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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : jagender Bretone



Emma&Simba
02.07.2007, 16:41
Halle zusammen!
Habe mal eine Frage zu einem Hund einer Bekannten.
Es ist ein 6-jähriger, kastrierter Bretone, den sie seit 10 Wochen original aus Spanien hat. Er ist sein Leben lang in einem Verschlag gehalten worden und nur am Wochenende zum Jagen herausgeholt worden.
Nun hängt dieses Kerlchen hier seit 10 Wochen an einer 1m-Leine und keift alles an, was sich bewegt.
Habe selber einen jagenden Windhund, den ich aber auf den Futterbeutel trainiert habe und sie daher sehr schön ablenkbar ist.
Was würdet Ihr vorschlagen? Habe schonmal gedacht, dieses Tier tatsächlich jagdlich ausbilden zu lassen...Bretonen sind ja Vorstehhunde und eventuell ist dieser verrückte Trieb ja lenkbar? Hat jemand Erfahrungen damit?
Ist das bei einem 6-jährigen noch möglich?
Er tut mir so schrecklich leid und leider ist der Anblick meiner entspannten Whippetdame bzw. meines Terriers, der absolut abrufbar ist (auch das war langes Training), kein Vorbild für die Bretonenbesitzerin.
Oder sollte man einfach besser weggucken? Sie fügt ja keinem Schaden zu außer ihrem eigenen Hund.
Was würdet Ihr tun?

zipfelhut
02.07.2007, 18:30
Guck nicht weg, das ist schon richtig, wenn Du Dir da Gedanken drum machst.
Und es ist kein Zustand, den Hund dauerhaft an so kurzer Leine zu halten, dann wäre er nämlich vom Regen (Verschlag) in die Traufe (Leinenzwang) gekommen. Vielleicht kannst Du mit dem Futterbeuteltraining helfend unter die Arme greifen? Auf jeden Fall würde ich ihm eine Jagdersatzhandlung anbieten, weil ihm das am nächsten liegen dürfte. Und dann gebe ich noch den Tip, eine lange Leine (Schleppleine) zu verwenden, so daß er sich schon mal etwas mehr bewegen kann. Ist er beuteorientiert? dann könnt Ihr ihn an der langen Leine auf einer ruhigen Wiese erst mit Spielen austoben lassen und dann üben. Unternimm was, weggeguckt wird viel zu oft.:bl:

Emma&Simba
03.07.2007, 12:02
Ja, hallo zipfelhut!
Ich denke schon, dass der Futterbeutel das beste für ihn wäre, aber das Problem ist, dass ein leichter Weg gesucht wird und ich halte gerade das Training mit dem Beutel für recht kritisch (meine Beute oder deine Beute...?). Schleppleine hängt sie nicht dran, weil er dann so tobt....ich bin mit meinem Latein am Ende. Auf eingezäunten Grundstücken lässt sie ihn nicht flitzen, weil er obendrein ein Ausbrecherkönig ist.
Aber das Problem hat doch nicht nur sie. Jeder Podenco-Besitzer z.B. kämpft doch sicherlich mit ähnlichen Problemen...
Mein Whippet hat auch richtig Jagdtrieb und bei ihr käme noch dazu, dass sie auch alles fangen könnte, wenn sie losgelassen wäre. Aber wie gesagt, sie hat mir quasi den Futterbeutel angeboten und wollte unbedingt auch so ein Ding, als sie es in der Hundeschule sah :) sie ist schon die Beste!
Leider fällt mir aber zum Bretonen nix mehr ein. Ob er vielleicht in Jägerhand besser aufgehoben wäre?

Biene13
03.07.2007, 15:28
Hallo Emma
ich seh das eigentlich so, daß der Hund mit seinem neuen Leben hier erstmal total überfordert ist.
Wie Du schreibst, wurde er nur zum Jagen aus seinem Verschlag geholt.
Was hat er denn sonst kennengelernt außer zu jagen? Jagen ist immer höchst selbstbelohnend für einen Hund.
Ich bin auch fast geneigt zu glauben, daß er selbst bei einem ausgebildeten und zugelassenem Jäger nicht so recht glücklich wäre, denn gerade DER würde von dem Hund einen Gehorsam verlangen, den er wohl offensichtlich nie so richtig kennengelernt hat.

Also wäre mein Rat hier: Erstmal eine soziale Bindung zum Hund aufbauen, dann Schritt für Schritt eine Grunderziehung einführen mit Gehorsamstraining.
Dazu wäre es sicherlich besser, Einzelstunden bei einem wirklich kompetenten Hundetrainer zu nehmen, um herauszufinden, welche Alternativen zum Jagen man dem Hund anbieten kann.
Ich glaube auch nicht, daß ein Jäger wirkliches Interesse an dem Hund zeigen würde, weil die Ausbildung der Jagdhunde sehr speziell ist und - wie ich gehört habe - auch nicht billig.

Wie verhält der Hund sich denn sonst? Ist er zu Hause eher friedlich und unauffällig?
Vielleicht braucht er auch einfach nur mehr Zeit, um sich an die veränderten Lebensumstände zu gewöhnen. Es muß ja ein echter "Kulturschock" für ihn gewesen sein von dem Verschlag in sein jetziges zu Hause.
10 Wochen sind da wirklich eine ganz kleine Zeitspanne.

LG Biene13 Heidi

Emma&Simba
03.07.2007, 16:08
Hi Biene....naja, ich hatte gedacht, dass ihm gerade Gehorsam und Strukturen was bringen würden. Aber nachdem ich eben in der Mittagspause Frauchen und Hunden (sie hat zu allem Überfluss zwei Bretonen, von denen der andere Bällchenjunkie ist) begegnet bin, muss ich sagen, dass ich da wohl nicht weiterkomme...
Mit dem Futterbeutel, das hat sie wohl gestern zu Hause ausprobiert und es klappt bereits perfekt im Haus:confused: nur draußen nicht wg. der Ablenkung.
Jetzt will sie als Erstes mal den Hunden Leinenführigkeit beibringen...schaun wir mal...ist ja ein Anfang.
Ich glaube, ich gucke doch besser weg :?: