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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : aggressiv bei fremden Besuch



clotsch
13.12.2002, 16:14
Wer kann mir einen Tip geben? Mein Hund (Rüde;großer Mischling) verhält sich sehr aggressiv (knurren und bellen) wenn wir Besuch bekommen.
Er läßt sich nur sehr schwierig beruhigen und möchte Leute, die er noch nicht kennt nicht bei uns akzeptieren. Auch wenn er sich anscheinend beruhigt hat fängt er plötzlich wieder an zu knurren und zu bellen. Wie kann ich ihm das abgewöhnen? Ich hoffe mir kann jemand einen guten Rat geben.

Thomas
13.12.2002, 16:33
Wie verhälst [b]DU[b/b] euch in den betreffenden Situationen (beruhigen, bestrafen, ignorieren)?
Was für ein Mix ist es?
Wie alt ist er?
Wielang hast Du ihn?
Seit wann macht er es (schon "immer" oder erst neuerdings? Falls letzteres: hatt sich in letzter Zeit etwas in seiner Umgebung geändert?)
Wie verhält er sicher außerhalb der Wohnung Fremden gegenüber?

Wenn all diese Fragen beantwortet sind wird Dir sicherlicher eher jemand ein paar Tips geben können.

Gruß
Thomas

Superjeile Zick
13.12.2002, 17:03
Hallo Clotsch!

Du hast die Fragen zwar noch nicht beantwortet, aber ich kann nur sagen: Eindeutiges Dominanz Problem!

Du solltest auf jeden Fall an der "Rangordnung" arbeiten.

Beruhigen wird da nichts bringen. Du solltes ihm zeigen, dass Du entscheidest wer zur Tür hinein und wieder heraus darf.

Tina2809
13.12.2002, 17:39
Hallo!
Ich würde eher sagen, Ihr habt ein "Verständigungsproblem".
Nun hängt es tatsächlich von den von Thomas erwähnten Fakten ab, Dir einen guten Ratschlag zu geben.
Denn nur wenn "wir" wissen, welches Verhalten Du an den Tag legst (usw.), können wir Dir nen Tipp geben, besser damit umzugehen und dem Hund und Euch einen Besuch von Fremden erleichtern.
LG
Tina

Ilona
13.12.2002, 22:32
Hallo Clotsch,

Thomas hat die Fragen gestellt, deren Beantwortung für eine "Erste Hilfe" notwendig wären. Kannst was dazu sagen?

Sonst ist Hilfe nicht möglich und alle Tipps wären nur spekulativ:(
Schau, man könnte zum Beispiel vermuten, Dein Hund ist in der Pubertät. Dann würde man Dir andere Hinweise geben, als wenn Du sagt, dass er das schon immer macht und Du hast ihn von Klein auf usw.

Liebe Grüße,

Illi

drummergirl
14.12.2002, 10:29
hallo!
ein ähnliche problem haben wir auch...

unser Jacky (Rüde, 1 Jahr, Fox-Jackrusselmix, hab ihn jetz seit knapp 4 Wochen) bellt auch ständig andere Leute an.

Ob im Treppenhaus (den Paketmann:rolleyes: ), oder wenn er an der Leine ist und wir auf andere Menschen zugehen (jedoch komischerweise auch nicht bei allen)...

Naja auf jeden Fall ist es schon ziemlich nervig denn viele bekommen erstmal angst (ich denke es ist auf keinen fall agression *schwanzwedel*) wenn er z.B. das Treppenhaus runter auf jemand zurennt und sich nicht zurückrufen lässt.

Das wäre nämlich auch so ein Problem er hört wirklich nur wenn er Lust hat- ich würde ihn so gern frei laufen lassen aber wenn er nur jedes 3. Mal reagiert ist das unverantwortlich.

Natürlich belohne ich ihn wenn er zurückkommt (geht aber nur mit leckerli, denn wenn wir stöckchen etc. spielen haut er ziemlich oft mit dem Stock ab:( )


Ich hab mir schon das Buch *Mit Hunden sprechen* besorgt und arbeite gerade an unserer Rangordnung nur ist es echt schwer da keine Fehler zu machen...wie lange hat es bei euch gedauert bis das amichien bonding ansprach???


uiii ich hoffe ich bin jetzt nicht zu weit abgewichen aber irgendwie gehört das doch alles zusammen...

Ilona
14.12.2002, 10:51
Hallo liebes Drummergirl,

das mit dem Schwanzwedeln würd ich nicht immer und unbedingt so auslegen, dass Hund friedlich ist, nur weil er die Rute bewegt. Hier muss man wohl die gesamte Körpersprache des Hundes beachten.
Wie das Wedeln mit der Rute nun bei Deinem Hund auszulegen ist, weißt Du aber sicher besser:)

Liebe Grüße,

Illi

Ilona
14.12.2002, 11:13
Ach ja Drummergirl, hab noch was vergessen!

Glückwunsch zu Deinem neuen Haustierchen:-) Wünsche Euch viel, viel Spaß miteinander!

Wie lange das mit der Erziehung insgesamt dauert, kann man wohl so pauschal nicht sagen. Die Rangordnung allerdings sollte man recht schnell festlegen. Und nach und nach kommt dann alles andere auch irgendwann:-) Vorausgesetzt, man arbeitet fleißig dran.
Mit viel Spaß an der Erziehung und einem Haufen guter Laune (lachen, toben) und einer riesen Portion Verständnis für den Hund im Allgemeinen und die Rasse im Besonderen sollten sich Erfolge ganz schnell einstellen.
Das ist zumindest mein Rezept und bei uns hat es gefunzt. Ich hab Benji jetzt ein Jahr und ich merke, dass es mit seinem Gehorsam täglich und Stück für Stück immer besser wird.
Mein Wunsch und Traum für uns beide: Wir wollen ein Dreamteam werden:) und sind auf dem besten Weg. Aber der Weg bis dahin ist oftmals lang. Mir reicht es nämlich nicht, dass Benji die Grundkommandos mal eben beherrscht. Ich wünsche mir, genau wie Benji sich das auch wünscht, einen zuverlässigen Partner an meiner Seite.

Siehste Drummergirl, so kann man sich verquatschen, hihi. Paßt ja auch nicht hierher, mir war nur grad mal so:-)

Schönes Wochenende wünschen wir Euch!

clotsch
14.12.2002, 11:55
Hallo,
zunächst mal vielen Dank für Euer Interesse. Und na klar es fehlen noch weitere Infos.
Also, "Charlie" ist ca. 2,5 Jahre und ich habe ihn seit 2 Jahren. ( Vorbesitzer wollte ihn von einer Brücke werfen) Was er für ein Mix ist kann niemand sagen. Er sieht aus wie ein Spanischer Straßenhund. Das Problem trat eigentlich erst nach unserem Umzug auf. Ich bin mit einer Freundin in ein Haus mit Hof und Garten gezogen. (01.09.02) Charlie verhält sich draußen zwar zurückhaltend gegenüber Fremden aber freundlich. Außerdem habe ich ihn mit einem Jahr kastrieren lassen. Er ist ein quirliger, verspielter aber sehr vorsichtiger Hund bei Begegnungen mit anderen großen Hunden.
Mein Verhalten in den besagten Momenten: Ich versuche ihn zunächst zu beruhigen, "sage" ihm, daß es in Ordnung ist. Dies nützt aber nichts und dann fange ich an zu schimpfen. Das funktioniert bedingt, denn er wartet auf eine Gelegenheit wo er nicht meine volle Aufmerksamkeit hat und bellt und knurrt dann wieder los.
Ich hoffe Ihr habt noch mal Lust mir zu antworten. Gruß, Clotschi

Thomas
14.12.2002, 12:46
Hi Clotsch,

also um´s vorwegzunehmen, ich denke dieser Thread müßte eigentlich umbenannt werden von "Agressiv bei fremden Besuch" in "Angst vor fremden Besuch"...

