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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : nutzt es aus wenn Fremde da sind



Luna
06.11.2002, 10:53
Wollte nur mal Eure Erfahrungen zu einem Thema hören. Charly folgt wirklich gut. Er geht nach mit die Treppen runter, läßt mich bei engen Durchgängen zuerst durch, läuft nicht so weit vor und schaut immer wo ich bin....soweit alles ok...Ich geh auch so ziemlich immer alleine spazieren, weil ich ihn da besser "unter Kontrolle" hab. Also ich achte halt dauernd auf ihn was er macht und wohin er läuft, das nichts passiert und bin nicht abgelenkt oder so.
Wenn ich jetzt aber mit jemand anderen ein Stück gehe nützt er das sofort schamlos aus. Er läuft weiter weg weil er weiß das ich nicht dauernd rufe "Nicht so weit" weil ich mich ja gerade unterhalte. Oder er läuft die Treppen einfach runter weil er weiß das ich nichts sage(weils mir zu blöd ist jedem zu erklären wieso er nur hinter runter darf oder in einem Aufzug wenn viele aussteigen läuft er mit raus ohne zu achten ob ich davor raus bin-vor allem wenn andere Hunde dabei sind und die auch vorauslaufen). Dann ärgere ich mich einfach über mich selber und über ihn das er es so ausnutzt. Ich weiß daß das nur wird wenn ich auch unter Menschen alles so durchziehe wie alleine. Wollte jetzt eigentlich hören das viele Hunde so sind :-) bzw. alle so schlau und das ganz schnell durchschauen wann sie was machen dürfen.

Hovi
06.11.2002, 13:25
Hallo Luna,

mal ganz davon abgesehn, dass ich sowieso nicht ganz so konsequent bin wie Du ;) (meine Hunde rennen VOR mir aus der Tür, quetschen sich an Engstellen auch schon mal an mir vorbei usw.), ist das glaub´ich ganz normales Verhalten: Ein Hund nutzt immer seine Vorteile aus, und wenn er merkt: "Aha, Frauchen ist grad nicht so aufmerksam", dann tut er wohl auch mal was, was es unter Deinem strengen Blick nicht tun würde :D . Ist bei uns ganz genauso. Ich gebe meinen Hunden generell nur sehr wenige Kommandos, wenn wir mit Bekannten unterwegs sind, und rufe z.B. Jason auch nie aus dem Spiel ab, weil ich froh über jede Spielgelegenheit bin, die er hat. Aber WENN ich ein Kommando gebe, dann nur ein einziges Mal, und das muß auch befolgt werden. Und da zeigen meine zwei einen prima Gehorsam. Ich lasse ihnen wirklich die größtmögliche Freiheit, aber ich bestehe darauf, dass ein Kommando unverzüglich beim ersten Mal auch ausgeführt wird! Diesbezüglich haben meine zwei Wauzis und ich uns prima arrangiert, und die Spaziergänge sind entspannt und machen Spass.

Gehen wir allerdings alleine spazieren, baue ich immer mal wieder Unterordnungsübungen ein (z.B. spontanes PLATZ auf Entfernung), erstens, damit sie auch auf mich konzentriert bleiben, und zweitens, damit diese lebenswichtigen Kommandos nicht in Vergessenheit geraten...

Also, ich denke mal, dass jeder Hund das ein wenig ausnutzt, wenn der "Chef" nicht so aufpasst... kein Grund zum Ärgern ;)

Liebe Grüße
Claudia

Luna
06.11.2002, 13:53
Hallo Hovi,

Das mit der Rangordnung ziehe ich erst seit ungefähr Anfang des Jahres durch. Er ist in manchen Situationen ein ziemlich ängstlicher Hund (eigentlich nur bei fremden Menschen) und ich hab auch paarmal hier was reingeschrieben und im Endeffekt liefs immer daraus das er mich wohl nicht als Rudelführer sieht weil er sich sonst bei mir beschützt fühlen würde und dadurch nicht mehr ängstlich wäre (er ist mal weggelaufen als er Angst hatte und kam nicht zu mir).
War anfangs ziemlich anstrengend alles durchzusetzen, wie das mit der Treppe. Hat aber auch wahnsinnige Vorteile. Früher ist Charly die Treppen runtergefetzt und wenn die Tür offen war rausgelaufen. Bis ich unten bin hätte ja weiß gott was passieren können und ich hätts nicht gesehen.
Das er durch alles selbstbewußter ist kann ich zwar trotzdem nicht sagen, aber schaden tuts bestimmt nicht :)

Cockerfreundin
06.11.2002, 18:31
Hallo, Luna!

Ich kann mich, was Basti (jetzt 19 Monate) betrifft, Hovi im großen ganzen nur anschliessen :) :)

Ich bin von Anfang an mit Basti immer wieder *alleine* spazierengegangen, habe mich aber auch immer wieder mit anderen Menschen und Hunden verabredet.

*Ausnützen*, in dem Sinne, dass er weniger auf mich achtet beim spazierengehen, stelle ich aber nur fest, wenn wir mit Freundin Emma zusammen gehen. Emma ist ein Bouvier, 2 Wochen älter als Basti, seine herzallerliebste Freundin :D - und auf langen gemeinsamen Spaziergängen bilden sie ein *Paar*. Ist manchmal ziemlich anstrengend :rolleyes: :rolleyes: , aber solange sie nicht zuviel Blödsinn anstellen, sehen wir beide (Emmas Frauchen und ich) das nicht ganz so dramatisch :p :p

Sonst, in gemischten Wandergruppen o.ä., ist sein Gehorsam ok. Ich halte es aber auch so, dass ich mich mit meinen Kommandos dann aufs Wesentliche beschränke. Wenn wir alleine unterwegs sind, ist eh genug Äktschen :D angesagt.

Ich würd mir also auch nicht einen zu großen Kopp machen. Aber verabrede Dich doch einfach mal öfter zum gemeinsamen Spazierengehen. Dann wird auch das sicher mehr zur Routine im positiven Sinn.

Grüße von
Annette + Basti :)

cheroks
07.11.2002, 10:41
Hallo Luna,
meine Pauline war auch allem gegenüber sehr ängstlich. Ich konnte ihr Selbstbewußtsein noch mal so richtig aufpolieren, nach dem ich das Buch Calming Signals von Turid Rugaas gelesen habe. Es gibt Situationen die einem Hund sehr unangenehm sind und sie werden auch nicht besser, wenn man seinen Hund immer wieder da hinein bringt. Umgeht man diese Situation geschickt, fühlt der Hund sich besser und wird selbstbewußter.
z.B. links bei Fuß! Ist eigentlich für meine Hündin kein Problem, solange ihr keiner entgegen kommt. Wenn ihr aber ein anderer Mensch mit oder ohne Hund entgegen kommt, fängt sie sofort an zu beschwichtigen. Normalerweise würde meine Hündin einen Bogen laufen um ihre ungeschütze Seite zu präsentieren, damit der andere ja nicht auf die Idee kommt, ihr etwas zu tun. Verlange ich aber, sie soll weiter bei Fuß gehen, zwinge ich sie in diese Situation frontal auf den Herannahenden zu zugehen. Für selbstbewußte Hunde ist das vielleicht kein Problem, aber unsichere Hunde, bzw. wenig dominante Hunde würden lieber die Seite wechseln um dem aus dem Weg zu gehen.

Ist nur ein Beispiel, gibt aber noch zig weitere. Meine Hündin ist jetzt 3 Jahre und rein optisch sieht man ihr die Unsicherheit nicht mehr an, obwohl sie noch da ist. Ein unsicherer Hund bleibt ein unsicherer Hund, das ist eben eine Charaktereigenschaft.
LG

Sommersprosse
07.11.2002, 15:27
Hi, Luna!
Wenn ich nicht allein spazieren gehe, kommt es schon auch mal vor, dass meine Hündin ausprobiert, ob sie in einem unbeobachteten Moment nicht weiter gehen kann, als sie sonst darf. Trotzdem lasse ich ihr nichts durchgehen. Mir ist es scheißegal, wer mitgeht. Die Regeln gelten IMMER! Das ist mir nicht nur deshalb wichtig, weil ich einen folgsamen Hund haben will, der sich in jeder Gefahrensituation abrufen lässt, egal, wer dabei ist. Es ist bei uns auch wichtig, weil sie sich auf mich verlassen können muss, wenn wir als Rettungshunde-Team auf einen Einsatz gehen. Zuletzt noch: Ein Hund fühlt sich dann am wohlsten, wenn er weiß, was passiert, wenn er sich so oder so verhält!;)

Cockerfreundin
07.11.2002, 19:08
Zitat
________

Es gibt Situationen die einem Hund sehr unangenehm sind und sie werden auch nicht besser, wenn man seinen Hund immer wieder da hinein bringt. Umgeht man diese Situation geschickt, fühlt der Hund sich besser und wird selbstbewußter.
_________

Stimmt absolut! Ich hatte doch vor einiger Zeit mal von Bastis *Kriechen* berichtet, das ich nicht so recht einordnen konnte.

