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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angsthase



moonw75
28.11.2002, 22:11
Hallo !

Ich hoffe das mir jemand weiter helfen kann, ohne das ich mir sämtliche Bücher durchlesen muß :cool:

Wir haben einen 15 monate alten Mischlingsrüden ( Jagdhund-Staffford).

So läuft alles bestens mit ihm, aber er ist ein Angsthase :(

Zu anderen Hunden läuft er hin und will mit jedem spielen und versteht es aber nicht, das nicht jeder mit ihm spielen will *g*
Aber das Problem mit ihm ist, das er unheimlich ängstlich anderen Leuten gegenüber ist.
Er bellt, wenn jemand an der Tür ist, aber denkt sich dann : Geh Du mal gucken Frauchen/Herrchen und nimmt nen riesen Abstand zur Tür.
Kommt jemand rein versteckt er sich unterm Tisch und braucht lange bis er warm geworden ist.
Das bekommen wir ja etwas mit Leckerlies in den Griff.
Aber auf der Straße ist es schlimmer.
Er guckt manche Leute an, als würden sie in fressen wollen und würde am liebsten in die Hosentasche krabbeln.
Wenn man Sonntags mit ihm zum Bäcker geht, dann setzt er sich mit eingezogenem Schwanz bald auf den Füssen, er könnte ja gefressen werden *g*
Aber wenn ich ihn mal vor dem Supermarkt oder so festmache, dann sitzt er geduldig da und wartet bis ich wieder komme.
Das scheint ihm nix auszumachen.

Was kann ich tun, das er nicht mehr so ängstlich :confused:
Ich hoffe das mir jemand helfen kann.

Thea
28.11.2002, 22:38
Hallo,
auf jeden Fall die Angst nicht verstärken indem du den Hund beruhigst. Einfach ignorieren wenn er Angstverhalten zeigt und ganz normal weitergehen (oder stehen bleiben, wenn er irgendwo nicht vorbei gehen will und warten bis er sich beruhigt). Wenn er sich angstfrei verhält loben. Auch nicht versuchen den Hund zu Menschenkontakten zu zwingen, er kommt schon irgendwann von alleine, wenns dann ein Leckerli gibt, verknüpft er es positiv mit den Menschen. Ruhe und Geduld und keine Beruhigungsversuche, das bestärkt ihn in seiner Angst.

Liebe Grüße, Anke

P.S. hat er die Angst schon immer, oder ist etwas vorgefallen, ist er als Welpe schlecht sozialisiert worden?

NicoleB
29.11.2002, 00:57
Hallo,

hast du den Hund als Welpe an?
Es kann sein das er in der Sozialisierungsphase zu wenig Kontakt hatte zu Menschen, aber Hunden schon weil er auf die ja zu geht.
Ich würde ihn nicht streicheln etc... wenn er Angst zeigt, das könnte er als "gut" empfinden das er sich so verhällt.
Wenn Besuch kommt würde ich den Besuchern vielleicht eines seiner Lieblings Leckerlie geben dann geht er vielleicht auf sie zu :)
Ansonten würde ich Dir schon raden ein Buch bzw. eine Hundeschule oder einen TA um rat zu fragen.
Aus Angst kann da evtl auch einmal etwas passieren, er läuft vor Angst über die Straße und verursacht einen schweren Unfall?
Oder er beißt mal aus Angst wenn seine Signale nicht richtig gedeutet werden- gerade bei Kindern- das ist in unserer Verwandtschaft mal vor gekommen.

Dem solltest du also vorbeugen und mit ihm Trainieren oder dir Fachkundigen Rat holen :rolleyes:

Viel Glück dabei

Grüße

Nicole+Jerry

moonw75
29.11.2002, 09:26
Danke für Eure Antworten :)

Wir haben den Hund als Welpe an (ca. 8 wochen).
Er kommt von Hausbesetzern.
Es waren insgesamt 11 Stück.
Daher hat er wohl auch keine Probleme auf andere Hunde zu zu gehen.
Aber etwas schüchtern war er da auch schon.
Als Welpe haben wir ihn an andere Leute dran gelassen.
Jeder wollte natürlich nen kleinen Welpen streicheln.
Wir haben nur darauf geachtet, das es nicht zuviel wird.
Wenn wir merkten es reicht ihm, haben wir auch keinen mehr dran gelassen.

