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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : an Alpha (sorry lang!)



NadineG.
07.05.2002, 04:20
Hallo Alpha,

ich bin neu hier im Talk, habe aber schon einige Deiner Beiträge gelesen und muß sagen: Deine Art der Erziehung macht wirklich Sinn. Zumindest klingt es in meinen Ohren ziemlich logisch!

Auch ich, oder besser mein Mann und ich haben zwei Hunde. Eine 2 Jahre alte Labrador-Mischlingshündin , die im Alter von 8 Wochen zu uns gekommen ist, und eine Yellow-Lab-Hündin, die wir im Dezember letzten Jahres aus dem Tierheim gerettet haben. Sie ist jetzt 1 1/2 Jahre alt.

Seit einiger Zeit gehe ich mit den Hunden zum Training. Hauptsächlich Obidience. Ich muß allerdings dazu sagen, daß ich derzeit (noch bis Ende Mai) in Kanada lebe und wir hier am Ende der Welt (lebe in einem kleinen Dorf auf einer Militärbasis) gar keine richtige Hundeschule haben, sondern ich vor ein paar Monaten mehr oder weniger duch Zufall jemanden kennengelernt habe, der Hundetrainer ist. - Sie besser gesagt, ist nämlich eine Frau. Wie auch immer. Auf jeden Fall baut ihr Training auch auf der "Leckerlie-Methode" auf. Nun bin ich mit den Lernerfolgen meiner Hunde aber alles andere als zufrieden. Sicher können meine Hunde Sitz, Platz, Hier und bei Fuß gehen, aber allerspätestens wenn ein anderer Hund in Sicht ist - meistens braucht es noch nicht einmal solch einen starken Reiz- dann geht alle sogenannte "Erziehung" blitzschnell den Bach runter und meine "Lieben" erfreuen sich am Ungehorsam, weil mit anderen Hunden spielen ja soooo viel schöner ist, als jetzt bei dem ollen Frauchen zu bleiben... Na ja, wie gesagt, spätestens in solchen Momenten geht bei mir die Warn- oder sollte ich besser sagen Wahnlampe an und ich mache mir ernsthaft Gedanken über diese "Erziehungsmethoden". Denn was nützt es mir, wenn mein Hund - in geschlossenen Räumen, ohne Ablenkung- für ein Leckerlie alles tut was ich ihm sage, aber draußen, da wo es drauf ankommt Arschloch-hoch (sorry für den Ausdruck, aber mir kommt es dann immer so vor) spielt und das "ach so tolle Leckerlie" plötzlich genauso uninteressant ist, wie das sonst "ach so tolle Frauchen"??

In einem Beitrag von Dir konnte ich unter anderem lesen, daß wenn soetwas passiert, nämlich daß die Hunde lieber weglaufen, anstatt das zu tun, was ich von ihnen möchte, es ein Mangel an Dominanz ist. Genau das hatte ich mir auch schon vor längerem gedacht. Daraufhin habe ich dann mal meine Trainerin auf dieses Thema angesprochen, aber die meinte, daß es in ihren Augen bei uns eigentlich nicht der Fall ist, sondern daß meine Hunde halt in einer "Pflegelphase" stecken... Ich konnte mich mit dieser Antwort allerdings nicht wirklich zufrieden geben, weil ich Pflegelphase damit interpretiere, daß die Hunde an der Dominaz zweifeln und versuchen, wie weit sie gehen dürfen. Aber spätestens jetzt, nachdem ich Deinen Beitrag gelesen habe in dem stand, daß es auch ein Dominazzeichen ist, wenn Hunde jagen gehen (machen meine bei jeder Gelegenheit), oder wenn sie mit aufgestellten Haaren auf Menschen zurennen (kommt gelegentlich vor) oder wenn sie Leute anspringen, weiß ich -für mich zumindest- sicher, daß zwischen den Hunden und mir etwas im Unklaren ist. Eigentlich waren mir diese Zeichen aber schon als Dominanzgesten bewusst, jedoch habe ich sie, so denke ich mal, bewusst bei Seite gedrängt, weil ich einfach verwirrt war, bzw. immer noch bin. Der Grund für meinen ewig langen Beitrag hier ist nun der, daß ich wie gesagt total verwirrt bin (verwirrt deswegen, weil ich mir wirklich viel Mühe gebe mit meinen Hunden, die gewünschten Erfolge aber ausbleiben) und echt dringend -kompetente!- Hilfe in Punkto Erziehung meiner Hunde brauche. Wie gesagt, war ich von Deiner Methode ganz angetan, weil sie mir als einzig logisch vorkommt. Leider konnte ich aus den Beiträgen jetzt noch nicht genug Informationen rausziehen, so daß ich gezielt damit mit meinen Hunden arbeiten kann. Ohne Frage brauche ich dazu professionelle Hilfe, aber wie gesagt, die gibt es hier LEIDER nicht und ich muß aber jetzt!! was unternehmen... Könntest Du mir vielleicht mal ein paar Tips geben, wie ich mich z.B. genau verhalten soll, wenn meine beiden mal wieder ausrasten, wenn sie andere Hunde sehen. Das ist bei Weitem nicht das einzige Problem, aber im Moment das Wichtigste, was ich in den Griff kriegen muß. Wie gesagt, ich weiß ich brauche einen professionellen Trainer!! Ende dieses Monats ziehen wir wieder nach Deutschland zurück. Und zwar in den Landkreis Rotenburg Wümme. Ich wollte Dich auch noch bei dieser Gelegenheit fragen, ob Du vielleicht jemanden in dem Umkreis weißt, der nach Deiner Methode unterrichtet?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir antworten würdest! Und sorry, daß der Beitrag so lang geworden ist, aber mir ist die Sache ziemlich ernst!!

