PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katheter im Kater



MrMoods
26.02.2009, 22:31
Moin!

Also, vor ein paar Monaten hatte unser Kater (wird im Juni 3 Jahre) Blut im Urin, ansonsten jedoch absolut keine Auffälligkeiten. Wir sind beim TA vorstellig geworden, dieser hat ihn untersucht und unter dem Mikroskop Kristalle im Urin festgestellt. Er gab uns "astorin FLUTD-Aid K" Tabletten mit und wir sollten das Futter auf spezielles Struvit-Futter umstellen, dazu gab er uns eine Packung speziellen Urinary-Nassfutters von Royal Canin mit. Weiterhin erklärte er uns, wie man die Blase abtastet, und daß man bei voller Blase in Tennisballgröße sofort einen Ketheter legen müsste.

Schon wenige Tage später war wieder alles im grünen Bereich. Zwischendurch keine Komplikationen, Monate lang ging es dem Kater blendend.

Da das o.g. Futter scheinbar ausschließlich über TA-Praxen vertrieben wird, sahen wir uns nach Alternativen um und probierten diverse Anti-Struvit-Futter aus. Letztendlich blieben wir hier bei Zooplus hängen, dieses Futter nahm der Kater am besten an:

Trockenfutter: Kattovit Urinary mit Huhn (https://www.zooplus.de/shop/katzen/katzenfutter_ergaenzung/kattovit/kattovit_trockenfutter/5575) / Thunfisch (https://www.zooplus.de/shop/katzen/katzenfutter_ergaenzung/kattovit/kattovit_trockenfutter/70673)
Nassfutter: Integra Protect Struvit Rind / Huhn (https://www.zooplus.de/shop/katzen/katzenfutter_ergaenzung/integra/integra_protect/11698)

Wie gesagt, seit Monaten ohne Probleme. Überwiegend jedoch Trockenfutter, da unser Kater dort lieber zulangte, wenn man beides anbot. Im Nachhinein, nachdem ich hier gelesen habe, vielleicht ein Fehler, trotz Spezialfutter.

Letztes Wochenende, ich weiß nicht mehr genau, ob es Freitag oder Samstag war, entdeckten wir eine kleine gelbe Pfütze mit einem sehr hohen Blutanteil in der Badewanne. Und schon war Alarm. Durch Karneval und Wochenende bedingt, war unser TA nicht zu erreichen, der Tiernotruf (Praxis ca. 30km entfernt) wollte sich nicht richtig äußern und druckste nur rum. Also (vielleicht auch ein Fehler) entschlossen wir uns, nach altbewährter Methode, die Blase abzutasten, die Futterergänzungstabletten von damals zu füttern, mehr Wasser zu geben und Karneval so zu überbrücken. Ansonsten fehlte der Mieze ja auch nix. Fraß und trank ganz normal, hatte gute Laune und spielte (das war eigentlich das Ausschlaggebende für die Entscheidung, zu warten).

Montag fing er dann an, alle 10 Minuten aufs Klo zu gehen, es kam aber nix. Wie auch, die Blase war ja augenscheinlich leer (abgetastet). Da kam mir zum ersten Mal die Idee, es könne auch eine Blasenentzündung sein, kenne ja das Gefühl, wenn man sich untenrum erkältet hat und alle paar Minuten zum Klo rennt. Da es ihm bis auf diesen häufigen Toilettengang aber immer noch unverändert gut ging und wir auch kein Blut mehr entdecken konnten, hieß es "weiter wie bisher". Jaja, ich weiß, Fehler. Aber die einzige Notarztpraxis ist 30km weg und dem Miez so eine lange Fahrt in der kleinen Box und dann auch noch zu einem völlig unbekannten Arzt zumuten, das kostet Überwindung (gerade wenn die am Telefon nur so rumdrucksen und einen in der Meinung auch noch bekräftigen, daß man ruhig Karneval abwarten kann, wenn er ansonsten Munter ist).

Naja, letztendlich waren wir am Dienstag bei unserem TA.

Das Blasen-Abtasten stellte sich als richtig heraus, die Blase war leer. Der TA spritzte ein Antibiotikum, gab uns eins in Tablettenform mit und sagte, wir sollen auch das Ergänzungsfuttermittel (s.o.) weiter geben und uns auf jeden Fall am Donnerstag wieder melden, wenn es geht mit einer Urinprobe (die hatten wir vorher schon zu bekommen versucht, aber Miez wollte nicht, s.u.).

