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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verfeindete Katzen



ChristianeS
10.05.2002, 11:14
Hallo,
ich habe ein Problem mit zweien meiner 4 Tiger und hoffe, dass ich hier
einen Tipp bekomme.
Ich habe im Dezember zu meinen 3 Katzen (Jenny 13 Jahre, Maya ca. 5 Jahre,
Einstein ca. 9-10 Jahre) eine scheue Katze aus dem Tierheim aufgenommen
(Milena ca. 2-3 Jahre). Die ersten paar Tage verliefen total problemlos,
dann aber hat meine alte Jenny die Neue gejagt, so dass diese sich nicht
mehr aus ihrem Zimmer getraut hat. Nach und nach hat sie aber erstens
Vertrauen zu mir gefasst und Selbstvertrauen aufgebaut und als sie sich
endlich getraut hat, Jenny aus dem Zimmer zu vertreiben, war das Eis
gebrochen. Milena hat nun die ganze Wohnung erobert und ist nun auf einmal
ihrerseits auf Jenny losgegangen.
Das Problem ist jetzt, meine alte Jenny ist sehr sensibel und hat furchtbar
Angst vor Milena. Sie hält sich ausschließlich im Bett oder draußen auf
(alle sind Freigänger und können durch die Katzenklappe nach draußen).
Milena ist aber nicht ständig aggressiv gegen Jenny, es kommt höchstens 1-2
mal am Tag vor, dass sie Jenny mit den Augen fixiert bzw. auf sie lossaust,
wobei es noch nie zu einem Kampf gekommen ist, Jenny flieht.
Ich verabreiche seit 2 Wochen Bach-Blüten, außerdem habe ich es schon mit
homöopathischen Mitteln versucht (Scutellaria für beide bzw. Gelsemium für
Jenny). Auch ein Beruhigungsmittel für Milena an ein paar Tagen verabreicht,
hat nichts gebracht.
Da Jenny sich nicht mehr in die Küche traut, füttere ich die 3 Mädels jetzt
gemeinsam im Schlafzimmer, damit sie sich wenigstens etwas nahe kommen (wen
man nicht kennt, den fürchtet man). Beim Fressen klappt auch alles
wunderbar, aber gleich anschließend verzieht sich Jenny wieder aufs Bett und
traut sich anschließend noch nicht mal zu trinken.
Habe ich hier noch eine Chance? Ich möchte Milena ungerne zurück bringen,
ohne nicht alle Mittel ausgeschöpft zu haben. Zumal sie ansonsten eine sehr
soziale Katze ist, sie kuschelt mit Maya und auch mit Einstein kommt sie gut
zurecht. Und wie gesagt, es gibt eigentlich keinen Kampf, sondern das
Hauptproblem liegt bei Jennys Angst.
Liebe Grüße
Christiane mit Jenny, Maya, Milena und Einstein

Sigrid
10.05.2002, 12:10
Hallo!
Wäre es möglich, dass Eifersucht eine grosse Rolle spielt? Du hast geschrieben, dass "die Neue" erst langsam Selbstvertrauen gewonnen hat. Sicher hast Du in den ersten Tagen viel Zeit mit ihr verbracht, was Jenny "der Neuen" krumm nahm und sie darum angriff.
Nach Milenas Eingewöhnung hatte Milena vielleicht den Eindruck, Deine anfangs grosse Aufmerksamkeit zu sehr mit Jenny teilen zu müssen (sensible Katzenomi braucht viel Nähe) und darum kehrt sich das Ganze vielleicht ins Gegenteil.
Ist schon traurig.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein "soziales Problem" mit Medikamenten (welche auch immer) wegtherapiert werden kann. Vielleicht hilft es Milena (und damit auch Jenny) ihr wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen und in ganz kleinen Schritten Deine Zeit wieder auf alle 4 zu verteilen. Oder ein befristeter "Stubenarrest" für Milena, damit Jenny ihr "Hausrecht" wieder zurückgewinnen kann.
Wenn Du magst, schaue ich mal in ein Buch von einer amerik. Tierpsychologin. Ein Kapitel ist nämlich auch diesem Thema gewidmet.
Viel Glück
Sigrid

ChristianeS
10.05.2002, 12:21
Hallo Sigrid,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe eigentlich von Anfang an Milena nicht bevorzugt behandelt, zumindest nicht, wenn Jenny in der Nähe war.
An Eifersucht habe ich zwar auch schon gedacht, aber ich glaube eher, dass Milenas Drohverhalten daher kommt, dass anfangs Jenny sie bedroht hat.
Ich habe schon einige schlaue Bücher gelesen, zuletzt das Buch "Katzen, die zuviel kratzen" von N. Dodman, wo auch so ein Fall beschrieben wird. Er empfiehlt eine Desensiblisierung, und ich versuche das jetzt seit ca. 2 Wochen in kleinem Rahmen durchzuführen. Das Problem ist, Milena lässt sich nicht mehr in einem Zimmer einsperren,sie hebelt mir die Fußleisten aus und zerkratzt die Türen. Und leider weiß ich halt nicht, was abgeht, wenn ich auf der Arbeit bin (wobei Jenny meistens mindestens von 6-15 Uhr unter der Bettdecke schläft, wie ich an Wochenenden mitbekommen habe).
Ich habe schon mal daran gedacht, beide nur für ein paar Tage in eine Katzenpension zu bringen, damit sie einen Raum miteinander teilen MÜSSEN, aber ich weiß nicht, ob das nicht alles noch schlimmer macht.
Ich hoffe, hier jemanden zu finden, der vor einem ähnlichen Problem gestanden hat und eine Lösung gefunden hat.
Liebe Grüße
Christiane