Viele Grüße
Nadine

Flocke
07.05.2002, 11:26
Hallo Nadine,
mit deinen Vermutungen, dass ihr mit euren Hunden ein Dominanzproblem habt, liegst du mit Sicherheit richtig. Und so eine Äußerung der Trainerin, es handelt sich um die Pflegeljahre, kann ich ebenfalls nicht gutheißen. Klar gibt es Phasen, in denen die Hunden eher mal austesten, ob sie die Rangfolge innerhalb des "Rudels" ändern können. Jedoch muss Mensch sofort dagegen wirken. Und normalerweise kann man davon ausgehen, wenn außerhalb der Wohnung/Haus/Garten diese Position des Mensch in Frage gestellt wird, stimmt innerhalb dieser Zone schon etwas nicht. Schreib doch schon einmal auf, wie ihr mit euren Hunden innerhalb des Hauses umgeht (wann bekommen die Hunde Futter, vor oder nach euch; gehen die Hunde euch aus dem Weg, wenn ihr auf sie zugelaufen kommt, oder lauft ihr um die Hunde rum und lasst sie liegen; wer läuft zuerst durch Türen etc.). Wenn du diese Sachen ebenfalls schon einmal aufschreibst, kann sich Alpha ein besseres Bild über eure Situation machen.

NadineG.
07.05.2002, 19:12
Hallo Flocke,

vielen Dank für Deine Antwort!

Also:

- unsere Hunde bekommen nach uns zu fressen

- sie gehen einem eigentlich nur aus dem Weg (wenn sie irgendwo liegen und schlafen), wenn ich schnell auf sie zugehe. Trotte ich aber ganz gemütlich duch die Wohnung, dann muß ich immer über sie rübersteigen, weil sie liegenbleiben. (Habs gerade eben mal wieder ausprobiert, weil meine dicke -die Yellow-Lab-Hündin- so günstig in der Tür lag. Ich bin aufgestanden und auf sie zugegangen. Diesmal ist sie aber aufgestanden und hat mir Platz gemacht. Wie gesagt, es hält sich die Waage. Mal stehen sie auf, mal eben nicht.)

- eigentlich versuchen sie immer zuerst durch Türen zu stürmen oder die Treppen vor mir hochzulaufen. Ich lasse sie dann aber immer sitz machen bevor wir rausgehen und erst wenn ich durch die Tür bin, dann dürfen sie auch mit raus.

So, ich glaube, das waren die drei Punkte, die Du angesprochen hattest? Ich denke, ich habe alles so gut beantwortet wie möglich.

Viele Grüße
Nadine

Birgit
07.05.2002, 20:27
Hallo zusammen!

