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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ängstliches Pferd



Maggie_HH
20.12.2002, 09:53
Hallo liebe Pferdefreunde!
Ich hab seit einiger Zeit ein Pflegepferd "Cheyenne". Sie ist schon sehr alt (man schätzt sie auf 24-26 Jahre) und hat kaum Erfahrungen draußen gemacht, weil sich ihre Besitzer schon seit Jahren nicht mehr um sie kümmern. Ich hab von der Geschichte gehört und naja, jetzt versuch ich mich um sie zu kümmern, so oft ich kann.
1. Ich habe nicht wirklich Ahnung von Pferden :confused: (Aber meine Freundin, die auch ein Pferd in diesem Stall hat hilft mir ganz gut! (Also ich hab schon einiges gelernt!!!!!)
2. Sie ist sehr ängstlich, vor allem gegenüber fremden größeren Tieren, z.B. Kühe, Ochsen.....
so nun zu meiner Frage (im Hundeforum wurde heute was über Ängstliches Verhalten von Pferden geschrieben):
Ich gehe mit Cheyenne jetzt immer öfter ein Stück spazieren, damit sie sich langsam wieder daran gewöhnt, dass es nicht nur das Stallgelände gibt (Reiten kann man nicht auf ihr, da sie noch sehr dünn, sie bekommt aber schon extra Kraftfutter!). Und mir ist auf gefallen, dass sie super ängstlich gegenüber den Ochsen (oder Büffeln) ist, an die wir vorbeimüssen. Das erste Mal, wollte sie nicht an denen vorbei, da hab ich sie mit Möhren gelockt. War das Richtig?????
Ich geh jetzt mit ABsicht immer wieder an den Ochsen vorbei (weil man das mit Hunden ja auch so macht, sie mit der Angstursache zu konfrontieren) und es ist schon besser geworden auch ohne Möhren!!!! Sie ist zwar super aufgeregt, aber ich ignorier das jetzt!
Soll ich so weiter machen? Oder ist das falsch?
Wie verhalte ich mich, wenn wir mal auf etwas treffen wovor sie Angst hat und ich hab keine Leckerlies oder Möhren dabei????

Danke, Juliane

AnnaS
20.12.2002, 13:42
Hallo Juliane

Also so richtig verkehrt gemacht hast du nichts wegen den Möhren. Und das, was du vom Verhalten der Hunde auf das Verhalten von Cheyenne projezierst, ist auch gewissermaßen richtig. Ich schrieb im Hundeforum ja auch, dass die Grenzen recht fein sind, zwischen Pferd und Hund im Verhalten.

Vom Grundprinzip her musst du der Stute erst mal beweisen, dass sie dir vertrauen kann. Wie lange kümmerst du dich schon um sie? Und es ist so - je länger sie von ihrem Besitzer mißachtet wurde, um so schwerer ist es, dass sie wieder Vertrauen und einen Bezug zum Menschen findet. Es ist natürlich auch bei älteren Pferden schwer, sie an neue Dinge heranzuführen, aber nicht unmöglich.

Ich empfehle dir das Beziehungstraining, doch das hier zu erklären, wäre zu lang. Also gebe ich dir nur ein paar Tips fürs erste, und wenn du an dem Beziehungstraining interessiert bist, schreib gibt mir deine Mail-Adresse und ich erkläre es dir dann so.

Als erstes mal solltest du in ihrer gewohnten Umgebung (also auf dem Hof) herausfinden, was ihr nicht so angenehm ist, oder wovor sie Angst hat. Nur mal als Beispiel: Wenn auf diesem Hof ein Trecker existiert, und sie davor Angst hast, zeigst du ihr auf ihrem Hof, also in gewohnter Umgebung, dass es keine Angst zu geben hat. Dazu nimmst du sie recht kurz an einen Strick und gehst sehr zielstrebig über den Hof. Und du zweifelst auch nicht daran, dass sie mit dir geht, denn wenn du zweifelst, merkt sie es ganz genau. Nun gehst du in einem immer kleiner werdenen Abstand zu diesem Trecker hin. Also mal mit einem größeren Abstand, der immer kleiner wird, oder von Runde zu Runde einen Schritt weiter auf den Trecker zu. Wie gesagt, sei dir sicher, dass du das tun wirst und beachte die Stute gar nicht. Bleibt sie stehen, drehst du dich nicht zu ihr und lockst sie, sondern du sagst einfach nichts, verstärkst nur den Druck am Halfter bzw am Strick. Zieh sie nicht hinter dir her, sondern bleibe stehen, und halte den Druck. Geht sie dann einen Schritt (auch wenn er minimal ist) auf dich zu, lobst du sie und drehst vom Trecker weg. Wird es dir zu blöd, weil du den Druck hältst, sie aber gar nicht reagiert, dann lässt du sie ein paar Schritte zurück gehen, aber energisch. Dann drehst du wieder ab vom Trecker, gehst eine Runde und bei der nächsten gehst du wieder genauso vor, weiter zum Trecker hin.

