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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Allein sein in neuer Wohnung



Stöckchen
05.11.2007, 06:55
Hallo zusammen,
habe im Moment ein Riesenproblem. Na ja, eigentlich mehrere, aber dieses eine steht erst einmal im Vordergrund. Seit vier Monaten hab ich den 3-jährigen Schäferhund-Labrador Mischling von einem Freund ganz zu mir genommen. Ich kenne den Hund schon seit fast 2 Jahren, nämlich seit dem Zeitpunkt, seit der Hund bei meinem Bekannten lebt.
Letzte Woche bin ich nun in eine neue Wohnung gezogen und mit diesem Umzug hat sich meine Tochter, die ich bis dahin allein erzogen hab, auf eigene Füße gestellt: Ich lebe jetzt mit meinem Hund allein in der neuen, nur noch halb so großen Wohnung und der Hund ist alles, was mir noch Lebensmut gibt.
Hundi mag die neue Wohnung, denn wenn wir nach Hause kommen, steuert er zielstrebig auf die Wohnungstür zu. Und wenn ich bei ihm bin, ist er ganz entspannt, schläft oder liegt einfach bei mir. Das war bisher auch immer so, doch in der alten Wohnung ist er ohne Probleme auch mal stundenweise allein geblieben ohne einen Riesenrabatz zu veranstalten.
Seitdem wir in der neuen Wohnung sind, lasse ich ihn mehrmals am Tag ganz kurz allein in der Wohnung zum Hausflur-Putzen, Müll-Wegbringen, Postholen usw.
Erst vor einigen Tagen war ich ne halbe Stunde allein im Keller, weil die Waschmaschine Mucken gemacht hat. Hundi war allein in der Wohnung, ohne Theater zu machen, wohlgemerkt.
Also dachte ich mir in meinem „jugendlichen“ Leichtsinn, dass ihm auch ein Kinobesuch meinerseits am Samstagabend nichts ausmachen würde. Aber weit gefehlt....heute sagte mir meine „doch ach so geschätzte“ Nachbarin (ne alte allein stehende Kontrolleuse – und zudem noch Hausmeisterin), dass ich ja erst um halb eins nachts nach Hause gekommen sei und der Hund das ganze Haus mit seinem Gejaule wach gehalten hätte. Als ich kam, war Ruhe. Und ich hab auch sonst meinen Hund noch nie heulen oder bellen hören, wenn ich ging oder wiederkam.
Bei Einzug meinte sie schon fälschlicherweise gegenüber meinem Vermieter (ich wohne in dessen Eigentumswohnung in einem 5-Parteien-Haus), dass Hundehaltung im Haus nicht erlaubt sei. Ich habe die Wohnung aber gerade deshalb bekommen, weil mein Vermieter es toll fand, dass ich einen Hund habe.
Nun bin ich sehr verunsichert: Ist mein Hund wirklich ein „verkappter Wolf“, der den Mond anheult, wenn ich nicht da bin oder will die Alte über diesen Umweg nur den Hund aus dem Haus haben?
Und was ratet ihr mir zu tun, denn ich will mich nicht auch noch von meinem Hund trennen, der mir in diesen, für mich so schweren Stunden und Tagen treu zur Seite steht?

billymoppel
05.11.2007, 09:48
als erstes würde ich mal vergewissern, ob die kontrolleuse recht hat. früher gabs für so was kassettenrekorder :D ich würde also eine möglichkeit suchen, zumindest die geräusche während abwesenheiten aufzuzeichnen. bisweilen gibts noch so billige diktiergeräte im ramsch, die sollten dafür ausreichen. oder über den computer.
abendliche abwesenheiten in einer noch fremden umgebung sind natürlich was anderes, als die tagsüber, weiß man ja von sich selbst: es ist eine ganz andere stimmung, wenn man abends allein ist, als tagsüber. auch da machts dann bekanntlich die übung, also nicht gleich mehrere stunden abwesenheit...ich lass hundis immer das licht brennen, vielleicht macht auch ein leises radio einfacher...
hund auf ein oder zwei zimmer beschränken und von eingangstüren fernhalten - das lauern hinter der tür stresst viele hunde enorm und hält sie von entspannung und schlaf ab.
das wird schon!
die komntrolleuse wird das leben vermutlich nie einfach machen, aber du hast den vermieter auf deiner seite - der rest kann dir eigentlich schnuppe sein.
ich hatte auch mal so eine, der habe ich, obwohl meine aversion wohl offensichtlich war, weihnachten einen präsentkorb in die hand gedrückt. das gesicht von der dabei war entschädigung genug, von da an hatte ich ruhe :D

MicoMaushund
05.11.2007, 10:19
... menno, wann läuft das System wieder rund. Allet doppe´lt *stöhn*

MicoMaushund
05.11.2007, 10:22
Hallo Stöckchen,

klar, kann schon sein, dass dein Hundi heult, wenn du nicht da bist. Kannst du jemand anderen fragen, ob es so ist?

Ansonsten hat Billymoppel eigentlich alles geschrieben, was ich auch mit Neuwuffs mache: Licht an, Radio, am besten noch ein altes, verschwitztes T-Shirt von mir zum Kuscheln für den Hund ...

Und: "Wer den Feind umarmt, macht ihn bewegungsunfähig." Bring der Tante echt ein paar Blümchen oder Lebkuchen, lade sie auf ein Tässchen Kaffee und bitte sie, sie soll dir doch aufschreiben, wann und wielange der Hund bellt :D ;). Denn nur soooo kannst du Abhilfe schaffen :cool:. Dann kannst du notfalls exakt bei den anderen Mietern nachfragen (oder überprüfen, ob ihre Behauptungen überhaupt stimmen können) und wenns ganz dick (Rechtsstreit) kommt, kann sie ihre Angaben dazu nicht mehr ändern :floet:.

