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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spike und das Cortison



Katrin
29.11.2002, 09:26
Hallo,
ich bin zur Zeit total verzweifelt. Bei meinem kleinen Mischling (keine Ahnung über die Mischverhältnisse, wahrscheinlich Dackel, Border-Collie und Terrier), 9 Monate jung, wurde eine Autoimmunerkrankung festgestellt, aus dieser resultierend leidet er an Rheuma. Jetzt bekommt er seit ca 8 Tagen Dexamethason. Begonnen mit täglich 4mg (er wiegt ca. 13 Kilo), ging es auf 2mg runter, ab heute nimmt er 1mg. Jetzt mein Problem: davon abgesehen, dass er seinen Harn nur noch schwer halten kann (es gab schon wieder Pfützen in der Wohnung), ist er total wesensverändert. Sehr ruhig, schläft viel, interessiert sich nicht mehr für seine Menschen, ist ein totales Mama-Kind geworden. Mein Mann und meine Tochter, welche vorher die weltbesten Rumtober waren, werden kaum noch beachtet, werden kaum noch registriert. Hängt diese Veränderung mit der Medikation zusammen? Wer hat damit Erfahrungen gemacht? UND, kann mein Kleiner mit dieser Erkrankung und dem Cortison alt werden? Ich hab totale Angst.
Dank schon mal im voraus.
Katrin

Hovi
29.11.2002, 11:58
Hallo Katrin,

mein Bandit, Hovawart, 7 Jahre, bekommt nun schon seit über 1 Jahr regelmäßig Cortison, allerdings in Form von Depot-Spritzen (1 x monatlich).

Auswirkungen sind u. a. Müdigkeit (v. a. einige Tage nach der Injektion), Fellverschlechterung und Gewichtszunahme durch vermehrten Appetit und Wassereinlagerung im Gewebe (dem muß ich jetzt konsequent mit Diät entgegensteuern). Er trinkt allerdings nicht übermäßig viel und der Harndrang hält sich nachts in erträglichen Grenzen (hängt wohl auch mit dem Alter zusammen).

Cortison hat eine Menge unangenehmer Nebenwirkungen, allerdings ist es leider für manche Erkrankungen das einzige Gegenmittel :( . Ich denke schon, dass Dein Kleiner damit alt werden kann, allerdings mußt Du sehr stark aufs Gewicht achten, mit schlechter Fellqualität leben können (dem Hund ist´s egal) und auch die verstärkte Müdigkeit in Kauf nehmen.

Aber Autoimmunerkrankungen bei Junghunden sind doch gar nicht so selten. Wie stehen denn die Chancen, dass das Cortison nach einigen Wochen nicht doch wieder abgesetzt werden kann?

Liebe Grüße
Claudia

Superjeile Zick
29.11.2002, 13:40
Hallo Katrin!

Hast Du Dir schon mal überlegt zu einem Homöopaten zu gehen? Ich selbst habe bisher selbst noch keine Erfahrungen gemacht, wir haben aber zwei „Fälle“ in unserer Trainingsgruppe (u.a. der Hund der Trainerin).

Monate lange konnten die TA nicht helfen. Bei einer der beiden Hund bestand sogar ein „Herzfehler“ ltd. TA. Jetzt sind beide bei einem Homöopaten und siehe da, bei der einen dauert die Behandlung jetzt 5 Monate (es ist doch kein Herzfehler) und es geht Hundi schon wieder viel besser. Bei der zweiten sind die Erfolge schon nach 4 Wochen zu sehen.

