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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tierheimhund - Erfahrungsaustausch



ConnyP
16.09.2007, 20:11
Hallo zusammen.

Ich habe mir vor 3 Wochen eine 1,5jährige Dobermann-Mix Hündin (laut Tierheim) aus dem Tierheim geholt. Ihre Vorgeschichte ist völlig unbekannt, da es sich um ein Fundtier handelt, welches streunend von der Polizei aufgegriffen und ins Tierheim gebracht wurde, daher kann auch keiner genau sagen, was es für eine Mischung ist, die oben genannte ist eine Vermutung des Tierheims. Nachdem sich innerhalb von 4 Wochen kein Besitzer gemeldet hatte wurde sie zur Vermittlung freigegeben und, wie gesagt, vor 3 Wochen zu uns geholt. Laut Tierheim soll sie katzenverträglich sein. Dies schlussfolgerte das Tierheim daraus, dass die Hündin (Jessie) an einem Zwinger, in dem 2 Katzen saßen, vorbei ging ohne diese zu beachten. Hierzu muss man sagen, dass sich beide Katzen absolut ruhig verhielten. Nun gut. Wir wohnen auf einem Reiterhof auf dem sich logischerweise viele Pferde und auch so ca. 15 Katzen rumtreiben. Außerdem haben wir eine Katze in der Wohnung (Freigänger, kommt nur zum Fressen und Schlafen in die Wohnung, meist den ganzen Tag draußen). Diese Katze kennt Hunde erstens, da einige Reitersleute ihre Hunde immer mit dabei haben und zweitens weil wir selbst einen Hund hatten, der am 01.03.2007 gestorben ist. Die erste Begegnung zwischen unserer Katze und Jessie verlief jedoch nicht so gut. Katze war in der Wohnung, Jessie kommt rein, sieht Katze und drauf. Katze konnte sich aufs Fensterbrett retten. Das gleiche Spiel, wenn sie draußen eine Katze sieht. Dann zerrt sie an der Leine und will hinterher. Auch mit Pferden hat Madame ein Problemchen. Stehende Pferde sind uninteressant. Wehe aber, wenn sie laufen (egal welche Gangart), dann wird wieder an der Leine gezerrt und sie will hinterher. Vor kurzem hat sie sich bei ihrem Leinengezerre aus dem Nylonhalsband befreit, weil hinter uns ein Reiter mit seinem Pferd galoppiert kam. Sie ist wie ne Irre zu dem Pferd hingestürmt, ist wie wild drum herum gesprungen und hat es angebellt. Dem Pferd war das Gott sei dank egal, es blieb ruhig stehen. Alles Rufen half leider nichts, was ich auch nach 3 Wochen des Kennens nicht wirklich von dem Hund erwartet hatte. Ich hab mich dann an den Straßenrand gesetzt und gewartet, bis Jessie das nächste Mal nahe an mir vorbeizischte. Dann hab ich sie im Genick zu packen bekommen, konnte ihr das Halsband wieder anlegen und weitergehen. Seit der Aktion hat sie ein Kettengliederhalsband mit einer begrenzten Würgefunktion. Das Halsband zieht sich zwar soweit zu, dass es nicht mehr über den Kopf rutschen kann, würgt dem Hund aber auch nicht gänzlich die Luft ab.

So, jetzt wollte ich von Euch mal so Eure Meinungen hören und bin für jeden Tip dankbar, wie ich Jessie:

1. abgewöhne Katzen zu jagen bzw. würde es mir schon reichen, wenn sie meine eigene Katze in Ruhe ließe

2. abgewöhne Pferde zu jagen (denn das kann auch für den Hund tödlich enden, da reicht ein Huftritt)

Ich bin mir darüber im Klaren, dass ein Hund nunmal einen Jagdtrieb hat, der eine mehr der andere weniger. Nun hab ich auch schon so oft gelesen, dass der Hund beim Jagen keinen Erfolg haben darf. Da ich die Vorgeschichte von Jessie nicht kenne, weiß ich auch nicht, ob sie früher schon Jagderfolg hatte. Was mir allerding auffällt ist folgendes. Wenn wir über eine Wiese oder ein Feld gehen, stellt sie Mäusen nach. Meist sind diese aber schneller als sie. Bisher ist es ihr einmal gelungen, eine Maus zu fangen. Diese wurde dann auch gleich verspeist. So schnell konnte ich gar nicht reagieren. Kommt uns allerdings auf der Straße eine Maus quiekend entgegen, die vielleicht gerade noch so dem Maul einer Katze entkommen ist, schreckt Jessie zurück, guckt die Maus dumm an und lässt sie ziehen. Nun habe ich Angst, dass Jessie auch Katzen töten könnte, da sie mit der einen Maus eben damals kurzen Prozess gemacht hat. Was meint ihr nun. Hat die eine Maus als Jagderfolg schon ausgereicht. Ich nehme mal an, dass Jessie in der Zeit als sie streunend allein unterwegs war, sich Mäuse gejagt hat, weil sie ja sicher Hunger hatte. Bekomm ich dieses Verhalten, je wieder aus ihr raus?

