PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rangordnung klären?



basca
27.09.2009, 19:18
Hallo Foris,

seit Montag (also jetzt schon fast eine Woche:D) haben wir Attila (Hütehund-Mix aus Rumänien, sieht schäferhundmäßig aus) bei uns. Heute waren wir mit meiner Schwägerin und ihrem Hund (Podenco-Mix, 9 Monate alt, ca 35cm groß, ziemlich dominant, nicht kastriert) spazieren. Sie verstehen sich so richtig gut. Sie haben miteinander gespielt (Attila war ziemlich aufgedreht) und Taz sein Herrchen hatte Taz dann auf den Arm genommen. Wir hatten dass Gefühl dass die Situation kippt, Attila hat Taz angenurrt und hat nach seiner Pfote geschnappt. Ich habe Attila dann zurechtgewiesen und dann ging es wieder.

Als wir dann weitergegangen sind hat meine Schwägerin Taz dann wieder auf den Arm genommen und ihn getragen, da wollte Attila wieder nach ihm schnappen (nicht direkt aggressiv, ich hatte das Gefühl dass er ihn als Beute sieht?!?) Als Taz wieder selbst gelaufen ist, war alles wieder ok:?: Was könnte das Verhalten denn bedeuten? Kann es sein, dass er ihn manchmal wirklich als Beute sieht?:eek:

Ich habe jetzt natürlich Bedenken, dass er ihn mal wirklich schnappt ( Attila ist ca 1-2 Jahre alt,kastriert, 21 kg schwer und 55cm hoch).

In wieweit kann er denn sein Verhalten ändern wenn er sich ganz bei uns eingelebt hat?:?:

der dicke hund
27.09.2009, 19:52
hi du
meine erste frage warum wird der andere hund auf den arm genommen? das möchte ich bitte erst beantwortet haben bevor ich weiteres schreibe.

Suzanne
27.09.2009, 19:59
Kann es sein, dass er ihn manchmal wirklich als Beute sieht?:eek:


Die Frage ist jetzt hoffentlich nicht ernst gemeint.

Wenn ich mir das durchlese, ergibt sich für mich das Resüme: Einer ist dominant, sie haben zusammen gespielt, einer war ziemlich aufgedreht, einer hat nach einer Pfote geschnappt, einer wurde hochgenommen.

WAS ist eigentlich genau passiert? Bevor ein Mensch eingegriffen hat durch hochnehmen und Zurechtweisung. Es ist mal wieder die typische "Angst" des Menschen, ein Hund könnte zu Tode kommen (überspitzt formuliert ;))

Natürlich muß man immer die Hunde und die Situation sehen, und zwar live - aber durch Zurechtweisung des einen (wenn er sich aus menschlicher Sicht fehlverhalten hat - aus hündischer evtl. nicht) und hochnehmen des anderen - ist der nächste Streß vorprogrammiert.

Hunde gehen nicht zimperlich miteinander um, aber - die meisten, alle sozialisierten Hunde haben anderes im Sinn, als sich umbringen zu wollen.....

Was genau wirfst Du Attila nun vor? Das er evtl. den Jungspund gemaßregelt hat? Schaue genau hin, was vor sich geht - nicht, was Du glaubst, passieren zu können, sondern was tatsächlich passiert. Ich vermute, lautes Palaver

Grüße Susanne

basca
27.09.2009, 20:13
Taz wurde von seinem Herrchen hochgehoben weil er ihn am See zum Baden animieren wollte wo Attila auch drin geplanscht hat, hatte also nichts mit dem Spielen zu tun (sorry, hatte mich vielleicht komisch ausgedrückt). Attila war zwar noch aufgedreht aber hatte in dem Moment nicht mit Taz gespielt.

peanutsnorfolks
27.09.2009, 20:40
Ihr habt offenbar die Situation heraufbeschworen.
Und nun wird die "Schuld" beim Hund gesucht.
Lasst die Hunde auf dem Boden, wo sie hingehören und beobachtet.

