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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Calming Signals (Turid Rugaas)



Thomas
05.01.2003, 02:41
Dieses Buch habe ich ja schon des öfteren, erstmalig im April 2002 (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=215) empfohlen. Ich halte es nach wie vor für äußerst empfehlenswert (wenn auch recht teuer für die 100 Seiten) – es rangiert immer noch in meinem persönlichen Top 3 Hundebuch-Ranking. Vor einiger Zeit habe ich nun auch den „Film zum Buch“ ;) gesehen und möchte das zum Anlass nehmen, ein paar Gedanken dazu in die Runde zu schmeißen...einige von euch haben das Buch und/oder das Video ja auch im Regal stehen...


1. Beschwichtigungs-Signale im Allgemeinen

In dem Buch wird ja richtigerweise beschrieben, das Beschwichtigungs-Signale grundsätzlich etwas positives sind. Allerdings möchte ich ein konkretes Beispiel nennen, das ein bisschen warnen und sensibilisieren soll:
Fallbeispiel: Du schlenderst mit Deinem Hund, fröhlich gestimmt durch die Botanik. Dir kommt ein fremdes Mensch-Hund-Gespann entgegen. Nehmen wir mal an, beide Hunde sind unangeleint. Ok, der fremde Hund beschwichtigt ausgiebig, leckt sich über den Fang, gähnt wie verrückt usw. Der aufmerksam beobachtende Calming-Signals-Leser könnte in diesem Moment allzu leicht denken: „Na wunderbar – fremder Hund ist wahrscheinlich ein gut sozialisierter, braver Hund. Keine Gefahr – Kontaktaufnahme gestattet“. Hmm, doch was könnte im nächsten Moment passieren? Genau – der fremde Hund stürtzt sich wie von der Tarantel gestochen auf Deinen Fiffi und greift an. Wieso das nun? Der andere Hund hat sich u.U. die ganze Zeit selbst beschwichtigt – nicht Deinen Hund! Welchen inneren Konflikt (und aus welchem Grund) der andere Hund gerade hatte sei mal dahingestellt, ist auch völlig egal.
Natürlich wird so eine Situation in allzu häufig auftreten. Ich halte es jedoch für wichtig, sich nicht blind auf die konfliktvermeidende Motivation von Beschwichtigungs-Signalen zu verlassen.
Übrigens kann es auch genau andersherum laufen: Ein Hund der extrem beschwichtigt, kann schon auch mal von einem anderen (i.d.R. sehr ranghohem Kandidaten), gerade wegen eines, aus seiner Sicht übermäßigen/unverhältnismäßigem Beschwichtigens angegangen werden. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch, das mir ein perfektes Beschwichtigungs-Repartoire meines eigenen Hundes herzlich wenig nützt, wenn ein anderer Hund diese Signale
(z.b. aufgrund miserabler Sozialisierung oder einschneidenden Negativerlebnissen) nicht mehr versteht. Was folgere ich aus all dem? Immer schön die Augen offen halten und genau hinschauen. Ich finde es total spannend andere Hunde zu beobachten und für mich selbst versuchen vorauszusehen, was wohl im nächsten Moment passieren wird, bzw. welches Verhalten die Hunde als nächstes zeigen werden.


