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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrung mit Hund aus Rumänien/Tierheim



Benny-Boy
21.08.2007, 21:51
Hallo zusammen,
wir wollten uns schon länger zu unserem Hund (rüde, 14 Jahre, topfit) einen Zweithund dazunehmen. Nun haben wir tatsächlich, nach langer Suche eine Partnerin für ihn gefunden.
Sie kommt aus einem Tierheim in Rumänien und ist 2 Jahre alt. Ganz liebe Hündin, waren heute auch mit ihr und unserem Hund spazieren, haben sich richtig gut verstanden. Ist nicht zu wild, eher ruhig.
Nun meine Frage: hat jemand von euch Erfahrung mit Hunden aus Rumänien gemacht? Bzw. mit Hunden aus dem Tierheim allgemein? Was müssen wir genau beachten? Also wir haben schon seperates Körbchen, Futternapf, Wassernapf usw gekauft.
Hattet Ihr bei der Anschaffung eines Zweithundes Probleme?

Vielen Dank,
Angelika

MicoMaushund
21.08.2007, 22:25
Hallo Angelika,

rumänische Hunde werden meist nicht besonders gut behandelt. Sie sind an Ketten, werden oft geschlagen und getreten. Es könnte also durchaus sein, dass die Hündin ein Problem mit Männern hat oder ähnliches. Wie sieht es mit dem Gesundheitscheck aus? Wird/wurde in Deutschland untersucht?

Ansonsten sind Tierheimhunde Wundertüten, alles kann und nix muss ;). Sie können unangenehme Verhaltensweisen zeigen, das muss aber nicht sein. Sie brauchen eine gewisse Zeit einfach noch mehr bzw. andere Aufmerksamkeit als einer, der bereits als Welpe zur Familie kommt.

Wer dann mal "Ersthund" und "Zweithund" ist, regeln die Beiden normal unter sich :floet:. Da sehe ich keinen Unterschied zu einem Hund vom Züchter.

Viele Grüße
MicoMaushund

outdoogs
21.08.2007, 22:30
Hallo Angelika,

überlegt euch wirklich gut, ob Ihr zu Eurem betagten Rüden eine so junge Hündin nehmen wollt. Ich weiß hier gehen die Meinungen auseinander, aber ich finde das immer problematisch. Auch wenn Euer Rüde jetzt noch topfit ist, werden (leider) auch andere Zeiten kommen und die kleine Rumänin kann sich durchaus zum "wilden Feger" entwickeln, wenn sie hier mal zuhause ist. Weißt Du denn, wie lange sie schon in Deutschland ist?

Liebe Grüße

outdoogs

Benny-Boy
21.08.2007, 22:40
hallo nochmal,
also sie wurde untersucht, ist kastriert und geimpft. sie ist erst seit ein paar tagen in dem deutschen tierheim. dort arbeitet eine frau, die hunde von einem privatisierten tierheim aus rumänien hierher holt, um diese dann zu vermitteln.
also, angst vor männern hat sie keine. wir hatten im grunde 2 hunde zur auswahl. die kleine und dann noch eine - tina. tina war jedoch viel zu wild, ein kleiner spitz. und cindy ist ruhig, verschmust, tobt nicht so wild herum. und hat sich halt blendend mit unserem hund verstanden. waren 2 stunden dort in denen wir mit ihnen spazieren waren und dann durften sie noch auf die spielwiese des tierheims, wo sie ohne leinen herumlaufen konnten. und da hat sich halt gezeigt, dass tina ungeeignet ist, da sie zu wild ist. und unser hund hat sich auch scheinbar in cindy verliebt - wollte gar nicht mehr von ihrer seite weichen und war auch ganz schön bedrückt, als wir heimfuhren ;)

gruß
angelika

Wicki
22.08.2007, 09:34
Hi Angelika,

wichtig ist, das die Hunde erstmal eine Probezeit miteinander haben.
Die Rangordnung wird zwischen den Hunden geklärt.
Wichtig dabei ist:
Das beide Hunde gleich behandelt werden.
Ansonsten ist es wie mit anderen Hunden aus einem Tierheim auch:
Es ist eine kleine Wundertüte. Wenn die Neulinge sich eingelebt haben, dann wirst du ihre Stärken aber auch ihre Schwächen kennenlernen.

Wichtig ist:
Sollten es Probleme geben und zwischen den Hunde ernsthafte Probleme auftreten, das der Tierschutz im Notfall den Hund wieder zurück nimmt und gut vermittelt. Ein sogenannter Schutzvertrag.

Bei dem Futternapf und Trinken:
Wären 2, für jedes gut.
Jeder Hund hat seinen eigenen Futternapf und Trinknapf.
Eine eigene Schlafdecke sollte einjeder auch haben und dort postiert werden, wo einjeder Hund am liebsten schläft.

Lg Wicki

MicoMaushund
22.08.2007, 09:45
Hallo,


Wichtig dabei ist:
Das beide Hunde gleich behandelt werden.

Das ist falsch! Der Ranghöhere (falls sich das so eindeutig aufklärt und mal einer wirklich dominiert) muss "zuerst" kommen, beim Fressen, Streicheln ... auch wenn es dem Halter schwerfällt. Ansonsten kann es richtig Zoff bis hii zum Beschädigungsbeißen geben.

Bitte Hunde nicht vermenschlichen, sie kennen keine Demokratie ;).

Viele Grüße
MicoMaushund

Jana_plus_zwei
22.08.2007, 11:24
Hallo Angelika,

schön, dass Ihr einem "Gebrauchten" ein Zuhause geben wollt!
Mein Zweithund ist aus einem Tierheim in Ungarn. Allerdings habe ich ihn schon mit 4 Monaten bekommen.
Ich denke, dass dort niemand Zeit hatte, sich richtig um ihn zu kümmern oder zu sozialisieren, daher ist er schon als Welpe relativ selbständig gewesen und es hat dementsprechend lange gedauert, bis er gelernt hat, eine Bindung zu uns aufzubauen und sich auf uns zu verlassen, was Futter, Begegnungen mit Fremden etc. betrifft. An unseren Ersthund hat er sích schneller angeschlossen, hat zwar zuhause auch ein paar Tage gedauert, da er(der Welpe) ihn (den Großen) zunächst aus Angst weggeschnappt hat, aber nach 2 Tagen hat er sich schon nachts heimlich an den Großen gekuschelt...
Futternäpfe hat bei uns jeder seinen Eigenen, Wasser wird aus einem Napf getrunken. Körbchen hat auch jeder seins, stehen aber nebeneinander.

Zu den Eigenheiten, die ich auch auf die Vergangenheit im Tierheim schieben würde:
Am Anfang hat er wirklich alles gefressen, was irgendwo herumlag und ganz entfernt nach Essen gerochen hat, also auch Plaste, Papier, usw. und anfangs auch mal Essen vom Küchentisch geklaut.
Das hat er sich nach ein paar Wochen aber abgewöhnt, nachdem er gemerkt hat, dass es regelmäßig Futter gibt.
Manchmal merkt man ihm das Heimkind noch an, z.B. wenn er Spielzeug in seinem Korb bunkert, obwohl er gar nicht damit spielen will oder bei Begegnungen mit Fremden, die sich zu ihm hinunterbeugen, und vor denen er dann erst mal ängstlich knurrend zurückweicht. Beruhigt sich inzwischen aber ganz schnell :-)
Falls ihr in die Hundeschule gehen wollt, könnte das auch negative Assoziationen wecken: Als wir nach einem halben Jahr mal eine Spielstunde besucht haben, ist unser Zweithund nicht von unserer Seite gewichen, hat sich ganz klein gemacht und hat jeden Kontakt mit anderen Hunden abgeblockt. Wenn er gekonnt hätte, hätte er sich wohl auch noch die Augen und Ohren zugehalten. Wenn wir beim Spazierengehen Hunde treffen, dann ist er sehr verspielt, aber dieses eingezäunte Gelände und eine fremde Meute Hunde, dass scheint schlimme Erinnerungen geweckt zu haben.
Und eine gewisse Selbständgkeit ist auch geblieben: während unser Ersthund eigentlich immer in unserer Nähe ist und beschäftigt werden möchte, streunt der Kleine schon mal "gedankenverloren" auf dem Grundstück herum und sieht nur alle paar Minuten mal nach, ob wir noch da sind.

