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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Probleme beim Schenkelweichen



Effenberk
03.05.2002, 09:38
Wer kann mir helfen?
Ich reite ein gutes Dressurpferd, das Schenkelweichen ohne Probleme kann. Bei mir klappt es jedoch nicht. Ich bin mir zwar sicher, dass ich die Hilfen richtig gebe (oder weiß zumindest was man machen muss), aber etwas kann da ja nicht stimmen. Ich mache irgendetwas falsch. Ich versuche schon ca. 4 Monate daran zu arbeiten, aber ohne Fortschritte.

Also etwas genauer:
Das Problem bei mir ist, das das Pferd zwar seitwärts geht, aber dabei schief ist. So ist z.B. beim Schenkelweichen links (diagonal durch die ganze Bahn), das Hinterteil nach links gebogen. Was kann ich machen, damit das Hinterteil mehr nach rechts / also gerade kommt?

Meine Reitlehrerin meint das Pferd sei schief, da ich zu stark am linken Zügel ziehe. Aber selbst wenn ích diesen Zügel ganz locker lasse ist das Pferd schief. Ich mache einfach nur: linkes Bein treibt - rechte Hand gilbt gleichzeitig Parade (bei Schenkelweichen links).

Kann mir jemand helfen? Bitte!

Inge1810
04.05.2002, 01:23
hallo monika, ich hab jetzt überlegt und überlegt, wie ich es dir erklären soll und da fiel mir ein, daß andere das viel besser formuliert haben und das kopier ich dir jetzt rein:
Schenkelweichen:

Die Kopfstellung wird stets nach dem seitwärts treibenden Schenkel genommen, der dadurch zum inneren wird. ... Das Schenkelweichen wird nur im S c h r i t t u n d A r b e i t s t r a b nur auf kurze Strecken geübt. ... Beim Schenkelweichen bewegt sich das Pferd mit ganz geringer Kopfstellung auf zwei Hufschlägen, die bis zu einem Schritt voneiander entfernt sind. Dabei treten die inneren Füße gleichmäßig vor und über die äußeren. Der Reiter sitzt vermehrt nach innen und drückt die Hinterhand mit dem dicht hinter dem Gurt liegenden inneren Schenkel seitwärts. Dieser Druck muß eintreten, wenn der innere Hinterfuß von der Erde hebt, und wird, wenn nötig, von Tritt zu Tritt wiederholt. Die Vorhand wird durch den äußeren Zügel auf ihrem Hufschlage weitergeführt. Der Reiter muß jedem Fliehen des Pferdes vor dem Schenkel und jedem Ausfallen der äußeren Schulter durch Verwahren mit dem äußeren Zügel und äußeren Schenkel begegnen. ... Das Weichen des dem Innern der Bahn zugekehrten Schenkels ist für die Ausbildung von größerem Wert, zumal es den Schulterherein vorbereitet.

wenn du also wirklich nur eine leichte stellung mit dem inneren zügel (in deinem fall dem linken) herholst, nach links dein gewicht verlagerst, der rechte zügel verwahrt, dann kann es eigentlich nur am äußeren (rechten) schenkel liegen. ist natürlich schwer ne ferndiagnose zu stellen. mit üben knackst du das problem sicher. manchmal feilt man wochen und monate an einem problem rum und auf einmal, wenn man es schon aufgegeben hat, klappt es. versuch mal den kopf freizukriegen. der spielt da nämlich auch ne rolle. denk dir, daß es dir wurscht ist, ob es nun klappt oder nicht und in vielen fällen klappt es nämlich dann.

Effenberk
04.05.2002, 23:43
Das mit "innerer Schenkel treibt, bei gleichzeitiger Parade außen und Gewicht nach innen verlagert" versuche ich ja die ganze Zeit. Auch mit der leichten "nach-innen-Stellung". Das Pferd tritt zwar mit den Vorderbeinen über, bleibt jedoch mit dem Hinterteil stark gebogen zurück (bei Schenkelweichen links also zur linken Seite). Ich weiß nicht was da der äußere Schenkel machen sollte. Kannst Du mir das etwas genauer erklären?

Inge1810
05.05.2002, 11:29
hallo monika, ich bin echt ne pfeife im erklären, aber ich steh wenigstens dazu ;) ich werd das heute nachmittag mal ausprobieren und diesesmal ganz genau drauf achten, was ich eigentlich tue. ich könnt mir noch vorstellen, daß du den inneren schenkel zu weit vorne läßt und das pferd sich so mit dem hintern nach innen biegen kann. nehm ihn versuchsweise noch ein kleines stückchen zurück und wenn du merkst, daß sich das pferd biegt, piekse ihn kurz an (geht auch ohne sporen) um ihn wieder aufmerksam zu machen. kann nämlich auch verarsche sein, denn das machen pferd ganz gern, die besser sind, als der reiter. der äußere treibt, um das pferd davon abzuhalten, hektisch loszustechen, also quasi um das pferd "in der spur" zu behalten. die dressurreiterei ist einfach gefühlssache. da müssen soviele sachen stimmen. ich nehm seit über zwei jahren privaten unterricht bei einer super reitlehrerin und da ich es auf dem pferd zwar umsetzen kann, aber nicht verständlich rüber bringe, was ich mache um es dem pferd abzuverlangen (denn sie weiß nicht, was sie tut :D) , kann ich sie gerne am dienstag mal auf dein problem ansprechen, denn sie kann das in worten rüberbringen.