Mit Kindern ist er aufgewachsen. Und von denen ist er auch nicht weg zu bekommen.
Er läuft denen überall nach und spielt mit ihnen.
Kindern gegenüber ist er sehr neugierig und beobachtet alles was sie tun.
Er überläßt ihnen auch sein Spielzeug und wartet darauf das sie mit ihm spielen.

Er ist schon immer nur auf die Hunde zugegangen, die Halter dazu haben ihn nie interessiert, es sei denn die hatten Leckerlie bei, dann hat er eins genommen und ist aber dann wieder zu den Hunden.
Er versteht nur nicht, das andere Hunde ihn anbellen oder anknurren, dann guckt er einen immer fragend an.
Und wenn jemand nicht ihm spielen will, dann versucht er ihn zu animieren.
Er bekommt nur etwas Angst, wenn die läufige Zeit ist, und die Hündinen ihn dann zurecht weisen.
Dann zieht er den Schwanz ein und rennt vor ihnen weg.

Zuhause, macht er vorallem Männern gegenüber mehr Theater.
Er sitzt dann unterm Tisch und bellt.
Und will sich garnicht einkriegen.
Da wird dann auch mit Leckerlie nachgeholfen.
Bei Frauen wird er schneller warm.
Was aber nun nicht heißen soll, das er ein Männerhasser ist.
Sein Herrchen ist sein ein und alles.
Obwohl ich die jenige bin, die ihm das Futter gibt, paßt er eher auf sein Herrchen auf.
Wenn ich mit meinem Mann so rumkebbel, dann weißt er mich zurecht, indem er mir meine Hand weg zieht, so nach dem Motto: laß mal mein Herrchen in ruh.
Umgekehrt aber interessiert ihn das nicht. Da schaut er demonstrativ weg : Geht mich nix an *g*

Als Welpe hat er leider eine schlechte Erfahrung machen müssen.
Er mußte mit ansehen, wie andere seinem Herrchen was getan haben ( Schlägerei)
Aber seine Angst gegenüber anderen Leuten entwickelte sich etwas später.
Aber ich bin schon der Meinung, das ihn das geprägt hat.

In allem was er lernen mußte, hat er etwas länger gebraucht, z.B. stubenreinheit.
Auch war es schwer ihn ans Autofahren zu gewöhnen.
Wir haben alles probiert, was man so machen kann : nur im Auto sitzen, kurze Strecken fahren und Leckerlie.
Aber nichts davon konnte ihn daran gewöhnen.
Dann mußten wir mal gute 600 km fahren und haben ihn mitgenommen.
Seit dieser Radikalmethode, fährt er aber nun gerne Auto und steigt sogar freiwillig ein.

Auch hat er es immer noch nicht raus, das er eigentlich das Bein heben müßte zum pinkeln.
Das macht er nach Lust und Laune.
Und steht aber mit Fragezeichen vor einem Baum oder einer Laterne und fragt sich wie andere das gemacht haben *g*

Und beim spazieren gehen, nehme ich seine Angst nicht wahr.
Ich laufe weiter.
Und er bleibt auch nicht stehen, sondern läuft schnell an den Personen vorbei, die ihm nicht geheuer sind.
Was jaber nicht alle sind.
Mal interessiert ihn das garnicht und mal würde er lieber in die Tasche krabbeln.
Wenn er vor dem Supermarkt warten muß, dann interessiert ihn das ja auch nicht.
Und da gehen die Leute ja ein und aus.
Aber wenn man vor dem Bäcker steht, dann hat er Angst ohne ende.
Es wird aber auch nicht beachtet.

Und das er aus Angst auf die Straße läuft ...
An der Straße ist er immer angeleint.
Er läuft zwar schön bei Fuß, aber er braucht ja nur was interessantes zu sehen ( für ihn sehr interessant sind Vögel) und er könnte auf die Straße laufen.
Das Risiko gehe ich ja garnicht erst ein.
Er läuft nur dort ohne Leine, wo nichts passieren kann.
Und er behält einen auch immer im Auge, und kommt schnell hinterher, wenn man schon zuweit voraus ist.

So hat er ja schön alles gelernt:sitzen, platz halten an der Straße sitzen bleiben usw.