2. Das Splitten

Turid beschreibt 2 Arten des Splittings:
a.) Mensch splittet 2 Hunde. Klassische Situation: 2 Hunde fixieren sich, zeigen evtl. sogar noch eindeutigere Drohgebährden. Mensch entspannt die Situation durch ein „sich-dazwischen stellen“. Soweit – sogut.
b.) Hund splittet 2 Hunde, mit den gleichen Absichten wie unter 2a beschrieben:
So, um diese Situation geht es mir. Mir ging bereits damals, beim lesen des Buches durch den Kopf, das ich persönlich solche Situationen nicht gutheissen würde. Mein Hund hat eine möglicherweise bedrohliche Situation nicht zu bereinigen! Das würde ich ihm (ihr) nicht erlauben (Nebenbei bemerkt würde meine Hündin in Wirklichkeit das auch nie versuchen - Es geht mir nur um die theoritische Überlegung). Es ist aus meiner Sicht grundsätzlich Aufgabe des Menschen (im Idealfall Rudelchef) eine gespannte Situation zu entschärfen. Seinen eigenen Hund als Hilfs-Sheriff gewähren zu lassen finde ich nicht OK. Da dies ein Übertragen einer Aufgabe darstellt, die ihm nicht zusteht. Diese These beziehe ich übrigens nur auf Hundebegegnung außerhalb des eigenen Rudels – klar. In diesem Zusammenhang erscheint mir ein weiterer Punkt wichtig. Hin und wieder kann man, vor allem auf sog. Hundewiesen, Situationen beobachten bei denen 2 Hunde
miteinander (gleichberechtigt) spielen und ein dritter Hund dazwischen geht. Hier könnte man auf den ersten Blick meinen, das es sich auch um eine Art splitten handelt. Meiner Meinung nach handelt es sich jedoch i.d.R. um ein klares Mobbing. D.h. der 3-te Hund „erträgt“ es einfach nicht 2 Hunde in seiner Anwesenheit spielen zu sehen. Auch das würde ich keinesfalls erlauben. [Kleiner Exkurs: Auf dem Video gibt es eine Situation die für mein Dafürhalten falsch gedeutet wird: Man sieht eine jüngere Hündin, der „angedichtet“ wird, eine Situation zwischen 2 Hunden splitten zu wollen. Also ich sehe da nur ein hinterherlaufen und „mitspielen-wollen“. Achja, wenn wir schon bei den Fehldeutungen sind, darf die arme Rodesian Ridgeback Hündin nicht vergessen werden – die mehrmals als American Staffordshire bezeichnet wird ;)]

Zum Schluss darf ich noch meiner Begeisterung Ausdruck verleihen, das sätmliche Hunde im Buch und im Video ein Geschirr tragen :)


Gruß
Thomas

Tina2809
05.01.2003, 11:01
Hallo Thomas!
Diese "Buchbesprechungen" sind ne klasse Idee, sollten öfter "angezettelt" werden !
Ich hab mir das Buch auch gekauft, nachdem hier so begeistert geschwärmt wurde, das Video war mir aber dann doch zu teuer....schließlich muß Frauchen ja auch noch den Hund versorgen:D
Ich fand es sehr interessant, vor allem mein Verhalten dem Hund gegenüber hat sich verändert. Man lernt, mit anderen Augen zu sehen, und den Hund anders zu beobachten.

Nun zu Punkt 1 und dem Beispiel:

...Ich halte es jedoch für wichtig, sich nicht blind auf die konfliktvermeidende Motivation von Beschwichtigungs-Signalen zu verlassen.
Ich habe nach dem Verschlingen des Buches zunächst mal meinen Hund und dann das Rudel in der Hundeschule beobachtet, um meinen Blick zu schärfen. Auch ohne das Buch gelesen zu haben, habe ich mich vorher nie auf darauf verlassen, einen "friedlichen und gut sozialisierten Hund" zu treffen, und das werde ich auch weiterhin nicht. Timmy ist ein sehr "friedlicher" Hund, der beim kleinsten Chef-Signal des anderen Hundes zunächst beschwichtigt, dann aber sofort auf den Rücken wirft und den Hals präsentiert.
Andere Hunde (aus der Hundeschule), z.T. auch jüngere, zeigen sich schon viel dominanter anderen gegenüber.
Allerdings rechne ich damit, daß sich Timmy´s Verhalten jederzeit ändern kann- zwei Hunden gegenüber zeigt er sich in letzter Zeit dominant. Man solle also "den Blick schärfen", aber immer wachsam bleiben!

Zum Splitten:
Das "Mensch splittet Hunde" ist, wie Du es auch siehst, vollkommen in Ordnung, sinnvoll und wirksam.

Ich hatte allerdings auch noch nie den Eindruck, daß ein Hund zwei andere splittet, um zu schlichten, sondern eben aus "Eifersucht". Wenn sich mal zwei in die Wolle bekommen, ist bisher keiner der anderen Hunde dazwischen gegangen, sie halten sich sogar deutlich zurück und entfernen sich.


