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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Halti, richtige Anwendung. Hilfe bitte!



Naddl 0405
29.10.2007, 15:21
Hallo,

Ich muß wohl weiter ausholen:

Seit mehreren Wochen gehe ich mit Ronja in die Hundeschule.
Soweit so gut!
Sie läßt sich Problemlos abrufen, Sie hört auf alle bisher beigebrachten Kommandos. (Sitz, Platz, Bleib bis zu einer Minute, wobei ich hinter der Holzwand stehe.)
Ihr könnt also entnehmen, Ronja ist wirklich sehr folgsam. Auch das Bei Fuß funktioniert schon sehr gut. Ich kann in der Hundeschule mit Ihr an anderen Hunden vorbeilaufen und Sie bricht auch nicht aus dem Bei Fuß aus.
Mich freut das alles wirklich sehr!

Aber unser Problem liegt ganz woanders.
Nämlich die allgemeine Leinenführigkeit. :rolleyes:
Ronja zieht wie ein Ochse! Sie hängt eigentlich immer (zu 70%) in der Leine.
In der Hundeschule wurden mir Richtungswechsel vorgeschlagen. Soweit, so gut. Das funktioniert aber dann nur kurzfristig. Also ein paar Meter und dann gehts wieder los.
Wir üben das jetzt schon mindestens 4 Wochen mit den Richtungswechsel. mein Trainer sagte dann, evtl. sollten wir mal das Halti ausprobieren. Nun weiß ich, es bedarf an Eingewöhnungszeit. Aber wie?
Ich hab das Halti nun gekauft. Ronja hat es seit grad eben um. Ich habe vor es über Nacht abzumachen.
Mir wurde gesagt, ich solle mit 2 Leinen Arbeiten. Ich weiß auch, keine Ruckartigen Bewegungen und auch nur an der Kurzen Leine.
Ronja ist seit gestern Läufig. Der Hundeplatz fällt nun erst mal aus für 3-4 Wochen wegen der Läufigkeit.

Wielange soll Ronja das Halti um haben, bis ich zum 1. mal den Karabiner am Halti einhänge?
Sobald Sie das Halti anstandslos aktzeptiert?
In der Wohnung versucht Sie es nicht abzustreifen. Aber wenn Ich mit Ihr spazieren gehe, dann streift Sie mit der Schnauze auf dem Boden.

Vielleicht hat hier jemand Erfahrung mit dem Halti und kann mir diesbezüglich ein paar Tips geben?

Ich wäre Euch sehr dankbar!

zipfelhut
29.10.2007, 17:35
Hallo Nadia

Es ist schön, daß Du Dir soviele Gedanken darum machst.
Also: Zunächst solltest Du überprüfen, daß das Halfter richtig sitzt. ich häng Dir mal ein Bild von meinem Leo dran:

http://www.bilder-hochladen.net/files/10pr-6p.jpg (http://www.bilder-hochladen.net/files/10pr-6p-jpg-nb.html)

Etwa so sollte es auch bei Ronja sitzen, nicht zu weit an den Augen, nicht zu locker an den Backen, nicht zu eng an der Kehle. Daß es sich der Hund abstreifen kann ist normal, es soll aber nicht so lose sitzen, daß es von allein herunterrutscht.

Zur Gewöhnung:
Es ist besser, wenn Du es nur für kurze Zeit, dafür aber öfter aufziehst. Mach es immer dann drauf, wenn nachfolgend etwas passiert: Du bereitest das Futter zu - aber erst gibts das Halfter auf die Nase. Du holst den Ball um mit ihr ein Spielchen zu machen - aber erst das Halfter anziehen. So wird es positiv für den Hund belegt und er lernt, daß es keine Strafe darstellt, sondern etwas angenehmes ankündigt. Nach dem Spiel oder der Mahlzeit nimmst Du es wieder ab. Keinesfalls sollte der Hund in größerem Maße Gelegenheit dazu erhalten, es sich selbst abstreifen zu können. Er soll das Halfter nachher mit größter Gelassenheit und Selbstverständlichkeit tragen, dazu ist es notwendig, daß er es nicht als unangenehm, nervend oder gar als Strafe kennenlernt.
Wenn Du ihr also übertrieben gesagt das Halfter den ganzen Tag draufläßt, wird sie sich es bei Müßiggang schnell abmontieren, weil ihr das schlicht und ergreifend zu dumm und zu krabbelig ist. Es ist eher nicht davon auszugehen, daß sie durch häufiges Anlegen "einfach so" abstumpft, es ist wie gesagt günstiger, das Halfter mit etwas angenehmem zu verbinden.

Zur Handhabung:
Du hast richtig gesagt, daß Du mit zwei Leinen arbeiten solltest. Ich bevorzuge eine verstellbare, zwei Meter lange Leine mit zwei Karabinerhaken.
Das "duale Führen" hat zwei Gründe, zum einen wird vermieden, daß der Hund wie gewohnt vorwärtsstürmt und sich wegen der intensiven und unerwarteten Bremse auf der Nase beim herumziehen des Kopfes im Genick verletzt und zum anderen soll der Hund im Halsbereich (re-)sensibilisiert werden, er soll also irgendwann auch wieder ohne Halfter führbar sein. Dazu wird der größere Karabiner am Halsband befestigt (kein Zughalsband verwenden) und der leichtere kommt ans Halfter unters Kinn. Die Leine soll nun so gefaßt werden, daß der Hund zuerst ins Halsband läuft und erst dann ins Halfter. Der Leinenteil am Halfter hängt praktisch stets durch, er wird nur zur Signalgabe oder als Notbremse deinerseits verwendet. Es wird nach wie vor am Halsband gearbeitet, korrigiert und geführt.

Und nun zur Praxis :D
Erst, wenn sie das Halfter in der Wohnung ruhig und gelassen trägt, kannst Du anfangen, es auch draußen aufzuziehen, anfangs jedoch ohne eine Leine daran zu befestigen, sie soll es einfach nur frei im Gesicht tragen.
Ich rate auch dringend davon ab, die Leinenführigkeit auf dem Gassigang zu trainieren, es stellt für den nicht leinenführigen Hund anfangs eine schier unlösbare Aufgabe dar, sich auf seinen Menschen zu konzentrieren wenn da tausend Gerüche auf ihn einstürmen.
Übe also am besten auf einer ruhigen, abgelegenen Wiese. Vorher solltest Du mit dem Hund eine ausgiebige Toberunde eingelegt haben und der Hund muß auch entleert sein.
Zum Zwecke des Trainings ist es übrigens auch kein Schaden, mal für ein, zwei Wochen auf das Gassi im herkömmlichen Sinne zu verzichten. Das Bedürfnis Kontakte zu Artgenossen auszuleben und und entsprechende Informationen aus Geruchsspuren herauszulesen darf getrost mal für eine definierte Zeit zurückgestellt werden, bis man in der Lage ist, den Hund zu führen. Durch die Interaktionsangebote Deinerseits mußt Du nicht um die soziale Vereinsamung Deines Hundes fürchten, im Gegenteil, es ist unter Umständen sogar ganz förderlich, wenn die Reize, die von anderen Hunden ausgehen wegfallen, damit der Hund sich besser auf Dich konzentrieren lernt und sich auch besser an Dich bindet.

