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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stauballergie



AnnaS
27.01.2003, 09:18
Hallo

Hat hier jemand Erfahrung mit Pferden, die eine Stauballergie haben?

Wir wollen uns am Samstag ein Dülmener ansehen, von dem wir wissen, dass er eine Stauballergie hat. Er steht zur Zeit im Offenstall auf Stroh und bekommt normales (also kein angefeuchtetes) Heu zu fressen. Er soll keine Probleme haben so.
Bei uns würde er nachts in die Box kommen, wobei wir sehr viel Frischluft im Stall haben bei uns. Die jetzige Besitzerin sagt, dass auch das kein Problem wäre, nur sollte man ihn nicht überwiegend drinnen halten.

Dann hat er eine Birkenpollenallergie, die man aber mit einer Langzeit-Cortison-Spritze in den Griff bekommen hat. Diese Allergie äußert sich durch Husten um die Osterzeit herum. Sollte er zu dieser Zeit mal wieder husten, bräuchte er eben nur nochmals eine Langzeit-Cortison-Spritze und dann wäre es erst mal wieder für ein paar Jahre weg.

Da ihn diese beiden Allergien nicht beeinträchtigen sollen, bin ich nicht abgeneigt, ihn auch wirklich zu nehmen (sofern andere Vorraussetzungen natürlich auch noch passen, denn wir sehen ihn uns ja erst am Samstag an).

Doch ich würde mich da gerne absichern, da manche Menschen ja viel erzählen, wenn sie ihr Pferd verkaufen wollen. Und leider habe ich damit noch bisher noch keine Erfahrung gemacht. Außer bei Pferden damals, als ich meine noch im Reitverein stehen hatte. Wenn es dort in dem Stall ein Pferd mit Stauballergie gab, standen sie auf Späne und bekamen Silage oder eingeweichtes Heu, hatten auch ein Außenfenster. Doch die kamen dort lange nicht so viel auf die Weide wie bei uns.

Über ein paar Erfahrungen wäre ich also sehr dankbar.

Gruß
Anna

Schneckchen
27.01.2003, 09:58
Die Stauballergie ist prinzipiell nicht so tragisch, weil man sich darauf einrichten kann, wie Du ja selbst schon beschrieben hast (Heu anfeuchten, auf Späne stellen, viel Frischluft, Stallgasse anfeuchten, bevor man fegt, etc.).
Aber eine Birkenpollen-Allergie *skeptischguck*???
Klingt eher seltsam. Hört sich an, als wolle jemand ein Sommer-Ekzem schönreden.

Solltest Du Dich ernstlich mit dem Gedanken tragen das Pferd zu kaufen, würde ich das Frühjahr abwarten, damit Du beurteilen kannst, WIE schlimm es wirklich ist.
Langzeit-Cortison-Spritzen helfen (zumindest bei Ekzemern), gehen aber zulasten der Organe.

In unserem Stall ist eine Friesenstute mit extremem Sommerekzem. Cortison hält das Schubbern in Grenzen, unterbindet es aber nicht vollständig.

Bei diesen jahreszeitbedingten Allergien wäre ich mehr als skeptisch...

AnnaS
27.01.2003, 10:15
Also es ist so:

Laut Besitzerin (obwohl die ja viel erzählen kann, auch wenn ich sie so nicht einschätze) hustet er dann lediglich, aber mehr auch nicht. Und das würde ja nicht auf ein Ekzem hindeuten.

Da ich meine 4jährige Stute verkaufen muss, und noch ein "Beistellpferd" suche, damit mein Wallach nicht allein steht, kamen wir "zusammen". Sie hat sich gestern meine angesehen und nächsten Samstag sehe ich mir ihren Dülmener an. Nun brachte sie gestern all seine Papiere, Impfausweis, etc mit, und u.a. auch ein Bericht vom TA, da sie wohl lange Zeit versucht haben, herauszubekommen, weshalb er immer um diese Zeit für ca 2-3 Wochen etwas hustet. Der TA machte damals (ist jetzt 2 Jahre her) einen Allergietest, und da kam dann eben die Stauballergie und die Birkenpollenallergie heraus. Und auf diesem Bericht stand eben auch, dass man durch den Husten eben diesen Test gemacht habe, und was dabei heraus kam. Also ich denke mal schon, dass man sich auf so einen Bericht verlassen kann, und die Besitzerin wollte auf jeden Fall auch das Vorkaufsrecht, falls ich ihn nehme und mal wieder abgeben muss (was ich nicht hoffen wil). Und unter den Umständen denke ich ehrlich gesagt nicht, dass da ein Ekzem vertuscht werden soll.

