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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rüde wird immer agressiver :o(



sandy1709
28.12.2002, 15:01
Hallo! Ich hoffe, mit kann jemand helfen. Wir haben 2 Westies (Rüde 3, Hündin 1) und haben das Problem, dass der Rüde imemr agressiver wird. Bei Hündinnen ist es kein Problem und auch zu Hause ist er total lieb. Aber sobald wir draussen sind oder unbekannten Besuch bekommen, dreht er durch und will sogar beissen. Wir haben ihn vor einem halben Jahr kastrieren lassen aber auch das hat wenig Wirkung gezeigt.
Vor 2 Monaten haben wir ein Baby bekommen und seitdem ist es noch schlimmer. Zu dem Baby ist er super lieb aber jetzt werden schon Leute angekläfft und angeknurrt, die in 100 m entfernung stehen.
Ich hoffe, jemand hat einem Tip für mich, denn ich kann den Hund nicht mehr von der Leine lassenund muss ständig aufpassen, da er auch kein Stück mehr hört, sobald er in dieses Verhalten fällt.
LG, Sandy

kimba450
28.12.2002, 15:09
Hallo,
unser Rüde wurde auch immer aggressiver,besonders anderen Hunden gegenüber.Wir haben schnell erkannt das wir das selber nicht mehr in den Griff kriegen und haben uns deshalb entschlossen mit ihm in die Schule zu gehen.Viele haben uns gesagt es gäbe da keine Hoffnung mehr und wir sollten ihn doch lieber abgeben.Aber wir haben weiter gesucht und haben auch einen Hundtrainer gefunden der mit ihm arbeiten.Im Januar gehts los und er hat gesagt das er es auch wieder hinkriegt.Gibts bei euch in der Nähe keine gute Hundeschule?
Gruß Ela

sandy1709
28.12.2002, 15:14
Wir waren schonmal mit ihm in der Hundeschule..Das war vor 2 jahren. Die haben aber nur sitz und platz und sowas gelernt und kein Verhaltenstraining gemacht. Macht man da Einzeltraining mit dem Hund oder ist das in einer Gruppe..?? Und wieviel kostet sowas ungefähr und wie oft ist das..??
LG und danke für deine Antwort, Sandy :o)

Jacky77
28.12.2002, 16:32
Hallo Sandy!

Ich denke dass in Deinem Fall auch kein Hundeschule wie Du sie bereits kennst ratsam wäre, also kein "Erziehungskurs" im üblichen Sinne.

Du solltest Dir einen Hundetrainer / Tierpsychologe suchen und ihm Dein Problem schildern. Wahrscheinlich werdet Ihr dann erst einmal Einzelstunden machen damit der Trainer sieht was genau los ist und wie Eure Reaktion auf sein Verhalten ist.

Frag doch mal in Deiner Tierarzt-Praxis nach, die können Dir bestimmt einen Trainer in Deiner Nähe empfehlen.

Viel Erfolg!

Dani mit Jacky

Jacky77
28.12.2002, 16:34
Ich wollte Dich noch fragen seit wann er das macht?
Erst seitdem Ihr die Hündin dazu geholt habt oder war
es schon vorher?

Wenn er ohne Leine läuft, fällt er dann die anderen Hunde oder Menschen auch an oder kläfft er "nur"?

Gruß,
Dani

sandy1709
28.12.2002, 16:39
Vielen Dank erstmal für deine Antwort! Weisst du zufällig, wie teuer sowas ist..?? Also das hat sich bei Lukas so entwickelt. Erst kontne ich beide noch ohne Leine laufen lassen und irgendwann hat er dann angefangen, irgendwelche Leute anzubellen. Mit der Zeit ist es dann imemr schlimmer geworden, so dass wir ihn jetzt gar nicht mehr frei laufen lassen können. Ich denke nicht, dass es etwas mit Pamina (unserer Hündin) zu tun hat, wobei es natürlich auch sein kann. Es ist mir nur nicht aufgefallen....
Hundetrainer sind doch bestimmt mega teuer, oder..? Menno, ich verstehe gar nicht, wie das so weit kommen konnte. Mit Pamina haben wir überhaupt keine Probleme...
LG, und vielen Dank nochmal! Sandy

Jacky77
28.12.2002, 19:35
Hallo Sandy!

Tja, billig sind Hundetrainer & Einzelstunden zwar nicht aber da Du alleine nicht weiter kommst solltest Du es Dir und Deinem Hund zu Liebe in Kauf nehmen. Du willst ihn ja auch nicht abgeben und ich denke dass Du es Dir und Deinem Hund schuldig bist.
Ich habe mich mal hier in Hamburg nach Einzeltrainern umgehört und die Preise lagen zwischen 15 und 30 Euro pro Stunde.
Höchstwahrscheinlich brauchst Du auch nicht unendlich viele Stunden. Du brauchst nur jemanden der sich damit auskennt und der Dir sagen kann wo das Problem liegt. Wenn das erstmal erkannt ist, dann kannst Du zuerst unter Anleitung und später auch alleine daran arbeiten.

Du machst Dir und Deinem Hund das Leben viel lebenswerter wenn Du an dem Problem arbeitest. Es ist ja auch kein Zustand wenn man jedes Mal "Panik" vorm Gassigehen hat, oder?

Geht er denn ausschliesslich auf Menschen oder auch auf andere Hunde los?

Meine ersten Gedanken waren:
- vielleicht liegt es an der Hündin, er will Sie beschützen?
Aber Du hast ja gesagt, dass das unwahrscheinlich ist

- vielleicht am Baby?

Überleg doch mal seit wann er dieses Verhalten zeigt und was zu dieser Zeit passiert ist (neues Familienmitglied etc.)?

Viele Grüße,

Dani

sandy1709
28.12.2002, 22:40
Das geht ja noch! Ich dachte, die Preise für Einzeltraining mit Hunden wären viel höher angesetzt. Nein, an dem Baby liegt es auch nicht, denn es hat ja schon viel früher angefangen und unsere Tochter ist ja erst 2 Monate alt. Seit dem ist es nur noch schlimmer geworden.
Er geht auf Menschen los und auch auf Rüden. Nur bei Hündinnen ist er einigermaßen zugänglich.
Wie schon gesagt..Ich kann keinen genauen Zeitpunkt festlegen, da es nicht von einem, Tag auf den anderen ging, sondern immer ein kleines bisschen mehr wurde.
Vielen Dank nochmal für deine Antworten!!
LG, Sandy

Thomas
28.12.2002, 23:24
Hi Sandy, darf ich mal ein paar Vermutungen anstellen?

- Ich vermute, das die Probs mit Deinem Rüden angefangen haben, als die Hündin ein paar Wochen bei euch war.
- Ich vermute (sogar sehr stark), das er eure Hündin als "seine" betrachte, und sich deswegen anderen Rüden gegenüber (Konkurrenz) entprechend aufführt.
- Ich vermute das er andere Rüden nicht attaktieren würde, wenn ihr mit ihm alleine Gassi gehen würdet. Habt ihr das schonmal probiert? Es würde evtl. meine These bestätigen und euch mehr Klarheit bringen.
- Ich vermute, nein es liegt ja fast schon auf der Hand, das es sich in letzter Zeit natürlich aufgrund des Baby verweiter verschärft hat. Ist ja logisch, jetzt gibt´s, neben "seiner" Hündin nochwas zum beschützen.

Er hat sich eine, bzw. sogar 2 Aufgaben gesucht und gefunden, die er mit voller Leidenschaft und Hingabe erfüllt. Er macht "seinen" Job. Nun ist es an euch, ihm klarzumachen, das es nicht sein Job ist! Bietet ihm stattdessen andere Job´s (=geistige Auslastung) an. Dani hat recht, sucht euch nen kompetenten Trainer und lasst euch dabei helfen (Hey Ivonne, kennst Du nicht jemanden aus dem Bremer Raum?).

Gruß
Thomas

sandy1709
28.12.2002, 23:45
warum geht er dann auf alle menschen los und bellt jeden an, den er auch nur in weitester entfernung sieht..? meinst du, das liegt auch an dem baby oder der hündin..???

Thomas
29.12.2002, 00:27
Ja - das meine ich.

Mach doch einfach mal die "Gegenprobe" und geh´ ein paar mal mit ihm alleine auf Tour...

Gruß
Thomas

Ivonne
29.12.2002, 10:35
Guten Morgen zusammen,

in der Tat hätt ich eine Email-Addy, die Du mal anschreiben könntest und zwar AnimalCoach@gmx.net, das ist die Adresse von Michaela; sie ist Tierverhaltenstherapeutin.

Ist mir persönlich nicht bekannt, nur loser Email-Kontakt aber ich denke mir, das sie Dir weiterhelfen könnte.

Halt uns bitte auf dem Laufenden.

sandy1709
29.12.2002, 10:39
Vielen Dank!!! Ich finde es wirklich toll, wie viele Antworten und vorallem, wieviel Hilfe man hier bekommt! Ich werde gleich mal eine email dahin schicken. Ich sage dann bescheid, wenn es etwas neues gibt!! LG, sandy :o)