Vielleicht noch was zum Gehorsam. Jessie kennt mit Sicherheit die Bedeutung der Befehle SITZ und PLATZ, sie führt sie jedoch nicht zuverlässig aus. Ich denke, sie hat noch nicht wirklich viel Erziehung genossen. Ab kommenden Mittwoch werden wir eine Hundeschule besuchen und ich hoffe, dass ich mit einem dort zu lernenden guten Grundgehorsam auch die Probleme mit den Katzen und Pferden in den Griff bekommen.

So, und jetzt bin ich auf Eure Meinungen und Erfahrungen gespannt und (nochmal) für jeden Tip dankbar.

Liebe Grüße
Conny

MicoMaushund
16.09.2007, 23:14
Hallo Conny,

hattest du schon mal einen Hund? Doberman-Mixe mit unbekannter Vorgeschichte sind nicht gerade Anfängerhunde. Da hst du noch Einiges vor dir.

Ein Hund kann übrigens sehr gut zwischen fremden und eigenen Katzen, zwischen Katzen und Mäusen, Katzen und Hasen usw. unterscheiden. Man kann ihm auch "erlauben", dass er beispielsweise draußen Mäuse fangen darf, aber Hasen und Katzen nicht. Oder dass er Mäuse am Hang fangen darf, aber nicht in Bauern's Wiese buddeln. Mico hat heute sogar eine Haselmaus mit der Nase angestupst und keinen Versuch gemacht, sie zu fressen, habs verboten :D

Zum Thema "Jagen abgewöhnen" ist es erst mal erforderlich, dass der Hund einen soliden Grundgehorsam* erlernt. Erst dann kannst du im freien Gelände anfangen, ihm an der Schleppleine auch das Jagen abzugewöhnen.

*Grundgehorsam kennst du ja sicher, Sitz, Platz, Hier, Fuß, Ablegen usw., und zwar zuverlässig, auch draußen mit Ablenkung (und ohne Leine in der HuSchu oder im Park).

Solange das nicht sitzt, muss der Hund an der Leine bleiben, zu seiner und deiner Sicherheit.

Viele Grüße
MicoMaushund

PS Hab gerade gelesen, dass ihr schon einen Hund hattet. Was für einen, selber erzogen?

MicoMaushund
16.09.2007, 23:24
Noch was:


Seit der Aktion hat sie ein Kettengliederhalsband mit einer begrenzten Würgefunktion. Das Halsband zieht sich zwar soweit zu, dass es nicht mehr über den Kopf rutschen kann, würgt dem Hund aber auch nicht gänzlich die Luft ab

Diese Halsbänder sind gesundheitsschädlich, sie können zu bösen Kehlkopfverletzungen führen, weil sie im Gegensatz zum normalen Gliederhalsband nicht vom Kehlkopf abrutschen, wenn sie zumachen. Ein gut sitzendes, festes Halsband oder Geschirr wäre viel besser.

Viele Grüße
MicoMaushund

ConnyP
17.09.2007, 15:53
Hallo MicoMaushund.


Hab gerade gelesen, dass ihr schon einen Hund hattet. Was für einen, selber erzogen?

Unser erster Hund war ein Labrador-Collie-Mix. Wir haben sie damals von einer Familie geholt als sie 2 Jahre alt war. Sie hatte schon einen gewissen Grundgehorsam und war auch an Katzen gewöhnt. Sie war von ihrer ganzen Art her aber eher ein ruhiger Hund. Jessie dagegen ist ein echter Wirbelwind. Aber, ganz ehrlich, ich wollte auch nicht wieder einen so ruhigen Hund. Gerade Jessies Temperament hat mir eben so gefallen. Das hier jede Menge Arbeit auf mich zukommt, ist mir bewusst, ich bin aber auch gern bereit dazu.


