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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund und Katze - Wer hat Erfahrung mit Problemfällen?



Jela
21.11.2002, 10:12
Hallo!

Wir haben seit 3 Tagen (heute ist der 3., also alles ganz frisch und alles drin) einen kleinen 6 Monate alten Kater da. Es klappt nur nicht so ganz mit unserer 3 Jahre alten Dalmatinerhündin.

Die Vorgeschichte: Unsere Hündin ist schon aufgeweckt und unruhig, wie das halt bei dieser Rasse der Fall ist. Sie kam aber in ihrem Leben schon mehrmals mit Katzen in Berührung (auch länger, über Nacht) und nie gab es Probleme oder gar Anzeichen von Aggression (sie hat höchstens das Futter vom Kater geklaut; sie ist ihm auch mal hinterher gewetzt, dafür er hat sie - während sie schlief - geschlagen usw.).

Der kleine August (ein schwarzer Kater aus der Türkei, wunderhübsch) hatte es schon bei der Geburt schwer: 2 Geschwisterchen tot, früh von der Mutter weg, mit der Flasche aufgezogen, als Kätzchen von einem Hund gepackt usw. Trotzdem ist er Hunde gewöhnt, die Frau, die ihn mitgebracht hatte, hat einen Westie.

Nun ist er hier furchtbar ängstlich dem Hund gegenüber und eben auch aggressiv: Er schlägt nach ihm aus, wird ganz wild, man erkennt ihn nicht wieder. Maxi, die Hündin hält dann Abstand, legt sich ruhig weiter weg. Sie haben sich auch schon länger aus kleiner Entfernung beobachtet. Jetzt hat sie ihn aber auch schon angeknurrt und das finde ich sehr bedenklich, es macht mir Angst.

Er hat ein Rückzugsgebiet: das Schlafzimmer, nur über eine Wendeltreppe erreichbar, das Maxi nicht erreichen kann. Dahin zieht er sich dann aber bis jetzt auch noch fast völlig zurück. (Er inspiziert die Wohnung nur, wenn sie nicht da ist, trinkt aus ihrem Napf, riecht an ihrem Schlafplatz etc.) Deshalb sind wir irre glücklich, wenn er mal freiwillig drei Treppenstufen runtersteigt oder sich zum Beobachten auf die Treppe legt.

Gestern dachte ich, das gibt ein riesen Fortschritt: Er, total verfressen, lässt sich mit Salami immer weiter runterlocken, Maxi, die Hündin, liegt davor. Nun wird sie immer gespannter (ich heck's nicht, mein Freund, neben dem Hund, warnt mich noch), August grummelt (leise, drohend), kommt aber trotzdem noch eine Stufe weiter runter. Da ist es auch schon passiert: Hund bewegt sich, Kater kreischt, schlägt aus, Hund knurrt, hat die Rückenhaare aufgestellt, Kater fällt hinten runter, flitzt davon, wir haben den Hund sicher im Griff, der kriegt erstmal was mit dem Geschirrtuch.

So, nun kann ich mir auch einiges zusammenreimen (problematischer war ja das Verhalten des Hundes): Das war - milde gesagt - ziemlich doof mit der Salami, Hund ist eifersüchtig, sein Revier, Problem des Katers ist klar usw.

Vielleicht hat oder hatte aber einer von euch ein ähnliches oder gleiches Problem, kann mir Tipps geben, wie am besten weiter zu verfahren ist (und mir sagen, dass noch nicht alles aus ist).

Bin für alles dankbar! Hilfe! :(

Viele Grüße und hoffentlich bis bald

Jela :confused:

Dagi
21.11.2002, 20:01
Hallo Jela,

aus ist es sicherlich noch nicht. Nur ich denke, den Kater runterzulocken in Richtung Hund war keine gute Idee. Lasst dem Kater sein Rückzugsgebiet, lasst den Hund, versucht nicht, sie "zusammenzuführen", das wird sich schon über kurz oder lang von selbst ergeben.