Gruß
Nadine & Sam

Katrin
29.11.2002, 19:15
Hallo Claudia + Bandit, Nadine + Sam
Erst einmal Dank für die Antwort.
Also zur Zeit befinden wir uns in der Testphase, der TA meinte,
dass es später vielleicht mit einer Dosis wöchentlich gehen würde, hängt von Spike ab.
Mit den Autoimmunerkrankungen kenne ich mich nur im humanen Bereich aus( bin Krankenschwester), da sind die Nebenwirkungen des Cortisons ja auch nicht ohne. Nur, ich kann es den Menschen erzählen, erklären, aber Spike schaut mich bei meinen Erklärungen nur fragend an:confused: :.
Leider wird er das Rheuma wohl sein Leblang behalten.Es ist halt für mich schlimm, dass er sich jetzt benimmt wie mein verstorbener Dicker, der immerhin 16 Jahre alt wurde. Er ist ja eigentlich noch ein "Baby" .
Mit der Homöopathie habe ich ehrlich gesagt so ein bißchen meine Zweifel, ich denke, ich habe den passenden Tierarzt gefunden, der mein Vertrauen besitzt, weil er als einziger eine OP (war ja Verdacht auf Kreuzbandriß) ausschloß und meint, dass da eben auch eine Innere Krankheit vorliegen könnte. Er ruft mich sogar zuhause an, um zu hören, wie es Spike geht.
Vielleicht kann man später noch zur Homöopathie greifen, um Nebenwirkungen gering zu halten, ich weiss es noch nicht.
Hat Bandit eigentlich noch Lust zum Spielen oder ist er auch antriebsarm?
Grüsse von Katrin + Spike

Ulla
29.11.2002, 20:56
Hallo Katrin,

woran ist Dein Hund denn erkrankt? Ich habe auch eine Hündin die an einer Autoimmunerkrankung (Morbus Addison) leidet und auch lebenslang auf Kortison angewiesen ist. Die Nebenwirkungen hat Dir Claudia ja schon aufgezeigt. Bei uns ist es auch so, daß die Hündin seitdem sie Kortison bekommt inkontinent geworden ist. Sie bekommt dagegen Caniphedrin und das klappt recht gut.

Ansonsten lebt sie sehr gut mit ihrer Krankheit und hat auch lt. Aussage der TÄ eine normale Lebenserwartung. Sie ist jetzt vier Jahre alt und bekommt seit über einem Jahr tägl. Kortison.

Zu welcher Tageszeit gibst Du denn die Tabletten? Seit meine Hündin die gesamte Kortisonmenge morgens bekommt (sie muß jeden Tag 13 Tabletten nehmen) ist es auch mit der Inkontinenz besser geworden. Extreme Müdigkeit konnte ich bisher nicht feststellen, aber eine Wesensveränderung gab es anfangs auch. Sie hatte sich total zurückgezogen und war Fremden gegenüber sehr zurückhaltend, fremden Hunden ist sie sehr lange Zeit aus dem Weg gegangen. Das hat sich inzwischen aber alles gegeben, sie ist wieder die "Alte" geworden, es hat allerdings einige Monate gedauert.

Du solltest es aber meiner Meinung nach doch mal mit der Homöopathie versuchen. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit auf das Kortison zu verzichten und weniger schädigende Mittel einzusetzen (bei uns leider aussichtslos :( )

Ich wünsche Euch auf jeden Fall alles Gute

Ulla

Katrin
29.11.2002, 23:43
Hallo Ulla,
wie die Krankheit heißt, weiß ich nicht. Sie ist dem in der Human-Med. vorkommenden Lupus erythematodes ähnlich, dass heißt, Spike bildet Antikörper gegen sein Bindegewebe und seine "Gelenkschmiere". Seit heute bekiommt er 1/4 Tbl. frühmorgens (1mg Dexamethason), dazu bekommt er zweimal 50 mg Aspirin.
Ich denke, man kann homöopathisch schon was machen, aber ich möchte die Behandlungen nicht durcheinander bringen, hab ich einmal bei meiner Stute gemacht, ging etwas schief.
Am Montag haben wir wieder einen Arzttermin, da werde ich den TA mal darauf ansprechen, auch auf das Mittel gegen die Inkontinenz. Was muß Deine Hündin für Tbl. nehmen? Wie äußert sich der Mb. Addison bei einem Hund?
Viele Grüsse von Spike und Katrin

Ulla
30.11.2002, 00:17
Hallo Katrin,

zunächst mal zum Caniphedrin, das ist ein Medikament, das kastrierte Hündinnen bei Inkontinenz bekommen und bei uns (Hündin ist kastriert) gut wirkt. Die TÄe sind sich bei uns auch nicht einig, ob die Inkontinenz von der Kastration oder vom Kortison kommt, allerdings war sie bis zu ihrer Erkrankung absolut "dicht". Ich habe aber auch schon gehört, daß es (das Caniphedrin) bei inkontinenten Rüden helfen soll.