Nun machen wir es immer so, daß das Katzenklo komplett geleert wird. Dann kommt als Unterlage eine aufgeschnittene Mülltüte rein. In diesem Moment springt der Kater ins Klo und macht eine Pfütze, um zu markieren, noch bevor das Streu drin ist. Das nutzen wir immer für Urinproben. Aber nicht diesmal. Der Miez guckte mal locker 5-6 Stunden das leere Klo an und weigerte sich.

Donnerstag (heute) morgen wieder ab zum TA, wir konnten jedoch von keiner Besserung berichten, daher bekam der Kater das Komplettprogramm:
- Vollnarkose
- Katheter
- Blasenspülung
- Ultraschall
- auf meinen Wunsch die Gelegenheit genutzt für Ohren/Zähne -> etwas Zahnbelag entfernt

Der Katheter ließ sich sehr leicht einführen, was darauf hinwies, daß der Harnleiter noch nicht allzusehr gelitten hat, er ist also relativ frei.

Der Ultraschall ergab, daß die Blase entzündet/gereizt ist, die Wand war verdickt, es waren einige kleine Kristalle zu erkennen und jede Menge "aufgewirbelter Staub". Scheinbar gab es auch einige wenige kleine Schichten von der Blasenwand, die sich gelöst haben, weil sie durch die Entzündung angegriffen war.

Die Blase wurde mehrfach gespült, auch mit verschiedenen Lösungen, keine Ahnung, was das alles war. Auch wurde ein Antibiotikum gespritzt, die Ergänzungstabletten sollen wir weiter geben. An den Tagen, wo er zum TA muss, bekommt er weitere Antibiotika per Spritze, an den Tagen ohne TA bekommt er die AB-Tabletten.

Freitag und Samstag müssen wir jeweils wieder zum Spülen, wobei sich dann am Samstag je nach Zustand des Katers, seiner Blase und vor allem seiner Laune (ob er den Katheter verträgt) entscheidet, wie lang der Katheter drin bleibt. Der TA sagt, eine Woche mindestens wäre ihm am liebsten.

Der Katheter wurde verschlossen, mit dem Hinweis, daß er zu Hause sofort wieder geöffnet werden muss. Wir können den Stopfen auch mal draufmachen, sollen dies aber nur machen, wenn es absolut notwendig ist und es dann auch nicht übertreiben und ihn stundenlang drauflassen. Am besten halt gar nicht.

Nun hatten wir das Problem, daß wir eine sehr kleine Transportbox haben. Da passt der Miez für den 10-Minuten-Weg zum TA wunderbar rein. So im Liegen mit Vollnarkose erwies sich das als doof, da man den Kollegen ein wenig auf DIN-A4 falten musste... :rolleyes: Nur Spaß, es war halt sehr knapp.

Zu Hause angekommen also erst mal ausgepackt und auf ein dickes Handtuch in die Badewanne gelegt und zugedeckt. Und natürlich den Auspuff aufgeschraubt.

Als er langsam wach wurde, war natürlich Alarm. Da der kleine Besoffene laufend aus der Wanne flüchten wollte, bin ich mal losgeflitzt und hab schnell noch ne Mega-Box gekauft, da passt ne ganze Mannschaft rein.

Seiner Halskrause hat er sich bereits drei mal innerhalb von jeweils 5 Minuten entledigt, egal wie fest man sie macht. Das haben wir aufgegeben. Den Katheter hat er bis jetzt zum Glück in Ruhe gelassen.

So, und nun wohnt er seit heute Nachmittag in der Box. Und jetzt kommen wir auch langsam mal zu dem Punkt, warum ich diesen Roman hier geschrieben habe:

Ich weiß nicht, was ich mit dem Kerlchen machen soll. Noch sitzt er in seiner Kiste, damit er ganz wach werden kann, ohne sich das Leben zu nehmen (die Fluchtversuche aus der Badewanne waren ziemlich schräg). Da kann ich ihn aber unmöglich drin lassen.

Ich werde ihn schweren Herzens heute Nacht im Bad einsperren, dort sind Fliesen und Kacheln. Sein Klo steht eh dort drin, sein Wasser auch (der Herr hat Marotten und trinkt nur aus einem Plastikbecher in der Badewanne oder aus einem Trinkbrunnen im Esszimmer). Dann stellen wir ihm da ab morgen noch Nassfutter rein. Heute wohl besser noch nicht wegen der Narkose, oder?

