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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund Hört Nicht!!!!!!!!



Tina5
12.11.2002, 17:32
Hallo,
unser Hunde ist jetzt 8 Monate alt und total ausgewechselt.
Er hört einfach nicht mehr. Im Haus und in der Junghundegruppe klappt alles recht gut. Nur wenn er bei uns im Hof steht oder ich mit ihm Gassi gehe (unangeleint) - er KOMMT einfach nicht mehr. Ich kann ihn mit Leckerlis locken oder den Hampelmann machen - alles negativ. Ich werde einfach ignoriert.
Da wir an einer stark befahrenen Straße wohnen wird mir immer Angst und bange. Gehe ich ihm entgegen (ich weiß, daß ich das nicht machen soll - aber besser als überfahren zu werden :( ) - haut er ab und spielt mit mir Fangen. Da kann ich auch mit seinem Lieblingsspielzeug nicht begeistern.
Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll.
In der Hundeschule hat man uns erklärt, daß wir die wichtigste Person für unseren Hund sein sollen. Sprich: Wenn die Hunde auf dem Platz toben und ich ihn abrufe, er sofort kommen muß, weil ich ja für ihn der "Mittelpunkt" bin. Wie gesagt: auf dem Hundeplatz - kein Problem.
Mir scheint als habe er das Kommando KOMM komplett aus seinem "Wortschatz" gestrichen.
Was kann ich tun? Wie kann ich das üben? Kann ich ihn bestrafen, wenn er nicht kommt? Denn loben kann ich ihn ja nie, weil er ja nie kommt.
Ich bin echt am verzweifeln und für jede Hilfe dankbar!
Gruß Tina

Hovi
12.11.2002, 17:52
Hallole Tina,

rat mal, warum Dein Hund sich grad so unmöglich benimmt?:D Er ist genau in dem Alter, in dem man die Rotzlöffel jeden Tag mit nem nassen Handtuch erschlagen könnte *g*. In der Pubertät nämlich. (Auszug aus dem Buch: "Mein Hund Barolo" von Christian Seiler: "Selbst der besterogenste, kinderliebste, gehorsamste, schönste und brävste Hund dieser Welt (=Barolo) verwandelt sich über nacht in eine riesige Arschgeige... dann nämlich, wenn er in die Pubertät kommt").

Zuallererst mal lege ich Dir ganz, ganz dringend ans Herz, Deinen Hund ÜBERALL DORT nur noch an der Leine zu führen, wo im Umkreis von 500 Metern Autos fahren. Solange nämlich diese Phase des "Ohren-auf-Durchzug-Stellens" anhält, schwebt Dein Hund in Lebensgefahr, wenn Du ihn in der Nähe von Strassen nicht anleinst!!!!!

Um ihn daran zu erinnern, dass das Wort "HIER" bedeutet, dass er zu Dir kommen soll, würde ich Dir dringend Schleppleinentraining empfehlen! Er darf nicht lernen, dass er zukünftig das Kommando "Hier" einfach so überhören kann, ohne dass das Folgen für ihn hat. Schleppleinentraining ist lästig, macht sich aber nach wenigen Wochen bezahlt... und in zwei, drei Monaten hast auch Du wieder einen lieben, folgsamen Hund, dem urplötzlich alle Kommandos wieder einfallen, die er mal gelernt hat:D

Liebe Grüße
Claudia

Tina5
12.11.2002, 18:07
Hi Claudia,

Du meinst wirklich, ich kann noch hoffen?;)

Ich meine, ich würde mich ja riesig freuen, wenn ihm alle
Befehle nach seiner "Pubi" wieder einfallen würden!

Nur, was mache ich bis dahin? Alles durchgehen lassen?

Grüßle Tina

Cockerfreundin
12.11.2002, 18:48
Hallo, Tina!