Auch meine Cockerhündin wurde und wird nach der sogenannten Leckerli-Methode ausgebildet. Allerdings hätte ich eine Frage: ab wann ist es eurer Meinung nach eigentlich schlecht dem Hund Leckerlies zu geben?

Jessy ist eine Cockerhündin und bekommt ihre Leckerchen eigentlich in unregelmäßigen Abständen, aber auf jeden Fall dann, wenn sie etwas besonders gut gemacht hat. Was aber nicht heißt, dass es immer Futter ist, mal ist es Futter, mal der Ball, mit dem wir spielen, mal wieder ganz was anderes (ein nettes überschwängliches Lob oder ein Streicheln).
Und ich habe keinerlei Dominanzprobleme bei dieser Hündin, sie gehorcht freudig. Läßt mich ohne Probleme zuerst durch die Tür. Und ich kann sie aus jeder erdenklichen Situation abrufen. Sie jagd nicht, weder andere Tiere noch Jogger oder Radfahrer (das wäre ja noch schöner).
Sie setzt sich am Gehsteigrand hin und wartet auf das Kommando zum Gehen, und das alles trotz Leckerchen-Methode. Also was ist daran so schlecht? Ich versteh das nicht ganz.

Ich möchte hier sicher niemanden irgendwie angreifen, denn ich denk mir immer: So viele Hunde wie es gibt, so viele Arten sie auszubilden gibt es. Und ich kann hier absolut nicht verallgemeinern, welche Art denn nun die bessere ist.
Bei uns am Hundeplatz gibt es Hunde, die müssen etwas härter angefasst (damit mein ich aber nicht geschlagen oder so) werden. Meist reicht einfach schon ein forscheres Auftreten, um dem Hund klar zu machen, wer denn hier eigentlich der Boss ist. Und dann gibt es wieder totale Sensibelchen, bei denen man total aufpassen muss.

Ich wünsch euch noch einen schönen Abend!

Liebe Grüße

Birgit

Flocke
07.05.2002, 21:42
Hallo Nadine,

also, ich denke, du hast Alpha damit schon vorab einige Fragen beantwortet. Ein Dominanzproblem hast du insofern, dass deine Hunde schon versuchen, vor dir durch dir Tür zu stürmen. Würden deine Hunde dich als ranghöher ansehen, würden sie deine Position mit ihrem Versuch nicht in Frage stellen. Ob es in deinem Fall mit der "falschen" Leckerchen-Gabe zu tun hat, kann ich persönlich nicht sagen. Ich arbeite auch mit Leckerchen, aber meine Wuffis versuchen erst gar nicht, durch die Tür zu stürmen.
Wie verhaltet ihr euch, wenn eure Hunde zu euch kommen, um z.B. gestreichelt zu werden? In solchen Fällen dürft ihr die Hunde z.B. nicht beachten. Wie verhaltet ihr euch?
Viele Frage, ich weiß, aber ohne die Antworten kann man meiner Meinung nach keine Schlüsse ziehen, was wirklich falsch läuft.

NadineG.
07.05.2002, 23:58
Hallo Flocke, hallo Birgit!

zu Birgit:

Tja, da bist Du dann eine von denen, die ich insgeheim irgendwie beneide, weil es bei Dir geklappt hat!! Es ist nicht so, daß ich es nicht auch versucht hätte mit den Leckerlies. Nur muß ich sagen, daß es nicht angehen kann, daß ich nun schon so lange trainiere, und trotzdem die gewünschten Erfolge ausbleiben. Wie schon gesagt, meine Hunde gehorchen ziemlich gut - in geschlossenen Räumen - und genau das ist es, was mir zu denken gibt. Ich versuche wirklich mein Bestes! Ich trainiere so oft ich kann und befolge die Anweisungen meiner Trainerin. Aber was bringt es mir, wenn ich im Wald stehe und vor lauter Wut (auf mich und die Hunde) fast einen Nervenzusammenbruch kriege, weil meine beiden meinen, sie müssten doch lieber das Eichhörnchen jagen gehen (wenigstens können sie noch nicht auf Bäume klettern), als zu mir zu kommen, oder lieber zu dem Hund laufen, der da auf der anderen Straßenseite brav bei Fuß geht?!

Wie gesagt, ich habe es probiert, aber für mich scheint es einfach nicht die Lösung zu sein! Und je mehr ich in den Berichten von Alpha gelesen habe, desto mehr ist mir mehr oder weniger ein Licht aufgegangen. Ich habe nämlich die ganze Zeit so falsch gehandelt , daß es letzendlich kein Wunder ist, daß meine Hunde so reagieren, wie sie es nun mal tun. Ich möchte nun versuchen, duch eine neue Methode (die in meinen Augen rein schon vom Lesen her absolut logisch klingt) diesen Teufelskreis endlich zu durchbrechen und mich z.B. auch mal an einem Spaziergang mit meinen Hunden erfreuen zu können, was bis jetzt eigentlich immer nur in Streß ausgeartet ist. Trotzdem freue ich mich für Dich, daß es zwischen Dir und Deinem Hund so gut klappt und Ihr Eure Zeit miteinander genießen könnt...


Zu Flocke:

Ja, das mit dem Nichtbeachten das ist so eine Sache: ist eigentlich doch ganz niedlich, wenn sich da auf einmal ein riesiger Hundekopf under dem Arm hochdrängelt und gestreichelt werden will... Nein, jetzt mal im Ernst. Ich versuche eigentlich, die Hunde nicht zu beachten wenn sie ankommen und Aufmerksamkeit wollen. Was manchmal schon ganz schön hart ist, weil die nämlich auch so ihre Tricks haben:D .

Ich wollte bei der Gelegenheit noch ein paar andere Dinge bezüglich Dominanz erwähnen. Und zwar:

- unsere Hunde dürfen z.B. aufs Sofa. Sobald wir aber "runter" sagen, gehen sie auch sofort runter.

- wenn die Hunde fressen, kann ich ihnen, ohne daß sie irgendwelche Anstalten machen, das Futter wegnehmen oder meine Hand in den Napf halten.

- meine Hunde reagieren sehr gut auf Knurren meinerseits (z.B. wenn sie mir zu nahe kommen, wenn ich etwas esse)

- ich habe von meiner Trainerin gehört, daß wenn der Hund liegt und ich mich runterbeuge um ihn (auf dem Bauch) zu streicheln, es eine Unterwürfigkeitsgeste seinerseits ist, wenn er dabei das eine Hinterbein etwas anhebt. - Versteht ihr wie ich meine?? Der Hund liegt auf der Seite, ich streichle Bauch, Bein geht hoch... Auf jeden Fall machen das meine, zeigen also Unterwürfigkeit mir gegenüber.

Tja, das wars eigentlich, was mir dazu im Moment so einfällt...
Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend!

Viele Grüße
Nadine

Flocke
08.05.2002, 11:04
Hallo und guten Morgen *gähn*


Tja, da bist Du dann eine von denen, die ich insgeheim irgendwie beneide, weil es bei Dir geklappt hat!!
Zu denen gehöre ich aber auch. ;)


Ja, das mit dem Nichtbeachten das ist so eine Sache: ist eigentlich doch ganz niedlich, wenn sich da auf einmal ein riesiger Hundekopf under dem Arm hochdrängelt und gestreichelt werden will... Nein, jetzt mal im Ernst. Ich versuche eigentlich, die Hunde nicht zu beachten wenn sie ankommen und Aufmerksamkeit wollen. Was manchmal schon ganz schön hart ist, weil die nämlich auch so ihre Tricks haben
Dominanz erreichst du aber halt nur mit Konsequenz. Also, deine Hunde dürfen - trotz aller Tricks - niemals Erfolg damit haben. Der kleinste Erfolg kann (muss nicht bei jedem Hund sein, aber anscheinend hast du wirklich ein Dominanzproblem mit deinen Hunden) für den Hund bedeuten, dass er in der Rangfolge über dir steht.


Ich trainiere so oft ich kann und befolge die Anweisungen meiner Trainerin. Aber was bringt es mir, wenn ich im Wald stehe und vor lauter Wut (auf mich und die Hunde) fast einen Nervenzusammenbruch kriege, weil meine beiden meinen, sie müssten doch lieber das Eichhörnchen jagen gehen (wenigstens können sie noch nicht auf Bäume klettern), als zu mir zu kommen, oder lieber zu dem Hund laufen, der da auf der anderen Straßenseite brav bei Fuß geht?!
Gehe einzeln mit den Hunden und beschäftige dich dabei intensiv jeweils mit dem Hund. Sei für den Hund interessanter, als alles andere.


Ich möchte nun versuchen, duch eine neue Methode (die in meinen Augen rein schon vom Lesen her absolut logisch klingt) diesen Teufelskreis endlich zu durchbrechen und mich z.B. auch mal an einem Spaziergang mit meinen Hunden erfreuen zu können, was bis jetzt eigentlich immer nur in Streß ausgeartet ist.
Wie du dein Ziel erreichst, ist eigentlich egal, sofern es dem Hund nicht schadet. Und Alphas Methoden scheinen m.M. nach nicht zu schaden. Trotzdem denke ich, dass dein Problem schon bei euch zu Hause beginnt.


unsere Hunde dürfen z.B. aufs Sofa. Sobald wir aber "runter" sagen, gehen sie auch sofort runter.
Wie sieht es hier aus, wenn du ohne Worte den Platz der Hunde beanspruchst? Bleiben sie dann liegen und warten jedes Mal erst das Kommando ab? Unsere z.B. dürfen auch aufs Sofa - aber nur, wenn wir es wollen. Sie dürfen nicht entscheiden, wann sie sich auf so einen besonders guten Platz legen dürfen.


wenn die Hunde fressen, kann ich ihnen, ohne daß sie irgendwelche Anstalten machen, das Futter wegnehmen oder meine Hand in den Napf halten.
Dieser Teil der Erziehung ist sehr wichtig und es ist gut, dass du das kannst. Jedoch das Futter einem rangniedrigeren Hund wegzunehmen, ist für die Hunde "unnormal", denn es gibt eine Individual-Grenze, die jeder Hund - selbst der Alpha gegenüber den Omega - einhält.

Wenn du deine Hunde z.B. anknurrst, wenn sie dir beim Essen zu nahe kommen, hast du schon mal daran gedacht, sie anzuknurren, wenn sie vor dir durch die Tür stürmen wollen? Falls ja, wie reagieren sie dann?
Also, wenn deine Hunde von deiner Alpha-Position überzeugt wären, würden sie nicht versuchen, vor dir durch die Tür zu laufen.

Tipps, wie du dich draußen deinen Hunden gegenüber verhalten solltest, würden von mir auf positiver Bestärkung aufgebaut werden - womit du anscheinend keinen Erfolg hast. Wie schon mehrfach geschrieben, habe ich damit super Erfolge, aber nur Leckerchen ist halt nicht alles. Man muss sie richtig einsetzen und trotzdem mit Konsequenz und richtigem Verhalten den Hunden gegenüber seine Position als Rudelführer bestätigen.

NadineG.
08.05.2002, 14:37
Hallo Flocke,

moin, moin, bei uns (Kanada) ist es gerade mal 08 Uhr morgens und ich sitzte hier bei meiner ersten Tasse Kaffee. - Hmm, tut richtig gut...


So, nu aber zum Wichtigen:


Gehe einzeln mit den Hunden und beschäftige dich dabei intensiv jeweils mit dem Hund. Sei für den Hund interessanter, als alles andere.

Das habe ich mal ganze 2 Monate durchgezogen mit folgendem "Erfolg":

Wenn ich mit unser Taz (Mischling, 2 Jahre) alleine spazieren gehe, dann ist das eigentlich schon immer recht entspannend. Sie hört ganz gut und wir spielen viel Ball zusammen (apportieren). Kommt uns dann ein anderer Hund entgegen, dann kann ich sie ins Platz rufen und dann ist gut. Sie blafft vielleicht noch mal kurz vor sich hin, aber der Hund wird in Ruhe gelassen. - Das hört sich doch schon mal nicht schlecht an, oder?? Sollte ich aber mal verpennt haben, den Hund vor ihr zu sehen und sie nicht rechtzeitig Platz machen lasse, dann ist es aus...