Und wie übst Du nun? :D
Bewaffne Dich mit Leckereien. richtig dolle Sachen sollten es sein und geh auf die Traningswiese. Der Hund ist anfangs noch an der Zwei-Meter-Leine, das Halfter solltest Du erst später dazunehmen. Nun fängst Du an, scheinbar ziellos kreuz und quer über die Wiese zu ma.rschieren. Mach oft Richtungswechsel, beobachte dabei aber den Hund genau. Sage nichts, gib keine Anweisungen oder Informationen wo es als nächstes hingeht, sie soll lernen, achtzugeben, wohin du gehst. Immer dann, wenn sie Dich aufmerksam anschaut und dem Richtungswechsel ohne nachzuhängen, zu schnuppern oder anderem folgt, lobst Du sie tüchtig und gibst eine Leckerei. Zwischendurch auch immer mal stehenbleiben und prüfen, ob sie "bei dir" ist. Auch dort loben und belohnen wenn sie bei der Sache ist. Wenn sie "bockt", schnuppert oder dergleichen, geh einfach ruhig weiter und ziehe sie konsequent (aber nicht mit Gewalt) mit, um sie dann zu loben, wenn sie wieder mitkommt. Es ist ganz wichtig, daß Du von nun an nie mehr hinter ihrem Zerren hergehst oder Dich zwingen läßt, stehenzubleiben wenn sie schnuppert. Du gibst die Ma.rschrichtung, das Tempo und die Stopps vor, nicht sie.
Wenn das gut an der langen Zwei-Meter-Leine klappt, kannst Du dann versuchen mit dem Halfter loszulegen, damit sie sich an das Geführtwerden im Halfter gewöhnt und Du sie später auf dem Gehweg kontrollieren kannst. Und wenn all das auch im Halfter auf der ruhigen Wiese klappt kannst Du Dich schrittweise in belebteres Gebiet mit Ablenkung vortasten. Bedenke immer, daß im Alltag ebenfalls gelten muß, was im Training gilt. Du sagst, was wann passiert, und darfst eben nicht mehr hinterhergehen, wenn sie zerrt. Gehe mit nem Hund im Training nie unter Zeitdruck Gassi, weil Du dann automatisch inkonsequent bist, und gehe anfangs auch nirgends hin, wo die Eindrücke auf sie zu massiv wirken.
So, und nun leg mal los:D

Naddl 0405
30.10.2007, 08:11
Hallo Zipfelhut,

Dankeschön!

Eine super verständliche Erklärung! :bl:
Ich sehe auf dem Foto, daß Du das Halti auch verwendest...
Wie schnell/langsam zeigten sich Erfolge?

Kann dein Leo jetzt ohne Halti laufen?
Ich weiß, Ronja ist ja noch sehr jung, aber ich möchte es eben nicht einreissen lassen, daß Sie mich mit der Leine durch die Gegend zieht! :floet:
Jetzt sind alle Gerüche interessant und da achtet Sie auf mich gar nicht mehr. Die Nase ist immer auf dem Boden. Ob Ich hinten "dranhänge" oder nicht interessiert Ronja in dem Moment des schnupperns nicht.

Ich möchte einfach nicht, daß dies zur Gewohnheit wird. Darum das Halti.
Aber das mit der Wiese ist ne gute Idee!
Nur, ich denke, daß es so abläuft wie auf dem Hundeplatz. Hier ist Sie gehorsam. Da achtet Sie auf mich. Wie Du schon beschreibst, Sie nimmt Gerüche wahr und dann erst schaltet Sie vollkommen ab. :cup:

Aber, wir werden das schon noch hinbekommen.
Danke erstmal für deine Ausführliche Erklärung!

sandy83
30.10.2007, 12:58
Also ich kann dir nur dazu raten den umgang mit dem halti zusammen mit einem profi zu lernen.
man kann da viel zu viel falsch machen ohne die fehlende erfahrung.
vorallem kommt es ja beim training darauf an den hund nur zu lenken mit dem halti und nicht hin un her zu zerren...was leider vorkommt wenn man den umgang mit dem halti nicht gezeigt bekommt.
und auf das richtige training kommt es sehr drauf an.
denn der hund soll ja später schließlich irgendwann ohne halti bei fuss zu laufen.
für viele ist es leider nur ein hilfsmittel den hund überhaupt halten zu können.
und dafür ist das halti eigentlich nicht gedacht.

hast du schon mal über eine bein-leine nachgedacht?
die ist einfacher im umgang als das halti!
vorallem bei großen hunden!

zipfelhut
30.10.2007, 14:27
Es ist noch anders, Sandy: Das Halfter ist, auch wenn es die Tiernanny oft so zeigt, noch nicht einmal zum Lenken da, sondern lediglich als Notbremse. Wenn Du aufmerksam gelesen hast was ich Nadia schrieb, hast Du sicherlich bemerkt, daß sie zuerst ohne Halfter an langer Führleine daran arbeiten sollte, die Kommunikation und die Bindung des Hundes an sie zu verbessern. Das Halfter soll erst dann zum Einsatz kommen, wenn der Hund sich bereits an ihr orientiert und in Grundzügen verstanden hat was der Inhalt des Leinelaufens ist, und daß Frauchen neuerdings konsequent agiert.
Wenn diese Dinge fundamentiert sind und Nadia den Hund dual führt wie ich es beschrieben habe (und nicht anders), dann dient das Halfter auch tatsächlich lediglich als letzter Anker. Das Erreichen einer Führigkeit am normalen Halsband ist Sinn, Zweck und Prinzip sachgemäßer Halfterarbeit; deshalb auch die vorangehende Gewöhnungs- (Duldungs-)Arbeit und das Basistraining ohne Führhalfter. Nadia muß nun lernen, Stimme, Körper und ihre Präsenz so einzusetzen, daß Ronja ihr gern und bereitwillig folgt. Kein Hund kann nur durch das Halfter lernen, an der Leine zu laufen, es ist lediglich ein Krücke, ein Anker eben, um den Hund in Situationen, in denen er schlecht ansprechbar ist, parieren zu können.
Das Training als solches kann und muß ausschließlich am Halsband passieren.
Die Beinleine halte ich hier für völlig deplaziert, weil sie den Hund an den Mann fesselt und immer noch nicht ermöglicht, daß der Hund versteht, was ganz normales Leinelaufen bedeutet. Leider verwechseln sehr viele Leute das Leinelaufen ohne zu zerren mit dem "Bei-Fuß-Gehen", das sollte bei Nadia aber eher ein späteres Trainingsziel sein, erst sollte Ronja verstehen, daß die Leine nicht zum Zerren da ist.

