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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welpe kratzt Löcher in Wände



brunoderberner
21.01.2011, 14:46
Hallo erstmal,
ich habe seit 6 Wochen einen 14 Wochen alten Berner Sennehund Border Collie Mix. Er kommt aus sehr schlechter haltung und wurde dann mit seinen Geschwistern ausgesetzt. Bruno, so heißt er, wurde mir dann vom Tierschutz vermittelt.
Bruno hat Angst vor Männern und vor jeder neuen Situation, hängt also ständig an meinem Rockzipfel und traut keinem anderen über den Weg. Ich versuche dadurch ihm alles so langsam wie möglich nahezubringen, eben mit viel Geduld.
Nun habe ich das Problem, dass Bruno an seinem Schlafplatz, der unmittelbar unter meinem Bett ist, Löcher in die Wand zu kratzen. Aber dies macht er nicht beliebig, sondern nur wenn ich ins Bett gehe und er auch schlafen soll.
ich weiß, dass Border Collies sehr viel Beschäftigung brauchen, die bekommt er auch regelmäßig. Morgens und Abends bin ich jeweils 1-2 Stunden mit ihm auf den Felder.
Zudem habe ich zwei kleine Kinder, die Bruno "angreift". Er spielt mit Ihnen, vergißt dabei aber, dass diese Kinder noch klein sind. Daher lass ich die Kinder mit dem Hund ja auch nicht alleine.
Mein drittes Problem ist, dass Bruno nicht an der Leine laufen will. Er läuft dann immer kreuz und quer, was ich ständig versuche zu korrigieren, jedoch gelingt es mir kaum.
Wenn wir auf den Feldern unterwegs sind, läuft er ohne Leine und hört aufs Wort, ich denke aber, dass das größtenteils aus Angst vor fremden Leuten und neuen Situationen.
Da wo ich Bruno her habe, habe ich erfahren, dass er viel schlechtes erlebt hat, darum habe ich auch größtenteils Verständnis und bringe viel Geduld auf. Aber meine Wohnung sollte trotzdem heil bleiben.
Also er gräbt die Wand auf, sobald er shclafen soll, also nur nachts, wenn alle schlafen, tagsüber hat er es noch nie gemacht.
Ich denke es ist ja sicher auch nicht gesund, wenn er den ganzen Gips vertilgt.

Ich hoffe jemand kann mir einige Tips geben.

BrunoderBerner

81Lina
21.01.2011, 15:56
Hallo,

erstmal herzlich willkommen und Glückwunsch zum vierbeinigen Nachwuchs.

Zu deinem Problem mit der angefressenen Wand fällt mir spontan ein, dieses Annagen schlicht und einfach unmöglich zu machen, z.B. dadurch, dass du etwas "Unannagbares" davor stellst. Wenn ich dich richtig verstanden habe, macht dein Hund das von seinem Schlafplatz unterm Bett aus, oder?
Ansonsten wirklich jedes Annagen sofort mit einem klaren "Nein" unterbinden.

Dass das Zerfressen der Wände mit seiner Herkunft zu tun hat, glaube ich eher nicht, die Angst vor fremden Menschen dagegen schon. Mach da so weiter wie bisher, indem du ihn langsam an neue Situationen heranführst und dabei durch deine eigene Körpersprache Sicherheit signalisierst. "Mitleid" oder den Hund trösten kann dagegen das Problem nur verstärken.

Du schreibst, dass du morgens und abends je 1-2 Stunden unterwegs bist. Für einen so jungen Hund ist das viel zu lang. Mach lieber kürzere Ausgänge. Wichtig ist auch, dass der Kleine Kontakt zu anderen hunden hat, sowohl zu anderen Welpen als auch zu (souveränen) erwachsenen Hunden.