Und, vielleicht ist sie ja gar nicht so biestig, sondern macht sich nur Sorgen um den Hund, ist selber zu einsam ... wer weiß :?: Mitunter entwickeln sich aus Kollissionen gaaanz nette, langandauernde Bekanntschaften oder gar Freundschaften :bl:.

Viele Grüße
MicoMaushund

sandy83
05.11.2007, 11:22
ich hab nicht mehr viel hinzuzufügen. außer schau mal auf diese seite : www.ceva.de
dort gibt es ein raumzerstäuber der pheromone versprüht die den hund beruhigen und ihm die angst nehmen.
kann man leider nur über den ta bestellen.
kostet so um die 25 euro.

peanutsnorfolks
05.11.2007, 14:20
Leider kann es einem nicht egal sein, was die Nachbarn sagen, wenn der Vermieter auch "ja" zum Hund gesagt hat.
Der Vermieter ist nämlich rechtlich verpflichtet, hier Abhilfe zu schaffen, auch wenn er gar nicht Verursacher des Problems ist.
Ansonsten drohen ihm nämlich auch Strafen.
Von daher würde ich auch versuchen herauszufinden, ob die Hausmeisterin richtig liegt mit ihren Behauptungen.
Sollte dem so sein, kann man ihre Reaktion verstehen. Ich hätte auch keinen Bock auf einen Hund im Haus, der bis halb eins nachts heult.
Wenn sie sich das ausgedacht hat, lass es Dir von den anderen Bewohnern am besten schriftlich bestätigen. Dann ist ihr der Wind aus den Segeln genommen.

Gruß
Jutta

Gertrude
07.11.2007, 20:08
Hallo,

eine Möglichkeit festzustellen, ob der Hund wirklich Lärm in Abwesenheit macht wäre, ein Babyphon aufzustellen und eventuell in einem anderen Zimmer zu warten.
Anziehen, als würde man weggehen und dann ab ins Nebenzimmer ( oder Hausgang etc. )
Ideal wäre, wenn ein Nachbar die Beobachtungen bestätigen könnte, das kann in einem Streitfall sehr nützlich sein.

Oder einfach einmal vor der Tür warten ( i.d. Nacht ).
Nicht gerade bequem, aber ein Versuch wert.

Wenn jemand trotzdem lästig sein will, die "Geschichte" vom sooooo armen Tierheimhund erfinden, der endlich einen guten Platz gefunden hat und daher nur momentan so reagiert .... hat bei einer Bekannten, die das gleiche Problem hatte, funktioniert. Da wird so mancher weich!

Alles Gute, es wird sich bestimmt wieder einspielen - ganz sicher :bl::bl:


Gertrude

Kitty77
09.11.2007, 10:33
Hallo Stöckchen!

Die Tipps, die du bis jetzt bekommen hast, kann ich auch alle bestätigen (bis auf das Raumspray, das kenn ich nicht). Hatte auch Probleme mit den Nachbarn.

Ich hab das Problem, dass meine beiden Hunde 4 Tage die Woche 7 Stunden alleine bleiben müssen, weil ich Vollzeit arbeite.
Wir haben da ein festes Ritual: ca. 10 min bevor ich fahre, schicke ich beide in ihre Körbchen, dort müssen sie dann bleiben. Dann gibts noch für jeden was zum kauen. Danach fahre ich ohne Verabschiedung (das machen Hunde untereinander ja auch nicht). Das klappt jetzt super! Sie schlafen, fressen ihre Kausachen oder spielen, aber bellen nicht mehr.

Das mit ihren eigenen Plätzen war wichtig. Ich habe sie immer belohnt, wenn sie auch mal so in ihre Körbchen gegangen sind und mich nicht auf Schritt und Tritt verfolgt haben. Sich ein wenig Distanz schaffen ist ganz wichtig und weder groß begrüssen, noch verabschieden. Das Kommen und Gehen sollte ganz selbstverständlich sein.

Wenn der Hund seine Beschäftigung und Bewegung bekommt, braucht man auch kein schlechtes Gewissen haben, ihn auch mal alleine zu lassen. Er muß es halt gelernt haben.

Viele Grüsse
Kitty

Mahila
12.11.2007, 14:45
Wir hatten eine ähnliches Problem mit unserer 9 jährigen Hündin die wir vor zwei wochen übernommen haben.
Sie war an das alleine bleiben nicht gewöhnt und heulte und bellte quasi regelrecht 3 Stunden am Stück /aufgezeichnet haben wir es mit einem mp3-Player). Wir haben jetzt die Tips angenommen wie keine Verabschiedung und keine Begrüßung, haben jetzt noch einen Gassigänger über Mittag.und erstaunlicherweise, bereits ab letzter Woche Donnerstag war deutliches Schweigen.
Sie muß auch lange alleine bleiben.
hundis sind schlauer als man oft denkt und lernen recht schnell, daß Heulen und Bellen einfach nutzlos ist.

**MaRiA**
14.11.2007, 17:53
Hallo Stöckchen,

NEIN NEIN NEIN!!!!!!! Du kannst deinen Hund nicht weg geben!!! Wo gibts denn sowas??? wenn Dein Vermieter die das ok gegeben hat dann kann Dir die "ALTE" den Buckel runter rutschen! und wenn dus noch schriftlich fest gehalten hat noch besser! Tu es weder Dir noch dem hund an..es wird Dir und ihm das Herz zerreissen wenn Du ihn aufgrund dessen weg gibst wirst das weder du noch er verkraften..
Halt die Ohren steif!!!!!