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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe bei starker Kinnakne und entzündeten Augen



Leni
06.01.2011, 11:17
Hallo ihr Lieben,

einige von euch werden sich sicherlich noch an meinen Pflegekater "Lleo" erinnern...
Für alle die vielleicht eine kleine Erinnerungsstütze brauchen...

http://forum.zooplus.de/katzen-von-a-bis-z/t-lleo-ist-eingezogen-im-traurigen-zustand-76702.html/?highlight=LLeo

Lleo geht es weiterhin prima bei seinen neuen Besitzern, er ist unglaublich verschmust, anhänglich, immer mitten drin statt nur dabei, schläft im Bett und freut sich wie Bolle, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Auch seine Dosis sind total begeistern von ihm und lieben ihn heiß und innig, es könnte alles so perfekt sein... wenn ihm nicht seine Gesundheit immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen würde. :(

Der Hefepilz in seinem Ohr ist wunderbar abgeheilt, die schuppige Haut am Rücken, das Ekzem - alles kein Problem mehr.

Aber... die Augen und die Kinnakne. Damals unter der Gabe von dem Antibiotikum (Baytril), kombiniert mit einer Cortisonhaltigen Augensalbe, war beides schon sehr gut geworden, zu der Zeit ist Lleo damals umgezogen. Nach dem termingerechten Absetzen beider Sachen (ungefähr zeitgleich) haben sich die Augen wieder stark entzündet und auch die Kinnakne ist extrem heftig geworden... das ganze Kinn ist dick schwarz verkrustet, bis über beide Mundwinkel hinweg.

Ein Gang zum neuen Tierarzt der Dosis hat dem Kater eine erneute Kur mit Antiobiotikum und Cortison in Tablettenform (5 mg/ca 6 Kilo Körpergewicht der Katze) eingebracht, darunter wurde es auch schlagartig wieder besser. Das Kinn heilte ab, die Augen sahen wieder super aus - leider kam auch hier nach Absetzen der Medikamente in Kürze der massive Rückschlag.

Also sind wir (ich bin gerade zu Besuch) gemeinsam erneut zum Tierarzt gefahren, der hat sich den Kater 10 Sekunden lang angeschaut - und dann gesagt, dass Lleo wohl eine Autoimmunerkrankung hätte, er quasi gegen seine eigene Tränenflüssigkeit und den eigenen Speichel "allergisch" reagiert, nicht wie früher angenommen eine Immunschwäche, sondern eine Überreaktion des Körpers.
Hierbei könnte man nur die Symptome behandeln, aber eben nicht die eigentliche Krankheit beseitigen.

Ich habe nachgefragt, ob es auch etwas anderes sein könnte, eine andere Erkrankung, er war der Meinung, dass dies zwar theoretisch möglich sei, aber sehr unwahrscheinlich, die Symptome würden genau passen, ebenso das direkte Ansprechen auf die Medikamente.
Ein Überprüfen der Diagnose wäre nur durch kompliziertere Untersuchungen möglich, u.a. durch das Ausstanzen eines Hautstücks unter Vollnarkose im Bereich der Augen, etc...
Eine Prozedur, die wir dem alten Herrn gerne ersparen wollen, wie man sich sicherlich vorstellen kann...:o

Die Frage war nun, wie es weitergeht mit Lleo. Der Tierarzt hat sofort gesagt, dass man das am Besten mit Cortison behandeln soll, 5 mg am Tag. Nach meinem Einwand, dass ich das auf Dauer ganz schön viel finde, erklärte er dann, dass man quasi "erstmal" diese Dosis ansetzt und, wenn alle Symptome abgeklungen sind, langsam runterdosiert bis man quasi die niedrigste Dosierung gefunden hat, mit denen Lleo symptomfrei ist. Wo genau das liegt, konnte er sich natürlich nicht festlegen.

Ich muss zugeben, dass mir die Aussicht auf eine lebenslange Cortisongabe etwas Magenschmerzen bereitet, ich habe damals bei Jack mitbekommen, wie heftig die Nebenwirkungen werden können (Jack, Hund, 7,5mg/7,5 Kg Körpergewicht), er hat damals viel Wasser eingelagert, die Organe waren vergrößert, er hatte immer Hunger und Durst... meine Tierärztin hat mir damals auch gesagt, dass eine derartige Cortisongabe eine "endliche" Lösung ist...
Damals gab es leider keine Alternativen, aber ihr könnt euch vorstellen, dass es mir schon recht heftig davor graust, dass es Lleo unter der Gabe von Cortison auch soviel schlechter gehen könnte.

Momentan ist er trotz der verkrusteten Augen und der Kinnakne absolut quietschfidel und munter, es scheint ihn etwas zu jucken, aber mehr eigentlich auch nicht...

Meine Frage an den Tierarzt, wie es denn mit Nebenwirkungen aussieht, wenn die Gabe pro Tag vielleicht bei 1 mg liegt, meinte der nur lapidar "Naja, geringere Dosierung heißt auch weniger Nebenwirkungen" mit was da aber zu rechnen ist, dazu hat er nix gesagt (ihr merkt vielleicht, ich bin von dem Mann nicht so überzeugt :rolleyes:).

