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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : (fast) unglaubliche Realität



Moni Zudno
18.04.2011, 12:46
Vor ein paar Wochen traf ich mehrere HuHa, unsere Hunde spielten und tobten ganz wunderbar. Einer davon war ein erst 7 Monate alter Labbi, etwas pummelig, aber total süß. Für meinen Vasco genau der richtige Sparringspartner. War toll, den beiden beim Toben und Gerenne zuzusehen.
Dann beschwerte sich sein Frauchen:"Der hört nicht. Ich könnte jetzt weggehen und rufen, das interressiert ihn gar nicht."
Hm, dachte ich, ist doch völlig normal - in dem Alter beim Rumgetobe.
Die andere HuHa sprach das auch aus.
Die Labbi-Halterin stand aber weiter mit verkniffener Miene da, unser Vorschlag, es jetzt doch mal auszuprobieren, wurde von ihr ignoriert.
Mit meinem Vasco (Im Juni 2) arbeite ich auch noch am Gehorsam, beim spaziergang klappt das auch schon sehr gut,aber wenn ich ihn zum Toben losschicke, also ehrlich, da finde ich es noch völlig in Ordnung, dass ich einen günstigen Moment zur Abfrage des Gehorsams abwarten muss, ich will mich vor ihm (andere interessieren mich nicht...:)) ja nicht lächerlich machen!
Der Moment kam, ich rief seinen Namen, er stutzte, ich in die Hocke:"ja, komm schnell!" - und er kam im Galopp. Und ihr dürft ein Mal raten, wer vorneweg im Schweinsgalopp zu mir kam: Pummel-Labbi!
Beide gelobt, wieder weggeschickt zum Spielen,Blick ins Gesicht der halterin: versteinerte Miene...:(:(
Das Ganze hat sich dann noch 2-3 mal wiederholt, unsere Aufforderung, es doch auch mal zu probieren, hat die Halterin abgelehnt:"Ne, jetzt nicht.".
Schade auch, hab ich noch gedacht.
Letzte Woche war in dem Käseblatt unserer Region unter der Rubrik Tiermarkt eine Anzeige: Süßer, verspielter Labbi-Rüde, 7 Monate, umständehalber abzugeben...
Er war schon vergeben, meine Nachfrage, welche Umstände das erforderten wurde beantwortet:" Der ist sehr verspielt und bräuchte mehr Erziehung in der Hundeschule, durch eine berufliche Veränderung hätte sie zukünftig dafür keine Zeit, und zum Wohle des Hundes...".
Fast unglaublich, oder? Aber leider oft genug Realität!
Für manche werden Lebewesen zu einer Sache, die abgeschoben wird, wenn die eigenen Vorstellungen von der Realität abweichen.
Ich weiß, es hätte schlimmer kommen können, manche entledigen sich solcher Probleme noch einfacher, z. B. an einen Baum binden an einer Autobahnraststätte o.ä. - aber zum k... finde ich das trotzdem!:mad:
Lieber Labbi, ich hoffe, du hast jetzt mehr Glück mit deinen neuen Haltern!
LG Moni

Masterplan
18.04.2011, 14:06
Hallo Moni,

da könnte ich ja auch schon wieder ausflippen, das geht doch gar nicht. :sn: Ich frag mich ja manchmal, was ein paar Hundehalter erwarten. :man: Waaaas, ein junger Hund ist anstrengend, erfordert unglaubliche Mühe und Geduld in der Erziehung? Das haben manche Leute scheinbar noch nicht gehört und wenn, sich dann immer gedacht: Neeee, also bei mir wird das ganz anders. Und wenn überhaupt ist natürlich der Hund schuld ... is klar. Sowas wie: "Ich habe zwar einen Hund, aber keine Zeit, meinen faulen Hintern in die Hundeschule zu bewegen oder sonst konsequent und geduldig mit ihm zu üben." Ich frag mich ja, wo diese ganzen Menschen arbeiten, die wirklich jeden Tag (inkl. Wochenende!) ins Büro müssen und daher nun wirklich so null Zeit haben wenigstens einmal die Woche mit dem Kleinen zur Welpenstunde/Hundeschule zu gehen...

Unser halbjähriger Bully kommt natürlich mitten im Toben auch nicht zuverlässig auf Zuruf... dafür muss man dann aber trotzdem sich vor Freude überschlagen, wenn er mal kommt :wd: Wenn Hundererziehung so einfach wäre, wäre man ja auch nicht soooo unglaublich stolz, wenns endlich klappt. :kraul:
Gruschka hatte dazu zu meiner Frage mal geschrieben:

Ich finde es auch normal, dass ein Hund in dem Alter sich nicht selbstverständlich aus dem Spiel heraus abrufen lässt. (Gilt übrigens nicht nur für Hunde, was man auf jedem Spielplatz mit Kleinkindern und ihren entnervten Müttern beobachten kann)
Hat mir sehr geholfen, das noch ein bisschen lockerer zu nehmen :D

Glaub als HuHa sollte es einem sowieso lieber egal sein, was andere (insbesondere nicht-HuHa) von einem denken. Ob sie bei unsrem schnuckligen Bully die Straßenseite wechseln ... oder doof gucken, weil man sich bei den ersten Geschäften im Freihen richtig zum Affen macht ... oder aber mit ihren schicken High Heels vorbeistakseln und sich wundern, warum man Sabberflecken und Haare auf der Hose hat. :floet:

Moni Zudno
18.04.2011, 20:45
Hallo Cora,
also, High Heels verlassen ihr trauriges Dunkel-Kammer-Dasein bei mir auch nur noch zu besonderen Anlässen:D.
Aber solche fast unglaublichen Erlebnisse habe ich, seit ich HuHa bin (12 Jahre) immer mal wieder erlebt.
Als vor 1 1/2 jahren unser Rudelzuwachs Vasco zu uns kam, habe ich mich mal umgehört, ob nicht doch eine geeignete hundeschule in der Nähe ist, wegen Welpenspiele und so. Als mir auch über die 2. hundeschule berichtet wurde:"Nein, die Welpen dürfen erst dann von der Leine, wenn die ersten Kommandos richtig sitzen!", habe ich mich entschlossen, auch bei dem Kleinen selber für ausreichende Sozialkontakte zu sorgen...
Und dankenswerterweise ist der Großteil der HuHa, die ich kenne, mit gut erzogenen Hunden unterwegs, die freudig kommen, wenn frau sie ruft:).
LG Moni

tazi
27.04.2011, 09:30
Sowas gibt es immer wieder, leider. Bei manchen Hunden sage ich mir aber auch Gott sei Dank ist der Hund dort weg. Bekannte haben sich einen Welpen angeschafft angebl. Labrador –Schäferhund Mix, nun ist die Hündin 6 Monate alt ein Wirbelwind, kommt man zu Besuch, wird erstaml sich riesig gefreut, ein Bächlein wird auch gemacht. Sie ist wirklich ein toller Hund und will unbedingt lernen. Nur leider lernt jniemand mit Ihr. Tagsüber jeweils für 15 Minuten im Garten angebunden damit sie ihr Geschäft machen kann, zweimal täglich für 10 Minuten an der Leine raus, keine Hundeschule kein toben mit Artgenossen (kann ja nicht abgeleint werden läuft sonst weg, hört nicht). Mittlerweile ist sie wenn besuch kommt in der Wohnung angebunden, weil sie den besuch zu stürmisch begrüßen würde. So ist es jeden Tag. Bei so einer Haltung wünschte ich mir das die Besitzer einsichtig wären und den Hund abgeben zum Wohle des Hundes.

Moni Zudno
28.04.2011, 15:09
ja, leider immer wieder, habe erst kürzlich ein Gespräch an der Tanke mitbekommen, da hatte jemand eine 5-jährige Labi-Mix-Hündin zu sich geholt, und er war der 8. Besitzer... der hund kam von einer Blindenhundschule, ehemals, war wohl nicht geeignet - und hat dann eine Besitzer-Odyssee hinter sich gebracht. Der Mann meinte: von der angeblichen Ausbildung des Hundes, die von der Krankenkasse bezahlt wurde, merkt man nix, die kann nix und sie gehorcht auch nicht. Aber er würde jetzt schon nach wenigen Wochen merken, dass sich etwas ändert, er macht wohl sehr viel mit ihr.
Und sie wäre ansonsten sooo lieb und toll, zu menschen und anderen Hunden, ne, die gibt er nicht mehr ab!
Der 8. Besitzer - unfassbar!
Ich hoffe sehr, dass sie jetzt endlich bei dem Richtigen gelandet ist!
LG Moni