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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HILFE - NICHTS IST MEHR SICHER IN DER WOHNUNG!!!!



niqua
02.08.2007, 20:01
hallo.

ich habe einen gut 1-ährigen tibet-terrier, den ich mit 5 monaten aus dem tierheim geholt habe.

nachdem wir es mit üben und bachblütentherapie inzwischen soweit geschafft haben, dass er meistens nicht mehr das ganze haus zusammenschreit, wenn er allein ist (heißt, mit meiner hündin zusammen), frisst er jetzt vermehrt (früher auch) wirklich alles an. schuhe lasse ich schon seit langem nicht mehr draußen, aber heute hat er mir tatsächlich eine fernbedienung zerlegt! zudem knabbert er eigentlich versteckte lautsprecherkabel an.
er holt sich sachen vom tisch und der couch und nichts ist eigentlich sicher.

weder schimpfen, wenn er's mal macht, wenn ich da bin, noch fernhaltespray haben geholfen. mit chili oder ähnlichem einschmieren ebenfalls nicht, denn das schmeckt ihm auch noch.

ich habe auch angst um ihn, denn ständig find ich irgendwas im kot, von fusselbündeln bis gummireste von seinem spielzeug.

er hat zwei kaukordeln und ich fülle ihm auch immer einen kong, bevor ich gehe, damit er beschäftigt ist.

ich könnte ihn sonst nur ins bad stecken, wenn ich weg bin, denn im schlafzimmer hopst er auf's bett und hat dort auch schon raufgepullert. und das kann ja auch nicht sinn und zweck der sache sein. er hat eine box, die aber immer offen ist, denn wenn er darin eingeschlossen ist allein, zerlegt er sie auch.
ihm permanent einen stoffmaulkorb umzulegen, wird wohl auch schlecht gehen, obwohl er ihn akzeptiert, denn ich weiß nicht, ob er damit trinken kann.

also, hat irgendwer einen vorschlag? wie soll ich ihn erziehen, wenn ich nicht da bin? das geht schließlich auch inzwischen ins geld, was er alles schon zerstört hat...

vielen vielen dank! hilfe

zipfelhut
02.08.2007, 20:56
Hmmm...kennst Du seine Vorgeschichte? Kannst Du eingrenzen, warum er so sehr wütet, wenn er allein ist? Und wie lange muß er durchschnittlich allein bleiben?
Was für eine Box verwendest Du denn? Und wie hast Du den Box-Aufenthalt angefangen und vorbereitet, wenn Du sie jetzt verwendest?
Mein Vorschlag wäre eine Metallgitterbox, die kann er eigentlich nicht zerlegen, und eben einen leckeren Kong oder Büffelhautknochen hinein - und das ganze mit einem umfassenden Box-Training fundamentiert. Dazu gehört unter anderem, den Hund nicht nur dann "hineinzustecken", wenn Du das Haus verläßt, sondern es soll sein geliebter und einziger wirklicher Aufenthaltsort/Liegeplatz sein, was natürlich nicht heißt, daß er sich nicht mehr frei bewegen darf, aber "wohnen" soll er da. Sein Futter und sein Wasser wird er dort finden und sie soll auch so groß sein, daß er sich ohne Probleme darin ausstrecken kann; sie soll ja nicht als Gefängnis dienen sondern als Hundehütte mit "Verwahroption". Es ist also durchaus sinnvoll, das größte erhältliche Modell zu wählen, den ein ausgewachsener Tibet ist ja auch kein Minihund mehr...
Tja, dies und eine weiterführende Bachblüten-Therapie wären so meine Ideen dazu...

Deargi
02.08.2007, 21:09
Hallo,
es müsste erst mal geklärt werden, was die Ursache für sein Verhalten ist, bevor dir irgendjemand einen Tip geben kann...
Deshalb würde ich dich bitten den Charakter deines Hundes uns etwas näher zu bringen.
Auch der Umgang mit anderen Hunden kann Hinweise geben, ebenso wie der Grundgehorsam.
Fängt er denn sofort an mit wüten? Oder kannst du mal kurz in den Keller gehen, ohne das was passiert?
Ich hab da so eine Vermutung, typische Hütehundproblematik, würde sie aber gern noch etwas absichern...:?:
Urinier oder Markiert er? Kotet er auch in deiner Abwesenheit? Hechelt er wenn du wieder kommst oder ist erschöpft? An welchen Stellen deiner Wohnung lässt er sich besonders aus? Zentrum des Raumes?

LG
Deargi

niqua
02.08.2007, 23:23
hallo. also, der kleine kam von einer familie, die sich dann trennten, ihn dann einer oma gegeben haben, die mit ihm aber auch nicht klar kam, denn er war ja noch unerzogen. dann kam er in ein "tierheim", wo er 4 wochen lang allein (also ohne wirklichen anschluss und erziehung) in einem hunde(pensions)haus lebte, sich aber total auf die inhaberin bezogen hat. ich habe ihn mit 5 monaten bekommen und er hat mich und meine große sehr schnell als seine familie anerkannt. er konnte nichts außer autofahren, halbswegs leine-laufen und sitz. alles andere (auch stubenreinheit) haben wir lernen müssen. besonders das allein-bleiben war ein problem.

alles in allem haben wir's ganz gut hinbekommen. er läuft ohne leine, wenn keine straße da ist, kommt nach dem 3-4 rufen auch wieder (haut aber auch nicht ab, wenn man geht), und bleibt auch meistens ganz gut allein.

nur das mit dem anknabbern halt nicht. dass er schuhe liebt - ok - aber auf tische klettern (wie auch immer), couchkissen anknabbern und fernbedienungen klauen und zerlegen geht dann doch zu weit.

ansonsten liebt er meine ganze familie, meine große - ein 3-jähriger pon, auch aus dem tierheim - (auch wenn die auch ganz schön oft herhalten muss, weil er ganz schön grob spielt), alle hunde auf der straße und alle kinder. drinnen spielt er den chef mit bellen und aufpassen, draußen liegt er ganz schön oft unten und muss sich unterwerfen, wo dann oft die große dazwischengeht und ihn beschützen will. draußen ist eher sie der chef.

reicht das, um seinen charakter zu beschreiben?

wegen der box: ein tcamp-twister größe L (auch wenn er ein kleiner tibet ist). ich glaube nicht, dass ich ihn den ganzen tag in einer box einsperren kann. es ist nämlich einmal die woche ein ganzer tag, sonst unregelmäßig mal zum einkaufen oder so. ich denke, das ist einfach zu lang, auch wenn die box größer ist als er bräuchte. die box, die wir haben, hat er ganz gut akzeptiert, ein paar leckerchen reinwerfen und kurz zumachen, das steigern, hat gut funktioniert. er geht oft auch von allein rein. nachts wird er reingeschickt und wir machen zu. am morgen, wenn er nicht mehr mag, mauzt er ein wenig vor sich hin. er rennt auch oft allein rein, wenn wir heimkommen und er was angestellt hat, ehe man überhaupt was sagt. man kriegt's ja doch nicht hin, nicht zu schimpfen, wenn der lieblingsschuh kaputt ist.

erschöpft scheint er eher nicht, wenn ich heimkomme, halt aufgeregt, weil ich wieder da bin, wobei das aber nachlässt, weil ich ihn immer mehr ignoriere. mit absicht in die wohnung hat er am anfang gemacht, das hat aber aufgehört. er hat aber dreimal mein bett zerwühlt und draufgepullert. das schlafzimmer ist jetzt komplett tabu.

ja, sollten noch fragen zu meinem kleinen offen sein, ich beantworte sie gerne.

ich kann ihn einfach nicht wieder weggeben zu jemandem, der immer zuhause ist (es wird auch zeiten geben, wo ich öfter weg muss), er hat schon so viel hinter sich, und ich habe die verantwortung für ihn übernommen. vielen dank schonmal für die antworten.

niqua
02.08.2007, 23:30
ach so: er fängt mit dem geheule meist er an, wenn ich unten zur haustür raus bin, oft aber auch gar nicht und ich denke, mit dem kaputtmachen auch erst später. meistens hat er ja erst mit dem kong zu tun.
es hat sich in letzter zeit öfter ereignet, dass der uriniert hat, wenn man mit ihm geschimpft hat. er fing vor ca. 3 monaten an zu knurren und auch zu schnappen, wenn er ärger bekommen hat und die reaktion unsererseits war dann, ihn auf den rücken zu packen, bis er ruhig ist. da hat bei meinem freund dann das erste mal gepullert. aus angst nehme ich an. das knurren und schnappen hat zwar etwas nachgelassen, aber machen tut er's noch, wenn man schipmft und ihn in die box schicken will.
er verzieht sich zum kaputtmachen und verstecken beim schimpfen am liebsten unter den couchtisch auf den teppich im wohnzimmer. danke

Deargi
03.08.2007, 09:10
Hallo Niqua,
dass klingt für mich eher nach Langeweile, als nach "böswilligen" Absichten oder Angst. :?:
Und da sich ja in seiner Kindheit wohl eher wenig um ihn gekümmert wurde, versucht er nun gewisse Dinge nachzuholen. Das Ankanbbern von Gegenständen würde dazu passen.
Das Thema in die Wohung pfützeln und vorallem aufs Bett, kann sowohl sein, da er in der Pension wohl in einer Art Zwinger (?) gelebt hat und keine richige Stubenreinreinheit gelernt hat. (Habt ihr denn Teppiche?) Für Angst spricht das eher nicht, da würde er sich nicht erst die Mühe machen aufs Bett zu klettern.
Schimpfen wenn du wiederkommtst bringt eh nix, außer das dein Hund vielleicht Angst vor dir bekommt. Besteht die Möglichkeit den Terrier vor dem Alleinlassen richtig auszupowern?
Wie lang muss er denn allein bleiben?
Wenn er richtig ausgetobt ist, dann bevor du gehst noch einen Kauknochen bekommt, müsste er eigentlich schlafen, wenn du weg bist. Vorrausgesetzt, er bleibt nicht zu lang allein.
An dem Türschließgeräusch, als Auslöser für sein Bellen kann man ja auch arbeiten. Also lasse das Geräusch möglichst oft ertönen, ohne das du wirklich rausgehst, sodass dein Hund dieses Geräusch nicht als Startzeichen fürs Alleinbleiben empfindet. Und dann natürlich das Alleinbleiben inkl. dem Geräusch neu einüben.

LG:bl:
Deargi

BrittaW
03.08.2007, 12:31
Hallo,
ich habe sicher noch nicht die meiste Erfahrung mit Hunden, aber mein erster Gedanke, als ich Deine Beiträge gelesen habe, war, dass Du vielleicht doch einmal einen Hundetrainer zu Rate ziehen solltest, der auch mal bei Dir zu Hause die Abläufe mitbekommt und bewerten kann?

Das würde ich an Deiner Stelle jedenfalls tun.

Liebe Grüße,
Britta

niqua
09.08.2007, 17:43
hallo. vielen dank für eure tips.
das mit dem auspowern werd ich probieren, aber ist halt nicht sooo angenehm, noch ne stunde früher vor der arbeit aufzustehen. wir haben leider nur ein ganzes stück entfernt die möglichkeit, hunde ohne leine laufen und spielen zu lassen. und man muss ja auch manchmal spontan los.
eine metallbox kommt mir doch sehr einengend vor.
es ist auch nur noch bis oktober, dass er *** einen tag die woche wirklich 8-9 stun*** allein sein muss, dann ist es zwar häufiger aber kürzer.
ich ***ke, bis dahin nehm ich weiter *** nylonmaulkorb, *** er echt gut akzeptiert. der ist ein stück zu groß, so dass er noch immer mit dem kong spielen und trinken und fressen kann, aber eben nix mehr gut zum knabbern ins maul passt. und vielleicht wird er ja auch irgendwann älter und vernünftiger... liebe grüße. steffi

sandy83
09.08.2007, 18:05
hallo du,
mir fällt zu der sache eigentlich auch nur das ein was die meisten schon geschrieben haben.

die lösung mit der box fände ich auch nicht optimal.
und das mit dem nylonmaulkorb, naja das ist ja auch nicht grade die super lösung...aber was solls....

hast du mal darüber nachgedacht sowas wie nen hundeauslauf in der wohnung aufzustellen?
bei hundezüchtern habe ich es öfter gesehen das die hundewelpen in einer art gehege die ersten wochen sind.
das ist ja auch dafür gedacht damit die kleinen nicht überall in der wohnung oder im zimmer herumsauen und irgendwas ankauen und sich wenns geht auch noch dabei was antun.
da sind zwar die hunde nicht ständig drin, aber in zeiten der abwesenheit schon.

vielleicht wäre so etwas ne lösung für deinen hund.
darin kann er nichts kaputt machen und hat mehr bewegungsspielraum als in ner box. und nen maulkorb braucht er dann auch nicht.
nur sollte das gehege stabil/hoch genug sein, damit er nicht ausbrechen kann.
das wäre in meinen augen die humanste lösung!!!!

aber ***noch, egal was du machst, viel glück!!!!

grüßle sandy