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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bellen im Auto



pfotenfee
24.04.2010, 00:31
Hallo,

hat jemand eine Idee, was man mit extremen Autobellern machen kann?
Der Bearded Collie-Kastrat, sehr lieb, bellt ohnehin recht häufig und wurde wohl ein bißchen überfordert und spielerisch "aufgestachelt" als Junghund. Nun ist er bald 3 Jahre, und es ist nicht zu bewältigen. Unterwegs geht es nun und man kann es abstellen, allerdings manchmal nur per Rütteldose. Aber im Auto bellt er fast ununterbrochen, egal, ob er vorne, hinten, mit abgedeckten Fenstern oder sonst wie im Auto sitzt oder liegt. Nur an der roten Ampel hält er manchmal inne. Man kann reden, streicheln, schimpfen, ignorieren, nichts hilft.

Habt Ihr Erfahrungen?

LG,
pfotenfee

Emma1978
24.04.2010, 01:38
Nun ist er bald 3 Jahre, und es ist nicht zu bewältigen. Unterwegs geht es nun und man kann es abstellen, allerdings manchmal nur per Rütteldose. Aber im Auto bellt er fast ununterbrochen, egal, ob er vorne, hinten, mit abgedeckten Fenstern oder sonst wie im Auto sitzt oder liegt. Nur an der roten Ampel hält er manchmal inne. Man kann reden, streicheln, schimpfen, ignorieren, nichts hilft.

Was heißt denn abstellen? Und dann im Notfall mit Rütteldose?
Was wird mit dem Hund gemacht, damit er seiner Rasse entsprechend ausgelastet ist? Als Junghund aufgestachelt und jetzt ist es lästig oder wie muß man das verstehen?

Sorry, aber aus Deinem Posting geht lediglich hervor, daß dem Hund die Schuld gegeben wird, das ist aber nicht so.... 3 Jahre sind genug Zeit um einen Bearded Collie auf die Welt vorzubereiten. Was muß man sich unter "aufstacheln" vorstellen? Wenn es das ist was ich mir vorstelle, dann ist es kein Wunder daß der Hund jetzt reagiert so wie er reagiert :(

der dicke hund
24.04.2010, 01:57
hi du
ich sehe das leider genauso.
außerdem habt ihr alles ich weiß nicht wie lange alles durch was man so macht wenn ein hund im auto bellt.
er hat keinen festen platz. er wird bestraft *rütteldose*
wird er auch gelobt wenn er denn mal ruhig ist?
und ein aufgestachelter junghund wird kein braver erwachsener.




und je mehr ihr ihm aufmerksamkeit schenkt hier zwar negativ das ist dem hund egal desto weniger erfolg werdet ihr haben.

Stina
24.04.2010, 10:27
Man kann reden, streicheln, schimpfen, ignorieren, nichts hilft.


was für ein Durcheinander :s:
reden, streicheln (fein machst du das wie du da so schön bellst :s:), schimpfen fällt schon mal ganz weg!!
von Rütteldose halte ich auch gar nichts.

und was meint ihr mit "er wurde aufgestachelt"???

er bekommt einen festen Platz im Auto, nicht ständig wechsel. Vorne, hinten ...
Er muss ja sowieso gesichert werden. Entweder in einer Box oder mit einem Geschirr und Gurt.

Beardies sind nicht grad blöd und brauchen deswegen auch eine sinnvolle Beschäftigung und Auslastung.

LG, Stina

nureinhund
24.04.2010, 10:43
Wirklich ein Durcheinander! Irgendwas wird schon helfen -wenn die andere Methode nicht gleich beim ersten Mal was gebracht hat ;)?

Erzähl doch mal genauer. Setd wann habt ihr den Hund, hatte er Vorbesitzer? Wie wurde er aufgestachelt und von wem? Warum redet ihr mit dem Hund, wenn er bellt? Wie lange habt ihr die Methode "ignorieren" versucht?

Wie wird er ausgelastet? Wie wird er gehalten - Wohnung, Garten (mit oder ohne Anwesenheit von euch)?

Für Rütteldosen gibt es nur eine sinnvolle Anwendung: Ganz weit wegwerfen (natürlich nicht in die Pampas, sondern in den Container :D). Bei so einem Zirkus muss sich der Hund ja aufführen :t:.