Morbus Addison äußert sich sehr unspezifisch, bei uns war es u. a. so, daß die Hündin jegliche Nahrung verweigert hat, ständig erbrach und schließlich total zusammengebrochen ist. Beim MA sind die Nebennieren zerstört (Autoimmunprozeß), die für die körpereigen Kortison-Produktion zuständig sind. Deshalb muß Kortison von aussen zugeführt werden. Die Hündin bekommt als Erhaltungsdosis tägl. 4 mg Prednisolon und 0,9 mg Fludrocortison (die Hündin wiegt z. Zt. ca. 33 kg) und das entspricht der Menge, die ihr Körper selbst nicht mehr produzieren kann. Unbehandelt führt die Krankheit immer zum Tod.

Die Erkrankung von Deinem Hund hört sich ja schlimm an. Ist dieser Prozeß denn zu stoppen? Oder ist er auch lebenslang auf Medikamente angewiesen?

Mitfühlende Grüße

Ulla

Katrin
30.11.2002, 19:19
Hallo Ulla,
ich glaube, dass Spike seine Medikamente lebenslang nehmen muss, vielleicht kann es irgendwann auf eine wöchentliche Gabe reduziert werden. Aber, wie gesagt, wir sind ja erst in der Einstellungsphase.
Heute früh hat er sogar auf seinen Teppich getröpfelt (auf welchem er schläft). Er fängt an mit dem Tröpfeln und kann den Rest nicht mehr kontrollieren. Als Welpe hat es gereicht, wenn er Platz machen mußte, jetzt pullert er sogar im Liegen weiter.
Danach macht er einen total verstörten, unglücklichen Eindruck.
Heute ist der zweite Tag mit der reduzierten Dosis, er hat schon weniger getrunken, vielleicht wird es jetzt. Ich hoffe es so.
Deine Hündin ist mit ihrer Erkrankung aber auch sch... dran,
ich hab mir mal die Symptomatik durchgelesen, sie ähneln ja fast den Nebenwirkungen vom Cortison. Machst Du da eigentlich was mit Homöopathie?
Ich werd mich mal umschauen, was es dazu in Berlin und Internet gibt.
Tschüssi,
Katrin und Spike

Hovi
30.11.2002, 20:21
Hallo Katrin,

hab heut mit einer Bekannten telefoniert, die Naturheilkundlerin für Tiere ist.

Sie hat sich lange mit Bandit´s Problemen beschäftigt und nun was NEUES rausgefunden: In wissenschaftlicher Literatur steht, dass Cortison durch Enzyme ersetzbar ist!

Welche das sind und wie sie wirken, das werde ich wissen, sobald ich die Artikel gelesen hab, die sie mir zuschicken will... DAS WÄRE SUPER, so bekäme ich Bandit weg vom Cortison!

Ich sag Dir sofort Bescheid, wenn es wirklich was bahnbrechend Neues wäre!

Liebe Grüße
Claudia

Ulla
01.12.2002, 00:37
Hallo Katrin,

leider ist es bei der Form von MA, die meine Hündin hat nicht möglich auf die Gabe von Kortison zu verzichten. Das Kortison (Prednisolon) ist u. a. dafür zuständig, daß Eiweiß in Energie umgewandelt wird (vereinfacht ausgedrückt) und das Mineralcorticoid (Fludrocortison) regelt u. a. den Blutdruck über die Ausscheidung von Blutsalzen und sorgt dafür, daß Natrium (und damit Wasser) im Körper zurückgehalten wird.

Es gibt aber auch eine sekundäre Form von MA und da ist es so, daß die Nebennieren ihre Tätigkeit nur "eingestellt" haben. Das kann u. a. dann passieren, wenn über einen längeren Zeitraum Kortison in hohen Dosen gegeben wurde und dann zu schnell abgesetzt wurde. Hier kann man versuchen mit homöopathischen Mitteln die Nebennieren wieder "zur Arbeit" anzuregen. Ansonsten muß man auch hier Kortison von außen zuführen. Bei uns ist es allerdings so, daß die Nebennierenrinden zerstört sind (Autoimmunprozeß) und sich nicht regenerieren können.

Meine Hündin war auch immer sehr unglücklich, wenn sie "ausgelaufen" ist, sie hat dann immer versucht das Malheur aufzulecken und es war ihr sichtlich unangenehm. Das war auch für mich das schlimmste daran, daß sie sich damit so unwohl gefühlt hat. Aber die Inkontinenz haben wir ja zur Zeit gut im Griff. Bei Euch denke ich auch, daß es besser wird umso weniger Kortison Dein Hund bekommen muß.

