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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : kommt ein anderer hund, gibts kein weitergehen....



hutzl
02.01.2010, 12:10
grüss euch im neuen jahr!

leo ist eigentlich recht folgsam, er ist jetzt 16 monate alt und die gängigen befehle funktionieren alle super.
wir üben beim spazierengehen auch abrufen, rechts - linksgehen, sitz....das einzige was überhaupt nicht klappt: ist ein anderer hund in sichtweite oder geht vorbei, gibts bei leo kein weitergehen mehr - er macht sich bockig steif, winselt, jammert und möchte unbedingt zu dem anderen hund. grunsätzlich hab ich damit kein problem, wenn er am anderen schnuppern will oder spielen. aber es ist ziemlich lästig, wenn man es zb eilig hat und weiterwill....

ich versuche seit längeren, ihn mit ansprache abzulenken und ohne aufwand an dem anderen hund vorbeizugehen - belohnung wenns klappt (sehr sehr selten).
ich habs gestern versucht, sobald ich den anderen gesehen habe, leo vor mich zu rufen auf sitz (mit gesicht zu mir) und so zu tun, als würden wir üben (pfote, bleib...)! aber es funktioniert sehr selten, meistens schaut er nach hinten....auch beim fussgehen....geht ein anderer hund zb hinter uns....leo geht nach vorne, hat aber seinen kopf immer hinten...rennt in müllkübel, stolpert vom gehsteig, weil er nicht nach vorne guckt, sondern eben nach hinten............

habt ihr einen tipp was ich noch machen kann?

lg claudia

zipfelhut
03.01.2010, 01:24
Ja, Leine dran und strikt weitermarschieren!
Was glaubst Du, was passiert, wenn er dahinterkommt, daß Du nichts unternehmen wirst, wenn er Deine Aufforderungen - hier: mitzugehen, denn was "komm" ist, wird er sicherlich wissen? - folgenlos ignorieren kann?

Wenn Motivationsversuche augenscheinlich nicht fruchten, weil er Dich ignoriert (!!), wenn Du den Trainingshampelmann für ihn machst, solltest Du Dich nicht länger abmühen, für ihn interessant zu sein. Man kann nicht in jedem Fall ein Mehr an Motivation gegenüber der konkurrierenden Motivation, hier also das Spiel mit anderen Hunden, auffahren. In einigen Fällen ist es dringend ratsam, strikt und unmißverständlich durchzusetzen, was man verlangt hat. Sonst hast Du sehr bald einen Hund, der fakultativen Abrufgehorsam zeigt. Das ist dann so einer, der nur dann kommt, wenn grade nichts interessanteres in Sicht ist. Das kann im Einzelfall letal für den Hund sein.

Solange er nicht absolut zuverlässig reagiert, wenn Du rufst, empfehle ich Dir sehr dringend, den Hund an einer (langen) Leine zu führen. Man macht sich mit jedem einzelnen erfolglosen Rufen nach seinem Hund absolut zum Drops vor ihm und gefährdet zudem gegebenenfalls auch die Sicherheit der Öffentlichkeit bzw. des eigenen Hundes. Jedes erfolgreiche Davonlaufen vor dem Abruf ist für den Hund ein Grund, beim nächsten Rufen erst recht nicht zu reagieren. Dieses Problem beginnt meist im Kleinen und endet dann im Großen. Eine sichere Abrufbarkeit stufe ich als oberstes Trainingsziel für jeden Hundehalter ein, daher solltest Du keinen Tag länger fackeln und schnellstmöglich am Problem arbeiten.

hutzl
04.01.2010, 10:13
hi,

zuerst mal: leo darf nicht ungeleint herumlaufen (nur in seltenen fällen auf der eingezäunten hundewiese), ansonsten ist er immer an der leine. beim locker spazierengehen an der laufleine (8m) und am weg zur arbeit, im dienst immer an der festen leine.

durchsetzen, jaja das versuch ich - ich halt ihn dann entweder so kurz, dass er nicht aus kann und ich gehe einfach weiter (was echt anstrengend ist) oder er bleibt eben auf SITZ, bis der andere hund weg ist.

er folgt sonst recht gut, nur eben nicht (oder selten), wenn ein hund in der nähe ist!

und wir üben einfach weiter
lg claudia

sina2
04.01.2010, 10:29
hallo hutzl,
ich kenne das problem von meinem auch... und ich fühle mich gelinde gesagt schon ein wenig doof, wenn ich einen hund hinter mir herschleife, de nur augen für den anderen vierbeiner hat. ich versuche aber, dass er keinen erfolg hat, wenn er sich so in die leinen legt, d.h. es kommt dann nicht zur netten hundebegegnung. allerdings sind meine erfolge relativ armselig. bei uns ist auch das problem, dass wir selten anderen hunden begegnen und ich so nicht permanent daran arbeiten kann...ich lese die tipps also interessiert mit :)

hutzl
04.01.2010, 12:04
lach, ja genau - man schleift seinen hund hinterher - sieht echt komisch aus. ich bin dann auch eher ruhig, spreche nicht mit ihm - aber er is dann ja so süss, er weiss genau wie er mich um den finger wickeln kann.