Hier in der Rubrik "Erziehung" kannst du dir mal das Thema "Hilfe, mein Welpe ist wild" in Ruhe durchlesen. Da gehts um die ganzen "Problemchen" mit den lieben Kleinen bzw um das, was manchmal als Problem betrachtet wird.

brunoderberner
21.01.2011, 17:28
Vielen Dank für die Tips, doch mit den kürzeren Spaziergängen habe ich schon gemerkt, dass er dann zu Hause echt nicht zur Ruhe kommt. Ok es sind meißt so eine Stunde, da treffen wir dann zwei ausgewachsene Hunde meiner Schwiegereltern und die toben eben dann so lange, da komm ich meißt gar nicht früher weg. Ich merke ja, wenn Bruno erschöpft ist, aber es macht den Anschein, dass ihm die Ausgänge mit den anderen beiden Hunden echt gut tun, aber ich werde natürlich schauen, dass ihn das nicht zu arg anstrengt. Wir wohnen bisher noch mitten in der Stadt, aber in zwei Monaten wohnen wir auf dem Land mit großem Garten, da wird sich das dann alles ein wenig ändern. Ich habe mich vorher ausgiebig über Hunde und auch die Rassen informeirt und weiß, dass Mitleid und eigene Angst nicht gut sind.
Nun noch das Problem mit an der Leine gehen. Er will immer in alle Richtungen und wickelt mich sozusagen dann auch immer mit der Leine ein. Ich versuche es ihn ganz kurz zu halten und langsam neben mir laufen zu lassen, aber er passt jede Situation ab um hintenrum auf die andere Seite zu kommen. Streßig an Straßen und so.
Was kann ich da noch tun, damit er das kapiert.
Ich habe auch schon Kontakt mit einer Hundtrainerin aufgenommen, aber vielleicht hat doch jemand im Voraus noch Tips.

Danke schonmal im Voraus
BrunoderBerner

Flamingo2410
21.01.2011, 19:09
Ich kann mich Lina anschließen.
Aber lass das echt bleiben mit dem Kleinen 1-2 Stunden aufs Feld zu gehen. Das ist echt zu viel und Gelenkprobleme sind vorprogrammiert.
Dass Dein Hund die Kinder angreift halte ich für ein Gerücht. Er ist ein Welpe, der spielen möchte und da kann es passieren, dass ein Hund auch mal knappt. Wenn das zu heftig wird musst Du es mit einem klaren NEIN verbieten.

Auch das mit dem an der Leine ziehen oder in eine andere Richtung laufen klappt nicht von jetzt auf nachher und erfordert Geduld. Wenn Dein Hund einen Richtungswechsel vornimmt, dann bleib stehen und sage NEIN. Du gehst erst dann weiter, wenn die Leine wieder durchhängt und der Hund zu Dir kommt. Lobe ihn dann!

kleines Pferd
21.01.2011, 19:25
Hallo! Einen Hütehund mußt du mit dem Kopf beschäftigen, dem reicht es nicht stundenlang spazieren zu gehen. Ich kenn das beim Welpen ca 5 Minuten spazieren genhen pro Lebensmonat, daran würde ich mich am Anfang auch ungefähr halten wenn du später nen gesunden Hund haben möchtest. Um deinen Welpen auszulasten hol dir zB mal ein Buch über Clickertraining. Kopfarbeit macht müde.Es gibt auch Denkspiele für Hunde die du auch mit nem jungen Hund machen kannst. Und dann würde ich dir empfehlen dir möglichst schnell ne gute Hundeschule zu suchen, dort kann dsein Hund erstmal in der Welpenstunde spielen und die werden auch mit euch an der Leine laufen üben etc.
MfG Susi

schlaue liese
21.01.2011, 19:55
ein welpe braucht keinen klpicker, der muß nun erstmal lernen wie das leben funktioniert .
schon gar ein ängstlicher welpe braucht erstmal kein clicker.
das kann man alles später machen.
auch muß so eine mischung erstmal nicht ausgelastet werden........welpen kann man ruck zuck überlasten.
vielleicht ist das der grund fürs anknabbern....zu wenig ruhe langes drausen sein kinder die drumrum hüpfen usw.
ach und wenn bruno deine kinder umschmeißt vergißt er nicht das es kinder sind.....völliger quatsch.
gut das du über einen trainer nachdenkst, abewr übervorder deinen hund nicht.
gerade ängstliche hunde brauchen wohldosierte neue sachen und sonst sicherheit.