Auf mein Drängen hin, ob es denn gar keine Alternative gäbe, rang er sich letzten Endes dazu durch, dass man es eventuell auch mit Ciclosporin Tabletten behandeln könnte, ob und wie der Kater darauf anspricht, könne man aber vorher nicht sagen. Falls es helfen sollte, müsste man zu Beginn mit Behandlungskosten von ca 100 Euro im Monat rechnen, da das Produkt relativ teuer ist, sollte es helfen, könnte man auch da später runterdosieren und versuchen mit einer niedrigeren Dosis auszukommen, was die Kosten natürlich deutlich senken würde.

Eine Ciclosporin-Augensalbe die Lleo jetzt quasi "als Test" bekommen hat, scheint nicht soooo dolle zu helfen... damit sinkt wohl auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Tabletten etwas bringen würden...

Momentan bekommt Lleo die Augen einfach "nur" 2mal täglich feucht ausgewischt und sein Kinn wird ca. 2 mal die Woche mit "Etiderm" shampooniert und gewaschen um die dicken Krusten zu entfernen. Danach sieht er wirklich immer super aus, die Haut ist leicht gerötet, aber es geht... und Gott sei Dank lässt er sich das Shampoonieren auch völlig unproblematisch gefallen, wenn ich das bei meinen beiden probieren würde... Au weia! :D

Leider kommen die dicken schwarzen Krusten innerhalb allerkürzester Zeit nach und es sollte jetzt eben doch mal "endgültig" behandelt werden...

Die Frage ist nur wie? Mit lebenslanger Cortisongabe? Ciclosporintabletten? Wobei auch zweitere nicht wirklich nebenwirkungsfrei sind... oder es doch einfach so lassen? Sind Nebenwirkungen durch Cortison nicht vielleicht schlimmer als Kinnakne und entzündete Augen?

Ich habe den neuen Dosis gesagt, ich würde hier im Forum mal nachfragen, was ihr für Erfahrungen gemacht habt mit dauerhafter Cortisongabe bei Katzen? Wie sieht es aus, wenn man ca 1 mg/6-Kilo-Katze dauerhaft gibt? Bin ich da überempfindlich wegen meiner Erfahrungen mit Jack? Behandelt vielleicht jemand seine Katzen mit Ciclosporin? Oder hat vielleicht noch einen anderen tollen Tipp, was man vielleicht noch ausprobieren könnte?

Mir wäre es ja ehrlich gesagt am liebsten, wenn man beides durch "äußere" Behandlung zumindest soweit im Griff behalten könnte, dass man eben nicht lebenslang Medikamente geben muss? Kennt einer vielleicht noch einen tollen Trick wie man ggf. auch mit pflanzlichen Salben o.ä. dem Katerle helfen könnte?

Bestellt habe ich schon vor einiger Zeit Calendula-Essenz und Neoballistol... Vielleicht hat da einer von euch gute Erfahrungen gesammelt?

Für Tips und Ratschläge und Erfahrungen wären Lleo, seine neuen Besis - und ich natürlich auch - sehr dankbar....:bl:

wailin
06.01.2011, 11:32
Kinnakne kann auch ernährungsbedingt zumindest gefördert werden. Lilly hatte eine Zeit lang damit Probleme und ihr half zusätzlich Omega-3 haltiges Öl. Zunächst ein spezielles vom TA verordnet später sind wir dann auf Anraten der TA auf schlichtes Becel Öl (3 Tropfen pro Napf) umgestiegen.

Zusätzlich - so lange die schwarzen Punkte sichtbar waren - eine leichte Massage mit einer weichen Baby-Zahnbürste. Inzwischen gibt es für Babys Microfaser-Fingerlinge zum Zähneputzen. Ich glaube, ich würde es mal mit denen probieren, aber immer daran denken, dass die zwischendurch gut desinfiziert werden müssen, damit sich nichts infiziert z.B. mit Oxisept Spray/ Lösung (brennt nicht).

Lilly bekommt inzwischen nur noch regelmässig das Öl zum Futter. Die Massagen haben wir aufgehört, als das Kinn "sauber" aussah.

vielleicht einen Versuch wert....viele Grüsse Catrin

Elia
06.01.2011, 11:58
Hi,

wäre eine Ausschlußdiät machbar? Falls die Kinnakne durch allergischen Reaktionen auf Futterbestandteile verursacht wird?

Leni
06.01.2011, 12:00
Hallo Catrin,
danke für deinen Hinweis. Lleo bekommt seitdem er hier ist, ein spezielles hypoallergenes Diätfutter. Bei seiner Ankunft hatte er ein großes Ekzem was (quasi direkt im Anschluss an die Kinnakne :rolleyes:) den ganzen Hals herunter ging und die Vermutung der Tierschützer in Spanien (und auch meiner TÄ hier) war, dass es eine allergische Reaktion auf Futterbestandteile gewesen sein könnte. Und da er ja so viele gesundheitliche Baustellen hat, wollten wir ausschließen, was man ausschließen kann. Er frisst es gerne und gut und, was ganz wichtig ist, er verträgt es auch... Der Versuch ihn auf Nassfutter ( ca. 1 TL !!!) umzustellen hat er sofort mit heftigem Durchfall quittiert....

Reinigen tun wir den Kinnbereich momentan mit angefeuchteten Mullkompressen, leider bringt das nicht wirklich viel. Bei Lleo sind es leider nicht nur ein paar "schwarze Pünktchen" oder kleinere Krusten, es ist wirklich das ganze Kinn mit einer dicken schwarzen Kruste überzogen über die Mundwinkel bis hin zum Bereich der Schnurrbarthaare... Man kriegt es leider wirklich nur mit Shampoo und richtigem Waschen ab....:(

Eben gerade habe ich ihn shampooniert, jetzt ist fast alles runter, aber die Rötung wird leider auch schlimmer dadrunter....

@Elia
Danke auch dir für deinen Beitrag. Lleo bekommt bereist hypoallergenes Futter.... Wie gesagt war das damals bereits eine der Sachen, die wir ausschließen wollten als Ursachen für seine Hautprobleme. Und das Ekzem ist ja auch GsD verschwunden, ebenso wie die schuppigen Stellen im Rückenbereich... nur eben dieser Bereich mit Augen und Mäulchen halt nicht.... *seufz

Elia
06.01.2011, 12:15
Hm, wenn keine Ausschlußdiät möglich ist: ihr könntet Antihistamine testen, die gibt es auch in für Katzen geeigneter Form. Sie würden, wenn die Akne durch allergische Probleme verursacht wird (das ist durch das Spezialfutter nicht ausgeschlossen), die Entzündungsprozesse unterdrücken. Sind auch nicht nebenwirkungsfrei, aber in meinen Augen besser als Cortison. Und wenn sie wirken, könntet ihr doch noch mal darüber nachdenken, in dieser Richtung weiterzuforschen.

Ich habe bei Fussel zum Reinigen Prurivet verwendet. Ganz wenig davon auf einem Wattebausch eignet sich sehr gut zum Reinigen, Desinfizieren und Pflegen: ht tp://www-vetpharm.uzh.ch/tak/05000000/00056317.01

GabiLE
06.01.2011, 12:38
Lleo bekommt bereist hypoallergenes Futter

Welches ist das denn?

wailin
06.01.2011, 12:43
Bei Lilly hatten sich durch die Kinnakne Abzesse gebildet, die unter Narkose gespült werden mussten - also auch nicht nur ein paar schwarze Punkte.

Der Punkt mit der Babyzahnbürste bzw den Microfaser-Fingerling ist, dass man (a) die Durchblutung fördert und (b) den Talg abrubbelt, bevor er sich verhärtet. Dadurch bessert sich insgesamt das Hautbild. Anfangen kann man das aber erst, wenn es zumindest keine offenen Stellen gibt und nicht in der Hochphase. Mull oder Watte eigenet sich dafür nicht, weil der Massageeffekt fehlt.

Bei dem Öl geht es ja wirklich nur um Tropfen, d.h. die kann man ihm auch direkt z.B. auf das Pfötchen tropfen und er nimmt es von dort auf. Allerdings kann ich bei der Vorgeschichte verstehen, wenn ihr mit Veränderungen bei der Nahrung übervorsichtig seid.

:cu:

sj600
06.01.2011, 15:01
Also für solche Hautsachen sind ja die Omega-3-Fettsäuren immer gut.
Ich habe immer die Kapseln gekauft. Da sie bei mir auf dem Futter nicht gefressen werden, schneide ich die oben etwas auf und drück den Inhalt seitlich in die Schnute.

Zum Saubermachen des Kinns würde ich lieber 3%iges Wasserstoffperoxid verwenden.

Homer + Lilli
06.01.2011, 15:59
Hallo Alena,

das Ciclosporin kenne ich nur aus persönlichen Erfahrungen.
Nicht als Anwendung an der Katze. Und als Augensalbe kenn ich es garnicht. Ich kann nur sagen ,das es Zeit braucht. Und das nicht zu knapp.
Mehrere Monate müssen da schon ins Land gehen. Das überschießende Immunsystem in den Griff zu kriegen und runter zu fahren ist halt nicht leicht.
Wenn es dann wirkt, ist es klasse. Hat aber natürlich auch Nebenwirkungen.
Hier mal 2 Links aus der Humanmedizin
http://www.rheuma-online.de/a-z/c/ciclosporin.html
Und hier die Liste der NW ganz runterscrollen
http://www.medizinfo.de/rheuma/medikamente/cyclosporin.shtml

Wie schon gesagt, alles auf den Menschen abgestimmt, wie es bei Katzen ist, weiß ich nicht.