Ein gut sitzendes, festes Halsband oder Geschirr wäre viel besser.

Wir haben schon mehrere Halsbänder versucht (Leder, Nylon), auch verschiedene Geschirre. Aus allem hat sie sich bisher rausgewunden, wenn sie unbedingt in eine andere Richtung gehen wollte als ich. Mit dem Kettenhalsband hat sie es auch schon versucht, ist aber damit gescheitert. Auch das Ziehen an der Leine hat sich durch das Halsband gebessert. Und es zieht sich ja nicht "unendlich" zu. Wenn es ganz zugezogen ist, passt immer noch ein Finger locker dazwischen. Es ist dann jedoch so eng, dass es beim Rückwärtsgehen nicht mehr über den Kopf rutschen kann.

Gruß
Conny

Rudiratlos
17.09.2007, 17:07
@Micomaushund
jetzt bin ich aber doch etwas "platt". Vielleicht erinnerst Du Dich noch an ein Thema von mir, wo genau dieses Jagdthema behandelt wurde. Da wurde nämlich geschrieben, dass der Hund NICHT unterscheiden kann, was er jagen darf und was nicht, sondern prinzipiell ALLES verboten ist, was mit Jagd zutun hat?! Und selbst ein Schmetterling, den er fangen will, zum jagen gehört?!
Rudi ist ein "seltsamer" Jäger. Wenn er mal ab geht, rennt er nur hinter dem begehrten Objekt hinterher, solange es sich bewegt. Steht das Objekt still, setzt er sich hin und bellt es an, wie eine Spielaufforderung um gemeinsam zu rennen. Ist das nun Jagd, ist das Spiel, ist es Wild stellen? Würde mich schon interressieren, obwohl diese Situationen kaum noch vorkommen (Grundgehorsam).
Lg Sylvi:bl:

MicoMaushund
17.09.2007, 17:36
Hallo RudiRatlos,

ich erinnere mich an den anderen Thread ... und hatte dort bereits dasselbe geschrieben wie hier ;). Für das, was andere schreiben kann ich nichts :D.

"Einfacher" für Halter und Hund ist es, generell Jagen zu verbieten. Um nämlich Unterschiede machen zu können, muss der Hund ziemlich gut unter Gehorsam stehen.

Von meinen sechs Hunden konnten fünf genau unterscheiden, lediglich mein Terroristenmix-Straßenhund war - wohl eben weil er auf der Straße ums Überleben kämpfen musste - nicht entsprechend zu schulen. Mico darf Wühlmäuse buddeln und fressen. Die Haselmaus gestern war tabu, ich legte ihn daneben ab, um fotografieren zu können. ICH bin der Boss ;).


Ist das nun Jagd, ist das Spiel, ist es Wild stellen? Lach, DAS kann ich, ohne es zu sehen, nicht sagen. Dazu müsste ich auch Rudi gut kennen. Die entsprechenden "Fangspiele" sind IMMER Vorbereitung aufs Jagen lernen, Wild stellen ist wie auch z.B. Schafe hüten abgebrochener (umfunktionierter) Jagdtrieb.

Viele Grüße
MicoMaushund

MicoMaushund
17.09.2007, 17:58
Hallo Conny,


Wir haben schon mehrere Halsbänder versucht (Leder, Nylon), auch verschiedene Geschirre. Aus allem hat sie sich bisher rausgewunden, wenn sie unbedingt in eine andere Richtung gehen wollte als ich.

Mit solchen Aussagen habe ich immer Probleme ;), KEIN Hund kann sich aus einem richtig angelegten, anständigen Geschirr winden ... Dazu müsste nämlich der Hund seine Vorderbeine senkrecht in der Schulter hochziehen und an den Ohren vorbei nach oben führen :floet:.

Vielleicht solltet ihr euch beim Zirkus bewerben ...

Viele Grüße
MicoMaushund

Rudiratlos
17.09.2007, 18:33
@MicoMaushund, schwieriges Thema denke ich mal, aber danke für den Hinweis wegen dem Umfunktionieren:):tu:. Das witzige ist ja, wir laufen oft an dieser besagten Hasenwiese vorbei, solange die Kaninchen dort stillsitzen (ungelogen zigzigzig davon). Ist das Rudi vollkommen wurscht, in dem Moment wo einer zu rennen anfängt und er sieht es, will er hinterher, manchmal bin dann ICH der Boss und manchmal halt ER:D
:cu:Sylvi

MicoMaushund
17.09.2007, 18:38
Hallo Sylvi,

wenn er die Hasen in Ruhe lässt, wenn sie sitzen, ist das ja schon was ... gibt ja genug Halter, die von ihren Hunden über die Pampas geschleppt werden, wenn nur ein Vögelchen auffliegt. Einfach dranbleiben :bl:

LG, Barbara

Biene13
18.09.2007, 13:56
Passt jetzt nicht so ganz hier rein, aber

@Silvi
Dein Rudi ist der Zwilling zu meinem Kampfdackel.

LG Biene13

MicoMaushund
18.09.2007, 14:05
Hallo Sylvi,


Und selbst ein Schmetterling, den er fangen will, zum jagen gehört?!

Das fiel mir vorhin noch aus gegebenem Anlass :rolleyes: ein:

Kleinfliegzeug darf Mico generell NICHT fangen, ich glaube nicht, dass er den Unterschied zwischen Schmetterling, Fleischfliege auf der einen Seite und Biene, Wespe auf der anderen zuverlässig lernt ;). Und jeder Stich in den Rachenraum kann tödlich sein, auch für Nichtallergiker.

LG, Barbara

Danva
18.09.2007, 22:05
Hallo,

ich finde es super, dass Du Dir einen bereits älteren Herrn aus dem TH holst. Meine Hündin war auch schon über 7. Ich würde das immer wieder tun.:love:

Also,ich würde erstmal ein schönes Hundebett kaufen, aber das hast Du ja schon bestellt, gemütliche Decken und Kissen fürs Bett, Decken fürs Auto und Sofa, Spielzeug, Leckerlies und gutes Hundefutter. Bürsten, Ohrspülungen, Shampoo, und diverses Pflegematerial. Verbandszeug und nicht brennendes Desinfektionsmittel sowie eine gute Wund- und Heilsalbe schaden auch nicht.
Mit dem Halsband würde ich mir erstmal noch Zeit lassen, bis der Hund da ist. Vom TH bekommst Du erstmal eins mit. Ich würde dann mit dem Hund in die Zoohandlung gehen und das Halsband gleich anprobieren. Dann passt es auf jeden Fall.

Außerdem würde ich mir vorab schonmal Unterlagen von Tierhaftpflichtversicherungen zukommen lassen und die Preise vergleichen, damit Du ihn gleich anmelden kannst. Gerade in der Anfangszeit passiert wenn das meiste.

Und ich würde schonmal eine Plakette fertig stellen mit Namen und Telefonnummer fürs Halsband, falls er doch mal abhaut.

Ich finde auch die höhenverstellbaren Metallnapfständer am besten. Der Hund muss sich nicht bücken und sie sind hygienisch und leicht abwaschbar. Ein zu großer Napf schadet nicht. Du kannst ja notfalls etwas Futter weg lassen, sollte er zu groß sein. Er muss ja nicht randvoll sein.

Lieben Gruß und viel Erfolg Euch beiden.

Danva

MicoMaushund
18.09.2007, 22:12
Und ich würde schonmal eine Plakette fertig stellen mit Namen und Telefonnummer fürs Halsband, falls er doch mal abhaut.


Ob das sinnvoll ist, wenn die Hündin immer das Halsband auszieht ;). Danva, ich glaub, du warst beim verkehrten Fred :?:

Viele Grüße
MicoMaushund

Danva
18.09.2007, 22:19
Hallo,

stimmt:man::man:Ich wollte zum Schäferhund, der demnächst ein neues Zuhause bekommt... Ich bin völlig falsch hier....

:floet:Wie peinlich.......


Tschüs

Danva

MicoMaushund
18.09.2007, 22:23
Nö, macht doch nichts ...

Aber mir fällt gerade ein, dass es gut wäre, wenn die Dobi-Hündin gechipt würde, damit man sie auch ohne Halsband dann wieder identifizieren kann.

Viele Grüße
MicoMaushund

Rudiratlos
19.09.2007, 11:51
@ Micomaushund
Genau das mit den Kleinfliegern hab ich mir auch schon überlegt, werde das also auf jeden Fall von nun an IMMMER unterbinden.:bl:

@Biene
Endlich kannst meinen Kampfdackel anschauen! Freu mich, dass Dir der kleine gefällt!

Lg Sylvi:cu: