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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sensibilisierung oder wie man das schreibt ?



Glücksbärchi
24.07.2007, 17:03
Hallo zusammen,

wie schon mal erwähnt bleibt mein Jerry ja nicht gerne alleine. Nun habe ich gedacht es ist nicht schlecht wenn er nicht alles gewohnte, mit dem weg gehen von mir oder ihm verbindet.

D.h wenn ich sein halsband nehme, das so schön klimbert durch die anhänger, heißt es für ihn IMMER, aha wir gehen weg! JUHU!

Nun dachte ich, es ist gar net so blöd, wenn das Halsband öfter klimbert, genauso wie der schlüssel, oder die Haustüre öfter mal auf und zu geht.

Momentan liegt er auf seinem Platz, schaut mich erwartungsvoll an (weil halsband liegt hier) und wartet darauf das wir weg gehen, was die nächsten 1 1/2 std aber net so sein wird.

Jetzt frage ich mich, ob es was helfen kann, das was ich tue? Ich erhoffe mir daraus das er nicht bei jedem was eigendlich darauf hin deutet das ich weg gehe, das auch denkt und ihm irgendwann, das klimbern oder der schlüssel, schuhe anziehen relativ egal ist. Und dann könnte ich einen schritt weiter gehen, oder was meint ihr?

Mußte das jetzt einfach mal raus lassen.

Deargi
24.07.2007, 17:32
Hallo Glücksbärchi,

ich weiß nicht, ob ich es irgendwie übersehen habe, aber was genau ist denn dein Problem?

Ach und das Wort heißt, Desensibilisierung.

LG
Deargi

Glücksbärchi
24.07.2007, 17:51
steht im ersten Satz: er bleibt nicht alleine

Deargi
24.07.2007, 19:00
Hallo Glücksbärchi,
Ja toll, daraus kann ich jetzt viel erkennen. Sorry, gehts vielleicht auch etwas genauer?
Wie genau äußert sich das Problem?
Bellt er? Gestaltete er die Wohnung um?
Wie ist er sonst so? Eher anhänlich oder Selbstständig?
War ein Ereigniss seit dem er das Verhalten zeigt?
Seit wann ist das Problem?
Wie alt ist der Hund?
Wie reagierst du/ der Hund, wenn du heimkommst?
etc.

LG Deargi

zipfelhut
24.07.2007, 20:26
Huhu!

Sag doch wirklich mal genauer, welches Problem Du genau beim Alleinbleiben hast, dann kann man sich da besser reindenken.;):D

Zum Thema allgemein:
Das Desensibilisieren oder Abstumpfen, das Du da zu etablieren versuchst, wird nicht allzu effektiv verlaufen, da Du Dir durch das irgendwann doch eintretende, tatsächliche Verlassen der Wohnung -eben genau mit diesem Halsband, diesen Schuhen etc.- naturgemäß immer wieder ein Eigentor schießt; denn der Hund wird in seiner Logik, die Du durchbrechen willst, ja doch immer wieder bestätigt.
Um wirklich absolut unberechenbar für den Hund zu sein, müßtest Du wahrscheinlich bei der durchschnittlichen Häufigkeit des Gassigehens die ich Dir mal so attestiere, den ganzen Tag rumklimpern. Damit könnte allerdings auch ein sehr unangenehmer Effekt eintreten: Der Hund steht zunehmend unter Streß, weil er nicht mehr weiß, was er von Dir halten soll, und eine für ihn irgendwann wieder einsetzende Kontinuität in Deinem Verhalten wäre bei dieser Methodik ja nicht zu erwarten.
Ich denke also, daß Du ihn damit (leider, leider) nicht auf die gewünschte Weise desensibilisieren kannst. Es wäre ja so schön einfach...

Sinnvoller wäre m.E. ein gezieltes Alleinbleib-Training.
Dazu kommentarlos Wohnungstür öffnen, rausgehen, 21,22 zählen, wortlos wieder reinkommen. Wiederholen, bis der Hund erstmal keine Regung mehr zeigt, dann die Zeitspanne vor der Tür verlängern, wenn das klappt, auf die Treppe und zurück usw...
Wichtig ist generell, keinen Zinnober ums Weggehen zu machen, also kein "Sei brav, bin gleich wieder da", kein Blick zum Hund, gar nix. Auch im täglichen Umgang mit dem Hund sollten gegebenenfalls Veränderungen gemacht werden, den Hund insgesamt weniger beachten (ohne ihn nun den ganzen Tag zu ignorieren), aber dafür sorgen, daß er zur Ruhe kommt. Erfahrungsgemäß sind Hunde mit Trennungsängsten (so es denn welche sind-oft ist es auch Wut!) auch oft der Mittelpunkt des Treibens im häuslichen Umfeld, sie dürfen überall hin, werden viel gestreichelt, rennen wie am Gummiband hinter ihren Menschen her-dort kann man dann ansetzen und ein paar Sachen abstellen. Also auch mal alleine zur Toilette gehen:D
, dem Hund in der Wohnung ruhig mal ne Tür vor der Nase zumachen und ihn auch nicht so wie einen Mitmenschen besprechen...
Vielleicht findest Du Dich ja in den Beschreibungen irgendwie wieder:floet:

Glücksbärchi
25.07.2007, 13:44
Das Problem äußert sich so das er jault wenn er alleine ist, er räumt die wohnung nicht um und macht auch nichts kaputt. Nach maximal ner halben std fängt er dann an mit jaulen und hört damit auch nicht auf.
Seit nem Jahr, oder etwas mehr, haben wir die situation so verändert, wie zipfelhut ja schon sagte, das er einen platz hat wo er drauf liegen bleiben muß wenn wir es ihm sagen, er nicht mehr überall hinter her zu laufen hat und auch mal die türe vor die nase bekommt u.ä

vor die türe gehen kann ich auch kurz und er bleibt dann auch auf seinem platz liegen, für paar sekunden, wenn ich es öfter mache, dann auch für 5 minuten. Ich beachte ihn nicht beim raus gehen, und beim wieder rein gehen auch nicht. Eine Tiertrainerin sagte er habe schlicht und einfach Kontrollverlust, also er ist sauer/wütend weil er nicht weiß wenn er alleine ist, was mit uns ist oder das er nicht "nach uns gugen kann".

@Deargi

er ist 10 Jahre alt
das problem ist schon immer (früher nie ein problem gewesen da immer jemand zu Hause)
gegenüber anderen hunden ist er aufmüpfig

leider war ich damals, wie er es hätte lernen müssen, noch zu jung um ihn alleine zu erziehen, ich war 12 und keiner hat mir gesagt was für eine Hundeerziehung wichtig ist.

zipfelhut
25.07.2007, 18:20
Huhu,
wenn das wirklich Ärger wäre, dann würde der sich auch äußern, eben durch Zerstören, Umräumen und in erster Linie protestierendes Bellen... Du hast ja schon ein paar der Verhaltensweisen von Jerry beschrieben, so energisch, wie er beim Anblick anderer Hunde werden kann, wäre er vermutlich auch, wenn er tatsächlich Ärger über den Kontrollverlust hätte, davon kann man, denke ich, getrost ausgehen...
ich finde, daß es eher nach reiner Trennungsangst klingt, also daß er wirklich leidet, wenn er allein ist. Dafür spricht meines Erachtens das "ruhige" Jaulen, also das Wimmern ohne irgendwelche Aktionen wie herumspringen, Kläffen, Zerbeißen von Möbeln etc. Wenn dem so ist und meine Vermutung stimmt, dann kannst Du tatsächlich nur so weiterüben wie bisher - dann seid Ihr von der Zeitspanne her eben noch nicht weit genug im Training.
Was mich interessiert: Wie hast Du das denn bisher, vor dem gezielten
Alleinbleib-Training gehandhabt, also die ganzen Jahre davor? Hat er schon immer, also von klein auf gejault, wenn er allein war? Oder war er gar nicht allein? Wenn er gejault hat, wie habt Ihr dann reagiert? Immerhin ist er ja nun auch schon ein Jahre alt. so daß sich die Verhaltensweisen schon ein wenig ins Hundehirn eingeschliffen haben, dann dauert die "Therapie" halt auch immer ein bissel länger...

Glücksbärchi
25.07.2007, 18:53
bis zu einem alter von 5 jahren war er eigendlich nie alleine und wenn, dann hat er von klein auf gejault, ja. Entweder war meine Mutter zu Hause, oder geschwister. Als die dann außer Haus waren, war noch immer meine Mutter zu Hause und da war er dann auch mal alleine, was wir damals gemacht haben, weiß ich nicht mehr genau. Ich weiß nur das ich ihn begrüßt habe, wußte noch nicht das man es lassen sollte und so, hat er wohl noch mehr darauf gewartet das ich endlich komme...