sandy83
30.10.2007, 14:38
da hast du sicher recht und du hast es auch sehr gut beschrieben, aber ich finde das viele menschen einfach zu schnell zum halti greifen.
gehts mit normaler erziehung net, muss ein halti her!
und genau das kann ich nicht verstehen!
irgendwas läuft zwischen hund und halter schief wenn der viebeiner einen durch die gegend schleift ohne rücksicht auf verluste!
vielleicht sollte man daran arbeiten das der eigene hund mehr auf seinen halter achtet, als auf seine umwelt. und hilft ein halti nicht viel!
ich muss mich dann eben etwas interressanter für meinen hund machen und muss eben absolut konsequent in meinem vorhaben sein.
nicht ein ziehen an der leine darf dann mehr geduldet werden!
und so etwas geht auch super ohne halti und halsband!
und auch wenn deine anleitung sehr gut ist, so ist es doch besser wenn überhaupt, vorort von einem hundetrainer zeigen zu lassen!

MicoMaushund
30.10.2007, 14:41
Die Doppel-/Dualleine kann ganz leicht so gefasst werden, dass die Priorität des Führens mit dem normalen Halsband verknüpft ist. Beispielsweise, indem man die Leine zum Üben mit beiden Händen fasst.

Es braucht durchaus auch keine persönliche Unterweisung durch einen Profi, um mit dem Halti zu arbeiten, ein wenig Schmalz im Hirnkastl reicht durchaus :D.

Eine Beinleine halte ich ebenfalls für nicht geeignet; es gibt übrigens genügend Hunde, die zwar Fuß laufen, aber sobald die Leine lang ist, ziehen. Und gerade die lockere Leine sollte generell das Ziel sein, denn ständig Fußlaufen ist keine artgerechte Haltung :rolleyes:

zipfelhut
30.10.2007, 14:59
Hallo Nadia,

Ich habe das Halfter bei Leo eigentlich gar nicht für die Leinenführigkeit verwendet. Ich benutze es, um ihn in Situationen in denen er potentiell aggressiv reagieren könnte, besser und sicher kontrollieren zu können, so daß er mir buchstäblich nicht "aus der Hand" springen kann.
Die Gewöhnung ans Halfter ging bei Leo recht flott, ich möchte bald sagen innerhalb weniger Tage. Allerdings hatte ich mit ihm vorher ein Maulkorbtraining nach der "Futterkorbmethode" gemacht; da er anfangs noch sehr unberechenbar war, habe ich zuallererst daran gearbeitet, daß er einen Maulkorb mit Fassung tragen lernt. Leo stammt aus Isolationshaltung und ist faktisch weder mit Menschen noch Tieren sozialisiert. Dazu verwendet er Aggression als Konfiktlösungsprogramm; das heißt also, daß er bei Streß und Angst nach vorn geht (statt beispielsweise hinter mir Schutz zu suchen). Ich mußte anfangs also durchaus auch um meine eigene Gesundheit besorgt sein; habe allerdings auch alles unterlassen, was der Hund in irgendeiner Form als Provokation auffassen gekonnt hätte.
Dieses Programm bekomme ich aus dem Hund nicht mehr heraus, es gehört zu seiner Persönlichkeit und ist untrennbar mit ihr verbunden, es hat ihn zu dem Hund gemacht, der er heute ist. Selbstverständlich heißt das aber nicht, daß die Aggression nicht unter einem Tabu liegt...
Aus diesem Grund führe ich ihn in der Öffentlichkeit stets am Halfter.

Die Leinenarbeit selbst habe ich eigentlich vollständig am normalen Halsband erarbeitet, nach der oben beschriebenen Methode und einigen Elementen des "Natural Dogmanship", was ich aber nicht unreflektiert weiterempfehle, und mir auch nur fragmentarisch weitergeholfen hat.
Nach diesen ersten Erfolgen habe ich dann später im Alltag zusätzlich das Stehenbleiben angewandt sobald er anfing zu zerren. Dies wirklich mit eiserner Konsequenz; was also bedeutet, die Gänge mit dem Hund zunächst auch wirklich für den Hund zu reservieren, und den Brief, den man eigentlich zum Kasten schaffen wollte, aus dem Bewußtsein zu streichen, weil man gegebenenfalls gar nicht innerhalb der vorgesehenen Zeit dort ankommt.
Das meinte ich auch damit, als ich Dir riet, auf das Gassigehen im gewohnten Bild anfangs zu verzichten. Solange Du das gewohnte Muster des Hundes nicht durchbrichst und weiterhin hinterherläufst wenn sie zerrt, solange hat sie absolut keinen Grund, damit aufzuhören. Deshalb empfehle ich Dir wie gesagt, auf der ruhigen Wiese zu beginnen, dort bist Du nicht in dem unbewußten Zwang "jetzt die gewohnte Runde" gehen zu müssen, sondern Du nimmst Dir dort ± eine halbe Stunde Zeit und erarbeitest mit Ronja einen Grundstock an Kommunikation an der Leine. Dort gibt es nur sie und Dich, nix anderes. Du wirst selber mit der Zeit spüren, daß sich die Zusammenarbeit und die Kommunikation verbessern und auch entsprechend mutiger mit dem Trainingserfolg werden. Wenn Dir erst einmal in Fleisch und Blut übergegangen ist beispielsweise stehenzubleiben, wann Du es willst und nicht ihren Vorgaben zu folgen, ist es lange nicht mehr so schwer das auch im Alltag auf der Straße anzuwenden. Unter Umständen brauchst Du dann vielleicht sogar nicht einmal mehr das Halfter, aber das laß erstmal rankommen. Ob es nachher auf der Straße und in der Öffentlichkeit, also abseits der Trainingswiese gelingt, steht und fällt einzig und allein mit Deiner Konsequenz und Deinem Durchhaltevermögen, das auf der Wiese erlernte auch mutig und selbstbewußt auf offener Straße anzuwenden. Glaub mir: Die Leute sehen viel lieber einem Menschen und seinem Hund beim Training zu, als zu erleben, wie der Hund den Menschen im Griff hat; peinlich müssen und sollten Trainingsmaßnahmen in der Öffentlichkeit nie sein. Sie gelingen aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, wenn man in ruhigem Umfeld und zunächst unbeobachtet probiert und herausfindet, wie der Hund reagiert und welche Mittel man selber einsetzen kann, um sich ins Bewußtsein des Tieres zu rücken.

zipfelhut
30.10.2007, 15:09
Sandy, und ich bin der Ansicht, daß es besser ist, einen sachgerechten Umgang mit den Hilfsmitteln zu propagieren statt sie zu deckeln. Damit kann man eine Menge Vorurteile und Irrtümer ausräumen.

