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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund weiß nicht wann Schluss ist



edda
04.12.2002, 15:02
Hey,

wir haben schon wieder ein neues Problem.
In der Junghundgruppe unserer Hundeschule ist Waro körperlich der Kleinste, aber ab und an gerät er (aus was für Gründen auch immer) mit einem anderen Rüden aneinander. Bei diesen Raufereien kommt dann irgendwann sein Terrierblut durch und er unterwirft den anderen (egal welche Größe) ziemlich heftig, aber nicht verletzend. So, nun aber das Problem: Der andere Hund liegt auf dem Rücken und hat sich voll unterworfen, Waro steht über ihm und hört nicht auf ihn anzuknurren und anzugehen. Also muss ich Waro runter holen und das war es dann für ihn mit spielen. Waro hat anscheinend in seinen ersten Monaten nicht gelernt, wann Schluß ist. Das Verhalten zeigt er aber nur gegenüber jüngeren oder gleichaltrigen Rüden bzw. einmal ist er auch mit einer gleichaltrigen Labrador Hündin aneinander geraten.
Ich weiß daher garnicht, ob momentan diese Junghundgruppe für ihn so gut ist. Älteren Rüden/Hündinnen gegeüber benimmte er sich richtig. Keine Dominanz, Waro weiß da genau wann Schluß ist bzw. wer das sagen hat.
Meint ihr das könnte daran liegen, dass er die ersten fünf Monate seines Lebens nur mit der Mutter im Zwinger zusammen war? Was habt ihr für Tipps für mich, denn er wird immer auf jüngere Hunde stoßen, wobei es natürlich in der Hundeschule extrem ist.
Bisher mache ich es so, dass ich ihn jüngere Rüden zwar begrüßen lasse, aber dann fröhlich mit Waro weitergehe, damit er erst garnicht in die Situation kommt, wo Waro glaubt sich beweisen zu müssen. Kann falsch sein, aber ich weiß mir echt keinen Rat und daher bin ich für jeden Tipp dankbar.
:confused:

Es grüßen Edda & Waro

Cockerfreundin
04.12.2002, 18:27
Hallo, Edda!

Basti hatte ne Zeit lang auch mal solche pubertären Größenwahnvorstellungen insbesondere gegenüber jüngeren Rüden.

Wenns zu *bunt* wurde, hab ich ihn anfangs auch runtergeholt und etwas abseits erst mal wieder zur *Besinnung* kommen lassen. Später reichte dann ein energisches "Schluss jetzt" von mir. Inzwischen hat sich die Sache von selber wieder gegeben.

Als der *Größenwahn* bei klein Basti ausbrach, waren wir übrigens nicht mehr in der Hundeschule. Aber künstlich fernhalten würde ich ihn von solchen Situationen nicht. Sonst bekommt er doch nie die Chance, zu lernen!

Grüße von
Annette + Basti :)

Ilona
05.12.2002, 19:02
Hallo Edda,

wie Annette schon schrieb, den Hund von solchen Situationen fern zu halten, bringt nicht viel. Ich würde ihn allerdings ein wenig mehr mit älteren Hunden spielen lassen, damit er Benimm lernt.
Benji hat sich auch schnell angewöhnt, Jungspunde zu maßregeln. In Maßen ist das ok, aber sie müssen ja auch lernen, wie das Aufhören geht. Und das lernen sie bei selbstbewußten, älteren Hunden.
Vielleicht findest Du solche Trainingspartner?
Hast Du denn schon einmal solche Situation durchgestanden und gewartet, dass Dein Hund mit dem Unterwerfen aufhört? Möglicherweise ist er durch Dein Verhalten angestachelt, immer weiter zu machen. Man merkt es manchmal nicht, wie man den Hund selbst animiert. Man verkrampft, redet auf den Hund ein oder oder oder...Ich würde entweder warten, bis er aufhört und ihn für das Aufhören tüchtig loben (keine Angst, dass da eine falsche Verknüpfung entsteht. Gutes Verhalten kann man ruhig belohnen) oder wortlos den Hund am Halsband nehmen und ihm eine Auszeit etwas abseits "gönnen" (siehe Ausführungen von Annette). Dann das gleiche noch einmal. Immer schön üben, es kann nicht verkehrt sein. Da Dein Hund noch keinen jüngeren wirklich dabei gebissen hat (davon geh ich jetzt einfach mal aus), soll er sie ruhig unterordnen. Aber er soll auch lernen, auszulassen. Aber ich denke mal, das Auslassen ist eigentlich eine natürliche Verhaltensweise, die jeder Hund beherrscht. Oder?

edda
06.12.2002, 09:37
Hallo Ilona, hallo Anette,

also wenn ich Waro von dem anderen Hund runterhole, dann nehme ich ihn erst einmal zur Seite und lass ihn absitzen bis sich der Hund wieder beruhigt hat. Mit älteren Hunden hat Waro kein Problem, da verhält er sich bisher tadellos.
Das Problem tritt wirklich nur bei jüngeren Hunden auf. Ich habe mich bisher noch nicht getraut abzuwarten bis Waro von dem anderen abläßt, denn die Besitzer der anderen Hunde sind von seinem heftigen Maßregeln nicht gerade begeistert. Er hat aber noch nie einen Hund verletzt und es sieht von außen auch nicht aus, als wenn er vor hätte den anderen wirklich zu verletzen.
Gehen wir irgendwo spazieren geh ich weiter und meistens kommt er dann auch, aber auf dem Hundeplatz gibt es halt keine Ausweichmöglichkeiten. Beispiel: In unsere Junghundgruppe kam ein neuer Schäferhund dazu (5, 5 Monate). Waro hat in der ersten Stunde nicht von ihm abgelassen. Immer wieder zu ihm hin und unterwerfen und der Schäferhund hat sich sofort unterworfen. Als der Hund beim nächsten Mal kam war er allergings für Waro auch nicht interessanter als die anderen Rüden.
Es ist schon eine blöde Situation und ich weiß eben nicht, wie ich mich am Besten verhalten soll.

Es grüßen Edda & Waro

06.12.2002, 10:02
hallo edda,
darf ich hier auch mal meinen senf dazu geben ?

ich denke, daß dein terrier ( wie nahezu alle kleinen hunde) schneller reift als große. vermutlich kehrt er deshalb schon verstärkt den alpha heraus. ich hatte bis vor einem halben jahr eine terrierhündin als "zweithund". die hat sich ganz ähnlich verhalten. sie war ihr ganzes leben etwas zickig und dominant gegenüber allen hunden. mit zunehmendem alter regelte sie ihr verhältnis zu anderen hunden immer cooler. wenn ihr jemand auf die nerven ging, quittierte sie das mit einem grollen und hängendem unterkiefer. das wurde selbst von großen rüden respektiert. in aller ruhe - ganz cool.
aus deiner beschreibung glaube ich ein sehr ähnliches verhalten deines jungspuntes erkennen zu können.
dein verhalten erscheint mir völlig richtig, mach weiter so. das wird !°

mfg gerd w.