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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe! Aufreiten beim Welpen



Sonja 23
26.11.2002, 07:49
Hilfe.
Ich habe seit ca 2 Wochen einen süßen kleinen Labi Mix (13 Wochen alt.):)
Doch nun hab ich echt ein bisschen Angst wegen dem Kleinen.
Er ist eigentlich ein total süßer, nicht gerade hyperktiver Hund, aber was mir mein kleiner Bruder (14) gestern erzählt hat, hat mich etwas schockiert :mad:
Er sagte mir, das unser Süßer bei ihm 2 mal "aufreiten" wollte.
Beidemale ma linken Bein.
>Zuerst habe ich es Ihm nicht geglaubt, doch am Abend wollte ere das gleiche bei mir tun!!!
:confused
10 minuten später sah ich wie er es an unserem dunklen Sofa machte.
Auch habe ich dabei seinen "eregierten Penis"(sagt mann doch so :confused: ) gesehen.
Ist das bei einem 13 Wochen alten Rüden etwa normal????
Wie soll ich mich verhalten wenn ich Ihn dabei erwische???
Soll mann Ihn etwa kastrieren???
Bitte helft mir so schnell wie möglich??? Ich möchte das es meinem Süßen doch gut geht!!!

Ilona
26.11.2002, 09:03
Hallo liebe Sonja,

zunächst einmal keine Angst, Deinem Süßen geht es gut.

Das Aufreiten ist eine Art Imponierverhalten und dient dazu, Ansprüche gegenüber gleichstarken Artgenossen ohne Kampf durchzusetzen. Es ist eine dominante Geste, aber für gewöhnlich mit wenig Aggressionsbereitschaft verbunden.

Dein kleiner Welpe versucht sich in hundlichem Verhalten, das ist nichts schlimmes und es ist auch nicht ungewöhnlich.

Zeigt ihm jedoch, dass er das bei Euch nicht darf.
Ein tiefes und konsequentes "Nein", umdrehen und den Welpen stehen lassen, sollte reichen, um ihm das abzugewöhnen. Wenn ihr diesem Verhalten so wenig wie möglich Aufmerksamkeit schenkt, wird es schnell wieder verschwinden. Seid einfach nur konsequent. Geht weg, wenn er mit dem Aufreiten anfängt und ignoriert ihn ein Weilchen. Wenn er das an den Möbeln macht und ihr könnt das beobachten, lenkt ihn einfach mit Spielzeug ab. Ruft ihn zu Euch und macht was besonderes mit ihm. Irgendwann legt das Verhalten sich wieder.

Und was die Kastration betrifft, so würde ich damit noch ein Weilchen warten, bevor ich mir darüber Gedanken mache. Zeigt sich später, dass Dein Hund einen sehr ausgeprägten Sexualtrieb hat, der Euch oder anderen Hunden Schwierigkeiten bereiten könnte, dann erst solltet Ihr mit Eurem Tierarzt über eine Kastration sprechen.

Liebe Grüße, Illi

Suse & Trixi
26.11.2002, 11:39
Hallo Sonja!

Mach Dir bloss keine Sorgen, der eine früher, der andere später:D

Als wir unserer Hündin bekamen, war sie noch zu klein, um bei unserem anderen (kastrierter Rüde) als "Mädchen" zu gelten. Nun ist sie ein halbes Jahr alt und der Rüde (drei Jahre) hat vor zwei oder drei Wochen angefangen, auf sie zu springen, wenn sie spielen wollte. Natürlich völlig unkoordiniert und ohne Erektion. Nervt aber trotzdem. Bei ihm half auch nur ein konsequentes NEIN. Ich habe ihn dann sofort PLATZ machen lassen, da Trixi natürlich nicht wegläuft, sondern weiter spielen will.

Inzwischen brauche ich ihn nur mit erhobenem Zeigefinger anzugucken, dann legt er sich sofort unters Sofa (um sich abzureagieren?!) Denn draußen macht er das komischerweise nicht. Auch bei anderen Hündinnen oder Menschen nicht. Es liegt also tatsächlich daran, dass er bei IHR dominieren möchte.

Da Deiner ja noch so klein ist, denke ich, es ist auch einfach viel Spieltrieb dabei; er probiert einfach aus, was er alles kann und darf.

Viele Grüße von Suse und einer genervten Trixi;)

Dagi
26.11.2002, 12:59
Wenn er das an den Möbeln macht und ihr könnt das beobachten, lenkt ihn einfach mit Spielzeug ab. Ruft ihn zu Euch und macht was besonderes mit ihm.