Stell dir mal vor, du sollst etwas Neues lernen. Irgendwer steht neben dir und verursacht bei jedem Fehler, den du machst, mit irgendeinem Hilfsmittel ein für dich unerträgliches Geräusch. Würdest du dich überhaupt noch trauen einen anderen Versuch zu starten, oder würdest du nervös oder vielleicht sogar aggressiv?

pfotenfee
06.05.2010, 01:26
Hallo,

oh je, wenn ich diese Reaktionen geahnt hätte...

Nein, es ist nicht mein Hund, sondern ich habe ihn gelegentlich zum Gassigehen. Und er wurde nicht schlecht oder unbedacht behandelt, nicht für´s Bellen gestreichelt usw.
Nicht alle, die ein Problem schildern sind doof oder gehen schlecht mit einem Hund um. Die Methoden wurden konsequent nacheinander in den vergangenen drei Jahren ausprobiert. Rütteldose ist das "übelste" Mittel von allen probierten, da der Hund gewaltfrei erzogen wurde. Der Hund macht mit der Besitzerin neben ausgiebigen Spaziergängen im Wald, am Fluß und in Felern zweimal in der Woche Agility, ist fast überall dabei und kann alles andere prima, von gelassen alleine bleiben bis zu allen mölichen Kunststücken. Ich gehe mit ihm im Rudel, wo er seinen Hütetrieb ausleben kann und lasse ihn aus dem Wasser apportieren, da er sehr gern schwimmt.

Er ist absolut sozial mit Mithunden und Menschen, wird als Kindergartentherapeut eingesetzt und hat eben genau diesen einen Problembereich.
Hier geht es also nicht darum, Tierquäler und grundsätzliches Unverständnis von Hunden zu therapieren, sondern darum, ob jemand mit genau diesem Problem Erfahrung hat. Mit Schuld hat das schon mal gar nichts zu tun, denn solche Begriffe gehören wohl eher in den zwischenmenschlichen Bereich, gell?
Über konstruktive Beiträge würde ich mich freuen!

Viele Grüße,
pfotenfee

Odin09
06.05.2010, 01:59
Tja, da würde ich raten wieder ganz von vorne anfangen.
Rein ins Auto, Hund auf einen festen Platz, 5 min was lesen, raus aus dem Auto ohne zu fahren, das ganze eine Woche jeden Tag, Zeit im Auto immer etwas verlängern.
Dann rein ins Auto, Hund auf einen festen Platz, um den Block fahren, bellen ignorieren u.s.w.
Dauert wochen, bringt aber evtl. Abhilfe.

Jamba
06.05.2010, 08:46
Auf jeden Fall wünsche ich dir, dass du stets die Nerven behälst und nicht selbst beim Autofahren durchdrehst wie der Hund. Dann dürfte das Wort Schuldfrage wieder auftauchen. Den Vorschlag von Odin halte ich für gar nicht so schlecht. Ob er was bringt, bleibt abzuwarten, auf jeden Fall dürfte er dem Hund nicht weiter schaden. Die Rütteldose würde ich gleich wegwerfen.

nureinhund
06.05.2010, 08:58
Wenn der Hund sonst so super ist - schon mal daran gedacht, dass ihm vielleich schlicht und einfach übel wird im Auto? Oder er irgend ein Geräusch nicht erträgt?

zipfelhut
06.05.2010, 12:26
Ich hatte mit meinem ersten Hund einen extremen Autofiepser. Sobald ich den Motor gestartet hatte, ging das Gejodel los. Geholfen hat nur eines: Eine Transportbox, die die Außenreize weitestgehend abschirmt, bei mir war es eine Vari Kennel (Flugbox).
Ich kann jedem nur dazu raten, den Hund in einer Box zu transportieren, erstens ist der Hund darin so sicher wie mit keiner anderen Sicherungsmethode untergebracht. Zweitens bleibt das Auto um einen vorher nicht glaubhaften Faktor wesentlich sauberer, und drittens "muß" sich der Hund nicht so aufregen. Die Ursachen sind ja durchaus unterschiedlich, es ist möglich, daß der Hund aus der Erfahrung heraus gelernt hat, daß Autofahren i.d.R. ein tolles Ziel hat und sich deshalb hochschaukelt (war bei meinem Hund so), andererseits kann es aber eben auch sein, daß der Hund mit dem Anblick der vorbeirasenden Umgebung überfordert wird.
In beiden Fällen wirkt die Box (nach gründlichster vorangegangener Gewöhnung im Hause!!) wahre Wunder, weil der Hund endlich abschalten kann.