Auch, wenn's im Augenblick nicht so ausschaut, er WIRD sich wieder daran erinnern, was er schon alles kann :D :D :D

Wichtig ist, neben dem, was Claudia schon gesagt hat, dass DU konsequent bleibst und ruhig, aber den Humor nicht ganz verlierst :D :D

Ich hab Basti damals in seiner Pubertätsphase immer wieder mal gesagt, was er für ein Rotzlöffel ist und wieviel graue Haare ich heute wieder bekommen habe, aber dass er trotzdem der allerbeste, allerfrechste Hund der Welt ist :) :)

Und dann hat er nen Nasenstüber bekommen und ein Küßchen :) :) Und es IST vorbei gegangen :) :) :)

Liebe Grüße von
Annette + Basti :)

Hovi
12.11.2002, 19:04
Nochmal zum Thema Herankommen (das ist nämlich das wichtigste Kommando überhaupt, zusammen mit dem PLATZ). Auch während seiner Rotzlöffel-Pubertätsphase;) muß Dein Hund auf Ruf kommen... IMMER! Nicht manchmal, wenn er grad nix besseres zu tun hat. Sondern wirklich IMMER! Darum: Kauf Dir eine 15- oder noch besser 20-Meter-Schleppleine. Wenn ihr in freiem Gelände seid, wo Du ihn von seiner normalen Leine abmachen kannst, hilft Dir diese Leine, auch auf Entfernung auf ihn einwirken zu können.

Wichtig ist gerade in der Pubertät, konsequent durchzusetzen, was Du von Deinem Hundi verlangst. Nicht mit Gebrüll, nicht hektisch, sondern liebevoll, aber bestimmt. Denn genau jetzt testet Dein Hund Dich aus: Wie weit kann ich gehen, wie ernst ist es Fraule wirklich mit den Kommandos, muß ich folgen, oder wäre nicht vielleicht ICH der bessere Rudelführer? Deshalb: Gelassen bleiben, konsequent bleiben, und wie Annette schon schreibt: BLOSS NICHT DEN HUMOR VERLIEREN! :D :D :D

Liebe Grüße und starke Nerven!
Claudia

Tasi2002
12.11.2002, 19:25
hallo!
ich kann dich beruhigen, meine kleine meint auch nicht mehr hören zu müssen, wenn irgend etwas in der nähe ist, was sie mehr interessiert! Ich habe auch mit dem schleppleinen trainin angefangen (mache es jetzt ca 2 wochen) und die ersten erfolge haben sich eingestellt. zwar ist die leine immer total schmutzig und nervt!!! aber das ist mir ein gut erzogener hund doch wert!
Viel glück, ich kann mit dir fühlen!

Karlheinz
12.11.2002, 21:29
Hallo,

ich bin neu hier und muss mich dringend mal melden.

Wie, um Himmels Willen, kann man einen pubertierenden Hund, der nicht hören mag, an einer stark befahrenen Straße ohne Leine laufen lassen ??? Will man den Hund etwa loswerden ????
Mein Hund hat inzwischen auch leichte Anwandlungen, die Ohren auf Durchzug zu stellen (6 Monate). Er wird konsequent angeleint, kurze Leine im Wohngebiet, Flexi- Leine im Feld, und wenn die Luft gaaaaaaanz rein ist, darf er ohne. Dazu nehme ich grundsätzlich seinen Lieblingsball und seine Quietsche-Puppe mit. Wenn "hier", "komm"........ nicht helfen, quietsche ich, und dann ist er da.
Da diese "Ausfallerscheinungen" bei konsequenter Erziehung sowieso bald vorüber sein werden, messe ich ihnen nicht allzu viel Bedeutung bei.
Bisher ging bei meinen Hunden der "Spuk" genau so schnell vorbei, wie er gekommen war. Habe noch nie Schleppleine oder sowas benötigt (weiß eigentlich auch gar nicht, was das ist).
Mein erster Hund reagierte in der Pubertät leider nur auf recht wenige Befehle, die mit menschlicher Stimme gesprochen wurden. Nur die Stimme seinesTeddies hatte für ihn Bedeutung. Also haben wir immer, wenn's wichtig wurde, den Bären bemüht. Klappte tadellos :-))))).
Trotzdem wurde aus dem "schwer Erziehbaren" nach kürzester Zeit ein "Traumhund", der ohne Leine am Fahrrad mit mir durch den dicksten Straßenverkehr lief (nichts konnte ihn ablenken, Gott hab ihn selig)

Karlheinz

Tina2809
12.11.2002, 22:23
Hallo!
Annette und Claudia haben eigentlich schon alles dazu gesagt, ich wollte nur noch kurz sagen: Kopf hoch und weitermachen!
Ist leichter gesagt als getan, ich erfahre es auch an den eigenen Nerven......
Das wird schon! ;) Machts gut, ich drück die Daumen!
Tina

volker
13.11.2002, 13:38
Hallo Tina,

wie die Vorredner bereits gsagt haben, behalte die Nerven , denn auch dieser Kelch wird an euch vorübergehen.