Es ist aus meiner Sicht grundsätzlich Aufgabe des Menschen (im Idealfall Rudelchef) eine gespannte Situation zu entschärfen. Seinen eigenen Hund als Hilfs-Sheriff gewähren zu lassen finde ich nicht OK. Da dies ein Übertragen einer Aufgabe darstellt, die ihm nicht zusteht.
Ich habe das bei fremden Hunden noch nicht erlebt, allerdings kommt es in der Spielstunde manchmal zu Rangeleien, und die Hunde wissen, daß entweder der Besitzer eingreift- oder, wenn der sich nicht traut, oder weiß, was zu machen ist, greift der Übungsleiter ein. Es hat noch kein Hund versucht, eine Keiferei zu splitten. Ich würde es allerdings auch versuchen zu unterbinden, wenn Timmy mal versuchen würde, diese Aufgabe zu übernehmen.

Ich sehe das Buch als sehr gutes Hilfsmittel, die Hundesprache verstehen zu lernen. Man sollte darüberhinaus aber nicht vergessen, daß nicht jeder Hund diese Signale versteht (auch das kann man gut beobachten).

Grüsse
Tina

Ilona
05.01.2003, 11:37
Hallo lieber Thomas,

ich kenne das Buch von Turid Ruugas auch, habe es im Bestand meiner Hundeliteratur, leider aber (noch) nicht das Video.

Ich stimme Dir in allen Deinen angeführten Punkten zu und konstatiere für mich, dass es wohl für unsere heutigen Hunde sehr schwierig ist, miteinander zu kommunizieren. Das liegt wohl tatsächlich teilweise an der mangelnden Sozialisierung. Andererseits habe ich vollstes Verständnis für unsere Vierbeiner und ihre teilweise Verwirrung bei der Kommunikation mit Artgenossen, die mit hunderten verschiedener Rassen konfrontiert werden, denen Mensch einige wichtige kommunikative Fähigkeiten durch seine Zuchtbestrebungen genommen hat. Ich denke da nur an langes Fell, welches sich im Nacken nicht mehr aufstellen kann, durch übermäßig lange Schlappohren, die kaum einer Reaktion fähig sind, durch fehlende Rute, durch herabhängendes Haarkleid vor den Augen etc. etc.

Für mich ist das Buch von Turid Ruugas eher nicht für einen Anfänger in der Hundehaltung geeignet. Warum? Weil ich der Meinung bin, dass das Buch nur einen (sehr geringen) Abriss dessen zeigt, wessen ein Hund in der Kommunikation tatsächlich fähig ist. Und es kann, wie Du schon schreibst, zu heftigen Fehlinterpretationen kommen. Für mich ist wichtig, dass zunächst einmal jeder Hundehalter in die Lage versetzt wird, die Sprache des Hundes im Allgemeinen zu "lesen" und zu verstehen. Hier herrschen ja wohl noch die größten Defizite, wie mir scheint. Klassisches Beispiel: "Aua! Der Hund hat mich gebissen, dabei hat er doch so freundlich mit seinem Schwanz gewedelt, als ich auf ihn zuging" <grrrrrr>

Rugas hat ja versucht, die zwischenartliche Kommunikation zu beleuchten, es ist ihr auch Klasse gelungen, aber der Anfang für jeden Hundehalter liegt für mich in dem Ziel, zunächst den eigenen Hund zu verstehen.
Ich möchte deshalb sehr gern noch allen hier Lesenden eine ergänzende Literatur empfehlen, die auch gerade für Anfänger und solche, die mehr über Ihren Hund lernen wollen, bestens geeignet ist. Und natürlich ist das Buch auch für all jene, die das Buch von Rugas begeistert hat (wie mich auch) und die jetzt mehr wissen wollen. Das Buch heißt: "Die Geheimnisse der Hundesprache. Lernen Sie Ihren Hund verstehen und mit ihm zu kommunizieren." (Stanley Coren; Kosmos Verlag). Coren beschreibt sehr ausführlich (340 Seiten!) sämtliche Signale, deren ein Hund in der Kommunikation fähig ist. Er läßt keinen Körperteil unbeschrieben, er beschreibt von der Nasen- bis zur Schwanzspitze unserer Vierbeiner anschaulich und kurzweilig die Möglichkeiten des Hundes, sich auszudrücken.

