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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Streit mit Nachbarin, muss der Hund immer hinten laufen?



Ardnas69
11.07.2007, 09:01
Hallo,

ich gehe jeden Tag mit meinem Mischling und meiner Nachbarin (ebenfalls mit grossem Mischling) morgens eine 8 km Runde durch Feld und Fald joggen. Mein Hund ist 4 Jahre und meines Erachtes perfekt erzogen. Wir haben alles mit viel spielen und üben erlernt. Max bewegt sich immer in einem Radius von ca 5-10 Meter um mich herum. Bleibe ich stehen, bleibt er auch stehen. Wenn Radfahrer, Wanderer etc. kommen muss ich nur leise bleib, bzw. Sitz sagen und er tut es. Die Kommandos lauf links, bzw. lauf rechts (schnelles Fahrrad) macht er auch. Der einzige evtl. Fehler könnte seine manchmal etwas ängsliche Art sein. Bei fremden Hundes ist er eher zurückhalten (er wurde einmal gebissen) und er geht nicht gerne auf fremde Menschen zu. Da er jedoch noch nie agressiv reagiert hat, ist mir das egal. Der Hund meiner Nachbarin ist dagegen ein echter Feger. Immer zu weit weg, öfers einmal auf Jagd nach Hasen und Rehen, läuft immer vorne, lässt sich öfer einmal nicht abrufen wenn etwas interessantes in der Umgebung läuft. Ich hatte den Hund auch schon für 2 Wochen in Urlaubspflege. Ich empfinde den Hund als relativ anstrengend, da man immer schauen muss, welchen blödsinn er gerade ausheckt. Aber dieser Hund ist ebenfalls nicht agressiv. Nun hat das Frauchen (meine Nachbarin ) ein Buch von Cesar Millan mit dem Titel der Hundeflüsterer gelesen. Seit dem besteht sie darauf, dass unsere Hunde hinten laufen. Mein Hund ist dadurch sehr verunsichert. Sie meint, die Rangfolge muss immer eingehalten werden. Mir macht das aber so keinen Spass. Ich will doch meinen Hund sehen und mit ihm spazieren gehen. Wenn er immer hinter mir ist, kann ich doch auch alleine gehen. Sie gibt am Ende der Runde ihrem Hund die Gelegenheit auf der Wiese mit meinem Hund zu toben. Das süße Leben mir 1 Std. am morgen Spiel und Spass scheint somit für uns vorläufig vorbei zu sein. Ich habe lediglich als Argument, dass mein Hund für meine Bedürfnisse alles erlernt hat und ich es nicht will. Was denkt Ihr darüber? Habt Ihr ein paar gute Argumente für mich, oder hat die Nachbarin am End noch recht? Ich habe mir auf jeden Fall gestern abend das Buch bestellt um evtl. besser dagegen halten zu können.

Lastrami
11.07.2007, 09:17
Hallo Ardnas,

das mit dem hinten laufen ist blödsinn.
Da Dein Hund so gut hört mach weiter wie bisher. Es besteht kein Grund so einen "Gänsemarsch" einzuführen.

Es gibt noch mehr bekannte "Hundeflüsterer" die die Reihenfolge beim Spazierengehen mit Rangfolge im Rudel in einen Topf werfen.

aber sowas gibts auch bei Wölfen nicht. Da darf ein Jungwolf durchaus den Leitwolf überholen oder vorangehen.

(Außerdem kann man seinen Hund viel besser im Blick haben wenn er voran geht.
Wenn er hinter mir auf Abwege gerät sehe ich das auch nicht. Es sei denn ich laufe rückwärts:D)

Lass Dich nicht verunsichern.

Ach ja, nur weil ein Hund hinter dem Menschen hertrabt heißt das noch lange nicht, das die Rangfolge hergestellt ist. Sie sollte Ihren Hund lieber richtig erziehen das er die Kommandos auch befolgt. Alle!

Ich glaube Bloch war das, der die Gegentheorie aufgestellt hat. Da er ja schon seit Jahrzehnten Wölfe und seit einigen Jahren wildlebende Hunde in der Toscana beobachtet, wir er wohl eher wissen was Sache ist.

LG Pia

MicoMaushund
11.07.2007, 10:01
Hallo Ardnas,

ich habe die Tage das Buch von Millan auch gelesen. Obwohl es in den Kritiken ziemlich kontrovers renzensiert wird - ich finde es gut.

Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass Millan wirklich gemeint hat, dass Hunde immer und überall im Windschatten nachschleichen sollen. Ein freilaufender Hund zum Beispiel, der Schäfer- oder Hütehundanteile hat, wird immer seine "Herde" umkreisen, das hat er im Blut, und es sollte ihm unbedingt erlaubt werden. Auf den Bildern, die Millan mit seinem Rudel zeigen, sind die Hunde angeleint neben oder hinter ihm beim Auslauf. Klar, ich würde mich auch nicht von zehn Hunden ziehen lassen ... außer von Schlittenhunden (hihi, ich stell mir grad vor, wie die zu 10, 14, 20 den Schlitten schieben :D;))

Ich löse das immer schon auf meine Weise: Über Straßen und an bestimmten Stellen, wo es einfach wegen Passanten, Verkehr usw. Sinn macht, lasse ich den Wuffi Fuß gehen. Muss er angeleint bleiben - je nach Situation lasse ich ihn erst absitzen - schicke ich ihn dann mit einem "Geh zu" voraus. Nun hat er die Möglichkeit, den gesamten Spielraum der Leine sozusagen "erlaubt" auszunutzen (ohne Ziehen!). Und schon ist die Rolle zwischen Chef und Hund geklärt :D.

Ich teile mir die Spaziergänge nach Möglichkeit immer so ein, dass Mico mindestens die Hälfte der Zeit wirklich "Freilauf" hat, da kann er gern (natürlich je nach Gelände) auch mal 100 oder 150 m weg, egal, ob voraus oder hinterher. Solange er zuverlässig kommt, wenn ich rufe, ist er ja blitzschnell da.

Auch aus der Tür geht Mico mit einem "Geh zu", es ist für mich einfach praktischer. Hund hinterher, an der Leine um mich und eventuell Taschen etc. rum, dann wieder absitzen, dass ich zusperren kann. Nee ... bestimmt nicht.

Viele Grüße
MicoMaushund

Moin
11.07.2007, 10:04
Guten Morgen!:cup:
Ich muß mich da Lastrami anschließen!!!
In meinen Augen ist das auch völliger Blödsinn!!!
Eine vernünftige Erziehung wäre hier angebrachter!:?:
Vorallem, habe ich noch nie gesehen, daß ein Hund hinter seinem Besitzer läuft außer wenn der Hund völlig kaputt ist oder auf dem Heimweg weil er nicht nach hause will;)
Würde ich das mit meiner machen, hätte sie wohl bald keine Lust mehr mit mir zu gehen, weil sie dann völlig unterfordert wäre! Die Einzige beschäftigung des Hundes wäre ja dann, nur auf mich zu achten um mich nicht zu überholen!!
Und wie sieht das denn mit einem Hund aus der ein entspanntes laufen im Trapplauf hat? Muß ich dann auch nur noch traben??:sporty:
Gruß Pam

Summer 175
11.07.2007, 10:40
Guten Morgen!
Ich halte ja eigentlich eine Menge von den Erziehungstipps von Gudrun Feltmann - sie glaube mich zu erinnern, dass sie auch empfiehlt, den Hund hinten laufen zu lassen. Allerdings habe ich das so verstanden, dass es nicht darum geht, eine Rangordnung zu demonstrieren. Ich habe für mich die Infromation entnommen, dass der Hund nicht "frei Schnauze" vorneweg laufen soll und das Gefühl bekommt, die Richtung bestimmen zu dürfen. Insofern macht es für mich Sinn.

Aber die Hauptsache sehe ich darin, dass der Hund dort läuft, wo ICH ihn haben will. Und daran arbeiten wir schon eine ganze Weile und werden das wohl auch noch eine ganze Weile tun ....

Außerdem ist Hundeerziehung wie Kindererziehung - jeder weiß was, und jeder weiß es natürlich besser ..... Jeder sollte da seinen eigenen Weg finden, alle Hundeflüsterer & Co. kochen auch nur mit Wasser, egal, wie bekannt sie sind ...

LG, Karin

Malamudoris
11.07.2007, 13:14
Hallo,
bin auch der Meinung das ist Blödsinn, solange der Hund den Weg läuft, der ich gehen will. Es gibt auch Hundegurus die sagen mann sollte sich niemals tiefer als der Hund begeben. Also mein Hund respektiert mich auch wenn ich auf dem Boden liege und er über mir steht. Versuch doch mal den Aspekt, das der Hund vor dir läuft, weil du es ihm so antrainiert hast, damit du ihn im Blickfeld hast und umerziehen was gut läuft ist ja wohl Käse. :man:
Gruß Doris

Ardnas69
11.07.2007, 13:28
Vielen Dank für Eure Antworten. Ich war wirklich schon sehr verunsichert. Ich werde nochmals mit Ihr reden. ich habe das morgendliche Joggen mit Ihr und unseren Hunden nämlich immer sehr genossen. Ausserdem sind die Hunde schlags k.o, wenn sie sich gegenseitig beide 1 Std. jagen dürfen. Vom nur hinterhergetrabe sind die Hunde nicht wirklich ausgelastet.