Liebe Grüße
Ulla

Katrin
01.12.2002, 12:53
Erste Erfolgsmeldung: Bin in 4-stündlichem Abstand mit Spike
spazieren gegangen, es gab keine Pfütze in der Wohnung. Heute ist der 3.Tag mit reduzierter Dosis und wir haben schon 5-10 Minuten am Stück gespielt.
Ich wünsche allen einen so schönen 1.Advent, wie wir ihn haben, ganz besonders Ulla und ihrer Hündin.
Katrin :D

Ulla
01.12.2002, 21:37
Hallo Katrin,

das sind ja gute Nachrichten. Das freut mich für Euch. Ich wünsche Euch auch einen schönen 1. Advent (was davon noch übrig ist).

Ganz liebe Grüße
Ulla

Katrin
02.12.2002, 20:57
Hallo Claudia,
habe doch glatt Deinen Beitrag überlesen. Als Wiedergutmachung habe ich mir Deine Web-Site angesehen, Dein Bandit (Jason natürlich auch) ist ja echt ein Prachtkerl.
Es wäre lieb, wenn Du mich benachrichtigst, wenn es wirklich etwas gäbe, womit man Cortison ersetzen könnte.
Nochmal Sorry für meine Blindheit.
Katrin

Luja
03.12.2002, 10:43
Hallo Katrin!

Es gibt tatsächlich ein Mittel, das Kortison gut ergänzt evtl sogar ersezten kann, Ciclosporin. Auf jeden Fall müsste es möglich sein, in Kombination mit diesem Mittel, die Dosis Kortison auf ein Minimum zu reduzieren. Das Mittel selber ist besser verträglich und hat weniger Nebenwirkungen. Der Nachteil ist, dieses Medikament ist äusserst teuer! Aber Du kannst Deinen Tierarzt ja mal darauf ansprechen.
Gruß, Luja.

Hovi
06.12.2002, 11:46
Hallo,

ich bekomme diese Woche oder Anfang nächster Woche die Artikel bezüglich Enzymtherapie. Für verschiedene Erkrankungsarten gibt es verschiedene Enzyme und Dosierungen.

Wer Interesse hat, kann mich anmailen... alles ist besser, als ein Leben lang Cortison!!!!!

Liebe Grüße
Claudia

Nabucco
06.12.2002, 22:47
zu Ciclosporin:
Das ist ein Immunsuppressivum und mit schwersten Nebenwirkungen behaftet. Es wird benutzt zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung oder als allerletztes Mittel bei Autoimmunerkrankungen. Es dämpft das Immunsystem und man darf davon ausgehen, daß man jede, aber auch wirklich jede Infektion der in der Luft liegt mitnimmt und dabei auch noch einen schwereren Verlauf hat als üblich.
zu Enzymen:
Erfolge mit einer Therapie damit hat man bei Entzündungen aller Art. Diese Erkenntnisse sind absolut nicht neu. Bei Zerstörung der Nebennieren muß Cortison (2 verschiedene, wie du geschrieben hast), zugeführt werden, weil die körpereigene Produktion unwiederbringlich ausgefallen ist.
Nach Findung der optimalen Dosis handelt es sich dann lediglich um eine Substitution und mit den üblichen Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen.
M.f.G. Nabucco

Ulla
06.12.2002, 23:44
Hallo Nabucco,


Original geschrieben von Nabucco
Bei Zerstörung der Nebennieren muß Cortison (2 verschiedene, wie du geschrieben hast), zugeführt werden, weil die körpereigene Produktion unwiederbringlich ausgefallen ist.
Nach Findung der optimalen Dosis handelt es sich dann lediglich um eine Substitution und mit den üblichen Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen.

zunächst mal möchte ich klarstellen, daß es sich bei der Erkrankung von Spike (Hund von Katrin) nicht um eine Erkrankung der Nebennieren handelt. Meine (Ulla) Hündin ist an Morbus Addison erkrankt und bekommt die 2 Arten Cortison. Im Prinzip hast Du Recht, daß es sich "lediglich" um eine Substitution handelt, aber zu den Nebenwirkungen kommt es dennoch, wenn auch vielleicht nicht so ausgeprägt. Vor allen Dingen ist die Findung der optimalen Dosis beim Hund nicht so einfach, zumal z. B. in Streßsituationen die Dosis angepaßt werden muß (auch wenn mir mal ein TA etwas anderes dazu sagte). Man muß den Hund schon gut kennen und beobachten, er bzw. sie kann mir ja nicht sagen, daß sie sich nicht wohl fühlt. Aber das geht jetzt zusehr am Thema vorbei. ICH habe auch NICHT nach einem Ersatz gesucht, da es in meinem Fall aussichtslos ist - meine Hündin ist lebenslänglich auch die Gabe von Cortison angewiesen.