Daß das Halfter inzwischen in einem Atemzug mit Erziehungsgeschirr, Beinleine, Discs, Sprühhalsband & Co genannt wird, macht auch mir einiges Kopfzerbrechen, allerdings kann man ein Umdenken bei den Leuten nur schwerlich mit Vorwürfen und Belehrungen erreichen.

Ich glaube, ich habe diesen Vergleich hier schon einmal in einem ähnlichen Kontext gebraucht, aber ich finde ihn sehr passend:
Es gibt unter anderem deshalb so viele Irrtümer über Haschisch, weil es weggeflüstert und verboten wird. Je mehr etwas totgeschwiegen wird oder auf einen "Gefährlichkeitsindex" gerät, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß sich Fehlinterpretationen, Irrtümer und eben Vorurteile darüber in den Köpfen der Menschen manifestieren. Viel besser finde ich, einen sachgerechten Umgang mit potentiell gefährlichen Dingen zu erklären , dann kann man das gegenwärtige Mißverhältnis von sachgerechter Anwendung und Fehlgebrauch irgendwann umkehren.

Naddl 0405
30.10.2007, 15:16
:bl: Danke nochmal, Zipfelhut! :bl:

Ich lass das Halti jetzt mal komplett weg. Ich probier's weiterhin mit kosequenz.
Das mit der Wiese hat unser Trainer auch schon mal vorgeführt. Er hatte eine Fährtenleine. Gab dem Hundi ein paar Meter spielraum und lies Ihn machen. Der Trainer ging einfach los. Ob Hundi aufmeksam wurde oder nicht. Spätestens beim Leinenruck reagierte der Hund und lief dem Trainer nach. Er zeigte uns das damals ca,.15 min. lang, weil die Halterin auch probleme hatte den Labi zu halten.
Am schluss war's echt so, das der Labi den Trainer auf Schritt und Tritt folgte.
Immer am Fuß. Ich war echt beeindruckt.:)

Aber wieoft wendet man das an, bis Hundi versteht, das er auf mich achten sollte?
Klar sollte man auch bedenken, es sind noch Junghunde, mitten in der Pupertät, Sie wollen Ihre Grenzen austesten. :love: Aber ich hab solche Angst, etwas zu versäumen, das ich dann nicht mehr korrigieren kann.
Ich weiß nicht, ob Du das verstehen kannst?

LG Nadia

sandy83
30.10.2007, 15:19
nun gut ich muss schon sagen das dass was du sagst hand und fuss hat!
aber dennoch ist der gebrauch des haltis nicht für jedermann!
auch hat nicht jeder hundehalter(weil vielleicht anfänger) nicht soviel hirnschmalz in sachen hundeerziehung so wie es micomaushund gerade so schön schrieb!
und genau dann braucht man prof. hilfe, denn es ist noch kein meister vom himmel gefallen.

deshalb mein fazit, erstmal alles andere ausprobieren bevor man zum halti greift und wenn es dann die einzigste lösung ist, dann bitte doch unter anleitung! unsere hunde sind schließlich keine versuchstiere, falscher gebrauch kann nämlich nach hinten losgehen!

zipfelhut
30.10.2007, 15:19
Ich hab noch was vergessen, Sandy: Kopfhalfter sind überall im Handel frei erhältlich; daran kann kein Mensch mehr etwas ändern. Gerade auch deshalb erachte ich es für besonders wichtig, daß man offen über eine sachgerechte Halfteranwendung spricht, gekauft wird es doch sowieso! Und im schlimmsten Falle setzt der Unwissende sogar noch einen drauf und nimmt gleich das Stachelhalsband. Mir ist bis heute nicht ein einziges Buch in die Hände gefallen, in dem sachlich, umfassend und fachlich richtig eine Anleitung zur korrekten Arbeit mit dem Halfter beschrieben ist, und die Beipackzettel der verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Halfter sind schlichtweg das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurden. Nicht jeder hat letztendlich auch das Geld, sich eine Einweisung in der Hundeschule leisten zu können... :)

zipfelhut
30.10.2007, 15:28
Doch, Nadia, ich versteh Dich schon.

Der Trainingserfolg hängt von deinem Durchhaltevermögen und Deiner Konsequenz ab. Im Unterschied zu der Methodik die Dein Trainer anwandte, habe ich Dir ja den Tip gegeben mit Futter zu arbeiten und sie zu belohnen, wenn sie "bei Dir" ist (ihre Konzentration also). Damit beschleunigst Du das ganze erheblich. Wenn Du jeden Tag statt jedes bisherigen Gassigangs dieselbe Zeit für Spielen, den Hund lösenlassen und Training auf der Wiese verwendest, kannst Du innerhalb einer Woche deutliche Fortschritte erzielen! Aber Du mußt eben dranbleiben, das ist das oberste Gebot, und Du mußt herausfinden, auf welche Weise Du Ronja motivieren kannst, mitzumachen. Letztendlich soll Euch beide das Training ja keine Last sein, sondern Euch helfen, besser miteinander kommunzieren zu lernen. Finde heraus, wofür sie glüht, finde heraus, was Du tun mußt, um ihre Konzentration zu fesseln und zu bündeln. Und sei fair mit ihr und honoriere entsprechend, wenn sie mitzieht. Das ist bereits die halbe Miete.;)

MicoMaushund
30.10.2007, 15:29
Hallo Nadia,

gaaaanz langsam mit die jungen Hunde ;).

Ein Trainer hat im Optimalfall die Erfahrung und Ausstrahlung, mit der er jeden Hund in kürzester Zeit an das gewünschte Ziel führt. Stell dich mit sowas aber nicht selber unter Druck :bl:.

Das Üben auf der Wiese - ich würd aber eher noch kürzer als ne halbe Stunde üben ;) - gibt dir und dem Hund von ganz allein die Sicherheit, dass es dann auch auf der Straße klappt. Das muss, kann und wird aber nicht innerhalb einer Woche sein :bl: - Besserung ja, aber "nicht-mehr-Ziehen", nein. Es hat auch seinen Grund, warum die BH-Prüfung erst mit 15 Monaten abgelegt darf ;).

