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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sehr anhängliche und verschmuste Glückskatze abzugeben



Siromebe
28.09.2007, 10:36
Hallo, bin total verzweifelt, weil ich mich von meiner 11 Jahre alten Katze trennen muss. Sie hat seit drei Monaten eine Angstpsychose gegen mich entwickelt, höchstwahrscheinlich aufgrund einer Behandlung mit Panacur (gegen Giardien). Es ist so schlimm geworden, dass sie, wenn sie nur meine Stimme hört, totale Panik bekommt, anfängt zu "singen", bäuchlings durch die Wohnung läuft, Kot und Urin verliert und sich zitternd hinter dem Sofa versteckt. Ich war deshalb schon kurz vor dem Nervenzusammebruch und habe sie seit über 2 Wochen im Pfötchenhotel einquartiert. Dort geht es ihr sehr viel besser, sie hat jetzt Gott sei Dank keine Panikattacken mehr. Sie schmust schon mit den Tierpflegerinnen dort und bekommt langsam ihre alte Ausgeglichenheit zurück.

Ich suche jetzt ein neues Zuhause für sie bei katzenerfahrenden Besitzern, die Geduld haben und ihr Zeit lassen, wenn sie sich in der ersten Zeit erst mal zurückzieht und nicht gleich auf ihre neuen Besitzer zugeht. Das Tierheim kommt für mich überhaupt nicht in Frage, da würde sie eingehen, zumal hier in Berlin über 650 Katzen im Tierheim sind. Hat jemand eine Idee, wie ich für sie ein neues Zuhause finden kann? Egal wo in Deutschland? Ich bin bereit, für sie lebenslang die Futter-, Katzenstreu- und Tierarztkosten zu übernehmen. Das kann dann alles vertraglich mit dem neuen Besitzer festgelegt werden. Hauptsache, sie bekommt nochmal ein neues, ruhiges Zuhause.

Für jeden Tip bin ich echt dankbar!

Sibylle

RaveSchneckerl
28.09.2007, 10:53
Hallo Sibylle!

Willst du es denn nicht nochmal mit ihr versuchen?
Vielleicht, wenn sie auch den Pflegern vertraut, könnte sie auch dir wieder vertrauen !?

LG
Cari

Siromebe
28.09.2007, 11:10
Hallo Cari,

vielen Dank für Deine Nachricht. Ich habe natürlich lange hin und her überlegt und auch die Hilfe einer Tierärztin mit verhaltenspsychologischer Ausbildung herangezogen. Sie meinte, dass die Angst bei Buddy (so heißt meine Katze) so tief sitzt (wenn eine Katze vor Angst Kot und Urin läßt, hat sie wohl Todesangst), dass es sehr, sehr wenig Chance auf "Heilung" gibt. Wenn, dann müßten wir ihr für den Rest ihres Lebens Psychopharmaka geben, die eigentlich nur für Hunde zugelassen sind, starke Nebenwirkungen haben und das möchte ich nun gar nicht. Zudem mir die Ärztin auch nicht sagen kann, ob die Psychopharmaka wirklich helfen.

Durch ihren Aufenthalt im Pfötchenhotel weiß ich eindeutig, dass ich die Ursache für ihre tiefe Angst sein muss und deshalb ist der einzige Weg, so schlimm das auch für mich und die Katze nach 11 Jahren des Zusammenlebens ist, ihr ein neues, angstfreies Zuhause zu suchen. ich liebe die Katze wirklich über alles und würde nichts lieber tun, als sie morgen wieder zu mir zu holen, aber Du kannst Dir wirklich nicht vorstellen, wie schlimm das war, sie mit dieser Todesangst zu erleben.

Ich musste letztes Jahr mit ansehen, wie ihre Schwester (ich hatte beide aus einem Wurf) an Bauchspeichedrüsenkrebs gestorben ist und dieses organische Leiden war nicht halb so schlimm wie diese Todesangst, die Buddy diese Wochen bei mir erleben musste. Wirklich entsetzlich. Und das will ich ihr einfach nicht noch einmal antun.

Liebe Grüße
Sibylle

RaveSchneckerl
28.09.2007, 11:29
hm, ok! Wenn selbst die TÄ mit verhaltenspsychologie des sagt.
Und dem Kater deswegen den Rest seines Lebens mit irgendwelche Tabletten voll zu pumpen, die nichtmal sicher helfen... nee, muss wirklich nicht sein.

Der arme Kerl :( Finde es toll, dass du ihm hilfst und nicht einfach ins TH abschiebst. Für Dich ist des sicher auch ned einfach :hug:
Hast du ein foto von ihm?
Dann ist es oft leichter neue, liebe Besitzer zu finden.
Ansonsten setze doch mal ein Inserat (kostenlos) in Berlin.kijiji.de

Wünsch Dir aufjedenfall viel Glück!!!

LG
Cari

loveallcats
28.09.2007, 11:39
Hallo Sibylle,

das ist ja wirklich schlimm, was euch da widerfährt. Es scheint mir, als seist du ebenso traumatisiert wie deine Mieze.

Wie reagiert sie denn, wenn du sie besuchst? Ich könnte mir vorstellen, dass du sie ganz langsam wieder an dich gewöhnen könntest. Kurze Besuche im Pfötchenhotel und immer mit etwas Positivem verbunden. Also nur kurz hingehen, Leckerlie geben und wieder gehen. Möglichst immer zur gleichen Zeit. Je nach Reaktion immer länger bleiben, mit ihr reden, dann nach und nach anfassen etc. Normalerweise ist eine positive Konditionierung durchaus möglich.

Ansonsten ist es natürlich schwierig, für eine Katze in dem Alter ein Zuhause zu finden, aber sicher nicht unmöglich. Wie schon jemand geschrieben hat, wäre ein Foto sicher hilfreich.

LG
Claudia

Siromebe
28.09.2007, 11:58
Hallo Cari, Hallo Claudia,

wie geht denn das mit einem Foto? Bei mir steht unten, es wäre mir nicht erlaubt, Anhänge zu erstellen?

Vielen Dank für den Tip mit der Anzeige, ich habe sie gerade bei kijiji unter Hauskatzen geschaltet, dort konnte ich auch 2 Fotos von Buddy einstellen.

Buddy reagiert immer extrem gestresst, wenn ich sie besuche. Sie schnurrt dann immer extrem lange und laut, das kenne ich gar nicht von ihr. Als ich mit der Tierärztin darüber sprach, erklärte sie mir, dass Tierärzte das oft auch bei Katzen nach Verkehrsunfällen erleben (wie tröstlich!). Katzen schnurren dann wohl um sich selber zu beruhigen. Das ist wohl eine Art Ventil für sie, um mit extremem Stress umzugehen.