Sigrid
10.05.2002, 12:44
Hallo Christiane!
Ich schaue trotzdem mal nach, ob ich am Wochenende was Schlaues herauslesen kann, was Euch helfen könnte. Ich kann das gut nachempfinden. Bei einer "Familienzusammenlegung" stiess der Kater meines damal.Freundes auf meine beiden Kater. Er griff die beiden an während sie schliefen, auf Toilette waren, usw. usw. Als Mensch steht man dazwischen und ich kann verstehen, dass man alles in Erwägung zieht, um Abhilfe zu schaffen.
Habe jetzt 2 Katzenmädels. Erst kam Cindy aus dem Tierheim, ein paar Monate später Chiara als Katzenbaby. Cindy hatte Angst vor dem Katzenbaby. Chiara hatte von Anfang an eine starke Persönlichkeit und machte Jagd auf Cindy. Auch meine Cindy verschwand im Schlafzimmer. Es hat viel Geduld und fast 8 Monate gekostet, bis die 2 sich akzeptierten und Cindy ihren Sofaplatz abends gegenüber Chiara behauptete.
Freundinnen sind sie leider bisher nicht geworden und wenn Chiara eifersüchtig ist, weil Cindy sich erdreistet, mich morgens im Bett zu besuchen, hat sie keine Hemmungen, auf Cindy loszugehen. Das sind aber keine ernsten Auseinandersetzungen und ich denke, auch die werden noch vergehen.
Tierpensionen habe ich bisher immer gemieden. Hast Du da schon Erfahrungen gesammelt?
Gruss
Sigrid

ChristianeS
10.05.2002, 13:20
Hallo Sigrid,
finde ich furchtbar nett, dass Du nachlesen willst. Ja, ich will alles mögliche probieren, ich bringe es nicht über's Herz, Milena wieder ins Tierheim zurückzubringen. Sie hat dort über ein Dreivierteljahr gesessen und niemand wollte sie haben, weil sie so scheu war. Bei mir ist sie jetzt total aufgetaut und sucht inzwischen sogar meine Nähe.
Ich hatte ja schon mehrere Katzenzusammenführungen. Als ich nach dem Tod meines Katers Lukas Maya aus dem Tierheim holte (vor 2 Jahren), wollte Jenny anfangs von ihr auch nichts wissen. Es hat Monate gedauert, bis Jenny nicht mehr gefaucht hat, heute liegen sie eng aneinander gekuschelt da. Allerdings war Maya nie aggressiv und Jenny deshalb nicht in so einer Zwangslage wie jetzt.
Mit Katzenpensionen habe ich auch noch kaum Erfahrung. Ich hatte Jenny und Maya mal zusammen für ein paar Tage in der Tierheimpension, sie haben sich dort überhaupt nicht wohl gefühlt, aber in dem Moment, als sie wieder daheim waren, war alles wieder ok.
Ich denke halt nur, dass das nicht die Lösung sein kann, dass Jenny ständig vor ihr flieht...
Vielleicht braucht es wirklich einfach nur noch Zeit, aber das geht jetzt schon mehr als 5 Wochen so und Jenny tut mir einfach leid, weil sie sich so zurückzieht.
Vielen Dank für Deine Antworten und liebe Grüße an Deine Samtpfoten (ein bißchen Kabbelei gibt es auch bei meinen anderen immer mal)
Christiane

doris
10.05.2002, 17:18
Hallo,
hast du es schon mit Chamomilla probiert. das hat mir ein Tierheilpraktiker mal gegeben. 3 Globolis für jede Katze. Zerdrücken und in Katzenmilch oder Vitaminpaste rühren. Es soll gegen Eifersucht sein, bzw. beruhigen. Menschen können es auch nehmen (dann nur mehr) wenn sie unruhig oder nervös sind. (Ich nehme sie manchmal auch ;) )
Lg doris

ChristianeS
13.05.2002, 12:46
Hallo Doris,

Dir auch vielen Dank für Deine Antwort. Chamomilla C30 habe ich sogar zu Hause, ich werd's mal damit probieren. Obwohl, Eifersucht ist es glaube ich nicht bzw. nicht vorrangig. Ich glaube, die Angst steht bei beiden im Vordergrund. Falls es nicht bald besser wird, werde ich versuchen einen Tierpsychologen ausfindig zu machen.

Liebe Grüße
Christiane