Arbeiten mit dem Junghund, ja, selbstverständlich, unbedingt - je lockerer du aber mit diesem Problemchen umgehst, desto schneller seid ihr es los.

Viele Grüße
MicoMaushund

PS Sandy, ich bin überzeugt, dass Nadia genügend Hirnschmalz hat, auf die war meine Aussage nun weiß Gott nicht gemünzt. Die, dies angeht, fühlen sich jedoch vermutlichst wieder mal nicht betroffen :D :floet:

zipfelhut
30.10.2007, 15:31
nun gut ich muss schon sagen das dass was du sagst hand und fuss hat!
aber dennoch ist der gebrauch des haltis nicht für jedermann!
auch hat nicht jeder hundehalter(weil vielleicht anfänger) nicht soviel hirnschmalz in sachen hundeerziehung so wie es micomaushund gerade so schön schrieb!
und genau dann braucht man prof. hilfe, denn es ist noch kein meister vom himmel gefallen.

deshalb mein fazit, erstmal alles andere ausprobieren bevor man zum halti greift und wenn es dann die einzigste lösung ist, dann bitte doch unter anleitung! unsere hunde sind schließlich keine versuchstiere, falscher gebrauch kann nämlich nach hinten losgehen!

Gar keine Frage, da stimme ich mit Dir überein.
Aber man kann ja hier schon aus der Fragestellung entnehmen, ob sich jemand ernsthaft Gedanken darüber macht, mit seinem Hund zu arbeiten, oder ob er von uns nur wissen will, wo der Knopf ist, um das lästige Verhalten seines Hundes abzustellen... :D

zipfelhut
30.10.2007, 15:32
Genau, Barbara - das trifft es:D

Naddl 0405
30.10.2007, 15:41
Also....:D

Ich werde das jetzt so anwenden. Ich versuchs mit der Wiese.
natürlich werde ich Sie immer loben, wenn Sie aufmerksam auf mich ist. Mit Leckerchen arbeite Ich auch so. Die habe Ich immer in der Tasche.
In der Hundeschule verwende Ich dafür Käsestückchen. Darauf fährt Sie besonders ab. :D
Das mit den Übungszeiten sehe Ich übrigens genauso wie Micomaushund... werde versuchen so in 10-15 min. Etappen zu üben. Und auch täglich. Is momentan ein bissi schwierig, weil meine Mädl diese Woche noch Ferien haben.
(Muß halt Omi herhalten...:D)

Ich lass das Halti erst mal weg, wie gesagt!
ich danke Euch für die Hilfe und hoffe, daß Ich das alles auch so umsetzen kann. In der Ruhe liegt die Kraft, Ich weiß.
Konsequent bin ich eigentlich schon...:?:

zipfelhut
30.10.2007, 15:48
Du mußt eben vor allem konsequent sein, wenn es daran geht, von der Wiese ins "Leben" zu wechseln und dann auch im Alltag souverän zu bleiben. Aber auch ich bin zuversichtlich, daß Ihr beide das schafft!

Naddl 0405
30.10.2007, 15:56
:-* Danke, das motiviert mich gleich viel mehr! :t:

Kitty77
30.10.2007, 16:12
Hallo!

Halti hin- Halti her! Meiner Meinung nach sind solche Hilfsmittel total überflüssig! Reiner Versuch Symtome zu lindern, aber die Ursache bleibt. Hast du dich schon mal gefragt warum dein Hundi zieht?
Hunde bewegen sich bei ihren Rundgängen gewöhlich im Trab, also müssen sie erst lernen sich auf unser Schneckentempo einzustellen.

Machst du ihr deutlich, dass sie es richtig macht, wenn sie nicht zieht? Und weiß sie dass du es nicht gut findest, wenn sie zieht? Hunde lernen am besten mit Zuckerbrot und "Peitsche", wobei die sprichwörtliche Peitsche ein scharfes, strenges Wort sein sollte!
Je klarer du in deinen Anweisungen bist, desto eher lernt deine Hündin. Sie kann ja auch nur das für dich tun, was sich kappiert hat!

Darf sie auf den Spaziergängen auch mal frei laufen und sich richtig austoben? Wenn sie nur an der leine laufen darf, versuchs mal mit walken, joggen oder Radfahren. Das macht den meisten Hunden Spaß.

Dein Halti kannst ja bei ebay verkaufen! Glaub mir, ich habe schon viele Hunde gesehen, die mit irgendwelchen "Hilfsmittel" maltretiert worden sind! Ich habe lange in einem Tierheim gearbeitet. Der schlimmste Fall war ein Husky-Mix, der hat beim Klicken des Karabiners, sofort losgepinkelt vor Angst. Von den unzähligen Dt. Schäferhunden, die sich nicht mehr am Hals freiwillig anfassen lassen ganz zu schweigen!

Darum mein Motto: Kommuniziert mehr mit euren Vierbeinern!!!! Und geht auch mal auf ihre Bedürfnisse ein!

Grüsse

Kitty

sandy83
30.10.2007, 16:18
da hast du absolut recht kitty. du sprichst mir aus der seele!

MicoMaushund
30.10.2007, 16:25
Hallo Kitty,

im Prinzip hast du sicher recht ... aber ich "kenn" jetzt Nadia von Anfang an und bin mir sicher, dass sie schon den richtigen Weg findet.

Außerdem, Jungschäfis sind nun mal halt etwas anstrengender als viele andere Rassen, weil ungeheure Lebensfreude mit geballter Energie und ziemlich viel Kraft durch den Körperbau zusammenkommen.