Aber was mach ich morgen über Tag mit ihm? Der hat hier so viele Ecken und Verstecke, da kann ich unmöglich den ganzen Tag hinter ihm her wischen. Ich kann ihn doch kaum auf die ganze Wohnung loslassen. Was habt Ihr mit Eurem Kater gemacht, sofern der schonmal nen Katheter hatte?

Wir haben ja noch Glück, wir haben PVC-Boden. Daher habe ich überlegt, morgen mal ein paar Türen zu schließen und ihn zumindest auf ein Zimmer loszulassen. Aber das kann doch nicht Tage lang so gehen... oder doch?

Mir blutet immer das Herz, wenn er so maunzt, ich halt das nie lange durch.

Würde mich über Eure Meinung und Tipps freuen!

Frage ist natürlich auch, wie es in Zukunft weitergehen soll. Laut Verpackung der Tabletten (Ergänzungsfuttermittel) kann man ihm die auch nur eine bestimmte Zeit geben. Und danach? Alle paar Monate nen Katheter? Kann ja nicht sein. Oder wird sich meine Hoffnung bestätigen und nach Umstellung auf Nassfutter alles besser werden? Geben wir vielleicht das völlig falsche Futter oder ist das Integra Protect Struvit in Ordnung?


Gruß
MrM

Grizabella
26.02.2009, 23:27
Hallo, MrMoods,

Ich hatte noch keinen Kater mit Katheter, aber ich schreibe dir einmal das, was ich darüber weiss.

Dass Nassfutter für einen Kater mit diesen Beschwerden besser wäre, ist einmal klar. Jegliches Diätfutter, das man in einem Markt oder online kaufen kann, ist mehr oder minder zur Vorbeugung der darauf genannten Beschwerden gedacht. Ist die Krankheit einmal so massiv eingetreten wie bei deinem Kater, solltest du auf Diätfutter, das ausschließlich beim TA erhältlich ist, zurückgreifen, das kann ev. auch Trofu sein, aber eben beim TA zu kaufen. Die vom TA verordneten Tabletten kenne ich nicht; von anderen Foris weiss ich, dass sie in solchen Fällen Guardacid geben, aber das muss natürlich auch mit dem TA abgesprochen werden. Die Tabletteneingabe dürfte bei deinem Kater keine Schwierigkeiten machen, denke ich. Es könnte ja sein, dass er länger oder öfter Medikamente nehmen muss. Was hat dein Kater denn für eine Halskrause, dass er sich die abmachen kann, obwohl er ja noch nicht ganz bei Sinnen war? Die Halskrause wäre schon sehr wichtig. Im Bad einsperren ist okay, aber er sollte natürlich nicht auf kalten Fliesen liegen; wenn dort keine Fußbodenheizung ist, die über Nacht weiterläuft, musst du für eine angenehm warme Liegemöglichkeit sorgen. Derart behandelte Kater bleiben häufig für einige Tage in der Klinik, womit dem Tierhalter immerhin einiges an Sorgen, Behandlung und Verantwortung abgenommen wird, aber der Tierarzt wird wissen, warum er so entschieden hat.

Wie es weitergeht, wird schwer zu beantworten sein, da ja jeder Krankheitsverlauf individuell ist. Vom Diätfutter darf so lange nicht abgegangen werden, als es der Tierarzt vorschreibt. Es kann sein, dass es auf Lebenszeit gegeben werden muss. Sollte sich das Krankheitsbild wiederholen, bitte sofort handelt und nicht vertrösten lassen! Harnverhalten kann binnen weniger Stunden zum irreversiblen Prozess werden. Da ich die Folgen kenne, höre ich unserem Kater immer recht andächtig zu, wenn er es ins Klo "prasseln" lässt.

Hat der Kater einen Trinkbrunnen? Sowas könnte ihn zum vermehrten Trinken anregen, was bei dieser Krankheit wichtig ist.

Es gibt sicher Foris hier, die mehr darüber wissen als ich, also betrachte das als Schnellauskunft. Becky hier im Forum hat mit ihrem Jonas soeben dasselbe durchgemacht, der Kleine ist erst gestern aus der Klinik gekommen. Ansonst wünsche ich deinem Kleinen gute Besserung!

