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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wesensveränderung nach der Geburt



Nabucco
07.12.2002, 23:02
Ich habe eine Alano-Hündin, die in diesem Sommer 7 Junge geworfen hat. Vor der Geburt war diese Hündin sehr träge und faul und man mußte sie praktisch beim Spazierengehen hinter sich herziehen. Alle Personen, die uns begegneten und auch alle Hunde waren ihr völlig gleichgültig.
Das alles ist seit der Geburt ganz anders. Sie stolziert beim Spazierengehen mit hoch erhobenen Kopf und zeigt Fremden gegenüber ein extrem territoriales Verhalten im Umkreis unseres Grundstücks. Sie kann zur Zeit wenn uns Fremde begegnen nur an kurzer Leine und mit vorherigem scharfen Kommando gehen. Sie würde nie beißen, aber sie versucht die Leute aus einem bestimmten Umkreis zu vertreiben. Aber auch das kann man nicht tolerieren-zumal alle Leute bei einem großen schwarzen Hund schon beim Anblick Angst haben.
Hat jemand bei einer Hündin nach der geburt schon etwas ähnliches erlebt? Wie gewöhnt man ihr das am schnellsten wieder ab?
Für Vorschläge wäre ich dankbar!
Viele Grüße,
Nabucco

NicoleB
08.12.2002, 02:46
Hallo Nabucco

vielleicht liegt es an dem Wurf die die Hündin hatte.
Genaueres weiß ich darüber jetzt auch nicht, aber vielleicht wurde dadurch ihr "Schutzinstinkt" erst richtig geweckt und übernimmt diesen anstatt nur bei ihren Jungen jetzt auch bei Dir.
Das würde das "Vetreiben" von Fremden evtl erklären.

Mehr weiß ich dazu leider auch nicht sagen:confused:
vielleicht fragst Du mal Deinen TA

Grüße

Nicole+Jerry

Ilona
08.12.2002, 12:31
Hallo Nabucco,

was Nicole schreibt, scheint mir einleuchtend. Hündinnen, die geworfen haben, verteidigen auch in frei lebenden Wolfsrudeln ihr Revier. Das gehört zu ihren Aufgaben, weil die Rüden mit der Jagd beschäftigt sind. Ich sehe hier einen Ansatz für das Verhalten Deiner Hündin.
Vielleicht kannst Du ihr auf Deine Art zeigen, dass Du die Führungsrolle hast und das Revier verteidigst? Dass es also nicht vorrangig ihre Aufgabe ist?
Lenk sie ab, bevor sie sich Fremden gegenüber "aufbaut", um sie zu vertreiben. Bleib gelassen und animiere sie nicht mit zu kurzer Leine oder ähnlichem zu diesem Verhalten. Leine kurz nehmen und Hund scharf ansprechen kann dazu führen, dass Hund die Situation ungewollt falsch verknüpft und denkt: Halt, hier ist was im Busch, Herrchen reagiert ja auch gereizt. Jetzt leg ich aber erst recht ordentlich los.
Nach einer Weile kann das dazu führen, dass Du am anderen Ende der Leine ein großes Problem zu hängen hast.

Liebe Grüße

Nabucco
08.12.2002, 16:12
Hallo Nicole, hallo Ilona,
also daß dieses Verhalten mit den Jungen zu tun hat, hat der Hundetrainer auch bestätigt. (Ich habe ihn mit meiner Hündin seit der Gbeurt bis jetzt aber noch nicht zum Unterricht besucht, sondern nur angerufen.)
Ich versuche schon, sie abzulenken und nicht frontal auf den potentiellen Feind laufen zu lassen, es genügt schon, die Straßenseite zu wechseln. Immer geht das allerdings nicht. Bei uns gibt es Situationen, wo man mitten durch eine Gruppe von Touristen durch muß und dort muß ich sie kurz halten, sonst kann es sein, daß sie völlig gleichgültig läuft und ganz plötzlich durchstartet. Das will ich 100%ig verhindern.
Das Problem ist, in der Hundeschule oder irgendwo in fremden Gelände kann ich Menschenbegegnungen nicht trainieren, denn sie zeigt das Verhalten ja nur in Grundstücksnähe. Bekannte kann ich zu Hause auch nicht als Versuchsobjekt verwenden und die Einwohner von unserem Ort auch nicht. Die kennt die Hündin ja auch und sie mag prinzipiell jeden Bekannten. Bleiben nur Touristen, aber die sind wohl auch nicht geeignet, die kommen ja nie wieder in die Gegend....
Nächsten Dienstag ist wieder Hundetraining, mal sehen was der Ausbilder vorschlägt.
Viele Grüße,
Nabucco