Bei uns war es ja nun umgekehrt: Zwei Katzen, 7 Jahre alt, und nun kam vor 5 Monaten ein kleiner quirliger Dackelwelpe dazu. Da wurde am Anfang von den Katzen auch viel gefaucht und geknurrt - der Hund hat's aber kapiert. Amy wurde natürlich mit zunehmendem Alter auch mutiger, bzw. wollte wohl nicht die letzte in der "Rangordnung" sein. Da hat es von den Katzen auch schon mal was mit der Tatze gesetzt. Wir haben sie im Prinzip gewähren lassen. Aber wenn Amy gerade schläfrig war, und die Katzen gerade ihre Schmuseeinheiten haben wollten, haben wir uns an den Boden in die Nähe von Amy gesetzt und DORT haben sie ihre Streicheleinheiten bekommen, und Amy Leckerchen, so daß alle die Erfahrung gemacht haben: wenn wir hier ruhig beieinander sitzen wird viel gestreichelt und es gibt sogar was zu knabbern.

Es hat ungefähr 3 - 4 Monate gedauert, da haben Amy und Katze Summer auch abends zusammen auf dem Sofa gelegen. Und mittlerweile liegen alle drei -meistens- bei uns nachts mit im Bett.

Amy hat sich eine "Etage" nach oben geschwungen: Nach uns kommt der Kater, dann Amy, dann Katze Summer. Die Katze hat das auch so akzeptiert. Um sie daran zu erinnern, legt Amy oft mal ihren Kopf auf die Schulter von Summer oder hält ihr den Hintern hin und wedelt kräftig.

Ein Tip von unserem TA war gut: alle zur gleichen Zeit füttern, das hat gerade in der Anfangszeit (so nach zwei Wochen Eingewöhnung) ne Menge gebracht. Und klar ist: Hund darf nicht ans Katzenfutter. Aber Amy lässt die Katzen auch gerne mal an ihr Futter :D , so weit ist es mittlerweile.

Mit Geduld wird es sich bei euch auch einspielen! Also Kopf hoch und nicht verzweifeln, nur mischt euch nicht sonderlich ein, nutzt die Situationen, wo es sich fast von selbst anbietet, aber führt nicht noch einmal so eine Situation herbei!

Liebe Grüße
Dagi + Amy

PS: am Anfang haben wir pingelig darauf geachtet, daß wir immer die Krallen der Katzen gekürzt hatten, damit sie nicht mit scharfen Krallen noch bei Amy was verletzen.

Zicke
21.11.2002, 20:51
Hallo !
Das Problem kenne ich auch. Meine 3 Stubentiger sind auch nicht sonderlich begeistert von den Hunden. Als der erste Hund letztes Jahr eingezogen ist war mein Kater Flo ( 7 jahre Chef in der Wohnung ) gar nicht begeistert. Unsere Aemy hat schon mehr als einmal Prügel von ihm bezogen.Manchmal geht der Kater auch ohne jeden ersichtlichen Grund auf die Hunde los.Wenn einer der beiden Hunde dann anfängt zu bellen zieht er sich auf seinen kratzbaum zurück und faucht aus sicherer Entfernung.Die anderen zwei haben kein Problem mit Aemy und Balou. Wenn die Hunde zu aufdringlich werden wird die Pfote mal kurz gehoben und gefaucht und dann ist auch schon wieder ruhe.Die fünf liegen auch manchmal gemeinsam auf meinem Bett ( Flo immer in sicherem Abstand ) und schlafen.Meistens ist es so das sie sich einfach ignorieren.Größere verletzungen hat es bis jetzt auch noch nicht gegeben obwohl sich das gefauche und geknurre manchmal schlimm anhört.
Du solltest den beiden einfach zeit geben sich aneinander zu gewöhnen. Für die Katze ist es ja auch alles ein bisschen viel auf einmal ,neue Menschen ,fremde umgebung und ein fremder Hund. Er braucht halt ein wenig zeit um sich an alles zu gewöhnen. Ich denke wenn er erst mal feststellt das ihm niemand was tun will wird er auch versuchen Kontakt zu dem Hund aufzunehmen. Gib den beiden noch ein wenig zeit. Das wird schon noch.