Thea
31.12.2002, 18:55
Hallo Sandy,
deine Probleme kenne ich auch, ich habe ebnfalls Hund und Hündin und der Rüde hat auch mal gedacht, er muss seine Hündin beschützen. Wir haben es gut in Griff gekriegt, indem wir ihn immer abgelenkt haben, wenn ein anderer Hund kam. Nicht schimpfen oder ebenfalls aggressiv auf den kläffenden Hund reagieren, sondern einfach ablenken mit Leckerchen, wenn er einen Hund anbellen will, Sitz machen lassen und ruhiges Verhalten belohnen oder mit Spielen ablenken, so dass er merkt, dass es nicht nötig ist, Radau zu machen. Ausserdem solltet ihr die Rangordnung klarstellen, der Hund darf nicht der Rudelführer sein, der meint seine Familie verteidigen zu müssen. Ganz wichtig finde ich, mit dem Hund alleien spazieren zu gehen, also richtige Erziehungsspaziergänge mit ihm zu machen, vorbei an vielen anderen Hunden und üben, üben, üben. wenn er sich alleine benehmen kann dann erst wieder die Hündin mitnehmen. Ist etwas zeitaufwendig, da du immer zweimal Spazieren gehn musst, aber sehr effektiv.
Die Michaela von Animalcoach habe ich auch gerade kennengelernt, sie ist sehr nett, versuche es doch mal. Wir waren in der Hundeschule in Ritterhude (Tietjen und Kaplan). Wenn du in der Tierarztpraxis Dr. Redlich und Dr. Klein in Ritterhude anrufts, geben die dir die Nummer.

Viel Glück und guten Rutsch, Anke

sandy1709
31.12.2002, 19:02
ich habe dieser michaela eine email geschrieben und ihr das problem geschildert, worauf eine ziemlich patzige antwort zurück kam. zwar nett formuliert aber total blöd irgendwie. von wegen, das sie nicht per email arbeitet und schon gar nicht kostenlos, obwohl ich gar nichts davon gesagt habe. ich habe lediglich das problem geschildert und gesagt, dass wir überlegen, einen hundetrainer hinzuzuziehen. ich habe jetzt am donnerstag einen termin mit einer jessica von der pfötchenschule bremen. die hat mir eine sehr nette antwort geschrieben und wir haben gleich telefoniert.
das mit dem spazierengehen ist gar nicht so einfach, da wir ja auch noch ein baby haben.... wir müssen mal sehen, wie es alles weitergeht. zum glück kommt jessica am donnerstag und sieht sich unseren kleinen racker mal an.
lg und vielen dank nochmal für die antwort!
sandy

Ilona
31.12.2002, 23:50
Hallo liebe Sandy,

da ich jetzt schon eine ziemliche Weile in verschiedenen Foren lese, kam mir das Problem mit aggressiver werdenden Rüden schon öfter unter. Und aggressiver werden viele Rüden nach der Kastration. Mir hat ein Hundetrainer, der eben diese Problemhunde therapiert, erklärt, dass es nach der Kastration bei Rüden zu Schilddrüsenfehlfunktionen (also Über- oder Unterfunktion, genau weiß ich das jetzt nicht mehr) kommt. Bevor man mit einer Verhaltenstherapie beginnt, sollte man unbedingt beim Hund die Blutwerte testen lassen. Ich guck mal nach, ob das noch finde, was genau getestet werden sollte.

Also ich hab es gefunden:

"Zu dem Schilddrüsentest:
Bitte keinen Schilddrüsenstimulationstest machen lassen!Nur eine Blutentnahme und dann im Labor die Werte T3, T4, TSH, Antikörper gegen T3, T4, den Selen-und den Cholesterinwert bestimmen lassen.
Die Blutentnahme aber erst mindestens 4 Wochen nach der letzten Mehrfachimpfung machen, da die Impfung zu einer starken Veränderung der Blutwerte führt!"

Wenn Ihr das abgeklärt habt und die steigende Aggression nicht auf einer Schilddrüsenfehlfunktion beruht, dann kannst Du ein Training mit einem Verhaltenstherapeuten, der auf diese Probleme spezialisiert ist, beginnen. Und schau vorher genau hin, was Dir dieser Therapeut für ein Vorgehen empfiehlt. Es laufen so viele Möchtegerne herum:(

Ich drück Euch die Daumen und wünsche gleich einen wunderschönen Rutsch ins Jahr 2003. Mögen sich Eure Probleme im neuen Jahr lösen lassen.

Liebe Grüße, Illi und Benji

sandy1709
01.01.2003, 12:27
Das klingt ja sehr interessant, da habe ich noch nie etwas von gehört !!! Aber was macht man, wenn die Blutwerte wirklich nicht in Ordnung sind ???

Liebe Grüsse Sandy

Ilona
04.01.2003, 14:59
Hi Sandy,

wenn die Blutwerte nicht stimmen, gibt es Medikamente. Die senken das Aggressionspotenzial und Du kannst darauf hin mit Deinem Hund ein Verhaltenstraining starten. Den Rest hab ich Dir per mail geschickt.

Alles, alles Gute für Euch wünscht

Illi