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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verhalten bei Bellen



AnnaS
04.01.2003, 09:04
Hi Ihr

Ich habe da mal eine Frage, zu der ich in Büchern und von anderen Leuten zwei unterschiedliche Meinungen gehört habe. Und von der Logik her klingen beide Meinungen nachvollziehbar.

Es geht darum, dass Peppa (fast 7 Monate, Viszlar-Bernersennen-Mix) bei jedem bisschen aufpasst und bellt. Dann hört sie auch nicht wieder auf damit.

In der Wohnung ist es eigentlich ständig. Wenn ein Hund in der Nachbarschaft bellt, wenn Kinder auf der Straße toben, wenn (für uns) nichts offensichtliches zum Aufpassen ist, wenn Tiere im Fernsehen irgendwelche Laute von sich geben.....ja, eben bei jedem bisschen.
Im Auto bellt sie auch die Leute auf dem Fußweg an (nur manche und ihre Kriterien kenne ich da irgendwie nicht, weil es scheinbar willkürlich ist), andere Hunde, usw.

Sie bellt dann richtig tief und grollt und knurrt. Und wie gesagt, sie hört auch nicht auf damit. Im Auto zum Beispiel können wir um eine Kurve gefahren sein, wo sie das Objekt des Anbellens nicht mehr sieht, und sie bellt auch noch Minuten später.

Ich habe ihr das eigentlich immer mit einem "Nein" verboten. Doch das hat sie ignoriert.
Ihr Bellen zu ignorieren brachte auch keinen Erfolg.
Mein Freund hat angefangen, sie kurz zu loben aber danach zu sagen, dass es gut ist ("Fein aufgepasst, aber jetzt ist gut").
Diese Methode hilft eigentlich mehr, denn sie kommt dann schwanzwedelnd an, knurrt oder bellt noch einmal etwas leiser, wenn sie dann wieder wegläuft (in der Wohnung zum Beispiel), aber danach ist dann auch gut für sie.

Nun habe ich aber sowohl gelesen als auch gehört, dass man Hunde nicht dafür belohnen soll, weil sie sich dann ermutigt fühlen, immer und bei jeder Kleinigkeit anzuschlagen.
Verbieten soll man es ihnen andererseits auch nicht, weil sie dann irgendwann gar nicht mehr anschlagen, selbst wenn es tatsächlich mal eine bedrohliche Situation gibt.

Ich will keinen sonst wie scharfen Wachhund, aber es ist natürlich gut (so denke ich zumindest), wenn sie bellt, wenn zum Beispiel jemand an der Tür ist, oder so.
Was ich eigentlich erreichen möchte, ist, dass sie zwar anschlagen darf, wenn sie meint, etwas bedrohliches ist da, aber dass sie eben auch wieder aufhört. Doch wie gesagt, da bin ich nun etwas im Zwiespalt, ob ich es mit einem Lob und dann "Beruhigen" oder eher mit einem Verbot besser ist.

Danke schon mal für eure Ratschläge.

Gruß,
Anna

AnnaS
04.01.2003, 09:07
Der letzte Satz klang etwas blöd, denn mit einem Verbot erreiche ich auf Dauer ja (normalerweise), dass sie gar nicht mehr anschlägt.

Naja, wie gesagt, ich bin ratlos :(

Anna

Ivonne
04.01.2003, 09:35
Hallo Anna,

sie ist Dein Hilfssheriff :D, alles was Du nicht bemerkst, bemerkt sie, um Dich dann drauf aufmerksam zu machen.

Ich denke, für so eine Aufpasserin wäre es eine gute Alternative, das Anschlagen zu erlauben, folgendes jedoch vorausgesetzt: Du bringst ihr das Bellen auf Kommando bei um es mit einem speziellen Abbruchkommando auch wieder beenden zu können. Dieses Abbruchkommando gilt dann auch nur füs Bellen, damit Du es dann beim Anschlagen auch einsetzen kannst.

