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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tele-Tak??



kimba450
30.11.2002, 21:13
Hallo,
In meinem Bekanntenkreis hat jemand Probleme mit seinem fast 2 jährigen Golden Retriever.Wenn wir spazieren gehen,läuft sein Rüde einfach weg!Er schaut sich um und weg ist er.Er hört auf kein rufen und auf kein pfeifen.Nach ca 10 -15 min. kommt er dann freudig wieder.Mein Bekannter findet das ziemlich nervig und möchte seinem Hund das jetzt mit einem Tele-Tak wieder abgewöhnen.Ich habe ihm empfohlen erstmal mit einer Schleppleine zu üben,wie ich es auch bei meiner Hündin gemacht habe.Nach drei versuchen hat sie es dann aufgegeben und hat es bisher auch nicht wieder versucht.Wenn sein Retriever abhaut,bleibt meine Hündin bei mir bis er wieder da ist.Wer hat Erfahrung mit Tele-Tak?Ist es überhaupt ratsam es anzuwenden??
Gruß Ela

Hovi
01.12.2002, 12:41
Hallo Ela,

zu diesem Thema gibt es im Archiv eine (übrigens ausgesprochen hitzige) Diskussion. Ich glaub, mit über 70 Beiträgen oder so. Es läßt sich aber durchaus etliches Informatives aus der Diskussion rausziehen.

Aber eins kann ich Dir jetzt schon sagen: Wenn der Goldie Deines Bekannten überhaupt nicht hört (so wie Du es beschrieben hast), erreicht er mit dem Teletakt GAR NICHTS! Ausser vielleicht, dass der Hund einen solchen Schreck kriegt, dass er über die nächste Bundesstrasse rennt!

Liebe Grüße
Claudia

kimba450
01.12.2002, 15:44
Hallo Claudia,
genau das befürchte ich nämlich bei ihm.Der Retriever von ihm hat auch einen ziemlichen Dickschädel,so ein richtiger Sturkopf.Und ich stell mir das so vor das sein Hund damit dann überhaupt keine Verbindung zusammenstellt.Was kann ich ihm denn sonst noch vorschlagen bzw ihn vom Tele-Tak abbringen?Danke aber für dein Tip,da werd ich gleich mal schauen!
Gruß Ela

sporty
01.12.2002, 16:22
hi kimba

schlag ihm doch ein bisschen gedult vor.
schleppleinentraining greift nicht nach ein paar tagen, da ist gedult angesagt.


nicole die übrigens auch von teletakt abrät

Hovi
01.12.2002, 17:50
Hallo Ela,

das Herankommen ist etwas, was man eigentlich am besten dem Welpen schon beibringt. Da geht es nämlich am einfachsten.

Wenn ich lese, dass ein zweijähriger Hund auf das Kommando HIER überhaupt nicht reagiert, wurde in der Erziehung entweder gewaltig geschlampt oder alles falsch gemacht.

Wahrscheilich ist das Wort "Hier" für den Hund ohnehin verbrannt (will sagen, er mißt ihm keinerlei Bedeutung mehr zu!). Dein Bekannter sollte es zunächst durch ein anderes Wort (z.B. "KOMM") ersetzen. Und dann konsequent üben! Zunächst mal muß er für den Hund so interessant sein, dass dieser überhaupt einen Grund hat, zu kommen. Gerade Männer tun sich erfahrungsgemäß oft schwer mit überschwenglichem Lob, Spiel und Leckerchengabe. Genau das muß der Hund aber mit dem Herankommen verbinden: Etwas Angenehmes, nein, TOLLES! Nach dem Heranrufen sollte er NICHT immer gleich angeleint werden. Sonst lernt er: Herkommen bedeutet Verlust von Spass!

Wie das Herankommen genau zu üben ist (erst ohne, dann mit Ablenkung usw.) steht eigentlich in jedem guten Hundeerziehungsbuch - hat Dein Bekannter jemals eins gelesen?:confused: Geduld gehört allemal dazu, aber auch Konsequenz: Der Hund muß JEDESMAL herkommen, nachdem er gerufen wird, nicht nur, wenn er grade Lust dazu hat. Dazu ist das Schleppleinentraining gut geeignet. Auch das ist aber mit Mühe und Arbeit verbunden, die sich jedoch allemal lohnt.

