PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ^Mag unser Welpe uns?



George
13.11.2002, 20:49
Wir haben seit ca. drei Wochen einen Bearded-Collie (jetzt 12 Wochen alt). Die Rasse gilt als ausgesprochen freundlich und verschmust und auch leicht erziehbar. Nun beginnt unser Problem. Von Anfang an folgt er uns nicht, nicht mal Verstecken hilft. Mittlerweile hat er nicht mal mehr Lust, draußen zu schnüffeln, er legt sich dann einfach ins Gras. Nach einer Weile holen wir ihn. Auch in die Wohnung will er nicht rein, er bleibt einfach vor Tür liegen. Zum Schmusen hat er auch keine Lust, außer bei anderen, da wird er richtig aufgeregt und folgt ihnen auch draußen. Kann es sein, dass die Chemie nicht stimmt zwischen uns? Befehle kann man lernen, aber doch keine Zuneigung? Er freut sich auch nicht, uns wiederzusehen, wenn er mal alleine war. Wir sind ganz traurig, so haben wir uns das alles nicht vorgestellt. Dabei ist es nicht mal unser erster Hund. Kann uns jemand helfen?

NicoleB
13.11.2002, 22:08
Hi,

hatte euer Welpe bevor ihr ihn bekommen habt ausreichend Kontakt zu Menschen? Wo sicherlich Schmusen etc... dazu gehören?
Vielleicht hat er dies in der Prägungsphase nicht genug bekommen wo es sehr wichtig ist.
Hat euer Welpe von anfang an viel Kontakt zu menschen gehabt? (Nachdem er bei euch eingezogen war)
Wenn ja konnte er sich vielleicht nicht auf seine Bezugsperson erstmal gewöhnen und denkt er spielt der Boss??
Wenn er draußen vor der Tür liegen bleibt, kannst du es mal mit leckerchen versuchen ihn herein zu locken, er wird es dann sicher mit etwas "schönem" verbiden in das Haus/Wohnung zu kommen :)
Was jetzt nicht heißen soll das er es sonst nicht so empfinden würde,aber vielleicht mußt du ihn einfach nur drauf stoßen.
Mit etwas Geduld wird es sicher gelingen, du kannst Dir ja auch von deinem Tierarzt einen guten Tipp geben lassen.

Viel Glück

Grüße

Nicole+Jerry

Dagi
13.11.2002, 22:44
Hallo George,

Amy hat am Anfang auch nicht viel fürs Schmusen übrig gehabt, das kam erst nach und nach. Wenn sie schläfrig war, habe ich sie manchmal auf den Schoß genommen, oder mich einfach auf den Boden in ihre Nähe gelegt. In dem Alter mögen die Hunde eigentlich das Kontaktliegen noch sehr gerne. Oft kam sie dann an und hat sich an meinen Rücken angekuschelt.

Ich würde die Sache mit dem Herankommen "aussitzen" und nicht hingehen!!! Amy fand -auch in dem Alter schon- auch manchmal irgendetwas interessanter. Ich habe dann "Tschüss" gesagt, und hab mich schnell von ihr entfernt. Extrem waren dann mal so 100 m, da hat sie plötzlich hochgeguckt, und dann kam sie wie der Blitz angerannt.

Kannst Du natürlich NUR in Gebieten machen, die relativ gut überschaubar sind, und wo KEINE Gefahren drohen! Aber: probiers mal aus, oder nimm einen Ball mit und animier immer wieder zum herankommen. Versuchs vielleicht auch mal mit ner Pfeife - da hat unsere schon als Welpe drauf reagiert. Dann hat sie hochgeguckt, und dann bin ich im Laufschritt weggelaufen. Verstecken hat bei uns auch nix geholfen, dann war sie ganz selbstversunken mit irgendetwas anderem halt beschäftigt. Aber das Wegrennen (bin auch laut aufgetreten, damit sie hört, daß ich mich entferne), DAS hat es gebracht!!!

Wichtig zur Bindung zwischen Welpen und euch ist auch wirklich das gemeinsame Spiel, das sollte man nicht unterschätzen! Nur sieh zu, daß DU am Ende Sieger bleibst, d.h. am Schluß hast DU das begehrte Spielzeug!!!

Viel Spaß, es wird schon werden,
Dagi + Amy

Superjeile Zick
14.11.2002, 10:44
Hallo George!

Habt ihr es mal mit Ignoranz versucht? Warum soll euer Hund zu Euch kommen, wenn ihr schon da seit (erinnere Dich an Deine Kindheit und die Omis, die einem die Haare durchwuseln :( IIIHHHH!). Lass ihn einfach mal. Geh igrnorierend an ihm vorbeit püngel ihn nicht. Das machen nämlich nur die "Unterlegenen". Du (ihr) seit aber die Rudelführer nicht Dein Hundi.

Das mit dem spielen ist auch eine gute Idee. Geh aber nicht auf ihn zu und wedel mit den Spielzeug vor seiner Nase herum. Spiel Du alleine mit dem Spielzeug, so dass Dein Hund es sehen kann. Vielleicht sogar die ganze Familie. Werft Euch ein Seil oder ähnliches zu und findet dies toll. Freut euch über dieses super Spiel. Dein Hund wird auf jeden Fall, auch wenn es dauert, neugierig und möchte mitmachen. Hin und wieder darf er auch das Teil "gewinnen" nur zum Schluss solltest Du die Oberhand haben. Und Du solltest auch entscheiden wann Schluss ist. Manchmal reichen 30 Sekunden und Du packst das Teil wieder weg. Nicht Dein Hund beendet das Spiel, sondern DU.

Bei dem Spielen kannst Du auch das Weglaufen üben. Du gewinnst das Spielzeug und läufst 1-2 Meter (für den Anfang) weg und Hundi muss hinter und dann wird wieder miteinander gespielt.

Alle anderen Spielzeuge sollten weggeräumt werden. Spielen ist schließlich nur toll, wenn der Mensch mitmacht :D.

Gruß
Nadine & Sam

Cockerfreundin
14.11.2002, 19:11
Hallo, George!

Seltsam ist so eine scheinbar völlige *Ignoranz* des Welpen den neuen Menschen gegenüber auf den ersten Blick schon. Was wisst Ihr denn über die Aufzuchtsbedingungen beim Züchter? Ist der Wurf im Haus oder im Zwinger großgeworden? wieviel Menschenkontakt gab es? Wie sah der aus?

Mit der fehlenden *Schmusigkeit*, das würde ich nicht überbewerten. Sowas entwickelt sich auch und wenn eine Rasse als besonders anhänglich oder schmusig gilt (ist bei Cockern ja auch so), muß das noch lange nichts aussagen über den einzelnen Hund. Da sind die Charaktere wie bei uns Menschen eben auch gaaanz unterschiedlich.

Ich denke auch, das Entscheidende für Euch ist, dass Ihr jetzt eine Bindung zueinander aufbaut: über das gemeinsame Spiel, wie Dagi schon gesagt hat - und übers Futter :) :) Ich würde z.B. den Hund nur noch aus der Hand füttern!

Viel Erfolg wünschen
Annette + Basti :)

George
14.11.2002, 20:56
Hallo Hundefreunde,

vielen Dank für Eure Anteilnahme und die Tips. Als hätte es unser Beardie gespürt- heute hatten wir einen richtig schönen Tag miteinander. Das baut so richtig auf. Er kam dauernd an zum Spielen, selbst draußen war er gut drauf. Und als Herrchen nach Hause kam, hat er sich total gefreut. Die Züchterin hatte uns auch schon den Tip gegegeben, ihn mal zu ignorieren, was wir die letzten Tage auch schon gemacht haben. Vielleicht hilfts wirklich. Jedenfalls haben wir jetzt wieder die Hoffnung, dass auch aus uns ein unzertrennliches Team werden kann. Vielleicht brauchte er wirklich etwas länger zum Eingewöhnen.

Eure aufmunternden Worte haben echt gutgetan, wir hätten ein paar Tage eher schon mal schreiben sollen.

Wir haben uns fest vorgenommen, ganz geduldig zu bleiben.

Bis bald. Das Beardie-Team

Karlheinz
14.11.2002, 21:49
Hallo,

Der Kleine braucht viel Zeit, um Vertrauen und eine Bindung aufzubauen. So richtig anhänglich ist mein "Kleiner" (fast 6 Monate) erst jetzt geworden. Inzwischen schmust er, bis der Arzt kommt, während er in der ersten Zeit darauf weniger erpicht war. Da war eher "Äktschen" pur angesagt.
Wichtig ist nur, dass nicht Ihr um Zuneigung bettelt, sondern der Hund von sich aus ankommen muss.

Das Verabschieden und Heimkommen würde ich allerdings weiterhin so wenig dramatisch wie möglich ablaufen lassen. Sei froh, dass er dem so wenig Beachtung schenkt, denn für einen Welpen im Wolfsrudel wäre es sicher völlig normal, wenn Papa und Mama sich zwecks Nahrungsbeschaffung zeitweise von der Truppe entfernen.
Meiner findet es o.k., wenn ich weggehe und freut sich mit einem kurzen Schwanzwedeln, wenn ich zurückkehre. Mehr ist nicht nötig. Bisher hat er noch nichts zerstört und verhält sich vollkommen still, wenn er allein ist. Er kann sich, wenn ich mal weg muss, in der ganzen Wohnung aufhalten.

Das wird schon noch, Kopf hoch :)
Gruß,
Karlheinz