Ja, inzwischen bin ich echt auch schon traumatisiert. Das ist auch schon ein Problem im Umgang mit Buddy. Ich kann gar nicht mehr unvoreingenommen auf sie zugehen, sondern bin schon total nervös, wie sie wohl reagiert, ob sie wohl wieder eine Angstattacke bekommt. Das ist natürlich total falsch, weil gerade Katzen so sensibel sind und eine Antenne für das Befinden ihres Frauchens/Herrchens haben, aber wenn man weiß, dass man selber der Auslöser für die Todesangst seiner Katze ist und das nur weil man ihr über mehrere Wochen ein Medikament eingeflößt hat, dann könnte man echt verzweifeln.

Na ja, vielleicht finde ich ja mit der Zeit noch ein schönes Zuhause für sie, erst mal kann sie ja im Pflötchenhotel bleiben und bei der Suche muss man wahrscheinlich einfach Geduld haben und überall Aushänge machen.

Vielen Dank schon mal für Eure Ideen!
Sibylle

RaveSchneckerl
28.09.2007, 12:04
Ha dir mal die Bilder reingetan:

http://kijiji.ebayimg.com/i12/05/k/000/78/01/1aa9_18.JPG
http://kijiji.ebayimg.com/i4/02/k/000/78/01/1a9b_18.JPG

Och, des ist aber ne schöne Katze :love:

Fühl dich mal :hug:, hier werden dir alle Daumen und Pfoten gedrückt, dass sie schnell ein schönes zu Hause, mit lieben Dosis findet!!!

LG
Cari

Siromebe
28.09.2007, 12:11
Hallo Cari,

vielen, vielen Dank!!!! Drücke Dich ganz lieb zurück, der Zuspruch tut schon sooo tut. Bin echt momentan ziemlich am Ende mit meinen Nerven, weil mir meine Katze so unendlich leid tut.

Hast Du auch 2 Fellnasen?

Ganz lieben Gruß

Sibylle

loveallcats
28.09.2007, 12:18
Buddy reagiert immer extrem gestresst, wenn ich sie besuche. Sie schnurrt dann immer extrem lange und laut, das kenne ich gar nicht von ihr.

Da hat deine TA Recht, Katzen schnurren auch, wenn es ihnen nicht gut geht. Wenn sie aber sonst keine Reaktionen zeigt, finde ich das nicht so schlimm bzw. nicht irreparabel.



Ja, inzwischen bin ich echt auch schon traumatisiert. Das ist auch schon ein Problem im Umgang mit Buddy. Ich kann gar nicht mehr unvoreingenommen auf sie zugehen, sondern bin schon total nervös, wie sie wohl reagiert, ob sie wohl wieder eine Angstattacke bekommt. Das ist natürlich total falsch, weil gerade Katzen so sensibel sind und eine Antenne für das Befinden ihres Frauchens/Herrchens haben, aber wenn man weiß, dass man selber der Auslöser für die Todesangst seiner Katze ist und das nur weil man ihr über mehrere Wochen ein Medikament eingeflößt hat, dann könnte man echt verzweifeln.


Da kann ich dich sehr gut verstehen. Das muss ganz furchbar sein. Aber ganz ehrlich, wenn es der Katze 11 Jahre bei dir gut ergangen ist (wovon ich jetzt mal ausgehe), glaube ich nicht, dass da ein wirklich überhaupt nicht mehr zu behebender Schaden entstanden ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass die räumliche Trennung schon mal eine sehr gute erste Maßnahme war, um die Situation zu entspannen. Ich kann mir ebenso gut vorstellen, dass, wenn du dich auch noch ein bisschen beruhigst und nicht mehr soviel Nervosität überträgst, deine Buddy sich wieder an dich gewöhnt. Natürlich müsste man dazu noch mehr Details wissen, z.B., wie verhält sie sich, wenn du dich einfach ganz ruhig zu ihr in das Zimmer setzt und dich überhaupt nicht um sie kümmerst, sondern ein Buch liest? Das wäre ein Punkt, wo man ansetzen könnte.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du das allerbeste für deine Katze möchtest, aber auch (verständlicherweise) selber nicht mit der Situation klarkommst und gar keine andere Lösung mehr siehst. Natürlich respektiere ich deine Entscheidung, wenn du keine weiteren Versuche mehr machen möchtest und werde auch nicht weiter in dich dringen. Wäre nur schade, wenn du es irgendwann mal bereust.

LG
Claudia

RaveSchneckerl
28.09.2007, 12:25
Hallo Cari,

vielen, vielen Dank!!!! Drücke Dich ganz lieb zurück, der Zuspruch tut schon sooo tut. Bin echt momentan ziemlich am Ende mit meinen Nerven, weil mir meine Katze so unendlich leid tut.

Hast Du auch 2 Fellnasen?

Ganz lieben Gruß

Sibylle

Bitte, gerne doch!! :) Des glaub ich dir gerne! Ist echt ne besch... Situation :(
Jup, hab auch 2. Sind auch Geschwister, allerdings noch ganz klein.

LG
Cari

Siromebe
28.09.2007, 12:54
Hallo Claudia,

es ist total lieb, dass Du Dir so viele Gedanken machst.

Die Sache ist die. Bevor ich Buddy ins Pfötchenhotel gebracht habe, wurde es von Tag zu Tag schlimmer mit ihrer Angst. Ich hatte ihr im Wohnzimmer eine Rückzugsmöglichkeit geschaffen, in der sie zum Schluß fast alleine lebte. Sie hatte dann vor fast allem Angst. Ich konnte teilweise nicht mal mehr die Balkontür im Wohnzimmer aufmachen. Jedes Geräusch war für sie entsetzlich. Auch das Zusammenleben mit dem Kater funktionierte nicht mehr. Er konnte ihre Panikattacken nicht einordnen und hat sie in diesem Zustand noch wie ein "Opfer" gejagt.

Kurz bevor ich sie ins Pfötchenhotel brachte, konnte ich nicht mehr in der Wohnung telefonieren. Alleine meine Stimme löste bei ihr diese Angstattacken aus. Ich schlich nur noch wie ein Geist durch die Wohnung. Sie war in eine richtige Psychose reingerutscht. Sie kauerte tagelang nur noch hinter dem Sofa im Wohnzimmer, kam nur noch nachts hervor, um etwas zu fressen und aufs Katzenklo zu gehen. Ich hatte versucht, mich, wie Du es auch beschreibst, einfach nur im Wohnzimmer, damit sie nicht so alleine ist, nur einfach hinzusetzen, und ein Buch zu lesen. Ich ignorierte sie dabei vollkommen. Wenn ich mich nicht bewegte, ging alles gut (d.h. sie blieb hinter dem Sofa in ihrem Versteck). Sobald ich mich aber bewegte, das Zimmer verließ, um etwas zu trinken zu holen z.B., fingen ihre Panikattacken wieder an.

