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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hundepfeife



SilVi
18.08.2007, 09:40
Hallo an alle. Eine Frage zum Thema Hundepfeife.
Ich weiß schon, wie sie "technisch" funktioniert, also Hochfrequenzen, die vom Menschenohr nicht wahrgenommen werden können, aber dafür vom Hund, usw. usf.
Mir ist allerdings nicht klar, ob der Hund sowieso von Anfang an auf die Pfeife hört, oder ob die Sache trainingsbedürftig ist (mit Leckerlis und allem drum und dran).
Noch eine Frage: in welcher Entfernung ist der Ton für den Hund hörbar?
Vielen Dank an alle im Voraus. :)

Deargi
18.08.2007, 12:07
Hallo Silvia,

Die Sache ist trainingsbedürftig. Der Pfeifton ist vor der Konditionierung genauso ein neutraler Ton wie jeder andere auch. Sonst müsste ja jeder Hund angerannt kommen, wenn bsp. ein Zug pfeifft. ;)
Mit Hundepfeifen ist es wie mit Kommandos: Solange Du das Wort oder eben den Pfiff für den Hund nicht mit einer Bedeutung verknüpfst, bedeutet es oder er auch dieses: Nichts nämlich.
Das einzige Argument für Hochfrequenzpfeifen ist meiner Meinung nach, dass man nix hört, also stören sie keinen.
Ansonsten haben die Dinger nur Nachteile:
Man hört nix und hat deshalb keine Kontrolle über die Funktion.
Wenn der Hund nicht kommt, war vielleicht ja auch die Pfeife kaputt, wer weiss? Die Dinger sind empfindlich, da reicht ein Sandkorn und schon denkt man, man hätte den Hund nicht richtig ausgebildet.

Dazu kommt, dass der Energieaufwand für einen Ultraschallton sehr viel größer ist als für einen "normalen" Pfeifton. Man muß da wirklich feste reinpusten und die Reichweite ist trotzdem ziemlich bescheiden. Wenn der Hund nicht kommt, war möglicherweise der Ton zu dünne.

Es ist nämlich zwar richtig, dass Hunde mit einer oberen Wahrnehmungsgrenze bis zu 50kHz deutlich höhere Töne wahrnehmen können als Menschen. Am besten funktioniert ihr Gehör aber um die 2000Hz. Das ist so ungefähr Unterkante oberes Viertel auf dem Klavier. Ein schrilles Pfeifen eben, aber deutlich im hörbaren Bereich.

Eine gute Hundepfeife tönt in diesem Bereich. Der Pfiff hat bei wenig Kraftaufwand eine hohe Reichweite und wird vom Hund optimal wahrgenommen.
Einziger Nachteil: Er nervt möglicherweise.
Hochfrequenzpfeifen sind Spielzeuge, ihre Beliebtheit beruht auf dem "Wow-Effekt".
Kommt cool, wenn's trotz all der Nachteile funktioniert. :D
Ich hab ne doppeltönoge Büffelhornpfeife und bin damit super zufrieden.

LG:cu:
Deargi

SilVi
18.08.2007, 12:22
Hallo Deargi, danke für Deine ausführliche Antwort.
Genau das war mein Zweifel:


Man hört nix und hat deshalb keine Kontrolle über die Funktion.

Wenn wir nichts hören, wie können wir wissen, ob wir's "richtig" gemacht haben?:?:
Das Problem ist bei uns wie folgt: der Hund meiner Eltern ist ein ca. 9 Monate junger Jagdhundmischling, den mein Vater im Mai gefunden hat. Da er auf dem Land lebt, dreht er bei jedem Tierruf völlig durch. Rund um das Haus gibt's einen Zaun und er wird drin gehalten, aber manchmal ist er zu schnell und schlüpft raus, wenn jemand raus oder reinfährt... wie heute morgen... :( Er hat sich so um ca. 300 Meter entfernt und es gibt zwar keine eigentlichen "Gefahren" aber wir haben Angst, dass er sich im Wald verlaufen könnte... Wenn er "auf die Jagd" geht, ist er nicht mehr zu halten, er hört auf niemanden und nichts mehr... :0(
Ich denke übrigens, dass er nicht ausgesetzt wurde - wie wir am Anfang vermutet hatten. Wahrscheinlich hat er einem Jäger gehört der ihn mal "testen" wollte und er hat sich einfach "nur" verlaufen... (Bei der Stadtpolizei lag allerdings keine Anzeige vor).

Deargi
18.08.2007, 13:41
Hallo Silivia,
wenn die Sachlage so ist, wäre vielleicht auch eine Jagdausbildung bei einem Jäger eine Lösung für euer Problem. Dabei kann der Hund seinen Jagdtrieb ausleben und lernt gleichzeitig ihn zu kontrollieren. Eine Pfeife ist da sicher nur ein Hilfsmittel... und nicht die Lösung. Auf jedenfall sollte der Hund seiner Begabung nach ausgelastet werden. Schon mit Dummy- und Fährtenarbeit lässt es sich mit manchen passionierten Jagdhunden leichter leben.

LG
Deargi