Das Schleppleinen training würde ich aber auch befürworten.

Zu Karlheinz möchte ich sagen, daß es mich freut wenn er seinen Hund allein durch Teddy´s und ähnlichen zu Gehorsam
erzieht. Aber ich glaube nicht, daß das bei allen Hunden funktioniert ( mir fallen da spontan so ein bis zweihundert Kandidaten ein).


Gruß Volker

Dagi
13.11.2002, 22:46
Hallo Volker,

kanst ruhig 201! Kandidaten nennen!!! :D :D :D

DinaSteinbach
14.11.2002, 09:26
Hallo Tina und @all!!
Kenn ich auch sehr gut, allerdings hat sich das meinem ersten Rüden (Dackelmischling!!!!) bis jetzt fortgesetzt. Aber-welch Wunder- man trifft immer noch Leute, die ienm gute Tips geben können....In jeder Hundeschule hat man mir gesagt, ich solle ihn theoretisch rufen bis ich schwarz werde und wenn er dann doch mal kommt, loben on mass. Hat natürlich nicht funktioniert, genauso Schleppleinentraining(obwohl das bei den meisten Hunden ausreicht)! Jetzt habe ich folgende Strategie: Drei mal Rufen ist o.k. (1. Mal: zuckersüß, 2.: normale Stimme,3.: ärgerlich), wenn er dann immer noch nicht kommt, was bisher erst 2 mal vorgekommen ist, dann wenn er kommt dominieren (er weiß ganz genau, was er falsch gemacht hat!).
Das ist natürlich ziemlich heftig, aber wenn alles andere nicht mehr hilft, ists wohl in Ordnung.
Seitdem hört der Hund wie geschmiert, und wir haben nicht immer schlechte Laune.
Aber: Bitte nicht beim ersten mal "Ohren auf Durchzug" ausprobieren!
Mfg, Dina und die Rasselbande

Tina5
14.11.2002, 09:30
Hi Karlheinz,

ich lasse meinen NIE !!!!!!!!!!! ohne Leine raus. Das habe ich auch nie gesagt!

Wir haben eine Firma und daher einen riesen Hof. Daher haben
wir auch mehr "Durchgangsverkehr". Da kann es schon passieren, daß er sich "dünne" macht um den Hof und die Hallen zu erkunden.

Ruft man ihn dann ab, kommt er nicht. Ich habe es schon mit Leckerlis und Spielzeug probiert - ohne Erfolg.

So, ich hoffe, daß ich mich dieses Mal nicht mißverständlich ausgedrückt habe.

Gruß Tina

Dodo H
14.11.2002, 09:37
@ Dina
: dann wenn er kommt dominieren
-- eine Frage, wie machst du das, reine Neugierde
: er weiß ganz genau, was er falsch gemacht hat
-- kannst du mir erklären, woran du das merkst, das er es weiß
Danke Dodo

Alischa06
14.11.2002, 10:53
Hallo Tina,

herzlichen Glückwunsch. Unser Labbi ist auch gerade am Anfangsstadium der Pubertät mit 7Monaten und stellt seine Ohren auch auf Durchzug (nur beim Spazierengehen). Seitdem sind wir auch nur noch mit der Schleppleine unterwegs, was schon wesentlich besser funktioniert.
In unserem Hunde-Erziehungsbuch steht, dass man erst mit der 5-Meter-Leine beginnen soll und wenn da dann alles klappt (sollte so nach ca. 6 Wochen sein), dann wird auf die 10-Meter Leine umgestellt. Wichtig: Schleppleine am Anfang immer in der Hand halten (und genau aufpassen, dass wenn Du siehst, dass er gleich losrennt, die Leine am Besten um Dich rumwickeln, weil die Leine ganz schön in die Hand einschneidet). Viel später, wenn Dein Hund an der 10-Meter Leine folgt, kannst Du anfangen, sie lose am Boden schleifen zu lassen und bei Bedarf darauf zu treten. Dann langsam die Leine Woche für Woche um 50 cm kürzen, das letzte Stück (ca. 20 cm) bleibt am Halsband hängen (psychologische Wirkung) bis er erwachsen ist, was bis zu 2 Jahren dauern kann.

