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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warten am Straßenrand



firlefanz
06.12.2002, 14:22
Hallo zusammen,

ich möchte hier gern einen allgemeinen Hinweis posten und zwar habe ich von Anfang an mit meinem Hund geübt, daß er beim Spazierengehen vor dem Überqueren der Straße "Sitz" macht und erst weitergeht, wenn ich das Kommando dazu gebe.
So habe ich es nämlich immer bei anderen Hundebesitzern gesehen und dies auch als ganz sinnvoll erachtet.

Jetzt habe ich in einer Hundezeitschrift unzählige Gründe gelesen, warum man gerade eben dies nicht machen sollte, sondern den Hund lieber stehen lassen soll.
Der wichtigste Grund war, daß der Hund beim Sitz den Schwanz wohlmöglich hinter sich auf den Gehweg liegen hat und es fatal wäre, wenn jemand drauftritt oder gar ein Radfahrer drüber fährt.
Zudem würde ein Hund, der sitzt und hinten berührt wird, stets einen großen Satz nach vorn (also auf die Straße!!!) machen, wohingegen ein stehender Hund sich bei Berührung am Hinterteil umdreht (wobei ja nichts passieren kann).

Weitere Gründe waren, daß der Hund das "Steh" auch ausführen kann wenn er älter ist und ihm das sitzen nicht mehr so gut bekommt oder wenn er mal verletzt ist - aber dennoch Gassi gehen soll.
Außerdem kann "Steh" auch ausgeführt werden, wenn Schnee, Regen oder unebenens Gelände (oder Treppen) das sitzen ebenfalls nicht ermöglichen.

Da das "Steh" aus der Bewegung heraus erfolgt, geht das Ganze auch viel schneller und kann sogar noch kurz an der grünen Fußgängerampel ausgeführt werden (wo man, wenn erst gesessen werden muß ja nicht mehr drüberkommt ;-) )

Naja, nur mal so in den Raum gestellt...
Ich fand die Gründe alle sehr einleuchtend und ab jetzt stehen wir beide vor dem Überqueren der Straße am Straßenrand :-)


Viele Grüße,
firlefanz

edda
06.12.2002, 15:52
Hallo,

also Waro muss auch "nur" stehnbleiben und sich nicht setzen. Ich habe das Gefühl, er fühlt sich dann sicherer, wenn z.Bsp. ein Fahrrad hinter ihm herfährt. Ob es so richtig ist weiß ich nicht, aber wir kommen damit besser klar als mit sitz.

Es grüßen Edda & Waro

Supergretl
06.12.2002, 16:19
Halo an alle ! Da ich eine Whippethündin habe, die mangels Fell nicht gerne auf kaltem Boden sitzt/liegt, habe ich von Anfang an HALT beigebracht. Wichtig ist ja nur, dass der Hund sicher anhält, oder ? Mittlerweile ist sie darin schon so geübt, dass sie an Strassenübergängen eh immer am Bordstein stehen bleibt, unabhängig vom Kommando HALT. Die Strasse überqueren wir dann gemeinsam, nachdem ich KOMM gesagt habe. Das klappt eigentlich ganz gut, ein einleuchtender trifftiger Grund für SITZ fällt mir nicht ein.
Herzlichst gegrüsst von Sabine

Dagi
06.12.2002, 16:55
Hallo @ all,

ich habe mit Amy auch das Kommando "Warte" beigebracht. Sie weiß, daß sie in diesem Moment anhalten muss. Sie wählt dann selbst: bei Regen bleibt sie meistens nur stehen :D , ansonsten setzt sie sich meistens.

Hauptsache ist doch: Der Hund hält an und läuft nicht selbständig auf die Straße!!!

Wheatenmummy39
06.12.2002, 20:27
Hallo,


also mein Rüde steht auch am Strassenrand und das sicher und zuverlässig sogar so sehr das wenn ich vergesse ihm das Kommando fürs weiterlaufen zu geben das er dann nicht rüber geht. Habe es schon erlebt, war total in Gedanken und gehe über die Strasse und nach 50 m fällt mir auf das mein Rüde nicht vor mir herläuft ich drehe mich um und gucke wo er ist. Und was sah ich einen Hund der steif und fest am Bordstein stand und sich keinen Millimeter rührte. Tja also musste ich zurück gehen und ihn abholen natürlich fiel das Lob dementsprechend super aus.

gini_aiko
06.12.2002, 20:54
hallöchen,

ich finde auch, dass es wichtig ist, dass der hund an der bordsteinkante überhaupt anhält - ob sitz, steh oder bleib - meiner meinung nach egal.

bei aiko sag ich sitz und bleib und er geht erst wieder los wenn ich entweder hier sage (falls ich irgendwo vorgehe (natürlich nicht wenn wir über die straße gehen) oder den befehl marsch gebe, dann geht er gleichzeitig mit mir los!

liebe grüße

claudia mit aiko und gini

Ekle
09.12.2002, 16:47
Hallo,

bei meinem ersten Hund habe ich versucht, wie es in Hundebüchern geschrieben stand, diesen vor dem Überqueren der Straße zum sitzen zu veranlassen. Das hat allerdings nie vernünftig geklappt und vor allem in Gegenden mit vielen Querstraßen ist es zeitraubend und Ampeln waren dann eh schon auf rot.

Irgendwann hab ich dann mit Sitz aufgehört und nur noch Steh verlangt und siehe da, es klappte super. Steh funktionierte auch wenn er mal einige Meter voraus war, bei unbekanntem Gelände auf Zuruf, auf ausgetretenen Pfaden blieb er alleine stehen.

Bei unserem derzeitigen Hund habe ich daher direkt mit Steh angefangen. Denn wichtig ist doch nur, daß der Hund nicht unaufgefordert auf die Straße läuft. Wie er wartet ist eigentlich egal, hauptsache er tut es.

Viele Grüße Ekle

Snow
09.12.2002, 18:02
Hallo,

also ich muss sagen das meine Lucky vor jeder Strassenüberquerung sitzt! Sie hat es selbstständig schon als Welpe getan und seitdem halten wir das bei.
Dazu muss ich aber auch sagen, das Lucky zwischen meinen Beinen sitzt (seltsame Angewohnheit, ich weiss :D ), aber auch das hat sie seit je her von alleine getan.
Mir leuchten die ganzen Argumente gegen ein Sitz natürlich ein, aber ich denke nicht das ich Lucky von heute auf morgen dazu bewegen könnte stehen zu bleiben. Und da sie sicher zwischen mir sitzt und ihr Schwänzchen fein säuberlich unter den Popo schiebt :confused: denke ich es ist in Ordnung oder?

Naja vielliecht kommt noch hinzu das wir selten in der Stadt spazieren gehen, wir halten uns meistens eh irgendwo im Wald auf.

Liebe Grüße
Dani und Lucky

simone schimmel
10.12.2002, 13:51
Hallo,
auch Lissy sitzt immer bevor wir eine Strasse überqueren. Sie ist dann aufmerksamer und nicht so ungeduldig als wenn sie stehen würde. Mit Ampeln die evtl. 'ROT' werden bevor der Hund richtig sitzt haben wir weniger Probleme(laufen mehr über die Felder). Ich würde in der Stadt aber auch lieber eine 'Rotphase' in Ruhe abwarten als noch in aller Schnelle bei 'Grün' 'rüberzuhetzen. Da kann der Hund sich ruhug in Ruhe erstmal setzen. Und das ein Radfahrer dem Hund über den Schwanz fährt :confused: also das hab ich noch nie gehört oder sogar mitbekommen. Aber wenn ein Hund konzentriert und aufmerksam stehen bleibt... warum nicht. Gruß Simone