Ich habe Dir in meinem Nachfrageposting 3 mögliche Verhaltensreaktionen "angeboten". Fairerweise muß ich dazusagen, das 2 davon eher ein Fehlverhalten darstellen - und siehe da- Du hast Dir genau die beiden rausgepickt ;)
Also, sowohl mit beruhigen (= Ja mein Hund, Besuch ist was schlimmes, komm her ich tröste dich...) als auch mit schimpfen
(= Frauchen/Herrchen? schimpft wenn Besuch kommt = Besuch ist was doofes) wendest Du dich Charlie zu, schenkst ihm Aufmerksamkeit (einmal in postitiver Form einmal in negativer). Ich würde beides unterlassen. Tendenziell denke ich, das in Deinem Hund kein bzw. kaum Agressionspotiential (im eigentlichen Sinn) steckt, sondern eher ne ganze Portion Unsicherheit. Hier wäre es natürlich interessant zu wissen wie die Körpersprache Deines Hundes in den entspr. Situationen aussieht. Vielleicht täusche ich mich, aber sind die Ohren eher hinten, der Schwanz unten, leckt er sich häufig über den Fang, gähnt er usw.? All das würde für ein unsicheres Verhalten sprechen.
Obwohl ich der oftmals beschriebenen "Ignorier-Taktik" nicht in jedem Fall aufgeschlossen gegenüberstehe (dazu vielleicht an anderes mal mehr..) würde ich es bei euch auf einen Versuch ankommen lassen. Du solltest Dich also mal mit einem fingierten Besucher absprechen (einweihen) und dann Charly komplett ignorieren. Kein Blickkontakt - Kein Ansprechen - Nichts. Ebenso verhält sich der/die Besucher. Tut so als seinen nur 2-beiner anwesend - Hund ist wie Luft, egal wie es sich verhält. Wenn Du Glück hast, stellt er sein Verhalten ein, da er ja keine direkte Reaktion darauf bekommt. Es weiteren ist es natürlich auch hilfreich, wenn Du selbst ein Gefühl der Gelassenheit und Souveränität ausstrahlst...versuch es...
Lernziel: Hund soll verknüpfen: Besuch ist ja völlig unspektakulär, es passiert mir nix, alles ist "normal going".

Good Luck!
Thomas

Tina2809
14.12.2002, 12:59
Hallo Clotsch!
Thomas hats ja schon ganz gut erklärt. Ich wollte nur noch was anmerken:
Natürlich muss das "Besuch bekommen" eine Weile geübt werden, bis es normal von Statten geht, also hab Geduld und erwarte nicht zu viel von Deinem Hund.
Wichtig ist auch, daß Ihr (Du & Besuch- egal ob der Eingeweihte oder andere) Euch ruhig verhaltet:
Wenn es klingelt geh langsam und betont ruhig zur Tür- keine Panik, der Hund merkt sofort, wenn Du nur daran denkst, daß er jetzt wieder durchdreht. Langsam die Tür offnen, ruhig und gelassen reinkommen lassen, freundlich miteinander sprechen, damit der Hund erkennt, daß es keinen Grund zur Panik gibt.
Der Hund soll an Eurer Körpersprache und Eurem Verhalten sehen, daß Ihr friedlich seid. Vielleicht solltest Du gute Bekannte auch nicht gleich zu nahe zu Dir kommen lassen- sprich umarmen- er könnte Dich sonst in Gefahr sehen.
Wie gesagt, es wird ne Weile dauern, aber wenn er Besuch mit angenehmen, konfliktfreien Situationen verknüpft, werdet Ihr bald die ersten Erfolge sehen.
Liebe Grüße und viel Glück
Tina

clotsch
14.12.2002, 15:57
Hallo Tina, hallo Thomas,

vielen Dank für Euren Tip. Ihr habt Recht Charlie ist ein eher ängstlicher Hund -was sich aber in der beschriebenen Situation als Agression äußert- (knurren, bellen, sträubende Nackenhaare, Rute ist nicht eingezogen) Ich werde sicher noch viel Geduld brauchen, die ich aber auch gerne aufwende. Den Tip von Thomas -zu ignorieren- finde ich sehr gut aber Charlie´s Drohgebärden sind so massiv, daß ich ihn festhalten muß. Denn er tut zumindest so, als wollte er auf den Besuch los gehen. Und darauf ankommen lassen geht natürlich nicht. Bei Bekannten werde ich es mal ausprobieren. Denn selbst da macht er erst mal einen auf "Ich bin ein ganz gefährlicher Hund!" und bellt wie verrückt. Ich habe auch daran gedacht das Besuch bei ihm positiv belegt werden muß und ich dies mit Leckerchen versuchen sollte.
Naja, jedenfalls vielen lieben Dank. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende. Gruß, Clotschi :p :mad:

clotsch
14.12.2002, 16:00
Sorry, das "Mad" Smilie sollte eigentlich an einer anderern Stelle stehen!!!!!!!!!!
:)

