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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FIP-Impfung - ja oder eher nein???



Katzenmammi
01.01.2003, 22:42
Hallo zusammen,

wir diskutieren grad das Thema Impfen. Lucca hat gleich volle Möhre das Kombipaket Katzenschnupfen, - seuche, Leukose + Tollwut bekommen. Unsere neue TÄ, bei der wir mit Sammy waren, lehnt so viele Impfungen auf einmal ab. Sammy hat erst mal Katzenseuche und -schnupfen bekommen. Die Impfungen natürlich, nicht die Krankheiten. Der Rest wird dann nachgeholt.

Unsere Katzen gehen nur auf den Balkon, sind also keine Freigänger. Da die Impfung gegen FIP eh nur einen Teil des Infektionsrisikos abdeckt, überlegen wir, ob es überhaupt Sinn macht.

Wie sind Eure Erfahrungen? Ich bin echt unsicher, was wir am besten machen. Der Gedanke, durch eine falsche Entscheidung vielleicht an einer Infektion schuld zu sein, ist schlimm für mich!!!

freddy2002
01.01.2003, 23:02
Hallo Ihr Beiden,

eine gute Frage!
Wir haben uns diese Frage vor einiger Zeit auch gestellt.
Nachdem wir uns ausgiebig in das Thema eingelesen haben, kamen wir zu der Entscheidung das diese Impfung für reine Wohnungskatzen mit gesichertem Freigang (Terasse) keinen Sinn macht.
Es gibt ja zur Zeit nur einen einzigen Impfstoff (Primucell FIP von Pfizer). Dieser besteht aus einem lebenden gentechnisch verändertem Stamm der sehr temperaturempfindlich ist.
Das gegenüber Totimppfstoffen höhere Risiko eines Impfdurchbruches war uns angesichts des nicht vollständigen Schutzes dieser Impfung zu hoch.

Hier findet Ihr noch einige nützliche Hinweise dazu:

http://www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html

Renate W.
01.01.2003, 23:17
Hallo Katzenmammi,

gegen FIP sollte nur geimpft werden, wenn der Corona-Antikörpertitertest negativ ist.

Die Impfung ist nicht ganz unumstritten. Ob man reine Wohnungskatzen impfen lässt, obliegt jedem Katzenhalter natürlich selbst, meine Katzen sind geimpft.

Und jetzt ein Beispiel:

Mein Joey (leider im Jahr 2002 an Niereninsuffizienz verstorben) und Whisky waren negativ - ich ließ sie impfen. Dann kamen "neue" Katzen dazu - sie haben Corona-Antikörper im Blut - natürlich nicht geimpft.

Nachdem die Coronaviren höchst ansteckend sind, war bzw. ist die Impfung so sinnlos??

Ich glaube, man kann nicht generell sagen, bei reinen Wohnungskatzen ist die Impfung nicht notwendig - mich beruhigt es sehr, dass mein Whisky, wenn auch nur 60-70% Impfschutz genießt.

zooplus Talkmasterteam
02.01.2003, 10:11
@all

Man sollte wirklich sehr genau überdenken, was an Impfungen im individuellen Fall nötig ist und wie oft!

FIP ist nur dann sinnvoll, wenn:
a, der Titer negativ ist (0!)
b, es sich um eine Zucht oder einen Haushalt mit mehreren Katzen handelt.

(Nach einer Impfung kann der Titer laut Hersteller vorübergehend auf 1:125 ansteigen).

Ansonsten gilt Zitat Prof. Pedersen (UC Davis, Ca):
"...it makes good money, but it makes no sense!"

Leukose:
nach neg. Testergebnis bei Freiläufern.
Hier ist es ratsam nach der Grundimmunisierung einmal nach 12 Monaten zu boostern und dann auf größere Intervalle von 2-3 Jahren zu wechseln.

Mehr Infos zum Thema finden Sie im Tierarzt-Archiv unter den entsprechenden Stichworten oder unter der Rubrik "Impfungen" in der Gattung Katzen.
Mit freundlichen Grüßen udn den besten Wünschen zum neuen Jahr!

dr. kirsten thorstensen
vet services manager

zooplus AG

Katzenmammi
04.01.2003, 00:08
@all:
Vielen Dank für die Antworten!

Wir haben uns entschlossen, keine FIP-Impfung machen zu lassen. Das Risiko bei ausschließlich in der Wohnung gehaltenen Katzen erscheint uns angesichts der möglichen Konsequenzen doch zu hoch.

Hilfreich war für uns der Hinweis, erst nach einem Test die Leukoseimpfung machen zu lassen. Unser erster Tierarzt hat unserer Kleinen ohne Test gleich alle 4 Impfungen (Katzenschnupfen, -seuche, Tollwut und Leukose) gegeben. Im Nachhinein finden wir das nicht so gut und werden unsere neue TÄ auf jeden Fall ansprechen, wenn auch Sammy die Leukose-Impfung bekommt.

Nochmals vielen Dank & Gruß