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Pferdefee
26.08.2008, 22:56
Hilfe - mein Pferd galoppiert auf die rechte Hand fast immer im Außengalopp an. Pferd versammeln, Kopf leicht rechts stellen, linker Fuß etwas zurück und mit "Küsschen" treiben - so hab ich`s gelernt. Auf die linke Hand kein Problem, aber die rechte Hand klappt fast nie :0( . Am besten geht`s noch, wenn ich im Schritt reite und den Kopf leicht nach links!!! nehme, als ob ich abbiegen wollte. Diesen Tipp hat mir ein RL gegeben. Aber das ist für mich auf Dauer keine Lösung und er klappt auch so nicht immer. Wer kann mir weiterhelfen :confused:

LG
Pferdefee:bl:

lammi88
27.08.2008, 09:52
:?: Ich bin nicht so gut mit Hilfen...aber ich hab gelernt: äußere Hand gibt halbe Parade, äußerer Schenkel geht hinter den Sattelgurt, innerer Schenkel treibt, Popo locker..... SPEEDYYYYYYYYYYYYY!!!!!! Bin ich richtig????? Jedenfalls klappt es so auch bei meiner Stute....

speddy86
27.08.2008, 11:57
Hallo! Eine „Ferndiagnose“ ist immer schwierig. Ich nehme mal an, dass dein Pferd ein Freizeitpferd ist? (Ist ansich nichts schlechtes) Es hört sich an, als hätte dein Pferd Probleme mit dem gleichgewicht. Anscheinend hat er es nicht oder falsch gelernt. Von Natur aus gallopieren junge Pferde EIGENTLICH lieber innen an. Ich hatte mal eine Zeitlang so einen „Außengallopierer“ geritten. Ich habe das Problem wie folgt in den Griff bekommen: Erstmal bin ich immer aus einer volte heraus angallopiert. Dabei MUSS, dein Pferd aber korrekt gestellt und gebogen sein. Wie erreichst du das? Viele Handwechsel, Zirkel verkleinern und vergrößern, Schenkelweichen, Schlangenlienen durch die ganze Bahn(in alter Version am Besten), durch den Zirkel wechseln, aus der Ecke kehrt und viele volten. Wichtig fabei ist, dass sich dein Pferd um den inneren Schenkel biegt. Das merkst du daran, dass das Pferd nicht steif wie ein Brett durch die Kurven geht, sondern sich „mit der Linie biegt und du das Gefühl hast, dass die Hinterhand und die Schulter deinen Schenkel quasi einrahmen. Denk auch unbedingt an die Stellung, aber auf gar keinen Fall zu viel und achte darauf, dass sich dein Pferd nicht verwirft.(Es ist verflucht schwierig, dir das so trocken zu erklären;-) )


Reitest du eigentlich mit oder ohne Hilfszügel?

Wenn nein würde ich dir zumind. Für die erste Zeit empfehlen einen Schlaufzügel als dreieckszügel zu verschnallen. Den führst du in den Sattelgurt ein, dann von INNEN nach Außen durch den Trensenring und befestigst ihn dann auf höhe der Schulter entweder am kurt oder an den Kurtstrippen oder an der unteren Gurtschlaufe der Schabracke. Auf KEINEn Fall oben am Vorderzwiesel oder so!!!! Das hat oftmals eine Hebelwirkung und es ist immer besser, wenn sich dein Pferd vorwärts-abwärts strecken kann.(erhöht übrigens die Rückenaktivität). Und was du noch dabei beachten solltest ist, dass du dein Pferd damit nicht zusammen zurrst und ziehst. Der Pferdekopf muss MIND. In der senkrechten stehen mehr raum nach vorne ist auch immer besser

So jetzt habe ich einen Monstertext verfasst! Sorry, ich hoffe du kannst da durch steigen!!

Pferdefee
27.08.2008, 14:25
Also ich gymnastiziere mein Pferd immer bevor ich mehr von ihm verlange. Reiten tu ich ihn mit einem Martingal. Biegungen und Dehnungen im Schritt, Schenkelweichen, usw. Danach kommt der Trab am losen Zügel, versammelt, 8-er reiten, Volten. Dabei achte ich immer auf die Biegung. Wenn es dann zum Galopp kommt und der erste Versuch klappt nicht (ist fast immer so :man:), wird er übereifrig. Er möchte dann selber angaloppieren, reißt den Kopf in die Höhe, von Versammlung ist dann keine Spur mehr. Brauche dann wieder ein paar Runden um ihm seinen Übereifer zu nehmen. Aber wie gesagt, das ist nur auf die rechte Hand, links herum klappt alles einwandfrei. Da er so mitdenkt, weiß er natürlich genau, was jetzt kommt - sprich Galopp :schmoll:. Was soll ich da machen - wie soll ich ihn da in den richtigen Galopp bringen :confused:


LG
Pferdefee:bl:

speddy86
27.08.2008, 16:54
Hallo! Erstmal, bin ich der Meinung, dass in diesem Fall Martingale nichts bringen, wie gesagt, schnall den Hilfszügel wie beschrieben ein. Wie gymnastizierst du dein Pferd denn? Und wie weit (A, L, M?) ist denn euer Ausbildungsstand?

P.S. Martingalle sind übrigens fürs Springen entwickelt worden, damit man das Pferd kopfmäßig leicht begrenzen kann. Es sollte kein Hilfszügel sein, mit dem man dauerhaft reitet.

Pferdefee
27.08.2008, 17:15
Ich bin ein :tu:Westernreiter:tu: , also nichts in Richtung A,L,M - sorry, hätt ich vielleicht dazuschreiben sollen :floet:
Gymnastizierung mache ich im Schritt: Pferd versammeln, Kopf nach links bzw. nach rechts stellen in der Versammlung, so auch ein Paar Schritte gehen lassen, Seitengänge zur Bande und zur Hallenmitte, Schlangenlinien, Volten mit schöner Biegung, etc.