Wenn ich dann mit unserer Angel (manchmal auch Devil genannt von mir) (1,5 Jahre, Yellow Lab) spazieren gehe, dann muß ich schon immer auf der Hut sein. Solange wir Ballspielen (auf Strecken die sie gut kennt, auf neuen Wegen ist der Ball nämlich ziemlich uninteressant) dann ist eigentlich auch alles o.k. Solange, bis ein anderer Hund kommt. Dann nehme ich sie immer an die Leine, weil sie ansonsten nämlich sofort weg wäre! So, kannst Du Dir vorstellen, was jetzt kommt? Der Hund wiegt 32 kg -ist also ein richtiger Brecher- nun stemmt sie sich total in die Leine und zieht mit Leibeskräften (unter einem wahnsinnigen Geblaffe) zu dem anderen Hund hin. Und da kann ich machen, was ich will. Ich existiere in dem Moment nicht für den Hund. Ich werde lediglich als Last am anderen Ende der Leine gesehen. Glaub mir, ich hab schon vieles versucht, um ihre Aufmerksamkeit in diesen Momenten wiederzuerlangen, aber vergebens.

Gehe ich mit den Hunden getrennt, so habe ich trotzdem natürlich immer noch den Vorteil, daß immer nur ein Hund meine ganze Aufmerksamkeit bekommt. Bzw. ich es einfacher habe, und mich nur auf einen Hund konzentrieren brauche. - So nach dem Motto: na, was stellt sie nu wieder an...

Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe es dann (wie gesagt, nach 2 Monaten jeden Tag einzeln mit den Hunden gassie gehen, was gleich min. 4 Stunden laufen für mich jeden Tag bedeutet hat) aufgegeben, weil es keine Besserung gab und gehe nun wieder mit beiden gleichzeitig.



Wie sieht es hier aus, wenn du ohne Worte den Platz der Hunde beanspruchst? Bleiben sie dann liegen und warten jedes Mal erst das Kommando ab? Unsere z.B. dürfen auch aufs Sofa - aber nur, wenn wir es wollen. Sie dürfen nicht entscheiden, wann sie sich auf so einen besonders guten Platz legen dürfen.

Ich weiß jetzt nicht genau, wie Du es meinst mit "ohne Worte". Meine Hunde gehen nicht vom Sofa runter, wenn ich sie nur ankucke. Dazu muß ich aber auch sagen, daß die Hunde ihren festen Platzt haben auf dem Sofa, nämlich am Ende, wo ich mich unter normalen Umständen sowieso nicht hinsetze. Also ist die Sache mit dem Platzbeanspruchen bis jetzt so gut wie nie vorgekommen... Allerdings, wenn ich mich jetzt mal erinnere, dann geht Taz schon ab und zu runter vom Sofa, wenn ich mich zu ihr setzen und sie streicheln will. Lege ich mich allerdings aufs Sofa und meine Füße berühren den Hund, dann kommt es fast immer vor (zumindest bei Taz), daß sie vom Sofa geht, obwohl ich sie nur angetickt habe...


Viele Grüße

Nadine

Flocke
08.05.2002, 16:41
Hallo Nadine,

also, ich denke, dass du das Problem mit den Spaziergängen schon in den Griff kriegen wirst. Du musst aber erst einmal deine Position gegenüber den Hunden festigen.


Allerdings, wenn ich mich jetzt mal erinnere, dann geht Taz schon ab und zu runter vom Sofa, wenn ich mich zu ihr setzen und sie streicheln will.

Für mich bedeutet das, dass dein Hund entscheidet, wann er Körperkontakt haben will und wann nicht. Und es sollte genau anders herum sein. Du bestimmst, wann gespielt und geschmust wird. Wenn dein Hund den Körperkontakt mit dir nicht wünscht und dann verschwindet, zeigt er dir damit sehr deutlich, dass er in der Rangfolge über dir steht.

Hm... grübel :confused:
Ich würde dir jetzt raten, deine Hunde nur noch mit der Hand zu füttern (wogegen du wahrscheinlich sein wirst, weil du mit der Gabe von Futter keinen Erfolg hattest). Wäre aber m.M. nach hilfreich, denn so würdest du deinen Hunden ziemlich deutlich zeigen, wer für ihr Überleben (nämlich das Futter) sorgt.

Ansonsten solltest du deine Hunde immer ignorieren, wenn sie zu dir kommen, um gestreichelt zu werden. Ebenfalls solltest du sie ignorieren, falls sie dich zum Spielen auffordern. Und wenn du dich dann so verhältst, wei Alpha einiges schon beschrieben hat (du hast ja die Beiträge gelesen), wirst du deine Rangfolge wieder festigen können.