Wünsch Dir viel Geduld, aber Du siehst, Du bist nicht alleine....

Liebe Grüße,

Alischa:rolleyes:

Hundenarr
15.11.2002, 09:43
Hallo Tina, ich bin seit heute neu hier und kann zu Deinem Thema vielleicht auch etwas beitragen. Auch ich bin so ein leidgeprüfter Hundehalter, der die Trotzphase (zum Glück) schon seit ein paar Jahren hinter sich gebracht hat. :D :D . Wie ein paar andere schon geschrieben haben, kann ich auch nur sagen, hab Geduld und sei absolut konsequent, die Phase geht auch wieder vorbei. Ich habe in der Zeit, als meine Mischlingshündin Luka nicht hören wollte, auch manchmal Blut und Wasser geschwitzt. Was mir ganz gut geholfen hat, wenn ich merkte, dass sie ansetzte zum Abzischen habe ich ihr etwas hinterher geworfen. Zur Anfangszeit war das meistens mein Schlüsselbund. Natürlich habe ich immer darauf geachtet, dass ich den Hund nicht treffe. Schon das Aufklatschen in der Nähe hat sie zumindest meistens vom Weglaufen abgebracht. Merkte ich, dass sie die Gerüche wo anders viiiiiiel interessanter als mich und mein Rufen fand, dann habe ich mich kurzerhand versteckt, natürlich immer so, dass ich Luka im Auge behalten konnte. Wenn sie dann merkte, dass ihre Chefin weg war, was meinst Du, wie sie anfgeflitzt kam. Auf jeden Fall würde ich an Deiner Stelle den Hund nur ableinen, wenn Du sicher sein kannst, dass keine Autos in der Nähe fahren und keine Jäger unterwegs sind. Das ist nämlich bei uns so ein Thema.

Auf jeden Fall drücke ich Dir fest die Daumen. Vor allem habe viel Geduld und sei konsequent, dann besinnt sich Dein Hund schon wieder irgend wann auf seine guten Manieren.

DinaSteinbach
15.11.2002, 12:13
@ Dodo!
Domonieren heißt in diesem Falle ihn entweder nur auszuschimpfen oder in ganz schweren Fällen ihn im Nacken zu packen.
Das er weiß, dass er etwas falsch gemacht hat, erkenne ich daran, dass er schon mit eingezogenem Schwanz zu mir kriecht. Wenn er das allerdings macht, bestraf ich ihn nicht noch extra, er hat sich ja schon "unterworfen".
Was haltet ihr von dieser Methode? Ich denke, dass es bei ganz schwerem Sturkopf eine Möglichkeit ist; allerdings nur, wenn alles andere fehlgeschlagen ist.
Bin offen für jede Meinung, Danke, Dina

DinaSteinbach
15.11.2002, 12:15
P.s.:
Ich denke, dass es in meinem fall gewirkt hat, da er mittlerweile (ich mach das erst seit einer Woche) jedesmal, wenn ich ihn rufe, sofort schwanzwedelnd zu mir kommt.Darab erkenne ich doch, dass er seine Lektion gelernt hat und nicht nur aus Angst zu mir kommt.