Die Umstände haben sich jetzt insofern verändert das ich verheiratet bin, und nicht mal arbeiten gehen kann, weil er sonst alleine wäre, meine Mutter wohnt nicht mehr in der Nähe bzw. geht bald auf Kur so das er da nicht mal mehr hin kann wenn wir mal zum einkaufen sind etc...

Dazu das es wohl doch eher verlustangst ist, da hat die tiertrainerin sich wohl geirrt? :?:

Ich denke es ist sehr schwer ihm das mit jetzt 10Jahren beizubringen.... naja, zumindest weiß ich was ich falsch gemacht habe und wie sehr uns das jetzt einschränkt, werde diesen fehler sicher nicht wiederholen....

zipfelhut
25.07.2007, 19:40
Naja, ich will den Mund freilich nicht zu voll nehmen, wie gesagt, aus der Ferne sicher urteilen ist immer so eine Sache...aber nach Wut und Ärger klingt das für mich nicht. Und Du hast schon recht, das ist in diesem Alter sauschwer...kann aber durchaus noch was werden.
Wäre aber alternativ vielleicht ein freiwilliger Hundesitter ne Möglichkeit, damit Du arbeiten gehen kannst? Also einer, der kein Geld verlangt...Es gibt durchaus noch sowas:D Häng doch mal nen Zettel an so ne Such- und Find-Wand im Supermarkt, vielleicht findet sich ja jemand, der gern auf Jerry aufpaßt, sich aber selber keinen Hund leisten kann/will/was weiß ich. Oder mal das Tierheim fragen, vielleicht haben die Adressen, bzw. kannst Du dort Deine Adresse hinterlegen...Um das Verhalten wirklich noch wegzubekommen, müßtest Du sicher sehr viel Zeit und Arbeit investieren...vermutlich auch Geld für einen kundigen Trainer. Da wäre das denke ich, der einfachere Weg...

Deargi
25.07.2007, 21:04
Hallo Glückbärchi,

ich bin nicht der Meinung, dass es sich um Trennungsangst handelt.
Trennungsangst äußert sich durch Zerstörungswut, scheinbarer Verlust der Stubenreinheit, jaulen, bellen.... Diese Hunde sind auch sonst recht anhänglich und eher unsicher, neuen Situationen und Artgenossen gegenüber. Hunde die unter Trennungsangst leiden, hängen ihrem HF ständig am Rockzipfel und orientieren sich stark an ihrer Bezugsperson.

Jerry hingegegen, scheint ja ein recht gutes Selbstvertrauen zu haben und anderen Hunden auch etwas aufmüpfig gegenüberzutreten. Auch, dass er erst nach einer halben Stunde beginnt mit Theater machen, spricht für einen Kontrollverlust des Rüden. Auch Kontrollverlust kann sich ähnlich äußern wie Trennungsangst, jedoch sind die Charaktere der beiden betroffenen Hundetypen grundsätzlich verschieden.
Kontrollverlust ist ja erstmal nur ein Wort, auch wenn es vielleicht etwas negativ klingt, soll es doch nur bezeichnen, dass der Hund aus einer anderen Motivation heraus handelt als bei der Trennungsangst. Das Problem ist deshalb nicht kleiner es ist einfach nur ein anderes Problem. Und ich denke in beiden Fällen geht es dem Hund nicht gut, sondern steht unter Stress. Also geht es doch nicht nur um das Alleine bleiben (wie fast immer), sondern muss dringend auch an der Rangordnung gearbeitet werden.

Ich fürchte daher, es wird keine kleinen Tricks geben, die das Problem schnell lösen. Da muss an der Beziehung im ganzen gearbeitet werden.

Ich hab hier schon einige ausführliche Beiträge zu dem Thema geschrieben, musst mal suchen. Wenn du nix findest, da meld dich wieder hier.

LG
Deargi

Glücksbärchi
26.07.2007, 13:19
@zipfelhut

habe ich schon versucht, da ich nicht mobil bin muß es wirklich in meinem ort sein das ich Jerry frühs zu fuß bringen kann, aber es findet sich leider niemand der nicht auch noch n hund zu Hause hat der auch noch männlich ist, aber ich gebs net auf und such weiter und das alleine bleiben, naja- vielleicht findet sich ja auch ein tiertrainer der bezahlbar ist.

Lg