Jutta

basca
27.09.2009, 20:47
Wir haben das ja nicht mit Absicht "heraufbeschworen", es war aus der Situation heraus und ich wusste ja nicht, dass mein Schwager ihn jetzt hochnimmt. Sie hatten halt Angst um Taz und da hab ich Attila zurückgerufen:o Natürlich möchte ich nicht die Schuld auf den Hund schieben, Attila ist sonst sehr sozialverträglich, es gab noch keinen Ärger mit einem anderen Hund. Sorry, er ist halt mein erster eigener Hund und da frag ich lieber einmal zuviel nach was mir durch den Kopf geht:bl:

Mobby
27.09.2009, 20:56
Hunde sind manchmal eben wild, und geknurrt wird auch oft......und das ein grälterer Hund einen Junghund maßregelt, also in die Schranken weist, ist auch völlig normal.

Laßt die Hunde einfach auf dem Boden, wie schon geschrieben wurde.

Ic hkenne hier im Ort auch 2 kleine Hunde, die immer hochgenommen wurden und noch werden, sobald ein großer Hund in Sicht kam. Die Hunde kläffen jeden Hund an, schnappen fast über, wie man so schön sagt. Einfach weil ihnen die Chance genommen wurde, die Hundesprache "richtig" zu lernen und keine Chance hatten, sich zu sozialisieren. Wären die Hündchen auf dem Boden, würden sie auf jeden anderen Hund losgehen oder ihn zumindest so reizen, das der andere evtl doch zu schnappt. Je nach dem wie souverän der andere Hund ist.

Deswegen Hunde IMMER auf dem Boden lassen, man kann sich ruhig schützend vor den Hund stellen oder den anderen Hund vertreiben, keine Frage, aber hochnehmen muss man ihn nicht.
Wenn die Hündin meiner Freundin meinem immer in die Ohren zwickt und Mobby schutz bei mir aucht, dann schick ich sie auch fort, aber mehr mach ich auch nicht.
Wobei hochnehmen auch etwas seltsam aussehen würde bei 35 kg......:D

der dicke hund
27.09.2009, 20:58
hi basca.....klar darfst du fragen, und lese die antworten mit netter stimme laut vor dann klingen sie anders.:D:D:D
wenn deiner verträglich ist und spielt.....und dabei ein wenig heftiger wird weil aufgedreht haltet das aus. der jungspund hat auf dem arm reingarnichtsverloren. der geht nicht kaputt und wie bitte schön soll der jungspund sozialverhalten lernen? er hat sich unterzuordnen........und in der regel geht das auch.
lese vielleicht mal ein paar bücher und lerne ein paar signale die der hund aussendet.
ich habe eine super verträgliche hündin. sie ist eher unterwürfig als dominant.
aber ab und zu zeigt sie deutliche grenzen und das ist auch ok auch wenn ich mich erschrecke weil sie es so selten macht.
gestern hat sie einer anderen hündin derart die grenzen aufgezeigt das ich dachte sie beissen sich gleich...aber es war nut krakele ...lasse die beiden. wenn ihr den eindruck habt es wird zu dolle und der kleine geht unter.dann trennt die beiden aber bitte nicht indem man den einen auf den arm nimmt.

basca
27.09.2009, 21:18
Vielen Dank für die Antworten! Ich hätte sie auch gelassen, aber sie hatten Angst um ihn. Und da ich Attila erst seit Montag habe, kennen wir uns ja auch noch nicht so gut und ich wollte kein Risiko eingehen. Aber es würde mich sehr wunder, wenn er ihm was getan hätte. Attila kommt ja aus Rumänien und war dort im Rudel, es gab echt noch keine Streiterei mit ihm:-* Taz ist sehr frech und dominant (leider auch kaum erzogen, tanzt seinen Haltern ganzschön auf der Nase rum:rolleyes:) und giftet alle anderen Hunde an sobald er sie sieht. Attila ist recht unterwürfig und ordnet sich eher unter.

Kann es denn sein, dass Attila sein Wesen noch sehr ändert? Man sagt ja Hunde zeigen erst nach 4-6 Wochen Eingewöhunungszeit ihr wahres Gesicht:?::s:

peanutsnorfolks
27.09.2009, 21:24
Es dauert bis zu 6 Monaten, bis erwachsene Hunde sich endgültig akklimatisiert haben.
Sei also aufmerksam und beobachte Deinen Hund gut.
Nutze die erste Zeit, in der er noch verunsichert ist, um grundlegende Dinge zu trainieren.
Das ist Deine beste Chance.