Thomas
14.12.2002, 17:18
Clotch schrieb: "Charlie´s Drohgebärden sind so massiv, daß ich ihn festhalten muß. Denn er tut zumindest so, als wollte er auf den Besuch los gehen"
Hmm, vielleicht liegt das eben z.T. eben gerade daran, das ihr (Du & Besuch) euch so verhalten habt wie von Dir beschrieben. Evtl. hat der/die Besucher den Charlie auch noch mit den Augen fixiert (quasi mit unterschwelliger Angst, er könnte gleich durchstarten)....?
Leckerchen kannst Du später natürlich auch einführen - aber erst mal strikt ignorieren. Die Leckerchengabe muß natürlich auch punktgenau kommen....immer schön nach dem Motto: Negatives Verhalten ignorieren - Postitives Verhalten bestätigen (also nicht den bellenden Hund per Leckerchen "besänfitgen", das wäre natürlich ein Schuß ins Knie...).

Das wird schon...

Grüßla
Thomas

PS. Falls Du ein paar Buch-Tipps brauchst:
Meine Favorits findest du hier <click> (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=632) und nen ganzen Sack weiterer Empfehlungen gibt es hier <click> (http://forum.zooplus.de/forum/showthread.php?threadid=5439)

Maggie_HH
14.12.2002, 19:00
ich wollte auch noch kurz meinen Senf dazugeben:
Die Tipps von Thomas kann ich nur unterstützen, aber ich hab noch eine Idee: Besorg deinem Hund doch mal einen Maulkorb und gewöhn ihn etwa 1 Woche daran, leg Futter hinein und lass ihn daraus fressen, leg ihn kurz an und spiel dann mit deinem Hund, mach immer was Positives wenn dein Hund den Maulkorb trägt! Dann wenn er ihn ganz gelassen trägt, lade Besuch ein und dann musst du keine Angst haben, dass dein Hund den Besuch anfällt! Du wirst dann ganz automatisch ruhiger sein, was sich auf deinen Hund überträgt. Der Besuch braucht auch keine Angst zu haben und so könnt ihr diese Situationen gant entspannt üben. Wenn er dann nicht mehr aggressiv auf Besuch reagiert, kannst du es ja auch ohne Maulkorb üben.

Juliane

Ilona
14.12.2002, 19:38
Hallo alle,

das ist ein wahnsinnig interessantes Thema, was hier von Clotschi angesprochen wurde, find ich:)

Liebe Juliane, den Tipp mit dem Maulkorb finde ich presönlich nicht so gut. Aus Clotschis Beschreibung lese ich doch mehr Ängstlichkeit und Unsicherheit des Hundes heraus, was für mich bedeuten würde, den Hund eher und sehr stark für gutes Verhalten zu loben, ihm mehr Selbstvertrauen geben. Wenn er tatsächlich nur "den Affen" macht (und Clotschi hat ihn bisher darin noch bestärkt - siehe festhalten, schimpfen, gut zureden), sollte es doch auch ohne Maulkorb gehen, oder? Oder warum empfiehlst Du den Maulkorb? Steht der im ursächlichen Zusammenhang mit einer Verhaltenstherapie oder war er nur dazu gedacht, die Besucher zu schützen?

Vielleicht - nur so eine Idee - hilft, dem Hund ein gewisses Ritual beizubringen, das eingehalten wird, wenn es an der Tür klingelt. Das verschafft dem Hund zusätzlich noch ein wenig Sicherheit. Man könnte den Hund zum Beispiel sitzen lassen oder ins Platz bringen, bevor man die Tür öffnet. Ein gewisser Abstand von der Tür ist natürlich vonnöten. Dann hätte Clotschi Zeit, den Besucher zu begrüßen und Hund könnte sehen, dass keine Gefahr droht. Kommt der Hund neugierig (vielleicht in der ersten Zeit auch ein wenig ängstlich oder unsicher) auf den Besucher zu, kann man auch dem Gast erlauben, dem Hund ein Leckerchen zuzuwerfen, ohne ihn direkt anzuschauen. Das hätte den zusätzlichen Effekt, dass Hund lernt, Besucher mit etwas positivem zu verbinden. Voraussetzung hier ist natürlich auch, dass Hund Leckerchen mag.

Das mit dem Ignorieren ist eine super Idee und hilft in den allermeisten Fällen.

Also Clotschi, Hände weg vom Hund und keine Worte, außer zum Besucher:) Ich fress meinen Besen, wenn das nicht hilft;)

Liebe Grüße, Illi und Benji, der alle Besucher liebt:)

Maggie_HH
15.12.2002, 11:50
Menschen empfinden Maulkörbe immer gleich als negativ und böse. Hunde sehen das nicht so, wenn man sie vorher daran gewöhnt und immer positives damit verbindet. Den Tipp hab ich nur gegeben, wie schon oben geschrieben, damit die ganze Übungssituation gelassen ablaufen kann und man den Hund nicht vom Besuch fernhalten muss! Denn wenn alles hektisch und unentspannt ist, kann sich das ganze noch steigern und veschlimmern. Es soll ja auch nur übergangsweise mit dem Maulkorb geübt werden. Ich hab schon einige Fälle in unserer Hundeschule miterlebt, bei denen wir es mit Maulkorb probiert haben, damit die Leute keine Angst vor dem Hund haben müssen und es hat bis jetzt immer gut funktioniert!
Natürlich kann man es auch ohne versuchen, wenn man sich sicher ist, dass der Hund nicht beisst und der Besuch keine Angst vor dem Hund hat.

Juliane

Ilona
15.12.2002, 13:45
Hallo liebe Juliane,

ja, hab also verstanden, dass Du den Besuch schützen willst vor Übergriffen vom Hund.

Danke für Deine Antwort:) Hab wohl wieder mal meine Sonntagsbrille auf beim Lesen und seh alles nur noch durch Tannendickicht<gg>.

Clotschi muss letztendlich selber entscheiden, ob er dem Besuch den bellenden Hund besser mit oder ohne den Maulkorb "zumuten" will. Wenn ich genau wüßte, mein Hund geht dem Besuch an die Wäsche, würd ich auch mit einem Maulkorb arbeiten. Ein Maulkorb hat für mich eigentlich nichts negatives. Mein Benji ist dran gewöhnt, weil wir ihn immer in öffentlichen Verkehrsmitteln benutzen müssen. Und für gewissen Problemfälle kann er ein nützliches Hilfsmittel sein (zum Beispiel bei Aggressionen gegen Artgenossen).

Nur seh ich in Clotschis Fall keinen Bedarf für einen Maukorb. Die Unsicherheit des Hundes (ohne Beissversuche, "lediglich" aufgestellte Nackenhaare und so tun, als ob) kann mit mit Ignorieren in den Griff kriegen. Was meinst Du? Und wenn man Besuch bekommt, und der kein bestelltes "Übungsobjekt" ist, so kann man Hundi ja auch mal in ein freies Zimmer sperren:-) Manchmal mach ich das, wenn Handwerker kommen und ich nicht weiß, wie sie auf nen Rotti reagieren. Ist alles ok, laß ich ihn sofort wieder raus.

Ganz liebe Adventsgrüße von Illi und Benji

volker
16.12.2002, 11:53
Hallo Clotsch,

Da Thomas mit dabei ist möchte ich naturlich nicht fehlen.

Die Situation in der sich dein Hund befindet, wenn Besuch kommt ist vielleicht doch nicht so harmlos wie sie hier ver-
einzelt dargestellt wird.

Der Hund befindet sich in einer Situation wo er sowohl als auch reagieren kann und ich bin der Meinung, daß es sehr problematisch ist, da wenn der Besuch, Handwerker, etc. vor ihm steht ist es "zwölf Uhr Mittag" und wer zuerst zieht hat die größere Chance zu überleben. Es kann zum Beispiel sein, daß nur eine schnellere Geste oder Bewegung des Besuchers von dem Hund als Attacke oder Angriff gewertet wird.