Habe das Ganze jetzt in den letzten Wochen mal genauer beobachtet und stelle fest, dass es bei Basti eindeutig eine starke Beschwichtigungsgeste ist, die immer dann auftritt, wenn zu viele Hunde zu nahe auf einem *Haufen* sind, ohne dass Mensch und Hund sich bewegt.

Dann wird er total unsicher, fängt an zu beschwichtigen und/ oder zu raufen, läßt sich aus so einer *Prügelei* von MIR (aber auch nur von mir) sofort abrufen -fast erleichtert. Wenn ich aber sage: "So, Basti, wir gehn jetzt weiter", ist alles ok und wir können mit jedem Hund weitergehen.

Ich hab anfangs auch gedacht, ich müßte solche Situationen jetzt gerade suchen (schließlich soll er ja *lernen*, sich darin zu verhalten). Inzwischen versuche ich in jedem Fall, sie NICHT künstlich zu suchen, denn LERNEN kann Hund nicht in so einer Stress-Situation.

Grüße von
Annette + Basti :)

drummergirl
01.12.2002, 20:58
...also, ich habe jetzt weiter oben öfter gelesen, dass der Hund Kommandos befolgen muss...

Von HOVI
Ich lasse ihnen wirklich die größtmögliche Freiheit, aber ich bestehe darauf, dass ein Kommando unverzüglich beim ersten Mal auch ausgeführt wird!

Von Sommersprosse

Trotzdem lasse ich ihr nichts durchgehen. Mir ist es scheißegal, wer mitgeht. Die Regeln gelten IMMER!

...könnt ihr mir erklären wie ihr die Kommandos durchsetzt. Ich bin nämlich ratlos. Wenn Jacky z.B. das Kommando Sitz nicht befolgt weiß ich nicht wie ich richtig reagiere.

In den Sitz drücken soll man nicht
Alles dreimal sagen soll man auch nicht

Also was bitte soll ich tun:confused:

AnnaS
02.12.2002, 08:08
Also ich weiß nicht, wie alt dein Hund ist. Aber im Prinzip ist es auch egal, ob Welpe oder erwachsener Hund, der noch keine Erziehung genossen hat. Du wirst keinen Hund in den Anfängen der Erziehung dazu bekommen, aufs Wort zu gehorchen, sondern es gehört viel Geduld dazu. Und natürlich musst du am Anfang die Kommandos öfter geben. Denn sie müssen sich dem Hund verinnerlichen, er muss es eben lernen. Einem Schüler kannst du auch nicht ein einziges Mal sagen, wie das 1x1 geht, und dann erwarten, dass er von nun an die Aufgaben löst.

Nutze bei deinem Hund die Situationen.
Beim Beispiel "Sitz": Gibt es Momente, wo du weißt, er setzt sich freiwillig, sobald du etwas tust? Zum Beispiel beim Futter fertigmachen oder sowas. Wenn du nun weißt, du tust etwas, und dein Hund setzt sich erfahrungsgemäß hin, dann sagst du einfach "Sitz", und wenn er sich gesetzt hat, lobst du ihn ausgibig. Oder wenn er sitzt, sagst du "Sitz" ebenso, dass dein Hund irgendwann versteht, was er tun muss, wenn du das Kommando gibst.

Oder wenn du mit deinem Hund draußen bist, und er zu dir kommt, rufst du einfach das entsprechende Kommando, und wenn er bei dir ist, lobst du ihn wieder ausgibig.

Genauso mit "Platz". Legt sich dein Hund gerade in sein Körbchen, sagst du "Platz" und lobst ihn, sobald er liegt. Dabei muss ich sagen, dass es das Kommando "Platz" in der Erziehung nicht geben sollte in Bezug auf das "normale Hinlegen", sondern auf "Platz" muss ein Hund ohne Zweifel hören. "Leg dich hin" heißt, der Hund solle sich eben einfach hinlegen. Ins Körbchen, oder auf die Decke oder so. Dabei darf er dann Knochen knabbern, etc. Bei "Platz" soll der Hund sich sofort legen, und darf sich im Prinzip nicht mehr bewegen. Denn "Platz" sollte man nur in Gefahrensituationen nutzen, wenn der Hund z.B. an eine Straße kommt, oder einem beim Spazierengehen ein Auto entgegenkommt, der Hund aber zu weit weg ist, als dass er es noch rechtzeitig zu einem hin schaffen könnte.
Und da der Hund unterscheiden soll, ob er sich nun einfach nur hinlegen soll, oder ob es doch sehr ernst ist, unterscheidet man zwischen "Leg dich hin" und "Platz". Nur mal so ein Einwurf ;) .