Und, manchmal macht es durchaus Sinn, erst am Symptom zu arbeiten und dann an der Ursache, nämlich dann, wenn das Symptom so "laut" ist, dass man an die Ursache erstmal nicht mehr kommt ;). Das jetzt aber als allgemeine Feststellung und nicht auf Nadia und Ronja bezogen :cu:

Viele Grüße
MicoMaushund

zipfelhut
30.10.2007, 16:53
Hllo Kitty,
Es ist schon ein bißchen sehr allgemein, alle Hilfsmittel zu verteufeln. Das Hilfsmittel selbst kann auch nie schaden, nur die falsche Anwendung dessen.
Was würde ich machen, wenn es keine Halfter gäbe...mein Hund müßte unter Menschen stets einen Maulkorb tragen! (Der nebenbei bemerkt auch ein Hilfsmittel ist) Mit fehlender Erziehung hat es bei meinem Leo eben leider auch nichts zu tun...wenn in seinem Kopf der Schalter rumgelegt wird versagt meine Erziehung, im nächsten Moment sieht er mich dann erschrocken an, erkennend, daß er ein Tabu übertreten hat...mancher Hund kann eben leider auch nicht mehr aus seiner Haut heraus. Auch die verteufelten Erziehungsgeschirre können im Einzelfall die Problemlösung darstellen...ebenso wie ein Stachelhalsband, bestimmte Situationen erfordern bestimmte Maßnahmen, und wenn ein Hund erst richtig "verkorkst" ist, kommt man in aller Regel allein über ein auf Motivation fußendes Trainingskonzept nicht weiter. Leider kommen auch nicht alle Menschen mit einem Hundebuch im Kopf oder dem nötigen Feingefühl für einen Hund auf die Welt...haben aber wohl ein gutes Herz und sind nicht zwingend gleichgültig und an ihren Tieren desinteressiert. Und bei manchen fehlts schlicht im "Hirnkastl", wie Barbara so schön sagte, um gelesenes aktiv umsetzen zu können. All diese Menschen sind deshalb aber noch lange keine schlechten Hundehalter. Ich teile absolut Deine Ansicht, daß leider viel zu oft und zu früh und in aller Regel auch unsachgemäß nach einem Hilfsmittel gegriffen wird. Aber ganz ohne geht es eben nicht, zumindest solange es Leute gibt, die noch nicht einmal das umsetzen können, was Du mit Deinen obigen Zeilen verlangst. Deren im Tierheim abgegebene Hunde kann man ja nicht einfach einschläfern, nur um kein Hilfsmittel benutzen zu müssen... ;)

MicoMaushund
30.10.2007, 17:05
All diese Menschen sind deshalb aber noch lange keine schlechten Hundehalter. Ich teile absolut Deine Ansicht, daß leider viel zu oft und zu früh und in aller Regel auch unsachgemäß nach einem Hilfsmittel gegriffen wird

Das Phänomen an der misslungenen Hundeerziehung ist ja oft, dass sie gerade denen misslingt, die sich die meisten Gedanken machen, die meiste Mühe geben, aber leider auf untaugliche Ratschläge hören, ungeeignete Bücher lesen und an schlechte Trainer geraten. Unfair, aber real.

Kitty77
31.10.2007, 10:11
Guten Morgen ihr Lieben!

Der dt. Schäferhund muß einen Vorwärtsdrang haben, laut Rassestandard. Es wird sich so ein vorzüglicher Rassevertreter angeschafft, der richtig Power hat. Doch schnell hat man erkannt, dass dieses heranwachsende Hundeknäul anstrengender ist, als erwartet. Also ab in den Schäferhundverein, wo all die "erfahrenen" alten Hundeführer/innen am Hund rumpfuschen mit Gesundheitswürgern (ich liebe dieses Wort!), Stachelhalsband und frag mich nicht was. Wenn man dann mal nachhackt, wozu sie das ganze benutzen bekommt man meist die gleiche Antwort: "das haben wir schon immer so gemacht!" - und nix dabei gelernt!-

Entweder hat dann der Schäferhund ein Einsehen mit seinem Menschen (dem er ja sowieso nur gefallen will) und macht das alles mit oder eben nicht, dann landet er halt im Tierheim, weil er nix taugt. Ein neuer Wepe ist dann meistens schon gekauft.
Ich habe dieses traurige Spiel schon oft genug erlebt!

Übrigens der verkorkste Husky geht jetzt liebend gerne spazieren, nachdem ich monatelang mit ihm das anleinen geübt habe.

Leine und Halsband (ohne Zug) sollten genügen. Alles andere ist doch nur Geschäftemacherei mit dem Wirtschaftsfaktor Hund! Der Sachgemäße Umgang mit Würgern, Stachelhalsbändern und Co. ist: Mülltonne auf - das Zeug rein- Mülltonne zu! Oder lieg ich da falsch Zipfelhut? Ich lerne ja immer gerne dazu!

Und Nadia, du solltest dir nicht so den Kopf zerbrechen, ob du was falsch machst. Hundeerziehung ist ein stetiger Lernprozess von dir und deinem Hund.

Viel Spaß dabei!

Kitty

MicoMaushund
31.10.2007, 10:17
Der Sachgemäße Umgang mit Würgern, Stachelhalsbändern und Co. ist: Mülltonne auf - das Zeug rein- Mülltonne zu! Oder lieg ich da falsch Zipfelhut? Ich lerne ja immer gerne dazu!

Im Einzelfall könnte man es vorher noch dem Halter umlegen ;).

Pauschal sollten auch diese Hilfsmittel jedoch nicht verteufelt werden, besser als Euthanasie oder Daueraufenthalt im TS-Zwinger ist ein Würgehalsband (zum kurzfristigen Gebrauch durch einen erfahrenen Trainer und auch hier nur im Ausnahmefall!) alle Mal :bl:

Den "Umtausch via Tierheim" möcht ich jetzt aber nicht an der Rasse festmachen, mag der DSH wegen seines ausgeprägten Willens dort landen, landet ein Retriever (Hovawart usw.) vielleicht dort, weil er nicht von ganz allein der propagierte Familienhund wurde oder der Jagdhund, weil er nicht schussfest und nicht angewölft genug ist. Mit Verallgemeinerungen ist keiner Rasse gedient ;)

Naddl 0405
31.10.2007, 12:20
Guten Morgen ihr Lieben!

Der dt. Schäferhund muß einen Vorwärtsdrang haben, laut Rassestandard. Es wird sich so ein vorzüglicher Rassevertreter angeschafft, der richtig Power hat. Doch schnell hat man erkannt, dass dieses heranwachsende Hundeknäul anstrengender ist, als erwartet. Also ab in den Schäferhundverein.

Und Nadia, du solltest dir nicht so den Kopf zerbrechen, ob du was falsch machst. Hundeerziehung ist ein stetiger Lernprozess von dir und deinem Hund.

Viel Spaß dabei!

Kitty


Hallo Kitty,

nichts für ungut, aber Ich wollte nur fragen, wie das Halti "RICHTIG" angewöhnt wird...:cool:
Keinesfalls wollte Ich so eine Diskussion auslösen.
Ich gehe in einen-Ich nenn's mal Allgemeinen Mischlings-Verein-weil Ich von den Schäferhunde-Vereinen nichts halte. Dort wird beim Hund das komplette Wesen zerstört um dann wieder aufgebaut zu werden. Die Hund werden verprügelt und stundenlang in Ihre Boxen gesperrt. :mad:
Davon halte Ich nichts.
Ronja ist ein Familienhund. Sie braucht keine Schutzhund Ausbildung und dergleichen. Wir führen unseren Schäferhund anders.
Was ich jedoch möchte, daß die Leinenführigkeit funktioniert. Ich möchte nicht ständig an Ihr rumzerren, wenn uns ein Hund begegnet, oder wenn Sie schneller sein will als ich.
Da wir schon mehrere Wochen mit Richtungswechsel übten, aber keinen sooo tollen Erfolg hatten, habe Ich mich hier erkundigt.