Im Prinzip gehts mir auch wirklich nur um die Erfahrungen mit solchen Allergien.

Aber trotzdem danke für die Antwort.

Anna

PS: Schneckchen, man kann sich ja auch normal mit dir unterhalten :cool: . Vergessen wir die dumme Geschichte von neulich? Hab eigentlich keine Lust auf Streit, und vielleicht waren wir beide nicht ganz so fair?!

Schneckchen
27.01.2003, 10:37
Unter diesen Umständen hört sich das wirklich seriös an. Eine Birkenpollen-Allergie bei Pferden ist mir zwar bisher noch nicht untergekommen, aber ich hab auch erst vor einem Jahr von einer Gras(!)-Allergie bei Pferden gehört...

Was das andere Thema angeht: Mir geht´s nicht um Streit, mir geht´s um Pferde.
Daß meine Art zu schreiben nicht jedem gefällt, weiß ich.

Ich habe aber ganz sicher nicht die Absicht, hier ständig einen Streit vom Zaun zu brechen und werde auf normale Beiträge auch sicher normal antworten.
:)

AnnaS
27.01.2003, 11:14
Tja, also von Birkenpollen- und geschweige denn GRAS-Allergie hab ich bisher auch noch nicht wirkilch etwas gehört. Nun sagte sie aber auch, dass es bei ihnen extrem ist, da sie neben der Weide eine ganze Reihe Birken hat. Ist bei uns nicht so, also würde es bei uns vielleicht auch nicht so ausarten.

Weisst du, wie lange so eine Langzeit-Cortison-Spritze anhält? Ich meine, wenn man sie alle 2 Jahre machen müsste, wäre das auf Dauer sicher nicht sonderlich toll für den Körper.

Und die Stauballergie - naja, die kam ja eigentlich nur durch den Test heraus und äußerte sich bislang noch nicht.

Naja, aber die Entscheidung liegt ja letztlich bei mir. Ich wollt mich nur ein bissl schlau machen.

Und zum Abschluss des anderen - ich werd in Zukunft "Untertöne" bei dir ignorieren und mich rein auf den Inhalt deiner Beiträge fixieren, denn der Inhalt ist ja nun wirklich nicht daneben ;) . Also dann, auf ein Neues!

Anna

Bapsi
27.01.2003, 11:47
Hallo Anna,

meine Freundin hat einen Bayernwallach der auch einige Allergien hat, ich glaub Haselnuss und noch so ein ähnlicher Stauch. Der muß auch immer husten. Das ist so laut in der Nacht das die Nachbarin nicht schlafen kann. Jetzt muß sie immer mit ihm inhalieren (die Freundin) jeden Tag. Am Anfang nur in der Allergie Zeit (wenn die Sträucher blühen). Aber jetzt braucht er es das ganze Jahr über. Der ist auch dämpig geworden vom ewigen husten. Und er ist in einem Offenstall und bekommt eingeweichtes Heu und keine Einstreu nur Gummimatten...
Also überlege es Dir gut ob Du einen Allergiker kaufst. Es können sich auch neue Allergien entwickeln z.B. Heustaub.

Viel erfolg und freude weiterhin an Deinen Pferden
wünschst Bapsi

Schneckchen
27.01.2003, 14:21
Zwei Jahre? Da muß ich mich mal erkundigen... Die Friesin in unserem Stall braucht ca. alle 4 - 6 Wochen (je nach Witterung) eine neue Spritze.

Wenn bei Euch nicht so viele Birken in der Gegend stehen, könnte es natürlich sein, daß die Symptome sich in Grenzen halten.
Was die Stauballergie angeht: Ich würde bei Gelegenheit noch einen 2. TA deswegen zu Rate ziehen. Bestätigt er den Befund, würde ich die prohylaktischen Mittel ergreifen, ansonsten den Befund des 1. TA ignorieren.