Gruss
Tanja ,Aemy ,Balou und die drei Stubentiger

Thea
22.11.2002, 13:18
Hallo Jela,
lass ihnen Zeit. Wir hatten ähnlich Problem, hatten zwei Hund und zwei Katzen sind dazu gekommen. Es hat 6 Monate gedauert, bis sie sich jetzt alle gemeinsam im Haus frei bewegen dürfen. Unsere kleine Katze hatte auch total Angst vor den Hunde und hat dann immer geknurrt, dadurch haben sich die Hunde provoziert gefühlt und zurück geknurrt und gebellt. Unser Rüde hat lange versucht, die kleine Katze zu schnappen, die Katze hat demnach lange in ihrer Rückzugsetage gehockt, Irgendwann dachte ich auch, es geht nicht mehr, und wollte aufgeben, weil die Katze immer nur alleine oben hockte und immer hin und her gerannt bin, damit jedes Tier seine Aufmerksamkeit bekommt. Irgendwann kam wie von selbst der tag, an dem die Katze runterkam und sich immer weiter vorgetraut hat. Der Hund beruhigte sich auch immer weiter. Heute stürzt der Hund auch schon noch mal auf die Katze zu, die duckt sich und faucht, Hund hält Abstand, Katze gibt Köpfchen an Hundeschnauze, wird kurz abgeschleckt und das wars. Also nicht verzagen, unsere Tiere haben wie gesagt 6 Monate gebraucht sich aneinander zu gewöhnen.
Viel Glück

Jela
22.11.2002, 21:18
Hallo an alle!

Ich danke euch für eure Anteilnahme, das macht Mut! Vor allem der Beitrag von Thea hat mir gezeigt, dass wir auf keinen Fall so schnell aufgeben dürfen. Das blöde ist auch, dass wir den Kleinen über eine gute Bekannte haben und man hat das Gefühl, dass man Rechenschaft ablegen muss. Aber das ist natürlich Quatsch, denn es liegt jetzt nur an uns und die Chance haben wir alle vier verdient.

Das Problem ist halt, dass man am liebsten hätte, alles klappt sofort, aber es braucht Geduld, das muss man sich immer wieder sagen. Schließlich hat das mit Maxi und mir auch nicht auf Anhieb geklappt, und wie schön ist es heute, dass ich nicht aufgegeben habe.

Und es gibt ja schon Anzeichen, dass alles nur eine Frage der Zeit ist: Maxi ist zwar immer noch aufgeregt, wenn sich August blicken lässt, aber knurrt nicht mehr. Ich hab auch schon den Tipp gekriegt, mich mit dem Hund zu freuen, d.h. sie freudig zu streicheln, wenn der Kleine auftaucht, damit sie sieht, dass er kein Konkurrent, sondern einfach ein neues Familien- (oder Rudel-) Mitglied ist. Auf der anderen Seite ist August so frech und aufgeweckt, dass er auf Dauer auch mit etwas aufgeregteren Hunden kein Problem haben dürfte. Das Dumme ist nur, dass er diese seine Eigenschaften gerade an uns auslebt, d.h. uns nachts in alle freiliegenden Körperteile beißt, das Regal leerräumt und meine Kulis, Spangen und sonstiges verschleppt. Also das ist eindeutig Spiel, er schnurrt schon wie ein Sägewerk, wirft sich genüsslich aufs Bett und solche Sachen. Man wünscht sich halt mal, dass er die gesamte Wohnung unsicher macht, aber dazu braucht er wohl noch Zeit.

Und Maxi ist auch gerade heiß, sicher auch nicht die ideale Zeit für sie für einen neuen Mitbewohner!

Auf jeden Fall vielen Dank für euren Zuspruch!!! Es ist wirklich soooo hilfreich, wenn man mal sieht, dass es woanders ähnlich war.

Viele liebe Grüße,

Jela, Maxi und August