Ich sehe in dem Halti keinen Vergleich mit Prügel, Stachelhalsbändern & Co. ;)
Aber ich werde den ratschlägen hier folgen und erst mal die Leinenführigkeit auf der Wiese trainieren.
Ich sehe schon, daß Ronja mit Ihren knappen 8 Monaten noch sehr jung ist, um stets "bei mir zu sein"

Weiter oben hast Du gefragt, ob Sie sich mal austoben auch darf. Ja. Ich gehe täglich 1 std. Davon läuft Sie 45 min. ohne Leine. ;)
Ansonsten geht Sie weitere 4x raus. 20 min. an der Leine zum lösen.

An schönen Tagen sind wir im Garten. (1000 qm) Da tobt Ronja dann mit Ihrem Spielzeug umher. Die Kinder spielen dann auch viel mit dem Hund. 3x In der Woche ungefähr mache Ich mit Ihr Suchspiele für ca. 20 min.

Also denke Ich schon daß Hundi ausgelastet ist.
Ach ja, und 1x in der Woche fahren wir noch zu meinen Eltern. Die haben auch einen Schäferhund. Da tollen die beiden auch meistens 2-3 Stunden rum. ;)
Und Samstags ist Hundeschule. 2 std. :D

Wenn Ich "Nachbar's Dackel" anschaue... den ganzen Tag im Garten, kennen keine Leine und kein Halsband.

Eines möchte Ich auch noch sagen. Meine Eltern haben den dt. Schäferhund schon seit Ich denken kann. Ich bin also mit dieser Rasse "Groß" geworden und kenne die Vorzüge der Rasse eigentlich schon. :)

Is jetzt nich bös gemeint! ;)

Gertrude
31.10.2007, 13:59
Außerdem, Jungschäfis sind nun mal halt etwas anstrengender als viele andere Rassen, weil ungeheure Lebensfreude mit geballter Energie und ziemlich viel Kraft durch den Körperbau zusammenkommen. :sporty:

Wem sagt Ihr das !!!!!!!
Fast alle Probleme begründen sich im mangelnden Respekt der Wuffis.
Ich habe eine feste Stimme, bin konsequent und im normalen Leben selbstsicher. Hundebücher stapeln sich bei uns, aber das interessiert meinen "Halbstarken" leider wenig und ich schaffe es nicht, mir den erforderlichen Respekt zu verschaffen.
Aber bevor man ein Tier weggibt, muss man sich das volle Programm geben. Dazu gehören auch blaue Flecken und Tränen:0( und Haltis und und und .....

Gertrude

Naddl 0405
31.10.2007, 14:36
Hallo Gertrude,


:bl: Danke, so sehe Ich das auch!

zipfelhut
31.10.2007, 16:21
Hallo Kitty,
Zum Ersten:
Es gibt unbestritten noch eine große Menge an Schäferhundplätzen, auf denen mit an Tierquälerei grenzenden Methoden "gearbeitet" wird.
Deshalb jedoch nun eine ganze Interessengemeinschaft (hier Schäferhundbesitzer, die sportlich mit ihrem Hund arbeiten) in einen Topf zu werfen finde ich nicht angebracht.
Auch Schutzhundausbildung ist nicht zwingend Tierquälerei (ich habe selber sehr lange mit großen Vorbehalten so gedacht). Ich habe einen verdorbenen Hund aufgenommen und weitestgehend ohne Hilfsmittel das erreicht, was er heute zu leisten bereit ist. Ich arbeite mit ihm an der Unterordnung auf Begleithundniveau, und strebe in Richtung Obedience. Es kommt immer auf das "wie" an.
Es ist traurig, daß viele Hunde leider nur nach ihrem Äußeren eingestuft und angeschafft werden. Leider wird daran aber niemand etwas ändern können, solange es Menschen gibt.
Eine Tatsache, der indes besonders wenig Aufmerksamkeit zukommt, ist die Grundschärfe und Schneidigkeit des Schäferhundes. Dieser Hund ist numal für die Schutzarbeit gezüchtet worden, ob es uns paßt oder nicht, und genau dies verleugnen sich viele Menschen. Deshalb ist es auch so wichtig, mit einem Schäferhund etwas anzustellen, ihn zu beschäftigen und ihm geistiges Futter anzubieten. Vielfach wird dies eben versäumt und das Tier landet im Asyl oder bei Leuten, die es gut mit ihm meinen, aber oft nicht so sehr viel Hunderfahrung haben.

Allerdings möchte ich an dieser Stelle auch einmal zu bedenken geben, daß die überwiegende Anzahl an DSH in Tierheimen ohne bekannte Abstammung ist; wenn ein Züchter Kenntnis davon bekommt, daß ein Tier aus seiner Zucht im TH sitzt, wird er sich normalerweise darum bemühen, etwas zu unternehmen. Natürlich bestätigen aber auch hier Ausnahmen die Regel. Ich will damit sagen, daß Schäferhundzüchter (außer die mit der Lizenz zum Gelddrucken a la Kommissar Rex) sich eigentlich schon sehr genau anschauen, wo ihre Tiere hinkommen und dann auch Kontakt zu den Welpenkäufern halten. Hunde aus registrierten Zuchten sind wirklich bedeutend seltener in Tierheimen als solche mit unbekannter Abstammung.
Zurück zum Ausgangsthema. Eben diese Tiere in den Tierheimen haben aufgrund ihrer unsaschgemäßen Haltung oft so große Defizite im Sozialverhalten und auf anderen Feldern, daß man dort in aller Regel nicht "mit Halsband und Leine" weiterkommt. Schon gar nicht als Ottonormalverbraucher, der einfach ein liebes Vieh im Tierheim suchte und fand. Daß auch dort nicht ausschließlich nach Verstand ausgewählt wird, ist ebenfalls unbestritten. Aber was wollte man denn, bei allem Idealismus, mit all diesen armen Hundeseelen anstellen, wenn es keine Hilfsmittel gäbe?