MrMoods
27.02.2009, 10:50
Ist die Krankheit einmal so massiv eingetreten wie bei deinem Kater, solltest du auf Diätfutter, das ausschließlich beim TA erhältlich ist, zurückgreifen, das kann ev. auch Trofu sein, aber eben beim TA zu kaufen.

Das Integra Protect Nassfutter hier aus dem Shop geht nicht? Mist, grad ne ganze Ladung bestellt.


Die Tabletteneingabe dürfte bei deinem Kater keine Schwierigkeiten machen, denke ich.

Hast Du ne Ahnung, das ist ein regelrechter Kampf.


Was hat dein Kater denn für eine Halskrause, dass er sich die abmachen kann, obwohl er ja noch nicht ganz bei Sinnen war? Die Halskrause wäre schon sehr wichtig.

Da steht drauf "Buster Clic Collar, Cat. no 273482, Made in Denmark by Kruuse, 12.5cm". Beim ersten Mal hat er sie komplett ausgezogen. Dann haben wir das Halsband enger gemacht (obwohl das meiner Meinung nach schon zu sehr eng war). Ich hab dann den kleinen Finger nicht mehr dazwischen bekommen. Dann hat er die Krause trotzdem wieder bis zur Hälfte abgezogen. Außerdem hatte ich bedenken mit dem engen Halsband, weil er sich nach der Narkose mehrmals übergeben hat. Und dann noch mit dem Halsband, na ich weiß nicht. Auf jeden Fall hat er dann beim dritten mal so lange rumgebastelt, bis er die Krause aufgemacht hatte, er hatte also noch das Halsband um, aber der Kragen war komplett offen.

Wir haben das Ding dann mal abgelassen und ihn beobachtet. Er putzt den Katheter fleißig, hat auch ein paar mal dran gezupft, aber er ist fest geblieben, wir haben ihn auch jedes Mal gestört. Nachdem er nun die Nacht im Bad verbracht hat, ist das Ding immer noch dran, also wird es wohl hoffentlich gehen, denke ich.


Im Bad einsperren ist okay, aber er sollte natürlich nicht auf kalten Fliesen liegen; wenn dort keine Fußbodenheizung ist, die über Nacht weiterläuft, musst du für eine angenehm warme Liegemöglichkeit sorgen.

Also Fußbodenheizung haben wir nicht, aber da drin sind es extra für den Kater ca. 25°C (Heizung läuft auf Vollgas). Er hat Handtücher in der Badewanne, da kann er sich reinkuscheln, unter der Heizung liegt eine Fußmatte extra für ihn und die Heizungsrohe verlaufen in Wandnähe unter dem Boden, so daß der Boden dort warm ist (da liegt er sonst auch immer rum).

Was mir viel mehr Sorgen macht: Wir haben ihm wegen der Narkose nix zu fressen gegeben (hat der TA zwar nix von gesagt, kannten wir aber noch so von der Kastration), Wasser hatte er aber. Er hat aber nix getrunken. Nu hab ich ihm eben um 10 Uhr Nassfutter hingestellt, er frisst aber auch nicht. Hab ihn sogar davor gesetzt. Er läuft total apathisch durch die Bude. Seit 20 Minuten hat er sich nun unter den Küchenschrank hinter die Spülmaschine verpisst. Aber da ich mit ihm eh jetzt zum TA muss, wegen Spülen, erzähl ich dem das direkt mal. Bin nur mal gespannt, wie ich ihn da raus bekomme.


Derart behandelte Kater bleiben häufig für einige Tage in der Klinik, womit dem Tierhalter immerhin einiges an Sorgen, Behandlung und Verantwortung abgenommen wird, aber der Tierarzt wird wissen, warum er so entschieden hat.

Naja, ich denke das wird daran liegen, daß er nur ne kleine Praxis hat. Er arbeitet da alleine mit einer Assistentin und das wars auch schon.


Hat der Kater einen Trinkbrunnen? Sowas könnte ihn zum vermehrten Trinken anregen, was bei dieser Krankheit wichtig ist.

Ja, den hat er.


Ansonst wünsche ich deinem Kleinen gute Besserung!

Danke!

MrMoods
27.02.2009, 15:43
So, frisch zurück vom TA. Der war zufrieden.