Das würde ich auf KEINEN FALL machen! Denn dann wird sein unerwünschtes Verhalten belohnt. Der Hund merkt schnell: Oh, wenn ich das mache (am Sofa aufreiten), dann werd ich gerufen und es gibt ein tolles Spiel.

DAMIT gewöhnt er sich sein Verhalten bestimmt nicht ab!!! Das scharfe NEIN reicht völlig aus!

Unsere Hündin hat das auch ne zeitlang gemacht (nachdem mal eine andere Hündin auf sie gestiegen ist), da war sie so ca. 16 Wochen. Sie hat es nur an ihrem Körbchen gemacht, immer wenn wir vom Spaziergang reinkamen. Vom ersten mal an wurde es ihr verboten. Nach ca. 1 Woche war es dann wieder vorbei. Ab und zu macht sie es nochmal (sehr selten), aber ein Nein reicht, und sie bricht ab.

Du musst Deinem Hund nur klarmachen, daß Du sein Verhalten nicht akzeptierst. Einmal Nein muss reichen. Ich denke, es wird sich wieder geben. Achte aber darauf, ob er auch anderes Dominanzverhalten zeigt, dann wäre zu überlegen, ob ihr ihm wirklich durch eure Körpersprache etc. zu verstehen gebt, daß Ihr die Rudelführer seid.

Grüße
Dagi + Amy

Nina B.
27.11.2002, 01:21
hallo sonja!auf keine fall darf man ein solches verhalten ignorieren-das bringt ja rein gar nichts,außer dem gegenteil!es kommt vor,daß welpen aufreiten-das ist IMMER versuchtes dominanzgehabe und MUSS sofort unterbunden werden!kein hund würde sich das gefallen lassen!wenn er es macht:pack ihn im nacken,drück ihn runter mit scharfen worten(ohne ihn zu schütteln!einfach nur untenhalten!)und lass erst los,wenn er sich ruhig verhält!
wenn du das verhalten durchgehen lässt,in diesem alter schon,dann:gut nacht*
es ist kein spieltrieb,er weiß genau,was er da tut!er weiß:wer aufreitet,der ist der herrscher!
man kann es nicht schönreden.
kastrieren kann man einen rüden erst mit voller reife,d.h. sowieso nicht vor seinem zwölften lebensjahr.
wenn der hund bei menschen aufreitet,ist es schon ein armutszeugnis für züchter und halter!ein dem menschen gegenüber respektvoller hund würde das nie tun!wahrscheinlich habt ihr mit ihm zerrspiele gemacht und ihm leckerchen reingestopft,ansopnsten wäre es nie soweit gekommen.armer hund,der nicht seinen platz unter menschen kennt.

Ilona
27.11.2002, 08:47
Hallo Nina, hallo Dagi,

ich weiß nicht was, aber etwas gefällt mir an Eurem Ton, in dem Ihr hier postet nicht.:confused:

Vielleicht solltet Ihr Euch mal in der neueren Hundeliteratur über die Art der Ausbildung und Erziehung von Hunden belesen. Und wenn möglich, das Ganze auch noch an Euren Hunden testen, damit Ihr seht, wie Hundeerziehung funktioniert:)

Ein unerwünschtes Verhalten bei Hunden zu ignorieren und dem Hund stattdessen ALTERNATIVE Verhaltensweisen anzubieten ist so ziemlich das sicherste und sanfteste Erziehungsmittel überhaupt. Und da wir hier von Aufreiten reden und von einem Welpen (!!!!), der das Verhalten zeigt und nicht von einem ausgewachsenen aggressiven Monster, wirkt die sanfte, konsequente "Masche" ebenso gut, wie das von eiskalter Nina beschriebene "Pack ihn im Nacken und drück ihn runter". Mensch Nina, in welchem Verhältnis steht denn Deine Strafe zum Rammeln am Stuhlbein??? Ist doch einfach lächerlich, einen Welpen solch einer Strafe auszusetzen. Natürlich sollte man solch ein Verhalten nicht dulden, aber das schrieb ich ja schon. Nur bitte tut mir einen Gefallen: Bringt den Leuten hier im Forum nicht bei, wie man Welpen am Nacken packt und auf den Boden drückt!!!
Welpen wollen lernen und müssen lernen. Man kann sie noch formen. Also bitte alles mit viel Gefühl. Nacken packen und zu Boden drücken ist ein völlig unhundliches Strafmaß. Wieso sich das Ammenmärchen so konsequent hält, dass das ein Verhalten aus der Tierwelt sein soll, kann ich mir nicht erklären. Und dann wird hier noch so was propagiert. Das ist schon schlimm genug!
Ein Rudelführer ist souverän und checkt, bevor er überhaupt jemals straft, die Situation genau ab. Und erst, wenn es wirklich zu bunt wird, wird er seinen Welpen mit einem kurzen aber kräftigen Stüber in die Seite oder mit einem Schnauzengriff in die Schranken weisen.
Ich hab in einem anderen Forum ein Bild gesehen, da krabbelte ein 13 Wochen junger Welpe auf den Kopf einer Rottweilerhündin, um auf ihr rumzurammeln. Was glaubt ihr wohl, wie ernst die Rottweilerhündin das Verhalten genommen hat????