Ich verdamme die Elektroreizgeräte nicht völlig. Es mag Extremfälle unter den Hunden geben, bei denen sie bei fachkundigem Einsatz hilfreich sein können. Aber: für den von Dir geschilderten Hund sehe ich KEINE Notwendigkeit, das E-Gerät einzusetzen, zumal er wirklich nicht erzogen scheint - und damit ohnehin nur falsche Verknüpfungen herstellen würde. Das E-Gerät würde hier mit ziemlicher Sicherheit irreparable Schäden anrichten.

Nach der Lektüre eines guten Erziehungsbuches und ggf. dem Besuch einer Hundeschule sollte Dein Bekannter auch OHNE E-Gerät mit seinem Hund zurechtkommen!

Liebe Grüße
Claudia

volker
02.12.2002, 12:45
Hallo Ela,

Den Einsatz eines E-Gerätes finde ich für ziemlich überzogen, da der Hund ja nicht jagd oder Agressivität zeigt sondern lediglich alleine spazieren gehen will.

Es gibt bestimmt noch viele Möglichkeiten welche man anwenden kann, da man nicht gleich "mit Kanonen auf Spatzen schießen sollte".

Wie Claudia bereits sagte wäre eine Hundeschule und gute Lektüre mit Sicherheit ausreichend.

Jedoch sehe ich das Problem vielmehr darin, daß dein Bekannter nicht bestimmend ist.

Gruß Volker

Rottiheidi
02.12.2002, 13:05
In meinen Augen rechtfertigt fast gar nichts den Einsatz von Tele Takt Geräten.

Hat Dein Bekannter schon mal etwas vom Clicker Training gehört? Das bewirkt oft wahre Wunder.

cheroks
02.12.2002, 15:33
Hallo Ela,
hat sich dein Bekannter denn schon mal Gedanken darüber gemacht, wie man sich als Rudelführer verhält und sich auch präsentiert? Bei den meisten Hunden ist es nicht fehlender Gehorsam, sondern fehlende Autorität ,die man nicht mit Strom oder körperlicher Gewalt erreicht und auch nicht, wenn man zwei mal pro Woche auf den Hundeplatz geht, den Hund aber ansonsten sich selbst überlässt.
Im Alltag zeige ich meinem Hund, von wem alles Gute kommt, wer die Regeln aufstellt, wer dafür sorgt, dass der Hund ausgelastet und beschäftigt ist und auf wen mein Hund achten muss. Der Hund soll aus eigenem Interesse ein Auge auf den Besitzer haben. Das muss man sich als Mensch aber auch erst mal verdienen.

Es ist ein ärmlicher Gedanke, seinen Hund mit Stromhalsband gefügig machen zu wollen, nur weil man als Mensch versagt hat.

Es gibt noch zig Möglichkeiten, dagegen vor zu gehen, in erster Linie würde ich raten, er soll sich mal kundig machen, wie man einen Hund motiviert, wie man ihm zeigt, dass der Mensch der Boss ist, wie ein Hund lernt, was ein Hund an Beschäftigung braucht, wie ein Hund kommuniziert.
Dieses Wissen über Hundeerziehung ist dem Menschen nicht, wie all zu oft angenommen, angeboren,sondern dass muss man auch lernen. Das erfordert natürlich auch ein bisschen Fleiß und Einsatz. Aber so viel Verantwortungsbewusstsein sollte jeder Hundebesitzer haben, wenn man sich dazu entschließt die Verantwortung für ein Hundeleben zu übernehmen.
Es ist doch auch hier ganz deutlich, dass sich wohl der Mensch dem Hund gegenüber nicht entsprechend verhalten kann, sonst würde er nicht weg laufen (wieso kann er eigentlich immer noch weg laufen? wenn ich weiß, mein Hund verabschiedet sich oft für 10-20 Minuten, lass ich ihn nicht von der Leine!)

LG Tina

gini_aiko
02.12.2002, 18:35
hallo ela,

also erstens halte ich rein gar nichts von der verwendung von teletak ... .

wobei zusätzlich noch glaube, dass der goldie sicher nicht zurückkommen würde, sondern wie andere schon erwähnten noch schneller/weiter/länger abhauen würde.

ich glaube, dass bei diesem duo (sprich das herrchen und der goldie) ziemlich viel im argen liegt. mir scheint dem hund fehlt es an bindung zu herrchen und an erziehung. wie schauts denn mit sitz, platz, bleib, fuß... aus? wird wahrscheinlich auch nicht optimal klappen (nehm ich an)?

hier bestätigt sich leider wieder (vielleicht meine voreilige) meinung, dass sich viele leute einfach nen golden (ein sooo tolle rasse (*meine* retriever eben :D ) anschaffen und leider null ahnung über die bedürfnisse dieser ARBEITShunde haben! :mad: schade! wie beschäftigt dein bekannter den wuff? mit nur spazierengehen ist es bei einem retriever nicht getan. macht er dummy arbeit, agility, ... ???

ein gut beschäftigter retriever (wie jede andere rasse auch) ist ein traum von einem hund, der mit frauchen/herrchen durch dick und dünn geht!

auf jeden fall fehlt es bei den beiden sicher an genügend bindung zu einander! wie hat die erziehung im welpenalter ausgesehen? wie lange und WIE wird der goldie beschäftigt? wer ist der rudelführer (lt. deiner beschreibung glaub ich nämlich wie tina der hund)

nun aber zum angesprochenen problem (welches meiner meinung nicht der eigentliche kausus knacksus ist, sondern nur eine auswirkung davon): wie reagiert dein bekannter wenn der hund nicht kommt? ruft er ihn, obwohl er weiß, dass er nicht kommt? oder lässt er ihn ziehen, weil er sowieso macht was er will? es ist auf jeden fall beides schlecht! beim ersten lernt der hund perfekt jedes rufen zu negieren und beim zweiten bemerkt der wuff sein fehlverhalten nicht mal! wie reagiert dein bekannter wenn der golden zurückkommt? wenn er schimpft bestärkt er das ausbleiben nur damit, dass der hund immer länger wegbleibt - der hund denkt *wenn ich zurückkome gibts schimpfe* - das ist aber genau das verkehrte - er muss den hund IMMER loben wenn zurückkommt - nur über diese positive bestärkung wird ein langfristiger erfolg zu sehen sein. natürlich reicht diese variante alleine nicht aus. ich würde in diesem puntk gezieltes schleppleinentrainining empfehlen. wenn schon nach wenigen tagen aufgegeben wurde, zeigt sich die konsequenz des hundeführers, wenn er bei der welpenerziehung genauso vorgegangen ist, ist mir der ungehorsams des hundes nur klar! wenn er dreimal kommen musste und dann fehlte die notwendige konsequenz wird es natürlich nie klappen!
das schleppleinentrainig kann ein langwieriger prozess sein und muss KONSEQUENT immer beibehalten werden bis der hund verlässlich kommt! wenn dein bekannter seinen hund bis jetzt mit zb hier, ... gerufen hat, soll er sich ein neues kommando einfallen lassen, da der wuff ja mit hier nichts verbindet, da er ja NIE wirklich gelernt hat zu kommen! nun zur trainingsanleitung:
* zuerst daheim ohne ablenkung üben
* bindung aufbauen
* mit unterordnungsübungen beginnen (sitz, platz, fuß, ...)
* beim spaziergehen immer schleppleine drann
* beim spazierengehen mit schlepp öfters verstecken (baut bindung auf) (mein aiko dreht sich zb alle paar meter um, um zu sehen ob ich noch da bin)
* man muss für den hund interessanter sein als alles andere (spiel, spielzeug, leckerlie, abenteuerspaziergang, ...)
* im speziellen zum kommen: Name+zb Komm - umdrehen und schnell weglaufen - so kommt fast jeder hund!
* kommt der hund viel loben - spielen, leckerlie (egal auf was der hund mehr anspricht)

sodala, das wär mir mal auf die schnelle eingefallen - natürlich in der kürze ist mir nicht alles eingefallen - zum kommen gibt es sicherlich noch andere methoden, aber ich habe diese als sehr effizient erfahren!