Tina2809
13.12.2002, 17:35
Hallo Ihr Lieben!
Ich bin mit Timmy von Anfang an auch immer vor jeder straßenüberquerung stehengeblieben oder habe ihn absitzen lassen. Heute nun Freitag der 13. und fast wäre was furchtbares passiert....
Ich hole Timmy ab und mache die Autotür auf (Auto stand in der Hofeinfahrt). Leine ab, damit er sich nicht verheddert- und genau in diesem Moment rennt ne Katze vorbei!
Tim hinterher, schnurstracks Richtung Straße. Katze rennt rüber, Hund stoppt am Straßenrand schaut links und rechts!!!!! und rennt dann weiter.
Mir ist das Herz in die Hose gerutscht, versuche trotzdem ruhig zu bleiben und nicht hektisch zu werden......
Rufe ihn ruhig beim Namen und er dreht sich um und sieht mich an. Ich sage "Stopp" und er bleibt brav stehen (Schweiss rinnt in Sturzbächen von der Stirn). Autos und ein Bus (!!!) halten an. Ich sage "Komm hier", mein Hund schaut wieder nach rechts und links und kommt dann gaaanz brav zu mir.
Ich zittere jetzt noch. Angehalten hat er am Straßenrand in der Situation nicht, wenn ein Auto gekommen wäre,....ich will gar nicht dran denken!

Tina

Ilona
14.12.2002, 19:56
Hallo liebe Tina,

ich hätt fast LOL geschrieben, wenn die Situation nicht so gefährlich gewesen wäre. Dein Hundi schaut links und rechts? Find ich Klasse, aber würd er auch stehen bleiben, wenn er ein Auto kommen sieht, um danach rüber zu laufen?
Also, was lehrt Dich das?
Ich würd den Hund erst einmal im Auto "entheddern", bevor ich ihn an der Leine (!!!) aus dem Auto hole und die Lage sondiere.
Ist ja nicht so schlimm, oder? Ne Katze kann immer mal vorbei rennen, das hat sicher nichts mit Freitag, dem 13. zu tun.:D :D
Ist ja noch mal gut gegangen, gell?

Alles Gute, Illi

Tina2809
15.12.2002, 00:06
Hi Illona!

Dein Hundi schaut links und rechts? Find ich Klasse, aber würd er auch stehen bleiben, wenn er ein Auto kommen sieht, um danach rüber zu laufen?
Ich glaube an gar nichts- ich weiß nur, daß er Glück ohne Ende hatte, daß kein Auto vobeikam, als er rübergerannt ist.
Erst als er wieder zurückwollte war er aufmerksam und deshalb "lenkbar".

Also, was lehrt Dich das?
Daß meine Eltern Recht hatten mit den Worten "Warte, bis Du ein eigenes Kind hast"- niemand ist 100%ig sicher vor dem, was passieren wird.
Ich hätte genauso die Leine noch in der Hand haben können- wenn man eine Sekunde unaufmerksam ist (und wer ist das mal nicht) kann er trotzdem durchstarten.

Ich würd den Hund erst einmal im Auto "entheddern", bevor ich ihn an der Leine (!!!) aus dem Auto hole und die Lage sondiere.
Wenn er beim Türzumachen rauswitscht oder beim Kofferraumaufmachen vorher rausspringt (und das passiert vielen)?? Risiken hat man immer, man muss sie nur einschätzen können.
Erst als ichs jetzt bei dir lese verknüpfe ich den Zusammenhang :rolleyes: Katze vorbeirennen? Freitag der 13.??:eek: ich bin nicht abergläubisch- gottseidank
Wollte nur mal zu der Sache den Praxistest beitragen. Übrigens werden Blindenhunde in der Ausblidung von Anfang an auf die strasse "gedrückt"/ gezwungen, damit sie sie negativ verknüpfen und nicht einfach rübergehen- weiß da jemand was Genaueres?
LG
Tina

Dagi
15.12.2002, 13:04
Wenn er beim Türzumachen rauswitscht oder beim Kofferraumaufmachen vorher rausspringt (und das passiert vielen)??