Zur Sicherheit hat der Kater neben AB und Schmerzmittel noch eine Infusion bekommen, weil er ja nicht frisst/trinkt, was laut TA darauf zurückzuführen ist, daß er ziemlich stinkig ist.

Daß der Katheter trotz fehlender Halskrause noch drin ist, fand er klasse, weil es ohne Krause weniger Stress für den Kater ist. Wir sollen das mal so lassen. Und wenn er ihn sich heute nacht doch noch rauszieht, ist das wohl auch nicht weiter tragisch, wir sollen das dann bis morgen so lassen und auf keinen Fall in Panik verfallen.

Müssen ja morgen früh eh wieder hin.

Falls er bis dahin immer noch nicht frisst/trinkt, bekommt er wieder ne Infusion. Morgen entscheidet sich dann, ob der Katheter noch drin bleibt oder nicht.

Elia
27.02.2009, 16:12
Hi,

mein Kater hatte auch wiederholt Blasenentzündungen mit Struvitkristallen. Sein Kathetererlebnis hatte er in stationärer Pflege in der TK, daher weiß ich nicht, wie er damit umgegangen ist.
Die Blasenentzündungen hatte er, während er konsequent Diätfutter bekam. Sowohl von drei verschiedenen TroFus vom TA als auch von den beiden NaFus, die es hier gibt.
Erst, seit er gar kein TroFu mehr bekommt und ich sein NaFu mit extra Wasser vermische ist er frei von Beschwerden. Kontolluntersuchungen ergaben auch keine Kristalle mehr. Zur Zeit bekommt er RohFu, auch immer mit extra Wasser, TroFu gibt es selten und nur als Leckerli.
Das ist der Weg, der meinem Kater geholfen hat. Es gibt sicherlich so viele verschiedene, wie es Struvit-Kater in diesem Forum gibt.

Ihr schafft das! :bl:

LG Elia

Mietz&Mops
27.02.2009, 20:44
Hallo, MrMoods,

Ist die Krankheit einmal so massiv eingetreten wie bei deinem Kater, solltest du auf Diätfutter, das ausschließlich beim TA erhältlich ist, zurückgreifen, das kann ev. auch Trofu sein, aber eben beim TA zu kaufen.

dem kann ich nun gar nicht zustimmen!
TroFu und Blasenprobleme sind ein absolutes NO GO!!!!!
Egal ob das Futter durch den Vertrieb über den TA seriöser erscheint oder nicht, es ist und bleibt kontraproduktiv!

Das Kattovit urinary ist von der Zusammensetzung ebenfalls definitiv besser als das RC oder Hills vom TA.
Die eigentlich wirkende Substanz ist das Methionin und das ist in allen produkten enthalten. Im RC und Hills sind dafür aber noch viele sehr minderwertige Substanzen, die alles andere als sinnvoll sind...

Nun aber zu der Katheterfrage: Ich finde es ansich schon mal nicht gut, einen Kater mit Katheter nach hause zu schicken. So ein Katheter ist eine zum einen ziemlich "schmuddelige" Angelegenheit, es ist daher nicht wirklich möglich den Kater in der ganzen wohnung umherlaufen zu lassen, ohne dass später die gesamte Wohnung nach pipi "duftet"...
das zweite Problem ist aber vielmehr, dass über so einen kathere auch ganz leicht keime problemlos in die blase wandern können. eine wohnung - und selbst ein privates badezimmer ist aber alles andere als steril und daher ist das risiko ziemlich hoch.
Normalerweise bleiben tiere mit katheter daher in den sterilen Boxen stationär beim TA bzw. der Klinik......

Zudem ist ein einwöchiger Kather nicht risikofrei. um so länger so ein katheter in der blase bleibt um so wahrscheinlicher ist es, dass das tier nachher inkontinent wird. Mein TA sagte daher, dass man nur in seeehr seltenen Fällen eine Dauer von 3 Tagen überschreitet.

Ich hoffe deinem Kater geht es bald wieder richtig gut!!!!:tu:

Mietz&Mops
27.02.2009, 20:47
Die Infos kennst du sicher schon:


Ich habe heute mal die Zusammensetzung des royal Canin Urinary angeschaut. Es wird hergestellt zur Behandlung von Struvit UND Oxalatsteinen.