Es gibt eine Vielzahl von Büchern zu diesem Thema auf dem Markt (s. a. Feddersen-Petersen et al.: Ausdrucksverhalten beim Hund etc.) und wir sollten uns nicht ausschließlich und nur über Hundeerziehung belesen. Erster und wichtigster Schritt VOR jeder Erziehung sollte sein, den Hund verstehen zu lernen. Dann klappt's auch mit der Erziehung (hähä, nee, nicht mit dem Nachbarn. Oder vielleicht mit dem dann auch?)

Jau, das war es, was ich kurz dazu anmerken wollte.

Grüße an alle Leser, Illi und Benji

Maggie_HH
05.01.2003, 11:42
Da ich das Buch erst jetzt (über die Feiertage) gelesen habe, möchte ich auch meinen Senf dazugeben!
Ich finde das Buch ziemlich gut, ich habe schon immer auf solche Signale geachtet, aber wenn man es nochmal schwarz auf weiß liest, ist es doch was anderes. Außerdem habe ich natürlich auch noch dazulernen dürfen, wie z.B. das Hinlegen und Verbeugen auch beschwichtigend wirkt!
Henk hat das nämlich immer in der Welpenspielgruppe gemacht, vor allem als ein neuer Welpe dazukam und sehr ängstlich wirkte! Der Hundetrainer bat mich Henk mit in die Gruppe zu nehmen, als "Aufpasser" und ich muss sagen, Henk hat das echt gut geregelt mit den kleinen! Am Anfang waren sie sehr zurückhaltend, aber nach einigen Stunden waren sie richtig frech zu Henk! :D (er lässt sich auch so ziemlich alles gefallen!!!!!!!!)
Zum Splitten hab ich auch noch was zu sagen:
Wenn sich zwei Welpen oder mehrere mal etwas zu heftig rauften, dann ging Henk sofort dazwischen, er hat nicht geknurrt, keine Zähne gebleckt NICHTS, er ist nur dazwischen gegangen und vorbei war die Rauferei!
Ach ja, und noch eine Anmerkung zum Gähnen, das habe ich letztens mal ausprobiert:
Ich nehme Henk immer mit zu meinem Pflegepferd, und er liebt es bei den Pferden zu sein. Allerdings hat er letztens einen Schlag vom Elektrozaun bekommen und hat gequietscht wie ein Baby. Jetzt hat er Super - Angst aus dem Auto zu steigen. Wenn er erstmal draußen ist, ist alles ok, aber irgendwie muss er den Stromschlag mit dem Auto verbinden, aber auch nur am Stall woanders springt er sofort aus dem Auto! Na jedenfalls, hab ich letztens einfach mal ganz heftig gegähnt, als alles locken und betteln nichts genützt hatte, und was macht Henk???? Er springt ohne zu zögern aus dem Auto!!!!!!!!!! War das Zufall oder lag das an meinem Gähnen?

Juliane

Ps: Fazit: Man MUSS dieses Buch einfach mal gelesen haben, aber man sollte es nicht als Bibel ansehen, wie diese Frau Rugaas. Ansonsten ist es eine Bereicherung um unsere Hunde besser zu verstehen!

Cockerfreundin
05.01.2003, 12:08
Hallo!

Da ich ja auch zu den eifrigen Verfechterinnen dieses Buches zähle (nicht nur, aber auch, weil auf den Fotos in dem Buch alle Wuffs ein Geschirr tragen :) )... geb ich natürlich auch meinen Senf gerne dazu....

Auch für mich ist es keine *Bibel*, aber sehr hilfreich ... vor allem auch, was die Kommunikation zwischen mir und meinem Hund (zwischen Mensch und Hund allg) betrifft.

DAS war für mich nämlich eines der Aha-Erlebnisse... wie oft mein Hund (aber auch andere Hunde) mich oder einen anderen Menschen zu beschwichtigen sucht... Und wie reagiere ich dann?? Wie z.B. wird auf den meisten Ausbildungsplätzen seitens Mensch reagiert, wenn ein Hund zu beschwichtigen sucht..... Hier habe ich durch dieses Buch viel gelernt!