Ich denke, irgendwann wird sie es verbinden: Ich melde, Chef hats registriert (in dem Moment das Abbruchkommando und somit Deine Aufmerksamkeit), ich kann mich wieder entspannen, weil Chef jetzt die Sache unter Kontrolle hat.

Cockerfreundin
04.01.2003, 13:05
Hallo, Anna!

Basti hatte auch eine Phase (so zwischen 8. - 12. Monat), wo er -allerdings nur in der Wohnung- jedes Geräusch draußen mit Bellen *kommentiert* hat... Egal, ob ein Hund draußen gebellt hat oder der Nachbar nach Hause kam ...

Ich hab dann nach 1-2x Bellen immer sehr freundlich gesagt "Danke, Basti" :) :) .... wenn das Bellen danach noch weiterging, wurde mein Ton etwas energischer und der 2. Satz lautete: "Es reicht, Basti. Ich habs gehört".

Basti ist dann (eigentlich immer) auf seine Sofa-Ecke gegangen, hat noch ein biossel vor sich hin gegrummelt und dann war Ruh. Irgendwann hat es dann ganz aufgehört.... :) :)

Inzwischen ist es (wieder) so, dass basti ein Geräusch bemerkt (z.B. der Nachbar kommt nach Hause oder was auch immer)... entweder gar nicht reagiert oder kurz die Ohren hochzieht und mich anschaut... dann sag ich: "Ist ok, Basti" ... und nix passiert. Ähnlich läuft es beim Fernsehen ab... Bei bestimmten Geräuschen schaut basti mich an und ich sage dann: "Das ist im Fernsehn, mein Hund" ... alles ok :) :)

Wie gesagt: 1x Bellen ist ok ... ist schließlich Peppas Job :) .... aber den Rest erledigst Du dann...

Grüße von
Annette + Basti :)

Dagi
04.01.2003, 13:29
Hallo Anna,

so wie Annette es beschrieben hat, haben das unsere Freunde mit ihrem Cocker auch gemacht. Das half auch ne Zeit, aber leider hat sie sich jetzt zum Dauerkläffer entwickelt (was aber mit Sicherheit NICHT an dem Hund lag!).

Ich habe aber schon oft erlebt, daß Leute, denen es wie Dir geht, das auch gelöst haben mit Ivonnes Vorschlag - bellen auf Kommando beibrigen, und einen bestimmten Befehl zum Abbruch geben.

Falls Amy nun doch noch mal das Bellen anfangen sollte, ist das zweite die von mir gewünschte Methode es abbrechen zu können. Ich fange das nur jetzt noch nicht an, weil sie ja bis jetzt noch gar nicht bellt, und vielleicht bleibt das ja auch so!? Komischer Hund...

Liebe Grüße
Dagi + die stille Amy

gini_aiko
04.01.2003, 13:54
hallo anna,

mein aiko bellt eigentlich nicht viel. wir wohnen in einem einfamilienhaus und der garten ist nicht straßenseitig ausgerichtet und für ihn gibts *anscheinend* (noch) keine gründe zu bellen (die hunde vom nachbarn vom nachbarn bellen aber die ganze zeit (aber aus langeweile), das ist ihm aber egal)

er bellt nur wenn jemand fremder an der tür läutet und da nur ein- oder zweimal ein kurzes wuff. seine hauptbellaktionen finden statt, wenn gini an der couch kratzt, gini essen klaut, gini am herd sitzt, ... also kurz gesagt wenn gini was macht, was sie nicht darf.

da reagier ich genauso wie annette bei basti - aiko trollt sich dann *seufzend* nach getaner arbeit in seinen korb. von dort aus beobachtet er dann stolz, wenn ich gini schimpfe!

lg claudia mit aiko und gini

Ilona
04.01.2003, 14:43
LOL, die Beiträge sind super:)