Es geht ja in diesem Thread ursprünglich um die Nebenwirkungen und Wesensveränderung bei längerer Gabe von Cortison und da habe ich halt "meinen Senf" dazugetan und von meinen Erfahrungen berichtet.

Hast Du eine (Tier-)medizinische Ausbildung? Du kennst Dich ja sehr gut aus. Gibt es denn im Fall von Spike die Möglichkeit auf Cortison zu verzichten? Vielleicht weißt Du ja etwas dazu.

Ganz liebe Grüße
Ulla

Nabucco
06.12.2002, 23:56
@ Ulla
Meine Bemerkung bezog sich auch auf deinen Hund mit MA.
Ich gebe dir recht, daß die Dosisfindung beim Tier wesentlich schwerer ist als beim Mensch. Bei letzterem (und das ist mein Gebiet) klappt das bei MA relativ gut.
Was Spike betrifft, weiß ich nicht genau, welche Autoimmunkrankheit noch vorliegt, entzündliches Rheuma ist ja auch schon eine. Eine Enzymtherapie wäre bei Rheuma sicher ein Versuch, bei Menschen erzielt man gute Erfolge mit hohen Dosen Vitamin E-ich kenne aber keine Untersuchung dazu bei Hunden.
M.F.G. Nabucco

schuebsi
07.12.2002, 04:23
Hallo Katrin,

ich weiß nicht, ob Dir meine Erfahrung bei all den Tipps noch weiterhilft aber da meine Erfahrungen so gut sind mit den Präparaten, will ich sie doch loswerden.
Meine Hündin Tiffany leidet an Blutkrebs und bekommt deshalb 2 x 5mg Cortison.
Da Cortison ja das Immunsystem eher runterbringt, hat mir eine nette Hundebesitzerin eine Therapie mit Baypamune und Ney Thumorin empfohlen. Die Präparate werden von der Firma Vitorgan hergestellt und bewegen sich zwischen Homöopathie und Schulmedizin und sind Immunmodulatoren (Du wirst das vielleicht noch besser wissen :confused: )
Erfolgreich eingesetzt wurde das Mittel bei Staupe, Arthritis und generell zum Aufbau des unspezifischen Immunsystems.
Tiffany hat die Kur mit 5 Spritzen gerade abgeschlossen und ist sichtlich aufgelebt.
Man kann die Präparate als Tropfen weiter geben und die Spritzen Kur alle paar Monate wiederholen, wenn nötig.

Alles Gute für Dich und Deinen Hund.

Katrin
08.12.2002, 01:02
Hallo an alle,
da mein Computer streikte, komme ich erst zum Antworten.
Als erstes, mit dem Ciclosporin gebe ich Nabucco recht, dass hieße für mich den Teufel mit dem Satan austreiben (nicht böse sein, Luja). Ich arbeite auf einer dermatolog. Station, wo wir viel mit Hautkrebs und Co. zu tun haben. Wir verwenden auch Ciclosporin, die Nebenwirkungen sind enorm. Da lass ich lieber die Finger von.
Baypamune sagt mir was, ich weiss nur noch nicht, wo ich es hinstecke, muß ich nachlesen. Das mit dem Vitamin E find ich gut, bekommt meine Stute ja auch (für den Rücken), hätt ich ja selbst mal dran denken können :D .
Im Moment sieht es bei Spike ganz gut aus, er bekommt jetzt täglich 0,5 mg Cortison und 2xtgl. 25mg Aspirin. Das hält die Nebenwirkungen zur Zeit ganz gering, er benimmt sich wieder wie ein junger Hund von 9 Monaten. Seinen Harndrang hat er auch wieder unter Kontrolle. Jedenfalls hat sein TA angedeutet, wenn es so weitergeht, könne man es mit dem "Ausschleichen" des Cortisons versuchen. Ich drücke alle Daumen, die ich habe.
An Claudia, habe versucht, über deine Web-Site in Kontakt mit Dir zu treten, hat aber nicht geklappt.
Dank nochmals an alle, und einen super guten 2. Advent.
Katrin und Spike