Alpha
09.05.2002, 02:47
So,da bin ich .
Hallo Nadine!
Um Dir "dahinten" besser helfen zu können,was ich gerne tue,schicke mir doch einfach eine e-mail mit Deiner e-mailaddresse.Da Du ernsthaft an der Erziehung interessiert zu sein scheinst,wäre es sinnvoll,regelmäßig über mail/Telefon zu kontakten.Da es ein Hin-und-Her sein wird von Fragen,Antworten,Nachfragen etc und ich als erstes mal ein ganz klares,ausführliches Profil Deiner Hunde sowie bisheriger Ausbildung benötige,sollten wir wohl das "Gespräch" in eine andere Form bringen.Ich möchte "flüssig" mit Dir "sprechen" können .
Melde Dich,dann helfe ich Dir gerne.
Gruß,Alpha

NadineG.
09.05.2002, 04:26
Hallo Alpha,

ersteinmal vielen Dank für Deine Antwort. Es freut mich sehr, daß Du Dich so hilfsbereit zeigst! - Meine Hunde freuts sicherlich auch...

Aus diesem Grunde habe ich auch gleich versucht, Dir eine mail zu schicken, hat aber leider nicht geklappt. (Wie Du ja sicherlich mitbekommen hast, bin ich neu hier und mit der ganzen Technik noch nicht so vertraut...) Vielleicht könntest Du mir ja mal eine schnelle mail mit Deiner Adresse schicken? Meine Adresse müsste eigentlich unter meinem Profil zu finden sein. (Zumindest hatte ich das so eingestellt...wolln mal sehn)

Viele Grüße
Nadine

NadineG.
10.05.2002, 15:06
Hallo Flocke!

Du schreibst in Deinem letzten Beitrag, daß Du mir dazu raten würdest, meine Hunde mit der Hand zu füttern. - Hätte das nicht den selben Effekt wie Leckerlieabgabe??

Mich würde allgemein sowieso mal interessieren, was das aus der Hand füttern denn nun wirklich bewirken soll. Ich habe das nämlich schon öfter gehört, konnte mir aber nicht wirklich einen Reim darauf machen, denn mein Hund weiß auch so, daß ICH ihm das Fressen gebe und für sein Überleben verantwortlich bin. Schließlich bedient er sich nicht selber am Futtersack... (auch nicht, wenn er dirket mit seiner Nase davor steht).


Viele Grüße
Nadine

Flocke
10.05.2002, 16:51
Hallo Nadine,

also - zum xten Mal - Leckerchen kann auch das normale Futter sein. Es gibt viele Trainer, die raten, man solle seine Hunde konsequent nur mit der Hand füttern und auch nur dann, wenn Wuffi vorher dafür "gearbeitet" hat. Also bekommt der Hund nur sein Futter, wenn er Kommandos wirklich befolgt.
Diese Trainer haben sehr gute Erfolge bei der Hundeerziehung erlangt.
Ich selber arbeite ebenfalls mit dem Clicker - und kann mich auch nicht über Erfolge beschweren.

NadineG.
10.05.2002, 17:57
Hallo Flocke,


..."zum x-ten Mal"... na, dann muß die Frage ja wohl schon öfter gefallen sein, oder? Leider hast Du mir aber immer noch nicht den Sinn des aus der Hand füttern erklärt! Es mag ja sein, daß viele Trainer damit Erfolg haben, nur lässt sich aus Deinem letzten Beitrag nicht erlesen, wieso das denn so ist...


Also bekommt der Hund nur sein Futter, wenn er Kommandos wirklich befolgt.

Ist doch klar, daß der Hund dann auch alle Kommandos befolg. Wenn meine hungrig sind würden sie auch alles fürs Fressen tun...

Viele Grüße
Nadine

Flocke
10.05.2002, 19:20
Hallöle,


Ist doch klar, daß der Hund dann auch alle Kommandos befolg. Wenn meine hungrig sind würden sie auch alles fürs Fressen tun...

Und genau darauf beruht das Prinzinp. Der Hund lernt so, dass er den Halter fürs Überleben braucht.
Wenn du Schwierigkeiten mit deinen Hunden hast und selber sagst, dass sie fürs Fressen alles tun würden, warum probierst du es dann nicht aus?