Was das Beschwichtigungsverhalten unter Hunden betrifft, so bin ich durch das Buch auch aufmerksamer und neugierig(er) geworden, würde mich allerdings auch nicht unbedingt darauf verlassen, dass im Ernstfall alle beteiligten Wuffs die Signale richtig verstehen und adäquat darauf reagieren können:mad:. Und das Trauma, zumal für einen Welpen/ Junghund oder auch für einen erwachsenen kleinen Hund, der seinerseits die CS beherrscht, dann aber u.U. von einem sprachunkundigen Artgenossen angegriffen oder gemobbt wird, kann schon sehr groß sein.... Da passe ich lieber einmal mehr mit auf...

Zuletzt noch dies: ich habe Calming Signals ja nicht als erstes Hunde-Buch gelesen, sondern erst im Mai d.J. - als ich Basti also schon ein Jahr lang hatte. Vieles war neu, interessant und ergänzend .... aber nach wie vor zähle ich die beiden Bücher von Anders Hallgren (ABC der Hundesprache + Hundeprobleme - Problemhunde) für mich in mindestens eben solcher weise zu meinen 3 Favorites :) :) :)

Grüße von
Annette + Basti, der gerade wieder einmal wohlig räkelnd auf dem Bett herumlümmelt und im augenblick garantiert nichts und niemanden beschwichtigt ;) ;)

Hovi
05.01.2003, 12:30
Hallole,

ich hab das Buch nun auch zwei mal gelesen - vieles darin war allerdings nicht sooooo neu, wer seinen Hund im Umgang mit anderen Hunden genau beobachtet, deutet die Signale eigentlich sehr schnell selber richtig - aber empfehlenswert ist es trotzdem. Vor allen Dingen für Leute, die vielleicht noch nicht so viel und oft Gelegenheit hatten, ihren Hund zu beobachten...

Ich möchte mein Exemplar gern wieder verkaufen.... 19 Euro hat´s gekostet, für 14 Euro rück ich´s wieder raus:D , es ist zwar gelesen, aber das sieht man nicht (ich hatte schon immer den Tick, Bücher hyper-vorsichtig zu behandeln.)

Also, wer sich diese Literatur gönnen möchte: Ein Exemplar hab ich günstig anzubieten :).

Liebe Grüße
Claudia

Dagi
05.01.2003, 13:34
Hallo,

auch für mich zählt dieses Buch zu meinen Top-Favoriten. Hab es ja auch erst kürzlich gelesen und kann auch sagen, daß mir zwar nicht so vieles neu daran erschien, allerdings schärft es nochmals den Blick und hat mich persönlich zu einem sehr neugierigen Beobachter gemacht.

Mir ging ebenfalls damals der Gedanke durch den Kopf: nix für Anfänger, denn es könnte zu einem zu "lässigen" Umgang führen, wenn ein Hundeneuling nicht auch andere "Komponenten" mit einbezieht (wie z.B. die mangelnde Ausdrucksfähigkeit durch Zucht, "verlernte" Signale etc.).

Trotzdem macht es natürlich riesigen Spaß (hat es mir aber auch vorher schon) unter diesem Gesichtspunkt Hunde zu beobachten. Das sie beschwichtigen war mir vorher klar, aber WIE OFT sie das wirklich tun habe ich wirklich nicht geglaubt.

Jetzt noch mal zu dem Splitten: wir haben da so eine Situation mit Amy erlebt (da kannte ich allerdings das Buch noch nicht), als es zwischen zwei Rüden zu "Spannungen" kam. Amy war damals so ca. 5 Monate alt. Sie ging zwischen die beiden Hunde und sprang an dem einen immer hoch (Gordon-Setter; also um einiges höher als sie ;) ) und leckte stupste ihn immer mit der Nase an den Mundwinkel. Ich weiß noch, daß ich damals gedacht haben: mann, sie muß aber auch alle Aufmerksamkeit auf sich lenken...aber vielleicht ist sie ja doch dazwischengegangen? Naja, verlassen würde ich mich darauf auch nicht!

Heute würde ich sie da raus halten.

FAZIT: Wie bei allen Büchern: nur ein Teil der ganzen "Wahrheit", aber ein sehr wichtiger Teil!

