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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer weis Bescheid?



Blondi12
19.09.2008, 17:11
Hi,

ich habe in einer Futtermittel-Broschüre folgendes gelesen: :cup:

-Rohprotein ist wichtig für Wachstum, Bewegung, Regeneration
-Rohfett ist wichtig für Kraft, schönes Fell, gesunde Haut
-Rohfaser ist wichtig für Ballaststoffe für die Verdauung
-Rohasche ist wichtig für Versorgung mit Mineralstoffen
...

Wenn das so stimmt, wie sind denn dann die Idealwerte (von % bis %)? :?:

jamey
19.09.2008, 17:25
Hallo,
also ein Futter für alle Hunde gibt es nicht.Es kommt auf die Rasse an,wie viel Bewegung usw..
Bei TF achte ich drauf,dass der Rohprotein max. 25% beträgt,eigentlich nehme ich immer eins mit 22-24%.Drüber wird einer meiner Hunde hibbelig.
Der Rohaschegehalt sollte möglichst nicht so hoch sein,max.7% habe ich mal gelesen,da er nicht gut für die Nieren ist und auch für die Bildung von Zahnstein beitragen soll.
Aber genaue Werte,falls es die geben sollte,kann ich dir nicht sagen.
Der Rohfaseranteil sollte auch nicht zu hoch sein,dann gibt`s viele Häufchen.Mein TF hat um die 3%.
Aber es werden bestimmt noch mehrere Antworten kommen!

Summer 175
19.09.2008, 18:12
Hallo, Blondi!
Wichtig sind eigentlich nicht die Prozentzahlen, sondern der tatsächliche Gehalt.
Es hängt ja auch davon ab, wieviel von einem Futter gegeben werden muss.
Ein Beispiel:
Futter A hat 25 % RP und 15 % Fett, tägliche Futtermenge 200 g - der Hund bekommt also tatsächlich 50 g Eiweiß und 30 g Fett (mal vereinfacht, unabhängig von der Qualität).
Futter B hat "nur" 20 % RP und 10 % Fett, der gleiche Hund benötigt aber 350 g Futter am Tag - also bekommt er 70 g Protein und 35 g Fett ....

Mir hat ein kleines Buch sehr geholfen, "Hunde richtig füttern" von Meyer/Zentek, in dem nicht nur auf die richtige Zusammensetzung von Fertig- und Alleinfuttern eingegangen wird, sondern auch viel über andere Ernährungsdinge steht.

Und wie Jamey sagt, kommt es auch immer auch den Hund und seinen Energiebedarf an.

Ganz wichtig ist aber die Qualität der Zutaten, dass das Protein tierischen Ursprungs ist und es sich bei den Ölen und Fetten um hochwertige handelt, nicht etwa um dubioses "Altfett aus der Frittenbude" (darf alles sein ...). Ein hoher Proteingehalt sagt nichts über die Verfügbarkeit des Proteins aus (pflanzliches Eiweiß ist für einen Hund eben nicht das optimale ...). Das fällt vor allem auf, wenn ein Futter einen hohen Proteingehalt hat, aber in der Zutatenliste Fleisch unter ferner liefen auftaucht ... Oder Fleisch zwar ziemlich weit vorne steht, aber gleich danach fünf verschiedene Getreidesorten genannt sind ....

Was den Rohaschegehalt betrifft, kommt es wohl auch darauf an, ob es sich um ein sog. Extruderfutter (also die "normalen" TroFus) oder um kaltgepresste Futter handelt, bei denen ist der Rohaschegehalt naturgemäß etwas höher ...

Ich wünsch dir viel Erfolg und gutes Durchkommen im Futtermitteldschungel ....
LG, Karin

betty 738
19.09.2008, 18:41
@Karin
Kannst du mir bitte sagen wie hoch (max.) der Gehalt von Rohasche im Kaltpressfutter sein darf? Weißt du das vielleicht?
lg Betty

Libelle
20.09.2008, 01:03
Hallo Blondi,

der Proteinbedarf eines Hundes variiert nicht nur je nach Aktivität und Alter sondern auch je nach Körpergröße.

