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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Epileptischer Anfall



cleo&jonny
01.04.2009, 20:00
Hallo an alle,
heute Nacht habe ich einen riesigen Schrecken bekommen: Ich hörte meine Cleo panisch durch die Wohung laufen und wahnsinnig agressiv und laut schreien. Ich bin aufgestanden und fand sie im Wohnzimmer auf der Seite liegend, krampfend und nicht ansprechbar. Ich wusste zunächst nicht, was ich machen sollte. Dann ging ich zu ihr und hab sie berührt, da ist sie aufgewacht und langsam wieder zu sich gekommen, mit großen aufgerissenen Augen und pochendem Herzen. Hinzu kommt, dass sie in ihrem Urin lag und von oben bis unten nass davon war. Sie hat auch an anderen Orten in der wohnung Urin verloren, wahrscheinlich bei der panischen Rennerei am Anfang.
Nach 1,5 Stunden war sie wieder gut drauf, schnurrte, putzte sich und alles war vergessen. Nun mache ich mir große Sorgen und werde mit ihr in die Tierklinik zu einem Checkup fahren.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit solchen Anfällen? Und was passiert, wenn ich nicht da bin? Hören sie Anfälle auch von alleine wieder auf?

Viele Grüße an alle

Catheart
01.04.2009, 20:04
Hallo

Also ich wäre umgehend zum Tierarzt gefahren.

Liegt vielleicht daran das ich nach so einem Anfall meinen Hund verloren habe, es kam allerdings raus das es eine Hirnhautentzündung war.

oska
01.04.2009, 20:35
Hallo,

eine Bekannte hatte auch eine Katze mit Epilepsie... das war mit Medikamenten gut in den Griff zu bekommen.

Katzenzahn
01.04.2009, 21:13
Lass es unbedingt abklären.

Bei Epilepsie hat sich auch eine Futterumstellung bewährt.

Weg vom Fertigfutter mit seinen unbekannten Zusatzstoffen hin zu artgerechterer Fleischfütterung.

Talia
01.04.2009, 22:09
Ich bin da auch recht abgeklärt nachdem Kurtis Bruder ja Epileptiker war.

Einige Monate nach dessen Tod krampfte Kurt frühmorgens aus dem Schlaf heraus auf meinem Bett - also Handtuch geschnappt, Mieze abgedeckt und aufgepasst dass sie nicht stürzt - mehr geht nicht.
Hinterher den Napf voll - so Anfälle kosten massig Energie.
Ich hab ihn dann schlafen lassen und bin zum TA als die Praxis öffnete.
Der TA tippte auf Unterzuckerung - im Nachhinein wars wohl ne leichte Herzschwäche - nach ner Kur mit Weißdorn war gut - er hatte zwar nochmal einen Anfall - aber seitdem sind 4 Jahre vergangen und es ist Ruhe.

Wenn sowas nochmal passiert dann lass es genauer checken - so war der Rat unseres TA.
Nicht alle Krämpfe hören wieder auf - Kurts Bruder wurde anch nem Status Epilepticus (Dauerkrampf) eingeschläfert - der hatte allerdings auch die entsprechende Vorgeschichte.

Eine schöne Sache ist es nicht - aber man kann gut lernen damit zu leben - und falls es echte Epilepsie ist dann ist es auch recht gut zu behandeln...

Treudall
01.04.2009, 22:58
Hallo cleo&jonny (und natürlich auch alle anderen :))

mein Kater hat auch Epilepsie.. verdammt, ich kann mir wahnsinnig gut vorstellen wie du dich gefühlt hast als du deine Cleo so vorgefunden hast.
Bei meinem Spoony hatte ich den ersten Anfall erlebt da war er erst seit ein paar Tagen bei mir. Ich dachte er stirbt :0(

Der Anfall an sich war ebenfalls in der Nacht, mit lautem panischem Geschreie und Gefauche als Geräuschkulisse. Ich dann sofort aus dem Bett gesprungen und nach meinem Spoony geschaut.

Ich hab´ ihn dann auf der Seite im Krampf liegend gefunden.. ohne Bewusstsein. Der Kopf überdehnt, die Beine stark verkrampft, der Schwanz wild peitschend. Und dazu das grauenvolle Geschrei´. Ich hatte echt Schiss:eek:. Auch weil ich damals nicht wusste was los ist :o)

Er hat absolut gespeichelt und Schaum vorm Mund, heftig geschnauft (wie kurz vorm ersticken. Kontrollverlust über die Blase (lag also auch total im eigenen Urin bwz. war der Urin auch großflächig verteilt - und der herumpeitschende Schwanz tat sein übriges..).