Zitat:

"Royal Canin Urinary
Zusammensetzung
Maiskleberfutter, Geflügelmehl, Reis, Maisfuttermehl, Tierfett, tierisches Protein (hydrolysiert), Mineralstoffe, Lignozellulose, Zuckerrübentrockeschnitzel, Fructo-Oligosaccharide (FOS), Fischöl, Sojaöl, Ei getrocknet, DL-Methionin, Hydrolysat aus Krustentieren (reich an Glukosamin), Taurin

die Rezeptur ist dazu geeignet, eine mäßige Ansäuerung des Urins zu erzeugen

Feuchtnahrung bietet eine schmackhafte Variante und trägt zu einer höheren Flüssigkeitsaufnahme bei

leicht erhöhter Kochsalzgehalt im Trockenfutter zur Erhöhung des Harnvolumens

moderate Reduktion des Kalzium- und Oxalatgehalts

Glukosaminoglykane (eiweißhaltige Bestandteile der Blasenschleimhaut) zum Schutz der Harnblasenschleimhaut vor Infektionserregern

Mäßig reduzierter Phosphor-und Eiweißgehalt

patentierter Antioxidanzienkomplex aus Vitamin E und C sowie Taurin und Lutein zum Schutz der Körperzellen vor Angriffen durch freie Radikale

reduzierter Magnesiumgehalt

Was ist Kalziumoxalat?
Das zweithäufigste Mineral bei Harnsteinerkrankungen von Hunden und Katzen ist Kalziumoxalat. Das Milieu in der Harnblase (pH-Wert) spielt bei der Entstehung dieser Harnsteinart nur eine sehr untergeordnete Rolle. Zur Vorbeugung dieses Harnsteintyps ist ROYAL CANIN URINARY S/O in den Konzentrationen von Kalzium und Oxalat moderat reduziert, um den Harn mit diesen Steinbildnern zu untersättigen. "

Zitat-Ende


Ich werde mich mal langsam an die einzelnen Angaben herantasten:

1."die Rezeptur ist dazu geeignet, eine mäßige Ansäuerung des Urins zu erzeugen" und "Das Milieu in der Harnblase (pH-Wert) spielt bei der Entstehung dieser Harnsteinart nur eine sehr untergeordnete Rolle"

Zitat:

"Der Harn-pH ist ein wesentlich bedeutenderer Faktor bei der Harnsteinbildung
als der Magnesiumgehalt des Futters [BUFFINGTON et al. (1985 und 1990),
BUFFINGTON (1988), HULSEN (1999), MARSHALL & ROBERTSON (1976),
SKOCH et al. (1991), TATON et al. (1984a)]. "

Zitat-Ende

Warum also reduziert RC den Magnesiumgehalt, hällt aber den pH für vernachlässigbar?

Zitat

"Auf der Basis epidemiologischer Daten lässt
sich zeigen, dass bei der Verwendung von ansäuernden Diäten ¾ besonders bei denen, wo der pH-Wert unter 6,29 sank ¾ das potenzielle Bildungsrisiko von Calciumoxalat-
Steinen bei Katzen ansteigt [KIRK et al. (1995), McCLAIN et al. (1999), MIDKIFF et
al. (2000), OSBORNE et al. (1995a)]."

Zitat-Ende

--> aha, also doch nicht so unwichtig, sondern ziemlich entscheiden!

2. "patentierter Antioxidanzienkomplex aus Vitamin E und C sowie Taurin und Lutein zum Schutz der Körperzellen vor Angriffen durch freie Radikale"

Zitat:

"Auch die
gleichzeitige meist überflüssige Gabe von Vitaminen C und D wird als zusätzlicher
Risikofaktor einer Calciumoxalatsteinbildung diskutiert [BARTGES et al. (2000),
BUFFINGTON (1993), BURGER (1985), CHEW & BUFFINGTON (2000), HESSE
et al. (2000 und 2000a), HULSEN (1999), KIRK et al. (1995), OSBORNE et al. (1990,
1996 und 1996a), PASTOOR et al. (1994), SCHWILLE & HERMANN (1992) "

Zitat-Ende

--> na super noch ein Risikofaktor mehr durch das Futter...