Alle, die dieses Problem immer wieder haben sollten gezielt üben, daß der Hund im Auto zu warten hat. Das haben wir auch gemacht, von Anfang an. Den Befehl "Warte" oder "Bleib" können die Hunde ja schnell lernen. Wir haben das dann so gemacht: Zu Amy gesagt "Sitz + bleib", dann gaaaanz vorsichtig die Tür nur einen kleinen Spalt geöffnet. Wollte sie vorstürmen, ging die Tür SOFORT wieder zu. Das immer wieder. Die Tür ging erst auf, wenn sie brav auf ihrem Hintern saß und da auch sitzen blieb, so daß man sie anleinen konnte.
Ebenso sind wir z.B. auch mit der Wohnungstür verfahren: die öffnet sich erst ganz, wenn sie schön davor sitzen bleibt (könnte ja mal sein, daß sie so dreckig ist, daß man erst mal aus dem Flur ein Handtuch holen muss - sie muss also warten). Das hat sie innerhalb von zwei Tagen kapiert. Und genauso schnell ging das auch mit der Autotür. Da sie besonders "scharf" auf die Nachbarskinder ist haben wir das dann (als sie es ohne Ablenkung konnte) auch geübt, wenn die auf dem Parkplatz Fahrrad gefahren sind oder Ball gespielt haben. Das war dann zwar der erhöhte Schwierigkeitsgrad, aber auch das klappt immer besser. Mittlerweile stehe ich manchmal vor der geöffneten Autotür, Amy sitzt in der Mitte der hinteren Sitzbank und ich muss sie locken, damit sie an die Tür kommt zum Anleinen :D So weit kann das also gehen!

Also: immer wieder schön üben, damit so ein Vorfall möglichst nicht passiert!

Tina: Ich bin froh, daß ihr sozusagen mit einem blauen Auge davongekommen seid. DEN Schreck kann ich mir vorstellen. In so einer Situation noch relativ gelassen zu bleiben ist wirklich nicht einfach. Komisch mit diesem rechts und links gucken - Amy fängt damit auch seit ein paar Tagen an...

Irgendwo gibt es einen Beitrag von Juliane (hier in Erziehung und Verhalten), dort erklärt sie genau, wie man übt, daß ein Hund auf keinen Fall auf die Straße rennt und nicht nur einfach sitz macht, sondern nicht mal auf die Straße geht, wenn DU raufgehst, sondern wirklich erst auf ausdrücklichen Befehl. War wirklich ein guter Beitrag und wir üben das mit Amy immer wieder! Ist schon etwas länger her, aber ich guck mal, ob ich ihn wiederfinde.

Liebe Grüße
Dagi + Amy

Dagi
15.12.2002, 13:12
Also, hier der Link zu der Erklärung von Juliane, wie man den Hund davon abbringt, auf die Straße zu gehen:

http://www.zooplus.de/app/WebObjects/ZooShop.woa?ASP=forum_gattung. asp?A=showthread.phpXXthreadid =5418XFXgoto=newpost

Hoffe, daß es klappt!

Dagi

Ilona
15.12.2002, 14:01
Liebe Dagi,

Deine Ausführungen sind einfach prima!

Ja, Tina, so kann es gehen. Ich hatte damals mit meiner Püppi die Gelegenheit gehabt, von Klein auf zu üben. Später saß sie dann sogar von selber wie angewachsen auf Wegen, wo sich das Straßenpflaster plötzlich geändert hat. Also etwa an Autoein- und -ausfahrten zu Grundstücken. Das hatten wir nicht sonderlich geübt, sie hat es von selbst getan. Hatte also das richtige verknüpft.
Und auch aus dem Auto ist sie nie von allein rausgesprungen. Da hätte kommen können, was will. Ich hab es gemacht, wie Dagi. Üben, üben, üben und dem Hundi immer einen Schritt mit Blicken voraus sein:)
Ihr seid ja auf dem besten Weg. Verbuche die schlotternden Knie einfach unter "Erfahrung" und übe fleißig weiter. Hund kann immer noch abgeleint werden, wenn die Lage sondiert ist. Aber das hast Du ja inzwischen verstanden:)
Trotzdem find ich es süß, wenn Hund rechts und links guckt, um dann die Straße zu überqueren, auch wenn es in Extremsituationen vielleicht nicht wirklich hilft. Es klingt einfach drollig:)
Meine Püppi ging auch nie ohne Kommando über eine Straße. Sie blieb sitzen, wenn ich ging und ich ihr vergessen hatte, ein entsprechendes Kommando zu geben. Das braucht, manchmal, Jahre intensiven Übens.
Mein Tierheim-Benji ist mit seinen vier Jahren und einem Jahr intensiven Trainings noch weit davon enttfernt. Wenn ich geh, geht er auch, ob ich was gesagt hab oder nicht. Daran üben wir noch fleißig:)

Liebe Grüße, Eure Illi