Es geht ihr jetzt im Pfötchenhotel psychisch so gut wie seit Wochen nicht mehr bei mir. Sie kommt endlich zur Ruhe.

Ich vertraue einfach auch der Erfahrung der Tierärztin, die ich zu Rate gezogen habe und die mir doch recht glaubhaft versichert hat, dass sich bei Katzen, die nun einmal sehr sensible Geschöpfe sind, sooo tiefe Ängste in den langen Jahren ihrer Praxistätigkeit noch nie zurückgebildet haben. Ich habe unglaubliche Angst davor, dass alles wieder von vorne losgeht, sobald sie wieder in die alte Umgebung mit mir, der Wohnung, dem Kater zurückkehrt. Es muss für sie ja eine Art Trauma sein. Ich will sie einfach nicht noch einmal in meinem Leben so leiden sehen, wie sie in den letzten Wochen gelitten hat. Ich denke, ich tut ihr keinen Gefallen damit, sie wieder zu mir zurückzuholen, so gerne ich das auch täte. Diese Möglichkeit besteht ja immer noch, wenn ich kein neues Zuhause für sie finden sollte, dann werde ich sie wieder zu mir nehmen, was bleibt mir anderes übrig. Ins Tierheim schiebe ich sie auf keine Fall ab.

Aber das Beste für sie wäre sicherlich ein neues, angstfreies Zuhause. Deshalb setze ich im Moment alles daran, für sie ein schönes Zuhause für sie zu finden.

Vielen Dank für Deine Anteilnahme, Claudia! Du scheinst ja sehr, sehr viel von Katzen zu verstehen, hattest Du denn selber schon mal Probleme?

Liebe Grüße
Sibylle

loveallcats
28.09.2007, 15:42
Hallo Sibylle,

mein Gott, so etwas habe ich noch nie erlebt nach einer Phase der Medikamentengabe. Die arme Maus! Ich kann wirklich nachvollziehen, dass du nur noch möchtest, dass es ihr wieder gut geht.

Ich habe mal versucht, meinem CNI-kranken Kätzchen eine winzige Pille ins Mäulchen zu stecken. Sie hat völlig panisch reagiert, sich hinter dem Sofa versteckt und jämmerlich gemaunzt. Das war für mich die absolute Hölle, das diese vertrauenvolle kleine Maus, zu der ich ein wahnsinnig inniges Verhältnis hatte, panische Angst vor MIR hatte. Und obwohl das nur ein einmaliges Erlebnis war und schon über ein Jahr zurück liegt, kann ich mich noch sehr gut daran erinnern.

Insofern kann ich dich so gut verstehen und ich wünsche dir, dass du ein superschönes Zuhause für deine Kleine findest. Sie ist ja wirklich wunderhübsch und wenn ich nicht schon Zwei hätte, könnte ich glatt schwach werden ;).

Ich kenne mich mit Katzen ein wenig aus, weil ich mich seit vielen Jahren mit diesen tollen Tieren befasse. Ich habe mir, auch nicht zuletzt dank Internet, das eine oder andere angelesen.

LG
Claudia

Siromebe
28.09.2007, 19:15
Hallo Claudia,

danke für Dein Mitgfühl, ja, das was ich mit ihr erlebt habe, war echt traumatisch. Zumal ich in der ersten Zeit gar nicht einordnen konnte, dass sie so Angst vor mir hat (kommt man ja auch wirklich nicht drauf).

Na ja, ich bin echt hin und hergergerissen, ob ich es noch einmal mit ihr probieren soll. Ich habe nur so Angst davor, dass sie wieder in diese Psychose reingerät. Das Problem ist einfach, dass es nicht die speziellen Situationen gibt, von denen ich weiß, die lösen immer bei ihr die Panik aus. Es gab Tage, wenn sie nicht so ängstlich mir gegenüber war, da war so weit alles o.k. und ich konnte mich frei in der Wohnung bewegen, am nächsten Tag, wenn sie Angst vor mir hatte, reichte es schon, dass das Telefon klingelte und ich dran ging und meinen Namen nannte, dann fing sie schon an zu "singen", rannte bäuchlings durch die Wohnung, setzte Kot ab, an einer anderen Stelle Urin, zitterte am ganzen Körper und kauerte hinter dem Sofa.

Diese Unwägbarkeit ist es einfach, die mich vollkommen fertig macht. Ich weiß nicht, was ich machen kann und was nicht, was vielleicht eine Attacke auslöst und was nicht. Du willst am liebsten die Katze in den Arm nehmen und trösten und weißt doch, dass Du der Auslöser für ihre Angst bist, gräßlich. Hätte ich das alles bloß vor dieser Giardienkur gewusst!

Hast Du denn vielleicht einen Rat für mich, was ich machen könnte?

Liebe Grüße
Sibylle

loveallcats
28.09.2007, 20:13
Hallo Sibylle,

ICH würde es ja nochmal versuchen, aber das sage ich jetzt nur, weil du mich ausdrücklich gefragt hast. Wie schon gesagt, respektiere ich es, wenn du bei deiner Entscheidung bleibst.

Zu dem WIE schreibe ich jetzt mal alles, was mir auf die Schnelle einfällt:

1. Du hast geschrieben, dass es Phasen gab, wo alles ok war. Versuch doch nochmal ganz feste nachzudenken, ob es da irgendetwas gab, was als Auslöser in Frage kam. Und wenn es nur ein bestimmter Tonfall in deiner Stimme ist.

2. Ich würde mich ihr wirklich erstmal langsam im Pfötchenhotel nähern. Du schreibst, sie schnurrt ganz dolle, aus Angst um sich zu beruhigen. Mir kam mir jetzt der Gedanke, auch wenn es vielleicht abstrus klingt, aber vielleicht war es gar nicht aus Angst, sondern nur vor Aufregung, dich zu sehen? Du warst 11 Jahre ihre Bezugsperson, so etwas ist nicht auf einmal völlig ausgelöscht. Nur so ein Gedanke, ich kann damit natürlich auch völlig falsch liegen.

Dann kommt ja hinzu, dass du deine Aufregung überträgst. Da musst du natürlich schaun, dass du lockerer wirst. Vielleicht hilft ja der Gedanke, dass du nichts zu verlieren hast. Du hast die schwerste Entscheidung bereits getroffen, sie abzugeben. Du kannst ja nur noch gewinnen (und deine Maus auch), wenn du sie doch behalten kannst.

Wenn du sie besuchst, bringe Leckerlie mit (ich hoffe, es gibt etwas, das sie wirklich mag). Lass sie in Ruhe, sprich nicht mit ihr, versuche sie nicht zu streicheln. Setz dich hin, halte ihr Leckerlie hin. Wenn sie es nicht nicht nimmt, leg es hin. Lass sie kommen und es sich holen. Sei vollkommen passiv. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, gehst du wieder und kommst am nächsten Tag wieder.
Das ganze mehrmals, sie muss lernen, dich mit positiven Dingen zu verbinden.

Kennst du diese Catnip bzw. Baldrian-Mäuse zum Spielen? Gibt es da etwas, was sie besonders mag?

Hast du schonmal Bachblüten probiert? Mir persönlich fehlt zwar da der wirkliche Glaube, aber es berichten so viele Leute über Erfolge bei Katzen damit, dass ICH es im Notfall tatsächlich ausprobieren würde. Und wenn es nur der Glaube ist, der beruhigt und sich auf die Mieze überträgt.

Wenn du sie aus dem Pfötchenhotel abholst, glaube ich fast, es wäre besser, jemand anderer würde sie holen und zu dir bringen . Ich könnte mir vorstellen, dass es erstmal besser ist, wenn nicht du sie in den Kennel steckst, was ja auch eine Zwangsmaßnahme ist.

So, das war es erstmal auf die Schnelle. Wenn du noch Fragen hast - ich bin morgen wieder online.

Liebe Grüße
Claudia

Schnurri77
28.09.2007, 21:13
Hallo ihr,

ich habe eure Unterhaltung mit sehr großem Interesse gelesen und wünsche mir auch für Buddy nur das allerbeste!

Ich stelle diese Frage jetzt einfach mal in Raum: Bist du wirklich sicher, Sibylle, dass deine Buddy diese Angstzustände wegen dieser Medikamentengabe hat? Überleg doch mal, ob in dieser Zeit was aufregendes in deinem Leben, was auch Buddy oder nur ihn betrifft, passiert ist?

Und zum zweiten würde ich an deine Stelle wohl noch ein, zwei andere Tierärzte mit verhaltenspsychologischer Ausbildung hinzuziehen! Vielleicht meinen die ja doch was anderes und können dir weitere und andere, bessere Tipps geben.

Auch würde ich deine Miez in diesem Hotel noch mal mit deinen Familenangehörigen, Freunden, Bekannten - die sie gut kennt - langsam und sachte konfronieren.
Vielleicht liegt ja ihre Angst doch nicht an dir?

Lg, Gerda

Siromebe
29.09.2007, 10:51
Hallo,

vielen Dank für Eure Tips!

100%ig kann man natürlich nicht sagen, dass es die Medikamentengabe war, die die Panik bei Buddy ausgelöst hat. Aber ich habe hin und herüberlegt und im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass sich nach der Medikamentengabe ganz schleichend ihr Verhalten geändert hat. Erst registriert man das ja nicht so genau. Sie kam nachts nicht mehr zu mir ins Bett, sie begrüßte mich nicht mehr an der Tür, wenn ich nachmittags vom Büro nach Hause kam, sie saß zunehmend hinter dem Sofa. Zeitlich fiel das mit der Medikamentegabe zusammen.

Zuerst hatte ich auch den Kater in Verdacht, weil er "erst" 4 Jahre alt ist und vom Typ her mehr einer, der ihr auflauert, weil er mit ihr spielen will. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass sie diese Attacken mit Kot- und Urinabsatz nur in meiner direkten Gegenwart hat, nie wenn ich den ganzen Tag im Büro war, oder auch nicht wenn ich schon mal ein Wochenende weggefahren war, nie wenn sie mit dem Kater alleine war und auch nie wenn noch andere Personen dabei waren, nur in meiner Gegenwart. Dagegen traten die Attacken vermehrt am Wochenende auf, regelmäßig ab Samstag morgen, das ganze Wochenende, so als ob sie gemerkt hätte, der Wecker klingelt nicht, auch das noch, jetzt ist das Frauchen, vor dem man ja soo Angst hat, auch noch vermehrt zuhause. In der Nacht zu Samstag war alles noch o.k., sie kam zum Schmusen ins Bett und drei, vier Stunden später lag sie total verängstigt hinter dem Sofa. In der Zwischenzeit war für mich nichts erkennbares passiert, ich lag im Bett, der Kater auch. Es war wirklich so, als ob ihre diese Rhythmusumstellung totale Angst gemacht hätte. Sie brauchte dann immer die ganze Woche, eigentlich bis Freitags, um psychisch wieder stabil zu werden, und dann kam ja wieder das Wochenende...

Zuerst half es dann, wenn ich sie total ignoriert und so getan habe, als wäre gar keine Katze hinter dem Sofa. Sie lag dann hinter dem Sofa und ich saß auf dem Sofa. Zum Schluß war sie aber psychisch so fertig, dass wirklich nur das Telefon klingeln brauchte, ich sagte nur meinen Nachnamen und dann fing sie hinter dem Sofa an zu "singen", setzte Kot ab und flitzte in einer affenartigen Geschwindigkeit bäuchlings durch die Wohnung, auch noch verfolgt von dem Kater, der das toll fand, endlich mal seine Beute jagen zu können. Es war so etwas von schrecklich, dass ich, sonst wirklich nicht labil, zum ersten Mal dachte, wenn das so weiter geht, bin ich bald reif für die Nervenklinik.

Ich habe noch mit zwei weiteren Tierärzten gesprochen, die beide verhaltenstherapeutisch geschult sind. Die eine empfahl mir die Feliway-Verdünster für die Steckdose, die ich seit Wochen in jedem Zimmer habe und die andere "Relaxan", ein homöopathisches Nahrungsergänzungsmittel, das wohl auch bei extremen Angst und Stresszuständen helfen soll. Das bekommt sie auch seit 3 Wochen. Ansonsten hat sie mir noch empfohlen, "Rescue/Remedy"-Bachblütentropfen ins Trinkwasser zu geben.

Beide meinten, wenn das nun alles nichts hilft, müßte ich mich wohl von der Katze trennen. Tolle Idee, wäre ich so gar nicht drauf gekommen.

Meine Tierärztin meinte, wenn ich sie wieder zu mir nehme, sollte ich die Situationen mit der Videokamera filmen, in denen sie Attacken bekommt, dann könnten wir sie besser verstehen. Ich glaube, wenn sie wieder Attacken bei mir bekommt, brauche ich selber Psychopharmaka

Das große Problem ist wirklich, dass ich nicht genau weiß, was bei ihr jetzt genau die Panik auslöst. Meine Tierärztin meint, Angst wäre eben etwas total Irrationales und die Katze würde alles, was ihr Angst einjagt, mit mir verknüpfen. So hat sie z.B. das Klingeln des Telefons erschreckt, kurz darauf hört sie meine Stimme, da haben wir es wieder, das böse Frauchen. Wie soll ich denn solche Situationen in Zukunft vermeiden? Das ist ja fast nicht realisierbar.

Es war auch oft so, dass ich morgens ins Büro gegangen war und alles war o.k. und abends komme ich wieder und die Katze liegt hinter dem Sofa und hat total Angst. Und ich weiß übrhaupt nicht warum. Neben meinem Haus ist seit Monaten eine Baustelle, vielleicht haben die wieder Krach gemacht und sie total verschreckt. Sie hat zwar in dem Moment noch keine Attacke gehabt, die hat sie ja nur in meiner Gegenwart. Aber sie hat totale Angst und am liebsten würde ich rückwärts wieder aus der Wohnung, weil ich genau weiß, wenn jetzt irgendetwas passiert, was sie wieder falsch mit mir verknüpft, bekommt sie wieder eine dieser furchtbaren Attacken.

Am Wochenende habe ich mir schon überlegt, wie immer früh aufzustehen und ins Büro zu fahren, nur damit die Katze keine Angstattacke bekommt.

Das ist wirklich ein schrecklicher Zustand. Wenn ich genau wüßte, das und das darfst Du nicht machen, das löst bei ihr Angst aus, da könnte ich mit umgehen. Aber hier immer wie ein Geist durch die Wohnung zu schleichen, man ist ja ständig angespannt, weil man nur noch überlegt, wenn ich das und das jetzt mache, könnte das jetzt Angst bei ihr auslösen? Vielleicht sollte ich es auch mal mit Bachblüten probieren.

Auf jeden Fall muss ich erst mal einen Weg für mich finden, wie ich damit umgehen kann. Vielleicht hat ja jemand eine Idee? Ich weiß, dass ich ja im Grunde nichts zu verlieren habe, darum geht es eigentlich auch nicht. Es ist nur so schlimm, wenn man dieses Tier, mit dem man nun seit 11 Jahren so eng zusammenlebt und das man ja über alles liebt, so leiden sieht und auch noch weiß, dass man die Ursache dafür ist.

Vielen Dank für Eure Anteilnahme!

Liebe Grüße
Sibylle

Schnurri77
29.09.2007, 11:30
Hallo Sibylle,

ich verstehe dich nur zu gut. Meine Katze ist jetzt 15 Jahre alt und sie ist von klein auf an mich gewöhnt. Trotzdem hat sie manchmal Angst vor mir. Sie ist von Natur aus ein ängstliches und scheues Wesen. Wenn sie Bezugspersonen hat, ist das okay, solange die keine aprupten Bewegungen oder allzu laute Geräusche machen.
Das ist alles eine andere Situation. Ich möchte damit nur sagen, dass ich dich verstehe!

Ich hätte jetzt nur noch eine Idee, was die Panikattacken noch ausgelöst haben könnte. Vielleicht hab ich auch nur wieder zuviel Phantasie.

Du sagst, dass die Nacht zum Samstag noch alles okay war, sie zum Schmusen ins Bett kam und drei, vier Stunden später total verängstigt hinter dem Sofa lag.
In den drei, vier Stunden ist vielleicht auch was passiert, was du gar nicht mitbekommen hast, weil du sicherlich geschlafen hast, nehm ich jetzt mal an, oder? Vielleicht sollte man da mal überlegen, ob in diesem Zeitraum was war, was die Katze so verschreckt hat.
Vielleicht hast du geträumt und hast dabei Bewegungen gemacht und erzählt oder geschrien oder so. Hast du auch schonmal dran gedacht, ob jemand bei dir im Zimmer gewesen sein könnte, ein Einbrecher?
Sorry, das ist wahrscheinlich absurd und ich hoffe nicht, das du denkst, ich will mich lustig machen. Auf gar keinen Fall, die Sache ist mir sehr ernst.
Ich meine nur, man muss alles in Erwägung ziehen, oder? Um den Auslöser zu finden.

Lg und viel Kraft, um nachzuforschen, was - ich nehme wirklich an in diesen drei, vier Stunden - war. Denn sonst hätte sie ja nicht vorher in deinem Bett gelegen, oder?

Siromebe
29.09.2007, 11:44
Hallo Gerda,

vielen Dank für die Gedanken, die Du Dir machst. Da dieses Verhalten von Buddy regelmäßig in der Nacht von Freitag zu Samstag auftrat, gehe ich davon aus, dass es tatsächlich die Umstellung war, dass ich nicht zur gewohnten Zeit um 06.00 Uhr aufgestanden bin. Bis zu dieser Zeit saß sie auch immer noch im Flur und beobachtete mich von dort. Sobald sie aber merkte, dass die Zeit verstrich und ich nicht wie gewohnt aus dem Schlafzimmer in die Küche kam, um den Katzen dort ihr Frühstück zu machen, zog sie sich hinter der Sofa zurück und wurde dort von Stunde zu Stunde angstvoller. Ich habe ja ein Angsttagebuch von ihr geführt und konnte so genau nachvollziehen, dass ihre schlimmen Panikattacken immer Samstag vormittag begannen und sich dann das ganze Wochenende hinzogen. Nur das eine Wochenende, an dem ich verreist war, hatte sie keine.

Liebe Grüße
Sibylle

Schnurri77
29.09.2007, 13:47
Hallo Sibylle,

da hatte ich da wohl was falsch verstanden, sorry.

Das kann schon sein, dass sie sich von der Woche (frühzeitig Futter) auf's Wochenende umstellen muss. Aber ich glaube nun überhaupt nicht, dass das was mit ihrer Angst zu tun haben könnte. Das hab ich jedenfalls noch nie gehört und bei meiner ist es auch nicht so. Dann schon eher bei Hunden, glaub ich.

Diese Medikamentengabe, über welchen Zeitraum lief die nochmal genau? Wahrscheinlich auch nur am Wochenende, oder?

Lg, Gerda

Grizabella
29.09.2007, 16:50
Hallo, Sybille,

Deinen Thread habe ich erst jetzt gesehen, und er hat meine Aufmerksamkeit erregt.

Es wurde ja hier schon vieles gesagt. Ich bin nicht der unumstößlichen Meinung, dass du im Zusammenhang mit der Medikamenteneingabe die Ursache für Buddys Panikattacken warst oder bist, zumal bei einer Katze dieses Alters wieder einmal die Möglichkeit auftauchen könnte, ihr Medikamente geben zu müssen.

Hinter euch liegen elf Jahre gemeinsamen Vertrauens, und das wiegt in meinen Augen schwerer, als einem Tier (natürlich gegen seinen Willen) Medikamente eingeben zu müssen. Ich versuche durchaus, das auch mit den Augen des Tieres zu sehen. War die Medikamenteneingabe denn schwierig, mit viel Gegenwehr verbunden, was war zuvor und was war nachher? Konnte der Tierarzt andere Leiden (vor allem schmerzhafte) ausschließen?

Deine Anwesenheit, deine Stimme und die Gabe von Medikamenten scheinen mir bei einer ansonst zutraulichen Katze zu wenig zu sein, um solche Ängste zu entwickeln. Ich gehe mit Schnurri konform, da muss es andere Ursachen geben, die aber in eurem Zuhause stattgefunden haben.

Seit Jahren und Jahrzehnten sehe ich mich bei unserem Tierbestand immer wieder und mit steigendem Alter der Tiere immer häufiger damit konfrontiert, unseren Tieren Medikamente zu geben, auch immer wieder ein krankes Kaninchen zwangszufüttern. Ich liebe es absolut nicht, ein Tier fest anfassen zu müssen, um das hinter mich zu bringen, weil ich ja an den Tieren so sehr hänge. Aber das Tier und ich, wir müssen da durch, und ich habe einerseits schon Methoden entwickelt, das rasch durchzuführen und andererseits sofort anschließend dem Tier wieder meine ganze Liebe zu zeigen, so dass auch ich nicht darunter leide, denn auch das fühlt ein Tier. Bei fremden Tieren, deren Haltern ich zeige, wie es gemacht wird, ist es sogar leichter, denn die müssen mich ja nicht lieben.

Als Cleo und Ulli aus Spanien kamen, waren sie sehr, sehr krank und hatten ja auch noch nicht wirklich Zutrauen zu mir, und dennoch musste ich ihnen wirklich VIEL antun. Das alles haben sie weggesteckt und sind doch die liebevollsten, zutraulichsten Katzen geworden, die man sich vorstellen kann.

Das führt mich wieder auf eure elf gemeinsam verbrachten Jahre zurück. Es MUSS einfach etwas anderes sein, das Buddy so aus der Bahn geworfen hat, etwas, das in eurer Wohnung stattgefunden hat, womöglich zu einem Zeitpunkt, da du gerade am Heimkommen warst.

BB und die Verwendung des Feliway-Verdampfers sind eine gute Sache, beides habe ich auch schon angewendet, als unsere zwei Damen dachten, eine müsse die andere umbringen; die BB wären auch was für dich. Ich glaube, wir haben hier jemanden im Forum, der über BB gut Bescheid weiss, aber mir fällt der Name nicht ein. Immerhin versteht "cynthi" sehr viel von Katzen, schreib ihr vielleicht einmal eine PN und mach sie auf diesen Thread aufmerksam.

Ich verstehe dich dennoch, dass es jetzt auch für dich schon zur Bedrohung geworden ist und du für Buddy nur noch ein schönes Seniorenplätzchen suchst. Sie wäre für mich eine Herausforderung, aber ihr seid weit weg von hier, und Cleo und Ulli sind noch dazu FIV-positiv, Sina hingegen nicht. Buddy hätte wahrscheinlich auch mit diesem manchmal rauflustigen Trio keine rechte Freude.

Hoffentlich schreibst du hier, wie es weitergeht. Es würde mich sehr interessieren.

Liebe Grüße,
Helga.

Pelznasenmutti
30.09.2007, 00:25
Hallo Sybille,

habe gerade Deinen Thread gelesen. Es tut mir sehr leid, wie es Dir und Deiner Buddy zur Zeit geht. Kann mir schon vorstellen, wie sehr Du Dir Vorwürfe machst. Glaube aber echt nicht, dass Buddys Angst mit Dir oder der Giardienkur zu tun hat! Wirklich nicht.

Ich glaube eher, dass es mit der Wohnung bzw. dem Umfeld zu tun hat. Du schreibst doch, dass bei Dir nebenan eine Baustelle ist. Und die wird doch bestimmt auch ziemlichen Lärm machen, oder? Dass sich die Veränderungen bei Buddy schleichend eingestellt haben, ist für mich eher dafür ein Indiz, dass es mit dem Umfeld zu tun hat. Denn dass eine Katze durch eine Medigabe so panisch wird, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Es sei denn Du hättest Deine Katze ohne Ende dabei vermöbelt. Und das glaube ich jetzt nun wirklich nicht.
Deshalb glaube ich, dass Buddy durch den Baulärm mittlerweile so panisch geworden ist. Auch das Klingeln des Telefons (nur das Geräusch) reicht dann schon aus. Es hat nichts mit Deiner Stimme zu tun. Bestimmt nicht!

Und dann auch noch der Kater, der ja anscheinend die Situation von Buddy auch noch ausnutzt und sie zusätzlich mobbt. Das gibts leider auch bei Katzen. Und so sensibel, wie Buddy doch wohl ist, reicht das auch aus, um sie psychisch aus der Bahn zu werfen. Und dass sie nur vor Dir Kot und Urin absetzt ist auch klar. Katzen wollen ja damit ihrem Menschen zeigen, das irgendwas nicht stimmt. Für Buddy hätte es keinen Wert, Kot und Urin abzusetzen, wenn Du es nicht mitbekommst. Deshalb macht sie es immer, wenn Du da bist. Aber nicht, weil sie Angst vor Dir hat.

Dass Du Buddy ins Pfötchenhotel gebracht hast zur Erholung, ist in meinen Augen auf jeden Fall zur Zeit der beste Weg. Denn das, was sie braucht, ist ganz viel Ruhe. Die Bachblüten kann ich Dir auch nur wärmstens empfehlen. Meine die Rescue-Tropfen (Notfall-Tropfen). Habe es selbst schon ausprobiert und es hilft wirklich. Es muss nur über einen längeren Zeitraum gegeben werden. Da braucht man schon etwas Geduld.
Wenn Du die Möglichkeit hast, würde ich Buddy an Deiner Stelle auch erst mal im Pfötchenhotel lassen und auch erst wieder holen, wenn die Baustelle soweit fertig ist und es eben keinen Lärm mehr gibt.
Es sei denn, Du hast zu Hause vielleicht ein Zimmer für Buddy, das ganz ruhig ist und wo auch der Kater keinen Zutritt hat. Dann könntest Du sie auch bei Dir zuhause therapieren. Wichtig ist, dass sie ganz viel Ruhe hat und auch von dem Kater getrennt ist.
Wie gesagt, ich glaube nicht, dass Buddy vor Dir Angst hat. Es sind eher die Umstände, an die sie erinnert wird, wenn sie Dich sieht oder hört. Hat aber, wie gesagt, wirklich nichts mit Dir persönlich zu tun. Denn 11 Jahre sind eine lange Zeit. Und deshalb glaube ich nicht, dass nach so einer langen Zeit das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Katze dermaßen zerstört werden kann.
Wünsche Dir auf jeden Fall alles Liebe und Gute!

Siromebe
30.09.2007, 11:44
Hallo,

vielen Dank, dass Ihr Euch so viele Gedanken um Buddy und mich macht!

Ja, ich wünschte, ich könnte mit Sicherheit sagen, was Buddy so aus der Bahn geworfen hat. Zuerst dachte ich auch, es wären vielleicht organische Ursachen, erst dachte ich, es wären epileptische Anfälle. Wir haben sie von Kopf bis Fuß untersucht - nichts, sie ist organisch kerngesund. Vielleicht sind einfach mehrere äußere Komponenten zusammengekommen, die einfach in der Summe zu viel für sie waren.

Genau vor einem Jahr musste ich ihre Schwester einschläfern lassen, sie hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs. Darüber ist Buddy nur sehr schlecht hinweggekommen, wochenlang hat sie ihre Schwester in der Wohnung gesucht. Dann habe ich ihr Herrn Piepsi (den Kater) vor die Nase gesetzt, damit sie nicht so einsam ist. Sie hat sie auch ganz gut mit ihm verstanden, bis zu dem Zeitpunkt, als ihre Angst anfing und sie somit in sein Beuteschema passte. Im Januar diesen Jahres wurde sie dann plötzlich krank, ihre eosinophilen Blutkörperchen waren extrem erhöht. Seitdem musste ich ihr alle 3 bis 4 Tage eine kleine Menge Kortison spritzen, weil sie ansonsten einen Hautausschlag am Bauch bekam, der sie derart juckte, dass sie sich den Bauch schon ganz kahl geleckt hatte. Vielleicht waren ihr auch diese ständigen Spritzen zu viel. Die Ursache für den Hautausschlag war wohl im Nachhinein eher der extreme Stress, weil sie seit sie im Pfötchenhotel ist, kein Kortison mehr bekommt und der Ausschlag nicht mehr aufgetreten ist.

Und dann diese gräßliche Behandlung mit Panacur, 2 x 7 Tage lang musste ich ihr eine große Menge Paste einflößen, sie fand das entsetzlich, das habe ich gemerkt, aber ich dachte eben, da muss sie jetzt durch. Buddy ist auch eine Katze, die sich nicht großartig wehrt, sie frißt immer alles in sich hinein- leider. Sie hat mich noch nie gekratzt oder angefaucht, sie rennt immer weg, wenn ihr etwas nicht paßt. Und dann noch die monatelange Baustelle, die immer noch nicht fertig ist. Vielleicht war das alles zu viel für sie?

Ich habe einfach Angst, dass sie sobald sie wieder in dieses Umfeld Wohnung, Kater, ich, das mit all den negativen Erinnerungen verknüpft ist, zurückkommt, dass sie sofort wieder diese Todesangst bekommt. Das wäre ja schrecklich, dann wäre diese ganze Stabilität, die sie im Pfötchenhotel aufgebaut hat, wieder von einem auf den anderen Moment futsch.

Es ist einfach eine gräßliche Situation nach 11 Jahren und ich hätte nie gedacht, dass so etwas mal eintreten wird.

Liebe Grüße
Sibylle

Pelznasenmutti
30.09.2007, 14:48
Hallo Sibylle,

also wichtig für Buddy ist vor allem ganz viel Ruhe. Die hat sie ja auch im Pfötchenhotel. Gleichzeitig würde ich aber in jedem Fall auch eine Therapie mit Bachblüten machen. Es gibt spezielle Mischungen für sehr ängstliche und psychisch instabile Katzen. Ich würde Dir dafür raten, mal einen erfahrenen Tierheilpraktiker aufzusuchen und Dir von dort eine Mischung BB geben zu lassen. Ich glaube schon, dass sie sich dann soweit psychisch wieder festigen kann, dass sie in die Wohnung zurückkommen kann.
Wichtig ist dann, dass die Therapie mit den BB weiter fortgeführt wird.

Nur ein ganz anderes Problem stellt sich für mich schon dar: Ich glaube nicht, dass Du den Kater weiterhin zusammen mit Buddy halten solltest. So leid es mir natürlich auch für Deinen Kater tut. Aber für mich stellt es sich so dar, dass wirklich der ganze Stress auch mit dem Kater zu tun hat. Mit seinen jetzt vier Jahren ist er ausgewachsen und will natürlich auch die Rangführung übernehmen.
Und Buddy ist dieser Situation überhaupt nicht gewachsen. Erstmal vom Alter her und dann noch aufgrund ihrer psychischen Instabilität. Sie hat einfach zu viel durchgemacht (Verlust der Schwester, Baustellenlärm und junger dominanter Kater).

Und irgendwie kann ich mir leider zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, dass Buddy mit dem Kater zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht klar kommen könnte.

Ich glaube, was sie vor allem braucht, ist Deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit und Liebe!!!

Schon gar nach dem großen Verlust von ihrer Schwester. Denn auch Tiere trauern. Und wir Menschen denken halt wie Menschen und glauben, es tut dem alleingelassenen Tier gut, wenn noch ein Zweites dazu kommt. Das ist aber nicht immer der Fall.
Und in Deinem Fall hat es leider nicht geklappt. Es ist halt immer mit einem kleinen Risiko verbunden, zwei Katzen verschiedenen Alters zusammen zu bringen.
LG

Garvin
30.09.2007, 15:53
Hallo,

ich finde diese Geschichte ganz schrecklich, und ich kann auch gut verstehen, dass du verzweifelt bist. Natürlich kann man es probieren, Buddy wieder zu dir zu holen, aber wenn die Situation so verfahren ist.... ich kann mir gut vorstellen, dass es in diesem Fall wirklich besser ist, Buddy in eine andere, "unbelastete" Umgebung zu bringen.

Die anderen haben ja schon sehr viel dazu gesagt, und im Grunde hast du all diese Gedanken ja auch selbst schon gehabt. Das einzige, was ich hier noch hinzufügen kann (auch wenn es dir jetzt in Bezug auf Buddy nichts mehr nützt, aber vielleicht in künftigen Situationen):

Wir müssen seit gut 1,5 Jahren unserem Kater täglich zwei Mal Insulinspritzen verabreichen. Das ist natürlich sehr problematisch, manchmal erwischt man eben einen Schmerzpunkt, und es tut ihm sehr weh. Wir haben daher eingeführt, dass es sofort nach der Spritze eine Belohnung gibt (wirklich innerhalb von Sekunden), z.B. ein Stückchen Butter, ein paar Stückchen Frischfleisch, irgend etwas Leckeres. Auf diese Weise hat Freddie schnell angefangen, die Spritze mit einem positiven Erlebnis zu verbinden. Wenn er sie sieht, freut er sich regelrecht, weil er genau weiß, dass es danach was Gutes gibt. Diese Vorgehensweise kann ich wirklich nur empfehlen, wenn man Tiere über längere Zeit hin unangenehmen Prozeduren aussetzen muss (positive Verstärkung).

Ich wünsche dir ansonsten alles Gute und drücke dir die Daumen, dass du einen liebevollen "Altersruhesitz" für Buddy findest und ihr euch beide wieder gut entspannen könnt. In der Zwischenzeit kannst du ja auch mal darüber nachdenken, deinem Kater einen Spielkameraden an die Seite zu stellen - er langweilt sich doch jetzt sicher auch, und vor allen Dingen spürt er ja auch, wie gestresst du bist.

cynthi
01.10.2007, 15:12
Hallo allerseits,
was für ein unerfreulicher Fred hier :(

Also für mich sieht das nicht nach Medi-zusammenhang aus und Angst vor dir hat sie auch nicht.

Sei jetzt nicht verletzt, ob der geraden Art meinerseits. Aber ich mach es oft knapp und direkt ;)
Ich kann mich natürlich in meiner Meinung täuschen, aber mein Eindruck ist ein GANZ anderer:

Ich würde abchecken lassen auf Alters-Demenz ! Was bekommt sie zu fressen und welche Sorten !?

Dann scheint es eine Verkettung und eine falsche Handlungskonsequenz daraus zu sein.
Schwester gestorben, Verlust, Trauer waren wohl einfach zu viel für sie. Dann kommt nen neuer Kater, vermutlich jünger, bestenfalls sogar noch potent (aber ich hoffe doch sehr, dass er kastriert ist). Ist sie denn kastriert ?
So dazu kommen dann wahrscheinlich Zusammenführungs"fehler", die Erkrankung und die Medikamente.
Die Kommunikation zwischen dir und deinen Katzen ist total durcheinander.

Was heißt denn bäuchlings laufen ?

Hast du die Rescue-Tropfen gegeben, wenn ja - wie oft, wie lange - hat sich irgendwas verändert ?
Wie hast du die Medis gegeben ?

Dazu kommt die Baustelle - STRESS pur.
Woher weißt du, dass sie keine Panik hat, wenn du weg bist ? Das bezweifle ich stark.

Telefon - hmmm kannst du einen anderen Klingelton einstellen und die Lautstärke verändern ? Hier muss ihr Gehörgang untersucht werden !

Das größte Problem bist du selbst -aber nicht, dass sie Angst vor dir hat. Durch deine eigene Panik und Unsicherheit nimmst du ihr die ihre. Sie empfängt deinen Stress kann ihn aber nicht einordnen und schließt daraus auf eine bedrohliche Situation.
Solange du dich nicht ruhig und in den Griff kriegst, wird die Katze dir nicht vertrauen können.

Siromebe
01.10.2007, 15:34
Hallo Cynthia,

vielen Dank für Deine Nachricht!

Altersdemenz hatte die Tierärztin auch schon in Verdacht. Weil Buddy öfters aufwacht und längere Zeit braucht, bis sie schnallt, wo sie überhaupt ist. Jedenfalls hat es den Anschein. Sie wacht auf, miaut ganz entsetzlich und guckt sich total verwirrt, um nach dem Motto, was ist denn hier los, wo bin ich eigentlich?

Wie kann man denn Altersdemenz richtig diagnostizieren?

Sie bekommt 2 Mal in der Woche aufgetauten Seelachs, und 2 Mal in der Woche frische Putenbrust. Den Rest der Woche frißt sie überwiegend Trockenfutter von Hill's, Royal Canin und Nutro. Ich biete ihr aber auch immer Naßfutter an, sie ist da leider sehr schwierig und mag nur ganz bestimmte Sorten von Whiskas und Sheba.

Der Kater ist kastriert, sie auch.

Bäuchlings laufen heißt, dass der Bauch millimeter über dem Erdboden ist. So in einer Art Duckhaltung. Wie eine Flunder.

Mit den Rescue-Tropfen habe ich erst einen Tag begonnen, bevor ich sie ins Pfötchenhotel gebacht habe, sie hatten überhaupt keine Chance zu wirken. Ich habe sie in ihren Trinknapf gegeben.

Mittlerweile hat sich die Tochter meines Cousins bereit erklärt, eventuell den Kater zu sich zu nehmen. Sie wohnt zu dritt in einer WG und sie kommen morgen abend und schauen sich den Kater an. Falls sie den Kater nehmen würden, würde ich Buddy sofort aus dem Pfötchenhotel zu mir zurück holen, wenn diese blöde Baustelle endlich fertig ist. Wenn der Kater dann nicht mehr da ist, bin ich auch nicht mehr so angespannt. Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass er sie wieder verfolgt, wenn sie eine Angstattacke bekommt.

Was würdest Du mir jetzt empfehlen, wenn ich sie wieder zu mir hole?

Liebe Grüße

Sibylle

cynthi
01.10.2007, 15:44
Tja, also da müssen mehrere Faktoren stimmen:
1. Muss sie im Pfötchenhotel die Rescue-Tropfen bekommen, dreimal täglich 5 Tropfen. Wenn es die Original Bachblüten aus der Apo sind, dann enthalten sie Alkohol. Dann sollten sie vorsichtig aufs Köpfchen eingerieben werden. Trinkwasser ist nicht so, weil du nicht kontrollieren kannst, wieviel sie da zu sich nimmt ! Die vom Hotel müssen beobachten, ob und was sich an ihrem Verhalten dann verändert - jede Kleinigkeit ist wichtig!
2. Ist es natürlich gut, wenn die Baustelle weg ist und ich halte es auch für positiv, wenn der Kater weg ist. Sorry für den Kater, aber du scheinst ja wirklich schnell ein Zuhause für ihn gefunden zu haben.
3. Musst du ruhiger werden und dir bewußt sein, dass du deiner Katze nur helfen kannst, wenn du stabil bist und deftige Rückschläge verkraften kannst. Denn die wird es geben, gerade bei BB (Bachblüten) kann alles mal kräftigst "rauskommen". Da musst du gaaaaanz ruhig bleiben, nicht nur nach außen, auch innerlich :tu:

Noch Fragen :D

Alterdemenz kann man ganz schlecht diagnostizieren. Du solltest auf jeden Fall noch mal einen Hör- u. Sehtest machen lassen !

Siromebe
01.10.2007, 15:53
Hallo Cynthia,

vielen Dank für die Tips. Es kann sein, dass die das mit den Rescue-Tropfen im Pfötchenhotel nicht machen. Dann müßte ich damit anfangen, wenn ich sie wieder bei mir habe. Über welchen Zeitraum kann man die denn geben?

Vielleicht sollte ich meinen Kopf auch mit den Tropfen einreiben:?:

Vielen Dank für Deine Hilfe!

Liebe Grüße

Sibylle

cynthi
01.10.2007, 16:11
Also du kannst sie direkt Schlucken :D - würde ich dir aber ernsthaft empfehlen. Man sollte erstmal 10 Tage lang das geben und dann sollte man mit anderen Blüten weiterarbeiten.