3." leicht erhöhter Kochsalzgehalt im Trockenfutter zur Erhöhung des Harnvolumens"

Zitat:

"Kein NaCl oder Furosemid-Diuretika, weil dies Hypercalciurie verursacht "

Zitat-Ende

--> neben der tasache, dass die niere irgendwann schlapp macht


Hier eine ganze Doktorarbeit über Struvit und Oxalat:
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00005970/01/Frenk_Marina.pdf

Seite 34 ist aber auch so interessant. sagt aus, dass TroFu steine auslöst, falls das mal jemand braucht, um es seiner TA u die Ohren zu hauen





Zusatzinformation von einera nderen userin aus diesem Forum:
"Ganz wichtig finde ich zu erwähnen das die ganzen Spezielatrockenfuttersorten krebserregende künstliche Konservierungstoffe erhalten BHT und BHA.

Eine Freundin von mir deren 2 Katzen gestorben sind an Krebs, bekamen über Jahre das Trofu Hills c/d"

Mietz&Mops
27.02.2009, 20:48
und den:




Struvit

Bei Struvit handelt es sich um steinartige oder kristallartige Gebilde innerhalb der Harnblase. Sie stellen bei Katzen mit über 63% die häufigste Steinart dar.
Sie bestehen aus Ammonium-Magnesiumphosphat, weswegen lange Zeit Magnesium als Risikofaktor gesehen wurde. Mitlerweile scheint dies aber weitgehend widerlegt, jedoch enthalten viele Futtersorten trotzdem noch einen extra reduzierten Magnesiumgehalt, der widerum weitere Risiken birgt.

Als Hauptrisikofaktoren zählen eine zu geringe Durchspühlung der Harnwege und ein zu hoher pH (>7). Beides kann durch Trockenfutter verursacht werden, da viele Katzen dabei zuwenig Wasser aufnehmen und der hohe pflanzliche Anteil den pH-Wert nachteilig beeinflusst. In Studien konnte dies auch gezeigt werden. Der größte Anteil von an Struvit erkrankten Katzen wurde zuvor mit einer reinen Trockenfutterfütterung ernährt, der zweit größte Teil wurde von Katzen gestellt, die zumindest z.T. Trockenfutter bekamen (Quelle: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/5970/1/Frenk_Marina.pdf).
Um zumindest die pH-Erhöhung durch Trockenfutter zu vermeiden, fügen viele Hersteller mitlerweile harnansäuernde Substanzen bei, die aber wiederum im Verdacht stehen, die früher äußerst seltenen Calciumoxalatsteine zu fördern (Hesse et al. 2000).

Struvitkristalle können in der Blase für Schmerzhafte, häufig wiederkehrende, blutige Entzündungen sorgen oder sogar zu einem lebensbedrohlichen Blasenverschluss führen. Von diesem sind am häufigsten Kater betroffen, da ihre anatomisch sehr enge Harnröhe leicht verstopfen kann.
Im Gegensatz zu Calciumoxalat muss Struvit jedoch nicht unbedingt chirurgisch entfern werden, sofern es zu keiner lebensgefährlichen Situation gekommen ist, sondern können aufgelöst werden.
Zuallererst ist es wichtig die Flüssigkeitszufuhr der Katze zu erhöhen. Hierfür sollte vor allem auf die Fütterung von Trockenfutter vollkommen verzichtet werden und hochwertiges Nassfutter mit einem möglichst geringen Anteil an pflanzlichen Stoffen gefüttert werden. Besonders Gemüse als Ballaststoffquelle soll aufgrund seiner basischen Wirkung auf den Urin weitgehend verzichtet werden.
Zudem ist es meist nötig den Urin anzusäuern, um eine Auflösung der Steine zu erzielen und eine neue Bildung zu verhindern. Hierfür bieten sich vor allem zwei Produkte an: Uropet-Paste und Guardacid-Tabletten. Beide enthalten als Hauptwirkstoff DL-Methionin zur Harnansäuerung. Methionin ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die z.B. auch den Grundbaustein für Taurin darstellt. Jedoch darf auch diese Aminosäure nicht überdosiert werden, da es ansonsten zu Schäden kommen kann. In der Literatur findet man verschiedene Angaben zur Höchstdosierung zwischen 1-1,5g pro Tag für eine ausgewachsene Katze (Quelle: http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/schultza_2003.pdf -Seite 58)
Zudem muss auch eine zu starke Ansäuerung (unter pH 6) vermieden werden, da dies zur Bildung von Calciumoxalaten führen könnte. Ein zum Auflösen der Kristalle guter pH-Wert liegt zwischen pH6,2-6,4.
Den Urin-pH der Katze kann man mit handelsüblichen Teststreifen aus der Apotheke testen. Dabei ist es sowohl möglich den Teststreifen direkt in den Urinstrahl zu halten, als auch den Urin mittels eines nichtsaugenden Katzenstreus (u.a. beim Tierarzt erhälltlich) aufzufangen und anschließend zu messen. Jedoch muss man dabei beachten, dass der pH von Urin, der länger der Luft ausgesetzt war, ansteigt und somit ein stark zeitversetztes messen nicht möglich ist.


