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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kater faucht seinen Schwanz an, krank?



weiße
17.02.2009, 19:33
Mein kastrierter Kater faucht neuerdings sehr oft seinen Schwanz an, was er zuvor
niemals getan hat. Ein Spielen mit dem Schwanz findet nicht statt. Eine
Untersuchung des Schwanzes ergibt keine Verletzung o.ä. Könnte es sein,
daß eine Enddarmkrankheit vorliegt? Da Kater Freigänger ist, kann Entleer-
ungsvorgang nicht so gut beobachtet werden; jedenfalls keine auffälligen
Beobachtungen bei gelegentlicher Benutzung der Katzentoilette.

Ernährung: Naßfutter und Trockenfutter,
H-Milch 1,5 % pur
Appetit gut, Kater spielt und ist bis auf die Schwanzsache gut drauf

Entwurmung ca. alle 4 Monate (Advocate)
Wer kann mir raten, worauf zu achten ist, bzw was vorliegen könnte?

schnutefreddy
18.02.2009, 10:06
Hi,

ich sehe in dem, was Du hier schreibst keine Assoziation zwischen der Ernährung / Krankheit des Verdauungstraktes und dem Fauchen Deines Katers.

Dazu müsstest Du vielleicht mehr schreiben. Bist Du sicher, dass es sich dabei nicht um Spieltrieb handelt? Wie alt ist Dein Kater?

Gibst Du die Milch als Nahrungsergänzung? Oder als Getränk? Als Getränk ist Milch nicht geeignet. Stell noch ein zusätzliches Schälchen Wasser dazu, falls das nicht schon der Fall ist. Das hat jetzt aber nichts mit dem Schwanzfauchen zutun.:t:

Grüße,
schnutefreddy

weiße
24.02.2009, 10:35
Hallo schnutefreddy,

Tierarztbesuch ergab folgendes:

das Verhalten ist ein nicht seltenes Phänomen. Meist liegt eine allerdings nur
schwer zu lokalisierende Verletzung oder Überempfindlichkeit der Wirbelsäule
vor, die mit dem Schwanz selber nichts zu tun hat sondern sich jeweils als
Schmerzäußerung ergibt. Es konnte auch ein auffälliges "Einsacken" an einer
Stelle der Wirbelsäule ertastet weren.
Katze hat Schmerzmittel bekommen, um erstmal Beruhigung zu erreichen.
Sollte nach mehrfacher Schmerzmitteleingabe (Tolfedine 6 mg) das Problem
nicht behoben sein, so muß geröntgt werden .

schnutefreddy
24.02.2009, 12:23
Hallo schnutefreddy,

Tierarztbesuch ergab folgendes:

das Verhalten ist ein nicht seltenes Phänomen. Meist liegt eine allerdings nur
schwer zu lokalisierende Verletzung oder Überempfindlichkeit der Wirbelsäule
vor, die mit dem Schwanz selber nichts zu tun hat sondern sich jeweils als
Schmerzäußerung ergibt. Es konnte auch ein auffälliges "Einsacken" an einer
Stelle der Wirbelsäule ertastet weren.
Katze hat Schmerzmittel bekommen, um erstmal Beruhigung zu erreichen.
Sollte nach mehrfacher Schmerzmitteleingabe (Tolfedine 6 mg) das Problem
nicht behoben sein, so muß geröntgt werden .

Ja, damit verdient Deine TA erstmal Geld, bevor eine genaue Diagnose gemacht wurde. Durch einmalige oder kurzfristige Schmerzmittelgabe wird doch der Grund für das Fauchen nicht verschwinden. Außerdem beruhigen Schmerzmittel nicht. Das tun Beruhigungsmittel. Die Begründung ist nicht ganz richtig.

Das die Katze den Schwanz wegen der dort lokalisierten Schmerzen anfaucht hört sich erstmal plausibel an. Könnte mir schon vorstellen, dass es so was gibt.

Allerdings frag ich mich, wenn dieses "auffällige Einsacken der Wirbelsäule" bemerkt wurde und ein Röntgen vorgeschlagen wurde und Du dem nicht abgeneigt bist.... warum habt ihr das dann nicht gleich gemacht? Das würde doch Aufschluss geben. Vielleicht kann man auf dem Röntgenbild ja einen Bruch sehen, der jetzt erstmal nur mit Schmerzmitteln gedeckelt wird.

Sei ruhig mistrauisch, wenn ein Arzt eine Behandlungsmöglichkeit vorschlägt, sie aber mit einer vorläufigen Medikamentengabe hinauszögert. Auch bei Deinem eigenen Hausarzt. Mit Medikamenten wird das große Geld gemacht. Leider. Meistens ist die Behandlungs- / Untersuchungsmethode genau das richtige um das Leiden abzustellen. Aber vorerst wird noch mit einem Medikament verdient. :sn:


Vielleicht wissen ja auch noch andere hier einen Tipp???