Als der Anfall einigermaßen zuende war, hab ich meinen Spoony auf den Arm genommen und versucht dieses hilflose verängstigte Wesen mit den weitaufgerissenen Augen und den rießigen Pupillen zu beruhigen. Außerdem habe ich ihn abgeduscht da er komplett mit seinem eigenen Urin durchnässt war. Arme Maus.. Da hat er dann (wie auch später) mächtig laut gemauzt. Zum Schluss habe ich ihn dann noch in ein Badehandtuch (versucht mal eine sich wehrende Katze mit einer Hand abzubrausen und zu fixieren und mit der anderen bereits ein Handtuch zu angeln) gewickelt und ihn in meine mittlerweile geschundenen,zerkratzen und blutenden Arme genommen um ihn abzutrocknen.
Anschließend hat sich der Herr noch schön selber vollständig sauber/trocken geleckt, hat ein paar Happen gegessen und ist seine Wohnung erkunden gegangen.. :rolleyes:. Zu guterletzt hat er sich dann neben mich eingerollt und laaaaaaange geschlafen (hatte das Würmchen aber auch verdient. Und ich musste in den Frühdienst :man:)

Einen Running-fit, also dass er wie deine Cleo dabei rumgerannt ist, hatte er nicht (bis jetzt noch nie bei mir soweit ich das feststellen konnte). Bei meinem Kleinen ist eher der Schlafanfall Programm. Ich kopier dier hierzu mal was aus schmusekatzen.de:

"Schlafanfall: Eine besondere Form der Epilepsie ist der Schlafanfall: die Katze schläft tief und fest und wird dann urplötzlich von einem Anfall überrascht. Man sollte bei der Variante, alle höhergelegenen Schlafplätze unzugänglich machen, da es durchaus sein kann, dass die Katze durch die Wucht des Krampfes, von ihrem Liegeplatz weg- oder runtergeschleudert wird. Wenn es nicht geht, kann man die Schlafstelle rund herum mit was flauschigem oder mit Kissen auslegen.

Der Renn-Anfall ( running-fit): I.d.R. sollte man eine Katze im epileptischen "Renn-"Anfall auf keinen Fall anfassen, da Berührungen oder besser gesagt das Festhalten, die Katze erst Recht ausrasten lässt, besonders bei der Form "Rennanfall". Sie mobilisieren ungeahnte Kräfte und lassen sich kaum noch bändigen. Einige der Katzen rennen auch blind darauf los und versuchen irgendwo gegen zu springen. Um dies zu verhindern empfiehlt sich eine Art Gummizelle. Es sollte ein stabiler Karton oder eine Wäschewanne sein, die über die Katze gestülpt wird. Man sollte bei den Anfällen die Kraft der Katze nicht unterschätzen und daher die Gummizelle festhalten. Wenn dann Ruhe eingekehrt ist, sollte man noch einige Minuten warten, bis man sicher sein kann, dass der Anfall ist wirklich vorbei. Sollte die Katze vorher entwischen, sollte man keine Scheu davor haben, diesen unkontrollierten Lauf zu unterbinden. Es mag brutal und herzlos erscheinen, aber es ist besser die Katze zu stoppen und dann sofort einzusperren. Hier kommt sie mit ein paar blauen Flecken davon, aber wenn man sie rennen lässt, geht man das Risiko ein, dass sie evtl. durch ein geschlossenes Fenster springt, gegen eine Wand oder gegen einen Spiegel. Die Schäden die sie sich hierbei zuziehen kann, sind weitaus schlimmer als sie einmal kräftig zu stoppen. Außerdem geht die Medizin davon aus das Epileptiker (egal ob Mensch oder Tier) für die Zeit des Anfalls unter Amnesie leiden - sie erinnern sich an nichts was passiert ist."

Hm.. nun sind seit dem ersten Anfall mittlerweile schon Jahre vergangen. Damals war ich auch (wie auch viele Male danach) in einer Tierarztklinik. Die sagten dort zu mir dass ich das Verhalten von Spoony erstmal nur beobachten solle (angeblich hatte er bei seinen Vorbesitzern keinen Anfall. Klar.. die Epilepsie war wahrscheinlich sogar der Abgabegrund :cup:).
Die Anfälle treten seit dem besagten ersten Mal bislang alle 3-4 Monate einmal auf und da sei die Schaden-Nutzen-Rechnung absolut gegen ein Medikament (Luminal) auszulegen (lt. TA). Bin ich dabei wenn mein Spoony einen Anfall hat (er hat sie ja meist mitten in der Nacht in meinem Bett bzw. auf dem Kratzbaum auch schon zweimal), lege ich ihn erst einmal schnell auf dem Boden, versuche beruhigend auf ihn einzureden und versuche möglichst leise zu sein. Anschließend kommt dann auf jeden Fall immer das Programm mit dem abduschen und abtrocknen (bzw. trocken fönen -bitte nicht schimpfen). Er hatte aber auch schon Anfälle bei denen ich nicht dabei war. Hab´ es nur durch die rießige Urinlache (eben meist auf meinem Bett), dem verteilten Speichel und eben aufgrund des Geruchs bemerkt. Ich bin dann immer froh wenn eine zwar nach Urin riechende und z.T. noch nasse Katze auf mich zuläuft als wenn gar kein Spoony kommen würde.. *schluck*
Beim TA spreche ich diese Anfälle jedes Mal an.. bisher soll ich es aber noch immer nur beobachten und so weitermachen wie bisher. Ich hoffe es ist der richtige Weg..