Hundenarr
15.11.2002, 12:53
Hi Dina,

wenn Du mit Deiner Methode Erfolg hast, ist es doch anscheinend das Passende für Deinen Hund. Ich habe allerdings damit überhaupt keine guten Erfahrungen gemacht. Luka tickte mit einem knappen dreiviertel Jahr völlig aus und gehorchte überhaupt nicht mehr. Da sie auch mein erster Hund war, las ich natürlich viele Bücher und befragte andere Hundeleute. Eine Arbeitskollegin gab mir schließlich den Rat, ich solle Luka schimpfen, wenn sie nicht zu mir kommen wolle. Also schnappte ich mir den Hund jedes Mal, wenn sie nicht gehorchte und schimpfte ihn aus. Das Ende vom Lied war, dass Luka mir nur noch auswich und gar nicht mehr zu mir kommen wollte. Na toll. Ab da improvisierte ich dann eben ein bisschen und fing mit dem Schlüssel nachwerfen bzw. mit dem Verstecken an. Als Belohnung gab es grundsätzlich Leckerlis oder um es nicht zur Gewohnheit werden zu lassen Streicheleinheiten. Ab da kam Luka immer freudig zu mir zurück.

Vermutlich hängt es echt davon ab, wie sensibel ein Hund auf gewisse Dinge anspricht. Für Luka war das Schimpfen einfach zu hart. Bei ihr komme ich auch heute noch besser klar, wenn ich sie ignoriere und so den Boss raushänge. Das ist meine Art der Dominanz. Wenn sie heute etwas anstellt, z.B. nicht auf mehrmaliges Rufen kommt oder erst sehr spät reagiert, schnappe ich sie mir und leine sie wortlos an. Es gibt dann auch keinen Blickkontakt und kein gutes Wort. Das wirkt bei ihr Wunder, und zum Schluss buhlt sie dann um meine Aufmerksamkeit. Es sieht dann fast so aus, als wenn sie mich fragen wollte: "Bist Du mir wieder gut?" :D :D .

Du kannst ja mehrere Methoden ausprobieren. Dann merkst Du ganz schnell, wie Du am besten zurecht kommst. Damit bin ich am besten gefahren.

Hundenarr
15.11.2002, 12:55
Luka ist übrigens auch ein ganz sturer Hund. Das vergaß ich noch zu erwähnen ;)

Dodo H
15.11.2002, 13:06
Hallo Dina
: Das er weiß, dass er etwas falsch gemacht hat, erkenne ich daran, dass er schon mit eingezogenem Schwanz zu mir kriecht.
-- sehe ich anders, er merkt das du stinkig bist ( Zitat: 1. Mal: zuckersüß, 2.: normale Stimme,3.: ärgerlich), deshalb beschwichtigt er beim zurückkommen. Hunde haben keine Moral, er reagiert auf deinen Gefühlszustand.

:Wenn er das allerdings macht, bestraf ich ihn nicht noch extra, er hat sich ja schon "unterworfen".
-- fände ich auch schlimm, da er dann ja fürs zurückkommen bestraft wird (Belohnung und Strafe sollen innerhalb von 1-2 Sekunden des positiven / negativen Verhaltens kommen)

: In jeder Hundeschule hat man mir gesagt, ich solle ihn theoretisch rufen bis ich schwarz werde und wenn er dann doch mal kommt, loben on mass
-- nein, man sollte am Anfang nur einmal rufen, wenn man auch sicher ist, das der Hund kommt (mehrmaliges Rufen hat den sogennanten Kuhglockeneffekt, der dem Hund sagt, ja, sie ist noch in meiner Nähe), es sollte immer beim zurückkommen gelobt werden, da der Hund nicht "zeitlich denkt". In wievielen hundeschulen warst du denn schon?

: Seitdem hört der Hund wie geschmiert, ich mach das erst seit einer Woche
-- wie geschmiert, bei dreimaligen Rufen? Da kann schon zweimal Rufen in einer gefähflichen/ kritischen Situation zu viel sein, und eine Woche ist meiner Meinung nach etwas kurz, um zu sagen, es klappt wie geschmiert.
Dodo

DinaSteinbach
15.11.2002, 15:48
@Susanne!
Ich denke, dass diese Methode auf keinen Fall in der Pubertät einzusetzen ist, da dieses verhalten normal ist; ist ja beim menschen auch nicht anders.
Jasper ist jetzt fast zwei Jahre und deshalb waren andere maßnahmen angesagt. Er ist auch sehr sensibel, aber er weiß, wo seine grenzen sind! Natürlich gibt es dann total viel Lob und Leckerchen, wenn er´s richtig macht und dadurch merkt er auch, wie angenehm es ist, beim ersten Mal zu hören.
Hast Du Luka denn mittlerweile auch soweit und mit welcher Methode?
Mfg, Dina

@Dodo!
Glaub mir, ich war am Anfang genauso kritisch wie Du, vielleicht hört sich das auch schlimmer an, als es ist?!
Eine Freundin, die sehr viel über das Verhalten von Wölfen
forscht, hat mir diesen Tip gegeben. Natürlich kann man den domestizierten Hund nicht mehr richtig mit dem Wolf vergleichen, aber die Körpersprache ist dieselbe geblieben.
Ich denke, nicht jeder Hund kann unterscheiden, was er jetzt falsch gemacht hat, aber da das unser einziger "Streitpunkt" ist,
kann er schon wissen, was Sache ist. Du hast auch Recht, wenn eine Woche zu kurz ist, um Resultate zu bekommen, aber
es sind doch schon gewaltige Fortschritte(in 99% hört er beim ersten Mal). Die Erziehung hüängt sehr stark vom Hund ab, man kann nicht jeden Hund glaich erziehen und daher glaube ich, das das richtig war, weil wir nun beide viel entspannter spazieren gehen können!
Noch was: In vielen Fällen, wird viel zu menschlich gedacht, was die Erziehung angeht, dabei solte man doch mehr auf die
Mimik und die Methoden im Rudel achten, die einem genau zeigen können, wie man sich als "Leitwolf" zu verhalten hat und da geht es nun mal nicht immer zimperlich zu und die rangordnung funktioniert. für uns menschen sieht vieles ungerecht und grausam aus, aber man muß bedenken, dass der Hund seine feste Position braucht, um glücklich zu sein. Und die festigt man schließlich durch konsequenz , Liebe und Bestrafung(in welcher Form auch immer; ich bin bestimmt kein freund von Schlägen etc. !!!!!!!!!!).
Vielleicht hab ich Dich jetzt ein bißchen beruhigt, aber nichts desto trotz finde ich es immer gut, Kritik zu üben!
Danke, Dina und Co

Hundenarr
15.11.2002, 16:12
Hi Dina,

Luka ist inzwischen 4 Jahre und gehorcht (bis auf wenige Ausreißer) beim ersten Mal rufen. Allerdings habe ich bei Luka echt keine andere Methode angewandt außer Schlüssel schmeißen, verstecken oder weglaufen und beim Kommen viel loben. Ich hatte wie gesagt mit Schimpfen bei Nichtkommen überhaupt keinen Erfolg. In der Pubertätsphase habe ich zudem sehr viel Unterordnung draußen geübt, d.h. sitz, platz, bei Fuß laufen. Auh das festigt die Stellung als Rudelführer. Das mache ich heute übrigens immer noch gelegentlich, denn ohne Übung schleicht sich manchmal sonst ein gewisser Schlendrian ein. Natürlich komme auch ich nicht ganz ohne Schimpfen aus, aber ich muss es mit Maßen tun, sonst ist Luka völlig verschüchtert und das kann nicht Sinn der Sache sein.

Dodo H
15.11.2002, 17:22
Hallo Dina
: Eine Freundin, die sehr viel über das Verhalten von Wölfen
forscht, hat mir diesen Tip gegeben.
-- hat sie dir ein Beispiel genannt, interessiert mich

: aber die Körpersprache ist dieselbe geblieben.
-- ja, deshalb beschwichtigt dein Hund dich, weil du gereizt bist, nicht weil er "denkt" , es gibt Strafe, weil ich nicht beim ersten Rufen gekommen bin

: Ich denke, nicht jeder Hund kann unterscheiden, was er jetzt falsch gemacht hat, aber da das unser einziger "Streitpunkt" ist,
kann er schon wissen, was Sache ist.
-- jeder Hund lernt nach dem gleichen Prinzip. Du sagst, es ist euer einziger "Streitpunkt", also bist du nur dann wirklich ärgerlich, also brauch er auch nur dann beschwichtigen. Das hat aber nichts mit "Einsicht" oder"Reue" zu tun.