Illi

Kerstin Kobelt
27.11.2002, 12:04
kann mich nur anschliessen:

welpen wollen und müssen lernen und das nicht brutal.... der arme hund, der so jung ständig runter gedrückt werden soll, wir sagen leo dann ein kurzes NEIN! und lenken (!!!) ihn ab..... natürlich ist das die beste methode einem welpen was bei zu bringen.....

ausserdem ist ein hund nicht mit 12 jahren sondern von rasse zu rasse vielleicht mit 12 monaten ausgewachsen...

ist ja okay, dass du -nina- helfen willst, aber bitte nicht so!

mach dich erst mal schlau, von wegen armer hund der seinen platz nicht kennt! der kleine ist ein welpe, da muss er ALLES erst lernen....

ich weiss nicht wessen hund hier arm ist, sorry für meinen ton, aber das musste jetzt mal sein!

Grüssle kerstin mit einem glücklichen leo, der nie körperliche strafen bekommt (ausser von den katzen) und trotzdem (meist) hört!

Virgilswelt
27.11.2002, 17:52
Hallo,

ja ich finde auch, daß Nina etwas zu hart ran geht. Aber Dagi beschreibt einfach sachlich wie man vorgehen sollte. Ich habe schon mit vielen Hunden Kontakt gehabt, aber ich habe weiß Gott noch keinen gesehen, der sich gefreut hat wenn ein anderer bei ihm aufreiten wollte. Reitet ein Hund bei einem (eigentlich) Ranghörerm auf, wird er zurechtgewiesen. Und das ist auch nciht immer sanft. Da wird nicht gespielt.. da werden dem Aufreitendem Grenzen gezeigt, er wird unterworfen.

Macht das ein Welpe von 13 Wochen, hat das immer etwas damit zu tun, daß er teset wie weit er gehen kann. In dem Alter kann meinen Hund noch ganz leicht zeigen wer der Boss ist und man sollte die auch tun. Die Konsequenzen, wenn die Grenzen nicht eindeutig abgesteckt werden kann man dann im Tierheim bewundern.

Dagi
27.11.2002, 23:15
Hallo Ilona,

daß Du Nina wegen des Tonfalls, bzw. ihrer Beschreibung kritisierst verstehe ich ja noch, aber ICH habe nix von runterdrücken, Nacken packen oder so geschrieben.
Ich habe nur geschrieben, daß das Verhalten unterbunden werden sollte mit einem "Nein" - vorausgesetzt natürlich, daß der Hund weiß, was damit gemeint ist. Unser Hund weiß es jedenfalls.

In vielen Fällen ist Ablenkung des Hundes sicherlich eine bewährte Alternative, bzw. Aufzeigen eines Alternativverhaltens. Wenn aber, wie Du beschrieben hast, ein lustiges Spiel als Ersatz angeboten wird, bin ich der Meinung, daß es vom Hund schnell als "Belohnung" verknüpft werden könnte. Also: Aha, wenn ich das am Sofa mache gibt es hinterher immer ein tolles Spiel. Ich würde in diesem Fall lieber eine Unterordnungsübung machen, wie z.B. Platz (schwer ich weiß, er ist ja erst 12 Wochen alt!). DAS wäre für mich ein Alternativverhalten, aber kein Spiel, auf das er "scharf" ist. Denn wenn das so "abgelenkt" wird, was wird er in ein paar Wochen machen, wenn er meint, es müsste ihn mal jemand beschäftigen? Ach, dann reit ich mal kurz auf dem Sofa auf, dann wird mir jemand schon seine Aufmerksamkeit widmen und mit mir spielen.

Von im Nacken packen und runter drücken halte ich im übrigen nix, denn das bedeutet für den Hund Bedrohung, ebenso wie daß der Rudelführer seine Souveränität einbüßt. Dann lieber einen kurzen Schnauzengriff, ohne große Worte, das wird er verstehen.

Sollte ich mich Deiner Meinung nach im Tonfall vergriffen haben: sorry, war nicht meine Absicht. Es ging mir nur darum, daß aus Sicht des Hundes das Verhalten keinesfalls belohnt werden sollte.

Grüße
Dagi + Amy