Neuerdings hat er aber auch die Macke alles zu klauen, was so rumliegt, ob es nun Socken sind die da so rumliegen, oder ob es das Portomonaie ist, was man eben auf dem Tisch gelegt hat *g*
Er kann alles gebrauchen.

An einem Hundeplatz hab ich ja auch schon mal gedacht.
Aber ich hoffe es gibt erstmal so einen Weg, das er etwas die Scheu anderen Menschen gegenüber verliert.

Schönen Gruß
moon

Sofia
29.11.2002, 11:20
Hallo Moon,

wen Dein Hund Menschenscheu ist und nicht agresiv auf auf Fremde ist dan ist es ja i.O. er muß sich ja nicht von jedem Hinz und Kunz anfassen lassen das hat man mir auch in der Hundeschule gesagt.
Meiner läst sich auch nicht anfassen von Fremden es sei sie reden superlieb auf ihn ein und strecken die Hand ganz weit vor dan schnuppert er schon mal und läst sich ganz kurz am Kopf kraulen aber dan wars auch schon.
Wenn es dunkel ist und wir gehen Gassi dan schaut er sich die Menschen noch genauer an und wenn mal eine Person aus seinem Schema abweicht knurrt er schon mal denjenigen an und warnt mich, aber sonst nichts.
Vieleicht kannst Du aus Deinem Bekanntenkreis finden der Dir hilft das Dein Hund sich freut wenn jemand auf Besuch kommt, dem Besuch immer ein super gutes Leckerli geben bevor er kommt und es dann soll der Besuch das Leckerli Hund geben und dabei total süß auf ihn einreden.
Wenn die Glocke leutet freue Dich auch selber und sag ihm "schau mal wer da kommt" mit total freudiger Stimme mit der Zeit überträgt sich das auch auf den Hund.
Probiere es mal aus.
Gruß Astrid-Sofia und Leo

Chelsea
29.11.2002, 14:07
Hallo Moon,

ich habe zu diesem Thema bereits einer anderen Forumsteilnehmerin (Irene mit Beitrag "Extrem menschenscheu", letzter Eintrag am 22.11.02) geantwortet. Kannst Du ja mal nachlesen, obwohl Dein Hund bei weitem nicht so ein Problemfall zu sein scheint, wie unsere Vierbeiner.
Daher noch ein anderer Tipp von mir. Such Dir eine gute (!!!) Hundeschule, in der Kleingruppenarbeit gemacht wird. Dort werden auch Übungen für ängstliche Hunde gemacht und durch die Gruppenarbeit mit selbstbewußten und nicht ängstlichen Hunden, kann Dein Hund sich viel "abschauen".
Wenn er merkt, dass alle anderen Hunde auf verschiedene Situationen völlig gelassen reagieren, sieht auch er sie allmählich als vollkommen normal an. Mußt Du mit einem Staff-Mix nicht sowiso irgendwann mal einen Verhaltenstest absolvieren?!? Dann melde Dich in einer Hundeschule an, oder übe in privaten Kleingruppen verschiedene Dinge, so dass alles für Deinen Hund zum alltäglichen Leben gehört.
Viel Spass beim Üben.
Es wird bestimmt besser, wenn Du Geduld mitbringst und Deinem Hund die nötige Sicherheit vermitteln kannst.
Viele Grüße, CHRIS und CHELSEA

Superjeile Zick
29.11.2002, 14:24
Hallo Moon!

Wie ist denn Deine körperliche Anspannung in solchen Momenten bzw. kurz bevor Dein Hund Angst bekommt?

Und wie ist Deine Anspannung, wenn es an der Tür klingelt? Öffnest Du die Türe schon mit den Hintergedanken, jetzt bekommt mein Hund gleich wieder Angst? Dein Hund braucht Deine Sicherheit. Du bist schließlich der Rudelführer.

Ich will damit sagen: Hast Du ein schlechtes Gefühl im Magen, dann geht es Deinem Hund totschlecht. Er fühlt und richt, was in Dir vorgeht.

Geh nicht mit einem schlechten Gefühl im Magen an den anderen Leuten vorbei, sondern unterhalte Dich mit Ihnen. Bleib stehen oder gehe mehrfach vorbei. Das ist mit fremden Personen natürlich schwierig. Verabrede Dich daher mit Freunden und lasse die die "Fremdperson" spielen. Immer wieder verschiedene Leute und verschieden Stellen.

Gruß
Nadine & Sam