Beim ersten Mal muss sie nicht direkt an den Trecker heran. Das ist Ermessenssache, wie weit du gehst. Doch höre erst dann auf, wenn sie dir wirklich willig folgt. Und so steigerst du das ganze.

Das mit dem Trecker war halt nur ein Beispiel, weil es wichtig ist, dass sie in gewohnter Umgebung Vertrauen zu dir bekommt und merkt, dass du ihr etwas zu sagen hast. Dass du sie eben leitest. Es kann natürlich auch eine Mülltonne sein, oder was weiß ich. Eben etwas, bei dem sie skeptisch ist, aufgeregt oder eben Angst hat.

Das mit den Spaziergängen ist auch okay. Nur bedenke, dass es für sie etwas ganz neues ist. Etwas, was ihr Angst macht. Und dann kommen solche "Monster", wie Ochsen oder Büffel, bei denen sie natürlich erst recht Angst hat. Draußen ist extrem. Und so würdest du ihr in einer Extremsituation noch Extremeres (Ochsen und Büffel) zumuten. Vergleich es mit dem Autofahren. Wenn du Angst hast, Auto zu fahren, fährst du auch nicht beim ersten Mal wenn Glatteis ist, sondern du bist froh, bei normalen Verhältnissen dich der Angst vorm Autofahren zu stellen und sie zu überwinden.

Wenn sie Vertrauen zu dir hat, und auch den nötigen Respekt, dann wird jede Angstsituation bei ihr viel einfacher zu bewältigen sein, als wenn du ihr viele Angstsituationen von vornherein auf einmal zumutest, ohne dass sie überhaupt weiß, wieso sie dir folgen sollte.

Und noch ein Tip: Du solltest immer mit Leckerlie ausgerüstet sein. Denn sie muss erst mal (wie bei Hunden auch) anfangen, die für sie schlimmen Situationen mit etwas angenehmen zu verbinden. Überfüttere sie nicht damit, sondern gebe ihr dann ein Leckerlie, wenn sie etwas ganz, ganz toll gemacht hat. Und locken solltest du sie damit auch nicht unbedingt. Sie wird dir unter Umständen zwar folgen, doch das tut sie dann wegen dem Leckerlie und nicht wegen dir. Ziel muss es sein, dass sie dir folgt, und das mit der Zeit auch ohne Leckerlie. Ich sage immer, ein Leckerlie ist ein Hilfsmittel, aber kein Erziehungsmittel. Es hilft dir, in dem deine Stute eine bewältigte unangenehme Situation mit etwas angenehmen verbindet. Aber erzieh sie mit dir als Mensch und nicht mit dem Leckerlie.

So, ich hoffe, ich habe dir fürs erste eine kleine Anregung gegeben. Wenn nicht, sags ehrlich und dann versuche ich es dir anders zu erklären.
Und wie gesagt, wenn du am Beziehungstraining interessiert bist, dann melde dich. Es ist meines Erachtens genauso wichtig wie die Unterordnung bei einem Hund.

Liebe Grüße
Anna

Maggie_HH
20.12.2002, 16:01
Danke erstmal für die ausführlichen Schilderungen.
Ich kümmer mich seit September um sie, am Anfang hab ich sie nur geputzt, gefüttert, gestreichelt und verwöhnt. Da man mir erzählte, dass sie sehr scheu (vor allem Kopfscheu) und manchmal hysterisch sein soll, also plötzlich wegrennt oder so.... nun davon hab ich noch nichts gemerkt, bei mir ist sie super lieb und als sie im September noch auf der Weide stand, da kam sie sogar schon mal als sie gehört das ich rufe! Ich kann sie am Kopf anfassen, ihr das Halfter umlegen und die Mähne kämmen....bei mir ist sie jedenfalls nicht scheu, aber ich bin auch immer sehr leise mit ihr, schrei sie nicht an oder so....weil ich denke, dass sie sensibel ist und man dann nicht weit bei ihr kommt.
Also ich hab mit ihr schon so einige Sachen gemacht, meistens auch ohne Leckerchen, die bekommt sie ganz selten! (weil ich sie meistens eh vergesse - *schäm*) Sie muss rückwärts gehen, stehenbleiben, wenn ich stehenbleibe, wenn ich ne Kurve geh, darf sie meinen Weg nicht kreuzen, dann laufe ich mal ein stück Trab mit ihr, dann geh ich wieder langsam....das klappt alles schon sehr gut. Manchmal geht sie nicht gern rückwärts aber das ist auch schon besser geworden. Meinst du das mit Erziehungsspiele?
Früher hat sie auch super gezogen, wenn ich mit ihr Spazieren war, aber nur wenn es zurück zum Stall ging, ich denke einfach, dass sie es gar nicht mehr gewohnt war und einfach auf ihren sicheren Hof zurück wollte, oder???
Das einzige wovor sie sich noch fürchtet, ist wenn ich sie an die Stelle bringe wo die Pferde geputzt werden (das ist so eine kleine Nische mit Dach). Ich denke, da sich sonst keiner um sie gekümmert hat, kennt sie es einfach nicht. Früher wollte sie da gar nicht hin, dann hab ich sie dort gefüttert und gestreichelt und jetzt will sie gar nicht mehr weg, wenn sie dort angebunden war!!!! :D
Die Hinterhufe gibt sie nicht gern, die vorderen schon. Das ist mir noch ein rätsel, weißt du vielleicht warum????

Juliane

AnnaS
21.12.2002, 09:07
Hallo Juliane

Also, diese "Erziehungsspiele" sind schon ok.
Wenn sie aber schneller auf dem Rückweg wird - das tun die meisten Pferde. Sollte das noch immer ein Problem sein, dann mache auch solche Erziehungsdinge auf dem Rückweg. Sie soll sich auf dich konzentrieren und nicht darauf, ob es nun Rückweg ist oder nicht.

Was die "Putz-Niesche" angeht - vielleicht hat sie dort auch schlechte Erfahrungen gemacht. Oder wenn sie so klein und eng und dunkel ist, verbindet sie es vielleicht mit einem Hänger, der für sie negativ ist. Aber das hast du ja auch ganz gut im Griff, wenn ich dich da richtig verstanden habe.

Mit den Hinterhufen ist es so eine Sache, das ist meist schwieriger als bei den Vorderhufen.
Hier kannst du im Prinzip auch mit Erziehung vorgehen, wie ich es dir beschrieben habe.
Bleibt sie auch unangebunden stehen? Wenn nicht, solltest du das üben. Binde sie nicht an, und fange langsam an, um dein Pferd herum zu gehen, in dem du den Strick einfach locker in der Hand hältst, damit sie nicht abhauen kann.
Nun streichelst du sie mit deiner freien Hand über den Hals, gehst einen kleinen Schritt weiter zum Rücken, bis du hinten angelangt bist. Bleibt sie stehen, lob sie. Bewegt sie sich in Form von weglaufen wollen, lass sie zwei, drei Schritte rückwärts gehen und fange dann wieder von vorne an.
Ein wenig zur Seite gehen darf sie anfangs schon, denn Pferde weichen bei manchen Körperbewegungen dem Menschen. Und da du diese Bewegungen noch nicht raushaben wirst, ist das ok. Aber sie darf eben keine Anstalten machen, weg zu gehen, zu fressen oder sonstiges.
Als nächstes legst du den Strick über ihren Hals, und gehst an sie heran und um sie herum. Da gilt das gleiche - stehebleiben = loben, weggehen = rückwärst richten.
Wenn das gut klappt, legst du den Strick um den Hals und nimmst ihre Vorderhufe auf. Lob sie, wenn sie stehen bleibt.
Wenn es Probleme bei den Hinterhufen gibt - rückwärst richten, und wieder versuchen.

Dass du das unangebunden übst, hat den Sinn, weil die "Strafe" (also das Rückwärts richten) sofort erfolgen soll. Wäre sie angebunden, würdest du sie erst losbinden müssen, und der Effekt wäre nicht mehr der gleiche.
Gibt sie dann nach einiger Übung die Hinterhufe bereitwillig, übst du es angebunden, und sollte dann ein Rückwärts richten notwendig sein, löst du einfach den Karabiner des Stricks (oder Panikhaken) und lässt sie am Halfter rückwärst richten.

Gerade bei den Hinterhufen musst DU dir aber wiederum sicher sein. Wenn du auch nur ein klein wenig unsicher bist, ob sie nicht doch treten könnte, merkst sie deine Unsicherheit sofort und ist auch unsicher.

Wenn du noch fragen hast, frag ruhig ;)

Liebe Grüße
Anna

Maggie_HH
21.12.2002, 10:00
nochmal, ich werde das auf jeden Fall mal versuchen!
Also diese Übung mit dem Stehenbleiben und dann Streicheln hab ich auf dem Hof schon gemacht und es hat geklappt, aber ich hab das mit den Hufen noch nicht unangebunden versucht....werd ich jetzt mal tun! Das kann ich aber nicht in der Nische üben, da es dort mit dem Rückwärtsgehen nicht klappen würde (dazu ist die Nische zu klein). Aber wir haben auch draußen Plätze zum Anbinden, dann versuch ich es da, ok??? Also ich bin mir sicher das sie nicht ausschlagen wird, sie ist es einfach nicht gewohnt die Hufe zu geben! Es ist ja auch schon besser geworden im Vergleich zu früher! (Da hab ich es nicht geschafft mit den Hinterhufen, jetzt gibt sie sie schon kurz!)
Ok, dann danke nochmal, falls ich Probleme hab, meld ich mich nochmal!

Juliane

andy
21.12.2002, 19:18
@ Maggie

Erstmal find ich es toll, daß du dich um so ein altes Pferd kümmerst, das ist nicht so selbstverständlich, die meisten wollen nur reiten und es soll nciht in Arbeit ausarten.

Und glaub mir, kein Fehler von dir kann so schlimm sein, als wenn sich keiner um das Pferd kümmert.

Lieben Gruß

AnnaS
22.12.2002, 08:22
@ andy:
Ich gebe dir vollkommen recht :) . Ich finde es wirklich schön (was ich noch gar nicht geäußert habe :rolleyes: ), dass Juliane sich um diese Stute kümmert.
Und Fehler sind durchaus legitim, und man macht sie eh. Von daher finde ich es gut, wenn sie Fehler von vornherein so gut es geht vermeiden will, und sich informiert, anstatt zu sagen "Die ist mir aber zu anstrengend, ich kümmere mich doch nicht!". Leider gibt es da zu viele Menschen, die so sind.

@ Juliane:
Natürlich ist es okay, wenn du es an einem anderen Ort machst, als in dieser Niesche.
Und wenn sie es erst einmal gelernt hat, wird sie es auch an jedem anderen Ort können.
Zum Thema Hufe geben habe ich noch etwas vergessen zu sagen. Pferde reagieren sehr auf Druck. Es hilft also, wenn du ein wenig Druck ausübst (wobei Druck eher das falsche Wort ist, Berührung wäre angebrachter). Bei den Vorderhufen zum Beispiel "drückst" du deine Schulter gegen die deiner Stute. Das bewirkt, dass sie gewillt ist, dieses Bein hochzunehmen. Bei den Hinterhufen geht es im Prinzip genauso, nur dass du da eben die Muskulatur des Hinterbeines nimmst und nicht die Schulter (logisch, ich weiß :D ). Und dann streichst du erstmal mit deiner ganzen Hand über das Hinterbein. Und wenn sie strikt ihr Bein auf dem Boden lässt, lehnst du dich einfach ein wenig gegen sie. Zu Anfang könnte das u.U. nur den Erfolg haben, dass sie einen Schritt zur Seite geht. Das ist aber erst mal egal, wichtig ist, dass sie reagiert hat. Dann lob sie, und versuch es nochmal. Sollte sie wieder einen Schritt zur Seite gehen, halte einfach ihr Hinterbein fest. Nicht lange, nur so, dass sie es kurz oben gehalten hat.

Ich weiß, du hast geschrieben, dass sie die Hufe schon kurz gibt. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass du wirklich am besten von Anfang an anfängst. Und so auch unter Umständen mal zwei, drei Schritte hinter ihrem Können anfängst. Das baut die Bindung auf, und sie wird irgendwann auch bei anderen Dingen viel einfacher verstehen, was du eigentlich von ihr willst.

Ich wünsche dir erst mal alles Liebe
Anna

Maggie_HH
22.12.2002, 10:33
Also ich kann solche Menschen nicht verstehen, die sich ein Pferd kaufen und es, solange man darauf reiten kann, pflegen und dann wenn es zu alt wird im Winter am liebsten erfrieren lassen!!!!!!!!!!!!!!! Ich war soooooo sauer, ich würde diesen Typen gerne anzeigen, aber er zahlt die Stallmiete für das Pferd, was ich mir im Moment nicht leisten könnte! Aber ich kann diesem Menschen nicht in die Augen sehen, wenn ich ihn ab und zu mal treffe!!!! :mad:
Ok, dann danke nochmal für deine Tipps, Anna!

Juliane
Ps: Ich wünsch euch schöne Feiertage und ein guten Rutsch!

AnnaS
22.12.2002, 10:58
Ich kann das sehr gut verstehen, wenn es dich sauer macht, und du diesen Menschen auch nicht wirklich leiden kannst.

Mich würde mal interessieren, was der denn mit Cheyenne gemacht hat, bzw wie sie so gehalten wird/wurde, und was dieser Kerl überhaupt mit seinem Pferd gemacht hat. Es hat zwar nicht direkt etwas mit dem Umgang deinerseits jetzt zu tun, aber rein interessehalber würde ich es gerne wissen.

Wenn du magst kannst du ja mal ein wenig über die "Verhältnisse" schreiben. Ich finde das sehr interessent.

Übrigens, meine eine Stute hat den gleichen Namen wie deine :) . Nur meine wird Chayenne geschrieben.

Gruß,
Anna

Maggie_HH
22.12.2002, 12:49
Tja, viel weiß ich nicht über diesen Typen:
Er hat das Pferd für seine Tochte gekauft. Die irgendwann keine Lust mehr hatte!
Cheyenne soll früher ein tolles Westernpferd gewesen sein und wird im Offenstall gehalten, da sie jetzt alt ist und auch ziemlich dünn, hat sie eine Decke.
Im Sommer sind die Pferde auf einer großen Weide. Also ich glaube min. 2 Jahre wurde mit dem Pferd nichts richtiges mehr gemacht, der Typ hatte schon mal andere Pflegerinnen für Cheyenne, die aber höchstens 1mal die Woche kamen und sie kurz gebürstet haben!!!!! Tja, mehr weiß ich nicht, er würde mir das Pferd schenken, aber im Moment muss ich mein Geld zusammenhalten.....wenn ich es mir leisten kann, dann werde ich es vielleicht machen!

Juliane

AnnaS
24.12.2002, 08:41
Hallo Juliane

Naja, es ist ja eine nette Geste von diesem Menschen, dir Cheyenne schenken zu wollen. Aber gut, dass du dir auch wirlich überlegst, ob du dir ihren Unterhalt leisten kannst.

Ich finde es immer blöd, wenn man einfach keine Lust mehr hat auf sein Tier und es dann halt so stehen lässt. Vielleicht hat Cheyenne ja alles bekommen, was sie oberflächlich brauchte, wie Futter, Wasser, Unterkunft. Aber man bedenkt oft leider nicht, dass so ein Tier auch Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht. Und Pferde wollen beschäftigt werden.

Ich sehe es an meinen drei Stuten. Wenn ich mal ein paar Tage hintereinander keine großartige Zeit hatte, um mich wirklich mit ihnen zu beschäftigen, dann sind sie auch zickig und absolut unausgelastet. Dabei bekommen sie auch alles, was sie brauchen. Und sie stehen den ganzen Tag draußen. Aber man merkt ihnen eben an, dass sie unausgelastet und gelangweilt sind. Ich sage dann immer, sie wären destruktiv. Aber es ist wirklich so, wenn sich zwei Jahre so gut wie keiner um deine Stute gekümmert hat, hat sie wohl auch den Bezug zum Menschen verloren. Sofern sie keine schlechte Erfahrung machen musste, kann es eben durchaus sein, dass sie keine wirkliche Angst hat, sondern dich austestet.

Bevor Pferd dich mag und dir vertraut, musst du ihm beweisen, dass es sich für das Pferd lohnt, dass es richtig ist, dir zu vertrauen. Und so kann sie dich durchaus austesten, ob du in ihren Augen ein richtiger Führer bist.
Ich gebe dir den Rat, eben nicht so viel Angst in ihr Verhalten hinein zu interpretieren, sondern sie wirklich mit Durchsetzung und Konsequenz zu erziehen, und dann wird sie sehen, dass du was drauf hast, dass du fähig bist, über ihr zu stehen. Und vieles an ihrem Verhalten wird sich zum Positiven wenden.

Liebe Grüße
Anna

Maggie_HH
24.12.2002, 10:11
Vielleicht hast du ja Recht und sie hat gar nicht soviel Angst, ich werd das mal beobachten....
Ok, einen schönen HeiligAbend!!!!!!!!!

Juliane