LG
Pferdefee:bl:

speddy86
27.08.2008, 17:43
Ah so! Das erklärt ja einiges *grins*! Ihr habt beim Wetsernreiten Matingale?

lammi88
27.08.2008, 17:57
Heiß da - glaub ich - Vorderzeug, oder? ;)

Ich mag das falsch verstanden haben...aber Du nimmst immer NUR das linke Bein hinter den Sattelgurt???? Egal ob rechts oder links gallopp????

Ich weiß von western nur soviel, daß da die Zügel eigenlich kaum benutzt werden - nur an den Hals gelehnt werden, bzw Hand sollte über dem Sattelknauf "ruhen"... weiß allerdings nicht, ob das nur bei Pleasure so ist...

Pferdefee
27.08.2008, 18:20
Heiß da - glaub ich - Vorderzeug, oder? ;)

Ich mag das falsch verstanden haben...aber Du nimmst immer NUR das linke Bein hinter den Sattelgurt???? Egal ob rechts oder links gallopp????

Ich weiß von western nur soviel, daß da die Zügel eigenlich kaum benutzt werden - nur an den Hals gelehnt werden, bzw Hand sollte über dem Sattelknauf "ruhen"... weiß allerdings nicht, ob das nur bei Pleasure so ist...

Also: Galopp auf die rechte Hand, Pferd versammeln, Kopf leicht nach rechts stellen (dass man gerade ein bisschen vom Auge sieht), linker Fuß zurück, Küsschen und einmal links treiben. Galopp auf die linke Hand natürlich genau Seitenverkehrt - Kopf leicht nach links, rechter Fuß zurück, Küsschen und einmal rechts treiben :wd:.
Mit den Zügeln arbeitet man - je nach Ausbildungsstand - etwas mehr am Anfang, später sollte es einhändig und nur mehr mit Zügel anlegen klappen :tu:.

LG
Pferdefee:bl:

lammi88
27.08.2008, 18:47
:?: Ich hab grad versucht mich krampfhaft an meine 3 Westernstunden zu erinnern....
bin aber grad mit den Seiten durcheinander... also: rechte Hand heißt: Bande ist rechts neben Dir... dann mußte ich damals Gewichtshilfe nach rechts in Richtung Bande geben, Hände leicht nach rechts verschieben (Zügel lagen dann links am Pferdehals), den rechten Schenkel leicht nach hinten verlagern und mit links treiben, dabei leicht mit dem Becken links nach vorn schieben... :?: war das so.... ich glaub ja....ich bin immer durcheinander gekommen, weil ich sozusagen meinen Körper auf rechts herum reiten einstellen mußte, aber nach links in Reitrichtung schauen mußte... fand ich alles recht "confusing" ;) Hab auch nur 3x durchgehalten *hüstel*

Ansonsten: hast Du mal die Zähne kontrollieren lassen? Grad das schlagen mit dem Kopf machen gern Pferde, die mit dem Gebiß (durch Zähne) Probleme haben...

Ansonsten: hast Du ihn vorher mal ablongiert? Daß er sich austoben kann? Vielleicht sind das ja nur Übermutsspielchen? Sonst versuch es auch mal auf einem anderen Pferd. Dann siehst Du, ob es an Deinen Hilfen liegt, oder ob er nicht kann/will.

Pferdefee
27.08.2008, 19:00
Also auf die rechte Hand reiten - da ist die Bande links von Dir. Er springt ja auch nur auf die rechte Hand in den Außengalopp, linke Hand geht super. Mit anderen Pferden hatte ich dieses Problem nicht - und ich bin schon einige geritten (im Reitunterricht und auch privat). Also mit Übermut hat das bei meinem Pferd nichts zu tun - und wenn ich ihn im richtigen Galopp habe (bei seiner schlechten Seite), läuft er auch ganz brav und springt nicht um :confused: Also hat er auch keine Schmerzen und fühlt sich auch nicht unwohl :wd:.

LG
Pferdefee:bl:

wiassi
01.09.2008, 09:44
Ich würde erstmal ostheopatische Ursachen ausschalten. Mein Boxennachbarpferd hat auch linke Hand immer mal Probleme im angaloppieren, die u.a. daher rühren, dass die Besitzerin leicht schief sitzt und sich so Blockaden beim Pferd bilden. Nach Lösen der Blockaden ist das Problem erst mal weg. Am Sitz arbeitet sie natürlich, aber sowas ändert man nicht von heut auf gestern...
Wenn das ausgeschlossen wurde, kann ein solchen Problem auch von der natürlichen Schiefe herrühren : Nach welcher Seite ist dein Pferd "hohl"? (Tip: Meistens die Seite, zu der die Mähne fällt). An der hohlen Seite sind die Muskeln verkürzt, Ursache ist die Lage im Mutterleib. Diese Schiefe ist Ursache vieler Probleme die nur auf einer Hand vorhanden sind und somit muß das Pferd durch die Ausbildung erst "geradegerichtet" werden. Das geschied am besten durch Biegung. Klingt paradox, aber da die Schiefe durch verkürzte Muskeln entsteht, welche durch Biegung gedehnt werden, fördert das Biegen die Geraderichtung. Das sollte ein versierter RL begleiten, alles kann man hier nicht schreiben. Nachlesen kann man es gut z.B. in den Büchern von Philippe Karl, z.B. Reitkunst. Der anatomische Teil ist auch für Westernreiter interessant, vielleicht kannt du mal bei jemanden reinsehen.