Das hoffe, das klingt jetzt alles nicht zu negativ, er ist ein toller Hund, kuschelig, verspielt, versteht sich gut mit unseren Katzen, den meisten anderen Hunden, anderen Menschen und Kindern allen Alters und macht uns viel Freude.
Er hat eben nur ein paar Eigenheiten, die vermutlich nicht vollständig verschwinden werden und auf die man sich einstellen muss.

Ich wünsche Euch zusammen auf jeden Fall alles Gute und viel Spaß mit Eurem Neuankömmling.

Jana

Benny-Boy
22.08.2007, 16:33
hallo zusammen,
vielen dank für eure Antworten!
Also, ich war heute noch eine schöne Leine und Halsband für die Kleine besorgen. Körbchen, Futternapf und Wassernapf haben wir gestern schon besorgt. Als ich heute in die Tierhandlung Futter für sie kaufen war, hab ich eine Frau getroffen, die auch einen Hund von der selben Organisation bekommen hat. Sie konnte mir einige Tips geben. Wobei es bei ihr wieder etwas anders war, ihr Hund hatte vor allem und jedem Angst. Den Eindruck hatten wir bei der Kleinen gestern und vorgestern nicht. Sie ist jedem aufgeschlossen entgegen gelaufen, ist beim Spielen immer wieder (ohne dass wir riefen) zu uns gekommen und hat sich Streicheleinheiten abgeholt ;) Mein Vater war auch dabei - nach ihm war sie ganz verrückt, also Angst vor Männern hat sie keine.
Das mit der Hundeschule müssen wir dann testen. Würden ganz gerne mit ihr zur Schule gehen, aber wenn sie natürlich Angst davor hätte, dann würden wir es lassen. Haben es ja schonmal geschafft, einen Hund zu erziehen ;) Wobei es bei Benny so war, dass wir ihn schon als Welpen bekommen haben. Die Kleine ist nun schon etwas älter - 1 1/2 Jahre. Deshalb spielen wir mit dem Gedanken, eine Schule zu besuchen.
Habe heute auch noch eine Feldleine besorgt, damit sie sich wenigestens etwas beim Spazieren gehen austoben kann.
Die Frau im Geschäft hatte mir erzählt, dass man zuerst immer den Ersthund streicheln, füttern, anleinen soll, damit er nicht neidisch wird oder das Gefühl bekommt, er sei jetzt abgeschrieben. Das werden wir natürlich so machen.
Wir sind ganz aufgeregt und freuen uns schon total :)

lg
Angelika :)

Benny-Boy
24.08.2007, 21:51
Hallo zusammen,
heute haben wir unser neues Familienmitglied bekommen. Franzi kam heute morgen an, anfangs noch etwas aufgeregt, doch schon nach einer halben stunde war sie richtig ruhig. Die anfängliche Scheu vor ihrem Körbchen hat sie schnell abgelegt und seitdem liegt sie fast die ganze Zeit drauf und schläft.
Sie ist total verschmust und anhänglich und versteht sich blendend mit unserem Hund Benny. Sie ist ganz ruhig und macht nicht den Anschein, als würde sie sich unwohl fühlen. Ängstlich ist sie auch nicht, weder Scheu vor den Fernsehgeräusche, noch beim Spazieren gehen. Das funktioniert auch super. Sie läuft schön an der Leine, ohne zu ziehen. Auto fahren verlief auch gut. Also einfach super :) Sind total happy, dass alles so gut gelaufen ist. Fressen nimmt sie auch mit Begeisterung an. :wd:

lg
Angelika :)