Flocke
10.05.2002, 19:50
Ups, sorry...


Original geschrieben von NadineG.
[BLeider hast Du mir aber immer noch nicht den Sinn des aus der Hand füttern erklärt! Es mag ja sein, daß viele Trainer damit Erfolg haben, nur lässt sich aus Deinem letzten Beitrag nicht erlesen, wieso das denn so ist...
[/B]

Hm, also etwas irritiert mich das jetzt doch. Also, du hast alle Beiträge von Alpha gelesen (dann wahrscheinlich auch ebenfalls den Beitrag, wo sie auf einen früheren Beitrag im Archiv hingewiesen hat) und müsstest die Antwort eigentlich aus den anderen Beiträge entnehmen können.

Hunde (und andere Tiere, denn du kannst z.B. sehr gut auch Katzen positiv bestärken) lernen sehr schnell und auch dauerhaft durch Erfolg (Hund hört - bekommt Futter/Spiel/Click). Wenn man die positive Bestärkung richtig (!) anwendet, wird das gewünschte Verhalten der Tiere "belohnt". Hunde sind Egoisten - sie machen nichts, um anderen zu gefallen, sondern nur das, was für sie selber "gut" ist - Erfolg verspricht. Wenn ein Hund gerne spielt, dann würde er für ein Spiel jedes Kommando befolgen. Mein z.B. reagieren super auf den Clicker. Bei der Fütterung aus der Hand bekommt der Hund nur sein Futter, wenn er dafür gearbeitet hat. Würden deine Hunde also nicht hören, würden sie verhungern müssen, da es ja kein Futter gibt. Es hat - soweit ich weiß - bis jetzt keinen Hund gegeben, der bei dieser Art der Fütterung verhungert ist, denn das Ziel der Hunde ist, das eigene Überleben zu sichern. Ich habe damals bei unserer DSH mit der Fütterung aus der Hand angefangen - sie bekam nur Futter, wenn sie dafür gearbeitet hat. Da sie ja nicht verhungern "wollte", hat sie die Kommandos befolgt. Gleichzeitig hat sie gelernt, dass ich als Halter für sie sorge (u.a. mit Futter versorge). Also festigte ich so nicht nur die Bindung, sondern auch meine Rangfolge, denn sie bekam ja nur von mir zu Fressen und wurde versorgt.

Wenn du also mit der Hand füttern würdest, würden deine Hunde wirklich nur ihr Fressen aus deiner Hand nach vorherigem Befolgen der Kommandos bekommen.
Bei der "Leckchengabe" (richtiger hier positive Bestärkung) wird die Gabe des Futters nach und nach reduziert, bis die Kommandos ohne Hilfsmittel befolgt werden.

Solltest du noch Fragen haben, schau hier mal in den Archiven nach - hier gibt es viele Erklärungen zu den Themen. Ebenso kannst du im Internet dich ja mal schlau machen, wie z.B. die Methode der positiven Bestärkung richtig angewandt wird.
http://www.clicker.de (Clicker-Training)

Ansonsten kannst du ja über die diversen Suchmaschinen dir weitere Informationen raussuchen, falls du noch mehr erfahren möchtest.
Stichworte hierfür u.a.: Natural Dogmanship, positive Bestärkung, Clicker

NadineG.
10.05.2002, 22:54
Hallo Flocke!

Vielen Dank!

Genau das wollte ich wissen! :) Jetzt sehe ich das auch aus einer anderen Sicht! Ich war mit meinen Gedanken nämlich in eine ganz andere Richtung gegangen!

Schönes Wochenende und

Viele Grüße
Nadine

NadineG.
13.05.2002, 01:56
Hallo Alpha,

hast Du mittlerweile meine e-mail adress bekommen? Wenn nein, dann melde Dich doch bitte noch mal hier im Forum.

Der Grund warum ich Nachfrage ist der, daß die Möbelpacker bald kommen und meinen Computer einpacken, so daß ich ersteinmal nicht mehr mailen kann. Ich würde mich vorher aber gerne noch einmal mit Dir unterhalten, da ich einige Fragen habe:) .

Viele Grüße
Nadine