Benji bellt selten. Wahrscheinlich nur dann, wenn sich bei uns vor der Wohnungstür (ich wohne in einem Mehrfamilienhaus ganz unten, wo sich die Briefkästen befinden) mehr als zwei Menschen versammeln und schwatzend ihren Briefkasten leeren, sich lautstark voneinander verabschieden oder so was in der Richtung. Er schlägt dann zwei oder dreimal an (tief und grollend), ich rufe ihn in einer Bellpause zu mir (ganz ruhig, ohne Stress), lege, wenn er kommt, den Zeigefinger an die Lippen und flüstere: "Leise, alles okeh". Manchmal passiert das auch nachts und ich wache davon auf. Hilft aber auch: Hund in einer kurzen Pause zu sich rufen und flüstern. Dabei ist das Kommando, welches man gibt, eigentlich egal.

Benji hat gelernt, aufzuhören, das ist für mich wichtig. Aber Rottis sind ja keine Dauerkläffer und deshalb hab ich da wenig Erfahrung, ob das auch anderweitig hilft.

Ansonsten hab ich schon häufig gehört, dass bei den meisten Hunden hilft, ein Bellen zunächst zu fördern (also ein Kommando dafür einzuführen) und dann über ein Abbruchsignal zu beenden. Genau, wie Ivonne es beschrieben hat.

Was ich auch mal gelesen habe in einem amerikanischen Forum, war folgende Übung:

Hund bellt, ich gehe zu ihm und versuche, ihn mit einem Leckerchen abzulenken. Ich halte es ihm vor die Nase, bis das Leckerchen sich zu einem lohnenswerten Objekt der Begierde entwickelt hat. Hört der Hund mit der Bellerei darauf hin kurz auf (weil das Leckerchen interessant genug ist, ich kann auch sagen, dass Frauchen/Herrchen interessant genug ist) sage ich: "Benji, genug" und locke ihn mit dem Leckerchen von der Tür weg. Folgt er mir, gibt es ein Leckerchen und noch eins und noch eins...:) Am besten nimmt man zum Üben supergute Leckerchen, die es nicht jeden Tag gibt. Bald sollte der Hund das Kommando "Benji, genug" damit verknüpfen, dass er aufhört zu bellen, weil Frauchen/Herrchen einen erstrebenswerten Ersatz für das Bellen in der Hand haben. Ersatzweise wird er also ein Leckerchen fordern und das Bellen unterlassen. Das sollte doch auch zum Ziel führen können, was meint Ihr? Hat da wer Erfahrung?

Liebe Grüße, Illi

gini_aiko
04.01.2003, 15:49
hallo illi,


Aber Rottis sind ja keine Dauerkläffer und deshalb hab ich da wenig Erfahrung, ob das auch anderweitig hilft.

mag sein, dass viele rottis keine dauerkläffer sind. aber der rotti vom nachbarn bellt tag und nacht! sobald er den garten betritt bellt er! es liegt mit sicherheit aber daran, dass der arme sich zu tode langweilt, weil er soweit ich mitbekomme der garten sein einziger auslauf ist! wahrscheinlich nicht vergleichbar mit einem *beschäftigten* rotti. das beispiel ist mir nur gerade eingefallen, weil du das mit dem kläffen erwähnt hast!

liebe grüße

claudia mit aiko und gini

Ilona
04.01.2003, 16:31
Hallo Claudi mit Gini und Aiko,

ja, sicher gibt es Rottis, die bellen ohne Ende, weil sie einfach unterfordert sind. Aber typisch ist das für Rottis nicht:(

Mir tun die Hunde nur unendlich leid, die nicht ausgelastet sind und nicht hundgerecht gehalten werden:(:( Das führt schlußendlich dazu, dass sie Aufgaben übernehmen, die ihnen nicht zustehen, sprich Bellen ohne Ende im Garten. Sie haben halt nicht gelernt, ihre Kräfte zu konzentrieren (sag ich mal vorsichtig. Ich könnte auch sagen, Herrchen oder Frauchen als Rudelführer haben ihre Aufgabe abgegeben).

