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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die sehr traurige Geschichte von Lea



Mascha
16.11.2002, 22:18
Die nachfolgende Geschichte stammt von der Australian Sheperd Mailingliste mit der Bitte, sie an möglichst viele Hundefreunde weiterzuleiten



Die Geschichte von Lea

Ich weiß nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren
bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch
mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr
weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn. Sie
hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und
Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich
gestorben.

Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich
furchtbare Angst und war so traurig. Meine Milchzähne
waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama
doch noch so sehr gebraucht. Arme Mama, es ging ihr
so schlecht.

Die Menschen sagten, daß sje jetzt endlich Geld
wollten und daß das Geschrei meiner Schwester und
mir ihnen auf die Nerven ging.

So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und
fortgebracht. Wir kuschelten uns aneinander und
fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst.
Niemand kam, um uns zu trösten.

All diese seltsamen Geräusche und erst noch die
Gerüche - wir sind in einem "Petshop", einem Laden,
wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen,
andere piepsen, einige pfeifen. Wir hören auch das
Wimmern von andern Welpen. Meine Schwester und
ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.

Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz
kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als
wollten sie mit uns spielen.

Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig.
Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns
zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln
uns, andere sind grob und tun uns weh.

Oft hören wir sagen "oh, sind die süß, ich will eines",
aber dann gehen die Leute wieder fort.

Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe
meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt,
wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen
ist.

Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nehmen sagen sie,
sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt
abgegeben werden, damit ich bald wegkomme.
Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines
Schwesterchen weggeworfen wird.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft !
Jetzt wird alles gut! Es sind sehr nette Leute, die sich
tatsächlich für mich entschieden haben. Sie haben
gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das
kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den
Armen. Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz
süßes und braves Hündchen.

Ich heiße jetzt Lea.

Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist
wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf
und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir
herrliches Essen und viel, viel Liebe. Nichts will ich
mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und
nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen
herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort,
mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen. Meine beste
Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und
sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich.

Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige
Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus. Ich hörte
etwas von schweren Mängeln und von Displasie E und
von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und
das meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden
seien. Ich habe nichts von alledem begriffen aber es
war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.

Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen
Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede
Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie
weg.

Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein
wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte
so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es
einfach nicht. Vater und Mutter sprechen über mich.
Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.

In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und
immer hieß es "genetisch" und "nichts machen". Ich
möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner
Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht
nicht.

Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich
konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und
nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto.

Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los ? War ich
böse ? Sind sie am Ende böse auf mich ? Nein, nein,
sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese
Schmerzen aufhörten! Ich kann nicht mal die Tränen
vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken aber
wenigstens erreiche ich seine Hand.

Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die
Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie
mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu
lecken. Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist
sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger
Schmerzen.

Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner
Stich... Gott sei Dank, der Schmerz geht zurück. Ich
fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.

Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und
Schwestern auf einer großen grünen Wiese. Sie rufen
mir zu, das es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede
und Glück.

So sage ich meiner Menschenfamilie Auf Wiedersehen
auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften
Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.

Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es
hat nicht sein sollen. Statt dessen habe ich Euch so
viel Kummer gemacht.

Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

micky80
17.11.2002, 22:32
deine geschichte treibt mir wirklich die tränen in die augen. ich habe selber letzte woche mein 10 wochen altes katerchen einschläfern lassen müssen. dabei hab ich doch nur zwei tage etwas von ihm gehabt. er war leider schon zu geschwächt als er zu mir kam. du hast also mein vollstes mitgefühl.

Hundemutti
20.11.2002, 19:47
Liebe Masha,

ich kann gut verstehen, wenn ein geliebtes Wesen stirbt, dann fühlt man sich so hilflos.

Was natürlich wichtig ist, daß Du auch trauerst. Das lass Dir von niemanden nehmen, denn somit wirst Du sicher einiges darüber verstehen.

Auf jeden Fall möchte ich allen, die ihr geliebtes Tier haben einschläfern müssen mein tiefsten Bedauern und hoffe, daß irgendwo Gerechtigkeit geschehen wird.



Heike

braveheart
02.12.2002, 22:57
Liebe Mascha,auch wir mußten unsere Beauty vor einem Jahr einschläfern lassen,jeden Tag denk ich an sie,sie ist und bleibt unvergessen!Deine Geschichte war so traurig,aber leider werden Tiere noch oft als Handelsware angesehen!Dabei sind sie unersetzlich und so treue Freunde.....nur jemand,der Tiere liebt,weiß wie schwer der letzte Gang ist!Und doch.....ich weiß jetzt,beauty lebt ohne Schmerzen und da wo sie jetzt ist,kann sie wieder das Sternchen sein, so frei wie vor ihrer Krankheit!Manchman kann der Tod Erlösung sein,nicht für einen selbst in dem Moment aber für unseren besten Freund,dem Hund.....dem Tier!!!!!Ich hoffe,du siehst das genauso,liebe grüße,deine Iris+co

Hundemutti
03.12.2002, 19:42
Hallo,

natürlich hast Du da Recht und ich hoffe doch sehr, daß es kein Leid für irgend ein Lebewesen geben wird.

Man sollte genau sicher sein, daß es das beste ist




Heike