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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : hochgradige HCM, wer kann helfen



pc.lieschen
01.02.2009, 11:29
Hallo

meine Katze hat laut Befund der Ärztin eine hochgradige HKMP (sie sagt es ist das gleiche wie HCM) sowie SAM und einen Verdacht auf Thrombus im linken Atrium.

Deswegen stelle ich es nochmal mit einer anderen Überschrift rein, da HKMP anscheinend nicht wirklich so bekannt ist wie HCM und hoffe auf Infos
Dankeschön

Kennt sich damit jemand aus?
Was genau versteht man darunter für laien?
Was ist der Unterschied zu HCM und HKMP?
Ist ihre Lebenserwartung jetzt MINI?

Sie ist jetzt ca. knapp über 6 Jahre und eine Maine Coon oder Maine Coon Mix

Aber ich schreibe euch mal den kompletten Bericht einfach ab, vielleicht kann ihn mir jemand erklären.

Vorbericht: Die Katze bekommt seit 2007 Ramipril 1,25 mg etwas mehr als ½ Tablette/Tag und Furosemid 40 mg ¼ Tabl/Tag.
Sie hatte immer mal wieder anfallsweise Husten und war flachatmig. Momentan ist die Katze wieder symptomlos.

Befunde der durchgeführten Untersuchungen:

Auskulation: systolisches Herzgeräusch 3-4. Grades, links und rechts parasternal.
Regelmäßig Tachykardie

Röntgen: (Thorax I/II): Herzschatten 3,0 ICR breit, Herzschatten hoch, V.cava: gestaut., Lunge : Lungenödem.

Herzultraschall (incl. Dopplersonographie):
Diagnose: hochgradige hypertrophe Kardiomypathie (HKMP), SAM, Verdacht auf Thrombus im linken Atrium.
Fractional Schortening: 61,4 % (Norm. >40 %)
linker Vorhof hochgradig vergrößert (Verhältnis linkes Atrium/Aorta: 2,9 (Norm. <1,2)
hochgradiger Reflux an Mitralklappe, gering- bis mittelgradiger Reflux an Trikuspidalklappe,
Aorta: Vmax: 0,7 m/sec (Norm: <1,4 m/sec),
Arteria pulmonalis: Vmax 1,4 m/sec (Norm: <1,2 m/sec),
Herzrohr vergrößert

Herzkontrolle (incl. Ultraschall): 4-6 Monate

Die Veränderungen am Herzen sind bereits weit fortgeschritten. Es besteht eine hochgradige hypertrophe Kardiomyopathie. Das voliegende „systolic anterior movement (SAM)“ der Mitralklappe ist als Komplikation der hypertrophen Kardiomyopahie anzusehen. Es kommt während der Systole zum Vorfall des septalen Segels in den linksventrikulären Ausflusstrakt, was wie eine Stenose wirkt und gleichzeitig die Insuffizienz an der Mitralklappe erhöht.

Therapie: Ramipril sollte in der bisherigen Dosierung weitergegeben werden. Furosemid soll aufgrund der hochgradigen Vergrößerung des linken Atriums auf ¼ Tag und 2x ¼ Tab./Tag im Wechsel erhöht werden. Da ein wandständiger Thrombus im linken Atrium sichtbar ist, wäre die zusätzliche Gabe von Aspirin 100 mg ¼ Tablette jeden 3. Tag sinnvoll. Wegen der hohen Herzfrequens sollte zusätzlich mit Atenolol 25 mg einige Tage 1/8 Tabl./Tag, dancht ¼ Tabl./Tag bekommen werden.


Anmerkung von mir, die Röntgenbilder waren von Dez. 08 und sie hat jetzt kein Wasser in der Lunge mehr.

Auch sonst ist sie munter, frist, spielt und kommt Schmusen ohne Ende. Ich hoffe ja sie bleibt uns lange erhalten, aber wenn ich das so lese glaubt man kaum daran.

Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen

Samantha
01.02.2009, 14:15
Hallo,
ich kann mal versuchen, ein paar Sachen aufzutröseln, aber Kardiologin bin ich leider nicht.
Es gibt eine Form der Kardiomyopathie mit Erweiterung ("dilativ") und mit gleichzeitiger Verdickung (hypertroph). Leider ist letzteres schlimmer.
Wegen der Herzvergrößerung (eben auch nach innen) ist es bereits dazu gekommen, dass die Herzklappe zwischen Lunge und linkem Herz zum einem nicht mehr richtig schließt, aber gleichzeitig den Durchfluss blockiert. Jedenfalls ist das nicht mehr optimal, das Blut kann nicht in voller Höhe durchfließen und ein Teil des Blutes fließt immer zurück. Eine große Gefahr bei dieser Kradiomypathie ist immer die Blutgerinnselbildung, von der sich dann kleine Teile losreißen und irgendwo im Körper dann feststecken, oft auch im Gehirn mit Schlaganfällen. Deshalb verdünnt man dann ja das Blut, damit das nicht passiert.
Jedenfalls ist es ein fortgeschrittenes Stadium. Wenn das mit der Medikamenteneinnahme klappt, ist das schon eine große Hilfe. Deine Katze hätte auch schon längst sterben können, sie hatte ja wohl schon ein Lungenödem. Wenn man das aber weiß, kann man früh reagieren.
Ich kenne mich beim Menschen etwas aus, habe aber keine Erfahrungen mit Katzenherzen.
Persönlich würde ich versuchen, die Medikamentengabe weiterhin konsequent zu geben und die Katze zu beobachten (Husten, röcheln, weniger Spielen, weniger Fressen etc.). Spielen ist erlaubt, aber nicht bis zum Umfallen. Bei der kleinsten Veränderung ab zum TA (auch mitten in der Nacht), da man bei einem beginnenden Lungenödem immer noch viel machen kann. Gilt auch für plötzliches Hinken etc.. Auch würde ich die Herzuntersuchungen weiter wahrnehmen.
Ich will Dir keine Angst machen, aber rechnen, dass sie mal plötzlich tot ist, musst Du schon. Es kann bei optimaler Einstellung aber auch noch Jahre gut gehen, wobei sie ganz alt wohl nicht werden kann.

Vielleicht melden sich hier noch Foris, die eigene Erfahrungen mit dieser Erkrankung haben, ich ja zum Glück nicht. Würde mich auch interessieren.

Was willst Du noch wissen?

Ansonsten alles Gute und nicht aufgeben!

pc.lieschen
01.02.2009, 14:26
Hallo,

super Antwort, wenigstens mal verständlich.

Sie hatte schon 2 Lungenödeme, einmal 2007 und letztes Jahr im Dez. deszwegen wurde seid 2007 ja auch mit den tabletten begonnen. das es so schnell fortschreitet hätte keiner geahnt.
die untersuchungen wollen wir weiter vornehmen lassen, wohingegen die ärztin shcon sagte das sie auch bei der Fahrt zu ihr sterben kann, da Jessy sich immer aufregt wie eine irre in der Box und im Auto.

Wenn sie anders atmet oder ähnliches fällt es mir immer sofort auf. Allerdings wenn es Nachts ist nicht, weil sie draußen schlafen und nicht ins Schlafzimmer dürfen. Auch habe ich nachts kein Auto hier, das hat mein Mann bei der Arbeit.

Man soll sie ruhig halten und sie soll sich nicht so aufregen, aber gilt das auch für das spielen?
weil ich kann es ihr schlecht verbieten zu toben.
wenn sie sich überanstrengt, legt sie sich immer sofort von alleine hin und lässt die anderen einfach toben und sie schaut nur zu, anscheinend weis sie zumindest etwas, wann sie ein ende finden muss.

muss das mal sacken lassen, bei fragen schreibe ich weiter.

Samantha
01.02.2009, 14:45
Menschen mit Kardiomyopathie sollen sich ihren Verhältnissen entsprechend bewegen und keine Bettruhe einhalten. D.h. bezogen auf Deine Kätzin: spielen ja, aber nicht zu wild, würde sie also nicht mit Angelspielen, Laserpointer etc. zusätzlich animieren. Es geht drum, plötzliche, extreme Belastungen zu vermeiden (wäre z. B. beim Freigang, wenn ein Hund kommt ect.).

Beim Menschen kann man dies neben Furosemid (zur Entwässerung, d.h. Entlastung) und Sauerstoff geben. Das Nitrat wirkt nämlich sehr schnell und könnte helfen, die Zeit bis zum Arzt zu überbrücken. Aber ich weiß überhaupt nicht, ob das auch bei Katzen hilft!

Und ja, die Aufregung zum TA kann schon auch belastend sein. Am besten wäre es, der TA kommt ins Haus, aber das geht ja schlecht so schnell.

So wie es bei Chron. Nierenschwäche ein Forum gibt, gibt es sicher auch ein Forum für Katzenbesitzer mit HCM. Vielleicht melden sich noch Foris hierzu :?:?

:bl::bl::bl::cu:

Suse
01.02.2009, 14:46
Hallo

meine Katze hat laut Befund der Ärztin eine hochgradige HKMP (sie sagt es ist das gleiche wie HCM) ........

Was ist der Unterschied zu HCM und HKMP?


??? :?:

Was sollen wir da erklären?

:cu: Suse

pc.lieschen
01.02.2009, 16:01
??? :?:

Was sollen wir da erklären?

:cu: Suse

naja gibt es einen unterschied oder ist beides das gleiche? :confused:

endlich habe ich es geschafft die bilder online zu bekommen damit ihr unsere mäuse auch mal seht :wd:

Suse
01.02.2009, 16:25
naja gibt es einen unterschied oder ist beides das gleiche? :confused:

endlich habe ich es geschafft die bilder online zu bekommen damit ihr unsere mäuse auch mal seht :wd:

Na Du schreibst doch, daß Deine TÄin gesagt hat, daß es das gleiche ist.

:cu: Suse

pc.lieschen
01.02.2009, 16:32
Hallo
stimmt habe ich geschrieben, habe aber im Internet nix zu HKMP bei Katzen gefunden.

Fedora
01.02.2009, 16:57
Hallo
stimmt habe ich geschrieben, habe aber im Internet nix zu HKMP bei Katzen gefunden.

Ganz einfach, es wird immer noch die amerikanische Abkürzung HCM = Hypertrophic Cardiomyopathy benutzt, inzwischen gibt es auch eine deutsche Abkürzung HKMP = Hypertrophe KardioMyoPathie.

pc.lieschen
01.02.2009, 17:01
Ganz einfach, es wird immer noch die amerikanische Abkürzung HCM = Hypertrophic Cardiomyopathy benutzt, inzwischen gibt es auch eine deutsche Abkürzung HKMP = Hypertrophe KardioMyoPathie.

Ich danke dir vielmals

Samantha
01.02.2009, 17:54
Sorry, habe da wohl etwas Verwirrung gestiftet, beim Menschen gibt es eben diese beiden Formen - dilativ und hypertroph.
Tut mir leid! Hätte mich natürlich vorher selbst besser informieren sollen. Aber da sich sonst niemand meldete, wollte ich wenigstens drauf ein gehen.
Großes Sorry und ich passe nächstes Mal besser auf.:bow:
Aber es tut ja nichts an der Sache: durch die Veränderungen am Herzen funktioniert die eine Herzklappe nicht mehr optimal, was immer wieder zum Rückstau in die Lunge führen kann und zur Blutklumpenbildung. Zusätzlich ist natürlich die Herzfunktion (der Auswurf von Blut) oft beeinträchtigt, was hier aber laut Befund noch ok ist.

Katzenmiez
01.02.2009, 18:28
Sorry, habe da wohl etwas Verwirrung gestiftet, beim Menschen gibt es eben diese beiden Formen - dilativ und hypertroph.


Nö, das gibt`s auch bei Katzen: HCM (hypertroph), DCM (dilatativ) und RCM (restriktiv).

Diese Seite finde ich sehr informativ:
http://www.tierkardiologie.lmu.de/besitzer/hypertrophe-kardiomyopathie.html

Und in diesem Forum ist mir sehr geholfen worden:
http://www.hcm-forum.de/forum/

pc.lieschen
01.02.2009, 19:53
Sorry, habe da wohl etwas Verwirrung gestiftet, beim Menschen gibt es eben diese beiden Formen - dilativ und hypertroph.
Tut mir leid! Hätte mich natürlich vorher selbst besser informieren sollen. Aber da sich sonst niemand meldete, wollte ich wenigstens drauf ein gehen.
Großes Sorry und ich passe nächstes Mal besser auf.:bow:
.


hallo
du hast keine verwirrung gestiftet, ich hatte im ersten beitrag von mir ja nach dem unterschied gefragt.

pc.lieschen
01.02.2009, 19:54
Nö, das gibt`s auch bei Katzen: HCM (hypertroph), DCM (dilatativ) und RCM (restriktiv).
.


und zu was zählt dann HKMP?

Katzenmiez
01.02.2009, 19:56
DAS kenne ich nicht, gehe aber wie Fedora davon aus, dass es dasselbe ist wie HCM. Mein Kardiologe spricht allenfalls von HKM.

pc.lieschen
01.02.2009, 21:19
Und ja, die Aufregung zum TA kann schon auch belastend sein. Am besten wäre es, der TA kommt ins Haus, aber das geht ja schlecht so schnell.


:bl::bl::bl::cu:


also die kardiologin kommt bestimmt nicht ins haus, sie kann auch schlecht ihre gerätschaften mitnehmen. :D

wohingegen manch andere kleinere ärzte bestimmt ins haus kommen, nur wie schlau die dann gegenüber HCM und katzen sind ist fraglich (dorftierärzte f. kühe, schweine etc.) :)

pc.lieschen
01.02.2009, 21:23
Zusätzlich ist natürlich die Herzfunktion (der Auswurf von Blut) oft beeinträchtigt, was hier aber laut Befund noch ok ist.

welcher wert ist das`?
der aorta vmax?
ist irgendwie der einzige der unter dem normalwert liegt deswegen