AnnaS
27.01.2003, 14:39
Also ich habe eben mal mit meinem TA telefoniert deswegen. Er konnte sicherlich keine Ferndiagnose stellen, klar. Doch er sagte, es gäbe diese Langzeit-Cortison-Spritzen, die dann etwa 4-6 Wochen vorhalten, da hast du recht. Wenn man dann das gesamte Immunsytem aufbaut, kann es sein, dass dieser Husten im nächsten Jahr nicht mehr auftritt. Und so wird es dann wohl sein, da die Besitzerin sagte, die Spritze war vor 2 Jahren und seit dem hustet er nicht mehr.

Die Besitzerin gibt jetzt auch zusätzlich Brottrunk zum Futter, was mein TA auch serh sinnvoll fand. Generell sagte der auch, wenn die Stauballergie sich nicht geäußert hat, sondern lediglich durch den Test zum Vorschein kam, dann besteht da eigentlich kein Grund zur Sorge, und schon gar nicht bei meiner Haltung. Nur wenn man das Pferd dann im Stall hätte, undnur selten raus lassen würde.

Die Pollenallergie wäre bei uns wohl auch kein Problem, da wir keine Birken hier haben. Generell werde ich aber auf jeden Fall eine Ankaufsuntersuchung machen und auf diese Geschichte besonderen Wert legen. Mein TA weiß ja nun auch schon Bescheid.

Nun bin ich mal auf den Samstag gespannt :)

Gruß,
Anna

kuewi
27.01.2003, 15:56
Daß Pferde Allergien gegen bestimmte Pollenarten aufbauen können ist heutzutage schon eine fast "normale" Diagnose.
Viele früher einfach als dämpfig abgeschriebene Pferde wären mit einer Behandlung auf Allergie vermutlich besser drangewesen - aber damals gab es eben noch nicht so fortschrittliche Nachweistests.

Ich würde bei diesem Wallach vor allem die speziellen Lungenfunktionen vom TA ganz genau checken lassen.
Auch wenn er immer "nur" ein paar Wochen im Jahr hustet - ich würde das nicht unterschätzen.
Und die Corisonspritze ist lediglich zur Unterdrückung des Hustreizes da - nicht zur Heilung!
Vielleicht kann man das Immunsystem mit einer Baypermun - Kur etwas aktivieren - frag mal Deinen TA danach!

Ansonsten würde ich sagen, wenn Du weißt was mit einem Allergiker auf Dich zukommt ( denn er kann im Laufe seines Lebens z. b. auf viele andere Dinge zusätzlich eine Allergie ausbilden, Birke reagiert auch gut mit Roggen, da gibts Kreuzreaktionen... )
und er entspricht Deinen Vorstellungen , dann nimm ihn!

AnnaS
27.01.2003, 16:41
Hallo Kuewi

Ja, danke für deine Antwort. Wie gesagt, ich hatte ja schon mit meinem TA deswegen telefoniert. Vielleicht hatte ich mich falsch ausgedrückt, aber ich meinte das auch so, dass die Cortison-Spritze nicht heilt, sondern die zusätzlichen Maßnahmen, die man eben so ergreifen kann. Nee, wieder falsch ausgedrückt :( . HEILEN kann man eien Allergie ja nicht.....ach ihr wisst schon, was ich meine ;) .

Mein TA hat mir auch noch ein paar extra Tips gegeben, worauf ich am Samstag achten soll. Und selbst danach kommt auf jeden Fall noch die Ankaufsuntersuchung.

Du hast sicherlich recht, wenn du sagst, ein Pferd kann im Leben auch noch viele weitere Allergien entwickeln, oder eine vorhandene Allergie kann sich verschlimmern. Aber weißt du, ich habe in den 18 Jahre, die ich nun schon reite und mit Pferden zu tun habe, so viele Pferde kennengelernt, die beim Kauf gesund waren, durch die Ankaufsuntersuchung kamen, und dann nach mehr oder weniger kurzer Zeit irgendwas bekamen, wo die Leute viel Tierarztkosten investiert haben - sicher kann man sich nie sein. Dafür sind es eben Lebewesen.
Nur sicherlich ist man bei vorhandenen Geschichten doch etwas skeptischer.

Tja wie gesagt, mal den Samstag abwarten. Im Prinzip ist er genau das, was wir uns als Zweitpferd eben vorgestellt haben. Aber zwischen Erzählung und "Pferd live" liegen ja manchmal auch Welten.
Also erst mal abwarten. Aber jetzt bin ich mir dank eurer Antworten und dem Telefonat mit dem TA doch etwas klarer über das ganze.

Liebe Grüße
Anna