Wichtig ist ein absolut klares Führerverhalten, welches dem Hund Sicherheit gibt und " alles im Griff und in Ordnung " signalisiert:

Den Hund weg zu sperren oder ihn sogar am Halsband festzuhalten ist absolut verkehrt.



Gruß Volker

AnnaS
16.12.2002, 12:48
Also bisher habe ich mich hier rausgehalten, weil ich eh nur das gesagt hätte, was die anderen auch schon sagten. Doch eines möchte ich noch mal betonen (auch wenn auch das schon hier steht :D ):

Es betrifft das Einsperren! Gerade ängstliche Hunde verstehen diese Situation doch dann erst recht als etwas völlig unnormales. Das Haus ist für den Hund sein Revier, die Menschen sein Rudel. Nun klingelt es an der Tür, und Hund darf weder sein Revier im Auge behalten, noch darf er bei seinem Rudel bleiben. Was bitte soll der Hund daraus lernen?

Kurz zu uns: Peppa ist 6 Monate alt. Sie hat lernen müssen, in ihr Körbchen zu gehen, wenn es an der Tür klingelt. Das Körbchen steht auf dem Flur, also sieht sie, wer das Haus betritt. Erst wenn der Besuch drin ist, darf sie aus ihrem Körbchen kommen, und hat es dann zu akzeptieren, wenn erst der Mensch und dann sie begrüßt wird. Es gibt natürlich Leute (gerade Handwerker), die kümmern sich gar nicht darum, ob es einen Hund gibt oder nicht. Auch da muss Peppa damit leben, ob sie begrüßt wird oder nicht.
Aber es ist vollkommen egal, WER da kommt. Jeder Mensch ist Besuch. Egal ob Handwerker, die vielleicht mal miese Erfahrung mit Hunden gemacht habe, oder meine gesamte Familie samt Kindern.

Ich habe auch schon dem Besuch gesagt, sie mögen Peppa bitte erst mal nicht begrüßen, sondern sie eben nach ein paar Minuten zu sich rufen, um sie dann auch so ausführlich zu begrüßen, wie sie wollen. Erst habe ich es auch rein praktischen Gründen getan, denn Peppa hat eine Zeit lang immer vor Freude gepinkelt, wenn man sie sofort begrüßt hat. Doch mittlerweile hat es den "positiven Nebeneffekt", dass sie nun akzeptieren muss, ob sie begrüßt wird (bei Freunden und Verwandten) oder eben ignoriert wird (bei Handwerker, Schornsteinfeger, etc.). Sie hat eben gelernt, dass es UNSER Menschenbesuch ist, und nicht ihr Besuch, der sich sofort um sie zu kümmern hat.

Und was Handwerker angeht - sie betreten oft genug Häuser, in denen Hunde sind, egal ob große Hunde, denen ein aggressiver Ruf nachgesagt wird, oder kleine Giftzwerge, oder aber kleine oder große liebe Hunde. Das gehört nun mal zu ihrem Beruf. Und ich würde mich von niemandem sagen lassen, der Hund solle doch bitte eingesperrt werden, nur weil dieser jemand mein Haus betritt. Entweder kann ich sagen, mein Hund tut nichts, und WEISS, dass er nichts tut, oder ich muss eben daran arbeiten, dass er nichts tut.

Aber die Arbeit kann nicht "einsperren" heißen, um dem Hund zu zeigen "Oje, Besuch! Jetzt kommt wieder was völlig unnormales!". Besuch muss eben zur Normalität werden.

