PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie wird ein Hund kinderlieb?



Mascha
04.05.2002, 23:44
Wie wird ein Hund kinderlieb?

Eine Freundin hat einen etwa zehn Monate alten Labrador-Rüden; so einen ;) Schlabbi-Labbi, groß, ungestüm, etwas tolpatschig wirkend. Sie hat keine kleinen Kinder in der näheren Verwandtschaft, an denen sie üben könnten, aber sie möchte ihrem Hund beibringen, dass er sich Kindern gegenüber ordentlich zu benehmen hat - nicht abschlabbern, nicht umrennen.

Welche Vorgehensweise würdet Ihr empfehlen?

Thomas
05.05.2002, 01:33
Hai Mascha!

Also ohne gezieltem Training am "lebenden Objekt" stelle ich mir das schwierig vor. Vielleicht sollte Deine Freundin mal am Schulhof nachfragen ob sich nicht einige Kiddies gegen Vergütung von ein paar Euros sich abschlabbern lassen...;)

Aber ernsthaft, wie verhält sich der Labbi denn gegenüber Erwachsenen? Ich würde mal tippen, das er sich da in ähnlicherweise "ranschmeißt" nur eben mit dem Unterschied, das ein Erwachsener nicht gleich umgerannt werden kann. Demnach spricht also im ersten Step eigentlich nichts gegen ein entspr. Training "an" einer erwachsenen Versuchsperson (z.b. unterschiedliche Leute in einer Hundeschule - dort sollte man diesem Training ja aufgeschlossen sein). Ich denke mal, Du weißt selbst recht gut wie das zu traininieren ist, möchte es aber für alle anderen Interessierten mal kurz schildern:
* Labbi stürmt auf Verzuchsperson zu, und versucht eine hundliche Begrüßung (Hundeschnauze an Menschenschnauze).
* Versuchsperson dreht sich weg von dem Labbi (ggf. im Kreis immer wieder vom Hund wegdrehen, schweigend & ruhig)
* Der Hund darf einfach nicht zum Erfolg (anspringen) kommen und natürlich von der fremden Person auch keine Zuwendung oder gar Streicheleinheiten erfahren.
* Sobald der Hund von der Versuchsperson "ablässt" und sich z.b. ins Sitz begibt, darf und sollte dieses Verhalten vom Hundeführer bestätigt werden.
* Das ganze sollte natürlich möglichst häufig (mit möglichst unterschiedlichen Personen) trainiert werden. Ich weiß aus eigener Erfahrung mit einem Golden aus unserer Trainingsgruppe, das dies u.U. ein ziemlich langwieriges Unterfangen sein kann...
* Ggf. kann in "schwierigen Fällen" ja auch noch ein "Laß es!" oder "Nein!" vom Hundehalter dazugegeben werden. Vom (langanhaltenden ) Lernerfolg her finde ich es aber besser, wenn es beim Hund selbst irgendwann Click macht im Sinne von "Stürmisches Begrüßen bringt keinen Erfolg. Menschen sind keine Hunde und wollen nicht hundlich begrüßt werden....kapier ich zwar nicht - aber ich halte mich daran".

Erst wenn all das klappt, würde ich u.U. die ersten Trainings mit Kindern machen, wobei es natürlich sein kann, das es hier erst mal einen kleinen Rückfall gibt.

read ya´
Thomas