Jutta

basca
27.09.2009, 21:37
Echt? So lange?:eek: Meinst Du mit grundlegenden Dinge Gehorsam? Worauf sollte man denn besonders achten? Bis jetzt ist er wirklich sehr lieb, lässt sich auch beim Fressen streicheln und lässt sich überall anfassen:compi:

peanutsnorfolks
27.09.2009, 22:01
Ja, vor allem die Rangordnung.
Momentan schwimmt der Hund, die Strukturen sind ihm noch neu. Das ist die beste Möglichkeit, sich als Alpha zu zeigen.
Und ja, erwachsene Hunde brauchen wirklich lange. Der Hund hat ja bestimmte Vorerfahrungen. Und die werden höchstwahrscheinlich anders sein als sein jetziges, neues Leben.
Welpen nehmen alles so, wie es kommt. Erwachsene Hunde müssen sozusagen "umprogrammiert" werden.

Gruß
Jutta

basca
27.09.2009, 22:14
Aber er wird sich doch nicht von so lieb in gefährlich verwandeln, oder?:eek: Mit der Rangordnung versuchen wir schon, z.B. gehe ich als erste durch die Türe wenn wir vom Gassi kommen.:rolleyes: Ist es denn auch ok wenn ich ihn während er frisst kurz streichel? Er ist ca 1-2 Jahre alt, ist er da schon als erwachsen anzusehen oder ist er noch ein Junghund?

Die Pfleger im Tierheim waren sehr begeistert von ihm, ich hoffe ja wirklich nicht, dass er "umschlägt":compi:

der dicke hund
27.09.2009, 22:18
werde dir darüber im klaren was er darf und was er nicht darf. verbiete alles was er nicht darf. cousch...bett ......etc.
fange nicht erst an ihn zu erziehen wenn du meinst das er sich eingewöhnt hat. dann kann es zu spät sein und er kann schnappen wenn du veruschst an sein fressen zu kommen. was er denke ich in rumänien verteidigen musste!!!!.
er war ein armer hund.nun ist er ein hund der ein zuhause hat und dem es gut geht. nutze die zeit um ihn wie jutta schrieb ihn zu erziehen.suche hilfe.
mit jungerzogenen jungrüden würde ich es persönlich lassen das gibt immer nur ärger mit den besitzern auch wenn du sie kennst.
vielleicht solltest du das gled in einzeltrainerstunden investieren das sich einer den hund mal anschaut und auch so wie das mit euch so klappt. weil die fehler die du nun machst bekommst du nur mit sehr viel anstrengung wieder raus.
wenn du fragen hast frage......lasse ihn aber auch hund sein also nicht alzuviel angst vor hundebegenungen.arbeite auch an deinem selbstbewustsein........je mehr du ausstrahlst desto sicherer wird dein hund. geniesse auch die kennlernphase..............vie l spass euch 2

peanutsnorfolks
27.09.2009, 22:27
Solche Dinge wie, wer geht zuerst durch die Tür, finde ich persönlich nebensächlich.
Mir ist es wurscht,ob meine Hunde oder ich zuerst durch die Tür gehen - wichtig ist für mich, dass sie durch die Tür gehen, wenn ich es will und dass sie es lassen, wenn ich es nicht will.
So halte ich es generell.
Futter wegnehmen finde ich z.B. sehr wichtig. Das kann im schlimmsten Fall über Leben und Tod entscheiden. Aber sei souverän vorsichtig. Du weißt halt nicht, was ihm schon alles widerfahren ist in seinem Leben.

Gruß
Jutta

basca
27.09.2009, 22:33
Ok, danke für Eure Tips. Kann man denn nach einer Woche noch nichts über den Hund sagen? Ich muss schon sagen dass ich jetzt etwas verunsichert bin:o

Ich bin ehrenamtlich viel im Tierheim (kümmere mich allerdings um die Kleintiere) und kann auch die Pfleger um Rat fragen, wir haben dort auch eine Hundetrainerin, wo wir mit Attila hingehen möchten. :bl:

peanutsnorfolks
27.09.2009, 22:40
Ich wollte Dich nicht verunsichern.
Ich denke nicht dass man allzu viel sagen kann nach einer Woche.
Der Hund ist zu 100% von Dir abhängig, und Hunde sind auch Opportunisten.
Er wird alles tun, um Dir zu gefallen. Und das musst Du nutzen.

Ich sage ja auch gar nicht, dass der Hund nicht vielleicht unproblematisch ist und bleibt. Aber das kann eben niemand vorhersehen und deshalb musst Du die günstige Gelegenheit beim Schopf packen.

Gruß
Jutta