Gruß,
Anna

tschlick284
16.12.2002, 20:37
Hallo Clotsch

Hab einfach ein bisschen Geduld. Wir haben zwei Hunde (Bonny - Jack-Russell-Terrier- und Filou - Schäfer-Labrador - oder Malinois-Mix - keiner weiss von ihm was genaues - Tierheim-Hund seit 2 Jahren bei uns , 3.5 Jahre alt). Bonny kennen wir, wie ein Spiegelbild da sie von Anbeginn bei uns war. Filou ist manchmal immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Um auf die Unsicherheit oder Stress bei Besuch zu kommen: Genau das hat Filou gemacht ... wir haben eine Tochter von 8 Jahren - die er abgöttisch und absolut liebt sprich neben ihr hatten auch keine anderen Kinder was verloren. Stress war immer wenn Kinder oder Erwachsene sich zu Besuch ansagten, wo man eh schon wusste .... die haben ANGST! Dann wurde es richtig schlimm. Wegsperren hilft da meines Erachtens nichts, das macht die ganze Sache nur Schlimmer, weil der Hund sich ausgegrenzt fühlt. Also habe ich ihm einen bestimmten Platz im Wohnzimmer zugewiesen, wenn Besuch kommt den er solange einzuhalten hat bis ich ihm sage: ist o.k. du kannst aufstehen. Jetzt im Vorweihnachtstrubel haben wir viel Besuch auch von sehr kleinen Kindern (sitzen mittlerweile neben ihm auf der Decke oder spielt mit ihnen Ball). Klappt sehr gut. Mit Bonny (und unserem Nicky - belgischer Schäferhund - hatten wir beide von Anfang an) hatten wir dieses Problem nicht. Probier es weiter Clotsch. Jeder Versuch ist es Wert. (Wir haben sogar die Trennungsangst in den Griff gekriegt - allerdings zugegeben nach langen anstrengenden Wochen). Frohe Weihnacht und einen guten Rutsch ins Jahr 2003.

clotsch
19.12.2002, 14:32
Hallo Zusammen!

Ich bin total überrascht und froh, das so viele zu diesem Thema schreiben. Nur leider war ich ein paar Tage weg und es hat sich seit meinem ersten Schreiben noch kein Besuch bei uns eingefunden :( . Dabei würde ich so gern einmal damit anfangen es anders zu machen und zu üben. Ok, klar ist, was ich keinesfals machen werde (wegsperren, schimpfen) Mit dem Maulkorb bin ich mir noch nicht so sicher, da Charlie sowieso ein eher empfindlicher Hund ist. Ich müßte super viel Zeit dafür aufwenden ihn daran zu gewöhnen.

PS: Ich bin weiblich;) !

Gruß, Clotschi

tschlick284
19.12.2002, 22:04
Oder Clotschi?!!!????
Ist doch egal. Habe eben auch einen herben Rückschlag erlitten, bezüglich Trennungsangst *grr* Nach 1.5 Jahren hat "er" nochmal richtig zugeschlagen. Meine Couch ist etwas *umgestaltet*. Ich sagte ja *ein Hund mit sieben Siegeln*. Vertraut und doch manchmal fremd, so könnte ich einen Tierheimhund beschreiben. Trotzdem "never change a winning team" und wir alle sind am gewinnen, wenn wir uns bemühen. Merry Christmas

tschlick284
19.12.2002, 22:07
Habe noch vergessen zu sagen: Ich bin auch weiblich! War das irgendwie wichtig *smile*

clotsch
20.12.2002, 13:30
Hallo Tschlick,

nein ist natürlich nicht wirklich wichtig. Es bezog sich auch mehr auf den Beitrag von Ilona, die schrieb: ".....er (also ich) muß selber entscheiden, ob er mit Maulkorb arbeiten will."
Ich wünsche Dir, Bonny und Filou auch ein schönes Weihnachtsfest -auch mit umgestalteter Couch- :)
Gruß,Clotschi

tschlick284
20.12.2002, 22:32
Hallo Clotsch!!!

Also wie Du schon siehst ... Überraschungen sind immer "all inclusive". Hat sich inzwischen was "in der Sache getan"? Würde mich über Antwort freuen. Aber ich denke, dass es sich mehr um Angst, als um Aggression handelt. Kann aber auch verstehen, dass Besuch bei einem größeren Hund RESPEKT hat. Also wenn bei uns Gas- oder Stromableser kommen "sperre" ich ihn auch weg (zugunsten unserer Strom- oder Gasrechnung). Filou musste bei uns halt auch gleich ins kalte Wasser springen - besuchstechnisch gesehen- Familie, Freundinnen von Tochter etc. pp. alles was länger blieb als "10 Minuten". Man muß alles immer wieder probieren - mühselig und lang - aber es lohnt sich (zumindest noch - siehe Couch ... *smile*). War heute auch länger im Geschäft aber die Essecke (das nächste Ziel neben der Couch) "lebt noch". Also in diesem Sinne, nochmals schöne Feiertage .....