Effenberk
05.05.2002, 14:18
Das wäre ganz nett, wenn Du das machen köntnest. Ich werde es mit dem Schenkel zurücknehmen versuchen, mal sehen. Aber so viel ich weiß, habe ich das auch schon paarmal versucht. Ich denke auch, dass meine Hilfen vielleicht nicht so eindeutig sind. Komisch ist nämlich, dass das Pferd (das ja eigentlich gut Dressur geht - unter einem guten Reiter) bei mir, nach Schenkelweichen im Schritt oft von selbst seitwärts gehen will, statt gerade aus. Aber das macht er erst, nachdem ich Schenkelweichen probiert habe. Ich kann ihn dann zwar doch geradeaus reiten, aber muss ihn dann mit dem inneren Schenkel gegen den äußerden Zügel stark treiben. Aber ist ja nicht ein so schwerwiegendes Problem. Ich hoffe, dass es bald mit dem Schenkelweichen besser klappt. Manchmal ist in der Tat auch der Hals auf die gleiche Seite wie das Hinterteil gebogen, aber ich versuche nicht am inneren Zügel zu ziehen (klappt nur nicht immer). Bis dann.

Inge1810
10.05.2002, 11:07
Hallo Monika, da bin ich also wieder mit meinen mühsamen Erklärversuchen ;) Ich muß gestehen, daß ich schon ewig kein Schenkelweichen mehr geritten bin, da meine Reitlehrerin Schenkelweichen eigentlich für eine überflüssige Lektion hält, daher sind wir gleich zum Viereck vergrößern und verkleinern übergegangen. Allerdings muß ich dazu sagen, daß ich schon ewig reite, wenn auch nur Freizeit, bis ich vor zwei Jahren angefangen habe, mich auch dressureiterlich weiterzubilden. Es war auch für meine Reitlehrerin schwer aus der Ferne ein Urteil zu bilden. So wie Du es schilderst, ähnelt es sehr dem Renvers. Also, wir keine Mühen gescheut und ausprobiert :D Ich kann es mir wirklich nur so erklären, daß Du tatsächlich zu sehr am inneren Zügel hängst. Der äußere führt das Pferd genauso, wie sonst auch. Beide Schenkel eine handbreit hinter den Sattelgurt. Der eine treibt das Pferd seitwärts, der andere hält etwas dagegen. Ich hab mit beiden fast gleich getrieben (ist mir so aufgefallen). Wenn Du merkst, daß es wieder nicht so ist, wie es sein soll, dann reite das Pferd einige Schritte wieder normal und leite dann die Übung wieder ein. Also ich fang mal ganz von vorne an. Du reitest rechte Hand. In der Ecke ist das Pferd nach rechts gestellt, dann stellst Du das Pferd leicht nach links (ganz dezent), verlagerst demzufolge Dein Gewicht nach links, nimmst die linke Schulter zurück, beide Schenkel eine handbreit hinter den Gurt, der rechte Zügel führt das Pferd, der linke Schenkel treibt seitwärts, der rechte sorgt dafür, daß das Pferd nicht "flieht". Ich hoffe, ich habe links und rechts nicht verwechselt ;) Wenn es nicht klappt, dann experimentiere etwas herum, also weniger Stellung (soll eh kaum eine dasein, nur ein Hauch davon, das Pferd soll in sich gerade sein) Puh, ich wünsch Dir viel Erfolg.

Effenberk
10.05.2002, 19:26
Hallo!

Danke für die Antwort. Also ich habe es inzwischen auch wieder ausprobiert. Ich denke, es liegt zum

1.) mal daran, dass ich wirklich manchmal den inneren Zügel zu kurz nehme
2.) dass ich das mit der Gleichgewichtsbelastung noch nicht 100%ig richtig mache

Mir ist aufgefallen, wenn ich mit meinem Gewicht etwas rumexperimentiere, dann ist das Pferd schon teilweise recht gerade. Ich muss wohl weiter daran arbeiten und das richtige Gefühl dafür bekommen.

Aber: ich mache mit dem äußerden Schenkel überhaupt nichts. Ist vielleicht nicht nötig, da das Pferd mit dem Hinterteil sowieso eher innen hängt. Oder müsste ich da doch mit dem äußeren Schenkel treiben?