Lastrami
11.07.2007, 14:46
Ich überleg grade was der Guru wohl sagen würde wenn er mich morgens sieht. Wenn ich morgens um 5 total zerknautscht zu meinem Möpp ins Hundebett krieche um noch 5 Minnuten zu kuscheln.:z::D

Ob der Hund mich überhaupt noch ernst nimmt????
Nicht das ich die Rangposition von meinem Hund in Frage stelle???:D:D:D

LG Pia

Summertime
11.07.2007, 17:21
Hi,
wenn Dein Hund so erzogen ist, daß es für Dich wirklich prima ist (Du schreibst ja eigentlich perfekt), warum machst Du Dir dann Gedanken darüber?
Ich stehe Ratgebern, die verallgemeinern, immer sehr kritisch gegenüber. Eine allgemeine Lösung, die für JEDEN Hund zutrifft, gibt es eh nicht.
Soll Deine Freundin doch ihren Hund, der ja laut Deiner Beschreibung eher nicht so prima erzogen ist, ruhig weiter nach dem Buch arbeiten. Du hast das mit Deinem Hund offensichtlich nicht nötig, weil er ja schon prima "funktioniert". Laß Dich nicht verunsichern und arbeite mit Deinem Hund einfach weiter wie zuvor.
LG von Julie

Ardnas69
11.07.2007, 21:00
Hallo Julie,

das Problem liegt darin, dass meine Nachbarin von beiden Hunden verlangt hinten zu gehen. Wir die Anführer, hinten die Untergebenen. Mein Hund findet es einfach nur blöd. Wenn mein Hund vorne weg läuft, findet sie das ihrem Hund gegenüber, der sonst ganz klar die Führungsposition übernimmt zu ungerecht. Somit werden wir vermutlich ab morgen alleine auf der Piste sein. Zu zweit mit zwei Hunden macht das ganze natürlich viel mehr Spass.


Viele Grüsse

Sandra

Rokogini
11.07.2007, 21:20
Hallo,
also erfahrungsgemäß hat es nicht unbedingt etwas mit der rangordnung zu tun, wenn ein Hund hinter seinem besitzer läuft.
Meine kleine lief am Anfang immer hinten und tut es jetzt manchmal noch, wenn wie mit mehreren Hunden und/oder menschen unterwegs sind, die sie nicht kennt. Sie tut das aus reiner Unsicherheit, weil sie besser sehen kann, was passiert, wenn alle vor ihr sind und sie keien "Angriff" von hinten befürchten muss. Sind wir alleine Unterwegs, dann ist es wie bei jedem andern hier wahrscheinlich auch, meine Hunde laufem mal hier und mal da und sind mal vorne und mal hinten. Hat von euch schon mal jemand ein Hunderudel oder Wollfsrudel in einer Reihe hintereinander laufen sehen??? Finde ich Blödsinn, aber wer meint man kann so seinen Hund erziehen, nun gut...

Ardnas69
11.07.2007, 22:18
Ich habe eben nochmals meine Nachbarin bei meiner kleinen Hunderunde getroffen. Ihr Sohn hatte sich ihren Hund zum spazierengehen ausgeliehen und fürchterlich mit ihr (der Nachbarin) geschimpft. Der Hund wäre total verunsichert und es würde ihm (dem Sohn) so keinen Spass so machen. Sie sagte lachend, dass es wohl wirklich keine all zu gute Idee war. Jetzt werden wir morgen wieder wie früher unterwegs sein. Ich werde das Buch trotzdem lesen. Ich bin sehr neugierig darauf. Wie ihr schon sagtet, es gibt vermutlich keine Betriebsanleitung für einen Hund. Vielleicht werden die andern Tipps für Sie und ihren Hund hilfreich sein.

Viele Grüsse

Sandra

MicoMaushund
12.07.2007, 00:48
Hallo ihr Lieben,

um nochmal auf Millan zurückzukommen:

Erstens ist Millan Latino ... Macho :D wie er selber zugibt. Man muss berücksichtigen, dass er als ursprünglich spanisch Sprechender zusammen mit einer Autorin das Buch in Amerikanisch verfasst hat ... ob die deutsche Übersetzerin was von Hunden versteht, und somit wirklich erfasst bzw. ausgedrückt hat, um was es ihm geht, ich weiß es nicht.

Dann sind Millans Hunde in einer großen Anlage untergebracht, wo sie als Rudel leben. Spielen und Balgen inbegriffen. Da ist es völlig ok, wenn er sich zehn Hunde schnappt und die an der Leine - natürlich neben oder hinter ihm - es ist ja anders technisch kaum machbar - laufen (müssen). Ich sehe die Aussage "hinter dem Halter" symbolisch ...

Das Buch ist doch ziemlich auf den "American Way of Life" zugeschnitten. Auch wenn, wie er schreibt, dieses "Verhätscheln" von Hunden auch in Westeuropa schon Einzug gehalten hat, kann man es sicher nicht 1 : 1 übertragen. Meine Hunde sind auf jeden Fall immer eher Wolf als Schoßhund.

Was er aber über Konditionierung der Hunde schreibt, über die Eigenarten der Hundehalter ... ja, diesen Schuh muss ich mir teilweise schon anziehen ;). Mir hat das Buch auf jeden Fall gefallen, geholfen.

Viele Grüße
MiMaus