Je kleiner/leichter der Hund, desto mehr Protein pro Kg Körpergewicht braucht er (natürlich trotzdem auch abhängig vom Aktivitätsgrad, ob Sofawolf oder Leistungsportler).

LG
Isabel

Summer 175
20.09.2008, 09:41
Hallo, Betty!
Das kann ich dir auch nicht sagen - über Kaltpressfutter findet man auch relativ wenig Infos, abgesehen von denen der Hersteller ...
Meyer/Zentek empfiehlt bei TroFu generell, unter 10 % zu bleiben - und in diesem Bereich liegen ja die kaltgepressten auch.

Hallo, Isabel!
Das gilt nicht nur für den Proteingehalt. Bei kleinen Hunderassen ist generell der Energiebedarf (also auch der an Fetten) pro kg Körpergewicht höher als bei großen - natürlich auch abhängig von der Aktivität und auch vom Alter. Wobei ein täglicher Leinen-Spaziergang von 1 Stunden (was für manche Besitzer ja schon ein Halbmarathon ist ...) den Energieumsatz um vielleicht magere 10 % erhöht ...

Auch rassespezifisch gibt es da Unterschiede - eine Dogge kann z. B. für den Erhaltungsstoffwechsel mehr Energie benötigen als ein vergleichbar schwerer Neufundländer ...

Ich würde mich da nicht allzu verrückt machen. Solange das Protein hochwertig (sprich tierischen Ursprungs) ist, hochwertige Öle und Fette (am besten namentlich genannt) und möglichst wenig Getreide (vor allem arm an evtl. allergenen Getreidesorten) vorhanden ist, kann man erst mal relativ wenig verkehrt machen. Eigentlich merkt man sehr schnell, ob der Hund zu wenig Protein bekommt (unserer wurde da nämlich deutlich träger), und ein Zuviel oder Zuwenig an Energie überhaupt sieht man an der Waage oder noch besser an den Rippen (oder eben nicht, je nach Hunderasse ....).

Ich weiß aus leidvoller Erfahrung - und das geht auch anderen hier im Forum so -, dass man irgendwann total die Krise kriegt, weil man immer noch nach einem besseren Futter sucht. Beim Menschen (hab ich die Woche eine Reportage gesehen) gibt es mittlerweile eine anerkannte Ess-Störung, die "Gesund-Esser" - für die ist nichts mehr gesund genug, da wird dann lieber gar nichts gegessen ...

LG und ein schönes Wochenende,
Karin
Es ist also ganz schön schwierig ....

Libelle
22.09.2008, 19:59
Ich weiß aus leidvoller Erfahrung - und das geht auch anderen hier im Forum so -, dass man irgendwann total die Krise kriegt, weil man immer noch nach einem besseren Futter sucht. Beim Menschen (hab ich die Woche eine Reportage gesehen) gibt es mittlerweile eine anerkannte Ess-Störung, die "Gesund-Esser" - für die ist nichts mehr gesund genug, da wird dann lieber gar nichts gegessen ...



Karin, du sprichst mir aus der Seele! Beruhigend, dass es noch andere gibt, die schon mal in so eine Krise verfallen sind. Ging mir zwischenzeitlich nicht anders. Man kann sich aber auch verrückt machen lassen.

Wenn man in irgendeinem Forum nach den Meinungen zu irgendeinem Futter fragt, gibt es immer irgendwo jemanden, der sagt "Nicht so toll, weil ...!"

Dieser Perfektionismus beim füttern ist so ein Phänomen unter den Hundehaltern, die sich im Internet rumtreiben. Die Hundehalter, die ich im "richtigen Leben" kenne, haben noch nie von der (potentiellen) Gesundheitsgefahr durch EWG-Zusatzstoffe oder Menadion gehört und ziehen gar nicht in Erwägung, dass der Getreideanteil im Trockenfutter zu hoch sein könnte.

Manchmal sehne ich mich nach den Tagen zurück in denen ich selbst noch Hundefutter im Supermarkt gekauft habe und mir nicht im Traum eingefallen wäre die Qualität dieses Futters anzuzweifeln. *seufz*

Nein, irgendwie doch nicht. Dafür macht mir das Thema Hundeernährung mittlerweile viel zu viel Spaß! :rolleyes: