes 1300 € bezahlt hat. Ist diese Annahme realistisch?

Schnurribärchen
26.06.2011, 22:46
Was so eine Vitamin K1 Behandlung wohl kostet?

Das fragt man am besten den TA ;)


Habe nämlich gerade gelesen, dass eine Dame für die Behandlung ihres Hundes 1300 € bezahlt hat. Ist diese Annahme realistisch?

Wenn der Hund längere Zeit aufwändig stationär in einer TK behandelt werden musste, kommt ein stolzer Preis zusammen.

LG
Claudia

UlliLili
27.06.2011, 09:35
Eine Spritze dürfte so in etwa 25 EUR inklusive Konsultation kosten. Wenn es wirklich so sein sollte und eine Katze Rattengift gefressen haben sollte, dann hilft eh nichts anderes mehr. Das Blut muss dann ja wieder in Ordnung gebracht werden, da weiß ich nicht, wie das geht. Ob von alleine mit der Zeit? Kommt sicher darauf an, wie viel Gift es war.
Wie gesagt, es kommt hier bei uns selten vor, da Katzen im allgemeinen vorsichtig sind. In Griechenland ist es normal, dass Katzen vergiftet werden. Die stürzen sich aber auch auf alles was irgendwie essbar ist, wenn sie sonst nicht gefüttert werden. Und man kann dann auch nichts mehr machen. Aber sobald sie einigermassen regelmässig gefüttert werden, gehen sie nicht an die Köder. Hunde sind da anders und somit auch mehr gefährdet.
Ich habe nur gelernt, wenn man den Verdacht hat, die Katze hat Rattengift gefressen, lässt man Vitamin K spritzen. Auch wenn nur der Verdacht besteht.
Gruß, Ulli

Sanne 40
27.06.2011, 11:35
Ich geb hier mal allg. Informationen bei diversen Vergiftungsarten und Giftsstoffen als "Erste-Hilfe-Unterstützung" die in jedem Katzenhaushalt nicht fehlen sollte.

http://www.welt-der-katzen.de/katzenhaltung/medizin/vergiftungen/vergiftung.html

Ein Rodentizid (lat. rodentia „Nagetiere“ und caedere „töten“) ist ein chemisches Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren. Es wird zur Herstellung von Fraßködern und zur Begasung von Lagerräumen und unterirdischen Nagetiergängen verwendet.

Wirkstoffe:
Warfarin ist ein Rodentizid der ersten Generation. In den späten 70er und frühen 80er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelten Nager eine gewisse Resistenz gegenüber Warfarin. Zwischenzeitlich war der Wirkstoff wieder einsetzbar, doch wird aktuell (März 2007) eine erneute Resistenz festgestellt. Je nach Menge des aufgenommenen Warfarins erfolgt nach einiger Zeit der Tod.

Für Haustiere wie Hunde und Katzen ist Warfarin eine Gefahr, wenn von ihnen die verendeten Nagetiere gefressen werden.

Das gängige Antidot des Warfarins ist Vitamin K.

Brombadiolon:
Brombadiolon ist ein Antigerinnungsmittel der zweiten Generation und wird vor allem in der kommunalen und landwirtschaftlichen Rattenbekämpfung als Fraßköder eingesetzt.


Difenacoum:
ist ein Antikoagulationsmittel der zweiten Generation. Es wird gegen Mäuse und Ratten eingesetzt.

Brodifacoum [Bearbeiten]Chemischer Name: 3-[3-(4'-Brombiphenyl-4-yl)-1,2,3,4-tetrahydro-1-naphthyl]-4-hydroxycumarin

Brodifacoum ist ein Antigerinnungsmittel der zweiten Generation. Dieses Rodentizid ist nur für die Anwendung in Innenräumen geeignet. Vergiftete Tiere dürfen nicht ins Freie gelangen.

Flocoumafen wird vor allem in der häuslichen Rattenbekämpfung sowie in Hygienebereichen (Kanalisation, Mülldeponien, Kläranlagen) eingesetzt. Es ist hochwirksam und wirkt schon nach einmaliger Aufnahme. In Form von Ködern, die den Nagern in Köderboxen präsentiert werden, wird Flocoumafen von den Ratten gefressen. Die Wirkung tritt zeitversetzt nach 4-7 Tagen ein.

Das gängige Antidot ist Vitamin K1, PPSB.


Difethialon ist ein Antigerinnungsmittel der dritten und bislang modernsten Generation. Vorwiegend zur Mäuse und Rattenbekämpfung im Innenraum sowie in Lagern und Ställen. Vergiftete Tiere dürfen nicht ins Freie gelangen.

Sekundärvergiftungen von Haus- und Wildtieren sind bei Verzehr von getöteten Nagetieren möglich. Bei versehentlicher Aufnahme muß eine Therapie mit Vitamin K-Präparaten unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Beilstein Registry Number: 8398136


Gegenmittel zu Cumarinen: Bei Vergiftungen mit Cumarinen muss unverzüglich Vitamin K als Gegengift gegeben werden. Insbesondere bei einer Vergiftung durch Brodifacoum ist eine Langzeittherapie mit Vitamin K erforderlich. Im Notfall können die fehlenden Gerinnungsfaktoren direkt ersetzt werden.

Andere Gerinnungshemmer Chlorphacinon.

Chlorphacinon ist ein von 1,3-Indandion abgeleiteter Wirkstoff, der sehr effektiv die Blutgerinnung von Säugetieren hemmt.
Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (SGU): Der reine Wirkstoff ist für Menschen hochgiftig. Er wird daher mit T+ eingestuft. Eine teratogene Wirkung ist noch nicht untersucht worden, aber anzunehmen. Hierbei ist auch der Aufnahmeweg „Haut“ zu beachten. Der Wirkstoff ist auch für Haustiere, Wildtiere und Wasserorganismen hochgiftig.

Gegenmittel zu Chlorphacinon:
Bei Vergiftungen mit 1,3-Indandionen muss unverzüglich Vitamin K1 als Antidot gegeben werden. Im Notfall müssen die fehlenden Gerinnungsfaktoren direkt ersetzt werden. Nach mehreren Quellen ist weder Vitamin K3 noch K4 als Antidot für diesen Stoff geeignet.

Strychnin ist ein sehr giftiges Alkaloid, das in Samen der Gewöhnlichen Brechnuss (Strychnos Nux-vomica) und der Ignatius-Bohne Ignatia amara vorkommt. Bereits in geringen Dosen bewirkt Strychnin eine Starre der Muskeln. Es wurde früher auch als Rattengift verwendet.

Chilli2504
27.06.2011, 11:49
Ich geb hier mal allg. Informationen bei diversen Vergiftungsarten und Giftsstoffen als "Erste-Hilfe-Unterstützung" die in jedem Katzenhaushalt nicht fehlen sollte.

Dann leg ich mir mal ein paar Vit.K Spritzen raus, für meinen erste Hilfekoffer.