Beim Tierarzt erhälltliche Spezialfuttersorten enthalten oft einen hohen Salzgehalt, um die Wasseraufnahme der katzen zu erhöhen. Dies setzt jedoch eine gesunde Niere vorraus und sollte auch nach Herstellerangaben nicht wesentlich über 12Wochen betragen ( http://www.royal-canin.de/katze/produkte/beim-tierarzt/veterinary-diet/trockennahrung/urinary-so.html). Leider wird dieses Futter von vielen Tierärzten als Dauertherapie verschrieben und nur selten auf die Risiken hingewiesen.
Trockenfutterspezialdiäten verschlimmern meist logischerweise nur das Problem... (http://www.cuxkatzen.de/html/harnverlegung.html ).

Die Wasseraufnahme lässt sich jedoch wesentlich einfacher und schonender durch mit Wasser angereichertem hochwertigem Feuchtfutter und vielen zusätzlichen Wasserquellen in der Wohnung erzielen. Viele Katzen lassen sich auch durch Trinkbrunnen zu einer erhöhten Wasseraufnahme veranlassen.

Einen sehr informativen Erfahrungsbericht findet man zudem bei: http://www.cuxkatzen.de/html/harnverlegung.html


Woran erkenne ich, dass meine Katze eine Blasenentzündung bzw. Kristalle in der Blase hat?

Das ist oft gar nicht so früh zu erkennen. Katzen können Schmerzen sehr gut und lange vor uns Menschen versteckt halten. In der Natur hat dies den Zweck sie nicht als verletzlich erkennbar zu machen. In unserer Obhut kann dies jedoch eine frühzeitige Erkennung erschweren.
In den Anfangsphasen gehen Katzen oft sehr häufig aufs Katzenklo, setzen aber nur kleine Menge Urin ab.
Ein weiteres Anzeichen ist ein sehr häufiges, intensives und langes lecken der Geschlechtsteile, vor allem nach einem Toilettengang.
Im späteren Verlauf kann es zu Blut im Urin kommen und sogar Mauzen auf dem Katzenklo. Einige Katzen meiden dann das Katzenklo, da sie es mit den Schmerzen in Verbindung bringen und werden unsauber. Zudem kann es zu Fieber, körperlicher Ermattung und Appetitlosigkeit kommen.

Bei Struvitsteinen kann dies auch in einem Blasenverschluss enden, bei dem die Katze so gut wie keinen Urin mehr absetzen kann, unruhig immer wieder an neuen stellen versucht dort Urin abzusetzen, sich unaufhörlich leckt, evt. auch miaut und krampft.
Gerade ein Blasenverschluss ist akut lebensbedrohlich, da die Harnstoffe aus der Blase nach einiger zeit ins Blut übertreten können und die Katze damit vergiften.

Hat man den Verdacht seine Katze könne unter einer Blasenentzündung oder gar Blasensteinen leiden, sollte man so früh wie möglich den Tierrazt aufsuchen.
Dort sollte die Blase abgetastet, eine Urinprobe auf Kristalle, Blut und pH untersucht werden, Fiber gemessen und geg. noch weitere Diagnostische Untersuchungen gemacht werden.
Zusätzlich ist bei Verdacht von Blasensteinen ein Röntgenbild der Blase notwendig. Da zum einen z.T Steine nicht im Urin nachweisbar sind und auch, um z.B. Oxalatsteine ausschließen zu können.

Liegt ein Blasenverschluss vor, muss der Tierarzt unter Narkose mit Hilfe eines Katheters die Blase spühlen. Dabei ist es nicht selten, dass die Katzen mit dem Katheter mehrere Tage in der Praxis verbringen müssen.
Ist bei Katern die Harnröhre so fest verschlossen, dass sie mithilfe des Katheters nicht mehr zu öffnen ist, muss eine Pe.nisampution durchgeführt werden, um den Blasenausgang dadurch zu vergrößern.