wobei ich nochmal erwähnen muss, dass das eigentliche problem sicher die RUDELPOSITION und die BINDUNG sind. primär muss daran gearbeitet werden und dann geht das heranrufen fast von *alleine*

liebe grüße
claduia mit aiko und gini

Sommersprosse
02.12.2002, 21:07
Hi!
Wollte mich erst mal wieder über unfähige Hundehalter auslassen. Habe da jetzt aber doch keine Lust zu und verweise auf ein Gutachten über Teletakt-Geräte und ähnliches (gibt es für etwa 5 Euro beim VDH zu bestellen). Die Gutachter kommen in dem Buch zu dem Ergebnis, dass es nicht tierschutzgerecht ist, es einzusetzen.

kimba450
03.12.2002, 10:33
Hallo,
danke erstmal für die vielen Antworten.Ich habe ihn jetzt mehrmals wieder beobachtet und muß sagen er ist wohl überfordert mit dem Hund.Der Goldie muß fast den ganzen Tag alleine zuhause sein oder er sitz den ganzen Tag im Auto und fährt mit seinem Herrchen die Auslieferungen.Wenn er überhaupt was mit dem Hund macht,dann ist es im höchstfall eine Stunde mal spazierengehen und sonst nur schnell zum Geschäft verrichten nach draußen.Ich denke mittlerweile auch das er sich den Hund gekauft hat um halt einen zu haben,wie andere auch einen haben.Find ich doch sehr schade für den Hund,denn es ist so ein tolles Tier.Das einzigste was der Goldie wirklich beherrscht ist das Kommando Sitz.Wenn er an der Leine ist,zieht er wie ein Irrer.Deswegen läuft er immer ohne Leine,weil das ziehen nervig ist!!Wenn er nach dem abhauen wiederkommt,gibt es von Herrchen keinerlei Reaktion.Meist sagt er nur:Na,da biste ja wieder!Mittlerweile habe ich auch schon viel mit ihm diskutiert,aber er weiß partou alles besser.Ich würde den Goldie ja tagsüber nehmen,aber ich hab selbst zwei Rhodesian Ridgebacks und mein Rüde mag den Goldie leider überhaupt nicht.Ich hoffe ich kriege ihn bald mal dazu mehr mit seinem Hund zu machen.
Gruß Ela

gini_aiko
03.12.2002, 12:23
hallo ela,

ich kann nur sagen mir tut der arme hund wirklich leid. einfach nur zum lösen *spazieren*zugehen oder eine stunde durch die gegend zu laufen ist doch für einen zweiährigen wuff maximal eine *gute* aufwärmübung. ehrlich gesagt wär ich der goldie würde ich nicht nach 15 minuten zurückkomen, sondern nach drei stunden :D

leider lag ich mit meiner vermutung ganz richtig, dass ...
1) de wuff einfach NUR so angeschafft wurde (und da nimmt man dann natürlich nen golden retriever weil der erzieht sich ja nach ammenmärchenmeinung von selbst)
2) hat der hund keine bindung zum herrchen
3) fehlt es ihm an erziehung
4) fehlt im jede art von beschäftigung
5) randordnung

es ist natürlich schade, dass du ihn tagsüber nicht nehmen kannst, aber wenn sich die dein rüde mit ihm nicht klar kommt - was tun.

lösungswege hab ich ja in meinem ersten posting geschrieben, aber was nützt es wenn wir alle wissen wie es geht und das herrchen die ratschläge nicht annehmen will!

ratlose :confused: grüße
claudia mit aiko und gini