Drottning
24.02.2009, 12:28
Ich seh das genauso. Warum ein Mittel geben, bevor man eine klare Diagnose hat? Das Röntgen wäre doch ratzfatz geschehen, oder? Dann hätte man gezielt vorgehen können. Es ist immer und immer wieder dasselbe. Eine Vermutung und ein Medikament und wenn's nicht besser wird "darf" man wiederkommen. Vielleicht wird dann "schon" genau untersucht, vielleicht wird aber auch erst mal ein weiteres Medikament ausprobiert.

Da lob ich mir meinen Hausarzt. Manchmal geht einem seine Gründlichkeit auch auf den Senkel, aber letztendlich behandelt er zielgenau!

weiße
27.02.2009, 17:37
Danke für Eure Beiträge, Meine Tä`in hat die Tabletteneingabe -für mich zunächst
schlüssig- damit begründet, daß beobachtet werden soll, ob das Verhalten bei einer Schmerzmitteleinnahme sich ändert. Und tatsächlich unterblieb jetzt dieses Schwanzan-
fauchen, sodaß Verdacht auf Wirbelsäulenanomalie oder -verletzung naheliegt.
Vielleicht erklärt sich dann auch die voher nicht damit in Zusammenhang gebrachte Beob-
achtung, daß Kater manchmal "Kamelgang einlegt", beim Laufen - an sich lustig anzu-
sehen- einen Buckel macht, obwohl die typische Situation für adäquates Verhalten ( Erschrecken, Abwehr) nicht gegeben war.

Werde jetzt das Röntgen durchführen lassen.

weiße
06.03.2009, 14:55
Hallo Katzenfreunde,
es wurden 2 Röntgenbilder gemacht. Bis auf ein paar "vernebelte" Wirbel" ergab sich kein
signifikanter Befund. Da Kater in Narkose versetzt wurde, konnte auch der Schwanz gut untersucht und eine Verdickung im vorderen Bereich festgestellt werden, die jedoch im
Röntgenbild keine Auffälligkeit zeigt.
Kater bekommt jetzt erst mal weiter Schmerzmittel und das Schwanzanfauchen ist weg.
Die Täìn meint, daß mit der Schmerzbeseitigung auch die daduch u.U. bedingte Fehlhal-
tung beseitigt wird, die ja nicht durch Physiotherapie o.ähnliche Maßnahmen wie beim
Menschen angeordnet, bekämpfbar ist.
werden kann.

schnutefreddy
06.03.2009, 15:57
Hallo weiße,

mir erschließt sich nicht ganz, was Du da schreibst.:?: Was sind "vernebelte Wirbel"? Meinst Du damit, dass die Wirbel nicht kontrastreich / scharf dargestellt waren? Ist dem so, bedeutet es, die Aufnahmen sind für den Popo. Man sieht dann erst gar nicht, ob ein Befund (z. B. Verkrümmung) vorliegt. Und ohne Befund gibt es auch keine Diagnose! Die schlechten Aufnahmen gehen in den meisten Fällen zu Lasten derjenigen, die die Aufnahmen gemacht haben. Manchmal hat sich ausgerechnet im Augenblick der Aufnahme das Tier bewegt - bei Narkose allerdings unwahrscheinlich.

Die Begründung weiterhin Schmerzmittel zu geben finde ich keinesfalls schlüssig. Durch die Medikamentengabe wird sich das Verhalten Deiner Katze nicht "wie von selbst" geben. Es kann funktionieren, klar. Aber die Medikamente sind hier kein Garant für eine Heilung! Wenn Du die Schmerzmittel absetzt, kann es wieder zum gleichen Verhalten kommen, weil der "Physiotherapie - Effekt" nicht gekommen ist. Dann haben die Schmerzmittel bestenfalls das Symptom gedeckelt. Dann wirst Du auf lange Sicht weiterhin diese Mittel geben müssen - was der Katze bestimmt nicht zu Gute kommt!

Vielleicht möchtest Du noch einmal zu einem anderen TA gehen. Oder vielleicht hat hier auch jemand das gleiche Problem mit seiner Katze und möchte mal berichten!?!

Schreib weiterhin, wie es Deiner Katze ergeht. Es haben bestimmt noch andere hier im Forum Tipps für Dich. Mach Dich im Internet schlau, welche TAs in Deiner Nähe welche Leistungen anbieten. Vielleicht findest Du da einen, der sich mit dem Bewegungssystem der Tiere etwas mehr auseinandersetzt. Einen Versuch ist es Wert.

bis denni,
schnutefreddy

Simmal-
06.03.2009, 23:56
Die Täìn meint, daß mit der Schmerzbeseitigung auch die daduch u.U. bedingte Fehlhal-
tung beseitigt wird, die ja nicht durch Physiotherapie o.ähnliche Maßnahmen wie beim
Menschen angeordnet, bekämpfbar ist.

Wieso nicht????
Meine TA sind da auch nicht so fit und kompetent drin, aber es GIBT Physiotherapie für Tiere!!!!
Über sowas schonmal nachgedacht:
http://www.tierphysiotherapie.de/

lg, Simmal