Hier habe ich jetzt nochmal kurz aus dem oben besagtem Forum für dich herauskopiert weil du ja wissen wolltest was ist wenn du nicht daheim sein solltest:

"EpiKatze allein Zuhaus
Kann man denn die Katze überhaupt noch allein lassen? Ja - man kann! Stellt der EpiKatze unbedingt genug Futter hin, wenn ihr sie alleine Zuhause lasst. So stellt man sicher, dass sie nach einem Anfall genug zu fressen hat. Die Futternäpfe sind auch ein Indiz, ob es der Katze, während man weg war auch, gut ging:
- volle Näpfe = Katze ist ok
- Näpfe leer = evtl Anfall (besonders wenn es eine Einzelkatze ist oder die Katze jammert)."

War jetzt zwar nicht viel, aber sonst kannst du auch einiges in anderen Foren nachlesen. Aber zum TA, wie es dir auch schon andere geraten haben, würde ich auf jeden Fall mit der Cleo gehen.

Ich wünsche euch, v.a. Cleo alles Gute

eis
31.05.2009, 23:17
Ich hänge mich jetzt einfach mal hier dran.

Meine Maja hatte im Februar und heute jeweils einen running-fit. Am Dienstag soll ich nun mit ihr zu intensiven Untersuchungen in die Praxis kommen.

Was sollte denn alles untersucht werden?

Maja ist chronische Schnupferin und hat deshalb immer wieder Probleme mit den Bronchien.

Großes BB wird gemacht, Herz untersucht. Auf was sollte ich mich noch gefasst machen?

Ohrenhund
31.05.2009, 23:33
Ich weiß nicht was sie alles untersuchen werden, aber es ist wichtig dass sie untersucht wird! Ich selbst habe Epilepsie und kann nur sagen, man bekommt zwar den Anfall als Betroffener selbst nicht mit, ist aber danach völlig platt und auch müde. So ist es zumindest bei mir. Mit Medikamenten bin ich zum Glück anfallsfrei und das wünsche ich euren Miezen auch!

eis
31.05.2009, 23:39
Danke Tanja und dir auch weiterhin alles Gute.

Habe mich mal ein bisserl schlau gemacht. Eigentlich muß alles untersucht werden, um eine sekundäre Epilepsie auszuschließen. Denn nur die primäre Epilepsie kann behandelt werden, bei der sekundären kommen die Anfälle von anderen Erkrankungen.

Ohrenhund
31.05.2009, 23:54
Beim Menschen macht man EEG und Untersuchung übers CT oder MRT. Auch teilweise zur Kontrolle immer mal wieder. Wobei mir nicht bekannt ist dass es bei den Tieren ebenso gemacht wird, ich denke dass hier so viel wie möglich übers Blut untersucht wird. Von einem CT oder MRT in Verbindung mit Epilepsie beim Tier habe ich noch nicht gehört und denke nicht dass Ihr so eine große Untersuchung vor euch habt. Aber schau einfach mal was der Tierarzt sagt.

Meine verstorbene alte Katzendame Deniz, die 17 Jahre alt werden durfte, hatte in ihren letzten Monaten auch Anfälle. Einmal ganz plötzlich und unvorhergesehen. Der alte Tierarzt meiner Eltern meinte bloß, da könne man nix machen und wir sollten erst dann wieder kommen wenn sie mehrmals krampft. Die nächsten Krämpfe bekam sie dann erst kurz vor ihrem Tod, da hatte sie akutes Nierenversagen und hatte auf dem Weg in die Tierklinik einen Anfall. In der Tierklinik konnte man für sie leider nichts mehr tun, außer sie zu erlösen. Ist sehr hart, wenn ich so drüber nachdenke. Mein armes altes Mädchen, ich hoffe sehr dass sie von den Krämpfen am Ende nix mehr mitbekommen hat. Aber bei ihr war es wohl auch wirklich mit das Alter. Und Epilepsie kann meines Wissens nach gut behandelt werden, also mach' Dir nicht allzu große Sorgen um deine Süße.

eis
01.06.2009, 08:41
Guten Morgen Tanja,

ich denke auch, dass wir erst einmal soviel wie möglich über das BB abklären werden. Evt. noch das Herz schallen, denn die chronischen Schnupfenmiezen haben doch immer mal wieder Herz- oder Nierenschäden. :?: War zwar bisher nichts auffällig, aber sicher ist sicher.
Maja geht es heute wieder gut, in der Nacht war sie sehr schmusebedürftig, sonst nichts was nicht normal ist.
Sie ist jetzt erst 5 Jahre alt und ich bin recht zuversichtlich, dass wir rausfinden, was diese Anfälle auslöst. Und ich hoffe, dass es etwas ist, das gut behandelbar ist.

Ich wünsche dir und den deinen heute einen wunderschönen Pfingstmontag.
Und deine Deniz hat ein stolzes Alter erreicht. Ich weiß, es ist egal, wann die Fellis gehen müssen, es ist immer zu früh und es tut immer höllisch weh. Fühl dich gedrückt.