: Du hast auch Recht, wenn eine Woche zu kurz ist, um Resultate zu bekommen, aber es sind doch schon gewaltige Fortschritte(in 99% hört er beim ersten Mal).
-- und das hast du innerhalb einer Woche geschafft, obwohl du den Hund über 1,5 Jahre hast, und es bis dato nicht geklappt hat, oder hab ich da was falsch verstanden (dann sorry)

: Die Erziehung hüängt sehr stark vom Hund ab, man kann nicht jeden Hund glaich erziehen und daher glaube ich,
-- aber das Lernverhalten ist bei jedem gleich, was sich lohnt wird wiedergezeigt, was unangenehm ist wird gemieden. (einfach ausgedrückt)

: Noch was: In vielen Fällen, wird viel zu menschlich gedacht, was die Erziehung angeht,
-- da gebe ich dir Recht, aber damit meine ich, das Hunde keine Moral kennen, keine Zeiträume kennen oder Überlegungen anstellen, das mancher ihnen das aber "vorwirfft"

:"Leitwolf" zu verhalten hat und da geht es nun mal nicht immer zimperlich zu und die rangordnung funktioniert.
-- die " verkloppen" sich aber nicht andauernd, sonst würden sie sich ja selbst "schwächen"

: ich bin bestimmt kein freund von Schlägen etc. !!!!!!!!!!).
-- glaub ich dir ja

Dodo

Hovi
15.11.2002, 18:00
Hallole Tina,

das hatte ich noch ganz vergessen, Dir zu sagen....:D : Bei vielen Hunden kommt es zu ZWEI Rüpelphasen. Die erste so im Alter zwischen 6 und 9 Monaten, die zweite dann nochmal so in einem Alter von anderthalb Jahren;) . Also bitte nicht wundern, wenn Dein Hund mal wieder ein paar Monate gehorcht und als "Halbstarker" nochmal seine Grenzen austestet... auch das ist normal:rolleyes: . Bei der zweiten Phase funktioniert aber i. d. R. der Gehorsam besser, d. h. so Sachen wie Schleppleinentraining brauchst Du dann wahrscheinlich nicht mehr... aber sei gefasst drauf, dass nochmal so eine "Ohren-auf-Durchzugs-Phase" kommt :D .... ist bei meinem Jason (19 Monate) jetzt grade rum, ätsch bätsch!:D . Auch hier half wieder: Konsequenz, und GELASSEN BLEIBEN!

Liebe Grüße
Claudia

Cockerfreundin
15.11.2002, 18:36
@ Hovi

Zitat
________

Bei vielen Hunden kommt es zu ZWEI Rüpelphasen. Die erste so im Alter zwischen 6 und 9 Monaten, die zweite dann nochmal so in einem Alter von anderthalb Jahren
________

So isses :D :D . Hat Basti (19 Monate) auch gerade hinter sich.


@ Dina

Zitat
________

aber man muß bedenken, dass der Hund seine feste Position braucht, um glücklich zu sein. Und die festigt man schließlich durch konsequenz , Liebe und Bestrafung
________

Durch Bestrafung??? :confused: :confused: :confused:
Doch wohl eher durch Erziehung, die auf Lob + positiver Verstärkung, Konsequenz und Geduld basiert .

Ich würde mal stark anzweifeln, dass ein Hund zum Finden seines Platzes und damit zum Glücklichsein Bestrafung braucht.

Warum eigentlich fallen uns Menschen beim thema Erziehung ziemlich schnell 10 - 20 verschiedene Arten der Bestrafung ein, aber nur maximal 3 Arten des Lobens???

Ich versuche zum Beispiel, Basti in Situationen, die zu einem Gehorsamskonflikt werden könnten (man kennt seinen Pappenheimer ja inzwischen :D ), IMMER zuerst die Möglichkeit zu geben, etwas Positives zu leisten, damit ich ihn loben kann. Ist doch fürs Selbstbewußtsein viiel toller, wenn er mir wieder einmal zeigen kann, was für ein toller Hund er ist und dafür auch noch gelobt wird :) :) :)

Grüße von
Annette + Basti :)

cheroks
16.11.2002, 15:26
Hallo Dina,
ich stimme Dodo und Annette in allen Punkten zu. So ganz stimmt deine Kommunikation mit dem Hund nicht.
Bestrafen sollte kein Eckpfeiler in der Erziehung sein, nur im äußersten Notfall würde ich "strafen" (unterbinden) und auch nur dann, wenn mein Hund z.B. selbständig ein völlig überzogenes Verhalten an den Tag legt was ihn oder mich in Gefahr bringen würde, aber nicht, wenn er auf ein Wort nicht gehorcht. Das hat andere Ursachen, die man mit Strafen nicht bereinigen kann. Dadurch zeigt sich auch nicht die Rangordnung, die zeigt sich vorher, wenn dein Hund ein Signal von dir überhört.

Sagst du ein Kommando drei mal, lernt dein Hund, du meinst es erst beim dritten mal wirklich ernst. Ist er der Rudelführer, wird er abwägen, was jetzt das beste für ihn ist. Er hat gelernt, Ruf 1 und 2 kann ich überhören, Ruf drei sollte ich ernst nehmen, denn sonst kommt der Mensch daher und zeigt Aggressionsverhalten gegen mich.
Ein Rudelführer würde sein Rudel aber nicht bestrafen, wenn es ihm nicht folgt. Er würde es ignorieren und weiter gehen, soll das Rudel doch sehen, wo es bleibt.
Das Rudel hat aber ein Interesse in der Nähe des RF zu bleiben, denn er garantiert Jagderfolg, Unversehrtheit und Sicherheit, Beschäftigung und Spass.

Sicher gehen Hunde oder Wölfe manchmal nicht zimperlich miteinander um, aber sie haben ein großes Interesse daran, friedlich miteinander (Rudel-intern) umzugehen, damit sie die größtmögliche Chance haben zu überleben . Ein Rudelmitglied das oft rangzeigendes Verhalten zeigt, ist eher eine Gefahr für das gesamte Rudel, es zeigt deutlich Schwäche, denn nur unsichere Tiere zeigen oft Aggressionsverhalten (Angriff ist die beste Verteidigung). So ein Hund wird nicht als RF anerkannt werden.

Wenn du dich wie ein RF verhalten willst, dann Rufe (vielleicht ist pfeifen auch besser, denn da schwingt keine Emotion mit) nur einmal! Wenn dein Hund nicht wenigsten zu dir blickt, ist jedes weitere Rufen sinnlos, denn er schaltet auf Durchzug. (vorausgesetzt er hat das Wort wirklich gelernt!)Ich würde dann weg gehen bzw. laufen. Wenn dein Hund darauf auch gar nicht reagiert, dann ist er vielleicht bereits der RF, denn er hat auch gelernt, die läuft eh nicht weg!

Um sich als Rudelführer zu etablieren, sollte es nicht so weit kommen, den Hund körperlich zu dominieren.Man zeigt seine Dominanz im alltäglichen Leben, z.B. durch die Macht über das Futter, über Spielzeuge, Streicheleinheiten, wer geht vor wem, wer verteidigt wen, wer frisst vor wem, wer weicht wem aus, wer gibt das Signal zur Jagd, wer ignoriert wen, wer beginnt und beendet das Spiel usw.

Man kann einem Hund schlecht erklären, das hast du falsch gemacht (bestrafen machen nur Menschen). Dafür gibt es bei mir nur ein gut geübtes Wort und das heißt NEIN, oder aber ich ignoriere meine Hunde! Damit bringe ich sie dazu, das zu unterlassen, was sie gerade vor haben. Es ist ungemein leichter ihm zu sagen/zeigen, was er richtig gemacht hat. Gehorsam und Dominanz sind nicht das gleiche!
Bist du der RF ist der Gehorsam natürlch ungemein leichter, denn der Hund hat ein eigenes Interesse das zu tun, was du sagts, denn er hat erfahren wie gut er damit fährt sich nach dir zu richten. Bist du nicht der RF kann der Gehorsam durchaus auch klappen, aber nur so lange, wie der Hund nichts interessanteres aufgetan hat,denn dann muss man ihn zwingen, zu tun, was man will.

Wenn du mehr über Rudelführerschaft wissen willst, dann lies doch mal von Jan Fennell "Mit Hunden sprechen".
LG Tina