Es gibt unter (potentiellen) Normalo-Hundehaltern schlichtweg nicht genug Fachleute bzw. Idealisten, die jedes Verhaltensproblem mit minimalem Aufwand lösen können. Vielfach fehlt die Zeit, vielfach der Wille, und manches mal auch der Verstand. Aber kann man ihnen das zum Vorwurf machen, nachdem sie immerhin bereit sind, ein Tier aus dem TH aufzunehmen? Ich meine, daß man dort relativieren muß - die Praxis weiß es eh besser als alle guten Vorsätze. Was wollte man mit all den herrenlosen Viechern machen, wenn man sie nur noch an "Fachleute" herausgäbe? Es wäre faktisch unmöglich, noch irgendeinen Hund zu vermitteln, es ist doch so schon schwer genug für die Tierheime.
Um all diese Dinge klären zu können, müßte man an ganz anderen Stellen anfangen zu arbeiten; nicht bei den Hilfsmitteln sondern bei wirksamen Kontrollmechanismen für Zuchtbeschränkungen von Hunden, an einem Sachkundenachweis für jeden Hundehalter (aussichtslos, behaupte ich), und an einem Unterstrafestellen von unregistrierter Hundevermehrung (auch eher aussichtslos).
Wenn die Ursachen für alles Übel angefaßt würden, verschwände nach und nach auch die Wirkung...aber solange sich eben jedermann ohne nachforschen, lesen oder lernen zu müssen einen Hund beschaffen kann wird sich für die Tierheime rein gar nichts ändern. Dann kann und sollte man lindern - zum Beispiel mit Hilfsmitteln, an richtiger Stelle und maßvoll eingesetzt.

MicoMaushund
31.10.2007, 16:40
Zurück zum Ausgangsthema. Eben diese Tiere in den Tierheimen haben aufgrund ihrer unsaschgemäßen Haltung oft so große Defizite im Sozialverhalten und auf anderen Feldern, daß man dort eben nicht "mit Halsband und Leine" weiterkommt. Schon gar nicht als Ottonormalverbraucher, der einfach ein liebes Vieh im Tierheim suchte und fand. Daß auch dort nicht ausschließlich nach Verstand ausgewählt wird, ist ebenfalls unbestritten. Aber was wollte man denn, bei allem Idealismus, mit all diesen armen Hundeseelen anstellen, wenn es keine Hilfsmittel gäbe?

Zum xten Mal zurück ins Tierheim, wo man ihnen wiederum nicht gerecht werden kann:?: ;)

Ich hab mir die letzte Stunde mal den Spass gemacht, alle Tierheime in der Gegend (online) abzuklappern:

In zehn Tierheimen drei DSH, 17 Huskys und und der Rest von 90 % überwiegend Menge Retriever- und Sennenmixe ... die Schäfis alle ältere Semester und keineswegs seit der Pubertät einsitzend :floet:.

Auch Mico ging diesen Sommer für 10 Stunden in der HuSchu und in etwa die gleiche Zeit beim Spaziergang mit Würger, nachdem ich fast drei Jahre mit mäßigem Erfolg versucht hatte, was zuvor schon vier Haltern, drei Tierheimbesatzungen, einem Hundepsychologen und zwei HuSchulen nicht gelang ... jetzt ist er zu 95 Prozent "kuriert" und die Kette im Keller verbuddelt. Alternative wäre gewesen, dass auch ich aufgebe und der Hund eingeschläfert wird.

zipfelhut
31.10.2007, 16:46
Und das finde ich prima, Barbara....ich will nicht wissen wievielen Hunden dies schon widerfahren ist, was Du da von Mico schilderst...nur daß sich eben in aller Regel keiner findet, der als "letzter" durchhält...Mein Leo ist ja wie schon gesagt auch so ein Fall. Ohne das Halfter hätte ich, bei aller Bescheidenheit auch mit meinem nicht ganz kläglichen Wissen, ganz, ganz arm ausgeschaut...Ich weiß nicht, durch wieviele Hände er gegangen ist, aber ich weiß, daß sich bei ihm einfach keiner traute oder die Mühe machte, konsequent durchzuziehen. Er ist ja nun auch wirklich sehr groß, stattlich, selbstbewußt und präsent...verstehen kann ich schon, daß da mancher die Flinte ins Korn haut...

MicoMaushund
31.10.2007, 16:47
Um all diese Dinge klären zu können, müßte man an ganz anderen Stellen anfangen zu arbeiten; nicht bei den Hilfsmitteln sondern bei wirksamen Kontrollmechanismen für Zuchtbeschränkungen von Hunden, an einem Sachkundenachweis für jeden Hundehalter (aussichtslos, behaupte ich), und an einem Unterstrafestellen von unregistrierter Hundevermehrung (auch eher aussichtslos).

Die Strafe für unregistrierte Vermehrung könnte ja eh nur national durchgesetzt werden, der Ostblock bliebe außen vor. Eine EU-bzw. europaweite Regelung wird es sicher nie geben.

Und Sachekundenachweis, oh weh, mir fallen momenten schon vier Halter ein, die ich aus der Hundeschule - und da waren wir ja wirklich nur kurz - kenne und die nichts, aber auch garnichts davon umsetzen, was sie gelernt haben. Was nützt schon ein Papier :0(

Schön wär's, wenn man an den Ursachen was ändern könnte und nicht gegen die Auswirkungen kämpfen müsste ... :bl:

Gertrude
01.11.2007, 21:06
Es ist traurig, daß viele Hunde leider nur nach ihrem Äußeren eingestuft und angeschafft werden.

Kann dieser Aussage nur beipflichten, ist aber mit Vorbehalt zu sehen !
Wir haben einen Mischling mit 12 Wochen aus dem Tierheim geholt, wo uns niemand sagen konnte, welche "Zutat" sich durchsetzen könnte.:?::?::?:

Wir haben einen äusserst dominanten, intelligenten und willensstarken Hund "erwischt".
Da hat meine ganze Hundererfahrung aus früheren Tagen überhaupt nichts genützt. Dieser inzwischen 8 Monate alte "Halbstarke" fordert mich total und zeitweise bin ich überfordert. Ich habe grosse Mühe, mir den nötigen Respekt zu verschaffen, aber ich will es - unbedingt !!!!:sporty:
Mich hält nur aufrecht, dass ich ihm das hier angeführte Tierheimschicksal ersparen möchte und auch dieses Forum ist für mich hilfreich.
Inzwischen haben wir eine gute Hundeschule gefunden, wo man uns die Notwendigkeit von strengeren Massnahmen erklärt hat und Hilfestellung gibt.

Irgendwann muss der Hund entweder hart angefasst oder aufgegeben werden. Lieber fass' ich ihn hart an, als dass er irgendwo landet und ich schlaflose Nächte habe.......

Gertrude