Grüße
Dagi + Amy (die es ganz klasse findet, daß Dagi in einigen Situationen jetzt auch mal zu gähnen anfängt ;) )

Tina2809
05.01.2003, 15:20
@ Juliane:

Ich habe in verschiedenen Situationen auch angefangen, zu gähnen oder mir die Lippen zu lecken (bis über die Nase komm ich ja leider nicht.....*gg*), und es hat seine Wirkung gezeigt.
Wenn Timmy in manchen Situationen unsicher ist, oder zögert, ist ein, zweimal gähnen seehr hilfreich.
Wirklich verblüffend....
Ich weiß nicht wirklich, ob man es einem Anfänger nicht empfehlen sollte, denn gerade denen fehlt oft der richtige Blick, den Hund zu beobachten und aus seinem Verhalten zu lernen.
Es kann sicher problematisch werden, wenn man sich ganz und gar auf die Zeichen und deren Bedeutung nach Rugaas verlässt- aber bei welchem Buch ist das nicht so (wenn jeder Hund so einfach zu ignorieren und erziehen wäre wie bei Fennell....).
LG
Tina

Mascha
16.02.2003, 09:43
Hallo!

Um diese Diskussion noch mal anzuheizen ;) (denn sie ist ja wichtig) möchte ich mich auch noch zu Wort melden.

Das von Ilona :) empfohlene Buch "Die Geheimnisse der Hundesprache. Lernen Sie Ihren Hund verstehen und mit ihm zu kommunizieren." (Stanley Coren; Kosmos Verlag) hatte ich - wenn ich mich recht erinnere - mal aus der Stadtbücherei ausgeliehen. Es war jedenfalls eines zu diesem Thema aus dem Kosmos-Verlag.
Die Texte darin fand ich ganz informativ, wenn auch etwas langweilig geschrieben. Aber die Bildunterschriften?! :mad: Da steht doch tatsächlich (sinngemäß): "Auch bei Hunden ist das Gähnen ein Zeichen von Müdigkeit." :o
Rundum empfehlenswert finde ich es somit nicht!

Das Buch von T. Rugas habe ich mir aufgrund der Empfehlungen hier im Forum gekauft. Bis auf den überzogenen Preis - es sind ja nur so viele Seiten, weil die Schrift so groß ist! ;) - hat es mir sehr gut gefallen.
Klar sollte man, wie Ihr hier schon geschrieben habt, sich nicht zu sehr auf die Signale verlassen.
Aber man schaut doch genauer hin und kann aus seinen Beobachtungen viel lernen. :)

Ich finde das Buch durchaus auch für "Anfänger" geeignet! Nicht als einzige Lektüre, aber als Ergänzung. Irgendwann muss man ja anfangen, seinen Hund zu verstehen! (Das Video kenne ich noch nicht. Dazu kann ich nichts sagen.)

Das Gähnen als einfach anzuwendende Beschwichtigung nutze ich auch immer mal - auf so etwas käme man doch nicht von alleine! :D

Liebe Grüße!

jack
16.02.2003, 10:49
Hi @all,
also, ich habe das Buch von Turid Rugaas jetzt auch, seit einer Stunde. Habe schon flüchtig drin geblättert, als wir auf dem Heimweg von der Hundeschule waren. Sieht sehr interessant aus. In der Hundeschule haben wir auf die Signale von den Hunden geachtet. Jack macht das alles super! Unsere Hundetrainerin hat nämlich an der Übersetzung mit gearbeitet.

Das Video war uns auch erstmal zu teuer, vielleicht findet man es dann ja doch irgendwo gebraucht. Aber irgendwann werd ich es mir wahrscheinlich dann doch kaufen.

Schönen Sonntag.
Gruß Sandra und Jack,
der jetzt total erschöpft in der Küche liegt und pennt.

Jacky77
19.02.2003, 08:06
Hallo Diana!

Das Buch bekommst Du bei:

Ist zwar nicht ganz billig, aber es lohnt sich!

Viele Grüße,
Dani

Jacky77
19.02.2003, 08:14
Hallo nochmal!

Bei ebay steht derzeit auch ein Exemplar zum Verkauf:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=2308401272&category=11286

Viel Glück!

Dani