Das würde mir noch fehlen: ein ohne Ende kläffender Benji in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses. Ich glaub, ich wäre meine Wohnung schneller los, als ich gucken kann.

Liebe Grüße und dank für Deinen Denkanstoß, Illi

gini_aiko
04.01.2003, 16:51
hallo illi,

ich glaub du hast problem auf dem punkt gebracht viele dauerkläffer sind einfach nicht gefordert und bellen schlichtweg aus langeweile.

der rotti vom nachbarn wär so ein toller, schöner hund (obwohl ja meine favoriten die retriever, setter und spaniels sind), aber hat nichts zu tun. er baut seine überzählige engergie einfach durchs bellen ab!

der von mir angesprochene rotti war als welpe und junghund so lieb und zugänglich. hat aber nichts kennengelernt (außerdem stammt er aus ungarn und kam viel zu früh von der mutter weg...). mittlerweile verbellt er sogar uns, obwohl er uns jeden tag sieht!
:mad: :mad: :mad:

lg claudia mit aiko und gini

Maggie_HH
04.01.2003, 18:27
Hast du es schon mal mit dem Clicker versucht, so kannst du ihr das Bellen auf Kommando schnell beibringen und dann auch ein Abbruch Kommando beibringen!

Juliane

Maggie_HH
04.01.2003, 18:28
so kannst du ihr das Bellen auf Kommando schnell beibringen und dann auch ein Abbruch Kommando beibringen!

upss, etwas unglücklich geschrieben, wollte eigentlich was anderes schreiben...na ja...ihr versteht mich schon oder? :p

Juliane

AnnaS
05.01.2003, 08:31
Hallo ihr alle

Erst mal lieben Dank für eure Antworten. Ich denke, ich werde es mal versuchen mit dem Bellen und Abbruch auf Kommando.

Peppa bellt eigentlich nicht aus Langeweile (ich weiß, es sollte wohl auch nicht auf mich bezogen gewesen sein). Vielmehr denke ich, Peppa bellt, weil sie doch noch ein wenig unsicher ist. Sie ist generell ein sehr sensibler Hund. Und sie will unbedingt gefallen, alles richtig machen, und sie freut sich immens, wenn sie richtig dolle gelobt wird. Das war schon öfter das "Problem" in unserer Erziehung. Machte sie etwas falsch und es gab ein (wenn auch freundliches) "Nein", war sie sichtbar verunsichert. Wurde sie dann gelobt, hat sie sich fast überschlagen vor Freude.
Ihr "Züchter" (wobei sie eigentlich ein Unfall war) hat zwei reinrassige Viszlars und sagte, die wären sehr sensibel, und das hat sie von ihrem Papa abbekommen.

Ich denke also, sie bellt, weil sie uns unbedingt auf etwas aufmerksam machen will, weil sie dann etwas tolles gemacht hat. Und ein "Nein" kann sie dann irgendwie nicht "verstehen". Denn sie wollte toll sein, hat aber ein verbietendes Kommando bekommen. Ich denke auch, ich muss diese Situation einfach so umdrehen, dass sie das mit etwas tollem verbindet, es dann aber wieder genauso toll ist, wenn sie aufgehört hat.

Mit dem Clicker....nun ja, ich hab mich da mal etwas belesen. Zwar in Bezug auf die Pferde, aber beim Hund wird es wohl das gleiche sein. Und ich muss sagen, ich bin von dieser Methode nicht so überzeugt. Aber vielleicht habe ich mich auch nur nicht genug damit beschäftigt??!!

Und da ihr alle so lieb geantwortet habt, belästige ich euch gleich in einem Beitrag noch mit einem anderen Problem mit Peppa, was wohl auch daran liegt, dass sie so sensibel ist :cool:

Erst mal Danke und liebe Grüße
Anna