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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund aus Sizilien mitgebracht - kennt nix



PoldiMama
25.08.2010, 15:01
Hallo, liebe Foris,

ich suche Rat für meine Tochter, die seit Montag Hundbesitzerin ist.

Sie war in Sizilien im Urlaub und am Donnerstag lief ihnen dieser Hund zu - Weibchen, ca. 1-2 Jahre, Mix aus Chihuaha und Terrier oder Spitz.

Auf jeden Fall - nachdem das Tier in der Nachbarschaft niemand gehörte und es auch niemand ins Tierheim bringen wollte, waren meine Tochter und ihr Mann so weit, dass sie beschlossen, die Kleine mitzunehmen.

Nun zeigt sich, dass das alles nicht so einfach ist. Die Kleine ist fixiert auf meine Tochter. Beispiel - der Hund sitzt bei meiner Tochter, der Mann oder meine Enkeltochter wollen sie auch streicheln - sie knurrt oder schnappt.

Außerdem macht der Hund nur in die Wohnung, nicht draußen - scheint er überhaupt nicht zu kennen.

Natürlich wissen wir, dass nach zwei Tagen noch nicht viel erwartet werden kann - aber wenn jemand Tipps hat, wie wir dem Hund die Eingewöhnung erleichtern können, dann wären wir sehr dankbar dafür - gerade was die Sauberkeitserziehung betrifft.

LG

zipfelhut
25.08.2010, 15:25
Sie sollte dem Hund nicht gestatten/ermöglichen, in Positionen zu sitzen, aus denen heraus er zuschnappen könnte, das ist das eine. Ihn also auch mal wegschicken und sich verbitten, von ihm bewacht und beansprucht zu werden - nichts anderes ist dieses Verhalten. Zum anderen ist es hilfreich, wenn Ehemann und Kind Aufgaben wie die Fütterung und Bürsten aktiv übernehmen, so daß der Hund erkennt, daß alle vorhandenen Personen sein Rudel sind und ihm auch bevorrechtigt sind.

Tja, und das Problem mit der Sauberkeit...Gibt es einen Garten am Haus? Es kann sinnvoll sein, zunächst auf Gassirunden zu verzichten und den Hund erstmal im häuslichen Umfeld klarkommen lernen zu lassen. Heißt also, der Hund wird immer wieder zum selben Löseplatz gebracht; hebt mal ein Häufchen nach nem Malheur auf und deponiert es im Garten/nahen Hausumfeld an der beabsichtigten Stelle, zu der ihr zunächst ausschließlich hingeht. Desweiteren kann es hilfreich sein, dem Hund den Zutritt zu den Räumen im Haus/der Wohnung zu beschränken, damit er verstehen lernt, was nun eigentlich sein Zuhause ist. Dazu eignet sich beispielsweise ein Welpenauslauf gut, der nicht zu groß sein sollte. Dorthinein bekommt der Hund seinen Liegeplatz, Wasser und dort wird er auch gefüttert.
Er lebt also fürs erste in dem Auslauf und draußen im Garten, wo er im Gegensatz zur Wohnung mehr Bewegungsfreiheit erhält (im Zweifelsfall mit einer langen Leine!).
Der Auslauf sollte im am meisten bewohnten Raum stehen, damit der Hund nicht isoliert wird. Gegebenenfalls ist ein zweiter Auslauf im/beim Schlafzimmer sinnvoll...

Hat er mal in sein "Ställchen" reingepinkelt, würde ich es, sofern das für die Familie aushaltbar ist, mal nicht sofort wegräumen, sondern ihn noch nen Moment damit "leben lassen". Es wird dann zum nächsten Gassigang, also wenn der Hund herausgeholt wird, weggeräumt - kein Hund beschmutzt sich nämlich gern das nächste Umfeld - er muß aber eben lernen, was das Umfeld nun genau ist. Er wird aber schnell verstehen, daß es besser ist, draußen alles zu erledigen, als mit den eigenen Hinterlassenschaften auf engem Raum leben zu müssen. Das mag gewöhnungsbedürftig klingen, aber ich denke, daß es nur wenige Möglichkeiten gibt, einem ausgewachsenen Straßenhund klarzumachen, was eine Stube und eben Stubenreinheit ist. Bisher konnte er sich einfach wegbewegen, nachdem er sich versäubert hatte, er wird rein gar kein Reinlichkeitsempfinden haben, muß es also mühsam erlernen.

nureinhund
25.08.2010, 15:47
Hallo Sabine,

die Sauberkeitserziehung bei einem Straßenhund funktioniert genau so wie bei einem Welpen ;). Also reichlich Gelegenheit geben sich draußen zu versäubern, loben. Drinnen wird mit "Pfui" oder "Nein" - eventuell auch "no", vielleicht kennt er das ja! - verwiesen. Also immer gut im Auge behalten!

Was manchmal auftritt ist, dass sich diese Hunde draußen nicht überall trauen ihr Geschäft zu machen. Da ja jedes Revier bereits von Hunden markiert ist, hat es ein Neuankömmling je nach früherer Erfahrung nicht immer leicht. Das erfordert mitunter anfangs etwas längere Spaziergänge, wenn er sich mal wo gelöst hat, muss diese "Ecke" immer wieder aufgesucht werden. So lange, bis er sich überall "traut". Geht aber meist sehr schnell, Vorteil gegenüber einem Welpen ist zudem die Fähigkeit eines erwachsenen Hundes, dass er seine Funktionen kontrollieren kann. Was aber auch dazu führen kann, dass ihr drei Stunden geht und er sich wiederum erst zu Hause löst. In der Regel kapieren es aber diese Hunde sehr schnell.

Einen Straßenhund/Zwingerhund wird es aber kaum stören, wenn er mit seinen Hinterlassenschaften im Raum sein muss. Er kennt es ja nicht anders. In Sizilien kümmert sich eher keiner drum, wo ein Hund hinmacht, egal ob Schuppen oder Zwinger. Auch Tierschutzhunde aus unseren TH müssen oft mit ihrem "Dreck" leben und erst lernen, (wieder) stubenrein zu werden.

Das Schnappen und Knurren sofort unterbinden. Deine Tochter muss auch hier energisch mit "Nein" eingreifen. Der Hund sollte keinesfalls bei ihr auf dem Sofa sitzen, solange er sich so verhält, alternativ, er wird sofort "runtergeworfen" (also bitte nicht wörtlich ;)), wenn er so territorial und verteidigungsbereit ist, und auf seinen Platz geschickt.