Hovi
08.12.2002, 11:02
Hallo Katrin,

ich habe nun die Unterlagen zur Enzymtheraphie da. Ich werde AUF ALLE FÄLLE mit Bandit einen Versuch starten. Bei seiner Krankheit bietet sich eine Theraphie mit Chymotrypsin und Trypsin an. Ich unterstütze das noch durch Traumeel-Spritzen.

Wenn Du mit mir in Kontakt treten willst, schreib an:
Hovifriend@aol.com

Liebe Grüße
Claudia

Luja
08.12.2002, 14:03
Hallo nochmals!
Dazu muss ich sagen, dass die Nebenwirkungen ja immer auch von der Dosis abhängen. Und bei Hautkrebserkrankungen braucht man sicherlich eine andere Dosis, als bei einer Autoimmunerkankung. Aber eigentlich ist mir nicht ganz klar, warum Ciclosporin bei Hautkrebs eingesetzt wird? Was soll das da bewirken?
Beim Tier hat es auf jeden Fall weniger Nebenwirkungen als Kortison (zumindest in den Dosierungen, die für eine solche Erkrankung benötigt werden).
Zum einen hemmt es relativ gezielt die T-Zellen (T-Killerzellen und T-Helferzellen), also nur einen Teil der Immunzellen (genau die, die zu einer Zerstörung der körpergeigenen Zellen führen!), während Kortison ja fast das gesamte Immunsystem niederknüppelt, daher ist hier die Infektanfälligkeit wesentlich grösser (!) als bei Ciclosporin. Der entzündungshemmende Effekt bei Kortison ist also auch viel stärker ausgeprägt und wirkt auch bei anderen Erkrankungen vorläufig erst mal ganz gut. Zudem hat Kortison ja auch noch die ganzen anderen stoffwechselbedingten Nebenwirkungen (also die Langzeitschäden), die sind beim Ciclosporin auch nicht in dem Masse vorhanden.
Ausserdem nimmt man ja in der Regel beide Präparate kombiniert, damit man von beiden eine möglichst geringe Dosierung beibehalten kann, um weniger Nebenwirkungen zu haben.
Vitamin E ist sicherlich eine gute Unterstützung, da es entzündungshemmende Eigenschaften hat.
Ansonsten kenne ich noch eine Möglichkeit, die noch ausprobiert werden kann. Es gibt von der Fa. VitOrgan ein Konzept, das sich Allergostop nennt. Für Autoimmunerkrankungen wird hier Allergostop II empfohlen. Damit habe ich selber aber noch keine Erfahrungen gemacht. Aber vielleicht kann ja der TA sich danach nochmals erkundigen.
Eines ist auf jeden Fall sicher, generell sind Autoimmunerkrankungen nicht heilbar, da es sich um ein defektes Immunsystem handelt. Wenn Du also das Kortison wirklich ausschleichend absetzen kannst, hat Dein Hund keine Autoimmunerkrankung!
Gruß, Luja.

Katrin
09.12.2002, 01:45
Hallo Luja,
das mit dem Ciclosporin ist trotzdem nicht jedermanns Sache.
Unter Hautkrebs versteht man leider Gottes nicht nur das Melanom, sondern u.a. Basaliom,Spinaliom,Basalzellka rzinom und andere. Und manchmal geraten da (vereinfacht gesagt) die T-Zellen auf die Gegenseite, soll heißen, sie fungieren nicht mehr als Helfer-,Killer- oder Suppressorzellen, sondern wenden sich gegen gesunde Zellen. Also muß ihre Produktion unterdrückt werden. Man kann Ciclosporin auch als Zytostatikum bezeichen, es wird bei besonderen Chemotherapien verwendet, aber das würde hier zu weit gehen.
Auch bei einer Autoimmunerkrankung kann man zeitweise mit dem Cortison ausschleichen, z.B.bei Colitis Ulcerosa, Sclerodermie und auch beim Lupus. Man muß nur sehr vorsichtig dabei sein. Bei einem neuen Schub fängt die ganze Sch... dann halt wieder von vorn an. Man behält eben seine Krankheit und ich denke, da unterscheiden sich die Tiere nicht allzusehr vom Menschen. Im Moment geht es Spike gut, also versuchen wir es mit dem Ausschleichen, was er weiter erhalten wird, sind seine grünlippigen Muscheln in Granulatform. Die sollen für die "Gelenkeschmiere" ja gut sein.
Mit dem "Allergostop II" werde ich mich mal schlau machen. Danke für den Tip.
Tschüssi und gute Nacht
Katrin und Spike