kleines Pferd
21.01.2011, 20:03
Man muß ja nicht nen Clicker benutzen, aber in den Büchern steht finde ich schon einiges zur sanften Hundeerziehung drin. Und es stärkt die Bindung zum Halter. So wie ich das rauslese ist das der erste Hund, da finde ich gerade beim ängstlichen Hilfe wichtig.

brunoderberner
21.01.2011, 20:42
@Flamingo2410
daher habe ich das angreifen ja in Anfürhungszeichen geschrieben, weil ich auch der Meinung bin, dass er spielen will. Aber meine 1 Jährige weiß nicht, dass ins Ohr kneifen ein Spiel ist.
Angreifen sieht klar anders aus, trotz allem muß ich aufpassen.
Stundenlang spazieren ist übertrieben. 1-2 Stunden draußen sein heißt nicht durch und durch laufen.
Ich werde mir bei einer Hundetrainerin Hilfe holen

Flamingo2410
21.01.2011, 21:24
@Flamingo2410
daher habe ich das angreifen ja in Anfürhungszeichen geschrieben, weil ich auch der Meinung bin, dass er spielen will. Aber meine 1 Jährige weiß nicht, dass ins Ohr kneifen ein Spiel ist.
Angreifen sieht klar anders aus, trotz allem muß ich aufpassen.
Stundenlang spazieren ist übertrieben. 1-2 Stunden draußen sein heißt nicht durch und durch laufen.
Ich werde mir bei einer Hundetrainerin Hilfe holen

Das wär ne gute Idee ;)

frolleinvomamt
27.01.2011, 00:30
ich weiß, dass Border Collies sehr viel Beschäftigung brauchen,
Zudem habe ich zwei kleine Kinder, die Bruno "angreift".
Mein drittes Problem ist, dass Bruno nicht an der Leine laufen will. Er läuft dann immer kreuz und quer, was ich ständig versuche zu korrigieren, jedoch gelingt es mir kaum.
Wenn wir auf den Feldern unterwegs sind, läuft er ohne Leine und hört aufs Wort, ich denke aber, dass das größtenteils aus Angst vor fremden Leuten und neuen Situationen.
Also er gräbt die Wand auf, sobald er shclafen soll, also nur nachts, wenn alle schlafen, tagsüber hat er es noch nie gemacht.


Da stecken ja viele Probleme und (muss ich leider deutlich sagen) auch viel Unkenntnis der Rasse Border Collie drin.
a) Border Collies brauchen NICHT viel Beschäftigung, sondern im Gegenteil viel Ruhe und eine klare Trennung von Aktivität und Ruhephasen. Wenn man sie hochpusht, dann zertrümmern sie die Einrichtung, wenn sie nicht gelernt haben, runterzudrehen.
b) Der Hund greift die Kinder nicht an, sondern er versucht sie zu hüten. Das musst Du unbedingt verbieten.
c) Border Collies laufen nicht gerne an der Leine, weil sie darauf gezüchtet sind, die Situation zu kontrollieren. Wenn man ihnen nicht klar macht, dass nicht sie es sind, die die Kontrolle haben, dann läuft das aus dem Ruder.

Mein Tipp:
Weniger Outdoor-Aktivitäten, dafür mehr Kopfarbeit (Intelligenzspielzeug oder so).
Viele BC-Besitzer empfehlen Kennels. Da hat der Hund seine nötige Ruhe und lernt es auch, sich zu melden, wenn er mal muss. Und wenn er die Kinder versucht zu hüten, geht es ab in die Box.

brunoderberner
27.01.2011, 08:21
Ich habe diesen Hund nicht der Rasse wegen ausgesucht, sondern vor einem Leben im Tierheim bewahrt. Habe mich aber natürlich informiert, dass diese Hunde Hütehunde sind. Das mit den Kindern unterbinde ich sofort und es klappt mittlerweile auch ganz gut.
Und die besten Spaziergänge sind wirklich die, ohne Leine, aber da gehorcht er mir zum Glück nun auch schon sehr gut.
Ich habe mir die letzten Tage auch schon einige Kopfarbeit-Spielchen ausgedacht und es macht ihm auch Spaß.
Aber mnit viel geduld und noch mehr Mühe klappt das sicher.