Nun aber wieder zu dir. Du kannst einem Hund erst durch langes Training beibringen, aufs Wort zu gehorchen. Und bis du so weit bist, musst du die Kommandos eben doch öfter sagen. Natürlich sollst du dir nicht von deinem Hund auf der Nase herumtanzen lassen. Zum Beispiel wenn er nicht zu dir kommt, obwohl du ihn rufst. Er soll sicher nicht wissen, dass du eh eine halbe Stunde lang nach ihm rufst, und er kann kommen, wann er will. Dabei solltest du dir eine Grenze setzen, in dem du dir z.B. vornimmst, nur 3x nach ihm zu rufen, und kommt er dann nicht, drehst du dich um und gehst von ihm weg. Dann wird er kommen. Hilfreich ist es beim Spaziergang auch, wenn er nicht auf dich hört, und du dich hinter einem Baum versteckst. Denn dein Hund wird immer nach dir sehen, auch wenn seine Aufmerksamkeit vorrübergehend etwas anderem gewidmet ist. Doch wenn er dich nicht mehr sehen kann, weil du dich versteckt hast, wird er dich suchen. Das wird deinem Hund zumindest eine Lehre sein, mehr auf dich zu achten, damit du ihm nicht wieder verloren gehst.

Und ansonsten hilft nur üben, üben, üben, damit dein Hund die Kommandos beherrscht. Wohl jeder wünscht sich einen Hund, der aufs erste Wort zweifelslos gehorcht. Doch um deinen Hund dazu zu bekommen, wirst du vie trainieren müssen.

Liebe Grüße
Anna

cheroks
02.12.2002, 18:12
Hallo drummergirl,
ich mache es so,
wenn mein Hund etwas schönes erwartet, wie z.B. spazieren gehen, fressen, spielen sage ich z.B. Sitz, Platz, Warte (vorausgesetzt der Hund kennt das Kommando wirklich)! Macht sie es nicht beim ersten mal, drehe ich mich um und ignoriere sie. Ich entziehe ihr die Aufmerksamkeit und es geht nicht weiter. Mein Hund weiss, ohne mich, geht es nicht. Dann drehe ich mich wieder zu ihr und sage es noch mal in der gleichen Tonlage. Macht sie es,kurzes Lob und es geht freudig weiter, das eigentliche Lob soll die Sache an sich. Macht sie es nicht, umdrehen und ignorieren. Der Hund lernt, mache ich es, geht es weiter (Erfolg), mache ich es nicht, geht es nicht weiter(Mißerfolg).
Du musst dich aber durchsetzten, in dem du konsequent bist und es häufig und überall übst. Auch mal mitten im Spiel Sitz oder Platz "durchsetzen", im Zweifel das Spiel abbrechen.

Ich kann auch echt empfehlen neben dem Wort(Hörzeichen) ein Handzeichen(Sichtzeichen) einzuführen, die kann ein Hund deutlicher identifizieren und sie verleihen Nachdruck.

Wenn ich ein Kommando nicht durchsetzen kann(speziell ohne Leine) versuche ich meinem Hund das nicht merken zu lassen. Wenn ich sehe, mein junger, frecher und manchmal "tauber" Hund ist gerade anderweitig beschäftigt und die Chance dass er kommt ist schlecht, rufe ich erst gar nicht, sondern gehe hin und nehme ihn einfach mit.
LG

Sommersprosse
02.12.2002, 21:02
Hallöchen, drummergirl!
Du hast gefragt, wie ich ein Kommando durchsetze: Ich erklärs mal kurz am Beispiel SITZ: Mein Hund hat langes Fell. Wenn ich früher SITZ gesagt habe, und sie das nicht gleich gemacht hat, habe ich sie fast im selben Moment mit Schwung am Fell auf ihren Hintern gesetzt. Ist mir zu blöd, lang rumzumachen und sie kennt das Kommando. Da ist Geduld meiner Meinung nach fehl am Platz.:rolleyes:
Hat sie dann ganz verdutzt hochgeschaut, hab ich sofort mit einem hohen, aber kurzen FEIN! gelobt (also gleich, als ihr Hintern am Boden war). Das kurze, schnelle Lob ist wichtig, weil sie jetzt weiß, je schneller ich ein Kommando ausführe, desto schneller kommt das Lob!
Vielleicht hat es dir ein bisschen geholfen - wenn nicht, schreib einfach nochmal ein konkretes Problem. ;)