Luja
09.12.2002, 10:56
Hallo Katrin!
Dann drücke ich Euch mal die Daumen, dass das klappt. Mit Allergostop I habe ich jedenfalls gute Erfahrungen gemacht, vielleicht gilt das ja auch für Allergostop II.
Aber trotzdem muss ich nochmal widersprechen. Ciclosporin ist kein Zytostatikum. Es hemmt relativ gezielt die Produktion von Interleukinen (2, 4, 5, 6) und damit die Lymphozyten. deshalb wird es ja geade bei diesen Erkranungen eingesetzt. Sobald diese Zellen gesunde körpereigene Zellen angreifen, hat man doch eine Autoimmunerkrankung. Es hat keine Wirkung auf das Knochenmark oder andere Zellteilungen. Kann es sein, dass Du vielleicht Cyclophosphamid meinst, und wir die ganze Zeit aneinander vorbei reden? Ansonsten kann ich mir eigentlich nur vorstellen, dass diese ganzen schlimmen Nebenwirkungen von den Zytostatika kommen, die ja dann wohl gleichzeitig gegeben werden. In den Beipackzetteln bei Ciclosporin-Präparaten für Hunde steht auf jeden Fall nicht viel schlimmeres drin als gelegentlich Durchfall und Erbrechen. Der Hund von meiner Schwägerin verträgt es auf jeden Fall ausgezeichnet und braucht nur noch ganz wenig Kortison. Das Ciclosporin bekommt er auch nicht jeden Tag. Ich glaube nur alle zwei oder drei Tage.
Gruß, Luja.

Katrin
09.12.2002, 23:59
Hallo Luja,
ich dumme Kuh ich, logisch habe ich das verwechselt.
Ciclosporin läuft unter dem Namen Sandimmun optoral, und ich hab die ganze Zeit von Cyclophosphamid geredet, das ist jetzt echt peinlich.
In welcher Form gibt man dann Ciclosporin den Hunden? Ich kenne (Sandimmun) das nur als "stinkende" graue Kapsel, die man am besten mit Milch einnimmt, weil sie dann verträglicher ist.
Ich komme garnicht drüber hinweg, das mir das passiert ist, die grauen Zellen arbeiten halt in meinem hohen Alter nicht mehr so richtig. Kannst Du mir das nachsehen?
Im humanen Bereich sind als Nebenwirkungen dann aber auch Thombopenie, Hypertonie, maligne Lymphome, Krampfanfälle und Nierenfibrose aufgeführt. Betrifft das auch Hunde?

Luja
10.12.2002, 11:37
Hallo Katrin!
Macht ja nichts! Kann ja mal passieren! Das wurde mir auch erst klar, nachdem der Begriff "Zytostatikum" gefallen ist. :D
Also ich habe jetzt noch mal schnell in so einem Beipackzettel nachgesehen.
Die Verabreichung erfolgt zunächst einmal täglich bis zu einer sehr guten Besserung, dann alle zwei Tage bis zur Remission, und ab da nur noch alle drei bis vier Tage auf Dauer (ob das auch die Dosierung bei einer autoimmunbedingten Arthritis ist, kann ich nicht sagen).
Als Nebenwirkungen sind v.a Durchfall und Erbrechen aufgeführt, wobei deshalb die Therapie nicht abgebrochen werden sollte. Als ganz seltene Nebenwirkungen wurden noch Inappetenz, Zahnfleischhypertrophie, vermehrtes auftreten von Warzen, Fellveränderungen, Schwäche und Muskelkrämpfe aufgeführt. Ansonsten nur die Wirkungsbedingten "Nebenwirkungen" wie eine verminderte Immunantwort bei Neoplasien.
Das Präparat gibt es, glaube ich, sowohl in Kapsel- als auch in Tablettenform.
Gruß, Luja.