aber ich denke auch, dass es einfach eine übungssache ist und es ihm irgendwann auch zu blöd wird, immer hinten nach geschliffen zu werden.
aber wie schon auch erwähnt, mit der festen, kurzen leine ist es einfacher - die laufleine gibt nicht so guten halt und griff............

lg

Yas
05.01.2010, 09:00
Hi
also ganz wichtig bei soeinen ängstlichen hund ist es NICHT ANSPRECHEN ODER LOBEN.

Du bestätigst ihn nur in seiner Angst und machst alles von Spaziergang zu Spaziergang schlimmer.

Im schlechtesten Fall züchtest du dir einen Angstbeisser heran.

Mein Hund kommt aus einer Tötungsstation und ich hatte das gleiche Problem.

Was eindeutig geholfen hat, ist einfach weitergehen. Deinen Hund ignorieren und ganz SOUVERÄN weitergehen als ob nichts wäre.Du kannst auch anfangen LEICHT zu joggen,wenn du einen anderen Hund siehst.Wichtig nicht zu heftig da du sonst schwitzt und der Hund das als Angstschweiss intepretieren würde.

Es hört sich echt fies an aber wenn es sein muss schleife ihn weiter.
Bei unserem hat es nach ein zwei wochen geklappt.
Er wird nie ein draufgänger aber das ist ja auch ganz ptaktisch!Er zeigt keine Angst mehr und spielt sogar ausgelassen mit anderen. Wenn du ihn "weiterschleifst" achte darauf, dass genug Abstand zum anderen Hund ist.......nach einer Zeit wird er dir vetrauen, dass du den Plan hast und dass er dir überall hin folgen kann ohne dass etwas passiert!
Lg YAs

Dieninghoff
05.01.2010, 12:12
Hi hutzl,
nur ein paar Gedanken, worann das Verhalten des Hundes liegen kann!
Welche Hundemutter belohnt ein Welpe?
Wer gibt Beute (Leckerchen) ab?
Wie kann ein Hund an der LEine gehen ohne zu ziehen, wenn die Leine sich oft verändert (Länge)

M.F.G

hutzl
05.01.2010, 13:55
@yas

leo hat keine angst, er will spielen - wenn er sich vor einem hund fürchtet, geht er eh ganz brav fuss und neben mir ohne probleme.

@Dieninghoff
und was willst du mir damit genau sagen?
wenn wir *dienstlich* unterwegs sind oder einkaufen, geht er an einer kurzen festen leine - nur beim spazierengehen (rein zu seinem vergnügen) geht er an der laufleine.

lg claudia

oscar der 3.
12.01.2010, 13:01
Super!!!! Ich bin nicht alleine !!!!
Nee im Ernst unser Oscar ist genauso , ich versuche auch es einfach zu ignorieren und schleife ihn hinter mir her . Nein!!! kommt dann auch von mir , was aber nicht wirklich hilft . Aber ich übe , übe , übe....
LG Birgit

Chuck05
14.01.2010, 10:53
Hallo Claudia,
wir haben es unseren Hunden immer so beigebracht, immer bei Begegnungen mit anderen Hunden:
1.Schritt Leckerchen zeigen und dann in der Hohlen Hand so halten, dass er keinesfalls daran kommt - "Fuß" sagen und Fuß gehen lassen (Steuerung über die Leckerlie-Hand, immer an der gleichen Seite. (Beibringen von "Fuß" - bitte aber nur wenn ein Hund vorbei geht, nicht ständig ohne fremde Hunde üben)
2. Schritt, erst wenn 1.Schritt zig mal geklappt hat (vielleicht nach 1-2Wochen): Leckerchen Zeigen und in der Hand verstecken, ansonsten gleiches Vorgehen.
3. Schritt, dann wenn 2. Schritt zig mal geklappt hat (also auch nach 1-2W): Alles wie vorher nur mit der Änderung, dass diesmal kein Leckerlie in der Hand ist. Leckerlie gibt es dann wenn ihr am fremden Hund vorbei seit mit der anderen Hand aus der Tasche.
Das auch bis ins unendliche durchspielen, und dann so verfahren wie beim beibringen anderer Tricks (also nach zig Wiederholungen Leckerlie nicht mehr bei jedem Mal sondern konsequent erst beim 2mal geben usw. ...)

PS: Wenn das Leckerlie nicht interessant genug für deinen Hundi ist, nimm was, was ihm noch besser Schmeckt! Es sollte so klein sein, dass er es ohne kauen einfach Schlucken kann.

Hoffe ich konnte dir helfen
Liebe Grüße