Je nach Auto sind eben Flugboxen gut geeignet; sehr praktisch und vor allem bezahlbar - ich selber habe diese (http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundetransportbox/hundetransportbox/grosse_transportboxen/94575) - finde ich aber auch die Autoboxen von Ferplast, oder aber die Profiboxen von WT-Metall, Schmidt und Co.

pfotenfee
08.05.2010, 23:40
Hallo,

danke für Eure anregenden Tips! Ich werde mit den Besitzern darüber sprechen. Sie frage mich halt immer wieder um Rat, aber ich wußte keinen mehr. Ich selber behalte schon die Nerven, wenn er dann so bellt beim Fahren, ich schalte das für mich weg, denn sonst wären wir eine echte Verkehrsgefährdung. Es ist halt schon sehr laut. Ich bin aber eine sichere und ruhige Fahrerin, sonst würde ich mich darauf wirklich nicht einlassen wollen, denn es strengt halt beide an, den Hund selber wohl auch und natürlich den Fahrer.

Da er in verschiedenen Autos gleichmaßen bellt und auch bei den verschiedenen Personen würde ich sagen, daß es eher nicht die Gerüche sind. Wenn das Auto steht, hört das Bellen ja auch auf. Er achtet auf die Außenwelt, bellt aber nicht bestimmte Dinge an, sondern bellt eben aufrecht sitzend vor sich hin.
Vielleicht ist ein abgegrenzterer Raum wirklich das Erste, das versucht werden sollte, also eine Box. Mit Abschirmung der Fenster hinten hat es ihm jedenfalls nicht gereicht.
Daß ihm von der Geschwindigkeit schlecht werden könnte habe ich auch schon vermutet. Da werde ich den Leuten noch mal in Gewissen reden. Kennt Ihr außer Bachblüten Rescue andere Mittel, die da spezieller helfen? Ich würde ungern jedesmal auf richtige Medikamente gegen Reisekrankheit zurückgreifen, denn er muß regelmäßig im Auto mitfahren, und das wäre ja gesundheitlich echt der Hammer für ihn... :-(0)

LG,
pfotenfee

pfotenfee
09.05.2010, 00:53
Ach so, noch mal zu den anderen Fragen: der Hund wurde von den jungen Besitzern als Welpe vom Züchter geholt und war nie woanders. Er lebt mit einem jungen Pärchen zusammen in einer Einliegerwohnung im Erdgeschoss mit eigenem Garten und wird voll ins Zusammenleben integriert. Er ist verschiedentlich bis zu drei Stunden am Stück allein, schläft aber dann und verhält sich absolut ruhig. Er ist im Wesen selbstbewußt und gelassen, aber typischerweise für diese Rasse sehr aufmerksam und gelehrig.

Der Mann hat die Lebendigkeit des Hundes aber extrem bestärkt, weil er anfangs Spaß daran hatte und ihn nicht zur Ruhe kommen lassen, sondern durch Gerufe, Gehopse und Jonglieren mit Spielzeugen einfach zu viele Reize geboten bzw. unkontrolliertes Toben bei dem Hund nicht nur belohnt, sondern halt noch extrem gefördert. Durch Ignoranz haben die Frau und ich erreicht, daß er einen nun nicht mehr körperlich so angeht, springt, zufaßt, alles mögliche zerreißt usw. War blöd von dem Mann, er wußte das nicht besser und wollte was Gutes tun, aber wir wissen ja, daß gerade ein Junghund sich dann auch überfordert. Darum neigt der Hund bis heute dazu, schnell unter Strom zu stehen und Action zu erwarten.
Es ist inzwischen auch schon viel korrigiert worden, teils durch totales Unterlassen von Spiel, das dann nur noch zur Belohnung ganz kontrolliert eingesetzt wurde. Mit ihm unterwegs zu sein war am Anfang echt Schwund: körperliche Schäden und zerrissene Kleidungsstücke waren für mich als Gassifrau die Regel, und er ließ sich nur schwer stoppen durch Ablenkung auf konstruktives Spiel, zur Ruhe bringen gar nicht. Das geht heute, ist aber immer noch mühsam.

Daß der Hund hier was ausbaden muß, was von Anfang an hätte anders laufen müssen, ist mir klar.

LG,
pfotenfee